Die Monate lange Dürre hat keine guten Auswirkungen auf die Bewohner der Deutschen Sahelzone ...
Die Monate lange Dürre hat keine guten Auswirkungen auf die Bewohner der Deutschen Sahelzone ...

Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im zweiten Frühlingsmonat, April 2017, veröffentlicht: Deutschlandwetter im April 2017.

Niederschlagskarte Deutschland mit eingezeichneter DSZ (Deutsche Sahelzone), © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/klima.htm">http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"</a>
Niederschlagskarte Deutschland April 2017 mit eingezeichneter DSZ (Deutsche Sahelzone), © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm mit eigenen Änderungen.

Wir erinnern uns: Im Mai 2015 spannte sich ein Gürtel in der Mitte Deutschlands von Trier über Ofenhessen, Franken bis Berlin: Die „Deutsche Sahelzone“ (DSZ), wie ich sie getauft hatte (siehe: Klimabilanz Mai 2015 Deutschland: Die deutsche Sahelzone DSZ).
Wochenlang gab es kaum einen Tropfen – eine Qual für Natur und Mensch, während die Sofeten dem Sterben und der Pein in vollumfassender Blödheit applaudierten und die Sofetenpresse in den Chor der klimatischen Idioten einstimmte.
Danach gab es zwar im Jahr 2016 eine Entspannung und sogar einen Regenmonat Juni 2016. Aber seitdem war kein Monat mehr im Südwesten im Regensoll!

Dann kam der April 2017. Wie ein Zombie* steigt die DSZ aus ihrem Klimagrab empor!
Selten hat man die Definition der Deutschen Sahelzone schärfer und deutlicher gesehen: Regen an den Küsten, Regenschwemme an den Alpen. Dazwischen: Nichts. Die Dürresituation wurde immer gravierender inklusive Aufrufe zum Wassersparen, Rückgriff auf Wasserentnahme aus den Flüssen in Rhein-Main und Einschränkung der Binnenschifffahrt.

Niederschlagskarte Mai 2015 in Deutschland mit eingezeichneter DSZ (Deutsche Sahelzone), © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/klima.htm">http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"</a>
Niederschlagskarte Mai 2015 in Deutschland mit eingezeichneter DSZ (Deutsche Sahelzone), © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Wie sah das eigentlich im Mai 2015 aus, als die „Deutsche Sahelzone“ als Begriff geboren wurde? Wie man auf dem Bild sieht, war die mittlere Zone in Deutschland ähnlich wie im April 2017, die Werte waren aber nicht ganz so schlimm. Es ist davon auszugehen, dass sich diese Dürrephasen immer öfter wiederholen und in der Qualität sich leider auch verstärken werden.

Insgesamt jedoch kann man außerhalb der DSZ von einem durchschnittlichen April 2017 sprechen, wobei auch hier wieder die Kontraste aufreißen wie verwesungsgestresstes Zombiefleisch: In der ersten Monatshälfte viel zu warm* und viel zu sonnig, in der zweiten Monatshälfte deutlich unter dem Mittel und wenig Sonnenbelastung.


April 2017: Zwischen heißer Dystopie und kaltem Grab

Der April 2017 fuhr dort fort, wo der März 2017 aufgehört hatte: Mit anormaler Wärme. Grundlage waren immer wieder erfolgende Ausläufer des Azorenhochs. Diese setzten sich zwar nicht vollständig bis nach Deutschland durch, genügten aber, um den April 2017 auf Werte von +2, Grad teilweise +3 Grad Celsius zeitweiliger Temperaturanomalie beginnen zu lassen.

Typische Wetterlage für die erster Aprilhälfte 2017: Ungünstig gelegene Tiefdruckgebiete führen warme Luftmassen nach Deutschland und reichen vor allem bis in den Südwesten; © <a target="_blank" href="http://www.wetterzentrale.de/de/reanalysis.aspx?map=1&model=avn&var=1&jaar=2016&maand=7&dag=19&uur=0&h=1">Kartenarchiv wetterzentrale.de</a>
Typische Wetterlage für die erster Aprilhälfte 2017: Ungünstig gelegene Tiefdruckgebiete führen warme Luftmassen nach Deutschland und reichen vor allem bis in den Südwesten; © Kartenarchiv wetterzentrale.de

