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Backpulver statt Kohlendioxid – Das erste CO2-freie Kohlekraftwerk der Welt

Kohlekraftwerke gelten als die schlimmsten Treibhausgasemittierer und haben damit zu recht einen äußerst schlechten Ruf. Kohlekraftwerke besitzen derzeit global immer noch einen hohen Anteil, der von “Finanzen100” mit 10% der gesamten globalen CO2-Emissionen angegeben wird.
Alternativen sind mit den gefährlichen Atomkraftwerken allerdings wenig attraktiv. Das Problem einer Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen von Kohlekraftwerken ist weniger ein technisches als vielmehr ein wirtschaftliches: Durch Verbote oder Subventionen veranlasst man selten, dass sich eingefahrene Strukturen ändern. Aus dem gleichen Grund funktioniert in menschlichen Gesellschaften der Kommunismus nicht. Weil die Antriebsfeder beinahe jedes Menschen der persönliche Vorteil ist und auf einer gesellschaftlichen Ebene dieses Leistungsprinzip nicht ausgehebelt werden kann. Es müsste also ein wirtschaftlicher Vorteil entstehen, damit Kohlekraftwerke frei von CO2 werden.

Der indischen Firma “Carbon Clean Solutions” (CCS) ist dabei jüngst eine erstaunliche Erfindung gelungen.
Das Kohlekraftwerk von CCS wandelt nämlich sämtliche Kohlendioxid-Emissionen zu Produkten um, die CO2 erfordern, darunter Backpulver, Glas, Farben, Klebstoffe, Seifen und Papier. Auch dies wäre noch nicht ausreichend für eine globale Umsetzung, weil bisher die Herstellungskosten für Produkte dieser Art deutlich höher waren als herkömmliche hergestellte. Doch in diesem Fall gelang CCS es, die Kosten der mit CO2-Emissionen hergestellten Produkte konkurrenzfähig zu halten.

Somit verfügt Indien über das erste kohlendioxidfreie Kohlekraftwerk der Welt. Ob dieses Beispiel Schule machen wird, bleibt eine offene Frage, da die Umsetzungen und der politische Willen von Gesellschaften sich nicht so einfach lenken lassen. Allerdings darf man zu recht behaupten, dass CCS mit dieser Erfindung ein eindrucksvolles Symbol und ein Meilenstein gelungen ist.

Artikel: https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/backpulver-statt-abgase-indien-besitzt-das-erste-kohlekraftwerk-das-kein-co2-in-die-luft-pustet_H1437391333_364882/



  • MINDERQUEST

    Ich steh immer auf solche neuen Ideen, da ich sehr progressiv lebe und somit jeden Fortschritt mit Hallo begrüße! Und DIES könnte ein Kompromiss aller Kohlekraftwerke sein und einer der größten Erfolge für die Klimaerrettung sein!
    Früher hat man die Umwelt geschädigt, heute macht man Techniken die die Umwelt schonen sollen und wie ich mich schon anhöre, fühl ich mich sehr gehypt wenn sowas bald nicht nur in Indien ist!

    • Bin ähnlich begeistert, aber noch skeptisch, denn ich kenne die Menschheit und ihre Fähigkeit, alles offensichtlich gute mit Absicht zu zerstören und unter lautem Tröten weiter in den Wahnsinn zu fahren und dabei noch die Geschwindigkeit zu erhöhen.
      Mal sehen, was sich sonst noch so berichten lässt in den kommenden Jahren. Auch in China scheinen die Bemühungen Früchte zu tragen und es wurde der Bau von Kohlekraftwerken zurückgenommen: https://www.heise.de/tp/news/China-Trendwende-bei-der-Kohle-3148655.html

      Allerdings muss man hier sehen, dass das riesige Reich der Mitte quasi die Industrielle Revolution Europas im Zeitraffer “nachholt” und unfassbare Mengen in die Atmosphäre pumpt (und nebenbei die Luft im Lande verseucht). Das was dort in den letzten 2 Jahrzehnten in die Luft ging, wird nie wieder aus der Atmosphäre zu kriegen sein. Ein Umdenken käme so oder so viel zu spät für die Welt.
      Es sieht also nach wie vor nicht gut aus, das CO2 steigt nachweislich weiter deutlich an in der Atmosphäre und der Umkehrpunkt ist vermutlich längst überschritten. Die Erderwärmung ist also bereits jetzt für die nächsten paar Jahrtausende ein Faktum.

