Im August 2017 hatte man vor allem im Südwesten den Eindruck in kochendem Wasser zu atmen ...
Im August 2017 hatte man vor allem im Südwesten den Eindruck in kochendem Wasser zu atmen ...

Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im dritten Sommermonat, August 2017, veröffentlicht: Deutschlandwetter im August 2017 (PDF).

Vor den Zahlen des DWD zunächst eine eigene Einschätzung des August 2017:
Das Gute zuerst: Mit dem August ist zumindest der meteorologische Sommer endlich, endlich am Ende!
Der August war – Überraschung! – der dritte zu warme Sommermonat von drei Sommermonaten und der 7. zu warme Monat in Folge. Insgesamt haben wir also den 24. Warmsommer in Folge in einer durchdrehenden Treibhausgaskatastrophe hinter uns gebracht und gelitten wie immer. Hunderte Menschen sind in den Hitzewellen gestorben, im Tierreich hat der Hitzetod ebenfalls reiche Ernte gehalten, während Sommerfetischisten über einen „Kaltsommer“ faselten, wofür es eigentlich einen eigenen Strafrechtsparagraphen geben müsste.

Insgesamt setzte sich das bekannte Schema des Sommers 2017 auch im August fort: Der Süden litt unter unvorstellbarer Dauerhitze, während der Norden unter Atlantikeinfluss gar nicht ahnte, welche Qualen im Süden stattfanden.

Vergleich eines normalen August im Mittel 1961-1990 (links) mit dem tatsächlichen August 2017 (rechts). © <a target="_blank" href="http://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaatlas/klimaatlas_node.html">Deutscher Klimaatlas des DWD</a>
Vergleich eines normalen August im Mittel 1961-1990 (links) mit dem tatsächlichen August 2017 (rechts). © Deutscher Klimaatlas des DWD

Regen gab es im Sommer 2017 nicht selten, wenngleich immer noch viel zu wenig – im Mittel gesehen, nicht als Extremvariante!
Aber auch dies ist eine belegte Folge der Klimakatastrophe, wie Prof. Rahmstorf es mittlerweile oft genug belegt hat. „Quarks & Co.“ veranschaulicht gewohnt kompetent dem Laien die zugrundeliegenden Ursachen: Quarks & Co Starkregen, Sturzflut, Sintflut Sieht so der Sommer der Zukunft aus? (insbesondere ab Minute 17:30).

Der August war in Niederschlagshinsicht zwar nicht so extrem wie Ende Juni und Juli die Überschwemmungsszenarien in Berlin und im Harz, übertraf jedoch erneut das Mittel. In Klimaten früherer Zeiten brachte dies in der Regel Abkühlung. In unserer Epoche einer Treibhausgasapokalypse führt es zu Schwüle – zu unerträglicher, gesundheitsgefährdender Tropenschwüle. Und auch hier ist der Südwesten mit Taupunkten von 19 bis 22 Horrorgrad im August der Spitzenreiter gewesen, gleichauf mit den deutschlandweit höchsten absoluten Temperaturen.

08. August 2017: Typische Augustwetterlage 2017 mit steiler Südwesthitzelage mit Hitzeterror für den Süden und Kühle im Norden. Die Luftmassenunterschiede führten zu Gewitterlagen und zusammen mit reinen Hitzegewittern zu unerträglicher Schwüle ab der Mainlinie. © <a target="_blank" href="http://www.wetterzentrale.de/reanalysis.php?map=1&model=avn&var=1&jaar=2017&maand=8&dag=8&h=0&nmaps=24">wetterzentrale.de</a>
08. August 2017: Typische Augustwetterlage 2017 mit steiler Südwestanströmung und Hitzeterror für den Süden sowie Kühle im Norden. Die Luftmassenunterschiede führten zu Gewitterlagen und zusammen mit reinen Hitzegewittern zu unerträglicher Schwüle ab der Mainlinie. © wetterzentrale.de

Die zugrundeliegenden Wetterlagen im August waren zum Großteil geprägt von Südwestlagen, bei denen eine jetstreaminduzierte Tiefdruckrinne westlich von Deutschland, teilweise bis  weit in den Süden bis Spanien strebte und die Anströmung heißer Luftmassen aus Spanien und dem völlig überhitzten Mittelmeerraum nach Deutschland begünstigte.
Eine kurze Tiefdrucklage, die günstig über Deutschland lag, brachte gelegentlich eine viel zu seltene und viel zu kurze Abkühlung. Am Ende hatte man oftmals den Eindruck, dass man nur mit einer Taucherausrüstung die unerträgliche Schwüle draußen ertragen konnte.

