In Indien ist regelmäßig im heißen Frühling mittlerweile die Klimakatastrophe in Form von mindestens hunderten Hitzetoten eine bittere Realität geworden.
In Indien ist regelmäßig im heißen Frühling mittlerweile die Klimakatastrophe in Form von mindestens hunderten Hitzetoten eine bittere Realität geworden.

Indien erlebt ein menschliches und klimatisches Desaster. Eine endlose Hitzewelle mit Temperaturen von 40 bis stellenweise 50 Grad lässt die Menschen zu hunderten sterben. Schätzungen gehen mittlerweile von 1000 Toten aus, die tatsächlichen Zahlen scheinen noch deutlich höher zu sein und die Hitzewelle geht weiter.

Ist die Klimakatastrophe die Ursache oder nicht?

Leider liest man in der Presse oft nur extreme Nachrichten. Zwischen der Behauptung, die Klimakatastrophe hätte nichts damit zu tun (ohne Belege zu liefern) bis hin zu Zuspitzungen, dass die Hitzewelle in Indien diesen Sommer auch Europa treffen wird (ebenfalls ohne Belege zu liefern), stellen diese irrwitzigen Nachrichten nichts weiter dar als der primitive Versuch, die Auflage durch Katastrophenmeldungen zu steigern.

Sehen wir uns historische Daten an, so wird z. B. im Jahr 1960 in Kalkutta 39 Grad als höchste Temperatur im April gemessen. Selbst vor der Klimakatastrophe ist Indien nun einmal nicht das Island des Äquators, sondern ein sehr heißes Land, vor allem im Süden, wo der Äquator nicht mehr ganz so weit entfernt ist.

Vergleichen wir mit diesem Wissen die seit Wochen anhaltende Hitzewelle und die aktuelle Vorhersage für Kalkutta von GFS (man beachte die rote Temperaturkurve, drittes Feld von oben):

Klimatische Daten von Kalkutta/Indien für die nächsten Tage, u.a. mit Bodentemperaturen; © wetterzentrale.de, Daten: GFS
Klimatische Daten von Kalkutta/Indien für die nächsten Tage, u.a. mit Bodentemperaturen; © wetterzentrale.de, Daten: GFS

Wir sehen also, dass die Lage sich nicht bessert, sondern anhält und evtl. sogar noch schlimmer wird mit vermutlich immer mehr Hitzetoten – eine klimatische und menschliche Katastrophe.

Selbstverständlich ist die Klimakatastrophe die Ursache!
NICHT, weil es eine Hitzewelle gibt, sondern die Dauer und Stärke ist ungewöhnlich und eine direkte Folge der anthropogenen, also vom Menschen verursachten Veränderungen.

Was verstärkt die tragische Hitzewelle in Indien?

Tausendfach belegt sind die Messungen der Atmosphäre, wieviel Treibhausgase diese beinhaltet. Das Gute für die Wissenschaft: Das Treibhausgas verteilt sich rund um den Globus, egal ob das CO2 aus einem Auto in Japan oder einer Fabrik in den USA stammt. Die Werte steigen bedenklich, wenn man den gemessenen Anteil allein von CO2 in der Atmosphäre grafisch darstellt:

CO2-Gehalt der Atmosphäre in ppm (Teile pro Millionen), die Schwankungen ergeben sich aus den Wechseln der Vegetationsperiode; © NOAA, http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/
CO2-Gehalt der Atmosphäre in ppm (Teile pro Millionen), die Schwankungen ergeben sich aus den Wechseln der Vegetationsperiode; © NOAA, http://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/

Treibhausgase wie das CO2 haben, vereinfacht gesagt, die Wirkung eines Wärmeverstärkers, indem jeder Sonnenstrahl in seiner Energiemenge gesteigert und so die Erde aufgeheizt wird. Auf Indien angewendet bedeutet dies: Die aktuelle Hitzewelle hätte 1960 nicht diese Ausmaße annehmen können, weil die Energieleistung der auf der Erdoberfläche auftreffenden Sonnenenergie niedriger war. Die Temperatur wäre also nicht so hoch gegangen wie aktuell zu beobachten.

