Die Wintergöttin reicht uns immer wieder die Hand, doch wie in einem Alptraum können wir sie nicht erreichen.
Die Wintergöttin reicht uns immer wieder die Hand, doch wie in einem Alptraum können wir sie nicht erreichen.

Der Winter 2015/16 war in vielen Regionen und in der Gesamtsumme betrachtet, ein Mildwinter und ein Riesenreinfall! (Meine Analyse: So war der Winter 2015/16: Der Anfang vom Ende für alle zukünftigen Winter?)
Dr. Judah Cohen vom AER in den USA hat sich nun an die wissenschaftliche Nachbetrachtung begeben und höchst interessante Schlussfolgerungen gezogen, die einleuchten und die ich selbst auch für die zukünftigen Jahre berücksichtigen werde. Auch für die zukünftigen Winter hat Dr. Cohen eine handfeste Prognose parat.

Doch zunächst einige grundsätzliche Worte zum ewigen Streit, ob sich eine Langfristwinterprognose überhaupt lohnt, bevor wir zum Winter 2015/16 gehen und rückwirkend eine Lupe auf den Mildwinteralptraum richten. Wie konnte es trotz der niedrigen Sonnenflecken und trotz eines CP El Niño, der ja Kaltwinter mehrheitlich begünstigt, zu einem solchen Supermildwinter kommen?

Winterprognosen: Unseriöse Hoffnungsmacher oder in Arbeit befindliche Optimierung?

Dr. Cohens intensive Forschungen führten zu der Erkenntnis, dass bestimmte Faktoren das Winterklima der nördlichen Hemisphäre prägen. Diese Erkenntnisse widersprechen in vielen Aspekten den herkömmlichen Prognoseleitlinien, haben sich aber am Ende als deutlich überlegen gezeigt, so auch in diesem Winter.

Man muss sich als Laie dies auch einmal genauer vorstellen: Der Winter ist so komplex, dass eine Prognose im Grunde unmöglich ist, wie es auch Jörg Kachelmann immer wieder betont. Kleinste Detailänderungen im Wettersystem führen innerhalb von Tagen zu Änderungen, die das Klima von Dauerfrost zu 15 Grad wechseln lassen. Insofern stimmt die Einschätzung, dass Langzeit-Prognosen für den Winter Augenwischerei und Hoffnungswahrsagerei sind.

Korrekte Vorhersage: CFSv2 (NOAA) für Dezember 2015!; © NOAA
Korrekte Vorhersage: CFSv2 (NOAA) für Dezember 2015!; © NOAA

Jetzt kommt das große „Aber“.
Diverse Stratosphärenmeteorologen, wie auch die „Wetterleuchte“ in diversen Wetterforen haben gezeigt, dass – wenn auch nicht im Detail – die grobe Richtung des Winterklimas durchaus erfolgreich vorhergesagt werden kann, solange man eine bestimmte Varianz akzeptiert. Mit anderen Worten: Man kann nicht vorhersagen, ob es in Deutschland, geschweige denn in Tropenhessen oder Berlin in einer Hälfte eines Wintermonats zu Schnee kommen kann und die Temperaturen exakt auf den Punkt 0 Grad oder 5 Grad betragen.

Ich schließe daraus, dass es durchaus Sinn macht, Langfristprognosen zu erstellen, um ein generelles „Gefühl“ für den Winter zu bekommen. Wenn man auch nicht jedes Monatsdrittel jedes Wintermonats exakt vorhersagen kann, so kann man sehr wohl die Wahrscheinlichkeiten beziffern, ob am Ende eher ein normaler, kalter oder milder Winter in der Summe stehen wird.
Im Winter selbst sind die Mittelfristprognosen von Dr. Cohen dann auch sehr gut gewesen, dass man trotz anderweitiger Zeichen zumindest kurzfristige Kaltperioden wie jene im Januar sehr gut voraussagen konnte.

Das Ziel kann also nur sein, das bisher durchaus als spärlich zu bezeichnende Wissen zu erweitern, zu lernen und immer besser zu werden, wie es ja die Wissenschaft auch stets anstrebt. Und genau dies hat Dr. Cohen im Sinn. Dass bei ihm handfeste monetäre Motivationen auch eine Rolle spielen (das AER-Institut bietet seine Profileistungen für Unternehmen an, die auf exakte Klimaprognosen angewiesen sind), ist der Sache nicht hinderlich, sondern wie immer beim Menschen höchst förderlich.

Welche Erkenntnisse und Schlussfolgerungen hat Dr. Cohen nun für den vergangenen Winter gezogen?

Die Thermometer des Winters: See-Eis, Schneedecke, Polarwirbel und Sibirenhoch

Dr. Cohen verwendet für seine Prognosen im Gegensatz zu anderen Wissenschaftlern ein einzigartiges Modell.
Das See-Eis der Arktis und generell die Schneedecke im Oktober auf dem eurasischen Kontinent stellen dabei ein entscheidendes Kriterium dar. Diese sind direkt verbunden mit der Entwicklung des für unseren Winter äußerst wichtigen sibirischen Hochs, dadurch die Entwicklung eines labilen Polarwirbels und somit einer negativen Arktischen Oszillation (AO). Das bedeutet: Die Entwicklung einer negativen AO sieht Dr. Cohen völlig losgelöst vom Effekt eines CP El Niño!

Wirkungsweise von Schneedecke in Eurasien und der Arktischen Oszillation
Wirkungsweise von Schneedecke in Eurasien und der Arktischen Oszillation

Schematisch dargestellt sieht das im Überblick folgendermaßen aus:

Oktober: Hohe Schneedecke in Eurasien
-> Entwicklung eines Sibirienhochs (Schnee führt zu Hochdruckgebieten)
-> Erhöhter Wärmefluss von der Troposphäre in die Stratosphäre
-> Polarwirbel wird gestört und labil = negative AO
-> der instabile Polarwirbel bildet Wellen aus. Diese Tröge legen sich mit arktischer Kaltluft bei günstiger Wetterlage über Europa

Mehr noch: Folgende Aspekte über den Oktober hinaus fördern einen Kaltwinterbegünstigenden Effekt.
* Nicht viel, sondern WENIG See-Eis in der Arktis
* Feuchtes Klima in Südeuropa und im mediterranen Raum, aber
* Trockenes Klima in Skandinavien
* Später Herbst/Winter: See-Eis in der Barentsee – wenig See-Eis begünstigt die Stärkung des Sibirienhochs und damit einen Kaltwinter.
* Das Sibirienhoch muss nordwestlich des Zentrums expandieren und/oder generell sich stärken, um Europa Winter zu bringen.

Umgekehrt ausgedrückt: Gibt es wenig Schneebedeckung im Oktober in Eurasien (Sibirien/Russland), viel See-Eis im November in der Barentsee und ein schwaches Sibirienhoch, dann ist ein Mildwinter vorprogrammiert.

