Die Hitze des El Nino und die Kälte arbeiten Hand in Hand. Trotzdem brennt am Ende die Erde.
Die Hitze des El Nino und die Kälte arbeiten Hand in Hand. Trotzdem brennt am Ende die Erde.

Mittlerweile ist es belegt, dass der El Niño ganz im Gegensatz zu meinen früheren Annahmen einen fundamentalen Einfluss auch auf unser Wetter in Europa aufweist.
Bisher hatte ich nur eine italienischsprachige und somit leider für mich nicht verständliche Studie zu diesem Thema des El Niño-Einflusses auf Europa gefunden. Aber wozu hat man Freunde? 🙂 Asaad Chneker hat sich auf die Suche begeben und ein ganzes Sortiment von Kausalketten gefunden, von denen wir uns aus erkenntnistheoretischen Gründen selbstverständlich gerne „fesseln“ lassen und die die sog. „Bipolare Telekonnektion“ beschreiben. Insofern an dieser Stelle schon einmal meinen Dank an Asaad.

Die grundsätzliche Auswirkung eines El Niños

Es bleibt natürlich bei der Milchmädchenlogik-Feststellung, dass ein El Niño-Klimaphänomen vor der südamerikanischen Küste keinen direkten Effekt auf das europäische Klima besitzen kann.
Aber: Ein Umweg muss nicht zwingend weniger wirksam sein.

Schauen wir uns die Wirkungskette eines El Niño vom grundsätzlichen Verlauf einmal genauer an:

Wie wirkt sich ein El Niño global in den Grundzügen aus? © Asaad Chneker
Wie wirkt sich ein El Niño global in den Grundzügen aus? © Asaad Chneker

Punkt 1: Da bekanntlich der El Niño durch eine Temperaturanomalie bestimmt ist, erwärmt er den Pazifik vor der südamerikanischen Küste, etwa auf Höhe von Peru. Dadurch erwärmt sich natürlich der Pazifik an sich. Die Erwärmung ist nicht zu unterschätzen – die Meeresoberflächentemperatur (Sea Surface Temperature, SST) erwärmt sich um bis zu unfassbare 5.5 Grad Celsius!

Erwärmung des Pazifiks durch den letzten (Rekord-)El Niño 1997
Erwärmung des Pazifiks durch den letzten (Rekord-)El Niño 1997

Punkt 2: Die Thermohaline Zirkulation, also das Netzwerk aus Meeresströmungen, von denen einer auch der Golfstrom ist, verteilt diese Wärme auf dem ganzen Planeten.

Themohaline Zirkulation: Netzwerk aus Wasserströmungen, die sich über die gesamte Erde verteilen und ein Netzwerk bilden. © <a target="_blank" alt="thermohaline zirkulation, el nino, strömung" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thermohaline_Zirkulation#/media/File:Thermohaline_Circulation.svg">Canuckguy, Robert Simmon, NASA auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>CC BY-SA 3.0</a>
Themohaline Zirkulation: Globale Meeresströmungen, die sich über die gesamte Erde verteilen und ein Netzwerk bilden. © Canuckguy, Robert Simmon, NASA auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Punkt 3: Als Folge der verteilten Wärme gleichen sich die Temperaturen zwischen dem tropischen Atlantik und dem Nordatlantik mehr an, das heißt, der große Temperaturunterschied wird kleiner.

Punkt 4: Als Folge dieser Temperaturannäherung gibt es weniger Stürme, da diese sich aus den Temperaturunterschieden bilden.

Insgesamt werden also grundsätzlich weniger Sturmereignisse in Europa beobachtet, während paradoxerweise im asiatischen Bereich die Taifune vermehrt auftreten (siehe unten das Bild der drei Taifune vor China und Japan). Und bis auf einen Sturm Ende März war Europa im Frühjahr und Sommer 2015 nahezu komplett sturmfrei.

Dieses Bild ist jedoch nicht vollständig, denn wie sich Sturmtiefs, Temperaturen und Dürren verhalten, hängt auch von der Nordatlantischen Oszillation (NAO) und damit dem Jetstream ab.

