Es ist geschehen.
Seit vielen Monaten wurde die Geburt eines der größten Eisberge in der Antarktis erwartet. Den gewaltigen Riss konnte man sowohl beim Überflug wie auch aus Satellitensicht in seiner Entstehung und Ausbreitung verfolgen.


Was geschieht mit dem Eisberg?

Der etwa 10.000 Quadratkilometer große Eisberg wird nach Norden driften und in den kommenden Jahren schmelzen.
Der Eisberg wird ca. 190 Meter aus dem Wasser emporragen und seine schiere Größe wird sogar zu einer Gefahr für die Schiffsfahrt werden. Aus diesem Grunde wird er weiterhin lückenlos überwacht, auch um zu beobachten, ob und wie er auseinanderfallen wird.

Eine direkte sprunghafte Erhöhung des Meeresspiegels wird es dadurch nicht geben. Allerdings sind die Folgen für den westantarktischen Eisschild gravierend.

Der Kollaps der Antarktis ist im vollen Gang

Seit den 1970er Jahren bereits wurde der Kollaps des Eisschildes der Westantarktis von Klimaforschern vorhergesagt.
Bereits 2014 hat der deutsche Klimatologe Prof. Stefan Rahmstorf den konkreten Kollaps als Überschreiten eines Kipppunktes erkannt und wurde von vielen (Klimaskeptiker-)Seiten ausgelacht.

Westantarktis überschreitet den Kipppunkt

Die Entstehung des gewaltigen Eisberges ist eine Bestätigung seiner fundierten Kenntnisse und ein unübersehbarer Beleg für seine Schlussfolgerungen, auch wenn diese Genugtuung einen sehr bitteren Beigeschmack hat.

Die Westantarktis kollabiert. Der heutige Tag ist ein düsterer Meilenstein in der Menschheitsgeschichte.
Während viele Medien den Abbruch des Eisberges als „Naturspektakel“ verharmlosen, von dem „keinerlei Gefahr ausgehe“, wissen es die Eingeweihten und Forscher besser:

Eisforscher befürchten, dass das Kalben des gigantischen Tafeleisbergs auch den Rest des Schelfeises destabilisieren wird. „Wir haben ermittelt, dass die neue Konfiguration weniger stabil sein wird als es das Eis vor dem Abbruch war“, so die MIDAS-Forscher. Es könnte daher sein, dass das Larsen-C-Schelfeis nach dem Kalben komplett zerbricht – ähnlich wie es im Jahr 2002 beim benachbarten Larsen-B-Schelfeis nach einem ähnlichen Eisabbruch passierte.
Scinexx.de: Antarktis – Riesen-Eisberg kurz vor dem Abbruch

 

Der Kollaps des Westantarktischen Schildes im Kontext der klimatischen Treibhausgaskatastrophe

Der heutige Tag ist ein sehr trauriger Tag, denn der Eisberg vom Larsen C-Schelf ist ein Symbol für den Untergang unserer Welt, den wir selbst angestoßen haben.
Die Folgen werden noch gravierender sein und sind ein Beleg dafür, dass die Geschwindigkeit der in der gesamten, Milliarden Jahre umfassenden Erdgeschichte einmaligen Klimakatastrophe absurde Ausmaße aufweist und die Folgen exponentiell unterschätzt werden.

Vorhersehbar: Erwärmung in der Antarktis im Zeitraum 1957-2006. Der abgebrochene Eisberg befindet sich an der Nordostspitze des "Zipfels" ganz links oben. Bild nach Daten der NASA.
Vorhersehbar: Erwärmung in der Antarktis im Zeitraum 1957-2006. Der abgebrochene Eisberg befindet sich an der Nordostspitze des „Zipfels“ ganz links oben. Bild nach Daten der NASA.

Die Sprachmanipulation unserer Zeit macht aus der ersten Globalkatastrophe mit Extinktionspotential in der gesamten Menschheitsgeschichte einen „KlimaWANDEL“. Klimawandel impliziert einen natürlichen Klimawechsel. Dieser aber würde hunderttausende von Jahren dauern und als Übergang immer noch hochgefährlich sein, wie die Massensterben der Erdgeschichte belegen.
Wir aber pumpen Billionen Tonnen CO2 seit der Industriellen Revolution in die Luft. Die Folgen sind ein nie zuvor dagewesener klimatischer Kollaps in globalem Maßstab, eben eine KlimaKATASTROPHE. Die Folgen erkennen wir allmählich, aber es sind erst die sanften Ansätze unserer Selbstvernichtung.

Die Erde zerfällt buchstäblich klimatisch – von Hitzewellen in Europa, der Desertifikation Spaniens und Hitze im Sommer der gesamten Nordhemisphäre, Dürrekatastrophen, Waldbrände, dem Tod der Arktis bis hin zu Extremwetterzunahmen und Todeszonen in den Ozeanen.

Wie dumm muss man sein, das Entstehen eines gewaltigen Eisbergs nach dem anderen in der Antarktis und eine messbare Eisschmelze, die gar nicht messbar sein dürfte in geologischer Hinsicht, als Normalität abzutun?
Das alles ist dennoch erst nur der Anfang, denn die Klimakatastrophe wird nicht stagnieren. Sie wird noch nicht einmal linear beschleunigen, sondern die Beschleunigung wird sich exponentiell steigern in den Folgen.

