Was hilft wirklich gegen Mücken auf dem Chaos des Marktes? Kaltwetter.com zieht nach Jahren Bilanz und empfiehlt vor allem 2 Produkte.
Was hilft wirklich gegen Mücken auf dem Chaos des Marktes? Kaltwetter.com zieht nach Jahren Bilanz und empfiehlt vor allem 2 Produkte.

Der Buddhismus, im Gegensatz zu diversen anderen Religionen äußerst friedliebend, predigt ja die Achtung vor allen Lebewesen. So töten buddhistische Mönche aus Prinzip keine Lebewesen, ja sie lassen sogar Mücken Blut trinken!
Bei aller Hochachtung vor dieser in ihrer Konsequenz einmaligen Einstellung und Handlung ziehe ich bei Fliegen und Mücken eine Grenze. Lasse ich Spinnen, Käfer und Frösche selbstverständlich leben und trage sie auch aus der Wohnung hinaus, so sind Mücken und Fliegen einfach nur ein extremes Ärgernis.
Insbesondere Mücken, die hier in Ofenhessen besonders stark ihr Unwesen treiben. Wer je von einer Kriebelmücke gestochen wurde, lacht nur noch über normale Mückenstiche. Und die hier als Folge der Klimakatastrophe stark zunehmende Tigermücke steht dem in nichts nach: 1 Stich und faustgroße Beulen für 2 Wochen sind keine Begleitumstände eines ohnehin Horrorsommers jedes Jahr, die man sich zusätzlich aufbürden möchte!

Doch was gibt es eigentlich an wirksamen (!) Insektenvernichtern und Hilfen?
Nach (unfreiwilligen) Tests über viele Jahre kann ich guten Gewissens nachdrücklich folgende 2 Produkte empfehlen und am Ende natürlich auch noch die herkömmlichen Insektennetze für Fenster.

(1) Das Jucken hat ein Ende: Stichheiler durch Eiweißdenaturierung von Pfizer

Geräuschbelästigung durch Mücken und schlaflose Nächte sind schlimm genug. Doch die Folgen des „Mückenkusses“ sind leider noch schlimmer. Die von der Mücke in die Wunde gespritzten chemikalischen Bestandteile verhindern die Blutgerinnung, damit die Mücke weiterhin das Blut saugen kann. Sie führen meist zu einer allergischen Reaktion und können noch Tage lang auf eine ganz spezifische, ekelerregende Art und Weise jucken. Wenn durch das Kratzen Bakterien in die Wunde gelangen, kann sich die Miniaturwunde sogar entzünden.

Der Firma Pfizer ist nach langen Jahren endlich ein Gerät gelungen, das 100% gegen diesen Juckreiz wirkt. Der Kaltwetteranhänger wird es nicht gerne hören, aber es wirkt durch Hitze! Sein marketingoptimierter Name „Bite away“* ist Programm und in diesem Fall auch kein leeres Versprechen.
Die Funktionsweise leuchtet ein: Durch den kurzzeitigen, punktuellen Hitzestoss wird die Einstichstelle auf etwa 60 Grad erhitzt. Da ab 60 Grad Eiweiße denaturieren und sich die molekularen Bestandteile des Blutgerinnungsmittels der Mücke zersetzen, hört das Jucken auf und die charakteristische Beule des Mückenstichs verschwindet.

Das Gerät ist bei mir seit 1 Jahr in Betrieb und ich möchte es nicht mehr missen. 2 Sekunden Hitze auf die Stichstelle und man ist die Probleme los. Die ähnlichen Geräte mit Stromstoß* haben bei mir übrigens nicht funktioniert und wirken verglichen mit dem Pfizergerät wie Billigware in Technik sowie Verarbeitung.
Das Gerät verfügt über 2 Knöpfe: Eines für Kinder (oder Weicheier) mit reduzierter Hitze und eines für Erwachsene mit effektiverer Hitze. Der „Schmerz“ ist je nach Körperstelle unterschiedlich, aber selbst für Kaltwetterliebhaber problemlos für den kurzen Moment zu ertragen. Wo man das Gerät am besten nicht anwendet, schreibe ich jetzt hier aus Jugendschutzgründen nicht. 😉