Wenige verstehen, dass es sich bei diesem Sommer 2017, ebenso wie bei dem Sommer 2016 um die kühlsten Varianten in der Epoche anthropogener Treibhausgaskatastrophen handelt. Obwohl temperaturtechnisch von abstruser Hitze geprägt abseits der Küsten, werden etwa ab 2023, wenn die Sonne ihre Sonnenfleckenaktivität wieder verstärkt, Todessommer wie 2003 und 2015 in Reihe folgen gleich einer Hitzepandemie, die unzählige Leben kosten wird. Einen Kaltsommer, also Werten unter dem Mittel 1961-1990, wird es nie wieder zu unser aller Lebzeiten geben. Man bereitet sich also besser auf das Schlimmste vor in den kommenden Jahren und insbesondere ab etwa 2023, falls man südlich der Mainlinie lebt …

Schon alles bereit für die Herbsterlösung?


August 2017: Keine Hitzerekorde, aber tropische Qualen

Der August 2017 war zu warm – natürlich, im 24. Warmsommer in Folge. Aber er war auch deutlich zu schwül. Gewitterextremregen sind in unserer Epoche einer globalen Treibhausgassteigerung mittlerweile „normal“ und sind es doch nicht. Der Sommer wird fortan dem Muster aus treibhausgesteigerter Hitze am Boden und extremen Gewitterwolken durch die Folgen der Klimakatastrophe (1 Grad mehr = 7% mehr Feuchtigkeitsspeicherung mit „Türmen“ auf den Gewitterwolken) folgen.

Temperaturkarte Deutschland im August 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Temperaturkarte Deutschland im August 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Die Temperaturen brachten nach wie vor Hitzewellen, je südlicher man im Kontinent lag. Die häufigen Regenphasen brachten dabei keine Abkühlung, sondern trieben die Schwüle auf unerträgliche Werte.
Jörg Kachelmann sagt es immer wieder: 16 Grad ist ein Grund zum Jammern, 20 Grad ein Grund zum Verzweifeln. Im Südwesten wurden Werte von 22 Grad Taupunkten erreicht …
Ohne Klimaanlage ist man mittlerweile verloren! Denn diese extrahieren bekanntlich auch die Feuchtigkeit aus der Wohnungsluft.

Der August 2017 war demnach nach den Zahlen zwar „nur“ 1,4 Grad Kelvin im Mittel wärmer als das Mittel 1961-1990, aber damit 0,2 Grad wärmer als der August 2016. Da das ohnehin hohe Mittel von 16,5 Grad den Monat ohnehin selbst in Normalsommern in eine Hitzehölle verwandelt, sind diese Werte ein Garant für unerträgliche Hitzequalen und auch viele Hitzetote, die von den Medien unbeachtet, still in Wohnungen und Krankenhäusern sterben.

Niederschlagskarte Deutschland im August 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Niederschlagskarte Deutschland im August 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Der Niederschlag war nicht so gut wie im Juli, brachte es aber dennoch auf 90 statt 77 Liter pro Quadratmeter (l/qm) und damit auf 118% des Solls.
Die Extreme wie die Überschwemmungen in Berlin und dem Harz aus Ende Juni/Juli (Videos hier) traten zwar nicht auf, sodass wenigstens keine Terrorhitzelage mit Dauersonne und Hochdruck entstand.

Ein weiterer, lebensnotwendiger Vorteil des Regens: Die Dürrelage ist mit Ausnahme weniger lokaler Regionen endlich beendet!
Die befürchtete Verschlechterung der Dürresituation nach dem sonnenverseuchten Winter 2016/17 und dem Frühling 2017 trat also ausgerechnet im 24. Warmsommer in Folge nicht ein. Statt dessen wählte die Klimakatastrophe die tropische Leidensvariante mit Hitze und Regen.

Sonnenbelastungskarte Deutschland im August 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Sonnenbelastungskarte Deutschland im August 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Die Sonnenscheinbelastung lag zumindest nicht weit über dem Mittel, sondern „nur“ 4 Prozent. Somit mussten endlos lange 205 Stunden der Plasmaseuche statt der gleichermaßen unerträglichen 197 Stunden des langjährigen Mittels ertragen werden.
Bei dem hohen Sonnenstand bedeutete das abseits der herrlichen Wolken durch Gewitterlagen (und unbeachtet der grauenhaften Schwüle) Dauersonne, blendende Grelle und 7 Grad höhere Temperaturen von morgens bis abends.