Mit NAO und Jetstream: Die Wirkungskette eines El Niño auf Europa

Auswirkungen eines El Niño bei positiver und bei negativer NAO; © Asaad Chneker
Auswirkungen eines El Niño bei positiver und bei negativer NAO; © Asaad Chneker

Erläuterung: Was sind AO, NAO und Jetstream?

Vergleich des Polarwirbels bei positiver und negativer Arktischer Oszillation
Vergleich des Polarwirbels bei positiver und negativer Arktischer Oszillation

Die NAO ist grundsätzlich ein Indikator, der das Verhalten des Jetstream und damit der polaren Luftmassen anzeigt.
Der Jetstream ist ein globales Höhenband starker Winde, das unsere Breiten von den arktischen abgrenzt und damit auch die Luftmassenverteilung zwischen kalter und warmer Luft (in blau auf der nördlichen Halbkugel: Der uns betreffende Jetstream).

Darstellung der globalen Jet-Streams, U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration, Public Domain
Darstellung der globalen Jet-Streams, U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration, Public Domain

Eine positive NAO zeigt einen stabilen Jetstream an, der nördlich von uns eher geradlinig verläuft (siehe Bild links: Positive Phase). Die Westdrift vom Atlantik kann mit warmen und feuchten Luftmassen zu uns gelangen.
Eine negative NAO zeigt an, dass der Jetstream „mäandriert“ und „Beulen“ nach Süden ausbildet sowie Täler nach Norden (siehe Bild links: Negative Phase). Wenn die Westdrift durch meridionale Wetterlage dank Hochdrucksystemen auf dem Atlantik und Skandinavien blockiert wird, können über dann von Norden erfolgende Luft-Strömungen diese polaren Luftmassen via Jetstream mit einer „südlichen Beule“ (Trog) als Höhenkaltluft zu uns geführt werden.

Die AO (Arktische Oszillation) hingegen beschreibt, wie der Jetstream selbst global verläuft (siehe Bild). Die NAO beschreibt im Grunde vereinfacht ausgedrückt, wie der Jetstream über EUROPA sich verhält und nicht global auf dem ganzen Erdenkreis. Wenn man so will, kann man die NAO als angewandten Indikator der AO nur für Europa bezeichnen.

Ein Beispiel, um dieses etwas verwirrende Geflecht zu entwirren: Ist die AO stark negativ, gibt es beispielsweise wie 2014/15 und 2013/14 in den östlichen USA einen Arktiswinter, weil der Jetstream „ausbeult“ und die polare Luft nach New York transportiert mit bis zu -40 Grad.
Gleichzeitig aber facht dies die Westdrift an, die östlich New Yorks, von Neufundland aus zu uns zieht. Die NAO, also der Atlantik, der zwischen uns und den USA bekanntlicherweise liegt, ist aber trotz negativer AO positiv, eben weil der Jetstream bei uns sowie auf dem Atlantik NICHT ausbeult – wir liegen in einem Tal statt in einem Trog und damit in der Wärme. Somit bekommen wir einen Mildwinter wie 2014/15 mit Stürmen im Januar, die von der Westdrift stammen, deren Motor die Kälte in den USA war, die bei uns als (Sturm-)Wärme ankommt.

Dass sich das so ungünstig für uns entwickelt ist eigentlich nicht die Regel – sollte der Jetstream für uns günstig sich ausbeulen, bekämen wir einen arktischen Winter! Allerdings zeigen Studien, dass aus noch unbekannten Gründen die Tage mit negativer AO in den USA unglaublich ansteigen und für Europa leider, leider nicht. Ob sich das ändert oder sich sogar noch verstärkt, werden wir abwarten müssen:

Ab- und Zunahme der Tage mit wellenförmigen Jetstream 1990-2013, 1995-2013 und 2000-2013, © Jennifer A Francis and Stephen J Vavrus, Evidence for a wavier jet stream in response to rapid Arctic warming, 2015 (http://iopscience.iop.org/1748-9326/10/1/014005/)
Ab- und Zunahme der Tage mit wellenförmigen Jetstream 1990-2013, 1995-2013 und 2000-2013, © Jennifer A Francis and Stephen J Vavrus, Evidence for a wavier jet stream in response to rapid Arctic warming, 2015 (http://iopscience.iop.org/1748-9326/10/1/014005/)

