Führt der Mega El-Nino zu einem Horror-Sommer für Europa?; © Petras Gagilas auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0, hier: Bildausschnitt, Farbe verändert.
Führt der Mega El-Nino zu einem Horror-Sommer für Europa?; © Petras Gagilas auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0, hier: Bildausschnitt, Farbe verändert.

Das Klimaphänomen El Niño besteht in einer außerordentlichen Erwärmung des Pazifiks in einem Gebiet westlich des nördlichen Südamerikas. Die Auswirkungen sind enorm in der dortigen Region, haben allerdings globale Auswirkungen und betreffen somit auch mehr oder weniger Europa.
Zu der grundlegenden Erläuterung El Niño betreffend siehe meinen ausführlichen Artikel vom letzten Jahr: http://byjrdp.myraidbox.de/el-nino-ein-ueberbewertetes-klimaphaenomen/

Die aktuellen Prognosen zu El Niño: Ein Monster im Anmarsch?

Bereits im Frühjahr 2014 wurde in den (amerikanischen) Medien ein „Monster El Niño“ angekündigt. Bewahrheitet hat sich davon im letzten Jahr letztendlich nichts denn der El Niño verblieb im schwachen Bereich.
Auch jetzt deutet zumindest die Prognose von CFS auf einen sehr starken El Niño:

Prognose der El Nino-Anomalie (+0,5 und mehr = leichter El Nino, +1,5 und mehr = starker El Nino, x-Achse = Monate z. B. AMJ = April, Mai, Juni), © Climate Prediction Center/NCP, http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/lanina/enso_evolution-status-fcsts-web.pdf
Prognose der El Niño-Anomalie von CFS (+0,5 und mehr = leichter El Niño, +1,5 und mehr = starker El Niño, x-Achse = Monate z. B. AMJ = April, Mai, Juni), © Climate Prediction Center/NCP, http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/lanina/enso_evolution-status-fcsts-web.pdf

Ginge es nach CFS, gäbe es mit 1,5 Grad über den normalen Wasserwerten im Pazifik einen küstengebundenen (Eastern Pacific) starken El Niño spätestens ab dem Spätsommer, wobei die Auswirkungen vermutlich mit 1,2 Grad ab dem Hochsommer wirksam würden.
Das IRI sieht den Verlauf weniger radikal und weist noch eine hohe Bandbreite auf. Im letzten Jahr war das IRI deutlich besser in der Prognoseaussage und relativierte bereits frühzeitig die amerikanischen* Drama-Meldungen eines „Monster El Niños“:

Prognose der El Nino-Anomalie von IRI/CPC (+0,5 und mehr = leichter El Nino, +1,5 und mehr = starker El Nino, x-Achse = Monate z. B. AMJ = April, Mai, Juni), © Climate Prediction Center/NCP, http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/lanina/enso_evolution-status-fcsts-web.pdf
Prognose der El Niño-Anomalie von IRI/CPC (+0,5 und mehr = leichter El Niño, +1,5 und mehr = starker El Niño, x-Achse = Monate z. B. AMJ = April, Mai, Juni), © Climate Prediction Center/NCP, http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/lanina/enso_evolution-status-fcsts-web.pdf

Man sieht also durchaus noch eine Menge Spielraum bei den Prognosen und es wird wie immer unerlässlich sein, Geduld zu zeigen und den weiteren Prognoseverlauf in den nächsten Wochen zu verfolgen.

Die Auswirkungen auf Europa: Todeshitze oder Sommerregen?

Dass ein El Niño-Effekt bereits im Frühling und Sommer aktiv ist, kam bisher nur äußerst selten zustande.
Generell gilt, dass sich theoretisch die Wahrscheinlichkeit für Hochdrucklagen durch einen starken El Niño im Frühling und Sommer deutlich erhöht und somit Horror-Temperaturen drohen.

„However, during strong El Nino’s there can be an increased frequency of high pressure over Europe during summer, which would lead to drier and warmer weather. With El Nino only beginning to develop now and unlikely to be particularly strong, it is not expected to have much impact on European weather this summer.