Wie inzwischen belegt ist, kommt die Hölle der Klimakatastrophe nicht nur in Form von durchaus noch akzeptablem Extremregen und -stürmen und natürlich unerträglichen Hitzewellen, sondern auch in Form von zu viel Sonnenschein, der die Treibhausgaseffekte noch verstärkt: Die schlimmste Folge des Klimawandels – Schönwetter. Das gilt letztlich in dem mittlerweile zur garantierten Folterjahreszeit mutierten Sommer erst recht!

Der Monat August 2017 war in Deutschland 1,4 Grad zu heiß.

Der Juni ist psychologisch der schlimmste aller Hitzemonate. Der Juli steht dem nur wenig nach. Der August wäre psychologisch der beste der 3 Terrormonate, wenn nicht die Klimakatastrophe vermehrt diesen Monat wie auch den anschließenden September in eine regelmäßige Sommerverlängerung verwandeln würde.
Das war früher anders. Der August kam oftmals mit angenehmer Kühle daher. Das glauben Sie nicht?

Dann blicken wir einmal auf die August-Monate der letzten Jahre.
Die Mitteltemperatur im August beträgt 16,5 Grad Celsius (Mittel 1961-1990) und damit ist der August der zweitheißeste der drei Sommermonate.
Die Abweichung von dieser Mitteltemperatur beträgt in den Farbcodes: Blau = unter dem Mittel, Grün 0,0 bis +0,2 Grad, Orange +0,3 bis +0,9 Grad, Rot +1,0 bis +1,9 Grad, Violett +2,0 Grad und mehr.
Die Farbcodes unterscheiden sich von den Farbcodes anderer Jahreszeiten, da durch die hohe Mitteltemperatur der Sommermonate bereits +1,0 Grad größtenteils Dauerhitze bedeuten und alles, was 2,0 Grad Kelvin Anomalie überschreitet, eine Hitzekatastrophe impliziert:

August 2016:  +1,2 Grad
August 2015:  +3,4 Grad

August 2014:  -0,5 Grad
August 2013:  +1,4 Grad
August 2012:  +1,9 Grad
August 2011:  +1,2 Grad
August 2010:  +0,2 Grad
August 2009:  +2,2 Grad
August 2008:  +0,9 Grad
August 2007:  +0,4 Grad
August 2006:  -1,0 Grad
August 2005:  -0,7 Grad

Als Vergleich einmal die Jahre 1965-1970:
August 1965:  -1,6 Grad
August 1966:  -1,0 Grad
August 1967:  -0,1 Grad
August 1968:  -0,1 Grad
August 1969:  +-0,0 Grad
August 1970:  +0,3 Grad

Man sieht überdeutlich, dass der Eindruck nicht trügt, dass in den 1960er Jahren der August tatsächlich deutlich kühler war als heute. Klar, damals gab es noch keine Klimakatastrophe? Falsch. Selbst damals gab es sie, denn sie begann bereits mit der Industriellen Revolution um 1835! Allerdings sind die Auswirkungen kumulativ und die Kurve stieg 150 Jahre lang nur sehr flach allmählich an, bevor sie ab ca. 1994 exponentiell durchdrehte. Die Erwärmungssprünge, die wir in unserer Epoche der beginnenden Apokalypse alle 5 Jahre erleben, teilweise sogar am eigenen Leib, umfassen den gesamten Wärmeerhöhungsertrag der ersten 100 Jahre der Folgen der in die Atmosphäre gepumpten Treibhausgase.

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich bei den obigen Augustwerten um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagesmaximaltemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 12 Grad 15 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 5 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 7 Grad zu hohe Tagesmaxima. +4 Grad Mittelanomalie erreichen +10 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland.

Wir sehen an den Zahlen vor allem einen Aspekt:
Der August entspricht im Foltersommer der Phase, wenn wir als Opfer bereits in den zweifelhaften Genuss der Folterattraktionen von glühenden Eisen über die Hitzewellen-Streckbank bis hin zur Omegalagen-Judaswiege ausführlich gelangt sind und der sofetische Foltermeister Sommer sich fragt, was er an unseren zermarterten Körpern (aber ungebrochenem Willen) noch ausprobieren mag.

Aus dem niedrigsten Sonnenstand aller Sommermonate (am 21. Juni erfolgt bereits die Sommersonnenwende), der aber immer noch viel zu hoch ist und durch die Hitzespeicherung der Atmosphäre und Ozeane letztlich auch keine Abkühlung bringt, sondern die Hitze zum Höhepunkt kulminiert (sog. „Hundstage“), resultiert in Verbindung mit der zeitverzögerten Hitzespeicherung durch die Atmosphäre und Ozeane zwangsläufig eine mittlerweile extreme Verstärkung der am Boden ankommenden Wattzahl pro Quadratmeter durch die Treibhausgasverstärkung.