Das Gerät "Bite away"*. Man erkennt die beiden Schalter für kurze Hitze (Kindereinstellung) und längere Hitze (für Erwachsene). Das Gerät ist klein und lässt sich in Handtasche oder Hosentasche einfach mitführen. An der Rückseite befindet sich auch ein Gürtelclip.
Das Gerät „Bite away“*. Man erkennt die beiden Schalter für kurze Hitze (Kindereinstellung) und längere Hitze (für Erwachsene). Das Gerät ist klein und lässt sich in Handtasche oder Hosentasche einfach mitführen. An der Rückseite befindet sich auch ein Gürtelclip.
Die Unterseite des "Bite away"* mit der Hautkontaktfläche. Der Schmerz ist gering, die Wirkung gegen juckende Mückenbeulen enorm!
Die Unterseite des „Bite away“* mit der Hautkontaktfläche. Der Schmerz ist gering, die Wirkung gegen juckende Mückenbeulen enorm!

(2) Insektenvernichter mit Leuchtstäben und Stromgitter

Vollautomatische Insektenkiller haben bei mir nie funktioniert. Man kennt ja die hochgefährlichen Heizplättchen, die nicht nur eine Brandgefahr, sondern über die freigesetzten Nervengifte auch eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellen.

Auch die meisten der herkömmlichen LED-Lampen mit Spannungsdrähten haben bei mir nie funktioniert.

Seit 3 Jahren ist bei mir das kostengünstige Gerät von Lunartech im Betrieb. Es ist 100% zuverlässig: Anschalten und nach spätestens 10 Sekunden fliegt jede Mücke im Raum in das Gerät und wird von dem unter Spannung stehenden, großen Gitter getötet. Man kann direkt die Uhr danach stellen.
Bei Fliegen wirkt das Gerät nicht so effektiv. Die Fliegen werden oft nur verletzt und sterben erst nach längerer Zeit. Da sollte man das Leiden schnell manuell beenden. Allerdings sind mir die Fliegen weniger wichtig, zumal diese nicht stechen (von Bremsen mal abgesehen). Wenn sie überhand nehmen, reicht auch ein altmodischer Klebestreifen im Raum – bei aller Tierliebe sind Fliegen aufgrund der Eiablage auch eine Gesundheitsgefahr, wenn sie zu viel werden (je nachdem wo man wohnt).

Das Gerät gibt es in 2 Varianten. Die IVer Version (39,90 EUR)* empfiehlt sich für Räume bis 50 qm, die IIIer XXL-Version (49,90 EUR)* für Räume darüber. Im Außenbetrieb funktioniert es natürlich auch, aber man sollte sich nicht wundern, wenn man nach einigen Minuten hunderte von Mücken am Boden des Gerätes vorfindet …
Durch einen herausnehmbaren Boden sind die toten Insekten schnell und praktisch zu entsorgen.

Ganz wichtig: Das Gerät in luftiger Höhe postieren. Entweder auf einen Schrank stellen (hat sich bei meiner Mutter bewährt) oder mit Hilfe der mitgelieferten Gliederkette und eines Nagels an die Wand hängen. Dies gilt insbesondere, wenn man Tiere sein eigen nennt. Zwar befindet sich auf beiden Seiten des Gerätes ein Schutzgitter, doch vor allem Katzen oder auch Kinder können sehr einfallsreich sein und hier sollte man allein aus Schutzgründen das Gerät außer Reichweite in Betrieb nehmen – abgesehen davon, dass es am Boden an Effektivität einbüßt.

Die Leuchtstoffröhren, deren Licht die Mücken zuverlässig anzieht, sind übrigens für wenig Geld einzeln bestellbar*, sollten sie irgendwann den Geist aufgeben!

(3) Weiteres Insektenschutz-Zubehör

Die Klassiker unter den Insektenschutzmaßnahmen sollen nicht unerwähnt bleiben: Praktische Fliegen- und Mückengitter vor den Fenstern verhindern, dass Insekten überhaupt erst in das Haus gelangen.

Dabei empfehlen sich 2 Versionen. Entweder die mit Klettklebeband anzubringenden Fiberglasnetze*, die meist nur ein bis zwei Jahre halten, aber jederzeit wieder preisgünstig erneuert werden können. Oder die stabile Alurahmenversion*, die man in das Fenster hineinklemmt und die Jahre lang den Raum vor Insekten bewahren.
Übrigens: Anthrazitfarbene Netze sind am besten, da sie aus der Entfernung unsichtbar werden! Die schwarze Farbe wirkt also alles andere als störend, im Gegenteil.