The last major El Nino occurred in 1997/98 when sea surface temperatures in parts of the central east Pacific were nearly 4C warmer than normal. This is thought to have contributed to 1998 being one of the warmest years on record globally. The fact that we haven’t yet seen another major El Nino event may be a reason (along with other variables in the global climate system) that global temperatures haven’t risen much over the last 15 years.“

„The Weather Network UK“ schreibt dazu (oben), dass die vermeintliche fehlende Erwärmung der Erde in den letzten Jahren auf das Fehlen eines El Niño zurückzuführen sei – ich persönlich halte das für eine Mär, denn die Polregionen werden in die Erwärmungsberechnung NICHT mit einbezogen. Wäre es so, stünden noch weit schlimmere Zahlen zu Buche.

Schaut man sich jedoch die Datenreihe einmal selbst an und geht in den Zeilen mit Frühjahrs- und Sommerwerten einmal die Tabelle von oben bis unten durch, so sieht man, dass nur in den Jahren 1957, 1987 und 1997 El Niños während des Frühlings oder Sommers auftraten.
Da wäre es doch interessant zu erfahren, wie die Sommer in diesen Jahren aussahen:

1957: Hitzewelle hält an bis zum 10.7., Wasserknappheit, 15 Tage durchgehend über 30°, 7.7. bis 39°, 4.7. Zugspitze 14°, Wassernotstand in Niedersachsen, Nordsee ist 22° warm. Aber es gab damals wohl ein Sonnenfleckenmaximum (Quelle: EIKE und ich hoffe, diese Klimalügner haben die Daten nicht erfunden ^^ Die späteren Daten wurden teilweise verfälscht oder Kälteperioden in China (!) als Beweis für eine nichtexistente Klimakatastrophe herangezogen …, Quelle für Berlin: http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt01/0103gesg.htm).

1987: Der Spiegel-Artikel sagt alles. Traumsommer, zu kühl und verregnet, herrlich – es war der letzte Kaltsommer, seitdem (!) nur noch die Hölle. Sonnenfleckenstand in dem Jahr: ansteigend zwischen Tal und Maximum.

1997: http://www.wetterkontor.de/de/deutschland_monatswerte.asp?y=1997&m=15&p=1&b=0 – zu warm, zu trocken, zu viel Sonne. Der Sonnenfleckenzyklus war auch hier auf halbem Weg vom Tal zum Maximum.

Die spärlichen drei Belege zeigen also auch ein uneinheitliches Verhalten, wenngleich zwei der Sommer zu warm waren.
Größte Hoffnung gibt daher der vollkommen andere Stand der Sonnenflecken.

Rettet uns das Sonnenfleckenminimum?

Die Sonne gilt lange schon als unterrepräsentiert, was ihren Einfluss auf unser Klima angeht.
Grundsätzlich habe ich zur Sonne bereits letztes Jahr einen Leitartikel verfasst: http://byjrdp.myraidbox.de/sonnenflecken/

Tatsache ist, dass die Sonne nicht nur erstaunlich ruhig ist derzeit, sondern auch, dass die Zahl der Sonnenflecken sich beinahe rätselhaft immer weiter verringert. Forscher vermuten daher die Entwicklung eines langjährigen Minimums und sogar eines Abbruchs der Sonnenflecken, wie es letztmalig in der sog. „Kleinen Eiszeit“ im 17./18. Jahrhundert beobachtet worden ist.

Aktueller Stand des Sonnenfleckenzyklus 24, Quelle: NOAA
Aktueller Stand des Sonnenfleckenzyklus 24, Quelle: NOAA

Denn auch der nächste Sonnenfleckenzyklus Nr. 25 soll sich weiter verringern und möglicherweise abbrechen – allerdings gibt es hier bisher nur eine Prognose, deren Authentizität noch recht zweifelhaft ist:

Prognose für den Sonnenfleckenzyklus 25, © Matthew J. Penn & William Livingston National Solar Observatory
Prognose für den Sonnenfleckenzyklus 25, © Matthew J. Penn & William Livingston
National Solar Observatory

Es ist strittig, falls überhaupt diese Entwicklung eintreten sollte, ob sich eine „kleine Eiszeit“ wiederholen könnte. Die meisten Wissenschsftler bewerten den Treibhauseffekt des Kohlendioxids und anderer Gase so hoch, dass wir derzeit eine „kleine Eiszeit“ nicht einmal bemerken würden. Exemplarisch für diese gängige Meinung kann man das Paper des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung lesen, das den Stand sehr gut und knapp zusammenfasst: https://www.mps.mpg.de/442697/19Der-Einfluss-der-Sonne-auf-das-Erdklima.pdf.
Ebenso in einer Meldung zu einer britischen Studie: http://www.heise.de/tp/news/Sonnenaktivitaet-hat-kaum-Einfluss-auf-das-Klima-2102542.html.