Bipolarität: Der El Niño in Kombination mit einer positiven oder negativen NAO

Kommen wir zurück zu dem Schaubild.
In Jahren mit El Niño gibt es somit 2 Möglichkeiten: El Niño + negative NAO und El Nino + positive NAO. Was passiert in dem jeweiligen Fall?
In Jahren mit El Niño und einer positiven NAO (das haben wir momentan NICHT), verschiebt sich (!) der Golfstrom in Richtung US-Ostküste und Labrador.
Die Folge: Es kommt zu einer verstärkten Zyklogenese (= Entstehung bzw. Verstärkung eines Tiefdruckgebiets) vor Neufundland östlich der Ostküste der USA (und damit wird der Motor für unsere Westdrift mit Regen* und Wärme angeworfen).

In Jahren mit El Niño und einer negativen NAO (das haben wir momentan), verläuft der Golfstrom weiter südlich als normal.
Die Folge: Im europäischen Mittelmeerraum kommt es zu einer verstärkten Entstehung von Tiefdruckgebieten (die uns in Mitteleuropa nicht erreichen, außer Bayern).

Verlauf und Prognose (rot) der Nordatlantischen Oszillation (NAO), © NOAA - http://www.cpc.ncep.noaa.gov/
Verlauf und Prognose (rot) der Nordatlantischen Oszillation (NAO), © NOAA – http://www.cpc.ncep.noaa.gov/

So weit, so gut.
Bevor wir weitergehen in der Erklärung, was der El Niño als Folge dieser Kausalkette anrichtet, noch eine wichtige Schlussfolgerung: Die Tatsache, dass wir einen extrem frühen und starken El Niño und eine weitgehend negative NAO aufweisen, erklärt natürlich, warum die deutsche Sahelzone sich so lange hält.
Die oft meridionale (oder auch gemischte) Wetterlage führte statt zu niederschlagsreicher Westdrift, von der wir in Europa bekanntlich den Regen erhalten, durch die Blockadesituation auf dem Atlantik zu vermehrten Nord-, Ost- und leider auch heißen Südlagen. Regen war somit nur sporadisch, da er aus östlicher Richtung gar nicht kommen kann (kontinentale Luft ist trocken!), aus Süden erst recht nicht (Afrikaluft) und aus Norden auch nur eher mäßig von der Nordsee. Bayern ist hier eine Ausnahme, da sich Stauregen und/oder Vb-Wettersituationen ergeben können, die aber nur Auswirkung auf den direkten Voralpen- und Alpenraum haben.

Und voila! Da haben wir doch das, was wir seit Monaten in Deutschland sehen:
1. Ostfriesland und die Küsten oft im Bereich eines ausbeulenden Jetstreams mit Polarluft und einem Klima wie in Norwegen.
2. Die Mitte Deutschlands eingeklemmt und ohne Regen in einer Art Wüstenvorstufe und Hitze.
3. Bayern, zu weit entfernt vom Jetstream und seinen Ausbuchtungen („Trögen“) extrem heiß, aber mit teilweise massiv Niederschlag durch die Alpenlage und Tiefs vom Mittelmeer (siehe oben: El Niño + negative NAO = Tiefdruckgebiete im Mittelmeerbereich, von denen Vb-Tiefs oft sich an den Alpen abregnen).

