Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Während wir in Deutschland die Klimakatastrophe live bei 20 Grad und mehr ertragen, erfolgte in Bulgarien Ende Oktober ein Eisregen, den es in dieser Form wohl noch nie gegeben hat in dem Land.
Wenn man sich die Bilder schaut, scheint es schwer vorstellbar, dass es überhaupt irgendwann einmal ein solches Ausmaß an Eisregen auf diesem Planeten gegeben hat (alle Bilder © maxim im wzforum http://www.wzforum.de/forum2/read.php?8,2946675 – vielen Dank für solche einmaligen Eindrücke!):

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, ©  maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, ©  maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Maxim, der Autor der Bilder, berichtet im wzforum, dass es vorher eine lang anhaltende warme Phase gegeben hat, bevor ab dem 25.10. dann die Temperatur unter den Gefrierpunkt sank und der Eisregen einsetzte. Dies ist nicht verwunderlich, da die Schneedecke dieses Jahr in Russland äußerst früh sehr hoch ist und die Wetterlage dann rasch umschwenkte und als Folge ein Eis-Szenario hinterließ, das einem vorkommen mag wie die Rache der Eisgötter an der Klimakatastrophe 😉

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Der Autor der Bilder berichtet weiter, dass er in seiner Lebzeit niemals einen solchen Eisregen erlebt hat.
Wie entsteht eigentlich Eisregen?
Es handelt sich hierbei um Regentropfen, die kälter als 0 Grad sind, aber aus physikalischen Gründen (Thermodynamik) nicht gefrieren. Wenn diese unterkühlten Regentropfen jedoch einer Erschütterung ausgesetzt werden, erstarren sie blitzartig im gleichen Moment zu Eis. Dies ist natürlich der Fall wenn sie auf dem Boden oder Objekten auftreffen.

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Sieht man sich die Bilder aus Bulgarien an, so fällt die besondere Dicke der Eispanzer auf. Diese konnte nur entstehen, weil der Niederschlag mit etwa 40 mm pro Quadratmeter sehr umfangreich war und sich die Temperaturen drei Tage lang unterhalb des Gefrierpunktes bewegten.

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Eisregen kommt in unseren Breiten relativ selten vor und ist häufiger in subpolaren Gebieten anzutreffen. Insofern dürfen wir für diesen Extremwettervorfall sehr dankbar sein, auch wenn das Leben der Bewohner durch das Eis sehr beeinträchtigt war. So ließ der Bürgermeister die Umgebung des Shumen-Plateaus im Nordosten Bulgariens wegen der Gefahr sperren. Dem Autoren maxim gebührt unser Dank, dass er dennoch die Risiken auf sich nahm, zeitlose Schönheit festhielt und wir diese staunend betrachten dürfen.

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Ob Eisregen aufgrund der Klimakatastrophe weiterhin zunimmt oder überhaupt mit der globalen Erwärmung zusammenhängt, ist strittig und hängt von einem Zusammenspiel vieler Faktoren zusammen.
Sieht man sich die Bilder an, kommt man nicht umhin, sich solch eine Landschaft auch einmal in Deutschland zu wünschen – Gefahr hin oder her. Allerdings gehöre ich auch nicht zu jener Fraktion, die hysterisch aufschreit, wenn Störfaktoren das gesellschaftliche Leben für einen kurzen Moment aus der Ruhe bringen. Dass sich Eisregen länger als ein, zwei Tage hält, ist ohnehin beinahe unmöglich.
Der gemeine deutsche Autofahrer wird aus seinem Dauerwärmebiotop ohnehin bereits aufgeschreckt, wenn er auch nur eine einzelne Schneeflocke fallen sieht, bevor ihm dämmert, dass bei 20 Grad gar kein Schnee fallen kann und es sich um einen Kohlweisling-Schmetterling mit Hitzeschlag handelt, der vom Himmel torkelt 😉

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim at wzforum.de
Eisregen in Bulgarien, 28.10.2014, © maxim im Forum der Wetterzentrale.de

Beschließen wir diesen Artikel aus Schönheit und nicht ganz ernst gemeinten Rachegefühlen mit einem Hinweis auf ein Video des Autoren der Bilder, welches ebenso eindrucksvoll einen Moment ewiger Schönheit festhält: