Das Jahr 2014 war die pure Hitzeklimahölle auf Erden! © (WT-shared) Jpatokal auf wts wikivoyage, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Das Jahr 2014 war die pure Hitzeklimahölle auf Erden! © (WT-shared) Jpatokal auf wts wikivoyage, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Das heißeste Jahr seit mindestens 500 Jahren, urteilt die NASA und belegt dies eindrucksvoll mit Zahlen.
Aus der subjektiven Rückschau ergibt sich ein noch grauenhafterer Blick:
1. 2014 startete mit einem Nichtwinter, der mit Frühling daherkam, ein Alptraum für jeden normalfühlenden Menschen.

2. Der Frühling begann dann nicht etwas mit einer Wiedergutmachung oder einer Normalität, nein es ging nahtlos weiter mit der Hölle und bereits sommerlichen Temperaturen im März mit unfassbaren 3 bis 4 Grad über dem Mittel 1961-1990. Ohne Regen entwickelte sich vielerorts (so auch in Hessen) eine Dürre, die wochenlang anhielt.

3. Der Sommer 2014. Wahnsinnig heiß wie immer. Bis Ende Juli war das Jahr so verlaufen, dass man getrost über eine Auswanderung nachdenken konnte, nur wohin? Selbst in Norwegen maß man nicht mehr mit menschlichen Maßstäben dokumentierte 14 (in Worten: vierzehn) Grad über den normalen Tagestemperaturen. Erst der August brachte einen leicht (!) zu kühlen Monat, der aber auch nicht ausreichte, um die vorangegangenen 7 Monate bzw. 25 Jahre gutzumachen. Ein wahrer Tropfen auf dem heißen Stein, der sich in schwülen Dampf auflöste.

4. Man dachte sich: Jetzt muss es doch endlich einmal wenigstens normal werden und der Herbst wie früher sein. Weit gefehlt. Der Herbst 2014 brachte Rekordtemperaturen, deren Grauen noch Jahre in den Seelen nachwirken wird. Vier, Fünf Grad über dem Mittel. Von Herbst keine Spur. Der Dauersommer dauerte nun von Januar mit +15 Grad (statt -15) bis zum November, der alle Rekorde brach.

5. Winter 2014. Der Dezember brachte ganz kurz eine Ahnung von Winter, nur damit man sich in Erinnerung rufen konnte, wie schön es früher einmal war. Danach folgte wieder der Wärmehammer und ein Monat mit 2 bis 4 Grad über dem Mittel, je nach Region. Qualen jenseits alles Fassbaren.

Die einzelnen Monate im Mittel mit den Belegen. Die erste Zahl stellt den tatsächlichen Mittelwert für ganz Deutschland dar. Die Zahl in Klammern den Mittelwert des Monats aus den Jahren 1961-1990 und somit die Normalität und die letzte Zahl die entsprechende Differenz mit dem Ergebnis, ob der Monat zu hohe oder zu niedrige Temperaturen aufwies.

Behalten Sie dabei in Erinnerung, dass es sich um MITTELTEMPERATUREN handelt. 1 Grad über dem Mittel ist bereits deutlich spürbar und führt zu höheren Tagestemperaturen von bis zu 5 Grad, 2 Grad über dem Mittel sind außergewöhnlich und stellen Temperaturen von bis zu 8 Grad über den normalen Temperaturen am Tag dar, 3 Grad über dem Mittel kommt in einer normalen Welt kaum vor und es handelt sich um Tagestemperaturen die bis zu 12 Grad zu hoch sind. 4 Grad über dem Mittel entspricht schrillenden Alarmglocken mit vollkommen abartigen bis zu 15 Grad über den normalen Tagestemperaturen. Alle Angaben in Grad Celsius. Quelle: Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland.

Januar 2014: 2,1 (-0,5) = +2,6
Februar 2014: 4,3 (-0,4) = +4,7
März 2014: 6,9 (3,5) = +3,4
April 2014: 10,8 (7,4) = +3,4
Mai 2014: 12,4 (12,1) = +0,3
Juni 2014: 16,1 (15,4) = +0,7
Juli 2014: 19,3 (16,9) = +2,4
August 2014: 16,0 (16,5) = -0,5
September 2014: 14,9 (13,3) = +1,6
Oktober 2014: 11,9 (9,0) = +2,9
November 2014: 6,5 (4,0) = +2,5
Dezember 2014: 2,7 (0,8) = +1,9

Deutschland kocht im Sog der Klimakatastrophe – und was macht der Rest der Welt?