Die Hitzekatastrophe im Juli als Folge des El Niño

Global betrachtet, ist es höchst beeindruckend und auch erschreckend, wie der El Niño und vor allem so ein starker, den es bisher noch nie gab und dessen Stärke eindeutig ein klares Zeichen der Klimakatastrophe ist, sich global auswirkt. Als hätte jemand die Homogenität zerrissen und überall auf der Erde punktuelle Flammenwerfer angestellt, zerbricht die Welt in Hitze- und Kältepunkte, wie in dieser Animation deutlich zu sehen (man vergleiche das Anfangsbild in der Animation, wo die Wärme noch gleichmäßig verteilt ist, mit den Folgebildern). Neben der Bipolarität auf Europa bezogen (2 Möglichkeiten mit positiver und negativer NAO) könnte man also auch auf globaler Ebene von einer Fernwirkung (Telekonnektion) sprechen, die zu einer Spaltung in 2 Pole (Hitze und Kälte) führt, also in Bipolarität:

"Spaltung" der Welt in Hitze und Kälte aufgrund des El Niño (NOAA unter commons.wikimedia.org , lizenzfrei
„Spaltung“ der Welt in Hitze und Kälte aufgrund des El Niño (NOAA unter commons.wikimedia.org , lizenzfrei

Wie bereits im ausführlichen Artikel zur Hitzekatastrophe Juli 2015 erwähnt, ist somit der El Niño der Kriegstreiber* unserer Leiden im Juli 2015 gewesen.
Wir haben oben festgestellt, dass der El Niño zunächst ohnehin Stürme in Europa minimiert aufgrund der Angleichung von Nordatlantik und tropischem Atlantik und dann zusätzlich wegen der negativen NAO über die Verlagerung des Golfstromes die Tiefdruckentstehung in den Mittelmeerraum verlegt. Womit sich gleichzeitig (auch unter Einfluss der Sonnenfleckenzahl, die sehr gering ist momentan und sich auf dem Weg in ein Minimum im Jahre 2021 befindet) damit Tiefs und Feuchtigkeit bei meridionalen Wetterlagen und ohne Westdrift von Mitteleuropa sehr fern halten.

Wenn dann wie im Juli die Westdrift ausbleibt, sich eine Südlage bildet und ein Omegahoch entsteht, schaukelt sich die entstehende Hitze ohne Durchbrechungen durch die stürmische Westdrift immer weiter hoch und wir haben eine Naturkatastrophe – eine indirekte Folge von El Niño und der Klimakatastrophe.

In Kurzfassung noch einmal als Kausalkette:

1. El Niño -> Wärmeverteilung global -> Angleichung Tropischer und Nordatlantik -> weniger Stürme -> Verstärkung von Hitze durch Nichtunterbrechung

2. El Niño (bei negativer NAO) -> Verlagerung des Golfstroms nach Süden -> Entstehung von Tiefs im Mittelmeerraum statt auf dem Nordatlantik -> Dürre jenseits der Tiefs in Europa und Verstärkung der Hitze

3. Geringe Zahl Sonnenflecken -> Verstärkung meridionaler Wetterlagen (Hochs auf dem Atlantik blockieren die stürmische Westdrift) -> Verstärkung von Hitzewetterlagen in Europa trotz der Möglichkeit von „kühlen“ Nord- und Ostlagen (nur wirksam an den Küsten)

Solche Schemata bilden sich, wie man in der Animation oben sieht, überall auf der Welt, als hätte man die Erde in Hitze und Kälte gespalten. Dass wir natürlich in der Hitze landen, ist den beschriebenen Bedingungen in Europa geschuldet.

Global wird es immer chaotischer: Peru wird im südamerikanischen Winter von einer Kältewelle heimgesucht, die die Menschen dort nicht kennen. Gleich drei (!) tropische Taifune tauchen vor Japan und Chinas Küsten auf. Vor der Ostküste Amerikas übrigens werden in El Niño-Jahren weniger Hurricanes erwartet – angesichts des sturmlosen Atlantiks verwundert dies nicht. Dafür tauchen Hurricanes in La Niña-Jahren verstärkt auf, also dem Gegenteil des El Niño.

Die 3 Taifune "Linfa", "Chan-hom" und "Ningka". © Japanese Meteorological Agency
Die 3 Taifune „Linfa“, „Chan-hom“ und „Ningka“. © Japanese Meteorological Agency

Was erwartet uns im Herbst und Winter durch El Niño?

