Stand das Jahr 2015 im Zeichen des Hitzemonsters El Niño, so ist es 2016 ganz klar die brennende Arktis mit dem „WACCY“-Effekt ab Herbst.
Der „Klimawandel“, nichts anderes als eine völlig außer Kontrolle geratene Klimakatastrophe, die 1830 mit der Industriellen Revolution ihren Anfang nahm, hält den Planeten ganz schön auf Trab. Global nahmen die Anomalien nach El Niño eher wieder ab, während sie regional in Deutschland (siehe unten) zunahmen.
Einige Anomalien jedoch verstärkten sich im späten Jahresverlauf: Der „Kalte Fleck“ im Atlantik, möglicherweise ein Beleg einer Schwächung des Golfstroms und Folge der grönländischen Eisschmelze, ist nach wie vor sichtbar. Der Waccy-Effekt führte zu einem teilweise rekordkalten Sibirien und auch in den USA kippten einige Kälterekorde, als die in West-USA einflutende Kälte bis in den mittleren Westen vordrang.
Schließlich führte La Niña als traditionell auf einen El Niño folgende Wasserabkühlung vor Südamerika Ende des Jahres zu einigen globalen Klimaanomalien. Am Ende stand global ein erneuter Hitzerekord und das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen und wohl auch das wärmste Jahr seit einigen tausenden Jahren.

(1) Die Arktis stirbt und der „Waccy-Effekt“ ist ihr Totengräber

Der „Waccy-Effekt“ besagt, dass eine durch die Klimakatastrophe abnorm erwärmte Arktis zu kalten Kontinenten führen könnte.

"Arktische Todesspirale" mit Vergleich der Meereisausdehnung (im monatlichen Mittel) von 1979-2014. © Andy Lee Robinson auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0
„Arktische Todesspirale“ mit Vergleich der Meereisausdehnung (im monatlichen Mittel) von 1979-2014. © Andy Lee Robinson auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Diese Prognose wurde bereits Jahre zuvor aufgestellt und 2013 in einem Aufsatz von Dr. Judah Cohen präzisiert. Im Jahr 2016 kam es ab Herbst mit der natürlichen Genese des Polarwirbels durch den sinkenden Sonnenstand zu einem abrupten Sprung in den Temperaturen der Polregionen in der nördlichen Hemisphäre. Das Ausmaß dieser Supererhitzung in der Arktis mit teilweise 30 Grad über dem normalen Mittel, welche die Skalen der Globaltemperaturkarten übertraf, hatte sich im Vorjahr und in der Entwicklung der letzten Jahre angedeutet.
Allerdings war man im Winter 2015/16 noch davon ausgegangen, dass es sich bei dem Tiefdruckgebiet, dass im Januar 2016 für Plustemperaturen am Nordpol mitten im arktischen Winter geführt hatte, nur ein meteorologischer Zufall sei zumal das letzte Ereignis dieser Art im 19. Jahrhundert aufgetreten war. Doch wie so oft waren auch hier die Meteorologen auf dem klimatischen Auge etwas blind, denn gleiches wiederholte sich in diesem Winter erneut! Nicht genug der punktuellen Erwärmung blieb die außer Kontrolle geratene Supererwärmung der Arktis im Grunde von Herbst bis zum heutigen Tage bestehen. Die Arktis ist bekanntlich kein Kontinent wie die Antarktis und so verzeichnete man einen deutlichen Rekordnegativwert bei dem Meereis, das sich üblicherweise in der Arktis auf dem Meer bildet.
Man darf sich das natürlich nicht falsch vorstellen. Selbstverständlich bildet sich nach wie vor Meereis und nach wie vor steigt das Ausmaß mit zunehmender Winterdauer an, doch die Entwicklung und die sog. „Todesspirale“ der Arktis zeigen, dass die Arktis als Region, wie wir sie kennen, stirbt. Und mit ihnen die Lebewesen wie die Eisbären und Kulturen wie die Inuit.

Ursache dieser erschreckenden Entwicklung ist der Effekt der „polaren Verstärkung“. Aufgrund physikalischer Kausalitäten erwärmen sich die Polregionen in einer globalen Klimakatastrophe exponentiell stärker als die mittleren Breiten. Es scheint so, als habe die Klimakatastrophe nun einen Kipppunkt in der Arktis überschritten, der dazu führt, dass die Grönlandschmelze deutlich verstärkt wird und das Meereseis immer geringer wird.
In der Antarktis ist der Effekt nicht ganz so deutlich ausgeprägt und noch nur in Ansätzen vorhanden, da der Südpol eine Landmasse besitzt, welche die Kälte besser halten kann. Doch auch hier prägen Meldungen von abbrechenden Schelfeisen in der Westantarktis die Fachpresse.

WACCY-Effekt mit warmer Arktis und kalten Kontinenten, hier: 20.11.2016; © Karsten Haustein
WACCY-Effekt mit warmer Arktis und kalten Kontinenten, hier: 20.11.2016; © Karsten Haustein

(2) Planet Erde: 2016 ohne globalen Hitzesprung, aber immer wärmer

In der Klimabilanz 2014 hatte ich das Jahr 2015 ausgerufen, eine Bestätigung der Klimakatastrophe zu werden oder uns Hoffnung zu geben, dass alles ein großer Irrtum sei.
Die Zahlen: 2014 war bereits mit global 0.74 Grad Erwärmung über dem Mittel eine unfassbare Katastrophe, bei dem die Alarmglocken schrillen. 2015 erfolgte durch El Niño ein unfassbarer Hitzesprung, der 2016 auch nicht durch La Niña „ausgeglichen“ wurde, wie es in diversen Klimalügnerportalen behauptet wird. Im Gegenteil: Auch 2016 geht die Erwärmung weiter und weiter, wenn auch ohne El Niño mit reduzierten Werten.

Im Klimajahr 2016 betrug die Erderwärmung 0.94 Grad Celsius und 2016 war somit das heißeste je gemessene Jahr

2015 gab es El Niño-bedingt noch einen Sprung von 0.16 Grad Celsius. 2016 betrug die Erwärmungsrate hingegen 0.04 Grad Celsius und lag damit wieder in „normalen“ Steigerungsraten, aber letztlich immer wärmer.

Wie ist die Zahl von 0.94 Grad Erwärmung zu verstehen? Man geht davon aus, dass eine Erwärmung von 2 Grad global, vermutlich sogar 1.5 Grad global eine irreparable Klimakatastrophe auslösen wird, die die Menschheit in der jetzigen Form nicht überstehen wird. Ab 1.5 Grad Erwärmung werden klimatologische Kipppunkte fallen, die wiederum die Aufheizung der globalen Klimate sprunghaft vorantreiben, sodass die Erwärmung immer schneller wird, bis die Folgen aus dieser Entwicklung unsere Welt zusammenbrechen lassen wird – von außen durch Naturkatastrophen, die sich direkt aus der Klimakatastrophe ergeben (Hitzewellen mit vielen Hitzetoten, Anstieg des Meeresspiegels, Massensterben in den Ozeanen durch sog. Todeszonen, Stürme, Zusammenbruch der Nahrungskette) und von innen durch Zusammenbruch der gesellschaftlichen Faktoren (Zusammenbruch der Weltwirtschaft, hunderte Millionen Klimaflüchtlinge, Hungersnöte, Trinkwasservernichtung, Kriege um schwindende Ressourcen). Die Ereignisse im Jahr 2016 mit dem Waccy-Effekt in der Arktis lassen vermuten, dass der „Point of no return“ bereits überschritten sein könnte. Wenn das der Fall ist, müssten im Jahr 2017 die klimatischen Anomalien und katastrophalen Ereignisse zunehmen.