Fazit: Das Sibirienhoch ist für die Nordhalbkugel der ultimative Gefrierschrank und Indikator für den Winter!

Warum scheiterte der Winter 2015/16?

Wie in meinen damaligen Winterprognosen im Herbst 2015 dargestellt, waren die Bedingungen für einen Kaltwinter optimal. Dr. Cohens Parameter lagen ebenso im deutlich günstigen Bereich: Die Schneedecke in Eurasien im Oktober 2015 war die vierthöchste seit 1972! Und auch das See-Eis der Barentsee im November 2015 belief sich auf den drittniedrigsten Stand seit 1972.

06.11.2015: Die eurasische Schneedecke im Oktober sah gut aus. Trotzdem scheiterte der Kaltwinter!, © NOAA
06.11.2015: Die eurasische Schneedecke im Oktober sah gut aus. Trotzdem scheiterte der Kaltwinter!, © NOAA

Vor allem zwei Aspekte durchkreuzten die Auswirkungen der Folgen aus diesen günstigen Voraussetzungen:
(a) El Niño und die daraus erfolgende Hitze der Ozeane
(b) die westliche QBO-Phase, die unterschätzt wurde.

Ein Detailblick offenbart Erstaunliches, was den frühen Winter 2015 angeht: Die Wärmeübertragung von Troposphäre in die Stratosphäre als Voraussetzung eines Major Warmings funktionierte als Folge der Schneebedeckung und dem niedrigen See-Eis sowie dem starken Sibirienhoch perfekt.
Eigentlich hätte dies einen Kaltwinter für Europa garantiert. Aber dann entdeckte Dr. Cohen etwas Verblüffendes: Die Vektoren, also Richtungen, die diese Wärme nahm, erfolgte nur zu einem Bruchteil in Richtung des Nordpols, wo sie den Polarwirbel schwächen sollte (sobald dieser labil wird, ergeben sich Tröge und fluten Deutschland im günstigen Fall mit arktischer Kälte).
Der Großteil der Vektoren aber führte die Wärme völlig untypisch nicht zum Pol, sondern in die entgegengesetzte Richtung, zum Äquator! Der Großteil der Wärme, die den Polarwirbel also schwächen sollte, kam überhaupt nicht an und das stärkte sogar den Polarwirbel, womit er die Kaltluft von Europa wie eine Mauer abschirmte statt „zu lecken“.

Jetzt stellt sich die Frage, warum die Wärmevektoren falsch liefen. Dr. Cohen vermutet mit hoher Wahrscheinlichkeit die Gründe in der westlichen QBO-Phase. Wir erinnern uns: Die Quasi-biennale Oszillation beschreibt die Winde in der Stratosphäre, die etwa alle 2 Jahre (daher „biennal“ = zweijährig) ihre Richtung wechseln. Während in der Troposphäre am Boden bekanntlich wir in einer mehr oder weniger Dauerphase westlicher Winde durch den Atlantik eingebunden sind, sieht dies in der höheren Stratosphäre anders aus!
In einer Phase, in der östliche Winde in großen Höhen vorherrschen, werden kaltwintergünstige Auswirkungen für Europa gesehen. In einer westlichen Phase wird ein Mildwinter begünstigt.

Aktuelle QBO-Phase: Westwind (dunkel schraffiert). © <a target="_blank" href="http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/qbo/">FU Berlin</a>
Aktuelle QBO-Phase: Westwind (dunkel schraffiert). © FU Berlin

Wie es aussieht, wurde die QBO deutlich unterschätzt und zu unserem Unglück hatte die QBO erst im Herbst 2015 die Richtung zyklisch von Ost auf West geändert. Ein weiterer Sargnagel bei unserer ewig enttäuschten Hoffnung auf Winter, aber auch ein Beleg, wie viele Faktoren zusammen kommen müssen, damit das geografisch benachteiligte Europa einen Kaltwinter bekommt: Sibirienhoch, große Schneedecke, niedriges See-Eis, östliche QBO, labiler Polarwirbel und dann auch noch eine entsprechend günstige Großwetterlage, die die Kälte zu uns führt und nicht an uns vorbei!
Die QBO-Phase wird, da sie ja 2 Jahre anhält, im (verfluchten) Westwindstatus bis 2017 bleiben und somit sich ungünstig für den Winter 2016/17 auswirken plus La Niña mit negativen, milden Auswirkungen …

Dr. Cohen hat aber noch eine schlechte Nachricht für uns Europäer.
Der „kalte Fleck“ im Nordatlantik, den auch Dr. Cohen als Folge der Grönland-Eisschmelze und als eine Abschwächung des Golfstroms (genauer: Eine Verlangsamung der thermohalinen Zirkulation, also der AMOC) sieht, führt zu einer Veränderung der Luftströme. Diese stärken den Jetstream im Winter, womit Europa im Westfluss warmer Atlantikwinde verbleibt.

Verlauf (schwarz) und Prognose (rot) der Nordatlantischen Oszillation (NAO). Ein dauerpositiver Klimaalptraum durch den "Kalten Fleck"?, © NOAA - http://www.cpc.ncep.noaa.gov/
Verlauf (schwarz) und Prognose (rot) der Nordatlantischen Oszillation (NAO). Ein dauerpositiver Klimaalptraum durch den „Kalten Fleck“?, © NOAA – http://www.cpc.ncep.noaa.gov/

Diese Aussage ist jedoch noch ungenau. Es bedeutet, dass TROTZ einer negativen AO und eines labilen Polarwirbels (der ja durch den Jetstream begrenzt wird) Europa oft dennoch nicht im Trogbereich landet, weil der Atlantik mit dem „Kalten Fleck“ regional den Jetstream nur für Europa wieder stärkt. Auf gut deutsch: Das ist die ultimative Arschkarte für uns. Und das ist auch der Grund, warum ab einer gewissen Entfernung vom Atlantik ab Osteuropa es ebenso kalt wird wie in der entgegengesetzten Richtung in den USA. Europa liegt somit fast immer im Wärmebereich, weil selbst bei Troglagen und negativer AO die Lage auf dem Atlantik mit dauerpositiver NAO daherkommt eben aufgrund der Stärkung des Jetstreams durch den „Kalten Fleck“ und Troglagen „glattgebügelt“ werden bis einschließlich Westeuropa. Die bekannte Troglagenstudie und dieser Forschungsgegenstand des PIK hatte ich bereits 2015 vorgestellt: Der Golfstrom schwächelt und Deutschland versinkt deswegen in Hitze?

This remains an open debate, but the “cold blob” in the North Atlantic has been associated with a strengthened north-south temperature gradient a strengthened Jet Stream a stubbornly positive NAO and a mild Europe. If nothing changes by next winter I feel it is hard to forecast other than more of the same.