Andere wiederum argumentieren, dass die Sonne deutlich unterschätzt wird in ihrer Wirkung. Dies habe zum einen mit der politisch kontaminierten Frage rund um das Kohlendioxid zu tun und meteorologisch mit einem Einfluss der Sonne auf das System Erde. Die reine Energieleistung der Sonne, die in der Tat nur sehr geringfügig schwankt, als Massstab zu betrachten, sei also zu kurz gedacht. Vielmehr könne eine ruhige Sonne sehr wohl zu einer Abkühlung beitragen.
In diesem Sinne auch Mojib Latif vom GEOMAR, der es gewagt hat, gegen die herrschende Meinung seiner Kollegen anzutreten: http://www.welt.de/welt_print/debatte/article5043313/Unterschaetzt-die-Sonne-nicht.html

Bekannt ist in diesem Zusammenhang, dass eine ruhige Sonne, also die verminderte Anzahl von Sonnenflecken und damit zusammenhängend auch fehlende Protuberanzen und massive Sonnenstürme Richtung Erde, nicht nur durch geringere Strahlung und Helligkeit die Erdtemperatur vermindert, sondern auch einen Einfluss auf das komplexe Wettergeschehen selbst besitzt. Eine „ruhige“ Sonne erhöht nämlich nachweislich die Wahrscheinlichkeit von Blockadesituationen auf dem Atlantik. Dies bedeutet für Europa wiederum: Blockade der Westdrift, die Wärme und Feuchtigkeit bringt im Sommer (und im Winter ohnehin) und vermehrte Nord- und Ostlagen mit kühleren Temperaturen (im Sommer würde dies zwar mehr Sonne bedeuten, letztlich aber auch bei Vermeidung von Südlagen nicht so heiße Temperaturen – alles in allem also Sommer, die in den 1970er Jahren vermehrt auftraten).

Insgesamt verdichten sich die Anzeichen, dass 2015 kein ruhiges und normales Jahr wird, sondern sich möglicherweise ein Extrem zwischen El Niño, „ruhiger“ Sonne und der nach wie vor vor allem durch die Treibhausgase tätige Klimakatastrophe durchsetzen wird: Hitzehorror ohne Ende mit Dauerhoch, Dürren und Hitzetoten (Gott bewahre!) oder der erste Kaltsommer seit 1987 (verdient hätten wir uns das nach 28 Jahren Hitzehölle ohne Pause definitiv!).
Zugegeben: Ein „normaler“ Sommer mit Kontinentalwetterlage, d. h. Ostlage bei (leider) Sonne und gemäßigt warmen Temperaturen ist auch im Bereich des Möglichen.
Mit anderen Worten: Mann kann zu diesem Zeitpunkt noch keine Prognose abgeben. Mein irrationales Gefühl deutet auf ein Extrem, aber belegen kann ich das nicht.

Mitte oder Ende Mai werde ich dann unter Zuhilfenahme diverser Langfristprognose-Systeme einen ersten, offiziellen Ausblick auf den Sommer wagen. Möge der Schweiss-Kelch der Hitze (der jedes Jahr größer wird) endlich einmal an uns vorüber gehen!

Thomas Cole, Der Pokal des Riesen, 1833
Thomas Cole, Der Pokal des Riesen, 1833
  • Blizzard