Während die USA wenigstens einen richtig guten Winter verzeichnen konnten, wird Europa als eines der Gebiete der Erde bezeichnet, das unter den Hitzequalen der Klimakatastrophe am meisten litt, allen voran Deutschland.

Globale Erwärmung im Jahr 2014, © NOAA (http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/).
Globale Erwärmung im Jahr 2014, © NOAA (http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/).

In der Summe war das Jahr 2014 das heißeste aller jemals gemessenen Jahre (die Messungsaufzeichnungen begannen jedoch erst 1881). Die heißesten Jahre aller Zeiten sind:

Platz 1: 2014 mit global 0.69 Grad Celsius über dem Mittel des 20. Jahrhunderts (also 1900-1999)
Platz 2 und 3: 2010 und 2005 mit 0.65 Grad Celsius über dem Mittel
Platz 4: 1998 mit 0.63 Grad Celsius
Platz 5 und 6: 2003 und 2013 mit 0.62 Grad Celsius
Platz 7: 2002 mit 0.61 Grad Celsius
Platz 8: 2006 mit 0.60 Grad Celsius
Platz 9 und 10: 2007 und 2009 mit 0.59 Grad Celsius

Eine Liste der Hitzeschande und ein eindrucksvolles Mahnmal, dass wir uns bereits seit langen Jahren in einer immer weiter ansteigenden Klimakatastrophe befinden, die nach Bewältigung des Vulkanausbruchs des Pinatubo 1991 etwa ab dem Jahr 1993 richtig begonnen hat.

Unterteilt man die gemessenen Temperaturen in Land und Wasser und legt man den Augenmerk auf die für uns relevante nördliche Hemisphäre, so ergeben sich für das Jahr 2014 folgende Zahlen:
Land: +1.03 Grad Celsius über dem Mittel des 20. Jahrhunderts – der vierthöchste jemals gemessene Wert (Rekord: 2007)
Ozeane: +0.57 Grad Celsisus – der höchste jemals gemessene Wert.

Weitere globale Wetter-Extreme des Jahres 2014 finden sich in dieser Karte des NOAA: http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/service/global/extremes/201413.gif

Viele argumentieren, dass trotz dieser Zahlen eine Klimakatastrophe nicht existiert und verweisen beispielsweise auf einen angeblichen Anstieg des arktischen See-Eises. Allerdings deuten neue Forschungen darauf, dass der jüngste Zuwachs lediglich eine kleine Irregularität ist und betrachtet man die Geschichte über größere Zeitskalen, so wird der Schwund des Eises auf erschreckende Weise deutlich. Hier ist ein Artikel von Prof. Lars Kaleschke zu empfehlen: http://www.scilogs.de/klimalounge/langzeit-trends-in-der-arktis/#comment-48513 Stefan Rahmstorf

Dazu passt auch die Beobachtung, dass das gigantische Eisreservoir Grönlands in Rekordtempo schmilzt, wie vor kurzem eindrucksvoll bewiesen wurde: http://www.ingenieur.de/Themen/Klima-Umwelt/Groenlands-Schmelzwasserseen-lassen-Gletscher-schneller-schmelzen.

Dies sind nur zwei Aspekte im Klimawandel-Diskurs, doch entgegen schriller Klimaskeptiker, von denen man nicht weiß, von wem sie bestochen worden sind, bleiben die Argumente der Klimaforscher eindrucksvoll und insgesamt tendieren die gesammelten Indizien zu einem stichhaltigen Beweis der stattfindenden Klimakatastrophe. Bei allen Beweisen ist es natürlich dennoch ratsam, in jede Richtung weiterhin skeptisch zu bleiben und gleichzeitig einen offenen Geist zu bewahren.

Das Jahr 2014: Beweis für eine Katastrophe in der nahen Zukunft?

