Wird der El Niño zum Countdown für eine klimatische Apokalypse der Menscheit?; © Rafael Mizrahi auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, hier: Ausschnitt verwendet
Wird der El Niño zum Countdown für eine klimatische Apokalypse der Menscheit?; © Rafael Mizrahi auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, hier: Ausschnitt verwendet

Allmählich scheinen die Menschen zu begreifen, warum Klimawandel besser Klimakatastrophe heißt. Die FAZ hat einen bahnbrechenden Artikel zum El Niño veröffentlicht: El Niño – Ein Satan. Aus aller Welt werden hier die Folgen des stärksten El Niños aller Zeiten vor Augen geführt.
Sehen wir selbst das Phänomen in Deutschland nur indirekt durch die globalen Auswirkungen, die immerhin im Sommer 2015 schlimm genug für uns waren und die in ihren Wirkungen bis heute andauern, so ist die direkte Wirkung des El Niño in den geografischen Nachbargebieten von Südamerika noch einmal eine ganz eigene Geschichte.

Überblick über die Auswirkungen des El Niño 2015/16

1. Südamerika

El Niño führt hier zu massiven Überschwemmungen, so auch in diesem Jahr, als 170.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht werden mussten. Die Abholzung der Wälder, ohnehin eines der dümmsten Idiotien der Menschheit da sie damit die CO2-Speicherungsfunktion des Waldes eliminieren und die Klimakatastrophe befeuern, kommt als Steigerungseffekt für Fluten hier noch hinzu.

Ein Verbrechen an der gesamten Menschheit: Regenwald ist einer der wichtigsten Speicher für Kohlendioxid und Produzenten von Sauerstoff. Die aus Geldgeilheit vernichteten exorbitanten Mengen tragen entscheidend zur globalen Klimakatastrophe des Hitzeselbstmordes bei
Ein Verbrechen an der gesamten Menschheit: Regenwald ist einer der wichtigsten Speicher für Kohlendioxid und Produzenten von Sauerstoff. Die aus Geldgeilheit vernichteten exorbitanten Mengen tragen entscheidend zur globalen Klimakatastrophe des Hitzeselbstmordes bei

In anderen Regionen kommt es durch die andersartigen geografischen Einflüsse hingegen zu Dürren. Trinkwassermangel und massive Ernteeinbussen sind die Folge in einer Region, in der ohnehin viel Hunger herrscht.

Wald- und Buschbrände sind ein weiteres Phänomen, das durch die Dürre hervorgerufen wird und die Lage verschlimmert – nicht nur vor Ort für die Betroffenen, sondern auch für das Klima, denn die während El Niño freigesetzten Waldbrände (s. u. Indonesien) befeuern wortwörtlich durch das freigesetzte CO2 die Klimakatastrophe und steigern als Dominoeffekt weiter die Aufheizung der Erde.

2. Südostasien

Die Lage in Indonesien lässt sich auf ein Wort reduzieren: Waldbrand.
Und zwar in einem solchen Ausmaß, dass der Korrespondent der FAZ die Worte wählt „Die Luft steht schwarz“. Allerdings sind nicht nur die durch El Niño hervorgerufenen Dürrephasen die Ursache, sondern eine geldgierige Palmölindustrie, die in skandalösem Umfang brandrodet und dabei mehrere tausend Tote und 40 Millionen Betroffene durch die Luftvergiftung in Kauf nimmt. El Niño begünstigt diese Brandrodungen klimatisch, sodass Qualiät und Quantität biblische Ausmaße annehmen.

Unfassbares Ausmaß der Rauchemissionen durch Waldbrände beim letzten El Niño 1997/98 in Indonesien
Unfassbares Ausmaß der Rauchemissionen durch Waldbrände beim letzten El Niño 1997/98 in Indonesien

Diese Waldbrände, übrigens auch beim letzten El Niño 1997/98 ebenso katastrophal, sind für das Klima pures Gift. Allein die Verbrennung des Biomaterials führt zum Ausstoß von doppelt so viel CO2, wie Deutschland im Jahr produziert!
Die zynische Reaktion der Regierung in Indonesien zeigt, dass global für die Zukunft der Menschheit kaum Hoffnung besteht: Man vertraue darauf, dass die Regierungen der Staatengemeinschaften genug Geld zum Wiederaufforsten zur Verfügung stellen werden. Damit alles wieder von vorne beginnt und weggebrannt wird, kann man den Satz in Gedanken vollenden. Am Ende wird auch durch solchen menschlichen Wahnsinn der Prototyp des Klimaflüchtlings realer, der aufgrund der Lebensbedingungen gezwungen ist, zu fliehen. Und wenn die Erde erst einmal an allen Ecken und Enden aus den verschiedensten Gründen brennt, wird ein immer größerer Anteil der Weltbevölkerung zum Flüchtling werden und die Industrienationen, welche über genug Geld und Mittel verfügen, um den Auswirkungen der Klimakatastrophe technologisch zu trotzen, werden in einem Ausmaß überrannt werden, angesichts derer die aktuelle Flüchtlingskrise wie der beiläufige Besuch von ein paar Touristen wirkt.

3. China

Das Reich der Mitte ist ein weiteres typisches Opfer der Klimakatastrophe- und El Niño-Systematik: Die Radikalismen führen zu entgegengesetzten Erscheinungen, aber jede für sich in einem extremen Bruch bisheriger Wettermuster. Während es im trockenen Norden Chinas somit immer mehr Dürren gibt, leidet der feuchte Süden unter massiven Überschwemmungen und Erdrutschen.

China. Früher ein Quell für traumhafte Landschaftsmalerei. Heute ein Horrormotiv der Klimakatastrophe. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/7141213@N04/12009380994">Tjebbe van Tijen auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC BY-ND 2.0</a>
China. Früher ein Quell für traumhafte Landschaftsmalerei. Heute ein Horrormotiv der Klimakatastrophe. © Tjebbe van Tijen auf flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0

Hinzu kommt, dass China als aufstrebende Weltmacht wie ein Klimamonster wirkt, dass man nach Jahrzehnten kommunistischer Selbstbeschränkung, nun von der Kette gelassen hat. Die weltweit höchsten Emissionen an Treibhausgasen führen nicht nur global zur Katastrophe, sondern regional zu Smog-Situationen, deren Bilder apokalyptischen Charakter haben.
Auch hier sehen wir wieder, wie schnell Menschen sowohl vor Ort, wie auch die Weltgemeinschaft, sich an den Topos einer Katastrophe gewöhnen: Im ersten Augenblick ist man erschrocken angesichts von Familien, die in einem smogverdunkelten Park mit Gasmasken* posieren (inklusive Kinder). Aber schon bald scheinen sich Entrüstung, Reflektion und Weisheit zu verabschieden und die leere Stelle im Gehirn wird von einer Art resignativem Nihilismus eingenommmen – „So ist halt die Welt, in der wir leben“. Vergessen wird dabei, dass wir es sind, die die Welt bilden, verändern und sie verantworten müssen – vor uns selbst, jedoch in erster Linie vor unseren Kindern. Und was könnte noch als Entschuldigung für unsere Verbrechen zählen, wenn unsere Kinder später in der Welt vor Wüsten stehen, die einst blühendes Land waren, vor dem Wegbruch einer sicheren Lebensgrundlage und wenn sie inmitten von Krisen, Kriegen und Umweltkatastrophen um ihr Leben werden kämpfen müssen, nur weil wir zu feige und zu dumm waren, das richtige zu tun?