(Es wird eine offene Diskussion bleiben, aber der „kalte Fleck“ im Nordatlantik wird mit einem gestärkten Nord-Süd Temperaturgradient, einem stabileren Jetstream und einer geradezu störrisch positiven NAO [North Atlantic Oscillation] sowie einem milden Europa assoziiert. Wenn sich im nächsten Winter nichts daran ändern, halte ich es für unwahrscheinlich, andere Prognosen aufzustellen als diese, die immer in die gleiche [milde] Richtung gehen.)
Dr. Judah Cohen

Ob sich das ändert, sobald der Kalte Fleck sich ausweitet oder sogar der Golfstrom abbricht, wird sich zeigen. Die derzeitigen wissenschaftlichen Annahmen gehen allerdings entweder von keinem Abbruch aus (was für uns lebenslange Mildwinter bedeuten würde, da der Kalte Fleck vermutlich bleibt) oder von einem Abbruch des Golfstroms erst nach dem Jahr 2100, was wir nicht mehr erleben werden.

Viel schlimmer geht es eigentlich nicht mehr. Ich wünschte, ich könnte hier etwas anderes schreiben, aber die Analysen zeigen den ultimativen Worst Case, wie er klimatisch gleichbedeutend mit einem 6er im Lotto* für Sofeten ist.
Die einzige Hoffnung, die uns bleibt, ist, dass sich auch das Klima und seine Entwicklungen überraschend ändern können und letztlich unvorhersehbar bleiben. Der aktuelle, seriöse und belegte Stand deutet allerdings trotz niedrigem Sonnenfleckenstand auf den Ausfall von Winter für Westeuropa (abgesehen von Episoden und dem Bergland) in der Summe.

Dr. Cohen: El Niño wird für den Kaltwinter überbewertet! Uns erwarten Dauermildwinter

Bezüglich der Prognosen, vor allem von CFS, bemängelt Dr. Judah Cohen, dass diese offenbar massive Schwächen bei der Stratosphären-Meteorologie aufweisen und auch bei der Auswirkung des Wärmetransports von der Troposphäre in die Stratosphäre (sog. TST-Coupling-Event) als Vorstufe eines Major Warmings. Das Ergebnis waren in der Reihe eher schlechte Prognosen seitens CFS bezüglich der Geopotentialvoraussagen. Wie ich selbst gezeigt hatte, waren die Temperaturvorhersagen eines milden Winters allerdings nur von CFSv2 (NOAA) korrekt vorhergesagt worden – auch in Kontrast zu Dr. Cohens Prognose.

Before the winter I stated that in contrast to other forecasters the strong El Niño lowered my confidence in the winter forecast and did not increase it.

(Vor Beginn des Winters sagte ich bereits im Unterschied zu anderen Prognosen, dass der starke El Niño meine Zuversicht in eine [kalte] Wintervorhersage reduzierte und nicht etwa erhöhte.)
Dr. Judah Cohen

Beim El Niño hat sich gezeigt, dass die Annahme, ein CP El Niño allein würde zu einer Destabilisierung des Polarwirbels beitragen, zu simpel und daher falsch ist.
Vielmehr hat sich gezeigt, dass die o.g. Faktoren von eurasischer Schneedecke, See-Eis und Sibirienhoch deutlich wichtiger einzuordnen sind, wie auch die QBO. El Niño hat trotz seines CP-Charakters durch das Aufheizen der Ozeane genau den gegenteiligen Effekt bewirkt: Eine Zerstörung der günstigen Faktoren, die uns einen Kaltwinter gebracht hätten.
Zudem wird offenbar die QBO-Phase deutlich unterbewertet.

Dr. Cohen wirkt ebenso geschockt wie alle anderen, was diesen seltsamen Winter 2015/16 angeht. Die natürliche Klimavariabilität nennt er folgerichtig als Gewinner und aus seinen Worten klingt beinahe Resignation, wenn er sagt, dass die Beherrschung und Berechnung des Chaos sein Metier ist. Trotzig nimmt er den Kampf auf, um mit den Erkenntnissen aus jedem Winter immer weiter voran zu kommen.
Die Erkenntnisse sind schlüssig und gut belegt, auch mit anderen Studien (ich hatte mehrfach auf die Problematik des Kalten Flecks für Deutschland und Europa hingewiesen, die ja internationaler Forschungsgegenstand ist, wie das PIK 2015 kommuniziert hatte). Leider bilden sie für uns ein unglaubliches, rational kaum begreifbares Alptraumszenario ab: Kaltwinter wird es in Zukunft in Deutschland und Westeuropa im Flachland und im Mittel der drei Wintermonate nicht mehr geben! Punkt. Die Klimakatastrophe wirkt. Und selbst die Hoffnung gebenden Ansätze wie die Schwächung des Golfstroms führen so am Ende zu weiteren Negativfolgen statt zu der erhofften Abkühlung, sodass unserer Generation am Ende nichts weiter bleibt als zu brennen und auf die sprichwörtlichen Tropfen auf dem heißen Klimastein zu warten. Bis der kühle Tod uns von unseren vergeblichen Hoffnungen irgendwann erlösen wird. Mir wird es sicher nicht schwerfallen, loszulassen, wenn der letzte Tag enden wird …

Wer diesem düsteren Szenario nicht folgen mag, dem sind Klimafluchturlaube zu empfehlen. Im Winter gibt es wohl nur noch einen Ort, der unabhängig von Prognosen Winter bieten kann: Island!




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  • Sandra Ditt

    Toller und selbst für mich als Wetterlaie verständlicher Artikel. Danke Michael. – Deutschland/Europa einig Sofetenland…….:-(

    • Danke und gern geschehen, Sandra 🙂
      Ich wünschte nur, dass die Wissenschaft nicht andauernd unsere Hoffnungen mit solchen Belegen auf dem Amboß zertrümmert, sondern uns mal aufrichtet. Vielleicht mit der „Kleinen Eiszeit“ ab 2030 😉

      • genau, und daß es letztendlich doch anders kommt als befürchtet, oder irgendwas passiert, um diese mistige Klimakatastrophe zu beenden. Ich weiß schon jetzt gar nicht, wie ich den Sommer überstehen soll. Da kann man wohl nur noch in die Isar springen…

        • Huber Claudia

          Ja wir in München/Oberland waren letzten Sommer echt am Arsch. So eine Karte will ich die nächsten 100 Jahre nicht mehr erleben.

  • Jo1965

    Hochinteressanter, aber leider auch beunruhigender Artikel.

    Wollen wir hoffen, dass das noch nicht der Weisheit letzter Schluss ist, gerade wenn man die ungeheure Komplexität dieses Naturphänomens Wetter betrachtet.
    Aber ich habe mir in den letzten Jahren auch immer wieder die Frage gestellt, warum Mitteleuropa insbesondere im Winter zu einem derartigen Hot Spot geworden oder -besser gesagt- verkommen ist und die Kaltluftmassen, die es ja trotz Klimaerwärmung in Nord- bzw. Osteuropa während der Wintermonate noch zu Genüge gibt, einfach nicht mehr Fuß bei uns fassen konnten, egal wie günstig die atmosphärischen Rahmenbedingungen auch sind.