    Der Kaltsommer von 87, ein Traum, gezeichnet von einem schwachen und stabilen Azorenhoch konnten immer wieder Tiefs von Skandinavien reinregnen, sodass wir im Wellental lagen (Üerdurchschnittliche Temperaturen hatten wir dagegen in Grönland) 97 war Regen eher eine Seltenheit und nur von kurzer Dauer, während langweilige Hochs lang verweilten (Typisches Hoch Osteuropa, flankiert eingebettet von billig Tiefs) in diesem Jahr gab es keinen Sommerschnee auf der Zugspitze. Vergleichen wir das nun mit diesem Jahr; Der Januar 97 war anfangs mit Trog, Kältehoch Ost und Schnee zufriedenstellend, bis sich unerwarteter Weise das Azorenhoch mit +5 über uns legte (Inversionsnebellage, wenig Niederschläge) im Februar hatten wir dann volle Westdrift bis sich Anfang März das Azorenhoch meldete und sich in Omega-erregnder Grausamkeit über uns legte, bis in der letzten Märzdekade der Winter noch einmal vorbeikam. Den Januar 87 brauch ich wohl kaum zu erläutern, ein wohlgesinntes Polarhoch, geblockter Atlantik, ausgeprägtes M-tief wechselt mit Russlandhoch und eisigen Ostwinden, Anfang Feb kurzes Swa Intermezzo bis PW-Split, anschließend Märzwinter. Dieses Jahr, nach Winterauftakt Westdrift im Jan, jedoch geblockter Atlantik im Feb, wenn auch ohne große Kälte, da PW falsch gepolt (sorry, der musste kommen) auffällig sind aber bisher die relativ stabilen Hochdrucklagen und nur kurze Tiefdruckintermezzi. Für den Sommer kann sich das noch ins volle Gegenteil entwickeln, aber so ein aktives Azorenhoch wie wir es diese Jahr schon wieder erleben ist für das ungeordnete Klima der erwärmten Erde exemplarisch: Hoch und Tiefs haben die Orientierung verloren und orientieren sich entweder zu weit nördlich oder zu weit südlich (vgl.Amerika) zudem ist bemerkenswert, dass (und das wird dir schon bekannt sein) Herbststürme im Winter stattfinden (Winter? welcher Winter?) kalte Hochdrucklagen im Januar seltener werden und wenn man die prozentualen Niederschlagserhöhungen hochrechnet, wäre der Januar in 10 Jahren der Niederschlagsreichste Monat im Jahr. Was der Sommer bringt? Auf jeden Fall zu warm, hoffentlich nicht zu trocken und vielleicht bildet sich eine Tiefdruckrinne mit Erhaltunsneigung zwischen GB und Italien von Juni bs August, das würde mir schon reichen!!!

    • Danke für die ausführliche Beschreibung zu den betreffenden Jahren und zu unserer derzeitigen Lage, Blizzard.
      Du gehst also wenn ich das richtig verstehe, davon aus, dass die Klimakatastrophe mit dem Angleichen der verschiedenen Klimazonen die Vorhersagbarkeit in gewisser Weise zunichte macht?
      Momentan scheinen ja die meridionalen Lagen deutlich zuzunehmen (Ursache: die ruhige Sonne? Oder doch nur „Zufall“?).
      Die Frage bleibt, was der El Nino bewirken kann. Im Guten wie im Schlechten. Deine Beschreibung zeigt ja ebenfalls eine Uneinheitlichkeit der Jahre 1987 und 1997, sodass eine Einschätzung über einen sommerlichen El Nino schwer fällt, außer, dass er vielleicht die Wettergesetze erneut durcheinanderwirbeln wird. Die Frage ist nur in welcher Hinsicht in Europa. Der Einfluss auf unser Gebiet ist ja ohnehin ziemlich strittig.

      • Blizzard

        Ich gehe davon aus, dass durch die Klimakatastrophe die globalen Systeme ein wenig durcheinder gebracht werden. Ich sehe nicht die Zerstörung der planetarischen Zirkulation, sondern erstens eine stärkere Durchmischung der wärmerern Subtropischen Luftmassen aus dem Süden mit Subpolaren Luftmassen zweitens eine dadurch bedingte verschiebung der Witterungstypischen Phänomene. Beispiel zu 1. Wetterlagen aus SW/S nehmen zu und Wetterlagen aus W sind deutlich wärmer als vorher. Andererseits, genießen Wetterlagen aus NW/N nur kurzzeitigen Einfluss, von der Abschwächung der Ostlagenkonstanz im Januar, die vor den 90er Jahren bezeichnend und dominierend im Januar war, will ich gar nicht erst reden. 2. Der Herbst, normalerweise eingeleitet durch abgeschwächte Hurricane die uns von Westen über den vergleichsweise kühlen Atlantik als Sturmtief erreichen, wird ein Sommermonat, mit Hochdruckdominanz. Geradezu erschreckend erkenntlich an den abnehmenden Nebeltagen im November, von Frosttagen im November sei gar nicht erst die Rede. Der Dezember hingegen wird zu einem Sturmmonat, der Januar wird ungewohnt erwärmt und reagiert darauf weinend mit erhöhten Niederschlägen. Der Frühling lässt den Winter nicht, wie gewohnt ausklingen, sondern ist bereits in Hochsommerstimmung. Der Sommer, und da blicke ich v.a. auf die letzten 3-4 Jahre wurde von der ganz großen Hitze (>+2K) noch nicht heimgesucht, was unter Betracht unserer Klimazone, als gemäßigt und semihumid daraufschließen lässt (??) dass gerade wegen dieser Durcheinanderbringung der Luftmassen unser Klima bereits jetzt schon so verändert ist, das es jahreszeitlich dermaßen Unterschiede im Vergleich zu vor 30 Jahren gibt. Erschreckend!! Klimakatastrophe ist vielleicht presenter als man denkt!!