      • Leon

        das Problem ist auch, dass die westliche Industrie fast ausschließlich in Asien Produziert (ich sag nur billig billig) weil man dort die Menschen besser ausbeuten kann als hier. Dies ist ein sehr großer Grund warum besonders China so große Emissionen hat. Meiner Meinung nach kann man deshalb fast die hälfte der Chinesischen Emissionen auch auf die Westliche kappe nehmen.
        China und sogar Indien, wie du schon meintest, sind schneller im Umsetzen von erneuerbaren Energien als Europa und Amerika, was ich sehr beachtlich finde.

        Aber das aller größte Problem von allem ist, das der Westen so ziemlich alles falsch gemacht hat was man nur falsch machen kann, wir somit auf Kosten der Natur überhaupt erst auf dem heutigen Niveau leben können und aber auf der anderen Seite den Schwellenländern vorschreiben wollen das sie am besten sofort mit Solarkraft anfangen obwohl das Geld fehlt!

        genau deshalb wird das Problem mit dem Co2 zunehmen statt abnehmen, da alle Menschen der Erde auf unserem ach so tollen Niveau auf das alle Stolz sind leben wollen… Hier startete die industrielle Revolution, also muss unsere Politik auch die Verantwortung übernehmen, bevor uns noch China überholt.

        • Ja, das sehe ich ähnlich. Die heutige Weltordnung ist im Grunde eine Spätfolge der Kolonisation im 17. Jahrhundert beginnend und der Industriellen Revolution. Ich bemerke zwar schon ein globales Umdenken, aber so etwas geschieht niemals ohne Geburtsschmerzen und Widerstände (auch Kriege genannt). Und das Umdenken ist bereits jetzt zu spät, weil der Kipppunkt überschritten ist. Wir hätten damit etwa 1930 anfangen sollen statt einen Weltkrieg zu führen.

          • Leon

            Allerdings… Auch die heutigen Probleme in weiten Teilen Afrikas, basieren häufig noch auf die Kolonien der Franzosen, die zwar abgezogen sind, aber immernoch durch beispielsweise Uranabbau auf die Länder einwirken und ausbeuten.

            Manchmal frage ich mich, warum nicht jeder Mensch der Westlichen Welt, einfach mal 2 Euro bezahlt und das Geld dann für Flächendeckend Erneuerbare Energien verwendet wird. Wenn die Menschen da so vehement wären wie an Silvester für die Knallerei, hätten wir das Problem schon lange gelöst

          • Ich gebe zu, ich liebe die Ballerei zu Silvester (halte mich dabei mittlerweile aus verschiedenen Gründen arg zurück), aber objektiv kann ich dir da nur uneingeschränkt recht geben.

  • Klingt erstmal gut. Aber ich wette, dass irgendwo noch ein Haken und ein großes “aber” ist. Ähnlich wie bei den Elektroautos. Da sind ja die geringe Reichweite und die hohen Kosten ein großes Problem, weshalb sie gegen Kraftstoff – Autos keine Chance haben.

  • Schneesturm

    Nach Definition von Marx kann man die Situation in Nordkorea nicht als Kommunismus bezeichnen, so wie er eigentlich gemeint ist. Es ist ein Mischmasch, eine Zwischenlösung, genau wie damals im Russischen Zarenreich ab 1917, dann UdSSR ab 1922 und diese Diktatur des Proletariats. Kommunismus klappt einfach nicht in einer großen Gesellschaft.

  • Schneesturm

    Sehr gute Idee, aber nicht zukunftstauglich, da Kohlekraftwerke irgendwann einfach kein Material mehr haben.
    Es muss einfach eine komplett neue Technik her, die 1. umweltschonend und 2. auf erneuerbaren Energien beruht.
    Da wird langfristig kein Weg drumherumführen bei diesen Menschenmengen.