    • Treffend. Und für den Winter 2016/17 steht bereits jetzt ganz klar die Prognose fest aufgrund der neuen Erkenntnisse, aber auch wegen La Nina: Mildwinter. Mit dem ersten Schnee seit dem 27.12.2014 können wir in Tropenhessen also frühestens Dezember 2017 rechnen. Wenn überhaupt jemals wieder. Wenigstens regnets im Winter mehr als in den anderen Jahreszeiten. Erinnert fatal an Kalifornienklima.

  • Alptraum der Sofeten

    Ich wills nicht wahr haben. Mal sehen was kommt. Denn wenn der nächste Winter dann doch auch nur höchstens annähernd Normal ausfällt wie das 30 Jährige Mittel, ist sowieso alles wieder auf den Kopf gestellt was die jetzigen Theorien angeht.
    Ist aber eher mein Wunschdenken xD
    Sehr guter Artikel. Danke für die Aufklärung Michael 🙂

    • Wie immer gern geschehen, Tim. Wenn ich mir auch wünschte, Positiveres verkünden zu können. Aber ich kreiere nicht die Erkenntnisse, ich verkünde sie nur.
      Selbst ein Winter, der „normal“ ausfällt wäre übrigens ein Wunder, weil knapp am Kaltwinter vorbeigerauscht. Ich gehe wirklich davon aus, dass jeder Winter ab sofort im Mittel der 3 Monate zwischen +2,0 und +5,0 landen wird.

      • Alptraum der Sofeten

        Das wäre gar nicht schön. Aber gut das du hier schon mal vor warnst.

  • Winter’s Majesty

    Ich gehe davon aus, dass die grundlegende Sichtweise auf die Dinge, wie man sie nun nach diesem überraschenden Mildwinter und dem noch überraschenderem Triumph der CFSv2 Berechnungen, entgegen aller anderer Prognosen, annimmt, nicht grundsätzlich falsch ist. Im Gegenteil. Die QBO wird auch meiner Einschätzung nach bis heute stark unterschätzt. Jedoch bin ich überzeugt, dass kaltwetter.com (bzw. Michael) und aber auch in weiten Teilen Dr. Cohen von der falschen Ausgangslage, bzw. einer falschen Entwicklung ausgehen oder zumindest die Dinge von der falschen Seite betrachten.

    Wir befinden uns in 2016 gerade in einer Umstellung der QBO. Von West (was die letzten 3 Ultra-Mild-Winter hauptsächlich verursacht hat) zu Ost gerichtet. Diese Umstellung ist erkennbar an dem ständigen Auf und Ab der Temperaturen. Frühsommer und Spätwinter zugleich im April und Mai stetiger Abfolge. So wird es erstmal weiter gehen (starke Hitze wechselt sich mit deutlich zu kaltem Wetter ab, den ganzen Sommer hindurch), bevor sich zum Herbst hin (vor allem Oktober) die Lage dahingehend stabilisieren wird, dass wir fortan Skandinavien/Atlantik-Hochdruck Einfluss haben werden. Die Auswirkungen des kalten Flecks auf dem Atlantik werden ebenfalls in die falsche Richtung interpretiert.

    Bislang hatte dieser nämlich kaum bis keine Auswirkungen, von dem eher gedämpften Wetter in Westeuropas Sommern abgesehen.

    Die zu kalten Temperaturen breiten sich wie ein Virus, der durch eine offene Wunde eingedrungen ist (offene Wunde = kalter Fleck) langsam aber stetig unbemerkt im Untergrund innerhalb der tieferen Meeresströmungen (kaltes Wasser sinkt genauso wie kalte Luft ab) im gesamten System weiter aus, die Ausbreitung wird m.E. nach von La Nina sogar beschleunigt und begünstigt, während El Nino einen gegenteiligen Effekt ausübt. (So wie bei einer Virusinfektion diese Viren sich unbemerkt durch die Blutbahnen ausbreiten)

    Zu der See-Eisbedeckung in der Arktischen See kann man nur sagen, dass entweder bei einem sehr niedrigen Stand oder aber einem sehr hohen Stand kaltwinterbegünstigende Faktoren auftreten.

    Ist der Stand der Eisbedeckung so gravierend hoch, dass das Seeeis ähnlich wie in einer Eiszeit bis in den Atlantik hineinreicht, so würden eventuelle West – Nordwest Strömungen selbst vom Atlantik kalte Luftmassen mitbringen.

    Da dies eher unwahrscheinlich ist, innerhalb der nächsten paar Jahre, sollten wir auf einen niedrigeren Stand hoffen.

    Da die QBO nicht nur unterschätzt, sondern wohl auch fehlinterpretiert und insgesamt falsch eingeschätzt wird (auch weiterhin) kann ich getrost behaupten, bzw. eine Gegenbehauptung aufstellen, dass wir uns jetzt aktuell in diesem Moment in einer für uns günstigen Umstellung der größeren Gesamtfaktoren der „Wetter-&Klima-Maschine“ für Mittel, Nord und Westeuropa befinden.

    Daraus folgt, dass ich eine definitive Eischätzung und Meinung zu dem/den kommendem/n Winter/n abgeben kann, die eindeutig in die Kerbe Kaltwinter schlägt.

    Letzten Endes bleibt für uns alle erstmal abwarten, diskutieren, spekulieren, beobachten, hoffen und uns eventuelle Niederlagen und Fehleinschätzungen als Denkzettel und Ansporn zu höheren Leistungen zu nehmen. Auf keinen Fall aufzugeben und unsere Einschätzungen mit weiteren Erkenntnissen und Erfahrungen stetig zu verfeinern und verbessern.

    Und nicht vergessen, bevor man sich untereinander wegen differentieller Ausgangs-Ansichten bekriegt, richten wir uns lieber gemeinsam gegen unseren größeren Feind (von Sonne, Hitze und Erwärmung abgesehen, da können wir alleine unmittelbar erstmal ja nichts dran ändern) den Sofeten. Denn am Ende stehen wir doch alle auf der gleichen Seite, sitzen im selben Boot und hoffen und wünschen das gleiche, nämlich schöne, reine, klare, kalte, schneereiche und ordentliche Winter für Europa und besonders Deutschland.

    • Spannend! und hochinteressant. Danke für den Beitrag!