Wie sich der El Niño im Herbst auswirkt, ist noch unsicher.
Es lesen sich einige Stimmen, die nicht zu Unrecht den beschriebenen Mechanismus der Hitzewellen auch für den Herbst annehmen. Allerdings bildet sich im Herbst der Polarwirbel neu aufgrund des niedrigeren Sonnenstandes und die Karten werden sozusagen neu gemischt. Die Meridionalität könnte dazu führen, dass dann vorzeitig polare Luft aufgrund einer negativen AO nach Europa geführt wird. Die Chancen dafür sehe ich allerdings als sehr gering an, weil dieser Mechanismus normalerweise nicht einmal im Dezember auftritt, sondern erst im Januar und Februar und erst dann unsere ohnehin sehr niedrigen Chancen auf einen Kaltwinter beträchtlich erhöht, aber eben auch nicht zu 100%.

Und vergessen wir nicht die gerade gelernte Folge der bipolaren Telekonnektion: Sollte sich die negative NAO halten, so verläuft der Golfstrom südlicher und die Wärme gelangt nicht wie bei einer positiven NAO zu uns. Fallen der hohe Sonnenstand und die CO2-Wirkung, die im Sommer damit am höchsten ist nach dem Sommer weg, könnte sich der Nachteil des südlicheren Golfstroms in einen Vorteil verwandeln. Mit dem Polarwirbel könnte sich eine ganz andere klimatische Situation ergeben.
Dies ist jetzt allerdings meine alleinige Hypothese, da ich dazu bisher nichts im Internet gefunden habe. 🙂

Da zudem es keine Vergleichsmöglichkeiten gibt, weil der El Niño wohl Rekordwerte erreicht und es niemals zuvor so einen frühen und auch starken El Niño gab, sind die Folgen in hohem Maße unsicher.
Der El Niño wird bekanntlich erst im Herbst seinen Höhepunkt erreichen, wir erleben also gerade erst den Beginn! Die Auswirkungen werden noch bis Frühjahr 2016 spürbar sein. Es läuft also auf die Frage hinaus, welche Strukturen die Oberhand gewinnen: Ist die Sonne im Verbund mit der Sturmflaute der bipolaren Telekonnektion stark genug, um wie im Sommer mit Hitze weiterzumachen? Oder mischt der Polarwirbel doch die Karten neu und es ergibt sich eine völlig neue (regionale) Klimasituation. Letzteres wäre zu hoffen.

  • Asaad Chneker

    Hammergeiler Bericht! Habe schon drauf gewartet ;). Gut alles eingebunden Michael. Mögen die Frostgötter diese versteckte Gebet gehört haben….. 😀

    • Danke, Asaad. Auch noch mal für die Recherche und Übersichtsbilder!
      Was denkst du denn über den Herbst und die Bipolare Telekonnektion? Hitze? Kälte? Änderung der Lage oder keine? 🙂

      • Asaad Chneker

        Bitteschön :). Also ich denke, wenn die Konstellation so bleibt, werden wir erste Kälte Ende September/Anfang Oktober erfahren. Bleibt die Zirkulation gemischt, bzw. meridional, könnte es bereits Anfang Oktober für regelmäßige Nachtfröste reichen. Das, was du angesprochen hast, bzgl. des PW’s wird dabei aber zu berücksichtigen sein. Wird die NAO positiv, haben wir wieder den Salat. Auf der anderen Seite schwächen EL Ninos aber den PW, weshalb auch eine gute Chance besteht, dass die negative NAO gehalten wird. Die Sonnenfleckenaktivität spielt auch in unsere Hände. Abwarten.

        • Ja genauso hatte ich das auch auf dem Schirm, sehr schön. Dann kann ich ja weiter beten für wenigstens einen kalten Oktober und November ^^ Aber ob die NAO so negativ bleibt? Ich wage es zu bezweifeln. Aber ich bin ja auch ein SKeptiker 😛

          • Asaad Chneker

            😀

  • Lossoth

    Hallo Kaltwetter,
    endlich mal ein Bericht, den ich auch verstehe. Vielen Dank dafür. Nur leider kommt nicht ganz Bayern in den Genuss der Tiefdruckgebiete. Ich wohne in Nordbayern, sprich Unterfranken und bei uns war wie auch in Hessen die letzten Monate eine Wüste.