        • Danke für die ausführliche Beschreibung zu den betreffenden Jahren und zu unserer derzeitigen Lage, Blizzard.
          Du gehst also wenn ich das richtig verstehe, davon aus, dass die Klimakatastrophe mit dem Angleichen der verschiedenen Klimazonen die Vorhersagbarkeit in gewisser Weise zunichte macht?
          Momentan scheinen ja die meridionalen Lagen deutlich zuzunehmen (Ursache: die ruhige Sonne? Oder doch nur „Zufall“?).
          Die Frage bleibt, was der El Nino bewirken kann. Im Guten wie im Schlechten. Deine Beschreibung zeigt ja ebenfalls eine Uneinheitlichkeit der Jahre 1987 und 1997, sodass eine Einschätzung über einen sommerlichen El Nino schwer fällt, außer, dass er vielleicht die Wettergesetze erneut durcheinanderwirbeln wird. Die Frage ist nur in welcher Hinsicht in Europa. Der Einfluss auf unser Gebiet ist ja ohnehin ziemlich strittig.

  • Asaad Chneker

    Wieder einmal ein wunderbarer Bericht Michael. Nur noch eine kleine Anmerkung: El Ninos beginnen fast immer irgendwann im Sommer. Ihre stärkste Auswirkung (die dann offiziel über den ONI als El Nino definiert wird, weil über 0,5°C Erwärmung) haben sie allerdings erst im nordhemisphärischen Winter.

    Ansonsten top.

    Ich denke gerade daran, was du mal über die Studie einiger japanischer Wissenschaftler geschrieben hast. Du sagtest ja, dass sie zu der Erkenntnis gekommen seien, dass wir uns schon längst in einer Eiszeit befänden, hätte es nicht die CO2-Emission in diesem Maße gegeben. Irgendwie ist da für mich der Wurm drin. Klingt für mich nach einer typischen, menschlichen Vermessenheit sich selbst wieder als Gott hinzustellen. So als würden wir die Natur definieren und nicht umgekehrt. Gleiches kann man auch auf die Sonne übertragen. Unsere Zentralheizung soll nur marginalen Einfluss haben, aber unsere Ausdünstungen sehr viel? Kommt, ich bitte euch 😀

    Chrtistian-Dietrich Schönwiese spricht der Sonne einen sehr großen Anteil zu, da er folgerichtig sagt, ass jede Form von Energie von der Sonne stamme.

    Was meinst du? 😀

    • Danke, Asaad.
      Was den Startpunkt der El Ninos angeht, muss ich dir widersprechen, oder wir reden aneinander vorbei ^^ http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/analysis_monitoring/ensostuff/ensoyears.shtml zeigt ganz klar, dass zwar die meisten El Ninos im Frühjahr oder Sommer anfangen, was das Ansteigen der Werte betrifft – insofern hast du natürlich recht. Ich meinte jedoch im Artikel, dass die absoluten Werte bereits im Sommer nur selten die 1,0 oder mehr erreichen und danach sieht es momentan aus und das ist das erstaunliche dieses Jahr (sollten die Prognosen zutreffen, was ja auch noch nicht sicher ist). Der Vergleich mit den Jahren 1957, 1987 und 1997 bezieht sich also auf die frühzeitig hohen Temperaturen und deren Auswirkungen auf unseren Sommer in Europa.