4. Afrika

Dürren plagen den ohnehin nicht reich an Wasser befindlichen Kontinent. In Südafrika verdorren die Felder und Menschen werden vom Lastwagen mit Wasser versorgt – 50 Liter für eine Woche! Nicht nur zum Trinken. Nein, auch für Waschen und Kochen. Für Familien mit 5 Kindern … Dies zeigt das Ausmaß, was in einigen Jahren auf die Menschheit zukommen und warum „Klimaflüchtling“ das Wort des Jahrhunderts werden wird.

Da sich auch in Südafrika ähnlich wie im dürregeplagten Kalifornien die unglaubliche Dummheit der Menschen immer durchsetzt und die Wohlhabenderen trotz Wassermangels Swimmingpools neu befüllen, Autos trotz täglichen Staubs waschen und Wasser verschleudern, wo es und wie es unsinniger nicht geht, zeigt ebenfalls die Zukunft unserer Spezies, die sich den Namen „Homo sapiens“, weiser Mensch, gegeben hat: Den chaotischen, irrationalen Selbstmord. Sehenden Auges und angesichts überdeutlicher Warnsignale von Klima und Planet.

5. USA

In Kalifornien an der Westküste taucht auch hier das immer gleiche Muster des El Niño auf: Verschärfung der Radikalismen. Ohnehin verschärfen sich durch die Klimakatastrophe über das CO2 in der Atmosphäre und den globalen Hitzeanstieg die Kontraste auch ohne El Niño. Mit dem Klimakiller zusammen verbrennt der heiße Westküstenstaat der USA. Monatelange Dürren, die jedes Jahr schlimmer werden, sodass Wassereinsparungen unerlässlich werden (kaltwetter.com berichtete im Artikel Rekord-Dürre in Kalifornien. Ursache gefunden) und das im Land der unbegrenzten Hemmungslosigkeiten.

Die Klimakatastrophe hat Kalifornien als eines der ersten Länder erreicht. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/kevincortopassi/14483258916">Kevin Cortopassi auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC BY-ND 2.0</a>
Die Klimakatastrophe hat Kalifornien als eines der ersten Länder erreicht. © Kevin Cortopassi auf flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0

Gleichzeitig jedoch kommt es im Winter zu den einzigen Regenfällen des Jahres. Regenfällen, die durch El Niño Sturzflutcharakter annehmen und am Ende tödlich sind: Sie führen zu massiven Erdrutschen und gefährden nicht nur Menschenleben, sondern vernichten unwiederbringlich den wertvollen Ackerboden (kaltwetter.com: Bedrohliche Erosion: Klimakatastrophe frisst fruchtbaren Boden). Dadurch wird der Boden in der nächsten Dürre noch angreifbarer durch Hitzeerosion – ein Teufelskreislauf, der am Ende das Land zur unbewohnbaren Wüste machen wird.

6. Australien

Im ohnehin an Extremtemperaturen reichsten Kontinent der Erde nehmen selbige noch zu. Es verwundert auch hier nicht, dass trotzdem die Menschen zielgerichtet und prinzipientreu ihrer Spezies gemäß den Weg der umfassenden Idiotie wählen. So gilt Australien als Bremser der CO2-Reduzierung und hat – ein Skandal in unserer Zeit – eine Besteuerung von CO2 abgeschafft mit der Folge, dass die Emissionen wieder steigen und damit die Klimakatastrophe selbst ebenfalls.

Dass durch den El Niño-Einfluss und kochende Ozeane nun auch Giftschlangen* an Stränden auftauchen, die bisher wegen des „kühleren“ Wassers gemieden wurden, ist dabei nur ein Randaspekt.

7. Südpazifischer Ozean

Die NOAA dokumentiert durch die abnorm gesteigerten Wassertemperaturen (nur kaltes Wasser ist nährstoffreiches Wasser!) in direkter Nähe des El Niño einen massiven Abbau von Planktonalgen. Sichtbar wird dies über Messungen der Chlorophyllmenge im Pazifik, wo sich ein drastischer Rückgang feststellen lässt.
Die Folge ist ein Zusammenbrechen der Nahrungskette, insbesondere ein massives Sterben der Fischpopulationen, die auf das Plankton als Nahrungsquelle angewiesen sind.