Darstellung der globalen Jet-Streams, U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration, Public Domain
Darstellung der globalen Jet-Streams, U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration, Public Domain

Auch die Dauer der Hitzewelle ist eine Folge der Klimakatastrophe.
Warum? Einige Studien haben bereits seit einiger Zeit eine Veränderung der Jetstreams, also der Hochgeschwindigkeitswinde in großer Höhe festgestellt. Die Jetstreams werden durch die Klimakatastrophe langsamer, wodurch sich Wetterzustände langsamer verändern und sich bestehende Zustände verstärken, so auch Hitzewellen (Artikel hierzu: http://byjrdp.myraidbox.de/hitzewellen-werden-durch-veraenderungen-des-jetstreams-wahrscheinlicher/).
Es gibt nämlich nicht nur den Jetstream am Polarkreis, den kaltwetter.com immer argwöhnisch beäugt, weil Troglagen im Sommer Kühle und im Winter herrliche Kälte bescheren, sondern auch den subpolaren Jetstream, der in Indien vermutlich durch Anomalien, die in der Klimakatastrophe begründet sind, die aktuelle Hitzewelle verstärkt.

Indische Verhältnisse in Deutschland?

Deutschland ist nicht Indien. Leider muss man angesichts der Entwicklungen feststellen, dass solche Hitzewellen in der mittleren oder fernen Zukunft auch in Deutschland geschehen können und das Jahr 2003 ist ein mahnendes Beispiel in eine Zukunft, die nicht mehr lebenswert sein wird: http://www.spiegel.de/einestages/jahrhundertsommer-2003-eine-der-groessten-naturkatastrophen-europas-a-951214.html. Die offiziellen Statistiken ergeben ca. 70.000 Hitzeopfer (die oberen Reihen zusammengerechnet in Europa 2003): http://de.statista.com/statistik/daten/studie/155010/umfrage/anzahl-der-weltweiten-todesopfer-infolge-von-hitzewellen/.

Bereits jetzt gibt es seit Jahren Dürren in Deutschland, vor allem im Frühling und Sommer: http://byjrdp.myraidbox.de/jetzt-auch-offiziell-klimakatastrophe-gefaehrdet-deutschland/.
Diese Entwicklung wird sich durch die ungebremste Zunahme an Treibhausgasen in der Atmosphäre verschärfen, derweil Klimakonferenzen applaudierend den Untergang der Menschheit begleiten und sich Sommerfetischisten schulterklopfend zum Mord an den nachfolgenden Generationen beglückwünschen.

Dies sind die Fakten und die Belege beweisen eindeutig, dass die globale Erwärmung immer weiter geht: http://byjrdp.myraidbox.de/klimabilanz-2014-alarmschrillende-klimakatastrophe-fuer-taube-sommerfetischisten/

Sollten sich alle seriösen Wissenschaftler irren, dann wäre es mir eine Ehre und eine Freude, meinen Irrtum zuzugeben, doch momentan sieht es anhand der überwältigenden Fakten so aus, dass wir Menschen uns selbst austilgen und Indien nur ein mahnendes Beispiel sein wird und nicht das erste.

Die Katastrophe wird natürlich nicht schlagartig über uns kommen, sondern in Wellen, weil bestimmte Faktoren wie die Sonne für eine sinuswellenartige Entwicklung sorgen.
Meine persönliche Prognose lautet wie folgt: Für die Zukunft sehe ich bis 2022 aufgrund der Sonnenfleckenminimierung eine Reduzierung der Temperaturen in Deutschland aufgrund meridionaler Wetterlagen, wie wir sie bisher in diesem Jahr erleben und somit eine Wetterlage wie in den 1970er und 1980er Jahren haben – wenngleich die Erwärmung mit ca. 0,5 bis 1 Grad über dem Mittel 1961-1990 immer noch vorhanden ist, aber geringer als 2014 ausfällt.

Nach 2022 erwarte ich jedoch eine Naturkatastrophe, wenn die Anzahl der Sonnenflecken ansteigen sollte (und keine „Kleine Eiszeit“ mit einem Abbruch der Sonnenflecken erfolgen würde) und ein Hitzesprung erfolgen wird, der alles Dagewesene in den Schatten stellt.