      Schönwiese gilt als extremer Kritiker aber ich bin mir bei ihm nicht sicher, ob er als emeritierter Prof. nur seine Bücher verkaufen und die Rente aufbessern will oder ob er ein Visionär ist der gegen den Mainstream schwimmt. Aber nicht jeder, der gegen den Mainstream angeht, hat auch automatisch recht. Ich kann mit meinem Wissen derzeit nicht beurteilen, ob Schönwiese recht hat. Eine seriöse, vorurteilsfreie Beurteilung findet sich hier: http://www.fr-online.de/campus/portraet-der-mann-fuers-extreme,4491992,5638126.html
      Da auch er den Klimawandel für äußerst gefährlich hält und nur hinsichtlich der Auswirkungen und Ursachen teilweise anderer Meinung als der Klimarat ist, neige ich dazu, seinen Thesen Gehör zu schenken und hoffe, er hat mit der Sonne recht, denn dann würden wir bis 2020 oder wenn der Sonnenfleckenzyklus 25 tatsächlich abschmiert sogar viel länger, eine Abkühlung der Horror-Temps erleben. Möge Gott uns wohlgesonnen sein und Sol invictus sich nicht als invictus erweisen 😉

  • Asaad Chneker

    Hier noch einmal meine Häufigkeitstabelle zu EP- und CP El Nino Wintern, die zu warm oder zu kalt ausgefallen sind 😉 http://up.picr.de/19073982ez.png

    • Genial! Das habe ich noch gesucht, weil im Web fast nie zwischen CP (Central Pacific) und EP (Eastern Pacific) unterschieden wird. Vielen Dank!

    • Dabei fällt mir ein: Hast du auch noch diese Liste mit den EP und CP-Einzeljahren? Das wäre sicher auch hilfreich bei der Beurteilung von El Nino-Auswirkungen.

      • Asaad Chneker

        Ja klar 🙂 Bitte beachte, dass es erst Jahre ab 1950 sind, da vorher aufgrund des technologischen Standes keine Unterscheidung in CP und EP möglich war. Also relativ kleine Vergleichsgruppe, aber immerhin!https://a.disquscdn.com/get?url=http%3A%2F%2Fup.picr.de%2F19073981ka.png&key=WeIa1d1HcIGukqfOfSZhkQ&w=800&h=482

        • Asaad Chneker

          Nur 1986/1987 und 1969/1970 kalte EP-Winter bisher. Trauriges Spiel 🙁

          • Ich könnte ja jetzt sarkastisch sein und sagen „Der nächste Kaltwinter kommt bestimmt“. Stimmt ja auch. Die Frage ist nur: 2015/16 oder doch eher 3015/16, wenn die Menschheit verschwunden ist? ^^

        • Sauber! Vielen Dank. Wär doch gelacht, wenn wir nicht mehr Klarheit in dieses Klimachaos bekämen ^^

          • Asaad Chneker

            Wir packen das Michael ;). Übrigens, ja wir hatten uns missverstanden. Wollte nur sagen, dass die El Ninos im Sommer beginnen, aber nicht dort ihren Peak haben. Und gut, dass du wenigstens Schönwiese berücksichtigst. Er hat wirklich sehr viele Lehrbücher rausgebracht und wird von vielen hoch geachtet. Dass er als Skeptiker gilt, ist für mich neu, weil er in seinem Einführungsbuch dem Thema anthropogene Klimabeeinflussung ein ganzes Thema widmet.

            Weiter so 😉

          • Siehste dann passt das ja mit den El Ninos ^^
            Schönwiese wird von der Fraktion der CO2-Hardcoreverfechter und Sonnenwirkungsnegierer als Skeptiker betrachtet, aber gut das will nichts heissen. Ist genauso blödsinnig wie die meisten Hitzespacken, die weder begreifen was der Klimawandel anrichten noch dass sie in der Lage wären sich selbst zu transzendieren in ihrer Meinung und andere tolerieren könnten die nicht ihrem Hitzewahn folgen. Auch das ist nichts neues in Deutschland.

  • Zoppo Trump

    Also das mit der Sonne/-flecken ist doch mal was. Wäre schön wenn die Sonne ganz ruhig wird und keine Flecken mehr hat. Denke doch schon das es Auswirkungen die für uns positiv sind haben wird.