Prognosen des Verlaufs der Klimakatastrophe in verschiedenen Verlaufswahrscheinlichkeiten. Die aktuelle Erwärmung von 2015 ist bereits deutlich höher als die Prognosen. Irgendwo zwischen 1,5 und 2 Grad globaler Erwärmung wird ein galoppierender Effekt ausgelöst und die Existenzbedrohung der gesamten Menschheit akut; © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Global_Warming_Predictions.png">Robert A. Rohde auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>
Prognosen des Verlaufs der Klimakatastrophe in verschiedenen Verlaufswahrscheinlichkeiten. Die aktuelle Erwärmung von 2016 ist bereits deutlich höher als die Prognosen. Irgendwo zwischen 1,5 und 2 Grad globaler Erwärmung wird ein galoppierender Effekt ausgelöst und die Existenzbedrohung der gesamten Menschheit akut; © Robert A. Rohde auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Im Jahr 2008 betrug die Erwärmung „nur“ 0.54 Grad Celsius. Die nahezu Verdoppelung der Erwärmung in nur 8 Jahren lässt Schlimmstes befürchten. Wenn man bedenkt, dass bei der NOAA Nord- und Südpol, die aufgrund der geografischen Lage sich noch stärker erwärmen als die Regionen um den Äquator, gar nicht in die Berechnung mit einfließen aufgrund fehlender Messsonden, dann möchte man im Grunde die Augen schließen, die Decke über den Kopf ziehen und nichts mehr weiter hören und sehen wollen.
Wir sind Zeitzeugen einer unfassbaren Klimakatastrophe, das sollten wir nicht vergessen, wenn wir die nächsten Jahre erwarten und akzeptieren müssen, dass dies erst der Anfang von Katastrophen sein wird, die wir uns heute noch nicht vorstellen können und die sich aus der Klimaerwärmung ergeben werden. Denn diese erfolgt nicht „natürlich“ und im Zeitraum von 100.000 bis Millionen Jahre, sondern angetrieben durch menschlichen Wahnwitz innerhalb von nur knapp 200 Jahren (seit 1830) und seit 1993 (nach der vulkanischen Abkühlung durch den Ausbruch des Pinatubo) in einer exponentiellen Beschleunigungskurve von lediglich nur noch Jahrzehnten!

Blicken wir im Detail auf die Werte, so ergeben sich weitere Einzelheiten:

Unterteilt nach Land und Ozean stellen wir eine stärkere Erwärmung des Landes fest, da bisher die Ozeane den Großteil der vom Menschen hervorgerufenen Klimaerwärmung geschluckt haben. Die Klimabilanzen der letzten Monate zeigen jedoch, dass hier eine Grenze inzwischen erreicht ist und sich die Ozeane überdurchschnittlich erwärmen (und somit theoretisch in den Folgejahren die Klimakatastrophe noch stärker sich beschleunigen wird, eben auch an Land durch den Wegfall der Ozeane als „Puffersystem“):
Erwärmung des Landes: +1.43 Grad Celsius (Vorjahr: +1.33 Grad Celsius)
Erwärmung der Ozeane: +0.75 Grad Celsius (Vorjahr: +0.74 Grad Celsius)

Unterteilt nach den Erdhalbkugeln sehen wir, dass sich die Nordhalbkugel deutlich stärker erwärmt als die Südhalbkugel, was zum einen auf geografische Besonderheiten (Antarktis als Kontinent am Pol wirkt wie ein Kühlschrank, die Masse an Landflächen ist geringer als auf der Nordhalbkugel), zum anderen auf die Konzentration der Industrieländer mit ihren Emissionen von Treibhausgasen, die zunächst durch die Windsysteme der Erde in der jeweiligen Halbsphäre gehalten werden:
Erwärmung der nördlichen Hemisphäre: +1.13 Grad Celsius (Vorjahr: +1.09 Grad Celsius)
Erwärmung der südlichen Hemisphäre: +0.75 Grad Celsius (Vorjahr: +0.70 Grad Celsius)

Bildlich dargestellt ist über das gesamte Jahr natürlich trotz zeitweiser und regional begrenzter Kühlphasen eine deutliche Erwärmung festzustellen. Durch die Mittelung über 12 Monate werden die Auffälligkeiten naturgemäß geglättet. Auffällig ist dennoch die Kälteanomalie im Atlantik, der „Kalte Fleck“, über den gerätselt wird, ob es sich um eine Abschwächung des Golfstroms oder um völlig andere Ursachen handelt:

Verteilung globaler Temperaturanomalien im Klimajahr 2016, © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201613">NOAA</a>
Verteilung globaler Temperaturanomalien im Klimajahr 2016, © NOAA

Die Besonderheiten im Jahr 2016 habe ich in den jeweiligen monatlichen Klimaberichten global und national erwähnt. Trotzdem gebe ich die englischsprachige Zusammenfassung der globalen, traurigen (Hitze-)rekorde und -leiden hier wieder:

Bedeutende Klimaereignisse im Jahr 2016, © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201613">NOAA</a>
Bedeutende Klimaereignisse im Jahr 2016, © NOAA

Insgesamt ist das Ausmaß der Erwärmung ein Beleg, dass sich derzeit die Menschheit mit Vollgas auf dem Weg in die Selbstvernichtung befindet und dass Klimakonferenzen daran nicht einmal andeutungsweise etwas ändern werden – denn eine Klimabegrenzung auf 2 Grad Celsius global ist durch die Kipppunkte eine Erwärmung von 5-10 Grad Celsius. Mit anderen Worten: Wir benötigen keine Begrenzung der Erwärmung, sondern eine Abkühlung! Dies würde die Möglichkeiten des Menschen aber wohl übersteigen. Nicht nur technisch, sondern auch gesellschaftlich. Und daher bleibt uns nur die Zeitzeugenschaft, dass wir die erste Generation sind, die den Hitze-Selbstmord ihrer Spezies dokumentieren wird.

Kallis (Kaltwetterliebhaber) machen den Frühjahrsputz VOR der Frühlingsbrüllhitze! Und mit diesen Hilfen doppelt so schnell.

(3) Deutschland 2016: Extremereignisse trotz klimatischer Entspannung

Das Klimajahr 2016 in Deutschland: Die 4 Reiter der klimatischen Apokalypse auf Stippvisite

Wie sah das Jahr 2016 aus? Obwohl das Jahr in Deutschland nach dem Ende von El Niño in Sachen Temperatur sich mit Radikalitäten (mit Ausnahme des Septembers) zurückhielt, gab es dennoch Extremereignisse anderer Art, die allesamt eine belegte Folge der Klimakatastrophe sind und allgemein als „Klimawandel“ verharmlost werden. Wir haben die 4 Reiter der Apokalypse gesehen, aber nur kurz: Den Reiter des Nichtwinters, den Reiter der Tornadostürme, den Reiter der Hitzewellen und den Reiter der Dürre.

Südseereiter der Apokalypse bei einer Pause im Januar 2016 in Tropenhessen mit Vorbereitung des Nichtwinters.
Südseereiter der Apokalypse bei einer Pause im Januar 2016 in Tropenhessen mit Vorbereitung des Nichtwinters.

Januar 2016. In den nördlichen Landesteilen besuchen Wintergötter wie Skadi die verschreckten Bewohner deutscher Lande. Doch in den südlichen Landesteilen sichtet man den Reiter des Nichtwinters. Eine schrumpfköpfige Mumie aus der Südsee, die mit skelettiertem Grinsen ihr sofetisches Palmenzepter schwingt und die südlichen Landesteile mit Wärme flutet. Das Resultat: Eine verkehrte Welt mit Schnee von der Nordseeküste bis Berlin und Frühling von Düsseldorf bis München.
Auch der Februar 2016 konnte die Herrschaft des Mumienreiters der Apokalypse nicht unterbrechen! 3,0 Grad zu warme Mitteltemperaturen bedeuteten 9 Grad zu hohe Tagesmaxima im Flachland und einen Vorfrühling, während die südlichen Landesteile nach dem wärmsten Karibikdezember 2015 aller Zeiten und einem beinahe ebenso warmen Januar 2016 nach Erlösung, Kühle, Schnee und Winter flehten – vergeblich. Der astronomische Winter schloss am 21. März und brachte keine Erlösung, aber ein Major Warming des Polarwirbels – leider ein bis zwei Monate zu spät für den Winter. Es scheint, als hätte Wintergöttin Skadi, die Gegenspielerin des 1. Reiters der Apokalypse die missliche Lage der südlichen Länder viel zu spät erkannt. Immerhin ermöglichte sie uns so einen angenehmen Frühling!