Die Temperaturwerte werden für die nächsten Jahrhunderte im Mittel immer weiter ansteigen – egal, was die Menschheit hinsichtlich der Treibhausgasemissionen unternehmen wird, da die Klimakatastrophe bereits in einen dynamischen Zustand der Selbsterhaltung und Verstärkung übergegangen ist. Mit anderen Worten: Durch die globale Aufheizung emittiert die Erde selbst mittlerweile Treibhausgase aus Ozeanen, Seen und dem Permafrost, welche wiederum die Aufheizung befeuern, wodurch wiederum noch mehr Treibhausgase frei werden – ein tödlicher Kreislauf mit ungewissem Ende.

Temperaturentwicklung in den jeweiligen Jahreszeiten:

Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland


Vergleich der 30-Jahresmittel 1961-1990 und 2000-2016

Erschreckend wird es, wenn wir die zwei Mittelwerte vergleichen in den jeweiligen Monaten. Das Mittel 1961-1990 umfasst dabei zwar durchaus bereits eine moderate Erwärmung durch die Klimakatastrophe, doch die exponentielle Steigerung der Faktoren fing erst nach der Pinatubo-Eruption ca. ab 1994 an.
Die Steigerung der Temperaturen ist im Jahresmittel 2000-2016 erschreckend hoch und dient als ultimative Warnung, was wir Menschen derzeit mit der Erde anstellen und wie sich die unkontrollierte Klimakatastrophe einer nach geologischen Maßstäben blitzartigen, künstlichen Treibhausaufheizung bereits jetzt auswirkt. Und das ist erst der Anfang.
Der August ist mit 1,3 Grad Kelvin Steigerungsrate der Sommermonat mit der zweithöchsten Steigerungsrate nach Juli und auch verglichen mit anderen Monaten im ganzen Jahr einer der Monate mit höchster Steigerungsrate, was für den treibhausgasoptimierten Sommer nicht wundert.
Wenn man bedenkt, dass die Mittelwerte der Sommermonate selbst im natürlichen Zustand extrem hoch sind, wiegt die Steigerungsrate von 1,3 Grad Celsius letztlich nicht ohne Grund als mittlerweile lebensgefährlicher Faktor
(Studie über mehrere tausend Hitzetote in Deutschland in jedem Jahr).

Temperaturvergleich der Monate zwischen den Mitteln 1961-1990 und 2000-2016.© Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperaturen in Deutschland
Temperaturvergleich der Monate zwischen den Mitteln 1961-1990 und 2000-2016.
© Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperaturen in Deutschland

Zur Einschätzung: +0,5 Grad sind deutlich spürbar. +1,0 Grad Anomalie sind im Grunde eine andere Klimazone mit ca. +3 Grad höheren Tagesmaxima jeden einzelnen Tag im Flachland …

Jedem ohne Worte zeigen, dass man kein Sofet ist!

(1) Temperaturen im August 2017

Zunächst die Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur.

Im August 2017 setzte sich das altbekannte Muster des Sommers 2017 fort: Dank atlantischen Einflusses von der See liegen die nördlichen Bundesländer in der Kühle, ab der Mainlinie beginnt die Lebensgefahr und Terrorhitze.

Bayern weist den größten Unterschied zwischen regionalem Mittel und gemessenen Temperaturen auf, ist aber nicht das wärmste Bundesland, was wieder einmal zeigt, wie verwöhnt man doch am Ende in diesem zumeist kühlsten, regenreichsten und schneereichsten Bundesland ist. Tropenhessen als Region lag ganze 1,3 Grad im Mittel höher, was einer anderen Klimazone entspricht.

Die sommerspezifischen Farbcodes spiegeln die regional sehr unterschiedlichen Temperaturmittel wieder. Temperaturen mit maximal +0,5 Grad sind im normalen Bereich und grün dargestellt, Temperaturen von +0,6 bis +0,9 Grad im leicht zu warmen, orangefarbenen Bereich, +1,0 bis +1,9 Grad im deutlich zu warmen, roten Bereich und ab 2,0 Grad Celsius im extrem zu warmen Bereich, der lilafarben markiert ist. Blau ist unser aller Ziel und spricht für sich: Temperaturen unter dem Mittel.