      Und wieso bekriegen? Wir sind ja alle auf der Suche nach Wahrheit und am Ende wird der Winter dann ja zeigen, wo die Wahrheiten liegen. Wenn’s nach mir ginge, stünde nach mittlerweile 10 Jahren ohne Winter in Tropenhessen (2010/11 gabs zwar einen, den ich habe ich aus persönlichen Gründen aber nicht mitbekommen ^^) ein Kaltwinter oder „Normalwinter“ an oberster Stelle.

      Auch wenn ich deine Ausführungen nicht ablehne, wüsste ich doch einiges dazu:
      1. Wieso denkst du, dass La Nina einen positiven Kaltwintereffekt hervorruft. Mal abgesehen von deinen Virenmetaphern. Die Belege zeigen eindeutig, dass die vorherrschende Tendenz statistisch und empirisch einen Mildwinter begünstigt: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?23,1437887,1437927#msg-1437927

      2. Wie kommst du darauf, dass die QBO sich umstellt?
      Die QBO ist seit Herbst 2015 umgeswitcht von Ost nach West (zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt). Da sie „quasi-biennal“ ist, also grob 2 Jahre anhält, wäre die nächste Umstellung in etwa im Herbst 2017, aber nicht für den kommenden Winter. Hast du Belege, Quellen dafür?
      Das Auf und Ab der Temperaturen kann genuin KEIN Nachweis einer Umstellung sein, da die QBO sich auf stratosphärische Winde bezieht und nicht auf troposphärische …

      • Winter’s Majesty

        Mag ja alles sein… Die QBO hat sich jedoch nicht im Herbst 2015 von Ost auf West umgestellt sondern war zum Zeitpunkt Herbst 2015 seit längerem auf West. Viel zu lange und momentan sind wir in einer erneuten Umstellung. Da diese nur quasi-biennal ist, kann man einen zweijährigen Turnus nicht festhalten. Es gab schonmal Wechsel nach bereits rund einem Jahr und auch (häufiger) schon nach gut drei Jahren. Ende 2015 begann die Umstellung von WEST (was die Extrem-Mildwinter 2015/16 und 2014/15 auslöste) auf OST, nicht anders herum, diese Umstellung setzt meist im späten Vorjahr (Herbst/Winter) ein, bevor sie sich dann im nächsten Jahr im Frühjahr und Sommer (meiner Erfahrung und Beobachtung sowie Einschätzung nach zumindest) durch ein Auf und Ab der Wetterlagen, ein mäandrieren der Wellenbewegungen, Keile und Tröge in häufiger Abfolge auch im alltäglichen Witterungscharakter bemerkbar macht. Am Ende der Umstellung kehrt meist ruhigeres Wetter geprägt von häufigen Nord- und Ostlagen ein, am Boden, also an unserem Wetter bemerkt man dies meist im Oktober/November. Ich behaupte nun also dass es in 2016 bis August/September hinein immer wieder Hitze und Kälte (der jeweiligen Jahreszeit entsprechend) in rascher Abfolge gibt, bevor wir dann einen eher goldenen Oktober/November mit einem sehr frühen ersten Wintereinbruch mit Schnee bis ins höhere Flachland so um Ende Oktober/Anfang November rechnen können. Der November dürfte dann in der zweiten Hälfte, besonders in der dritten/letzten Dekade mehr und mehr in einen relativ heftigen Winter überleiten.

        • Hm dann müsste die FU Berlin sich aber trotz etlicher Fachleute und Messungen mit der Darstellung gewaltig irren 😉
          Das Bild unten zeigt ganz klar, wann die Umstellung von Ost auf West erfolgt: im Herbst 2015 und dass angesichts der letzten QBOs erst Mitte/Ende 2017 mit einer Umstellung von West nach Ost zu rechnen ist.

          Wenn du dich also hierin irrst, fällt deine darauf aufgebaute Argumentation natürlich wie ein Kartenhaus zusammen.

          Zum Bild: Die Westwindlagen sind dunkel schraffiert. Kannst du auch auf der Seite der FU Berlin direkt nachlesen unter der Darstellung: http://www.geo.fu-berlin.de/en/met/ag/strat/produkte/qbo/

          • Als Zusatzbeleg das Gleiche in Zahlen von der NOAA: Westwinde sind positive Zahlen, Ostwinde negative.
            http://www.cpc.ncep.noaa.gov/data/indices/qbo.u50.index

          • ok, ich glaube so langsam komme ich dahinter, worauf du hinaus willst. Wenn man sich die QBO ganz genau ansieht, dann erkennt man auf 18 km Höhe Ostphase (aber nur dort, höher gehts in die Westphase; blauer Bereich). Seltsam ist die Ostumkehr auf 22 km (rot markiert). So was habe ich noch nie gesehen in dieser Struktur.
            Ungewöhnlich ist das schon, aber nach meiner Theorie müsste sich das wieder auf West einpendeln, spätestens im Herbst ^^
            Wenn du vom Gegenteil ausgehst: Hast du da irgendwo wissenschaftliche Belege zu, die das untermauern? Nicht weil ich dich aufs Glatteis führen will, sondern weil nun mal wissenschaftliche Belege die besten Argumente sind 🙂

            Bild: FU Berlin mit eigenen Ergänzungen

          • Winter’s Majesty

            Betrachte mal ganz genau wie sich Ost und Westzirkulationen durchsetzen… 2010/11 waren wir eigentlich in einer Westwind-Zirkulation, trotzdem kam ein kalter Winter… 2014/15 waren wir eigentlich in der Ostphase trotzdem war es ein milder Totalausfall-Winter… jedoch… 2010/11 waren wir auf rund 30km Höhe auf Ostwind… 2014/15 auf rund 30km Höhe auf Westwind… ich bin der Meinung dass (durch welchen Mechanismus auch immer) die Zirkulation auf rund 30 km Höhe den stärksten bestimmenden Einfluss nimmt, wie oder warum auch immer das so sein sollte… Vielleicht täusche ich mich aber ich stelle mir das ein wenig so vor, dass bei Ostströmungen Luftmassen zum Nordpol hingeführt werden und dadurch der Polarwirbel instabil wird, sozusagen der „Luftdruck“ gewissermaßen durch Zustrom erhöht wird, was zu einem Ausweichen nach Süden führt (Nordwinde), während bei Westzirkulation der gegenteilige Effekt auftritt, was dann zu einem stabilen Polarwirbel führt, die Luftmassen fließen dann sozusagen ähnlich wie beim Golfstrom zurück und steigen wieder auf und initiieren dabei eine Umkehr der Zirkulation… das ganze ist noch nicht 100% zu Ende gedacht und ein stark vereinfachter und massiv reduzierter Erklärungsversuch. Sollte dies jedoch zumindest ansatzweise zutreffen, kann man wie z.B. 2010 auch 2016 davon ausgehen, dass wir nun bereits in rund 30km Höhe (und interessanterweise auch in 22/23km Höhe) Ostwind-Umkehr erleben, auch wenn sich in den niedrigeren Zonen der Westwind vllt. nochmal durchsetzt. Dennoch scheint das was in den „niedrigeren Zonen“ passiert keinen oder nur stark versetzen Einfluss zu haben, das was aber nun jenseits der 20 oder gar 30 km geschieht scheint nun stärker Einfluss zu nehmen. Die einzige mir augenscheinlich logisch erscheinende Erklärung wäre tatsächlich eine weiterführende Luftströmung zur Arktis hin oder von der Arktis weg, was eben einen Polarwirbel oder ein Polarhoch initiiert und stärkt und das jeweils andere Druckgebilde schwächt und dadurch mittelbar unsere Großwetterlagenstruktur beeinflusst.