Das Jahr 2014 stellt leider einen Meilenstein der globalen Erwärmung dar. Daran lässt sich nicht rütteln.
Dabei ist noch eine kleine, aber wichtige und erschreckende Fussnote anzumerken: Die Messdaten von Nasa und NOAA klammern sogar die Arktis und Antarktis aus, doch vor allem dort ist die deutlichste Erwärmung selbst mit bloßen Auge sichtbar. Es scheint daher nur folgerichtig, wenn die oft erwähnte „Pause bei der globalen Erwärmung“ unter Einbeziehung der beiden Polregionen gar keine war …

Zusätzlich geben die Forscher zu, dass sie im Grunde derzeit nicht erklären können, warum es zum Beispiel eine „Erwärmungspause“ in den letzten 15 Jahren gab (wenn es sie denn gab) und dass die Klimamodellberechnungen im Grunde unsicher sind: http://www.faz.net/aktuell/wissen/klimaticker-januar-klimamodelle-katastrophenwerte-algenpest-13373228.html

Aus diesen Umständen lassen sich verschiedene Aspekte ableiten. Zum Einen, dass wir nach wie vor nicht wissen, wie viel Wärme der Ozean wirklich schluckt, bevor die globale Erwärmung einen galoppierenden Zustand erreicht und wir damit vor einer Katastrophe stehen.
Zum Zweiten ist es unsicherer als je zuvor, ob und wie sich die Erwärmung gestalten wird und wie viel Anteil der Mensch und wie viel Anteil andere Faktoren besitzen.
Angesichts der Zahlen des Jahres 2014 dürfte es jedoch jedem einleuchten, dass die Gefahr einer überhitzten Welt für den Menschen immer mehr zunehmen wird und wer glaubt, die damit verbundenen, weitreichenden Gefahren schönreden zu können, der schaufelt mit einem Ausmaß an Dummheit an seinem eigenen Grab und dem seiner Kinder und Kindeskinder, dass man dafür im Grunde einen neuen Strafparagraphen erfinden müsste.
Die Klimakatastrophe ist bereits da angesichts grauenhafter Zahlen und täglich erlebter Hitzewerte, die teilweise die Skalen sprengen! Ob sie in dieser Form sich verschärft oder nicht, kann momentan zwar niemand sagen, doch die Wahrscheinlichkeiten liegen ganz klar auf einer weiteren Erwärmung und in diesem Fall sollten wir vom Schlimmsten ausgehen.
Die derzeitigen Bemühungen, die Erde nicht weiter zu erwärmen, sind lächerlich und nichts weiter als von Politikern und Industrie gut konstruierte Theaterkulissen für eine noch blinde Weltbevölkerung. Es bedarf extremer, radikaler Maßnahmen, um der Katastrophe Herr zu werden. Dass dabei ab einem gewissen Zeitpunkt auch gefährliche Geo-Engineering-Methoden zur Kühlung der Erde eingesetzt werden müssen, steht völlig außer Frage. Die Frage ist nur wann und ob wir diese dann unter Kontrolle haben werden.

Das Jahr 2015 wird insofern zu einem Überprüfungsjahr der 2014 bestätigten Klimakatastrophe. Sollten die Werte weiter explodieren, so bleibt der Menschheit keine andere Wahl, bevor Revolutionen und Umstürze in einer brennenden Welt die gesamte Ordnung auf den Kopf stellen und den Globus mit Krieg überziehen, als hätten wir derzeit nicht auch so schon genug Krisenherde …
Sollte 2015 jedoch wider Erwarten eine Abkühlung erfahren, wie Kai Zorn hypothetisiert, dürften wir dies als Geschenk erachten und die Lage neu bewerten. Die globalen Wettermodelle werden uns kaum dabei helfen, da kein Supercomputer* in der Lage ist, die Komplexität des Wettergeschehens vorherzusagen. Weder regional und erst recht nicht global.
Wir alle müssen daher die Augen aufhalten und einen 25-Grad-Frühling mit extremer Sorge sehen, einen zu heißen Sommer als Warnung vor einem Klima-Holocaust und einen möglichen 6. „Altweibersommer“ statt Herbst als das Zeichen, dass die Welt sich in einem Dauerfieber ohne Erholung befindet, um das Virus Homo sapiens abzuschütteln.
Diese Worte mögen manchem radikal erscheinen, doch 2014 war ein radikales Jahr, sowohl lokal vor meiner Haustür in nimmer endender Hitzequal, wie auch global und wer solche Warnungen nicht ernst nimmt, den bestraft bekanntlicherweise bald das Leben selbst.

