Wer schon einmal einen Blitzeinschlag erlebt hat, der weiß, warum unsere Vorfahren wütende Götter als Verursacher ausgemacht hatten!
Urplötzlich hämmert ein Blitz aus dem Himmel, fährt wie eine Rachelanze in Gebäude, Bäume oder den Erdboden. Man hört es zischen, als stünde Medusa hinter einem mit ihrem Haupt aus Schlangen. Dabei ist es nur die Luft, die in den Blitzkanal zurückschießt. Der Knall hat ein seltsames, metallisches Echo. Und der Schlag des Blitzes in den Erdboden, den man spürt, als habe Donnergott Thor seinen Hammer Mjölnir mit voller Wucht aus dem Himmel in die Erde gerammt, um den Sofeten zu zeigen, wen sie neben Regen und Kälte wirklich fürchten müssen.

Fakten rund um Blitze: Von Volt und Ampere

Die Entstehung von Blitzen klingt dagegen aus wissenschaftlicher Sicht beinahe banal: Durch Reibung von Eiskristallen in einer Gewitterwolke baut sich negative Spannung auf, während der Erdboden unter der Wolke positiv geladen ist.
Die physikalischen Attribute von Blitzen sind hingegen gewaltig: Von einigen 10 Millionen Volt ist da die Rede und von bis zu 400.000 Ampere.
Ach, Sie wissen nicht, wo der Unterschied von Volt und Ampere ist?

Ampere ist das Maß der Stromstärke, also wieviel Elektronen in einem bestimmten Zeitraum fließen.
Volt ist die elektrische Spannung, also wieviel Energie in den Elektronen steckt.

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Ohne jetzt zu tief böse Erinnerungen an den schulischen Physikunterricht zu wecken, kann man sich bei den oben genannten Werten von Blitzen vorstellen, mit welchen Mächten wir zu tun haben, wenn wir uns in Erinnerung rufen, dass eine Haushaltssicherung 16 Ampere aufweist und unser (durchaus unter Umständen tödliche) Steckdosenstrom 230 Volt.

Blitze waren lange Zeit ein missachtetes Forschungsthema, was verwundert, wenn man sich die Schönheit und Gewalt dieser Erscheinungen vor Augen ruft. Kürzlich hat man sogar entdeckt, dass bei Blitzen hochgefährliche Röntgen- und sogar Gammastrahlung (kennt man aus Atombomben) in direkter Nähe entstehen.

Was fasziniert an Blitzen?

Doch jenseits der sogar aus wissenschaftlicher Sicht eindrucksvollen Zahlen faszinieren uns Gewitter vor allem durch ihre Dramatik, ihren Wechsel aus Lichtblitz und Schatten, den Kitzel, wenn man das Brüllen der übermächtigen Natur auch endlich einmal eindrucksvoll vor Augen geführt bekommt. Für mich gibt es kaum etwas Faszinierenderes als Gewitter. Apropos: In dem obigen Video empfehle ich den Blitzeinschlag bei Zeitindex bei 1:11 bis 1:26 (Lautstärke hochdrehen!) – ein solch infernalisches Echogebrüll jagt einem Gänsehaut über den Rücken. Vor Schrecken und vor Faszination gleichermaßen!

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Man könnte auch assoziieren, dass Blitze wie das Messer des Planeten Erde sind, die zum wahnwitzigen Killer geworden ist, um wie irre auf Menschen einzustechen. Wer könnte es Mutter Erde verdenken bei den Verbrechen, die wir einer Seuche gleich auf diesem wunderschönen Planeten tagtäglich begehen?
Positiv umgedeutet ist ein Blitz auch ein spiritueller Anlass, Demut gegenüber der Natur zu zeigen. Und um zur Erkenntnis zu gelangen, dass trotz unserer Fähigkeit uns selbst hundertfach global zu vernichten, die Erde selbst uns auf jeden Fall überdauern wird.




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  • Jo1965

    Super Videos! Ich bin auch ein echter Gewitterfan und habe durch meinen beruflichen Werdegang eine spezielle Beziehung zu diesem Naturphänomen, da ich mich während meiner Studienzeit unter anderem mit der Hochspannungstechnik auseinandergesetzt habe.
    So imposant ein Blitzschlag auch ist, leider ist die freigesetzte Energie sehr gering. Zwar ist die elektrische Leistung, die sich als Produkt aus Spannung mal Stromstärke ergibt sehr hoch, aber die Energie, bei der die Leistung mit der Zeit, die sich im Mikrosekundenbereich bewegt, multipliziert werden muss, eher gering, sodass selbst das „Einfangen“ aller Blitze eines Gewitters, keine allzu großen Ladungsmengen ergäbe.
    Zudem ist die sogenannte Stromsteilheit, alse der Wert, der angibt, wie schnell der Strom innerhalb einer bestimmten Zeitdauer ansteigt (in der entsprechenden Norm der Hochspannungstechnik ist dies in der sogenannten Blitzstoßspannung als genormter Impuls definiert), sehr hoch, sodass die Eigeninduktivität selbst hervorragend leitender Werkstoffe wie Kupfer auch in Form von dicken Leiterschienen dem Blitzstrom einen erheblichen Widerstand entgegensetzt, von Dingen wie elektromagnetischer Verträglichkeit etc. mal ganz abgesehen.
    Eine energetische Nutzung wird wohl deshalb leider immer ein Traum bleiben.