          • Interessant. Deine Argumentation kann ich nachvollziehen. Ob dazu irgendwelche wissenschaftlichen Veröffentlichungen existieren? Vielleicht von Frau Dr. Labitzke. Schade dass ich nicht mehr an der Uni bin und das suchen kann.

            So bleibt nur, das einmal zu verfolgen und zu untersuchen für die Zukunft. Spannende Theorie zugegeben. Vielleicht komme ich mal dazu in der Hinsicht im Web etwas zu suchen, was die Stratosphären-Klimatologie angeht.

          • Zumindest hier wird schon mal beschrieben, wie die QBO über die Stratosphäre im Rahmen der von Dr. Cohen genannten TST-Events (Troposphäre-Stratosphäre-Troposphäre) das Wetter beeinflusst. Zudem wird zugegeben, dass der Stand der Forschung nicht zufriedenstellend ist. Und dass sich durch die Klimakatastrophe diverse Änderungen ergeben, u. a. stieg die Tropopause, also die Grenze zur Stratosphäre, an.
            Ich würde mal sagen, in dem Bereich ist noch viel Wissens- und Forschungspotential.

            https://books.google.de/books?id=8yogBAAAQBAJ&lpg=PA141&ots=cjlIOfb37w&dq=stratosph%C3%A4re%20klimatologie%20qbo&hl=de&pg=PA141#v=onepage&q=stratosph%C3%A4re%20klimatologie%20qbo&f=false

          • Winter’s Majesty

            In ALLEN Bereichen haben wir aktuell noch unglaublich viel Wissens- und ForschungsBEDARF, nicht nur Potential. Auch was Vernetzungen und diverse Felder angeht sind wir erst am Anfang (Quantenphysik, Stringtheorie, Higgs-Feld & Higgs-Boson) im Rahmen dieser Theorien werden selbst Dinge wie Telepathie wissenschaftlich seriös erklärbar… was schon ein wenig… merkwürdig klingt, aber tatsächlich der Fall ist. Warum sollte das in Meteorologie und Klimatologie anders sein?

          • Mit der Telepathie im Zusammenhang mit der Quantenphysik bin ich jetzt erstmal seeeehr vorsichtig ^^ Aber ich bin auch kein Physiker und kenne die von dir angesprochenen Geschichten, die ich seltsamerweise mal in einem Roman von mir intellektuell schwitzend nachgeprüft habe für Zeitreisen (Stringtheorie), nur als sagen wir mal anschaulich vereinfacht für Geisteswissenschaftler lol

          • Winter’s Majesty

            Ich habe diese ebendeshalb auch hier jetzt so stark vereinfacht als „Geschichten“ genannt. Aber wir stehen eigentlich in allen naturwissenschaftlichen Bereichen noch sehr am Anfang. Wer weiß was alles wirklich möglich ist… Ich bin auf die wissenschaftliche und technologische Zukunft wahnsinnig gespannt. Aber bleiben wir jetzt erstmal bei Wetter & Klima, besonders in Bezug auf Langfristprognosen und der QBO 😀

          • Sehe ich auch so. Wissenschaft ist immer das spannendste, was es überhaupt gibt ^^
            Und in Sachen QBO halten wir ein Auge drauf. Schön, dass wir für die Winteranalyse jetzt mal ein besonderes Augenmerk auf diesen Aspekt werfen und vielleicht für die Zukunft daraus lernen können.

          • Winter’s Majesty

            Man darf aber bei der ganzen Sache die anderen Faktoren nicht zu sehr aus den Augen verlieren. Ich vertrete in allen Bereichen die Meinung, dass man jetzt mal etwas ganzheitlicher an die Sache rangehen sollte. Also dass man sozusagen mehrere Effekte in Korrelation sehen sollte. Ein El Nino kann nicht nur wenn er CP El Nino ist kaltwinterbegünstigend sein sondern braucht noch diverse andere Faktoren dazu um in der Ganzheit dieser Faktoren irgendwas in Gang zu setzen.
            La Nina ist nicht prinzipiell mildwinterbegünstigend sondern es kommt auch hier auf die Korrelation mit diversen anderen Faktoren an.
            Also QBO stelle ich auf den vordersten Platz mit der höchsten Importanz, auf diese Folgen Faktoren wie die tatsächliche solare Aktivität, die Schwankung der Erdachse, die Veränderungen der maritimen Strömungen und Zustände (El Nino/La Nina, „Kalter Fleck auf dem Atlantik“… vllt taucht auch Atlantis einfach nur wieder auf oder so… 😛 *verzweifelter Erklärungsversuch*), usw. etc. usw. usf. jedoch alle in Korrelation miteinander um einen Gesamteffekt zu erzeugen, der dann zu Mild- oder Kaltwinter (bzw. Normalwinter) führt.

          • Sehe ich genauso, vor allem hinsichtlich einer Einbeziehung von Faktoren zu einer „Ganzheitlichkeit“ – es kämpfen zu oft Meteorologen gegen Klimatologen oder auch untereinander statt interdisziplinär zu arbeiten.
            Das Problem ist jedoch die ganzen Faktoren zu bewerten, welche du ja auch nennst. Aber wie beeinflussen sie in welcher Stärke wo das Klima und wo sich gegenseitig. Bei dieser Komplexität scheinen seriöse Voraussagen wie Zufallstreffer ohne Kausalität, woran man letztlich verzweifelt.
            Aber gut, irgendwo und irgendwann muss man natürlich auch mal anfangen, um Klarheit zu bekommen 😉

          • Winter’s Majesty

            Ganz einfach. Try’n’error: Man stellt eine Reihenfolge und Erklärung auf, darauf baut man eine Prognose auf… Trifft diese mehrmals zu, kann man das Ergebnis als positiv ansehen, liegt diese daneben, stellt man Reihenfolge und dazugehörige Erklärung einmal um und baut die nächste Prognose auf. Trifft diese zu hat man nun den Treffer gelandet, liegt diese wieder daneben muss man weitersuchen. Das ganze kann man (um nicht zu viel Zeit zu verwenden) simultan laufen lassen. Also sozusagen alle möglichen Konstellationen parallel simulieren und berechnen und die jeweils folgenden Resultate mit der tatsächlichen Entwicklung vergleichen, daraus die jeweiligen Optionen ziehen, die am zuverlässigsten waren und diese weiter verfolgen und optimieren, bis man eine einzelne, korrekte Lösung hat.

