Die Höhepunkte der klimatischen Abstrusitäten. 2017 landet in den einzelnen Monaten auf Platz 2 (Februar bis April 2017) oder Platz 3 (Januar 2017). Am Ende des Jahres lockt aber gewiss wieder der Hitzenarrenthron.
Die Höhepunkte der klimatischen Abstrusitäten. 2017 landet in den einzelnen Monaten auf Platz 2 (Februar bis April 2017) oder Platz 3 (Januar 2017). Am Ende des Jahres lockt aber gewiss wieder der Hitzenarrenthron.

Die NOAA hat die Temperatur- und Klimadaten für den Planeten Erde im zweiten Frühlingsmonat April 2017 ausgewertet und veröffentlicht.

Der Anstieg des CO2 reduziert sich von über 3 ppm auf 1.6 ppm! Das ist eine erfreuliche Tendenz, könnte aber auch eine Schwankung sein und kein Trend. Der Anstieg geht, ob 3 oder 1.6 ppm nach wie vor weiter ... © <a target="_blank" href="https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends_ch4/">NOAA</a>
Der Anstieg des CO2 reduziert sich von über 3 ppm auf 1.6 ppm! Das ist eine erfreuliche Tendenz, könnte aber auch eine Schwankung sein und kein Trend. Der Anstieg geht, ob 3 oder 1.6 ppm nach wie vor weiter … © NOAA

Die Reihe der seit Oktober 2016 aussetzenden globalen Hitzerekordmonate setzt sich weiter fort.

Ursache scheint jedoch nicht der Waccy-Effekt zu sein, der nicht mehr vorhanden ist, sondern die globale Rückkühlung nach El Niño. Dazu weiter unten mehr samt Belege von Prof. Rahmstorf.

Das Jahr 2017 bleibt in den einzelnen Monaten somit auffällig oft aber konsequenterweise auf Platz 2 hinter 2016 zurück (Februar, März und nun April 2017). Den heißen Atem spürt der Hitzekönig 2016 im Nacken, aber von einer „Abkühlung“ ist man dennoch weit entfernt …

Man beachte unbedingt bei den angegebenen Zahlen, dass
(a) das verwendete Mittel nicht der übliche Dreißigjährige Zeitrahmen ist (außer bei den Karten, wie angegeben), sondern das 20. Jahrhundert komplett als Maßstab verwendet wurde, also die Jahre 1901-2000.
(b) die beiden Regionen, in denen die stärkste Erwärmung auftritt, die Arktis und die Antarktis werden bei den Messungen und angegebenen Daten aufgrund nach wie vor fehlender Instrumente ausgespart. Die tatsächliche Erwärmung des Planeten ist somit noch (vermutlich deutlich) höher.
(c) dass die verwendeten globalen Zahlen aufgrund der Komplexität eines ganzen Planeten sich von der Realität zwar unterscheiden können, aber in der Tendenz korrekt sind.

Ergebnis: Der Monat April 2017 liegt global auf Platz 2 der heißesten Aprilmonate seit Messungsbeginn 1881.

Die Daten werden nach Landmassentemperaturen und Ozeantemperaturen unterteilt und lauten wie folgt:
Landtemperatur: +1.37 Grad über dem Mittel = Platz 2 aller jemals im April gemessenen Werte (bisheriger Rekord: 1.87 im Jahr 2016)
Ozeantemperatur: +0.73 Grad über dem Mittel = Platz 2 (bisheriger Rekord im April: +0.78 im Jahr 2016)
Land und Ozean somit: +0.90 Grad über dem Mittel = Platz 2 (bisheriger Rekord im April: +1.07 im Jahr 2016)

Der Waccy-Effekt ist nicht mehr festzustellen. Trotzdem kommt es durch den anthropogenen Klimakollaps weiter zu Extremwettererscheinungen: Mai 2017: Extremwetter durch „Rossbywellen-Systematik Nummer 6“.

Interessant ist die Feststellung, dass sich El Niño aus dem Jahre 2015 verantwortlich dafür zeichnet, dass die Hitze global anstieg und sie nun seitdem wieder absinkt:

Somit erklären sich die ausbleibenden monatlichen Hitzerekorde mit einem Abschwung der globalen Temperaturen nach dem El Niño. Sollten jedoch die bösen Zungen recht behalten, dass ab einem uns unbekannten Zeitpunkt im Klimakollaps der El Niño einen Dauerzustand einnehmen sollte, dann würde tatsächlich eine klimatische Apokalypse innerhalb von nur einigen Jahren stattfinden.