    • Leon

      die Sonne schickt keine Rechnung sag ich nur ^^

    • Sehe ich auch so. Wenn die Menschheit einen Teil ihrer Geistesenergie in die Rettung der Umwelt und damit mittlerweile auch von sich selbst investieren würde und alle dabei an einem Strang ziehen, dann wäre das ein Projekt, das wichtiger und gewaltiger wäre als die Landung auf dem Mond. Aber ich fürchte da ist die Menschheit viel zu dumm für, weil eben nicht alle an einem Strang ziehen. Die Giermenschen wollen Reichtum, auch wenn das ihren Nachfahren das Leben kostet, die Politiker wollen Macht und verkaufen die dafür notwendige Versklavung mit schöner Rhetorik, die Industrie will Gewinnoptimierung statt neuer Kosten für neue Technologien…
      Es wird erst dann sich ändern, wenn uns Mutter Erde das Messer an den Hals setzen wird. Mit anoxischen Ereignissen in Ozeanen, Meeresspiegelanstieg, Massensterben (da liegen wir schon sehr weit vorne), Hitzewellen und wer weiß, was noch so auftauchen wird. Ohne Millionen Opfer als Motivation wird sich nichts ändern. Manchmal muss man sich für seine eigene Spezies in Grund und Boden schämen.

  • Alptraum der Sofeten

    Interessant mal so was zu lesen. Danke für den mal positiven Artikel ;P

    • Aber gerne ^^ Ich bin auch überrascht, dass es endlich einmal in der Presse positives zu berichten gibt. Das Umdenken beginnt langsam, ganz langsam. Und wird sich zur Lawine entwickeln analog zur exponentiellen Steigerung der Klimakatastrophe. Und die wird immer schneller. Bin gespannt, wann die Lage so prekär wird, dass die Problematik auf Punkt 1 aller Agendas liegt. 2030? 2040? Oder doch erst 2070?

      • Alptraum der Sofeten

        So weit denke ich (leider) nicht mehr in der jetzigen Lage der Welt. Aber wenn bis dahin alles gut geht wird man wohl auch noch bis dahin viele andere sorgen haben werden.

        • Die Krisen sind gewaltig heutzutage und die meisten sind durch die Dummheit nur ganz weniger Politiker an der Spitze entstanden … aber das ist eigentlich die geschichtliche Normalität. Wir sind in einer Epoche aufgewachsen, in der von 1945 bis 1990 die Welt stabil war und die Bedrohung des Kalten Krieges im Grunde unsichtbar war.
          Es sieht so aus, als müssten wir in Europa wieder lernen, dass man seine Werte und Freiheiten notfalls mit Blut und Kampf verteidigen muss, weil man sie uns sonst wegnehmen wird.
          Das Grauen des 1. und 2. Weltkriegs, der Dreißigjährige Krieg mit einem vollständig zerstörten Deutschland im Zentrum… alles vergessen weil nicht selbst erlebt. Es sei denn man liest die Augenzeugenberichte, versetzt sich in Zeiten, die anders waren und lernt das Grauen aus den Augen der Toten ungefiltert kennen und begreift …
          Aus dieser Sicht ist die heutige Welt sicher. Noch. Aber ganz gewiss nicht mehr lange. Ich habe das längst akzeptiert. Am Ende ist man selbst nur ein ohnmächtiger Zeitzeuge in einer Epoche, die sich dem Wahnsinn nähert. Und Typen wie Assad und Putin, die in Syrien Menschenmetzeleien vor der Weltöffentlichkeit inszenieren, Trump der so dumm ist dass er selbst gar nicht weiß, was er für einen Unsinn erzählt, der Nordkorea-Kim, Erdogan der neue Hitler unserer Zeit, dazu eine Merkel, die Deutschland nachhaltig vernichtet und eine Europäische (Versklavungs-)Union, die nur zu Abschöpfung von Werten und Geldern für eine Machtelite dient und die europäische Idee mit Füßen tritt indem sie Europa ekelhafterweise auf ihre Fahnen schreibt und die Dummen damit täuscht… Wir sind mitten drin in den historischen Geburtswehen einer neuen Epoche. Und das ist immer “interessant”, aber niemals richtig lustig.

  • Blind Guardian

    Das man CO2, welches bei chemischen Prozessen oder Verbrennungen zur Produktion von von Backpulver, Seifen, CO2-Löschern oder ähnliches benutzt ist seit ca. 100 Jahren bekannt.
    Diese Nachricht würde ich in die Rubrik Satire einordnen.