Global Warming; © 周小逸 Ian at flickr.com, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Global Warming; © 周小逸 Ian at flickr.com, Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
  • HP

    Sehr engagierter Beitrag. Leider werden deine Ausführungen an dieser Stelle nur dejenigen lesen, die du nicht zu überzeugen brauchst. Das ist ja leider ein Teil des Dilemmas.
    Aber du läßt dich trotzdem nicht entmutigen und das ist gut so. Engagierte Menschen braucht es, um etwas zu bewegen und es ist schon was dran an der Weisheit: steter Tropfen höhlt den Stein.
    Mach weiter so, wir alle hier finden deine Arbeit prima.

    • Danke. 🙂 Wobei ich ja auch immer noch auf der Suche bin, wie die Wissenschaftler selbst. Dass es eine globale Erwärmung gibt, das sollte jedem mittlerweile einleuchten. Die Gründe dafür sind strittig. So oder so muss etwas getan werden. Ich will nicht in einer Welt leben, die nur noch brennt und wo man bei 25 Grad Weihnachten feiert. Da kann ich gleich den Löffel abgeben, absolut nicht zu ertragen. Ich verlange ja nicht mal eine neue Eiszeit, einfach nur Temperaturen wie 1961-1990. Es ist zum Verzweifeln. Aber vielleicht, nur vielleicht wird uns 2015 ja mal positiv überraschen.

      Mit der Überzeugungsarbeit ist das so eine Sache. Diplomatie ist meine Sache nicht unbedingt 😉 Ich gehe nach dem Prinzip vor: Die Wahrheit muss gesagt werden. Wer sie nicht hören will, soll bleiben wo der Pfeffer wächst, die Geschichte wird am Ende die Wahrheit bestätigen, wenn alles vermutlich zu spät ist. Und sollte ich Unrecht haben und sich eine neue Eiszeit etablieren (die zweifellos erst einmal durch monatliche Zahlen belegt werden muss!), dann werde ich sicherlich freudestrahlend meinen Irrtum zugeben lol.

  • Schwäbische Kuh

    ich persöhnlich hoffe das wir mit dem jahr 2014 das wärmste überhaupt erlebt haben und solange wir noch leben kein wärmeres mehr erleben. was natürrlich sehr gering ist bei diesen voraussetzungen aber hoffen kann man immer und diese geht auch nicht verloren. was man vielleicht nicht hoffen sollte meiner meinung nach ist das die erderwärmung noch aufzuhalten sei !! vielleicht kann man es noch reduzieren aber aufzuhalten ist von dieser katastrophe nichts mehr 🙁

  • Melli

    Vielen Dank !!
    Wieder ein sagenhafter Artikel, der aus der Seele spricht…

    Und, ich bin sehr froh, dass Ihr die Grippe inzwischen weitgehend überstanden habt und über den Berg seid! Zum Glück sind wir, abgesehen von ein paarmal etwas erkältet gewesen und so blöden Infekten halt, bisher, bzw. die ganzen Jahre bisher verschont geblieben. Furchtbar, wenn man dann trotzdem ohne Pause irgendwie weiterarbeiten muss … schon bei einer einfachen Erkältung ist sowas eine Qual, aber bei dem, was Ihr hattet, das geht absolut an die Grenzen – ja —
    Dass Ihr in Zukunft verschont bleibt von solch fiesen Sachen, wie Ihr sie gerade erleben musstet…!