Selbst wenn es nicht so kommt, wird die Lage nicht polynomial, sondern nur exponentiell (bei immer häufigerem El Niño) oder bestensfalls linear (bei bisherigem El Niño-Verhalten) schlechter. Denn die Klimakatastrophe kann nur angesichts der nach wie vor steigenden Treibhausgase (nicht nur CO2, sondern auch Methan und Stickstoff) sich ausschließlich in eine Richtung entwickeln: In eine unkontrollierte, sich selbst beschleunigende globale Katastrophe. Nirgends wird dies deutlicher in den Darstellungen der Boden- und Wassertemperaturen seit 1881:

Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat April; © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201704">NOAA</a>
Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat April; © NOAA
Globale Temperaturentwicklung Nördliche und Südliche Hemisphäre im Monat April; © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201704">NOAA</a>
Globale Temperaturentwicklung Nördliche und Südliche Hemisphäre im Monat April; © NOAA

Temperaturverteilungen auf dem Planeten

Bitte beachten: Die hier dargestellten Veränderungen beziehen sich auf die Klimakatastrophenjahre 1981-2010 und nicht auf das Mittel 1901-2000, um deutlich zu machen, ob sich die Klimakatastrophe weiter verschärft oder sie abklingt. Das bedeutet: Allein um einen Vergleich zur Zeit vor dem Start der beschleunigten Klimakatastrophe zu erhalten, muss man für globale Verhältnisse etwa +0.2 bis +0.3 Grad dazuzählen. Die hellblauen Flächen würden sich damit ebenfalls in den roten Bereich verändern.

Verteilung globaler Temperaturanomalien im April 2017. Die Hitze hat sich in Sibirien ostwärts verlagert und stellt den größten Hitzeblock außerhalb der unberücksichtigten Bereiche an den Polen, © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201704">NOAA</a>
Verteilung globaler Temperaturanomalien im April 2017. Die Hitze hat sich in Sibirien ostwärts verlagert und stellt den größten Hitzeblock außerhalb der unberücksichtigten Bereiche an den Polen, © NOAA

Klima-Höhepunkte

In der Grafik der NOAA zeigen sich im April 2017 nun immer mehr Hitze-Anomalien. Die Zeit der Waccy-induzierten kalten Gebiete ist vorüber.

1. Zu heiße Regionen: Westeuropa, Ostküste der USA, Südamerika, Afrika, Asien.

2. Kühle Regionen: Zentral- und Osteuropa, Australien sowie Kanada.

3. Zu trockene Regionen: Alaska

4. Zu nasse Regionen: Neuseeland, Kolumbien

5. Die Lage an den Polen entspannt sich nur geringfügig aufgrund der überraschend lang anhaltenden Schneeausdehnung: In der Arktis gab es die Einstellung des 2016er Niedrigrekords beim Meereseis und in der Antarktis (Herbstperiode) verzeichneten die Messungen den zweitniedrigsten Stand des Meereises im April nach 2016 (seit Aufzeichnungsbeginn durch Satellitenmessungen im Jahre 1979).

Bei der Diskussion, ob die NOAA-Zahlen letztlich exakt richtig sind oder nicht, zeigen auch alternative Messungen nur eines: Die Richtung geht nach oben. Die klimatischen Folgen sind auch jenseits der Zahlendiskussion offensichtlich. Ob wir dabei bereits einen globalen Kipppunkt überschritten haben (und die Zahlen tatsächlich noch schlechter sind, als wir derzeit messen können) oder ob es doch noch wie einst angedacht bis 2030 Zeit bleibt, etwas gegen die Klimakatastrophe zu unternehmen, wird sich wohl letztlich erst im Rückblick nach Jahren final bewerten lassen. Allerdings könnte es dann bereits lange zu spät sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute, © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute. Der Mensch existiert erst seit max. 1 Million Jahren (im blauen Bereich – wir sind Wesen der Eiszeit, die aktuell in Dinosaurierverhältnisse katapultiert werden und dabei zusammenbrechen werden), © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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  • Leon

    sehr interessant, das sich die El nino Kurven fast gleichen.
    Somit wieder großartig belegt das nicht von einer Abkühlung zu sprechen ist, sondern nur von einer Pause die durch das Abklingen eines El ninos entsteht.

    • Ist halt die Frage wie man das sieht. Man könnte sagen, dass El Nino die globale Temperatur für etwa 2 Jahre in die Höhe schießen lässt und danach kehrt alles wieder zum Normalzustand zurück. Aber (a) ist die Frage, ob der Normalzustand nicht durch El Nino ein Stück wärmer ist als vorher (eher nicht wenn man sich die Anfangskurven 1998/2016 ansieht) und (b) was ist wenn El Nino selbst immer häufiger kommt und evtl. sogar einen Dauerzustand annehmen könnte? Wo ist dann welche Normalität?
      Insgesamt also nicht ganz einheitlich zu beurteilen, abgesehen davon dass ausgerechnet in der Klimakatastrophe es ein Klimaphänomen gibt, das noch mal 40 Jahre uns in die zukunft katapultiert um lebensgefährliche Hitzezustände vorauszufühlen. Darauf könnte ich verzichten und bin dann vermutlich froh dass ich im kühlen Grab liege und all diesen ganzen Mist den wir auf dem Planeten verzapfen nicht mehr mitansehen muss.

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