Anschließend entspannte sich die Lage mit kurzem Westdrifteinfluss und Troglagen, bedingt durch eine überraschende High-over-Low-Lage mit einer Umkehrung der eigentlich üblichen Verhältnisse: Ein Hoch bei Island und dem nach wie vor wirksamen Tief bei den Azoren.
Trotz nach wie vor sporadischer Glühlings-Einzeltage mit Temperaturen von 20 Grad im Südwesten am Oberrhein und bis zu 25 Grad in Bayern endete der Monat damit nur ganz leicht im Temperaturplus.
Das lag auch an dem Steigerungsfaktor der Minuswerte durch die Gebirgsregionen, die im krassen Unterschied zu Restdeutschland sogar Schnee sahen und winterliche Temperaturabschnitte genießen durften.

Der Niederschlag ist trotz der Regenmassen im Süden und weitestgehender Normalität an den Küsten deutlich, ja sogar alarmierend unter dem Soll – vor allem wegen der abstrusen Zustände in der DSZ. Statt 58 Litern pro Quadratmeter gab es bundesweit nur 40 Liter pro Quadratmeter und somit nur 69% des normalen Solls. Regional fielen teilweise weniger als 5 Liter pro Quadratmeter!
Während in der DSZ Waldbrände ausbrachen, gab es in den Mittelgebirgen und vor allem im Alpenraum Schnee – irrsinniger könnte die Diskrepanz innerhalb nur weniger hundert km kaum sein!

Typische Wetterlage für die zweite Aprilhälfte 2017: Eine günstige Nordwestlage führt zur Anströmung kühler, arktischer Luftmassen; © <a target="_blank" href="http://www.wetterzentrale.de/de/reanalysis.aspx?map=1&model=avn&var=1&jaar=2016&maand=7&dag=19&uur=0&h=1">Kartenarchiv wetterzentrale.de</a>
Typische Wetterlage für die zweite Aprilhälfte 2017: Eine günstige Nordwestlage führt zur Anströmung kühler, arktischer Luftmassen; © Kartenarchiv wetterzentrale.de

Die Sonnenscheinbelastung lag minimal über dem Soll mit 155 statt des Mittels von 152 Sonnenbelastungsstunden.
Der Südwesten fällt mit einer Doppelbestrafung nach dem Saharaminus beim Niederschlag auf mit den höchsten Sonnenbelastungswerten in Deutschland, die letztlich bittere 139% erreichten.

Der April 2017 war somit insgesamt noch zu ertragen, da sich die aus dem März stammende Warmphase nicht hielt. Die Erde brach zwar auf und gebar in der Mitte Deutschlands einen Dürrezonen-Zombie, aber insgesamt hätte ich mit einem Hitze-April nach dem Waccy-Effekt gerechnet. Das zeigt einmal mehr, dass die meteorologischen Details sich abseits der nach wie vor höchst alarmierenden globalen klimatischen Lage positiv darstellen können. Das weckt durchaus Hoffnung.
In den Karten sieht die meteorologische Summe des Monats folgendermaßen aus (die Werte unterscheiden sich geringfügig von den „offiziellen“ DWD-Daten. Insgesamt aber dennoch die beste frei verfügbare Datendarstellung):

Temperaturkarte Deutschland im April 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Temperaturkarte Deutschland im April 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Niederschlagskarte Deutschland im April 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Niederschlagskarte Deutschland im April 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Karte Sonnenbelastung Deutschland im April 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Karte Sonnenbelastung Deutschland im April 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Der Monat April 2017 war in Deutschland 0,1 Grad zu warm.

Der April war der klassische Frühlingsmonat, der „macht, was er will“.
Im Unterschied dazu ist der April seit Beginn der ausufernden Klimakatastrophe aber nicht kalt und warm im Wechsel, sondern nur noch zu warm. Der letzte April, der unter dem Mittel 1961-1990 landete, stammt aus dem Jahr 2001. Das war vor 16 Jahren. Damit kann man den April als den Frühlingsmonat mit der mit Abstand größten Hitzeabweichung festhalten im Mittel 2001-2016 zu 1961-1990. Er deutet damit schon auf den Sommer, wo es seit 1996 (knapp) und seit 1987 (deutlich) keinen „Kaltsommer“ gegeben hat, sondern nur noch Warmsommer.
Immerhin erreichte der April 2017 zum ersten Mal seit 2008 wieder Normalität.
Die Abweichung von dieser Mitteltemperatur beträgt (Blau = unter dem Mittel, Grün 0,0 bis +0,4 Grad, Orange +0,5 bis +0,9 Grad, Rot +1,0 bis +2,5 Grad, Violett über +2,5 Grad):
April 2016: +0,5 Grad
April 2015: +1,0 Grad