    • Jep Tim, das hoffe ich auch. Und eine positive Überraschung halte ich durchaus für möglich ^^ Auch für diesen Sommer bereits. Trotz El Nino. Mal sehen, was dann wirklich kommt.
      Jetzt wo ich das schreibe, fühle ich mich wie eine Mannschaft die gegen den FC Bayern antritt. Viel Hoffnung vorher und am Ende gewinnen doch dank Dusel und Schiri im Elfmeterschiessen nur die einen … ^^

      • Zoppo Trump

        Da kann man nur hoffen Michael. Sind leider schwere Zeiten aber man muss sich auch davon ablenken können sonst ist das nicht gut für einen selbst. Ich hab das Gefühl als wenn es irgendwie immer eine Warmphase gibt die nur kurz von kühleren Phasen unterbrochen wird. Ist halt unterschiedlich lang aber das Klima kann sich ja auch wieder ins kühlere entwikeln. Gibt ja immer kleine Klimawandel auf der Erde und die großen sind halt Eiszeit und keine ahnung obs eine Heißzeit gibt aber die geht auch vorbei, dann kommt wieder ne Eiszeit. Was ich eigentlich sagen will ist man kann nur spekulieren 😉

        • So ist es. Allerdings befürchte ich, dass eine Eiszeit erst in einigen hundert oder tausend Jahren wiederkommen wird und so lange kann ich nicht warten 😉

  • FalkvonTrasic

    Faszinierender Bericht, sehr wissenschaftlich wie immer. Lob und Anerkennung. Wenn ich ihn noch dreiundzwanzig mal lese, verstehe ich ihn auch. 🙂 😉

    • Danke. Ich hoffe doch dass du ihn verstehst, immerhin hab ich alles heruntergebrochen damit jeder der Komplexität dieser Wetterfragen folgen kann ^^ Ich gebe zu: Es ist nicht ganz einfach, aber Wahrheit und Wissen finden sich nun mal nicht auf Boulevardseiten, sondern vor dem Wissen haben die Götter Schweiss, Blut und Tränen gesetzt. Das ist wohl auch der Grund, warum Sommerfetischisten in Reihe scheitern, sich zu transzendieren. 😉

  • Blizzard

    Und wenn man dass, wie einige Philosophen sieht, und man nur ganz Mensch ist, wenn man selbsttranszendent (ganz gegeben an etwasoder jmd.) lebt, ist es dann moralisch gerechtfertigt Sofeten zu lynchen, da sie ja keine Menschen wären??? 😉

    • Gegen diesen Folgeschluss hätte Aristoteles etwas ^^ Denn es werden ja nur Menschen gelyncht. Sofeten sind Menschen. Sie wollen zwar gefallene Südsee-Engel sein und sind im schlimmsten Fall leider doch nur Affen in Verhalten und Aussehen. Zum Beweis muss man derzeit nur nach draußen gehen und beobachten. Aber es gibt ja auch noch Exemplare, die Hitze ästhetisieren. Durchgeknallte Vulkanologen zum Beispiel. Oder Maya-Enthusiasten, die Hitze benötigen um ihre Romane bzgl. Blutopferfantasien in gehaltvoller Kreativität und mit literarischem Niveau zu vollenden.
      Nein, kategorisch werde ich keine Sommerfetischisten verurteilen. Nur diejenigen, die meinen, alle Andersfühlenden zu verurteilen und die ihre Hitzeperversion mit Jürgen Drews-Schlagern rechtfertigen. Das verlangt schon der Anstand lol

  • Schwäbische Kuh

    ich habe heute die 20 grad ganz knapp
    nicht erreicht zum glück… ich will wieder winter mit eis und schnee 🙁 den letzten und höchsteahrscheinlich den letzten schnee auch für diesen winter hatte ich letzte woche am
    mittwoch. ach ja war das schön als ich aufgestanden bin und alles weiß war….

    • lol na ja… das hatte ich zum letzten Mal 2006 oder wars 1981? Bin mir nicht sicher ^^ Hier waren es 23 Grad, gestern 22. Aber es kommt ja eine Mini-Erlösung mit 17 Grad am Wochenende und wolken. Ohne Regen. War klar. Tropenhessen

  • Blizzard

    Da ich sonst wohl vom Verfassungsschutz beobachtet werde, stimme ich dir natürlich voll und ganz zu; ich weiß auch nicht wenn die 25° Marke überschritten wird, dann…

    • Wir verstehen uns und ich stimme dir vollkommen zu, in beiden Bereichen ^^ Ich bin nur deshalb tiefenentspannt weil ich von den 13 Tagesstunden 9 verschlafen und von Schnee geträumt habe ^^