Hoffen wir, dass es nicht so kommen wird und mein Skeptizismus sich hier irrt. Dummerweise musste ich bisher immer am Ende konstatieren, dass ich recht hatte. Dabei wäre es mir ein Vergnügen, wenn ich endlich bekunden könnte, ich habe mich vollständig geirrt, denn dies würde für uns alle bedeuten, dass wir nicht in der Hitze krepieren werden und Natur, Erde und Sonne die Klimakatastrophe auf eine bisher nicht zu erblickende Weise auf Null reduzieren würden. Da ich kein Esoteriker bin, der seinen Glauben mit Wissen gleichsetzt, bin ich gezwungen, mich an die Fakten zu halten. Und jeder, der über wissenschaftliche Bildung verfügt, sieht die Wahrheit – Klimalügnern mit esoterischen Thesen zum Trotz.

Presseberichte über die Hitzewelle:
http://www.zeit.de/wissen/2015-05/indien-hitzewelle-fs
http://www.spiegel.de/panorama/indien-800-menschen-sterben-an-folgen-der-hitzewelle-a-1035681.html
http://www.tagesschau.de/ausland/hitzewelle-indien-109.html
http://scienceblogs.com/gregladen/2015/05/26/heat-and-death-in-india-global-warmings-direct-effect/

  • Zoppo Trump

    Ja nach 2022 wirds wohl die Hölle werden. Aber erst mal sehen ob bis dahin noch was positives passiert oder alles doch ganz anders kommt als wir jetzt denken. Machst aber immer gute Ausblicke und Prognosen Michael, weiter so 😉
    Werde immer fleißig deine neuen Beiträge lesen und mich weiter auf die diesmal „es muss diesmal klappen“ kalte Jahreszeit freuen. Aber ich hoffe nicht das es wieder kommt wie es heißt das die Vorfreude größer war als dann die Gegenwart im Herbst und Winter.

    • Danke, Tim 🙂
      Noch sind wir nicht im Jahr 2022 😉 und ich hoffe ja auf Sonnenfleckenzyklus 25 mit einem Totalabbruch der Sonnenflecken. Prognosen gibt es dazu noch nicht, außer vagen Vermutungen der Wissenschaftler.
      Was den Sommer angeht bin ich bis auf Juni optimistisch, wenn auch nichts, aber wirklich nichts vorhersagbar ist dieses Jahr dank El Nino. Die Chancen auf einen regnerischen Juli und August stehen aber wohl nicht schlecht.
      Auch der Herbst wird wohl, wenn sich die Tendenz dieses Jahres fortsetzt, kühler ausfallen als 2014 (wärmer geht ja nicht mehr mit stellenweise kranken 5 Grad über dem Mittel). Insofern bin ich ungewohnt optimistisch. Mal sehen wie lange dieser Gemütszustand anhält lol

    • In Sachen Japan und Vulkan ist der Shindake ausgebrochen: http://www.spiegel.de/panorama/japan-vulkan-shindake-auf-insel-kuchinoerabu-ausgebrochen-a-1036134.html
      Leben nur 137 Menschen auf der Insel im Süden Japans, 9 km hohe Aschewolke, somit keine globalen Auswirkungen, vermutlich VEI 3.

      • Zoppo Trump

        Könnte ruhig höher fliegen die Asche, schade.

        • Die meisten Ausbrüche sind halt mickrig. So richtig große mit VEI 5 kommen nur alle sagen wir mal 25 Jahre vor, vielleicht auch seltener. Die letzten waren 1992 Pinatubo und 1980 Mount St. Helens.

  • Blizzard

    Ja, der Juni… du hast es schon angesprochen. Da wird wohl erstmal hohes Geopotenzial über Deutschland gelangen und sich im schlimmsten Fall ein Bodenhoch nach dem anderen regenerieren. Aber momentan macht GFS was es will und das Wetter ja sowieso. Aber GFS schließt die Möglichkeit von Kaltlufttropfen und Ost Lagen nicht aus und was sehr wahrscheinlich ist. Zwischen den Hochs gibt es immer wieder kleine Tiefdruckgebiete mit Gewitterpotential http://www.wetterzentrale.de/pics/Rtavn19811.gif (Schaun wir mal was davon in einer Woche noch übrig ist)

    • Wird spannend, was? Zwischen Hitze-Langfrist und Schafskälte (die ja 2x auftritt). Daumen drücken!