Wie auch der Frühling 2015 war der Frühling 2016 angenehm – Zufall? Oder handelt es sich um eine neue Struktur der Klimakatastrophe? Der März glänzte mit verhaltenen Temperaturen, wenn man ihn aus meteorologischer Frühlingssicht sieht. Der April schwankte zwischen 2 Hitzewellen und erstaunlicher Kälte am Ende des Monats. Es wirkte beinahe, als wöge die Schlacht zwischen Skadi und dem 1. Reiter der Apokalypse hin und her, bis die schöne Wintergöttin endlich den Todesstoß setzte und einmal mehr Deutschland mit Hilfe des Polarwirbelschwerts rettete.

Der Tornadoreiter der Apokalypse hielt im Mai und Juni 2016 ausreichend Ernte in (Nord-)Deutschland. © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:A_ghost-like_figure_of_Death_appears_riding_on_a_horse_holdi_Wellcome_V0042256.jpg">Wellcome Images - https://wellcome.ac.uk/press-release/thousands-years-visual-culture-made-free-through-wellcome-images</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.en">CC BY 4.0</a>
Der Tornadoreiter der Apokalypse hielt im Mai und Juni 2016 ausreichend Ernte in (Nord-)Deutschland. © Wellcome Images – https://wellcome.ac.uk/press-release/thousands-years-visual-culture-made-free-through-wellcome-images, Lizenz: CC BY 4.0

Der Mai 2016 kündigte jedoch bereits die Ankunft des 2. Reiters der Apokalypse an. Zwar waren die Temperaturen verhalten, obwohl der Monat insgesamt 1,5 Grad über dem Mittel landete. Den Grund hatte dies in einer gestörten Weltordnung, bei der der Norden deutlich zu warm war – sonst ein Garant für Frühlingskühle durch den atlantischen Einfluss. Der Tornadoreiter der Apokalypse bereitete bereits seine Ankunft vor … es begann am Ende des Monats mit Hagel und Gewittern, wie man sie selten gesehen hatte.

Sommer 2016. Der Juni 2016 startete als erster Sommermonat mit dem Gegenteil: Kälte und Regen. Aber trotzdem mit klimatischen Radikalismen. Neben Überschwemmungen im südlichen Raum traten nie zuvor gesehene Tornados im Norden Deutschlands vor allem auf, stellenweise sogar zwei parallel. Was der 2. Reiter der Apokalypse im Mai mit einer verkehrten Welt und Hitze im Norden gesät hatte, erntete er nun: Staunend beobachteten wir, wie in Schleswig-Holstein Tornados über die Landschaft jagten, als befänden wir uns im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten! Am Ende landete der Monat zwar mit 1,6 Grad über dem Mittel, aber vor allem wegen eines deutlich zu heißen Ostens, während die anderen Landesteile unter Wasser standen (vor allem im Süden) oder von Tornados heimgesucht wurden (der Norden).
Der Juli kennzeichnete in den vergangenen Jahren den Wechsel vom Frühling zu einem Todessommer. Im Juli 2016 ließ der 3. Reiter der Apokalypse mit einer fachlichen Spezialisierung auf bisher ungekannte Hitzewellen lange auf sich warten. Ende des Monats war es dann so weit und es begann der übliche Horror. Während zu Beginn des Monats die Wetterlage noch von zahlreichen isolierten Tiefdruckgebieten nördlich Deutschlands geprägt war, die wie die Leichenfledderer nach der Schlacht zwischen Skadi und dem 1. Reiter der Apokalypse anmuteten, näherte sich der Hitzewellenreiter in Form des Azorenhochs, das zuerst den Süden erreichte. Die östlichen Landesteile bekamen damit durch die Tiefdruckgebiete im Norden südliche Anströmungen und übernahmen die ungewollte Rolle des Herolds des Sommeralptraums.

Der Hitzewellenreiter der Apokalypse wie immer im Galopp über Deutschland. © Raxon Rex auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0
Der Hitzewellenreiter der Apokalypse wie immer im Galopp über Deutschland. © Raxon Rex auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Im August 2016 konnte der Ansturm des Hitzewellenreiters zunächst noch verzögert werden, doch von Südwesten bis Nordosten, von Tropenhessen bis zur Magdeburgischen Ofenplatte brachen die Wälle unter dem Azorenhochmonster des 3. Reiters der Apokalypse.
Insgesamt war der Sommer 2016 damit rechnerisch viel zu warm, aber kühler als der El Niño-Sommer des Todes 2015. Die Kühlphasen zeigten, dass es sich um die denkbar kühlste Sommervariante in einer galoppierenden Klimakatastrophe handelte.

Herbst 2016. Der erste Herbstmonat September 2016 stand unter dem Banner eines Sauron-gleichen Herrschers der Apokalypse mit Horrorwerten, die den Herbstmonat zu einer Sommerverlängerung quälten und Mordorähnliche Zustände hervorrief. Noch Ende September zeigte das Thermometer in Tropenhessen 37 Grad an. Der Monat endete als brüllheißester September seit Aufzeichnungsbeginn und wohl auch seit tausenden Jahren (die nicht belegt werden können).
Eine tapfere Gruppe guter Götter verschwor sich zu einer Gemeinschaft des Kälterings und ihr gelang das Unmögliche: Die Herrschaft des 3. Reiters der Apokalypse endete im Oktober 2016. Wie schon 2015 blockierten Hochdruckgebiete den Atlantik und sorgten mit günstig gelegenen, abtropfenden Tiefs und einigen Troglagen für einen wunderbar düsteren und kühlen Oktober. Sogar der November, im Jahr 2015 noch ein undenkbarer Hitzealptraum, profitierte von diesen Wetterlagen. Allerdings hatte diese Kühle einen Preis: Der 4. Reiter der Apokalypse, die Dürre, breitete seine Mumienhand immer weiter aus, die bereits seit dem Sommer und stellenweise seit dem Frühling germanische Länder berührt hatte. Nun wandelte sie sich in einen Würgegriff um. Sogar im Winter, sonst die Auffüllmonate für Flüsse und Seen, nahm die Dürre dramatische Ausmaße an und zeigte, dass dies die primäre Folge der Klimakatastrophe in Deutschland sein wird.

Der Dürrereiter der Apokalypse kommt langsam, aber gewaltig!
Der Dürrereiter der Apokalypse kommt langsam, aber gewaltig!

Winter 2016. Der erste (und wärmste) der drei Wintermonate war trotz der kühlen Vorzeichen aus dem Oktober und November und hervorragenden klimatischen Indizien (wenig arktisches Meereis, hohe Schneedecke in Sibirien, niedriger Stand der Sonnenflecken) eine Enttäuschung. Zwar wurde die Rekordhitze aus dem Dezember 2015 nicht erreicht, aber Schnee und Winter ebenso nicht. Durch Inversionslagen kamen die Flachländler noch am besten weg, während ausgerechnet die Gebirgslagen in Dauersonne und Dauerwärme brüteten. Der Grund war überraschend: Die globalen Temperaturkarten zeigten eindeutig den Einfluß von La Niña (Nachweis von mir in Abschnitt 4 des folgenden Artikels: Wetterprognose Januar 2017: Loki, der Sofetenlord des Chaos), was man noch im November wegen des schwachen Signals ausgeschlossen hatte. Doch die stratosphärischen Winde der QBO kippten ausgerechnet zum Beginn des Winters von der Ost- in die Westphase, verstärkten so das La Niña-Signal, verminderten die Winterchancen allgemein und sorgten für den klassischen La Niña-Hochdruckwinter im Dezember, bevor das Signal im neuen Jahr sich abschwächte und endete.