April 2014: +3,4 Grad
April 2013: +0,7 Grad
April 2012: +0,7 Grad
April 2011: +4,2 Grad
April 2010: +1,3 Grad
April 2009: +4,4 Grad
April 2008: +0,2 Grad
April 2007: +4,1 Grad
April 2006: +0,6 Grad
April 2005: +1,9 Grad

Als Vergleich einmal die Jahre 1965-1970:
April 1965: -0,7 Grad
April 1966: +1,2 Grad
April 1967: -0,9 Grad
April 1968: +1,6 Grad
April 1969: -0,4 Grad
April 1970: -2,1 Grad

Der April ist von allen Monaten des Jahres der deutlichste Beleg für eine außer Kontrolle geratene klimatische Katastrophe!
Zu kühle Aprilmonate fehlen gänzlich. Dazu tauchen immer wieder so abstruse Hitzewerte auf, dass der April den Mittelwert des Folgemonats Mai beinahe erreicht.

Was sehen wir dagegen in den Jahren 1965-1970: Werte, wie man sie aus der Kindheit auch erinnert! Herrlich kalte Aprilmonate im Wechsel mit moderat warmen Monaten, wobei die zu kühlen Aprilmonate sogar überwiegen. Man fasst sich unweigerlich an den Kopf, wenn man die heutigen Werte betrachtet. Dass die sommerfetischistische Presse den hitzeperversen Klatschaffen bei der „Forderung“ nach Sommer im April dabei mit Nachdruck in den Allerwertesten kriecht, macht es nicht wirklich besser. Ganz im Sinne des Mainstream wird der „Klimawandel“ bedauert und gleichzeitig abstruse Hitze* als Folge des „Klimawandels“ beklatscht. Mehr Bigotterie und Heuchelei geht nicht mehr auf der nach oben offenen Idiotenskala.

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich bei den obigen Aprilwerten um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagesmaximaltemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 12 Grad 15 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 5 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 7 Grad zu hohe Tagesmaxima. +4 Grad Mittelanomalie erreichen +10 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland.

Wir sehen an den Zahlen vor allem einen Aspekt:
Der April ist mittlerweile in 70% der Fälle der erste Sommermonat – 2 Monate vor dem eigentlichen Beginn dieser unsäglichen Hitzejahreszeit. Bedingt durch die treibhausgasgesteigerte Energiezunahme am Boden und durch Veränderungen der klimatischen Zonen und Faktoren nehmen die Hitzeeinflüsse Überhand. Ein zu kalter April ist entweder gar nicht mehr möglich oder er benötigt die Entsprechung eines klimatischen Wunders, bei dem alle verfügbaren Faktoren kaltwetterbegünstigend wirken.

Temperaturentwicklung in den jeweiligen Jahreszeiten:

Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland


Vergleich der 30-Jahresmittel 1961-1990 und 2000-2016

Erschreckend wird es, wenn wir die zwei Mittelwerte vergleichen in den jeweiligen Monaten. Das Mittel 1961-1990 umfasst dabei zwar durchaus bereits eine moderate Erwärmung durch die Klimakatastrophe, doch die exponentielle Steigerung der Faktoren fing erst nach der Pinatubo-Eruption ca. ab 1994 an.
Die Steigerung der Temperaturen ist im Jahresmittel 2000-2016 erschreckend hoch und dient als ultimative Warnung, was wir Menschen derzeit mit der Erde anstellen und wie sich die unkontrollierte Klimakatastrophe einer nach geologischen Maßstäben blitzartigen, künstlichen Treibhausaufheizung bereits jetzt auswirkt. Und das ist erst der Anfang.
Wie man sieht, ist der April der Monat mit der stärksten Steigerungsrate von 1,7 Grad Celsius im Vergleich von 1961-1990 mit 2000-2016. Das ist nahezu eine ganze Klimazone …