    Hohes Fieber hatte ich das letzte Mal als Kind, vielleicht ungefähr so alt wie Deine Tochter heute – möge das auch für sie und Euch alle das letzte Mal mit so krass hohem Fieber gewesen sein!! (Wenn ich fieberte, hatte ich damals und manchmal auch gelegentlich noch heute bei normalen Erkältungen mit nur leicht erhöhter Temperatur, immer dieses verdammt unangenehme Gefühl, dass der Körper bzw. davon vor allem die Arme und speziell die Finger zu gigantischer Größe anwachsen – und dann das durch diese Illusion erzeugte panische Angstgefühl, das sich innerhalb von Sekunden, die einem wie Äonen vorkommen, verselbständigt und kaum mehr unter Kontrolle zu bringen ist, man fühlt sich in diesem Horror, das ganze Universum auszufüllen oder womöglich am Ende Gott selbst zu sein, dann doch etwas überfordert :).

    Bei uns ist im Moment alles kräftig eingeschneit, seit heute nacht, aber letzten Endes kam doch nicht so viel, wie „gemeldet“ war, bisher, noch gestern mittag war bei uns „herrliches“ Frühlingswetter (im Sinne eines echten Frühlings, wie er früher war, aber Anfang März) mit deutlichen Plusgraden, grüner Landschaft (der Schnee vom „letzten Mal“ fast komplett weggetaut) – und zu meinem großen Schrecken und Entsetzen musste ich feststellen, dass bereits die ersten Osterglocken und Schneeglöckchen ihre gefräßigen Auswüchse gegen die rücksichtlose, grelle Sonne recken in ihrer unermesslichen Gier nach UV- und Gammastrahlung. Wie schööööön! In wenigen Wochen schon werden die Buschwindröschen wieder den Waldboden verschandeln und böse Stiefmütter die Vorgärten wieder in Friedhöfe verwandeln.
    Mit Grauen drängt sich einem der letzte oder vorletzte Sommer abermals ins Gedächtnis, wo ich zur Geisterstunde die Glühwürmer, die ins Haus geraten waren, und mich selbst im Hitzewahn der tropischen Nacht für arme Seelen im Fegefeuer hielt, dabei hatte man doch am Tag zuvor noch in irgendeinem Wetter-Forum all die GFS-Läufe mit Bodenfrost ab Mitte Juli gesehen und dazu gelesen, dass wir uns bereits quasi fast mitten in einer neuen Eiszeit befinden würden, man muss nur fest genug dran glauben!

    Und jetzt soll es in ein paar Monaten, ach, wenigen Wochen, schon wieder so weit sein… Walter, schmeiß schon mal den Grill an! Knatter! Knatter! *Klingel* um 22 Uhr: „Halliii Halloooo! Ihr seid ja dooooch zuhauauauauause!!! Wir sind gerade auf Raaadtour und wollten mal ‚Guten Taaag‘ sagen!“ – „Ja Guten Tag. Und Gute Nacht. Ich wollte jetzt eigentlich gerade eben versuchen, wenigstens etwas zu schlafen…“ – „Wiiiie?! Die Aaaaaaaabende sind ja so schön lang gerade! Das muss man auuuauauuauasnutttttzeeeen! Und tagsüber traumhafte 34 Grad, da braucht man gar nicht mehr nach Majooorca, kann man endlich ooohne Jacke raus und sich den Faaaahrtwind um die Ohren wehen lassen! Und wenn dann morgens um 4 Uhr die Vöööögel singen, wie herrlich! Es gibt nichts Schöneres, als so geweckt zu werden, nach so einem gemüüütlichen Grillabend, wo man bis 2 Uhr morgens so schön draußen sitzen kann! Und weil es ja immer noch 28 Grad sind, nur eine Strickjacke braucht!“
    Batsch! *sirrrr* Batsch! *suuurrrr* *sirrrrr* Batsch! *sirrrr* Batsch!

    • Zoppo Trump

      Das ist aber auch ein gut Geschriebener Beitrag 😀

    • *g* der Horror der kommenden Monate vorweggenommen, Meli. Klasse SChreibstil! ^^
      Bin ich eigentlich der Einzige in Tropenhessen der ohne Schnee sein und wohl auch bleiben wird? Proplanta berechnet Regen bis Montag inklusive bei +4 Grad. Ab Dienstag dann Dauerfrost und keine einzige Schneeflocke… wenn das so weitergeht kann von mir aus der Frühling kommen. Wenn ganz Deutschland in Schnee versinkt und ich bin der einzige ohne, dann ist das ja genauso wie Sommerqual … wieso, wieso, wieso bin ich nur nach Tropenhessen gezogen? Die Frage aller Lebensfragen. Selbst die Sahara hatte mehr Schnee diesen Winter als die 72 Stunden Schnee, die wir Ende Dezember hatten. Mal sehen ob doch noch ein Wunder passiert.