          • Das könnte beim Chaos Klima schon mal 500 Jahre dauern hehe Aber gut, fangen wir mal beim Kleinen an. Ich wäre ja schon dankbar, wenn ich eine halbwegs belegbare Kausalität von QBO und Winter vorliegen hätte. ^^

          • Winter’s Majesty

            Mal eine andere Frage, kann man dich auch irgendwie abseits dieser Plattform persönlich kontaktieren zur weiteren Arbeit an diesen Theorien und diversen Besprechungen in diesen und diesen verwandten Bereichen und Themen?

          • Klar. Wenn’s mal ausführlicher ist, gerne als Mail an: redaktion@kaltwetter.com.
            Aber kann schon mal dauern, bis ich antworte. Ich hab noch diverse Jobs, eine kleine Tochter und bin als Autor tätig 😉 Gelesen wird aber alles, sobald sich eine Zeitlücke findet.

          • Winter’s Majesty

            Das ist jetzt aber auch sehr interessant, ich habe nämlich vor meinem Kommentar von vor etwa 30 Minuten der mit „Betrachte mal ganz genau…“ beginnt, mit einem Freund telefoniert und im Rahmen dieses Gespräches auch die QBO erwähnt und dass ich dahinter kommen will, wie diese funktioniert, was diese auslöst, welcher Mechanismus dahinter steht und was sie bewirkt um Folgen für unsere Wetterlagen zu haben. Da habe ich neben dem hier vorgestellten Prinzip mit den Luftströmen auch etwas über Ozon und Partikelverteilung in den höheren Atmosphäreschichten gesagt, was dann die Einstrahlungs-Intensivität der solaren Partikel beeinflusst. Vllt ist es eine Verbindung aus beiden Systemen, die letzten Endes einerseits zu einer höheren/stärkeren Schneebedeckung Eurasiens im Oktober und andererseits zu einem instabileren Polarwirbel führen, der dann durch das aus der Schneedecke als sehr stark resultierende Hoch über Sibirien leichter gesplittet wird und den Weg der rettenden Kaltluft in unsere Breiten freigibt.

          • Möglich. Aber wenn man sich dann in andere Teilgebiete begibt, findet man plötzlich 10 Aspekte, die alle in eine für uns ungünstige Richtung driften, wie z. B. die Wasserdampfzunahme (Wasserdampf als Treibhausgas) in der Stratosphäre. Dann liest man von anderen, dass der Wasserdampf aufgrund anderer Strukturen abnähme.
            Es ist wie ein ganz schönes Durcheinander mit der wissenschaftlichen Argumentation in der Klimatologie und Meteorologie, weil der betrachtete Gegenstand so komplex ist, dass gleich mehrere Aspekte sowohl für eine Theorie wie auch für ihr Gegenteil gelten.

            Es fehlt mir hier an einer großen vereinheitlichten Theorie, um das mal aus der Physik zu stehlen, die das alles unter einen sinnvollen Hut bringt. Man muss dabei aufpassen, dass man sich kritisch nicht nur die Aspekte raussucht, die einem selbst subjektiv angenehm sind, sondern nach wie vor die Wahrheit suchen, auch wenn sie einem nicht passt.

          • Winter’s Majesty

            Womöglich korreliert dieser Effekt in gewisser Weise mit jahreszeitlichen Schwankungen (veränderte Sonneneinstrahlung/Luftmassenerwärmung) in einem stark verzögerten Mechanismus.
            Luft strömt in Richtung Arktis, kühlt aus, sinkt ab, strömt südwärts, erwärmt sich, steigt auf oder wie auch immer das muss ich nochmal durchrechnen und mir die älteren QBO’s nochmal intensiver betrachten. Wenn man dort innerhalb der klimatischen Schwankungen einen Rhythmus feststellt könnte diese Feststellung der Schlüssel zu erfolgreichen und zuverlässigen Langfristprognosen sein.
            Ich werde mich jetzt mal mit einem guten Glas Scotch hinsetzen und dem mal weiter nachgehen. Sollte ich dazu weiterführende Gedanken haben und das ganze sich zu einem vernünftigen, nachvollziehbarem Gesamtkonzept entwickeln, welches auch der naturwissenschaftlichen Methodik standhalten könnte, werde ich hierüber eine Arbeit verfassen. Denn das könnte tatsächlich eine interessante Erkenntnis sein. Aber warten wir mal ab. Ich wäre für weitere Informationen über bisherige Gedankengänge und bezüglich Arbeiten zu diesem Thema sehr dankbar. Allgemein finde ich diese Seite einfach super! 🙂 Schön, unter Gleichgesinnten und Mitleidenden zu sein! 😀

          • Danke, danke ^^ Vielleicht gibt’s ja noch Hoffnung für die Klimawelt und damit auch für uns 🙂