Vom prachtvoll bunten Lebewesen zu einer toten Hülle: Korallen als Indikator für die Klimakatastrophe in den Ozeanen und symbolisch für unsere Zukunft
Vom prachtvoll bunten Lebewesen zu einer toten Hülle: Korallen als Indikator für die Klimakatastrophe in den Ozeanen und symbolisch für unsere Zukunft

Korallen* gelten als erste Indikatoren einer globalen Klimaveränderung, sozusagen ein hochempfindlicher Detektor für das Sterben in den Ozeanen. Hier wird seit Jahren eine alarmierende „Korallenbleiche“ festgestellt und damit ein Absterben der empfindlichen Meereslebewesen. Die Ursache ist eine Versauerung des Wassers, da das CO2 in sehr großen Mengen im Meer gespeichert wird. Gäbe es die Ozeane nicht, wäre die Klimakatastrophe an Land bereits so weit fortgeschritten, dass kein Mensch mehr leben könnte. Statt dessen haben die scheinbar endlosen Tiefen der Weltmeere etwa 94% der Erwärmung geschluckt. Und geraten nun an ihre Speicherungsgrenze, was entsprechende Folgen hat.
Das CO2 führt durch verschiedene chemische Abläufe zu einer Anhebung des Säuregrades der Ozeane, welche auch messbar ist. Die erste Folge ist das Ausbleichen der Korallen, die nächste (bereits belegte) sind Todeszonen aufgrund Sauerstoffreduzierung durch die zu hohen Wassertemperaturen. Am Ende werden die Ozeane wie ein industriell verschmutzter Fluss in den 1980er Jahren einfach „umkippen“ und alles Leben töten (dazu mehr im Artikel zu den Todeszonen).

El Niño ist kein „natürliches“ Klimaphänomen, sondern der Agent der Klimakatastrophe

Dieser thematisch nur bestimmte Aspekte anreißende Artikel der FAZ und die genannten Indizien belegen eindeutig, dass El Niño kein „natürliches“ Klimaphänomen ist, wie gerne behauptet wird, um die Menschheit vom Verdacht eines anthropogenen Klimaholocaust freizusprechen.
Umgekehrt wird ein Schuh daraus: El Niño hat es immer gegeben, sicher. Aber seine Stärke und sein Auftreten sind interdependent verknüpft mit dem globalen Klima. Gerät das globale Klima, wie eben durch die vom Menschen initiierten Treibhausgasemissionen, völlig außer Kontrolle in einem Zeitrahmen, der 10.000 mal rascher verläuft, als er in der Natur jemals aufgetreten ist (außer bei Katastrophen wie Supervulkanausbrüchen und Kometeneinschlägen), dann steigert sich auch die Wirkung des El Niño, die wiederum die Katastrophe beschleunigt und antreibt und erneut stärkere El Niños hervorruft. Ein perverser Teufelskreislauf also, der dem Titel der FAZ „El Niño – ein Satan“ voll und ganz gerecht wird.

Was genau haben wir zu erwarten?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, sondern eher in einer Staffelung von Wahrscheinlichkeiten. Dass wir vor einer Katastrophe stehen, ist so gut wie sicher. Dass wir trotz des Auftretens des El Niño und der Belege für die kommende Apokalypse als Menschheit schockiert für einige Sekunden die Hand vor das Lügenmaul heben, um dann achselzuckend die Toten und die Katastrophen als naturgegeben hinnehmen, ist ebenso sicher.