Das Jahr 2016 hatte nun 3 der 4 Reiter der Apokalypse überstanden, doch der letzte Reiter sollte die Dürre in das neue Jahr fortführen. Insgesamt war es ein Jahr, das trotz der global furchteinflößenden Zahlen und Entwicklungen regional in Deutschland eine Erholung darstellte. Zwar fing es mit einem Nichtwinter an, ging dann aber durch das Major Warming im März 2016 mit einem relativ kühlen (und spektakulären) Frühling einher. Der Sommer war bis Ende Juli halbwegs erträglich, bevor der unvermeidliche Hitzepeak im August und auch noch im September 2016 einen hohen Preis einforderte. Der Herbst war dann wiederum erstaunlich kühl wie 2015 und man fragt sich, ob dies ein neues Schema der Klimakatastrophe ist, dass sich mit der Neugründung des Polarwirbels kühle kontinentale Temperaturen bilden – auf Kosten einer sterbenden Arktis im Waccy-Effekt. Den Dezember-Winter wiederum kann man wohl zukünftig von vornherein abschreiben. Zu hoch ist die Mitteltemperatur (für das Flachland) und die Strukturen weisen darauf hin, dass in der Klimakatastrophe der Winter oder ein Ansatz desselbigen im Januar oder im Spätwinter Februar/März zu finden ist.

Meine Frau sagt, Einhörner seien absolut der Hit momentan.^^ Also dann:

Fluchtorte vor der Klimakatastrophe: Wo in Deutschland war es 2016 am kühlsten, nassesten und sonnenscheinärmsten?

Das Klimajahr 2016 war in Deutschland das neuntwärmste Jahr aller Messungen seit 1881.

Während im Jahr 2015 noch El Niño wütete, machte sich 2016 eine relative klimatische Entspannung breit, was die Temperaturen betraf. Dafür nahmen Extremwetterlagen zu und auch die Dürren nehmen einfach kein Ende, vor allem abseits der Küsten.
Obwohl La Niña (zu kühle Wassertemperaturen vor Südamerikas Küste) das Gegenteil von El Niño (zu warme Wassertemperaturen) ist, führte der La Niña-Einfluss im Dezember ebenfalls zu Dürren durch einen endlosen Hochdruckwinter mit Inversionslagen und beinahe Rekorddürrezahlen. Der „Waccy-Effekt“ mit einer geradezu brennenden Arktis führte zu kalten Kontinenten und teilweise auch dadurch zu einem erneut kühlen Herbst und dank der Inversionslagen vor allem im Flachland im Dezember zu wunderbarer Ostlagenkälte.
Ob das Jahr 2017 diesen Trend fortsetzt oder ob mit dem Abklingen des Waccy-Effektes durch den im Frühling auf natürliche Weise sich auflösenden Polarwirbel und steigenden Sonnenstand die Hitzehölle über Deutschland hereinbricht, wird sich zeigen. Auch ob der Herbst 2017 spätestens ab Oktober erneut Kältemonate hervorruft und damit eine Kausalität zum Waccy-Effekt belegt, wird zu beobachten sein. Der Winter 2017/18 wird vermutlich ohne La Niña oder El Niño erfolgen, aber nach wie vor von einer West-QBO geprägt sein bei einem noch niedrigeren Stand der Sonnenflecken. Die Voraussetzungen für einen relativ guten Winter wird also wie in diesem Jahr nicht zu schlecht sein, wenn er auch kaum im Dezember 2017 erfolgen wird, sondern erst ab Januar 2018.
Das Klimajahr 2016 im Überblick der monatlichen Temperaturanomalien:

Januar 2016 = 1,2 Grad Celsius im Mittel = +1,7 Grad zu warm (2014: +2,6 / 2015: +2,7).
Februar 2016 = 3,4 Grad im Mittel = +3,0 Grad zu warm (2014: +4,7 / 2015: +0,3).
März 2016 = 4,0 Grad Celsius = +0,5 Grad zu warm (2014: +3,4 / 2015: +1,8).
April 2016 = 8,0 Grad Celsius = +0,6 Grad zu warm (2014: +3,4 / 2015: +1,2).
Mai 2016 = 13,6 Grad im Mittel = +1,5 Grad zu warm (2014: +0,3 / 2015: +0,4).
Juni 2016 = 17,0 Grad im Mittel = +1,6 Grad zu warm (2014: +0,7 / 2015: +0,6).
Juli 2016 = 18,6 Grad Celsius = +1,7 Grad zu warm (2014: +2,4 / 2015: +2,5).
August 2016 = 17,9 Grad Celsius = +1,4 Grad zu warm (2014: -0,5 / 2015: +3,4).
September 2016 = 16,8 Grad Celsius = +3,5 Grad zu warm (2014: +1,6 / 2015: -0,3).
Oktober 2016 = 8,6 Grad Celsius = -0,4 Grad zu kühl (2014: +2,9 / 2015: -0,6).
November 2016 = 3,9 Grad Celsius = -0,1 Grad zu kühl (2014: +2,5 / 2015: +3,5.
Dezember 2016 = 2,1 Grad Celsius = +1,3 Grad zu warm (2014: +1,9 / 2015: +5,6.

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagestemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 16 Grad 19 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 6 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 9 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Die wärmsten 10 Jahre seit Messungsbeginn 1881 in Deutschland. Normaltemperatur 1961-1990: 8,2 Grad Celsius.
1. 2014 mit 10,3 Grad Celsius
2. 2015 mit 9,94 Grad Celsius
3. 2000 mit 9,88 Grad Celsius
4. 2007 mit 9,87 Grad Celsius
5. 1994 mit 9,71 Grad Celsius
6. 2011 mit 9,64 Grad Celsius
7. 2002 mit 9,56 Grad Celsius
8. 1934 mit 9,55 Grad Celsius
9. 2016 mit 9,54 Grad Celsius
10. 2006 mit 9,52 Grad Celsius

Der DWD beziffert die Temperaturdifferenz 2016 mit +1,4 Grad zum Mittel 1961-1990. Wikipedia beruft sich allerdings in seiner Darstellung auf die offiziellen Veröffentlichungen des DWD. Da die DWD-Monatsberichte stets vor Ende des jeweiligen Monats im Internet veröffentlicht werden, kann es zu Abweichungen kommen. In Zukunft wird daher von mir nur noch die Darstellung bei Wikipedia verwendet, die die endgültigen und korrigierten Zahlen des DWD widerspiegelt.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland.

Das Klimajahr 2016 war in Deutschland mit 9,54 Grad Celsius in der Summe 1,3 Grad zu warm

(3.1) Temperaturen im Klimajahr 2016

Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur – wobei alle Bundesländer deutlich über dem Mittel 1961-1990 landeten und dementsprechend alles in roter Warnfarbe gehalten ist. In Klammern das jeweilige regionale Mittel.
Zur Einschätzung dient der Hinweis, dass das Jahr deutschlandweit normalerweise ein Temperaturmittel von 8,2 Grad (1961-1990) aufweist.
Zur Einordnung: Auf ein deutschlandweites Ganzjahresmittel und nicht nur auf einen Monat bezogen sind 0,5 Grad Unterschiede als gravierend einzustufen, 1 Grad als deutlich alarmierende Abweichung von der Norm, 2 Grad als klimatisches Alarmsignal.
Bayern ist mal wieder der Spitzenreiter mit den kühlsten Temperaturen. Erinnert an die Fußballbundesliga … Die rote Hitze-Laterne hat dieses Mal Sachsen-Anhalt.
Zu den einzelnen Monaten vgl. ganz am Ende des Artikels die monatlichen Klimabilanzen. In Klammern die Platzierungen des Vorjahres.

Platz 1  (1): Bayern mit 8,9 Grad (7,5 Grad)
Platz 2 (2): Thüringen 9,2 Grad (7,6 Grad)
Platz 3 (5): Baden-Württemberg mit 9,3 Grad (8,1 Grad)
Platz 4 und 5 (5 bzw. 7): Hessen (8,2 Grad) und Sachsen (8,1 Grad) mit 9,5 Grad
Platz 6 bis 9 (2, 9, 10, 4): Schleswig-Holstein (8,3 Grad), Rheinland-Pfalz (8,6 Grad), Saarland (8,9 Grad) und Mecklenburg-Vorpommern (8,2 Grad) mit 9,7 Grad
Platz 10 (8): Niedersachsen mit 9,9 Grad (8,6 Grad)
Platz 11 und 12 (10/12): NRW (9,0 Grad) und Brandenburg (8,7 Grad) mit 10,1 Grad
Platz 13 (12): Sachsen-Anhalt mit 10,2 Grad (8,7 Grad)
Inoffiziell: Tropenhessen (das noch „kühle“ Frankfurt a.M. war lediglich in der Datenbank verfügbar) mit 11,1 Grad, Mittel: 9,7 Grad Celsius. Mannheim mit 11,4 Grad und Düsseldorf mit 11,2 Grad waren jedoch noch wärmer im Jahr 2016.