Alle, die heute noch dümmlich lachen und abwinken, werden zumindest in einigen Jahren eines nicht sagen können: Dass man sie nicht gewarnt hat …




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  • buumms

    Da wurde ich mal wieder nicht enttäuscht, als ich von dem Abbruch in den Medien hörte dachte ich auch „nur ein Spektakel?“ … „keine Gefahr?“ … „5 x die Größe Berlins und es ist alles OK?“ und dann kommt man hier her und du triffst den Nagel wieder auf den Kopf. Schaurig, traurig und irgendwie auch faszinierend. Go nature, finalize it.

    • Wie oben geschrieben: Der Eisberg selbst ist keine Gefahr. Aber die Folgen sind es für die Antarktis. Bin selbst gespannt wie die Natur respektive die Menschen und ihr Treibhausgasexperiment das ganze „finalisiert“.

  • Dämonid

    Die Antarktis hat den Vorteil zum größten Teil aus Landmasse zu bestehen. Ich habe mir nochmal die Karten bei GFS angesehen. Der Polarwirbel auf der Südhalbkugel ist sehr stabil über der Antarktis gelegen. Ich denke mal nicht, dass dort Warmings möglich sind wie in der Arktis, welche zum Polarwirbelkollaps führen oder? Dafür gibt es zu wenig Landmasse auf der Südhalbkugel, welche aufgrund des Schnees, die die Strahlung reflektieren würden und somit die Stratossphäre aufheizen würden. Somit bleibt alles stabil über der Antarktis, sodass es über Antarktika also der Landmasse, keine Plusgrade geben kann.
    Wenn dem nicht so wäre, Antarktika keine Landmasse wäre, sondern einfach gefrorener Ozean, sähe die Sache heute wahrscheinlich viel dramatischer aus.
    Deswegen meine ich ja, die Antarktis hat den Vorteil zum größten Teil aus Landmasse zu bestehen.
    Es sind nun die immer wärmer werdenden Wassermassen drumherum, welches dem Schelfeis zusetzen. Die Frage ist, wird auch Antarktika ansich in der Zukunft Plusgrade bekommen, wenn das ganze Schelfeis weg ist?

    • Da wirst du sicher noch einige hundert Jahre angesichts der schieren Masse an Eis warten müssen, bis du das erfährst. ^^

    • Eisbär

      Bei der Antarktis kommt noch hinzu, dass sie von einer relativ kalten Meeresströmung, dem antarktischen Zirkumpolarstrom, umflossen wird, der für eine relativ zuverlässige Abkühlung der antarktischen Landmasse sorgt. Man geht auch davon aus, dass die Ausbildung dieser Strömung überhaupt erst bewirkt hat, dass Antarktika vergletschern konnte. Wenn sich der antarktische Zirkumpolarstrom erwärmt, ist die Kühlung nicht mehr so effektiv und das Eis wird natürlich instabil.

      Das Problem mit der Westantarktis ist, dass sie, im Gegensatz zum Rest der Antarktis, eben nicht zum Großen Teil aus Landmasse besteht, sondern der Großteil des Eises Meereis ist und entsprechend empfindlich auf eine Erwärmung des Wassers reagiert.

      Für den Rest der Antarktis gilt, dass die Eismasse bei einer Erwärmung erstmal größer werden sollte. Die Antarktis ist derartig kalt, dass die Luft kaum Feuchtigkeit aufnehmen und für Niederschlag sorgen kann. Wenn sie nun erwärmt wird, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen und für entsprechend mehr Nachschub wunderbar gefrorenen Wassers sorgen. Das sollte auch erstmal dafür sorgen, dass die Antarktis nicht so schnell abtaut.

      Aber wer weiß, die Systeme der Erde sind oft derartig kompliziert, dass es oft extrem schwierig ist verlässliche Vorhersagen zu machen. Vielleicht ist die Antarktis auch relativ schnell eisfrei.

  • Stefan

    Gewohnt martialisch, zwar nichts Neues aber bemerkenswert substantiell. Immherin wird Mojib Latif zitiert. Aber das Ganze ist unter der Rubrik „Ratgeber“ zu finden- Ah ja, Blöd sagt, die Pole schmelzen, also schnell ein Gummiboot kaufen oder gleich ein Hausboot. ^^

    http://www.bild.de/ratgeber/2017/europa/so-sieht-es-aus-wenn-die-pole-geschmolzen-sind-52538848.bild.html

    • Hatte ich bei Twitter gesehen. Erst war in Meldungen vor ein paar Wochen der Nordpol „verschwunden“, jetzt der Südpol. Wann kommt wohl der Äquator? ^^
      Die Bild ist mit ihrer Fokussierung auf Hohlbrottum manchmal unerträglich. In Sachen Schnelligkeit und Bilderreichtum ist sie gut. Man darf also eigentlich auch nur auf die Titelzeilen achten damit man weiß worum es grob geht und dann Bilder glotzen. Der Text dürfte eigentlich gar nicht als solcher bezeichnet werden. Das ist eher eine Art Vergewaltigung von Buchstaben in Metaphorik und Rhetorik und erzeugt beim Geisteswissenschaftler starke Hirnschmerzen. ^^

      • Stefan

        Der gebildete Geisteswissenschaftler ist auch nicht das bevorzugte Klientel der Blöd-Zeitung. Und für den druchschnittlichen Blöd-Zeitung-Konsumenten kann man das wahrscheinlich auf die einfache Formel reduzieren: „Holland säuft ab“. das versteht er, der dosenbiersaufende RTL II Konsument. 😛