      • Melli

        Ihr Lieben, Zoppo Trump & Kaltwetter, Dankeschön 😀 kaltwetter, all Deine Beiträge bzw. die – wenn es ja nicht so dermaßen traurig wäre – so oft dermaßen genialen Texte inspirieren sehr, jedesmal weine ich und liege gleichzeitig am Boden vor Lachen – wenn ich hier lese, da kann man Lachen und Weinen kaum noch auseinanderhalten 😀 die ambivalente Spannung zwischen Winterfreuden und Horror vor dem Sommer, da fallen einem dann gleich die ganzen schlimmen Dinge sofort wieder ein, die diese Leidenszeit neben Hitze und Schwitzen noch so mit sich bringt, wie eben z. B. die nervigen Insekten, die lange Helligkeit am Abend, der Krach draußen bis in den späten Abend und unangemeldete Spontanbesuche, die einen im Sommer viel eher heimsuchen als im Winter, wenn es früh dunkel ist, und weil es „so eklig kalt ist“ kaum einer noch abends unterwegs ist oder auf irgendwelche dummen Gedanken kommt, wie Radfahren, Grillparties veranstalten, oder weil es ja so lange hell ist, zu eigentlich schon nachtschlafener Zeit noch zu klingeln usw. – da ist es dann ein guter Weg, seinem Frust und gleichzeitig der Freude, dass man nicht allein ist mit seiner Meinung über den Sommer, auf diese Weise mit dem Lesen und Schreiben von lustigen Texten Bahn zu brechen, das macht schon Spaß^^ Aber jetzt soll es für heute bzw. die nächste Zeit auch erstmal wieder genug sein von mir^^ bis mir wieder was Neues einfällt, hihi, wenn der Schnee zu spät kommt, oder gar nicht kommt :/ oder der „Frühling“ vor der Türe steht.
        Kaltwetter, das tut mir total leid, dass es bei Euch nicht bzw. noch nicht geschneit hat – aber hier bei uns in der Eifel ist auch seit heute vormittag Essig, nichts mehr neu hinzugekommen, im Gegenteil, eben als ich mit den Hunden draußen war, tropfte es schon wieder von allen Bäumen und Büschen, Tauwetter, obwohl doch eigentlich Frost auch tagsüber vorhergesagt war, zumindest hatte ich das auf einschlägigen Wetterseiten so gesehen. So oft ist es hier 2-3 Grad wärmer, als zuvor angegeben war in der „Vorhersage“. Und im Frühjahr haben wir hier so oft und über lange Strecken die „Trockeneifel“, das mit der wochenlangen Hitze und Trockenheit zwischen März und „Herbst“ kennen wir hier ja auch… seit einigen Jahren… früher war das anders, sagt mein Mann, da hat es in der Eifel auch im Sommer öfters und regelmäßig geregnet und 30 Grad und mehr waren selten, in heutiger Zeit sind solche Temperaturen hier auch die Regel, dass Trockenmonate und Hitzewellen sich die Klinke in die Hand geben bzw. sich ständig überlagern. So nun wünsch ich Euch allen ein schönes Wochenende, und ich hoffe, dass morgen noch genug Schnee hier liegt, um einen längeren Schneespaziergang zu machen, bzw. kaltwetter & Euch allen drück ich feste die Daumen, dass Frau Holle ihre neue, teure Heizdecke von der Kaffeefahrt schnell in den Keller packt [Zurückgeben geht ja nicht mehr, die Bande ist über alle Berge und es gibt ja nur dieses komische Postfach in Norddeutschland oder Holland] und die alten Federbetten wieder rausholt 🙂
        Frau Holle, hol Deine alten Decken bitte wieder raus! Und lass es kräftig überall schneien!