Gehen wir einmal von der optimistischen Variante aus. Nämlich, dass der El Niño sich nicht steigert, sondern auf diesem hohen Niveau stagniert und auch zeitlich nicht häufiger auftritt. Dann wird das Klimaphänomen alle etwa 18 Jahre die Klimakatastrophe auf eine neue Ebene katapultieren und um das Jahr 2100 herum wird nach weiteren 4 bis 5 El Niños die Menschheit in der Katastrophe angekommen sein. Millionen Tote, Klimaflüchtlinge, Meeresspiegelanstieg, Sterben in den Ozeanen, Desertifikation, Wassermangel etc. pp. Das ganze Programm eben.

Einen Blick auf die pessimistische Variante möchte man somit eigentlich gar nicht mehr werfen. Wir tun es trotzdem.
Die Forscher gehen derzeit davon aus, dass El Niño sich sowohl qualitativ hinsichtlich der Temperaturen und Dauer, wie auch zeitlich durch ein immer häufigeres Auftreten steigern wird.
Wie häufig wird das sein?
Der letzte (damals) Rekord-El Niño war 1997/98. Das war vor 18 Jahren. Davor gab es den letzten großen El Niño 1982/83 und davor im Jahre 1972/73 und 1965/66 (Quellen zum Überprüfen: ENSO-Impacts der NOAA).
Wir haben also zeitlich rückwärts betrachtet eine Pause zwischen den El Niños von 18, 15, 10, 7 Jahren. Mit anderen Worten: Die El Niños werden nicht häufiger, sondern eher seltener laut diesen Daten und wenn man sich nur auf die großen El Niños und nicht auf die moderaten, die es dazwischen auch noch gab, bezieht.
Dafür steigt erkennbar die Stärke der großen El Niños immer weiter an. Grob gesagt, war jeder El Niño in Folge ein Rekord-El Niño, der seinen Vorgänger hinsichtlich der Temperaturanomalie übertraf.

Wäre es so, dass El Niño sowohl häufiger wie auch stärker aufträte, ja im schlimmsten Fall sogar einen Dauerzustand (!) annähme, dann könnte die Menschheit sofort einpacken. Es würde sich um ein außer Kontrolle geratenes Klimasystem handeln, in dem letztlich alles passieren könnte inklusive eines Aussterben allen Lebens auf Erden innerhalb von ein paar Jahren durch einen sich selbst steigernden Rückkopplungsmechanismus.
Zur Beruhigung: Danach sieht es nicht aus.

Doch sollte El Niño zwar seltener, aber stärker auftreten wie bisher, dann könnte sich die Klimakatastrophe an ihrem stärksten Agenten entlanghangeln, einem brennenden Satan nicht unähnlich, der an einem Seil emporklettert, um auf ein kühles Plateau zu gelangen, auf das sich die Menschheit gerettet hat und nicht ahnt, wer da gerade zu ihnen gelangen möchte. Idiotisch wie unsere Spezies ist, wird sie vermutlich bereits Lichterketten entzündet haben und ihren brennenden Tod mit offenen Armen, Sonnencremes und Hawaiishirts bei einer letzten Grillorgie willkommen heißen …
In diesem realistischen Fall würde ich hypothetisch vermuten, dass ab etwa 2050 die Katastrophe richtig spürbar wird und der Welt letztlich angesichts von Millionen Klimatoten die Augen aufgehen werden. Vermutlich werden wir wie üblich dann versuchen, mit dem Götzen moderner Technik (sprich: Geo-Engineering) unsere idiotischen Fehler radikal zu beseitigen und dabei keine geringe Chance haben, uns selbst nachhaltig auszulöschen – weil das Klima sich ohne massive und unvorhersehbare Rückwirkungen nicht kontrollieren lässt …

Wir werden selbst verfolgen können, wann der nächste El Niño kommen wird. Erst in 21 Jahren, wenn die oben dargestellte zeitliche Abfolge korrekt wäre, also im Jahr 2036 und dann erneut mit noch stärkeren Rekordwerten?
Oder kommt er wieder nach 18 Jahren, also im Jahr 2033 oder wie die Forscher vermuten, ab jetzt immer früher? Der Zeitpunkt des Auftretens und das Ausmaß der Temperaturanomalie werden es uns zeigen.