(3.2) Niederschlag im Klimajahr 2016

Insgesamt notiert der DWD im deutschlandweiten Mittel 736 l/m2 statt der erwarteten 789 l/m2 und somit ein Regensoll von nur 93% (Vorjahr 2015: 689 l/qm, 87%). Allerdings täuscht dies darüber hinweg, dass es große regionale Unterschiede gab (wie immer ist die Rhein-Main-Region bis nach Erfurt und der Südwesten mittlerweile als Folge der Klimakatastrophe deutlich benachteiligt und der Norden aufgrund des Atlantikeinflusses überdeutlich bevorzugt). Der Klimakatastrophe ist das nur teilweise geschuldet und zwar über die zu hohen Temperaturen und der höheren Verdunstung, der Verstärkung von Extremwetterlagen und in diesem Jahr der Dezemberdürre durch La Niña. Ein wesentlicher Faktor ist die meridionale Wetterlage (durch den geringen Sonnenfleckenstand) für die Trockenheit ursächlich und solche Phasen finden sich auch in der klimatischen Vergangenheit, wenn auch nicht in diesem langen Ausmaß, so aber doch in den Extremen wie beispielsweise im Jahr 1972.

Die einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen (in Klammern die Position des Vorjahres). Farbcodes: Grün = mehr als das Mittel, Orange = knapp weniger als das Mittel, Rot = deutlich weniger als das Mittel, Violett = mind. 10% weniger als das Mittel (starke Dürre).

Platz 1 (4): Baden-Württemberg mit 965 l/m2
Platz 2 (6): Saarland mit 960 l/m2
Platz 3 (4): Bayern mit 915 l/m2
Platz 4 (7): Rheinland-Pfalz mit 800 l/m2
Platz 5 (2): NRW mit 755 l/m2
Platz 6 (1): Schleswig-Holstein mit 720 l/m2

Platz 7 (8): Sachsen mit 705 l/m2
Platz 8 (10): Hessen mit 700 l/m2
Platz 9 (11): Thüringen mit 655 l/m2
Platz 10 (3): Niedersachsen mit 645 l/m2

Platz 11 (9): Mecklenburg-Vorpommern mit 515 l/m2
Platz 12 (13): Brandenburg mit 505 l/m2
Platz 13 (12): Sachsen-Anhalt mit 475 l/m2

Nun ganzjährig: Endlose Dürren, hier im Dezember 2016. © Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums
Nun ganzjährig: Endlose Dürren, hier im Dezember 2016. © Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums

Die Dürren haben sich im Jahr 2016 verlagert. Gab es im Vorjahr noch eine verbreitete Dürre der Böden, die vor allem im Südwesten von Februar bis zum Spätherbst reichte, so stellte sich die Situation 2016 anders dar: Das regenreiche Frühjahr brachte vor allem den mittleren und südlichen Landesteilen Regen, während zuerst der Osten, dann auch ungewöhnlicherweise NRW vertrocknete.
Eine neue, alarmierende Situation ist das Auftreten der Dürre, die 2016 vor allem im Spätsommer und Frühherbst wütete, auch im Winter – der Dauerhochdrucklage durch La Niña im Dezember geschuldet, die teilweise regionale Hochdruckrekorde fallen ließ. Während normalerweise der Winter für eine Auffüllung des Grundwassers und der Seen und Flüsse sorgt, verzeichnete der Rhein im Dezember stellenweise nur noch eine Wasserhöhe von 30 cm und kam damit an die Situation im Jahr 2003 heran – wohlgemerkt der Situation im Sommer!

Auf lange Sicht führt die dramatische Dürresituation in Deutschland letztlich als Folge der Klimakatastrophe zum Verlust nicht nur der Trinkwasserreserven (u.a. im Alpenraum durch das Verschwinden der Gletscher, die das wichtigste Süßwasserreservoir bilden), sondern auch zum Verlust fruchtbaren Bodens durch Erosion.

(3.3) Sonnenscheinbelastung im Klimajahr 2016

1585 statt 1544 Sonnenstunden und damit leider leicht über dem Soll schien die Sonne – am häufigsten mit 200 Stunden auf der Insel Rügen, mit 1360 Stunden im Sauerland am wenigsten. Das Sauerland mag durchaus als „speziell“ gelten, aber wäre klimatisch somit durchaus ein guter Tipp.
Die Hochdrucklage im Dezember 2016 hatte mit teilweise völlig anormalen Sonnenwerten über dem Soll letztlich zu dem Plus für das Gesamtjahr geführt.
Es folgen die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern. Farbcodes für die regionalen Unterschiede: Grün = unter dem Mittel, Schwarz = +/- 5 Stunden um das Mittel, Orange = leicht über dem Mittel, Rot = deutlich über dem Mittel, Violett = mind. 25% über dem Mittel.

Platz 1 (2): Saarland mit 1440 Stunden
Platz 2 (4): Hessen mit 1480 Stunden
Platz 3 (7): Rheinland-Pfalz mit 1510 Stunden
Platz 4 (6): Thüringen mit 1540 Stunden
Platz 5 (5): NRW mit 1555 Stunden
Platz 6 (1): Niedersachsen mit 1560 Stunden
Platz 7 (3): Schleswig-Holstein mit 1585 Stunden
Platz 8 (9): Bayern mit 1620 Stunden
Platz 9 (11): Baden-Württemberg mit 1635 Stunden
Platz 10 (13): Sachsen mit 1655 Stunden

Platz 11 und 12 (8/10): Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt mit 1695 Stunden
Platz 13 (12): Brandenburg mit 1735 Stunden

Fassen wir zusammen: 2016 ergeben sich über das gesamte Jahr betrachtet einige Unterschiede, allerdings eher bei den Bundesländern mit wenigen Sonnenstunden. Während Niedersachsen von Platz 1 auf Platz 6 abstürzte, machte Rheinland-Pfalz den größten Sprung vom Platz 7 auf Platz 3 mit 1700 (2015) auf 1510 Sonnenstunden (2016).
Insgesamt bilden die Zahlen ab, dass die Radikalitäten des El Niño-Jahres 2015 sich abgeschwächt haben, teilweise auch durch meteorologischen Zufall – immerhin ist Deutschland nur ein winziger Fleck auf der Nordhemisphäre. Von einer Entspannung kann dennoch nicht die Rede sein, davon künden die schockierenden Tornados im Frühjahr und die Rekordhitze im September 2016, sowie die Dürre im Dezember 2016.

Zu erwartende Folgen der Klimakatastrophe in Deutschland, © DWD <a target="_blank" href="https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/dokumente/handlungsfelduebergreifende_schwerpunkte_der_folgen_des_klimawandels_1.pdf">(PDF)</a>
Zu erwartende Folgen der Klimakatastrophe in Deutschland, © DWD (PDF)

Es bleibt somit dabei: Die Prognosen der Behörden in Deutschland deuten langfristig bis 2050 auf ein Verschwinden des Winters, den Wegfall von Schnee, Alptraumsommer wie 2003 und 2015 und auch den Wegfall der Übergangsjahreszeiten Frühling und Herbst in den akuten Zentren der Klimakatastrophe wie dem Südwesten Deutschlands (Quelle: Rüdiger Glaser, Klimageschichte Mitteleuropas, Darmstadt 2008, S. 241ff.) – hier deshalb gerne als „Glühling“ bezeichnet.