    BG

    • Es geht ja gar nicht darum, dass man CO2 bei der Produktion verwendet, sondern dass ein Kohlekraftwerk es umsetzt und dass die entstehenden Produkte auf dem Markt konkurrenzfähig sind.

  • Herr Winter mit schnee und eis

    Erst schön Artikel kaltwetter schön alle faken zu dem Thema heraus geschrieben:
    Ich möchte auf den punkte bezüglich der “gefährlichen Atomkraftwerken” kurz eingehen. Es ist zwar schon was her aber in der schule hat wir auch über die Gefahren der Atomkraft gesprochen ich sage dermals das “die Atomkraft die Perversion der Unvernunft” ist . meine Lehre stimme mir zu und sagte mir aber damals auch ” aber es gibt Alternativen ich rate euch allen mal im Internet nach Flüssigsaltzreaktoren zu suchen ” naja ich habe mich mal danach erkundigt und ich war baff es gibt eine möglich Atomkraft “Gefahrloser ” zu nutzen! ich habe mal dazu ein Doku raus gesucht https://www.youtube.com/watch?v=piTU3-cy2Sc

    • Ich denke, dass die Kernfusion statt Kernspaltung die Zukunft sein wird. Künstliche Sonne also. Ohne Abfälle. Es würde die komplette Energieversorgung der Menschheit für alle Zeiten vollständig abdecken. Erste Versuche waren vielversprechend, aber es bedarf noch einer Menge Forschung, um das Ganze einsetzbar zu machen.
      http://www.spektrum.de/news/erstes-plasma-in-wendelstein-7-x-erzeugt/1382234

      • Herr Winter mit schnee und eis

        naja die in der Doku gezeigt Flüssigsaltzreaktor sind auch ohne Abfälle zu betreiben und die Technik ist jetzt schon möglich es ist einfach nur eine frage des Wollens und des Geldes .. wie auch immer von der Kernfusion sind wir noch weit weg aber ich stimme zu so bald es möglich muss die Kernfusion die Atomkraft ersetzten ^^

        • Möglich, aber ich würde die Thoriumreaktoren nicht über den Klee loben. Auch hier gibt es nach wie vor eine Menge Nachteile und auch offene Fragen: https://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigsalzreaktor#Nachteile
          So oder so wird es wohl noch einige Jahrzehnte dauern, bis die Menschheit ihr Energieproblem gelöst hat. Dass Atomkraft der größte Mist ist, den man sich denken kann, ist allerdings glasklar.

          • Herr Winter mit schnee und eis

            stimmt ich dir zu hoffen wir einfach auf das beste evt wird es ja was ^^

  • Eisbär

    Endlich mal ein Lichtblick im Wahnsinn der Energiewirtschaft. Allerdings, um auf den Satz mit dem Kommunismus einzugehen, glaube ich nicht, dass sich diese Technik durchsetzt, solange es keine Regulierungen gibt. Die ausufernde, nur auf persönlichem Vorteil fußende Wirtschaftsweise, die im Augenblick global dominiert, ist doch erst das Grundübel, das zu der Klimakatastrophe geführt hat, die wir in immer stärkerem Maße zu spüren bekommen. Es gibt mehrere Beispiele in der Menschheitsgeschichte, bei denen Hochkulturen untergegangen sind, weil sie eben keine Regulierung finden konnten. So z.B. die Maya in Mittelamerika. Das einzige Beispiel, wo eine totale Umwelt- und Klimakatastrophe abgewendet werden konnte ist Japan im 16. Jahrhundert. Damals war Japan fast komplett entwaldet und die damit verbundenen Folgen, wie Bodenerosion, Überschwemmungen usw. nahmen katastrophale Ausmaße an. Die Zerstörung der Lebensgrundlage aller Japaner konnte damals nur durch eine extrem rigide Regulierung des Holzeinschlages mit drastischen Strafen verhindert werden. Hätten die Machthaber in Japan weiterhin alle so Holz schlagen lassen, wie sie wollten, wäre Japan heute wahrscheinlich eine Ansammlung ziemlich großer und öder Felsklötze im Pazifik.
    Das kann man (begrenzt) auch auf heute übertragen. Solange wir alle weiter nach ihrem persönlichen Vorteil agieren lassen, wird sich nichts, aber auch garnichts ändern. Wir brauchen ganz im Gegenteil eine rigide Regulierung des Treibhausgasausstoßes.