Platz 1: Schleswig-Holstein 16,7 Grad Celsius
Platz 2: Niedersachsen 17,1 Grad Celsius
Platz 3: NRW 17,4 Grad Celsius
Platz 4: Hessen 17,6 Grad Celsius (Tropenhessen: 19,7 Grad Celsius)
Platz 5: Mecklenburg-Vorpommern 17,7 Grad Celsius

Platz 6 bis 8: Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen 17,9 Grad Celsius
Platz 9: Bayern 18,2 Grad Celsius
Platz 10: Sachsen-Anhalt 18,4 Grad Celsius

Platz 11: Baden-Württemberg 18,5 Grad Celsius
Platz 12 und 13: Brandenburg und Sachsen 18,6 Grad Celsius

(2) Niederschlag im August 2017

Der Juli 2017 war nach über einem Jahr Wartezeit der erste Monat, der nach dem legendären „Fischregenmonat“ Juni 2016 wieder ein vernünftiges Maß an Regen aufwies – unabhängig von den Extremereignissen, die eine Folge der Klimakatastrophe sind.

Auch der August 2017 sparte nicht mit dem kostbaren Niederschlag und behob damit endgültig, was die Klimakatastrophe mit Dauersonne sogar im Winter an Dürre angerichtet hatte. Bei 118% landete Deutschland in der bundesweiten Summe und 90 statt 77 Litern pro Quadratmeter.

Es folgt die Aufstellung der einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen.

Da es aufgrund geologischer Bedingungen viele regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern hinsichtlich des Niederschlagssolls gibt, sind die Länder teilweise auch mit gleichen absoluten Werten unterschiedlich markiert. Grün stellt hierbei das Soll oder einen leichten Regenüberschuss dar, Orange ein mittleres Niederschlagsdefizit und Rot ein deutliches Niederschlagsdefizit, sowie Lila ein extremes Niederschlagsdefizit mit weniger als 75% des Solls. Blau kennzeichnet deutliche (mehr als 125%) Niederschlagsmengen über dem Mittel.

Platz 1 bis 3: Hessen, Bayern und Baden-Württemberg 110 l/m2
Platz 4 und 5: Thüringen und Sachsen 105 l/m2
Platz 6: Rheinland-Pfalz 100 l/m2
Platz 7: Saarland 95 l/m2
Platz 8: NRW 90 l/m2
Platz 9 bis 11: Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg 80 l/m2
Platz 12: Niedersachsen 75 l/m2

Platz 13: Mecklenburg-Vorpommern 60 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im August 2017

Der Sonnenstand sinkt bereits mit der Sommersonnenwende am 21. Juni. Während im Mittel der Juni 198 Sonnenbelastungsstunden aufweist und der Juli als schlimmster Sommermonat 212 Stunden, sinkt die Dauergrelle im August auf zumindest 197 Stunden.
Insgesamt herrscht ein überdeutliches Plus an Sonnenstunden seit November 2016, da der Winter durch häufige Ostlagen ein Sonnenwinter mit teilweise regional 500% zu viel Sonnenstunden wurde.
Zur Einschätzung: Für einen geborenen Nachtästheten liegt der Idealwert bei 30 Stunden pro Monat. Oder weniger.

Es folgen die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern (grün = weniger Sonnenstunden als das Mittel oder genau im Mittel, orange = Sonnenstunden leicht über dem Mittel, rot = deutlich mehr Sonnenstunden als das Mittel, violett = mind. 25% mehr Sonnenstunden als das Mittel).

Platz 1: NRW mit 170 Stunden
Platz 2: Niedersachsen mit 180 Stunden
Platz 3: Saarland mit 185 Stunden
Platz 4 und 5: Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz mit 190 Stunden
Platz 6: Hessen mit 200 Stunden
Platz 7 und 8: Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern mit 210 Stunden
Platz 9: Thüringen mit 215 Stunden

Platz 10 und 11: Baden-Württemberg und Brandenburg mit 220 Stunden
Platz 12: Bayern mit 230 Stunden
Platz 13: Sachsen mit 235 Stunden

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  • Stefan

    Wie immer eine hervorragende und ausführliche Zusammenfassung des Grauens. Wenn man bedenkt, dass dies noch die „kühle“ Variante ist … Na dann Grüß Gott Marie. Schauen wir mal, was eine fette Omega Lage in den nächsten Jahren bringen wird. 45 (30) Grad? Und dann bin ich gespannt, ob die Sofeten dann immer noch hitzepervers jubeln.

    • Darauf kannst du dich verlassen, denn die Dummheit würde sogar bis in die konkreten Folgen einer klimatischen Apokalypse überdauern. Felder erstarrter Lava mit herausragenden gereckten Daumen werden für die Archäologen kommender Zivilisationen der Beleg sein, dass dort Sofeten gestorben sind.

      • Stefan

        Genau. Die graben dann aufrecht und in Jubelpose stehende Gerippe aus und nicht wie in Pompeii zusammengekauerte – als stumme Knochenzeugen von Todesangst.