        • Wohl gesprochen Meli. 🙂 Dann wollen wir mal hoffen, dass Frau Holle „in die Pötte“ kommt. Vielleicht sollte Yuki onna ihr mal kräftig in den Hintern treten und zeigen, wie das richtig funktioniert, quasi als völkerverständigende Maßnahme lol
          Ich war vorhin im Frühlingswetter erstmals seit 11 Krankheitstagen mit meiner Tochter wieder draußen. Prompt wartete nach der Rückkehr ein Hustenanfall, der 15 Minuten andauerte – die Gesundung dauert wohl etwas länger als von mir geplant. Insofern darf der Schnee dann ruhig noch warten. Momentan sieht es ja wieder nach einer längeren Einwinterung aus, traut man den Modellen. Letztlich ist es auch ohne Schnee besser als vor einem Jahr 13 Grad.

  • HP

    He, he. Wer versinkt denn schon im Schnee? Die meisten Ecken sind noch ohne Schnee, bzw. der gefallene ist wieder weg getaut. Ich finde Schnee auch eine geniale Entdeckung der Natur, aber dafür wohnen wir nun einmal in der verkehrten Ecke, egal ob in „Tropenhessen“ oder in der Oberlausitz. Reichlich Schnee gibt es nun einmal nur alle paar Jahre. Zum Glück konnte ich hier im hohen Norden schon so einige Winter mit reichlich Schnee erleben. Wie es allerdings in den kommenden Jahren aussehen wird – mir graut ein wenig davor.

    • Ah es gibt also noch Mitleidende Opfer. 🙂 Wär ich nur in die Eifel oder den Taunus einst gezogen …

  • HP

    Taunus und Eifel sind auch nicht die Kracher. Dann schon eher wie Wetterkollege Kai Zorn ins Voralpenland, auch wenn mir persönlich dort doch das Meer fehlen würde.

    • Nee da kenne ich die Mentalität der Leute nicht, die sind mir zu fremd um da noch mal neu in meinem Altern anzufangen und mich einzuleben. Da suche ich dann doch Regionen, die mir im Laufe meines Lebens begegnet sind ^^ Bayern und Alpen/Voralpen sind für mich persönlich weiße Gebiete auf meiner persönlichen Karte, daher Taunus und Eifel ^^

  • HP

    Schuster bleib bei deinem Leisten. Mein Vorschlag darf nur umter „Schneeaspekten“ betrachtet werden, wenn es denn in Deutschland sein soll (ich habe mich mit den Bayern beruflich auch immer heftig gefetzt – ist halt ein arrogantes stures Völkchen).
    Ich könnte mir schon vorstellen, die Zelte hier abzubrechen, wenn ich finanziell alles in trockenen Tücher habe. Deutschland ist nicht der Nabel der Welt, auch wenn das sicherlich so einige sehen.

    • Ja, Ideen über Auswanderung nach Island oder Skandinavien hatte ich auch, aber letztlich halten einen dann das eigene Kind, die Familie und der Beruf hier. Verständnis habe ich für jeden, der dieses Land Richtung kältere Regionen verlassen will und das Risiko auf sich nimmt. Ich hatte mal in meiner Jugend die Chance, nach Irland zu gehen, aber ich neige erst seit einigen Jahren zu extremen Maßnahmen. Früher hat mich das eher erschreckt. Spannend zu überlegen, wie das eigene Leben verlaufen wäre, wenn man solche Gabelpunkte in der eigenen Geschichte anders entschieden hätte. Man weiß natürlich nie, ob zum Guten oder zum Schlechten. ^^