    • Ja, ich kenne auch einige, die dort leben. Wir sprechen immer von Tropenhessen und Unterfranken als vereinte Brüder im Geiste und im Klimaschmerz ^^

  • Dracu

    Toller Bericht Kaltwetter.
    Also wird es im nächsten Winter doch Interessant werden wie
    sich El-Nino weiterentwickeln wird.

    • Jaaaa, das wird spannend, auch für mich, das zu verfolgen. Ehrlich gesagt gehts mir auf die Nerven, dauernd über den Sommer schreiben zu müssen mit Negativschlagzeilen. Wird Zeit, dass ich wieder Winterprognosen erstellen darf hehe

  • Zoppo Trump

    Und wieder sind wir dank Michael und auch Asaad schlauer geworden, danke 🙂
    Dann verstehen wir bald die ganze Wetterwelt und werden immer besser einschätzen können wie die schönste Jahreszeit wird. Die Seite ist jetzt schon Informativer als viele andere Wetterseiten 😉

    • Vielen Dank, Tim. Ist ja auch mein Ziel, dass wir alle dazu lernen, mich eingeschlossen und nicht diesen oberflächlichen Boulevardmist nur lesen wie auf diversen Wetterportalen. Je mehr wir wissen, desto mehr können wir abschätzen, wie die nahe Zukunft (Winter) wird und die ferne (Klimakatastrophe).
      Fehler sind auf diesem Weg natürlich auch nicht ausgeschlossen, aber aus Fehlern lernt man letztlich am meisten. Das Prinzip der Falsifizierung wenden ja auch Wissenschaftler an, also ist es ein gutes Boot auf dem unsicheren Fluss, der zur Wahrheit führt.

      • Zoppo Trump

        So wie wir ja jetzt wissen das OPI nur noch eine kleine untergeordnete Rolle spielt wie du es erklärt hast.

  • Baur Hans Peter

    Die nächste Woche bringt eine neue brutale Hitzewelle mit Werten über 35 Grad deutsche Küsten wohl ausgenommen, zieht euch schon mal kalt an….

    • Jep, ich werde bald wohl leider wieder eine Wetterprognose der Hölle schreiben müssen und ich hatte wohl recht dass es nur eine Episode mit der kühlen Witterung und einem Traumrestsommer von max. 22 Grad wird. Schade.
      Momentan nutze ich das herrliche Wetter aus. Hausputz nachdem alles liegengeblieben war in der Horrorhitze, endlich wieder schlafen können und die Hitzeerschöpfung auskurieren.
      Wollen wir mal hoffen, dass die kommende 8. Hitzewelle dieses Jahr die letzte sein wird und es nicht wie 2014 bis November so weitergeht.

      • Baur Hans Peter

        Da gebe ich Dir recht! Auch mich hat die Hitze fertig gemacht! Immerhin helfen uns die dieses Jahr angeschafften Klimageräte über das ärgste hinweg, aber zum Schlafen sind diese mobilen Monoblockgeräte mir immer noch zu laut. Immerhin, vor dem Schlafen runterkühlen, dann geht’s einigermaßen. Tipp: Delonghi dolceclima silent hat 38 db auf der tiefsten Lüfterstufe…

        • Ja ohne Klimagerät gehts nicht mehr in der Klimakatastrophe. Wobei ich auch bei 60 db schlafe, weil ich immer Ohropax verwende (Wachs, nicht Schaumstoff). Bei der Lärmbelastung vor allem im Sommer hier wenn die Sofeten ihre Proletenpartys noch bis 1 Uhr abhalten, könnte man sonst gar nicht mehr schlafen.

  • Baur Hans Peter

    bin 55 und Diabetiker, also nicht mehr so widerstandsfähig wie auch schon….und meine Mutter im selben Haus ist 82, und altersmässig ohne Klimageräte in der Gefahrenzone…..sie hat im Schlafzimmer ein Kibernetik MK Premium, lauter als Olimpia, bläst dafür noch kälter….