Das mag dem Einen oder Anderen alles sehr pessimistisch klingen. Ich neige jedoch dazu, die multiplen Daten zu vergleichen, auszuwerten und das Ganze auf die Zukunft zu projizieren. Bisher war es leider so, dass beim Klimawandel sich die Forscher alle paar Jahre korrigieren mussten – zu unserem Nachteil. Weil „überraschende“ Aspekte entdeckt wurden, die als Beschleuniger der Klimakatastrophe wirkten und die durch die Klimakatastrophe selbst entstehen. Sei es „Schwarzes Eis„, erhöhte Gletscherschmelzraten oder eben auch den Charakter El Niños, der sich vom pausbäckigen, unschuldigen Christkind zu einer skurrilen Klimaanomalie irgendwo an einem vergessenen Punkt auf der Erde, dann zu einem nicht unwichtigen Klimafaktor und jetzt zu einem „Satan“ entwickelt hat.

Wird man in Zukunft den Untergang einer belehrungsresistenten Menschheit mit dem El Niño in Verbindung bringen? © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/aurelienbaudoin/18334658936">Aurel auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC BY-ND 2.0</a>
Wird man in Zukunft den Untergang einer belehrungsresistenten Menschheit mit dem El Niño in Verbindung bringen? © Aurel auf flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0



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Artikel (kaltwetter.com) zum Thema
Wirkungsystematik des El Niño
El Niño führte zur Hitzekatastrophe im Sommer 2015
Weiterer Verlauf des El Niño in 2016
El Niño wird immer stärker werden

Artikel aus dem Web
http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-19502-2015-11-09.html
Hervorragendes PDF mit ausführlichen Infos von der Seite „Das ENSO-Phänomen“http://www.enso.info/anhang/El_Nino_2015_16.pdf

Artikelbild: © Rafael Mizrahi auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0, hier: Ausschnitt verwendet

  • Peter

    Hallo Michael!

    Unglaublicher Artikel! Sag wie lange sitzt Du eigentlich bei so einem Artikel? Danke für die ganze Arbeit, die Du da regelmäßig reinsteckst.
    Das alles macht einem wenig Hoffnung aber als Realist kann man nicht die Augen schließen.
    Bei uns bereits das Jahr 2016 rund 1,8 Grad zu warm. Ich fürchte der Winter ist zum in die Tonne treten.
    Wie geht’s Dir eigentlich? Lässt Dich das Virus oder was es immer ist endlich los?

    Liebe Grüße

    Peter

    • Sandra Ditt

      Wieder so toll und spannend geschrieben!! Denke auch immer, wo nimmt der Autor die Zeit her? Dieser Aufwand wäre bei mir als Selbstständige mit 2 Duzend Angestellten zeitlich völlig unmöglich. Umso schöner dass uns Kaltwetter so phantastische Berichte liefert!

      • Selbst und ständig. Kenne ich auch ^^ 70-Stunden-Arbeitswochen sind für mich auch normal wenn man Kaltwetter mitrechnet. Ich entspanne mich sozusagen fast nie, weil ich kein TV sehe. Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit man über hat, wenn man statt irgendwelcher dröger Ablenkungen etwas Sinnvolles macht. Aber ich muss auch sagen, dass die Arbeit an Kaltwetter eine Form der Entspannung für mich ist, das Schreiben von Artikeln bei Kerzenlicht und einer Tasse Kaffee oder so. Wissen ist für mich wie Luft zum Atmen und die Beschäftigung damit schon seit ich ca. 5 Jahre alt war, positiv emotional verknüpft und eine Leidenschaft.
        Schön auch zu sehen, dass meine Gedanken und die Arbeit rund um das Wissen nicht nur mir selbst Freude bereitet, sondern auch anderen zugute kommt. Wenngleich ich mir manchmal wünschen würde, dass der Tenor der Artikel positiver wäre, aber ich habe mir die Klimakatastrophe leider nicht ausgesucht ^^ Ich verspreche, wenn etwas Überraschendes im Klima geschieht, das uns ein Wunder beschert, dann ändert sich das haha