Temperaturvergleich der Monate zwischen den Mitteln 1961-1990 und 2000-2016.© Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperaturen in Deutschland
Temperaturvergleich der Monate zwischen den Mitteln 1961-1990 und 2000-2016.
© Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperaturen in Deutschland

Zur Einschätzung: +0,5 Grad sind deutlich spürbar. +1,0 Grad Anomalie sind im Grunde eine andere Klimazone mit ca. +3 Grad höheren Tagesmaxima jeden einzelnen Tag im Flachland …

Hilfreiches in der Deutschen Sahelzone

(1) Temperaturen im April 2017

Zunächst die Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur.
Der April 2017 sieht die Rückkehr Bayerns an die Spitze der kältesten Bundesländer, während in den Monaten zuvor Mecklenburg-Vorpommern überraschte.
Der Witz ist, dass „Ofenhessen“ (Rhein-Main) letztlich mit 9,7 Grad Celsius deutlich zu warm war, aber als Gesamtbundesland Hessen durch die Oberrheingrabengebirge sogar 0,1 Grad Celsius unter seinem Mittel landete.
Die Farbcodes spiegeln die regional sehr unterschiedlichen Temperaturmittel wieder. Temperaturen mit maximal +0,5 Grad sind im normalen Bereich und grün dargestellt, Temperaturen von +0,6 bis +0,9 Grad im leicht zu warmen, orangefarbenen Bereich, +1,0 bis +2,4 Grad im deutlich zu warmen, roten Bereich und ab 2,5 Grad Celsius im extrem zu warmen Bereich, der lilafarben markiert ist. Blau ist unser aller Ziel und spricht für sich: Temperaturen unter dem Mittel.

Platz 1 und 2: Bayern und Thüringen 7,0 Grad Celsius
Platz 3 und 4: Schleswig-Holstein und Sachsen 7,2 Grad Celsius
Platz 5: Mecklenburg-Vorpommern 7,3 Grad Celsius
Platz 6 und 7: Hessen und Baden-Württemberg 7,4 Grad Celsius
Platz 8: Niedersachsen 7,5 Grad Celsius
Platz 9: NRW 7,6 Grad Celsius
Platz 10 und 11: Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt 7,9 Grad Celsius
Platz 12: Brandenburg 8,0 Grad Celsius
Platz 13: Saarland 8,1 Grad Celsius

(2) Niederschlag im April 2017

Die äußerst bedrohliche Dürresituation mit Zentrum im Südwesten am 28. April 2017; © <a target="_Blank" href="http://www.ufz.de/index.php?de=37937">Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums</a>
Die äußerst bedrohliche Dürresituation mit Zentrum im Südwesten am 28. April 2017; © Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums

Der April 2017 war mit nur 69% des Mittels ein deutlicher Dürremonat. Wie erwähnt fokussierte sich die Dürre* jedoch in der „Deutschen Sahelzone“, wo sogar Waldbrände auftraten und das weit vor dem Sommer. Die Werte in der DSZ erfordern eigentlich noch eine weitere Steigerungsstufe bei den Farbcodes jenseits von Lila angesichts von teilweise 5 Litern pro Quadratmeter (!). Selbst die Sahara hat da mehr zu bieten.
Es folgt die Aufstellung der einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen. Natürlich liegt Bayern mit riesigem Abstand an der Spitze durch die Staulage an den Alpen. Man lebt dort in einer Biosphäre, die sich im Grunde aus Niederschlags- und Temperatursicht auf einem anderen Planeten befindet …
Da es aufgrund geologischer Bedingungen viele regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern hinsichtlich des Niederschlagssolls gibt, sind die Länder teilweise auch mit gleichen absoluten Werten unterschiedlich markiert. Grün stellt hierbei das Soll oder einen Regenüberschuss dar, Orange ein mittleres Niederschlagsdefizit und Rot ein deutliches Niederschlagsdefizit, sowie Lila ein extremes Niederschlagsdefizit mit weniger als 75% des Solls. Blau kennzeichnet deutliche (mehr als 125%) Niederschlagsmengen über dem Mittel.