  • Blizzard

    Der Odenwald hätte schon gereicht, über Nacht hat es 20 cm geschneit. 🙂 Zum Anderen, ich rechne 2015 mal als ein Übergangsjahr (wie 2008: Vorher zweimal Hitzehölle, nachher zweimal Kühl). Ob das so eintrifft wie Kai spekuliert mit häufiger eintretenden Meridianollagen im Sommer, da bin ich mal gespannt. Dazu werden Kältejahre weniger und nicht mehr so kalt und wir haben einen deutlichen Temperaturanstieg. Von 1880-1989 sind nur zwei Jahre mit einer Abweichung von über +1° zu finden. Dann kam die Wende…Seitdem 11 Jahre mit über +1° und schließlich 2014 mit über +2°. Die Kalten Jahre von über -1° gingen von 9 auf eins zurück (Hierfür ist der Vergleichzeitraum einfach zu klein) Und wo 1900 bei einem 1,2° zu warmen Januar im Bayrischen Wald 3m Schnee lagen, da konnte sich im Jahr 2000 (+1,6°) nicht den ganzen Januar eine Schneedecke halten. So ist es halt, wir haben Pech. Wer denkt dies habe nur mit der Wetterlage zu tun, der irrt. Amerika leidet unter 10 Frosttagen weniger im Jahr und Kanada verzeichnet die +1,8° auch immer öfter, obwohl unentwegter Polarwind weht. Die Meere sind wärmer, so sind alle Luftmassen insgesamt wärmer. Die warmen sind wärmer und die kalten sind auch wärmer. Kälter wird es die kommenden Jahre aber erstmal schon werden. Wärmer als 2014 wäre schlichtweg unfassbar!

    • Da bin ich ja mal gespannt mit deiner Rechnung von wegen Übergangsjahr. Die Möglichkeit einer galoppierenden Klimakatastrophe halte ich nach wie vor für leider sehr realistisch zumal wir kaum wissen, wie einzelne Faktoren (Bardarbunga trotz „nur“ Ausstoß von Schwefeldioxid in die Troposphäre, Sonnenfleckenmaximum überschritten) sich auswirken werden. Letzten Endes werden die deutschlandweiten und auch die globalen Zahlen es uns zeigen. Bitter Wahrheit oder süße Verheißung. Als Berufspessimist dürfte klar sein, worauf ich tippe, zumal es doch recht unwahrscheinlich ist, dass eine erst einmal stattfindende Klimakatastrophe in ihrem strukturellen Lauf so gravierend beeinflusst wird (von welchen Faktoren auch immer), dass sie eine Pause einlegt.

  • Blizzard

    Naja, ist eine Spekulation: Wenn es von Kalt zu Warm übergeht, dann kommt erstmal, wie zwischen Sommer und Winter, der Herbst. Sprich ein Winter, der zu mild ist um ein Winter zu sein, aber dennoch auf seine paar Frosttage kommt. Was ich theoretisiere ist keine Eiszeit, denn letztlich sind wir schnurstracks auf dem Weg in den Sommer und die +1,5° ist aus dem Blick in 50 Jahren eher frühlingshaft. Die nächsten Jahre, für das Klima nur eine kurze Episode, doch tröstend für seine Bewohner, tendiere ich in meinen Einschätzungen hin zu einer normaleren Temperatur; dass ein Jahresminus herauskommt, wie 2010 glaube ich nicht, aber an eine Wiederholung 2014 glaube ich auch nicht. Irgendwas zwischen +0,8 bis +1,2 halte ich für realistisch

    • Ok halten wir das mal fest. Vielleicht wirst du der neue Dr. Cohen 🙂

  • Zoppo Trump

    Also bei mir Schneit es seit ca. 22:10 Uhr bei anfangs +1.5 und jetzt bei +0.9 Grad. Ist noch nichts liegen geblieben.
    Auf den Autos jetzt aber langsam und wird gerade noch stärker der Schnee 🙂
    Tut mir auch echt leid wenn hier welche noch gar kein Schnee hatten. Aber ich habe auch oft kein Schnee hier im Ruhrpott daher weiß ich wie es ist. Hoffe das alle noch den Spätwinter zu spüren bekommen. Heute morgen war alles weiß schätze mal 4cm doch ab Mittag war schon fast alles wieder weg. Ist einfach eher nasskalt.

  • Thomas
    • Handwerker waren noch nie bekannt für ihre Weisheit ^^

  • Asaad Chneker

    Epischer Beitrag bei dem man durch das Titelbild noch mehr Gänsehaut bekommt 😉

    • Danke. Hoffentlich wird das Titelbild nicht das Motto für 2015 ^^

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