Heute Abend ereignete sich in der Schweiz ein Erdbeben der Magnitude 4,7. Die Tiefe des Bebens lag bei etwa 10 km Tiefe. Das Epizentrum soll im Kanton Schwyz, sechs Kilometer nordöstlich des Klausenpasses gelegen haben, wie verschiedene Presseberichte verlautbaren lassen.

Die Ausläufer der Erdstöße sollen bis Südbaden spürbar gewesen sein. Es handelt sich um ein seltenes Ereignis dieser Größenordnung. Zeugen berichten von erschreckenden Erdbewegungen und es gingen zahlreiche Anrufe bei der Kantonspolizei ein. Opfer soll es nicht gegeben haben, von Schäden ist bislang nichts bekannt.

Sind Erdbeben in den Alpen ungewöhnlich?

Erderschütterungen in den Alpen sind nicht ungewöhnlich. Die Alpen entstehen durch den Aufprall der afrikanischen Kontinentalplatte auf die europäische und dieser geologische Vorgang ist stets im Gange und wird auch weitere Jahrmillionen anhalten. Dabei werden die Alpen in Richtung Osten gedrückt.
Dabei gab es auch bereits Erdbeben mit einer Magnitude größer 6. Insofern ist das aktuelle Beben durchaus als ein größeres der Region einzuschätzen, aber nicht als „Rekord-Erdbeben“ und durchaus als nicht ungewöhnlich.

Genauere Erläuterungen zu den Vorgängen in der Lithosphäre von afrikanischer und europäischer Platte unter den Alpen bietet die folgende Seite: Erdbeben und die Alpen.

Erdbeben sind furchteinflössend, können aber auch spannend sein

Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf die Häufigkeit von Erdbeben in den Alpen?

Die „Klimawandel“ genannte Klimakatastrophe führt nach einigen Theorien zu einer Häufung von globalen Erschütterungen. Ursache sind hier die Entlastung von Landmassen durch Eisschmelze und veränderte Massenverteilungen führen zu Bewegungen der Kontinentalplatten wie bei einer Wippe, die einseitig entlastet wird. Es handelt sich hier um die sog. „postglaziale Landhebung“ bzw. „isostatische Bodenhebung“.

Aktuelles Regentief in der Schweiz, zeitgleich zum Erdbeben, © <a target="_blank" href="https://kachelmannwetter.com/de/regenradar/schweiz/">Regenradar Schweiz, kachelmannwetter.com</a>
Aktuelles Regentief in der Schweiz, zeitgleich zum Erdbeben, © Regenradar Schweiz, kachelmannwetter.com

Auch Regen kann zu Beben führen, indem der Wasserdruck bereits bestehende Prozesse beschleunigt (mehr dazu).

Beim gegenwärtigen Beben ist tatsächlich ein massives Regenband festzustellen in der betreffenden Region (siehe Bild von kachelmannwetter.com links), allerdings ist angesichts der Tiefe von 10 km davon auszugehen, dass der Regen damit nicht direkt in Verbindung steht, sondern viel tiefere Vorgänge.

Auch die großen Erdstöße der letzten Monate in Italien (z. B. im Oktober 2016) könnten ein Anzeichen sein, dass es zu größerer Bewegungsaktivität im Zusammenhang mit der afrikanischen und europäischen Platte kommt. Weitere Erdbeben in der Region sind daher nicht auszuschließen.

Artikel zum Thema aus dem Web
SRF (2014): Erdbeben werden unterschätzt





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  • Rob Dukes

    Ich spürte nichts!
    Das Albbeben in Süddeutschland am 6. September 1978 war mit 5,7 stärker, und in der ganzen Ostschweiz zu spüren. 🙁
    Damals wohnte ich im Hochaus im 3. Stock, und das Gebäude schwankte.
    Die nächsten Tage hatte ich einen Horror vor dem einschlafen.