Platz 1: Bayern 80 l/m2
Platz 2: Baden-Württemberg 60 l/m2
Platz 3: Schleswig-Holstein 45 l/m2
Platz 4 und 5: Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen 50 l/m2
Platz 6: Niedersachsen 35 l/m2
Platz 7 und 8: Thüringen und Brandenburg 30 l/m2
Platz 9: NRW 25 l/m2
Platz 10 und 11: Hessen und Sachsen-Anhalt 20 l/m2
Platz 12: Rheinland-Pfalz 10 l/m2
Platz 13: Saarland 5 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im April 2017

Insgesamt notiert der DWD im bundesweiten Mittel 155 statt übliche 152 Sonnenstunden und lag damit erneut im Plusbereich – wir kennen es aus den letzten grellen Monaten.
Dass die sich auf dem Weg ins Minimum befindliche Sonne mit einer Bevorzugung von meridionalen Wetterlagen und auch der kurze La Niña-Effekt im Winter für die dauernden Hochdrucklagen verantwortlich zeigen, ist sicher eine der Kausalitäten, die seit Dezember 2016 wirksam werden und zu dieser in der DSZ Monate langen Dürre beitragen.

Es folgen die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern (grün = weniger Sonnenstunden als das Mittel oder genau im Mittel, orange = Sonnenstunden leicht über dem Mittel, rot = deutlich mehr Sonnenstunden als das Mittel, violett = mind. 25% mehr Sonnenstunden als das Mittel).

Platz 1: Sachsen mit 130 Stunden
Platz 2: Thüringen mit 135 Stunden
Platz 3: Bayern mit 140 Stunden
Platz 4: Brandenburg mit 145 Stunden
Platz 5 bis 7: NRW, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit 150 Stunden

Platz 8 und 9: Niedersachsen und Saarland mit 155 Stunden
Platz 10: Hessen mit 165 Stunden
Platz 11: Schleswig-Holstein mit 170 Stunden
Platz 12: Baden-Württemberg mit 180 Stunden
Platz 13: Rheinland-Pfalz mit 190 Stunden


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Als Anerkennung der Arbeit und als Hilfe für die Zombieopfer im Südwesten (wird in Trinkwasser investiert) würde mich eine kleine Spende sehr freuen!
  • Leon

    sehr guter Artikel!
    Fühlt sich sehr surreal an jetzt auch in der Sahelzone zu sein, obwohl man hier ja noch eher Atlantischen Einfluss gewöhnt ist.
    Genauso komisch ist es, dass der April bei mir -0,7 Grad unter dem Mittel war und trotzdem kaum Niederschlag dabei war.
    Das zeigt das Nordwestlagen auch hier kaum noch Wasser im Gepäck haben und nun Südwestlagen wie auch schon bei dir eher ein Niederschlagsgarant darstellen.
    Bis jetzt sind bei mir 14l gefallen, dass ist fast so viel wie im ganzen April… muss man sich mal vorstellen

    • Für die Kernzone der DSZ hier in Ofenhessen gilt: Alle Gebirge blocken Regen ab, außer von Südwest und Süd (erleben wir aktuell im Regenwunder hier). Die mehrheitlich meridionalen Wetterlagen mit Trögen bringen Kühle, aber wenn Regen dabei ist, kommt er nicht an in der DSZ. Aber wie es aussieht, wird der Mai im krassen Gegensatz zum Mai 2015 wohl Regen bringen. Auch in der DSZ. Selbst in diesem Fall wird der Sommer vermutlich für eine erneute Dürre sorgen, da 1 Monat etwas Regen die Dürre hier nicht eliminieren wird.
      Aber immerhin besser als dass weiterhin kein Regen fiele, dann wäre die Lage bereits im Juli eine Naturkatastrophe bar jeglicher Vorstellung geworden.

      • Leon

        das stimmt…
        übrigens, die Zombie Collage ist am Ende sehr sehr gut gelungen ;D
        Anschaulicher und gewohnt Raffinierter geht es kaum noch!

        • Danke 😉 Ich dachte, es passt ganz gut. Da ich ohnehin letztens weiter „The Walking Dead“ gesehen hatte, kam mir die Idee dazu.

      • Rob Dukes

        Ein erneut sehr guter Bericht!
        Super der Ausdruck „Sonnenscheinbelastung“ während Sofeten von „Sonnenscheinausbeute“ sprechen!?! ….
        Da sind wohl Welten dazwischen!

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