Bei den Klettversionen sind für mich Markenprodukte deutlich besser nach mittlerweile 10 Jahren Herumprobieren. Die Billigprodukte, die ich getestet habe, waren insbesondere beim Klettklebeband minderwertig und zwar sowohl, was die Haftbarkeit auf dem Fensterrahmen angeht, wie auch der Kletteffekt, mit dem das Mückennetz auf dem Fenster halten sollte.
Bei Tesa sind die verwendeten Klebestreifen klebewirksam und halten auch, was sie versprechen (im wahrsten Sinne des Wortes). Nicht zu vergessen das Einsparen von derben Flüchen, wenn bei Billigware die Schutzfolie beim Entfernen vom Klebestreifen reißt und man sich totfummelt 😉

Die stabilen Alurahmen sind eine Handwerkerstufe höher, aber alles andere als eine Doktorarbeit. Mit dem links abgebildeten Produkt bin ich nach einigen Reinfällen anderer Anbieter sehr gut gefahren.
Die Anleitung erklärt vorbildlich, wie man das Fenster ausmisst und anschließend sägt man die Alurahmenstücke per Stich- oder Handsäge auf die passende Länge. Die Eckverbindungsstücke einstecken (die erfreulicherweise sehr, sehr stabil sind!) und am Ende das Fiberglasnetz ausbreiten und bequem mit dem mitgelieferten Werkzeug zusammen mit dem Gummiband in die Rille quetschen (die Fingerhalter nicht vergessen an den richtigen Stellen dazu einzubauen) – hält bombenfest mit dem Ergebnis, dass das Netz auch schön spannt und nicht herumflattert. Das überschüssige Netz mit einer Schere oder einem Teppichmesser abtrennen, fertig. Das stabile Gerüst lässt sich nun in das Fenster einhängen und man kann es im Winter wieder herausnehmen oder wann immer man das Fenster schließen möchte.

Auf die Haut aufzutragende Mittel gibt es auf dem Markt zuhauf. Leider wirken nicht alle wie versprochen. Die besten Erfahrungen habe ich mit dem zudem sehr kostengünstigen „Anti-Brumm Forte“* gemacht. Dies hat dann auch nicht ohne Grund in verschiedenen Tests als Spitzenreiter abgeschnitten. So beispielsweise auch im unvoreingenommenen Test der Wissenschaftssendung Quarks & Co.: Der Quarks-Test: Welches Mückenmittel wirkt am besten?
Hier scheint das nur bei Anti-Brumm forte verwendete Mittel Diethyltoluamid (kurz: DEET) am besten zu wirken und zwar für sage und schreibe 7 (!) Stunden. Zwar ist auch dieses wie bei allen Antimückenmitteln eine Art Nervengift, wirkt aber auch am besten. Wenn man es nicht zu häufig anwendet, ist es unbedenklich. Bei Kindern und Schwangeren sollte es allerdings nicht angewendet werden!

Schließlich gibt es noch die altbekannten Klebestreifen*, die man in eine Raumecke hängt. Diese sind zwar Einwegware, allerdings auch sehr kostengünstig und wirken zuverlässig als ergänzende Maßnahme. Die Produkte unterscheiden sich nicht großartig voneinander. Ich habe im Laufe der Jahre 5 unterschiedliche ausprobiert und konnte keinen Unterschied erkennen.

Sie kleben wie die Seuche (aufpassen beim Aufhängen: Nur an den Enden vorsichtig in die Länge ziehen), stinken am Anfang schon ein wenig (nimmt aber mit der Zeit deutlich ab) und man sollte sie regelmäßig auswechseln, wenn zu viele Fliegen daran kleben (Fliegen sind nicht doof. Oder würden Sie freiwillig fröhlich hüpfend zu einem Ort gehen, wo Leichen herumliegen?). Wenn Sie Fliegenleben retten wollen, dann verwenden Sie besser besser die Fliegenschutzgitter, damit die Insekten erst gar nicht ins Haus kommen.

Kaltwetter.com wünscht einen kühlen und mückenfreien Sommer und Herbst!