      • Winter’s Majesty

        Ehem… ich sehe hier nun gerade, dass die Umstellung eigentlich zum Winter 2015/16 bereits erfolgt war auf Ost… das kann nur bedeuten, dass sie etwas zu spät kam und die Folgen erst jetzt im weiteren Jahresverlauf spürbar werden… 2014 kam die letzte Umstellung auf WEST und es folgten aus dieser die zwei Supermildwinter, der Winter 2013/14 war entweder Folge der Erwärmung oder einfach (wie ich denke) Pech… Und Ende 2015 setzte die erneute Umstellung auf die nächste Ost-Phase ein. Demnach kann man 2016/17 aber trotzdem einen anständigen Winter erwarten. Und die Umsetzung der QBO-Umstellung auf die Wetterlagen erlebt man, wie 2014 oder auch 2012 durch ein ordentliches Auf und Ab… Ist ja logisch, der Strömungsverlauf ist ordentlich und eben und dann wird plötzlich gegengesteuert, dabei verliert der Lauf sozusagen seine geregelte Bahn und es bilden sich Strudel und Wellen entlang der eigentlichen Bahn, das ist eigentlich mehr als Mäandrieren. Dies wirkt sich auch auf die Wettersysteme aus. Selbst du und Dr. Cohen unterschätzt m.E. die QBO. Ich vertrete mittlerweile sogar die Meinung, dass die QBO DER maßgebliche Faktor für unsere Großwetterlagen ist und man andere Einflüsse zwar nicht vernachlässigen sollte, aber hinten anstellen muss. Die QBO ist sozusagen das größte Zahnrad im Mechanismus, das alle anderen hauptsächlich antreibt und auch die Richtung, in die sie sich drehen bestimmt. So stelle ich mir nach meinem aktuellen Wissenstand die Funktionsweise der „Wetter-Maschine“ vor. Mit diesem Wissen im Hinterkopf kann man auch mal einen kleinen Blick auf das im letzten Winter so erfolgreiche CFS werfen, dieses berechnet in der Tages-Prognose (was natürlich unseriös und Quatsch ist) schon bis in den Februar, wenn nicht gar März 2017 hinein, in der erfahrungsgemäß noch etwas zuverlässigeren Monatsprognose immerhin seit dem 00 Uhr Lauf vom 01.05. bis einschließlich Januar 2017. Ich habe mir mal die Läufe für Dezember 2016 vom 01.04. bis heute und die für Januar 2017 vom 01.05. bis heute genauer angesehen. Auffällig ist übrigens auch der Oktober, der in den Berechnungen häufig deutlich zu kalt, teilweise mit unter -6°C Abweichung berechnet wird. Häufig jedoch auch tendenziell zu trocken. Also wenn es nach CFS geht bekommen wir im Oktober den gesamten Wintercharakter zu spüren, der typisch für eine Ost-gerichtetet QBO ist: Hochdruckbetont, kalt, trocken, Nord- und Ostgerichtet, seltener Niederschlag, dieser jedoch als Schnee, welcher sich über die Saison hinweg ansammelt. (Was nicht wegsublimiert in der trockenen Kälte 😛 )
        Ich liste dir nun einmal die errechneten Tages-Durchschnittswerte (Beispiel: 00 Uhr Lauf -2°C, 06 Uhr Lauf -2°C, 12 Uhr Lauf +2°C, 18 Uhr Lauf 0°C = -0,5°C Tagesschnitt) für Dezember und folgend auch für Januar auf, wie am Beispiel erkennbar bedeutet ein -0,5 nicht unbedingt, dass der Dezember nur -0,5 Grad zu kalt ist, sondern dass die zu kalten Verläufe (auch in ihrer Intensität) im Verhältnis -0,5 überwiegen… Eine Abweichung von -3 Grad kann also aus 4 identischen Läufen a -3 Grad Abweichung oder aus einer Berechnung wie (-4+0+-2+-6)/4=-3 erfolgen.

        01.04.2016: -0,25°C
        02.04.2016: -1,25°C
        03.04.2016: -2,00°C
        04.04.2016: -1,25°C
        05.04.2016: -1,75°C
        06.04.2016: -1,25°C
        07.04.2016: 0,00°C
        08.04.2016: -3,25°C
        09.04.2016: -1,00°C
        10.04.2016: -1,25°C
        11.04.2016: -1,25°C
        12.04.2016: -0,75°C
        13.04.2016: -1,25°C
        14.04.2016: +0,50°C
        15.04.2016: 0,00°C
        16.04.2016: -0,25°C
        17.04.2016: 0,00°C
        18.04.2016: -0,75°C
        19.04.2016: -0,75°C
        20.04.2016: -1,0°C
        21.04.2016: -1,25°C
        22.04.2016: 0,00°C
        23.04.2016: -3,00°C
        24.04.2016: -1,00°C
        25.04.2016: +0,25°C
        26.04.2016: +0,25°C
        27.04.2016: -1,00°C
        28.04.2016: -2,75°C
        29.04.2016: +0,75°C
        30.04.2016: -0,25°C

        01.05.2016: -1,25°C
        02.05.2016: -2,00°C
        03.05.2016: +0,67°C (Daten 12 Uhr Lauf nicht vorhanden: (+2+2+-2)/3=+0,67
        04.05.2016: -0,50°C
        05.05.2016: -0,50°C
        06.05.2016: 0,00°C
        07.05.2016: -1,25°C
        08.05.2016: -0,50°C
        09.05.2016: -0,50°C
        10.05.2016: -1,25°C
        11.05.2016: +0,50°C
        12.05.2016: -0,50°C
        13.05.2016: -2,00°C
        14.05.2016: -0,50°C

        Wir haben ein Verhältnis der einzelnen Läufe für Dezember 2016 (00/06/12/18) mit insgesamt 175 Einzelläufen (wegen 03.05. nur 3 Läufe) von (zu kalt/normal/zu warm) 89/46/40, welches klar für einen zu kalten Dezember 2016 spricht.

        Januar 2017 (01.05.-14.05.16)
        01.05.2016: -1,75°C
        02.05.2016: -0,75°C
        03.05.2016: -2,00°C
        04.05.2016: -2,50°C
        05.05.2016: -3,00°C
        06.05.2016: -0,25°C
        07.05.2016: -1,00°C
        08.05.2016: -0,50°C
        09.05.2016: -1,25°C
        10.05.2016: -0,75°C
        11.05.2016: -1,75°C
        12.05.2016: -2,25°C
        13.05.2016: -1,75°C
        14.05.2016: -2,25°C

        Hier haben wir ein Verhältnis der aktuell insgesamt 55 Einzelläufe (kalt/normal/warm) von: 36/13/6 also sprechen die Berechnungen für Januar eine noch deutlichere Sprache in Richtung: zu kalt!

        Was darüber hinaus in den Einzelberechnungen auffällt ist der Hang zu extrem kalten Monaten. Während zu warme Dezember & Januar fast immer mit einem oder zwei Grad zu warm berechnet werden, sind bei den zu kalten häufiger vier, fünf, sechs oder gar mal sieben (!) Grad zu kalte Monate dabei. Zwar überwiegen auch hier Abweichungen zwischen ein und drei Grad nach unten, jedoch kommen solche massiven Abweichungen bei den zu warmen Monaten nicht ein einziges (!) Mal vor, bei den zu kalten immer wieder und das nicht einmal zu selten. Für den Dezember hatten wir bspw. bereits zwei mal eine Abweichung von -7,x°C was wie ich finde äußerst bemerkenswert ist (da ja Bereiche, wie in dem Fall zwischen -7 und -8 Grad für unsere Region berechnet werden und nicht ganz konkrete Zahlen, je näher man an der -8 Grad Linie ist, desto näher sind auch die Temperaturen daran, je näher man an der -7 Grad Linie ist, desto näher an den -7, es staffelt sich also grob von -7,0 -7,1 -7,2 … bis -7,8 -7,9 und dann folgt mit -8,0 die nächste Linie und der nächste Bereich bis -9 usw.) …
        Warten wir mal ab und hoffen, dass das CFS auch dieses Jahr wieder richtig liegt mit einer starken Tendenz zu einem zu kalten Oktober, einem normal bis zu kühl temperierten November und dann teils deutlich zu kaltem Wetter in Dezember und Januar und „Auf trocknen, kalten Januar, folgt viel Schnee im Februar“ und meist zieht sich der Winter in solchen Jahren dann locker bis weit in den März hinein also mit ein wenig Glück und gutem Gespür meinerseits können wir uns auf Quasi-Eiszeit von irgendwann Oktober/November bis irgendwann zwischen Februar, März und April freuen… 🙂

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