Die Klimakatastrophe hat allerdings neue Entwicklungen durch einen unglaublichen Sprung in den globalen Hitzezahlen aufgezeigt. Dazu gehört der „Waccy-Effekt“ der sterbenden Arktis, der ab dem Herbst zu möglicherweise kühlen Perioden führen kann (wobei offen ist, wie sich dies im Frühling auswirken wird: Mit Hitze oder mit Kälte der klimatischen Anomalien der Schafskälte und Eisheiligen) und nach wie vor extremen Hitzewellen spätestens im Sommer bis in den Frühherbst.
Kaltwetter.com wird die weitere Entwicklung, die beängstigend aber auch spannend ist, in den Monatsberichten 2017 weiter verfolgen und dokumentieren.

DIE LETZTEN GLOBALEN KLIMABERICHTE: November 2016Oktober 2016September 2016August 2016Juli 2016Juni 2016Mai 2016, April 2016März 2016Februar 2016Januar 2016, Dezember 2015November 2015, Oktober 2015, September 2015, August 2015, Juli 2015, Juni 2015, Mai 2015, April 2015, März 2015
DIE LETZTEN NATIONALEN KLIMABERICHTE: Dezember 2016November 2016Oktober 2016September 2016August 2016Juli 2016Juni 2016Mai 2016, April 2016März 2016Februar 2016Januar 2016, Dezember 2015, November 2015, Oktober 2015, September 2015, August 2015, Juli 2015, Juni 2015, Mai 2015, April 2015, März 2015
JAHRESKLIMABERICHTE: 2014, 2015.





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  • Stefan

    Vielen Dank für die hervorragende Zusammenfassung des Klima- und Wetterjahres 2016. Und wieder einmal zeigt es, dass gerade die nun auch in den Wintermonaten zunehmende Dürre in weiten Teilen Deutschlands mittelfristig wohl das größte Problem sein wird. Eine besorgniserregende Entwicklung, zumal sich auch die Prognosen von Experten zusehends zerschlagen, die trockenere Sommer und nassere Winter als Folge des „Klimawandels“ prophezeiten. Es ist fast schon überflüssig zu erwähnen, dass dies in furchtbarer Weise von den sofetischen Medien noch immer völlig unreflektiert als Traumwetter gepriesen wird.

    • Ich schätze mal, spätestens wenn den Sofeten aufgeht, dass Brüllhitze und Trockenheit ihren geliebten Blumen schadet, setzt das große Heulen ein. ^^
      https://uploads.disquscdn.com/images/b7db2dee380a6a0086de091b4170739ab57696b714f020e8574e7e8635eb7a85.jpg

      • Stefan

        Ja, aber dann wird großzügig aus der Leitung gegossen. Das macht mein bekloppter Nachbar ja heute schon. Nur der ist so doof, dass er ausschließlich bei Hitze Unmengen von Wasser verplempert. Bei Trockenheit ohne die große Hitze macht er das nicht. Und er wird nicht der einzige Depp sein, der es so macht. … Das große Heulen wird wahrscheinlich erst dann einsetzen, wenn nichts mehr aus der Leitung kommt oder es nicht mehr bezahlbar sein wird oder das Wasser verplempern verboten wird. Aber halt, wir sind ja in Deutschland und da geht es so: Die, die es sich leisten können, werden auch weiterhin Wasser ohne Ende verplempern dürfen und der Rest guckt in die trockene Röhre – im wahrsten Sinne des Wortes.

    • Thomas Gauss

      Hallo Stefan die immer mehr zu trockenen Monate macht mir auch grosse Sorgen da wir auch keinen
      klassischen Landungen mehr haben
      der die Erde richtig durch feuchten.
      LeIder haben wir zu viele Hirn ist die
      nur noch Sonne und Wärme wollen
      das sind aber die ersten wann es dann nicht mehr regnet

      Stuttgart wird immer schlimmer was die Niederschläge betrifft nur noch
      beschissener Hochdruck

      Seit Tagen nur noch bei Wolken losen Himmel gelbe Pestbeule pur

  • Danke, sehr schöner Bericht !
    Die Dürre hat sich aber nochmal deutlich verstärkt, dagegen ist die Karte oben fast noch harmlos
    – Besserung ist leider nicht wirklich in Sicht.
    https://uploads.disquscdn.com/images/50b0013a176a0d603d5f27e9b5745508eb5b1b203265babe1473ff1cddb16869.png
    https://www.ufz.de/index.php?de=37937

  • Leon

    wow. Alle Fakten nochmal wunderbar auf den Punkt gebracht, dankeschön dafür!
    Die Trockenheit ist meines Erachtens noch vor den Hitzewellen, die auch schon richtig reinknallen, die extremste Folge der Klimakatastrophe in Deutschland.
    Man muss nur mal an die vielen Überschwemmungen denken, die auf uns zukommen werden wenn es dann mal kurz richtig stark Regnet wie 2016… Da säuft schonmal eine ganze Stadt ab und der Natur bleibt am Ende auch keine Feuchtigkeit im Boden.

    Dazu kommt noch eine andere Entwicklung die mir große Sorgen bereitet:
    Die Nitratbelastung des Grundwassers durch die Vollkommen übertriebene Massentierhaltung und der damit verbindenden Gülle.

    Man stelle sich nur mal vor das Grundwasser sinkt weiter ab, da steigt logischerweise die Konzentration an Nitrat deutlich an. Nitrat wird im Körper zu Nitrit und Nitrit ist ein Gift das ganz doll schadet.

    Das wird in Zukunft teuer für den Verbraucher (besonders in NRW und Niedersachsen), da der Staat einen extra Nitrat Abbau Zyklus in die Klärwerke einbauen werden muss, oder noch mehr Wasser importieren wird als heute schon.
    Wusstet ihr das Deutschland Wasser importiert und es dem Trinkwasser untermischt um den Nitratwert abzusenken?!?!?
    Krank alles…

    • Stefan

      Es läuft so einiges schief hierzulande. Irgendwie bin ich gerade ziemlich frustriert.

    • Ja das Nebenthema beobachte ich auch schon seit einiger Zeit in der Presse. Irrsinn, was alles falsch läuft in Deutschland und der Welt-

      • Leon

        allerdings. Und ich denke das uns der 20.01.2017 als der Tag im Gedächtnis bleiben wird, an dem sich insbesondere ein Großteil des Amerikanischen Volkes dafür entschieden hat nichts gegen die Klimaerwärmung zu tun und die Umwelt weiterhin nicht zu schützen.
        Obama tat sein bestes, ist aber leider oft genug am republikanischen Kongress gescheitert

        • Ich bin da differenzierter Ansicht. Trump hat in vielem recht, vor allem was den Schutz der eigenen Bevölkerung angeht, wo hierzulande die Regierungs-Politiker ohne reale Opposition gerade sich in einen antidemokratischen Wahnsinn hineinsteigern, bei dem man fassungslos ist. Andererseits ist Trump ein ungebildeter Spinner, der die Klimapolitik vermutlich ins Chaos stürzen wird. Egal, wohin man heutzutage blickt: Jede Alternative scheint am Ende eine Güllegrube zu sein, nur die Tiefe ist unterschiedlich ^^

          • Leon

            klar, wenn Schutz nicht Abkapseln und Mauer Bauen sondern eher bessere Hilfe und Ausbildung des sicherheitspersonals bedeutet okay.
            Aber es ist meines Erachtens, besonders was die Terrorbekämpfung angeht keine Lösung wie tausend Fach in der Geschichte schon geschehen, zahlreiche Dörfer in den Arabischen Ländern zu bombardieren, denn Gewalt erzeugt Gegengewalt, das ist ganz wichtig das zu verstehen. Man muss mit Spezialtruppen gezielt in die Terrorgebiete gehen, aber nicht mit großflächen Bombardements neuen Hass schüren.