  • Dracu

    Ich hoffe das wir Norddeutschen wieder Glück haben und von
    der Hitze nächster Woche verschont bleiben oder nur gestreift werden.
    Wenn ich sehe was in diesem Sommer an Hitze im Süden abgeht
    bin ich ganz froh im Norden zu Leben.Alle Menschen Südlich der Mittelgebirge
    tun mir Leid was das Thema Hitze angeht.Ich Fühle mit euch mit.

    • Baur Hans Peter

      Könnte sein dass die Hitze diesmal auch den Norden Deutschlands erfasst außer Du wohnst auf den Inseln…Helgoland?

  • Baur Hans Peter

    An Kaltwetter: Wohnst Du mitten in einer Stadt und Ausgehmeile? Furchtbar! Kannst Du nicht wegzügeln? Wohne auf dem Land in der Ostschweiz, wenigstens ist es hier ruhig, also heiß UND lärmig da würd ich durchdrehen…

    • Nein, nein, auf dem Land. Trotzdem gibts hier Sofetennachbarn … gottlob nur 1 von 4 ^^
      Wegziehen ist aus beruflichen und privaten Gründen nicht möglich, sonst wäre ich schon in Ostfriesland mit Familie oder sogar in Schweden.
      Nun ja, im Herbst kommt die Rückzahlung – da ist der Norden wegen der Nordsee üblicherweise wärmer als der Süden, im Winter sowieso. Einen oder zwei Monate gilt es noch zu überstehen.

  • Dracu

    Karsten Schwanke hat ein sehr fundierten Bericht zum schwächelnden
    Nordatlantikstrom (Golfstrom) gemacht.Während im größten Teil der Nordhalbkugel
    der Letzte Winter der Wärmste war seit 126 Jahren war es auf dem Nordatlantik der Kälteste
    Winter.Da ich nicht weiß ob ich Links hier rein stellen darf sollte ihr mal im
    Wetterforum der Wetterzentrale im Forum Klima reinschauen.Den Beitrag findet ihr
    im Thread : Neue Eiszeit beginnt jetzt. Aventinus hat dort den Link rein gestellt.Sehr
    interessant was Karsten Schwanke zu Berichten hat.

    • Klar sind Links hier erlaubt – bei mehr als 2 Links landet ihr zwar im Spam-Ordner und ich muss euch freischalten, aber mache ich natürlich (kann dann etwas dauern mit der Freischaltung, je nachdem wann ich es sehe). Diese Sicherungsmaßnahmen sind leider notwendig um die Horden Viagrawerbung und Sofetenbeleidigungen zu filtern ^^. Und danke für den Tipp, ich schau nachher mal rein.

    • Leider finde ich in diesem Forumschaos nicht den Artikel, weder in Klimatologie noch in „Berichte zu Klima/Witterung“ – kannst du den Link bitte hier reinstellen, Dracu?

    • ich glaub ich habs gefunden ^^ http://www.wzforum.de/forum2/read.php?6,3068904,3079011
      Direktlink zur ARD-Mediathek: http://www.ardmediathek.de/tv/Wetter-vor-acht/Schw%C3%A4chelt-der-Golfstrom-Droht-eine-neu/Das-Erste/Video?documentId=29645504&bcastId=338188

      Sehr fundiert und gibt die wissenschaftliche Situation gut wieder.
      Ich habe darauf vor einigen Monaten bereits Bezug genommen: http://byjrdp.myraidbox.de/verwirrung-um-den-golfstrom/
      Grundlagenartikel zum Golfstrom: http://byjrdp.myraidbox.de/wann-bricht-endlich-der-golfstrom-ab/

      Sollte (Konjunktiv!) der Golfstrom tatsächlich abbrechen, wäre das für uns ein Riesenglücksfall, denn er würde den Effekt der Klimakatastrophe ausgleichen. Mit anderen Worten: Im Gegensatz zur Pressehysterie also keine Katastrophe, sondern etwas, das uns Europäern den Hintern retten würde!! (Die Sofeten wollen natürlich in 30 Jahren lieber 50-Grad-Sommer und tausende Tote – wir sind aber klüger denke ich ^^).