      • Blizzard

        Und die Nachrichtensprecher werden wieder sagen am späten Abend sind von Westen her vereinzelt Gewitter möglich und ich denk mir das ist ne Lage die gibts vielleicht ein zwei Mal im Jahr. Naja.. Weißt du was das für ne Karte st bzw. was sie aussagt http://www1.wetter3.de/Animation_12_UTC_05Grad/192_27.gif

        • Hardcore-Meteorologie vom Profi ist das ^^
          Soweit ich das verstehe: Die Labilität in der Troposphäre und somit das Gewitterpotential. Je negativer desto höhere Wahrscheinlichkeit und höhere Energie (in Joule/kg). Hier für den 06. Juni prognostiziert. Aber du kannst gerne noch mehr detaillierten Senf dazu geben, es lesen ja genug Leute mit, die das auch verstehen möchten und wir lernen hier ja alle gerne hinzu.

  • HaMa1975

    War gerade auf den Wetterseiten und hätte beinahe meinen Kaffee gegen den Bildschirm gesprüht! +36 Grad hier am Niederrhein, danach feucht-heiß mit Unwettern. Zum Glück hat der Körper, sofern bei dieser Hitze möglich, zumindest etwas Zeit, sich an den Umschwung anzupassen. Hier der Verlauf: Montag: +15, Dienstag: +19, Mittwoch: +23, Donnerstag: +26, Freitag: +29, Samstag (mein inoffizieller Todestag): +36 Grad im Schatten. Ich wette, daß sich mittags eine Horde von UV-Zombies in der Sonne tummeln, um auf einen Liegestuhl die +60 Grad in der Sonne ausgiebig zu genießen. 😉

    • Jep ich habe noch mit der nächsten Prognose gewartet, aber das sieht wieder nach Klimakatastrophe aus, 12 Grad über dem Mittel mit Ende offen, Indische Verhältnisse in Deutschland. CFS hatte wieder recht und hat nur Warmläufe produziert im Juni. Das wird die Hölle. 4 Wochen Keller und Klimaanlage. Sollte CFS aber auf die Summe aller Läufe recht haben, so könnten Juli und August eine Erlösung bringen.

  • Kältefreak

    Himmel hilf, bis zu 35 Grad!!!!! in einer Woche im Raum Köln und Südhessen, dass hätts jetzt nicht gebraucht. Die armen Bauern in dieser Region dürften vor Existenzängsten kaum mehr ein Auge zu bekommen.Was bahnt sich da nur an für die nächsten 2!!!!! Wochen. War die Brachialität dieser Horrorentwicklung aus den Karten ersichtlich ( bin nicht wirklich Wetterkarten kundig….) oder ist das jetzt ein aüfbäumen aus dem Nichts….
    so ein Elend aber auch,was läuft da schief..!?!?

    • Nun ja, es wird Sommer, da hilft ja alles nichts, da müssen wir alle zusammen durch. Und der Juni wird wohl der schlimmste Sommermonat werden, genau wie 2014 auch. Da kann man nur beten, dass sich die Langfrist momentan (!) nicht irrt und Juli und August besser werden. Deprimierend ist es dennoch. 2 Hitzewellen hatten wir schon im Frühling, jetzt kommt die dritte bis zehnte? Wenn wir mal als Ausgleich wenigstens so viel Kältewellen im Winter hätten mit minus 20 Grad!

  • Zoppo Trump

    Ja hab das heut morgen auch gesehen mit den 34 Grad bei mir. Aber wünsche mir das es wieder nach unten korrigiert wird. Wenn die 34 Grad am Samstag kommen sollten, dann muss ich zumindest nicht in der Hitze arbeiten. Hoffe auf nicht so extreme Werte wenn ich arbeiten muss, denn das ist die Hölle!!!

    • Ich habe Mitleid mit jedem, der unter diesen Bedingungen arbeiten muss. Ich bin ja schon am Ende wenn ich im Keller mit laufender Klima ächze. 3 Monate im Jahr Lebensvergeudung weil kein Leben möglich ist. Wie man so was toll finden kann, wird mir lebenslang ein Rätsel bleiben.