            Außerdem gibt es einen Punkt der Amerika nicht sicherer machen wird:
            Waffengesetze! Die Republikaner wollen immernoch das die Bevölkerung sich bewaffnet! Das ist Unsicherheit Pur.
            Wenn man dann noch den Klimawandel betrachtet, ist Trump auf ganzer Linie keine Lösung

          • Terrorbekämpfung? Mag sein. Also ich dachte nicht an Arabien. Sondern eher daran, vielleicht mal die eigenen Grenzen zu sichern und Flüchtlinge vor der Grenze in Lagern zu stecken und sie einzeln zu kontrollieren, bevor man sie auf deutsche Weihnachtsmärkte los lässt? Nur so eine Idee… wobei da eigentlich jeder Vollidiot drauf käme, denn man lässt ja auch nicht Horden von Gewalttätern in seine eigene Wohnung.

            Die Waffengesetze. Ja da haben die Amis echt einen Schuss im eigentlich Sinne des Wortes. Historisch erklärbar etc. pp. Aber ich bin froh dass wir es hier nicht haben. Andererseits wird es bald so sein, dass jeder Kriminelle hier eine Schußwaffe hat und Polizisten bald aus Kostengründen nur noch ohne Magazin in der Knarre rumrennen. Auch wenn man versucht, der Polizeigewerkschaft wegen mißliebiger Äußerungen den Hahn zuzudrehen, wird die prekäre Lage unserer Sicherheitskräfte mehr als deutlich. Reformen, Gelder, Gesetzesänderungen zur Anpassung an die neue Lage – alles über-über-überfällig.

          • Leon

            angeblich läuft das ja jetzt besser mit der Registrierung von Flüchtlingen. Reichlich spät aber wenigstens etwas.
            Der Punkt mit Arabien ist aber: Wenn Trump ich zitiere „die Terrororganisationen von der Erdoberfläche Radieren“ möchte, klingt das für mich nach Bomben und nicht nach spezialeinheiten.
            Das schafft dann wieder Flüchtlinge, genau so wie jetzt und in Zukunft befeuert durch den Klimawandel. Und spätestens wenn die Menschen draußen vor Europas Grenzen verdursten wegen Wasserarmut, wird es eine Ethische Frage. Der Punkt ist, dass man ja viel besser Menschen kommen lassen könnte, wenn die Deutschen Gesetzte nicht so lasch wären. Das Fängt damit an das kein Schweinefleisch in Kindergärten serviert wird und Sankt Martin in lichterfest umbenannt wird. Würde Deutschland dort eine Klare Linie ´zeigen, und nicht jedem in den A.. kriechen, würden sich auch die Flüchtlinge 10 mal überlegen ob sie kommen

          • Glaubst du Märchen? ^^ Gar nichts läuft. Interessiert die Machtclique in Berlin auch nicht. Wir haben eine Große Koalition mit null Opposition im Bundestag. Maas plant sein Wahrheitsministerium und Merkel hat inzwischen einen demokratischen Parlamentarismus abgeschafft. Wichtige Entscheidungen werden in „Kamingesprächen“ a la Honecker entschieden und nicht mehr öffentlich im Bundestag.

            Dass die Gesetze unfassbar lasch sind, ist kein Geheimnis. Der Witz an der Sache ist, dass wir nur dann Flüchtlingen (und zwar jenen, die eine Chance auch verdienen!) helfen können, wenn wir ein starkes Land sind, das stolz auf sich und seine Leistung und Regierung ist und aus dieser Stärke heraus anderen Menschen Chancen bieten kann. Aber nicht indem wir unsere eigenen Kinder mit islamischer Barbarei gefährden, die Demokratie schleichend abschaffen und ein linksextremistisches Gemeinwesen aus Anarchie im Alltag bilden während sich Politiker die Taschen füllen als gäbe es kein Morgen. Früher hatten Politiker nicht nur Bildung, sondern auch rhetorische Fähigkeiten und echte Überzeugungen und es ging richtig was ab im Bundestag und es wurden auch keine Sprechblasen benutzt. Schmidt, Brandt, Wehner, ja selbst noch Schröder hatten Visionen für Deutschland und wollten etwas für die Gesellschaft erreichen, für unsere Kinder. Heute sehe ich nur noch eitle Selbstdarsteller, die aus einer Parteikaderschmiede geklont werden und nicht mehr die Wahrheit im Sinn haben, sondern nur noch die eigenen Macht- und Geldinteressen und die Machtbasis ihrer Partei als einer Art Weltanschauungsfaschist. Grauenhaft.

          • Leon

            Das stimmt! Und das alles wird von den neuen Religionen, Wachstum und Konsum geleitet..

            übrigens, genau die Ansichten hat auch Harald Lesch in seinem buch die Menschheit Schafft sich ab (habe ich zu Weihnachten bekommen) stehen.
            ist ein wirklich gutes Buch was ich nur empfehlen kann.

          • Jup der Lesch ist immer einer, der dank Bildung die Sicht für die Wahrheit in einer Welt der gut verpackten Lügen nicht verloren hat.

          • Leon

            und dafür kriegt er ordentlich Kritik besonders auf youtube… es gibt da so einen Channel, der hat es sich zum persönlichen ziel gemacht den Leuten zu versichern es gebe keinen Klimawandel und mit dem bin ich mal ordentlich aneinander geraten. Leider bringt bei solchen Leuten kein Normaler Dialog mehr was. Rate mal was seine Quellen sind. Das EIKE was sonnst ^^

          • Tja, bei manchen Leuten schlägt die Propagandamaschinerie der Industrie halt an, weil sie die Halblügen gut verpacken. Dass solche Menschen am Selbstmord ihrer eigenen Spezies arbeiten, verstehen diese nicht. Dass sie Argumenten und Reflektion nicht zugänglich sind, verwundert nicht, weil wenn sie ihre eigene Meinung reflektieren könnten, würde sie ja auch nicht auf EIKE und ähnliche hereinfallen. Aber das ist wohl das Schicksal der Menschheit. Die Wahrheit kommt in solchen Zeiten wie wir sie neuestens erleben, nicht mehr so einfach ans Licht wie früher. Man muss sich Dinge erarbeiten, die früher selbstverständlich waren. Freiheit, Demokratie, Wahrheit. Ungewohnt für meine Generation. Aber es gibt nur einen Weg.

          • Stefan

            Mag sein, dass Trump in manchen Dingen recht hat, nur ist dieser Typ ein absoluter Vollspinner, ein Narzisst erster Güte, ein Egomane, der völlig unberechnenbar ist. In meinen Augen keine guten Voraussetzungen für ein derartiges Amt. Nun muss er liefern und nicht nur große Reden spucken … Ich befürchte nur, da wird nicht viel Gescheites bei rumkommen. Die Amis und auch der Rest der Welt werden noch viel „Spaß“ mit diesem Verrückten haben. Im übrigen stimme ich den Aussagen von Robert de Niro zu. Hach, ich muss mal wieder Taxi Driver gucken. ^^
            https://youtu.be/hFpFDyKeqyA

          • Tja, wie gesagt. Überall ist nichts Gescheites in Sicht. Ich suche irgendwie nach einem integren Charakter mit Bildung, Weitsicht, Selbstlosigkeit und…. Macht. Diese Kombination gibts wohl nur alle 2000 Jahre oder so ^^
            lol Taxi Driver. Manchmal komme ich mir in der Gesellschaft vor wie der Taxi Driver. Vor dem Spiegel. „Du redest mit mir?“ *gg*

          • Stefan

            Tja, mache Probleme waren schon vor über 40 Jahren die gleichen wie heute. ^^

          • Wer weiß, vielleicht gab’s das Ganze auch schon vor 45.000 Jahren bei den Stammesältestenwahlen auf dem Weg zur Besiedlung Europas ^^

          • Stefan

            Wahrscheinlich. ^^

    • Ja, die Massentierhaltung ist wirklich katastrophal für Tier und Mensch.
      Ich finde es auch schade, dass es bei uns im Kaff außer Hunde und Katzen sonst keine Tiere gibt – die sind alle ein paar Kilometer weiter in der nächsten Massentierhaltungsanlage.
      Damit ging auch ein weiterer Teil dieses ländlichen Idyll verloren, von dem in den ganzen Magazinen wie z.B. „Landlust“ etc. immer so geschwärmt wird oder auch in der ( Fleisch-, Milch – ) Werbung