      • Lossoth

        Hallo Kaltwetter,
        ich bin ja kein Fan von Fernsehen an sich, aber da sieht man doch wieder einmal den riesigen Unterschied zwischen ARD und Unterschichten-Sender RTL. Sehr interessanter Bericht. Also für mich ist das auch kein Zufall. Jetzt heißt es hoffen.

  • Dracu

    Hallo Kaltwetter,
    Ja das ist der Beitrag.Wir werden jedenfalls sehen wie es sich weiterentwickeln wird.
    Ich Jedenfalls bin der Meinung das das kein Zufall mehr ist.

    • Nein, Zufall kann es nicht sein, vor allem nicht in dieser Ausprägung. Das ist eine spannende Geschichte, zumal momentan das Grönlandeis stärker schmilzt (trotz dieser Abkühlung im Atlantik) und der Golfstrom ab einem gewissen Punkt komplett abbrechen könnte. Wenn die Forscher schon sagen, dass bis 2100 zu konservativ geschätzt sei …. Wäre einfach zu schön, um wahr zu sein. Die Rettung inmitten der Klimakatastrophe auf Lebenszeit.

  • Baur Hans Peter

    Die amerikanische Nordostküste hatte doch einen der kältesten und schneereichsten Winter überhaupt in diesem Jahr! So etwas wünschte ich mir doch sehr für Mitteleuropa für den nächsten Winter, aber ob El Niño dafür ausreichen wird….? Schön wärs, der Zürichsee konnte seit 1962/63 nie mehr zufrieren und wird es ohne „Extrazutaten“ wie gewaltiger Vulkanausbruch oder Abschwächung Golfstrom wohl auch nie mehr…

    • Ja, davon gehe ich leider auch aus. Aber allein der Umstand, dass seriös über den Golfstrom debattiert wird, ist ja schon ein mittleres Wunder in der Klimakatastrophe. Insofern bin ich vorsichtig optimistisch. Ein Ausfall des Golfstroms wäre ja keine Tragödie, sondern würde durch die Klimakatastrophe massiv gebremst. Also quasi Verhältnisse, wie sie die Norweger jetzt mit Golfstrom haben. Perfektes Klima.

  • Dracu

    Hallo Kaltwetter,
    Habe noch einen Bericht gefunden wo vom stärksten El Nino der letzten 50 Jahren
    ausgegangen wird.Also es wird noch sehr Interessant werden die Wetterküche in diesem
    Jahr. .http://www.wetter.net/wetternews/wetter-kommt-ein-el-ninorekordjahr-auf-uns-zu-9436.html.

    • Danke für den Link. Oh ja, man weiß nicht, ob man den El Nino verfluchen soll oder nicht. Letzteres wohl nur wegen dem Winter und möglicherweise wegen dem Herbst – da er 3 Monate früher auftritt als er sollte, könnten sich vielleicht (Konjunktiv!) die Mechanismen statt erst im Januar 2016 vielleicht sogar im Herbst auswirken – bisher nur Theorie.
      Das nächste El Nino Update wird ca. um den 18.08. von mir geliefert. Bin gespannt, was die Zahlen dann sagen, die alle Modelle liefern. Da gibt es ja bekanntlich noch eine recht große Spannweite: http://byjrdp.myraidbox.de/update-el-nino-immer-staerker/

      Die Stimmen mehren sich, dass nach dem Frühjahr 2016 ein La Nina als Gegenpol im Anschluss an den El Nino auftreten wird. Voreilige Stimmen reden von einer Kaltphase, die global wirkt. Ich sehe eher anhand der fachlich seriösen Berichte, dass La Nina einen warmen Sommer und einen Mildwinter begünstigt: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?23,1437887,1437927#msg-1437927
      Spannend bleibt es so oder so.

  • Lossoth

    Hallo,
    habe gerade durch Zufall im Internet zwei interessante Artikel in einer österreichischen Zeitung entdeckt. „der Standard.at“. Auf „Wissenschaft-Natur“ und dann Klimawandel klicken. Der eine Artikel lautet „Grönland: Später Sommerregen beschleunigt Gletscherschmelze“ der andere „Schon 2 Grad Celsius mehr hätten dramatische Folgen“. Auch die anderen Artikel dort sind sehr interessant.

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