    • Danke euch beiden.
      Übung macht den Meister. Als Geisteswissenschaftler bin ich es gewohnt, strukturell zu denken, daher denke ich, dass ich es aus der Uni gewohnt bin, „in Artikeln zu denken“ 😉
      Je nachdem, was an Wissen so benötigt wird für einen Artikel, dauert das Ganze 4 bis 10 Stunden inkl. Bilderrecherche, Korrektur, Verlinkung etc. Gemütlich bei einem Kaffee macht das Ganze mir wirklich Spaß, denn es ordnet auch die eigenen Gedanken, wenn man einmal die Fakten und Hypothesen übersichtlich aufs elektronische Papier bringt.
      Ansonsten denke ich rund um die Uhr an Kaltwetter. Alles, was mir an Infos, Fakten, Links, Theorien, Dissertationen in Alltag, Web, Büchern in die Hände fällt, kommt sofort auf meine Liste, um überprüft, vertieft und recherchiert zu werden. Oft gibt es zu viele Einzelinformationen, die für sich isoliert wenig bedeuten. Erst im Zusammenhang, vernetzt mit anderen Teilinformationen ergibt sich ein ganzheitlicheres Bild. An solchen fachübergreifenden Zusammenhängen krankt oft die Wissenschaft, da noch immer zu viel sich auf ein Fachgebiet reduziert und die Interdisziplinarität zwar immer weithin gerühmt, aber letztlich doch selten angestrebt wird, vor allem in Deutschland.

      Der Virus ist noch nicht ganz besiegt, aber erstmals ist wieder Arbeit möglich, wie man sieht (aber nur im Sitzen). War entweder Influenza oder Schweinegrippe. 6 Tage Fieber ohne Wirkung von Ibuprofen war schon der Hammer. Die Ärztin war ganz begeistert von meiner vereiterten Luftröhre und hat meiner Frau (Tierärztin) total begeistert alles gezeigt. „Schauen Sie mal, sehen sie den Eiter wie er hochkommt! Ha! Sinusitis, ganz klar“. Begib dich nie in die Hände von 2 Medizinerinnen, das ist wie im Mittelalter haha Aber sie sind wohl auf ihre Art ebenso wissbegierig und wissensbegeistert wie ich. Schön dass ich helfen konnte, habe ich nur gesagt, bevor mich der nächste Hustenkrampf geschüttelt hat ^^

      Ich hoffe also, dass ich bald wieder mehr verfassen kann. Mir schwebt da der Dinosaurier-Artikel Teil 2: Jura vor, vielleicht ein Artikel über Stratosphärenwolken, über den Gesamtzustand der Ozeane und Seen auf der Welt und natürlich die nächste Wetterprognose.

      • Sandra Ditt

        Influenza…., Frau Tierärztin….., warum hatte ich sofort die Assoziation „Rosskur“….. *duckundweg* 😉 ^^

        • wie? Rosskur? meinst du meine Frau verarztet mich wie ein Pferd oder was? lol

          • Sandra Ditt

            Du kennst den Begriff wirklich nicht? 🙂

            https://de.m.wikipedia.org/wiki/Rosskur

          • auch ich habe weiße Flecken auf der mentalen Landkarte hahaha
            In der Interpretation stimme ich zu. Du möchtest nicht wissen was meine Frau so manchmal mit mir anstellt lol Seltsamerweise wirkt aber alles im Unterschied zu so manchem Humanmediziner, daher beschwer ich mich nicht ^^

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