      Ich denke auch, dass wir im Frühjahr mit der einen oder anderen Überschwemmung rechnen können. Die Böden sind sehr trocken und der Februar soll laut NOAA Berechnungen ( Karte unten ) auch extrem trocken werden. Wenn im März / April mal ein kräftiger ( Gewitter – ) Schauer übers Land zieht, können die Böden das Wasser kaum aufnehmen, stattdessen fließt oberflächlich ab.
      https://uploads.disquscdn.com/images/4392619580b1cb6b4602f91168e7a358cec9087f495706e3bbceedae008fd56f.gif
      (c) http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/CFSv2seasonal.shtml

      • Leon

        absolut :/ das Land mit der sauberen Landluft und den vielen Tieren ist leider ein Märchen oder eher eine Legende geworden.
        Die einzigen Pflanzen und Tiere die man vielerorts sieht, sind Genmanipulierte arme Schlachttiere und Monokulturen die die letzten Arten wie zb. den Feldhamster komplett ausmerzen.
        Es gibt viel ungewisses in der Zukunft, aber eins ist gewiss, es wird und es gibt sogar schon ein sehr sehr großes Artensterben in Deutschland, in Europa und in der Welt, wie es kein zweites gegeben hat

        • Ich habe das vor einiger Zeit in 2 Artikeln zusammengefasst:

          http://byjrdp.myraidbox.de/warum-globale-erwaermung-das-leben-erstickt/

          sowie

          http://byjrdp.myraidbox.de/klimakatastrophe-die-massenausloeschung-hat-bereits-begonnen/

          Das Artensterben ist laut Biologen so gravierend bereits heute, dass es die spürbaren Folgen der Klimakatastrophe in Form von Temperatur oder Wetter deutlich übersteigt.
          Sollten auch noch die Ozeane sich weiter erwärmen, gibt es irgendwann (ab welcher Schwelle weiß niemand) ein sog. Großes Anoxisches Ereignis und die Todeszonen in den Weltmeeren breiten sich aus, durch eine Kettenreaktion vermehren sich anaerobe Bakterien und am Ende stirbt etwa 98% allen Lebens in den dann toten Ozeanen.
          Wobei nicht allein eine Erwärmung ein anoxisches Ereignis auslöst, sondern auch andere Bedingungen.
          https://de.wikipedia.org/wiki/Ozeanisches_anoxisches_Ereignis

          • Leon

            richtig. Was heute auch schon als gesichert gilt, ist das die Korallenriffe der Erde aussterben werden. Wenn das passiert, wird die Gesamte Artenvielfalt, sowie die Ernährungssicherheit der Menschen an den Küsten zusammenbrechen. ich schätze das es in spätestens 40 Jahren soweit sein wird. Spätestens… Es braucht noch einen El Nino und das wars mit dem Great Barrier Reef.
            Besonders schlimm finde ich das, weil ich selbst ein Riffaquarium habe und somit eine hohe Verantwortung.

        • Kopf hoch !
          Das große Artensterben in Deutschland haben wir zum Glück schon hinter uns 😉
          Zumindest den Säugetieren geht es in Deutschland sehr gut und es gibt bereits viele Rückkehrer wie z.B. Wolf, Luchs, Wisent, Elch, Biber, Fischotter.
          Bedenklich ist die Situation aber weiterhin bei den Vögeln und Insekten ( oder eben auch Feldhamstern ), die unter der intensiven, pestizidverseuchten Landwirtschaft leiden.
          Es gibt solche grünen Flecke mit extensiver Bewirtschaftung noch, jedoch sind diese sehr selten geworden.
          Aber weltweit gesehen ist die Situation und vor allem auch die Entwicklung, was die Artenvielfalt betrifft, natürlich weiterhin katastrophal. Dagegen ist Deutschland sogar noch gut dran.

          • Ganz so optimistisch sieht das die Presse aber nicht. http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2015-05/bundesamt-fuer-naturschutz-bfn-artenvielfalt-rote-liste
            Offenbar sind auch die invasiven Arten, die durch die Wärme in die Lebensräume eindringen, ein Grund für das Aussterben vieler heimischer Arten. Wenn man bedenkt, dass die Klimakatastrophe weitergeht und dabei weiter ansteigt, helfen dann Wolf, Luchs, Wisent auch nicht mehr, denn es ist ja letztlich ein globales Problem.

          • Leon

            zumal ja auch wieder die Diskussion entbrannt ist ob bestimmte Wölfe nicht wieder abgeknallt werden sollen (Stichwort Problemtier)

          • da könnte ich auch bei ausrasten. Erst Wölfe wieder frei leben lassen, um sie dann abzuknallen? Könnte eine Idee von Jägern sein … da kann man als Tierschützer nur den Kopf schütteln.

          • Leon

            Absolut…

          • Wenn ich von irgendwelchen „Problemtieren“ oder „Problemwölfen“ höre, platzt mir auch der Kragen !
            Nur weil ein Wolf, im Gegensatz zu den bejagten Wildarten, keine unnatürliche (!) Scheu zeigt, wird von einem Problemwolf gesprochen. Oder weil Landwirte ( auch da sie nicht ausreichend finanziert werden ) nicht in der Lage sind ihre Tiere zu schützen, was in deutlich ärmeren Ländern wie z.B. Rumänien bereits jahrhundertelang funktioniert.
            Ein unnatürliches Verhalten wäre, wenn ein Wolf eine ungeschützte Herde ignoriert / nicht angreift und stattdessen deutlich schwerer zu erbeutendes Wild jagt. Ein Wolf jagt immer die am leichtesten zu kriegende Beute, da ist es einfach nur logisch, dass Nutztiere am ehesten erbeutet werden.
            Warum sollte ein Wolf ( -srudel ) ein flinkes Reh jagen, wenn es viel leichter ein deutlich nahrhafteres Schaf kriegen kann ?

          • Wenn man die ganzen bedrohten Insekten und Wirbellosen dazuzählt ist die Statistik natürlich deutlich ernüchternder, zumal diese einen zahlenmäßig weitaus größeren Anteil haben als z.B. Säugetiere.
            Viele Arten aus südlicheren Länder sind auch mit Auto, Schiff, Flugzeug etc. ( Globalisierung ) als „ungebetene Gäste“ nach Deutschland gekommen und konnten sich auch dank Klimawandel besonders entlang des ohnehin schon mild temperierten Rheins ( vor allem in den noch wärmeren Städten ) ausbreiten.

          • Leon

            ja das mit den Vögeln ist schon ziemlich heftig!!! Unser Garten war vor einem Jahr noch das Vogelparadies schlichtweg (viele große Bäume, hecken und unberührte Flächen) doch in diesem Jahr kaum etwas. Besonders im Winter haben wir immer viel gefüttert und mussten jeden Morgen nachfüllen. jetzt alle 4 Tage.

            Besonders die Blaumeise die allgemein selten geworden ist, habe ich garnicht mehr gesehen

          • Jessy Ca

            Das habe ich auch schon beobachtet. Letztes Jahr haben wir jeden Tag neues Futter einstreuen müssen und dieses Jahr nur alle paar Tage…. Einer Freundin ist das ebenfalls schon aufgefallen..,.

          • Leon

            ja leider. man muss sich mal vorstellen, da bekomme ich zu Weihnachten ein Vogelbestimmungsbuch, kann es aber fast garnicht verwenden

          • Eifelhexe

            Es sind nicht nur die invasiven Tier-und Pflanzenarten die durch das Klima befeuert werden.Es wird auch Parasiten und Viren geben, die man bisher nur in südländischen Bereichen kennt.Ich verweise auf Sandmücken (Erreger der Leishmaniose), Buntzecken(Erreger mehrerer schwerer Infektionen) und für mich sehr bedeutend der kleine Beutekäfer bei den Bienen.
            In Verbindung mit Varroa überlebt kein Bien den Befall,leider Eingeschleppt durch Großimker die Völker in Südeuropa nachkauften.Der Käfer fühlt sich hier rundum wohl, weil die Temps stimmen.Seine Larven brauchen sandhaltige Böden(möglichst arid) um sich zu entwickeln.All das ist dank der KK hier nun zu finden.

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