Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland für den ersten Wintermonat Dezember 2015 veröffentlicht (Deutschlandwetter im Dezember DWD, PDF-File).

Der Dezember 2015 hat uns am Ende eines unfassbaren Jahres 2015 bewiesen: In einem El Niño-Jahr gibt es keine Normalität, sondern nur Radikalismen, von denen drei Viertel der Hitze zugute kommen und damit der Leidensmaximierung.

Nach völlig überraschenden zu kühlen (!) Temperaturen im September und Oktober 2015 folgte ein Hitze-November 2015, den keiner für möglich gehalten hat. Doch dann kam der Dezember 2015. Nicht mehr rational zu verstehende Werte, die auch in einem März nicht überrascht hätten. Tatsächlich war der Dezember 2015 wärmer als der März 2015 – ein verstörender und zu Recht Angst machender Daten-Fakt. Es handelt sich bei den Werten um die absolute Ultra-Katastrophe und dass es sich um die wärmsten Dezemberwerte seit Messungsbeginn handelt, ist nicht der Erwähnung wert.
Die Frage ist vielmehr: Wie weit muss man zurückgehen, um vergleichbare Werte vermutlich (denn es gibt keine so genauen Monatsdaten für die Zeit vor 1881) zu erhalten? Forscher vermuten tausende von Jahren. Und dieses Bedrohungsspektrum sagt im Grunde eigentlich genug für die Menschheit.

Wo liegen die Gründe? Der Dezember 2015 als Mahnung an die Menschheit

Die ungünstige aller Winterwetterlagen zog mit Atlantiktiefs und einem Subtropenhoch am Mittelmeer die Hitze mittels Süd- und Südwestlagen an, die wie eingefahren wirkten. Da das Mittelmeer durch die El Niño-Hitze im Sommer immer noch abnorm heiß war, waren die leider zu uns geführten katastrophalen Temperaturen ebenso abnorm hoch und vermiesten uns den schönsten Monat des Jahres, wo Schnee und Kälte zu Weihnachten gehören wie das Salz in die Suppe. Gut, wer über genug Geld und Zeit verfügte, nach Island zu reisen wie etwa FC Bayern-Spieler Sebastian Rode, der Fotos bei Eis und Schnee twitterte, konnte dem Alptraum in Deutschland entfliehen.

Selbst der Nordpol fällt wegen Wärme als Fluchtziel vor der Klimakatastrophe aus. Sofeten und Industrie betreiben fleißig weiter die Selbstzerstörung der Menschheit. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/azrainman/1004637172">Mark Rain auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>
Selbst der Nordpol fällt wegen Wärme als Fluchtziel vor der Klimakatastrophe aus. Sofeten und Industrie betreiben fleißig weiter die Selbstzerstörung der Menschheit. © Mark Rain auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Am Ende des Monats Dezember 2015 zeigten vollkommen ungewöhnliche Wetterlagen wie das Sturmtief „Frank“ im Nordatlantik, was ein El Niño-Jahr bedeuten kann: Überschwemmungen in England und Norwegen, Orkanstürme und ein Skandinavienhoch, das so weit reichte, dass der Pol sich um 40-50 Grad erwärmte und im Plusbereich landete.
Das sollte man sich noch einmal genau laut vorlesen. Plusgrade im Winter am Nordpol, wo kein Sonnenstrahl zu sehen ist. Wer jetzt nicht nachdenklich wird, dem ist nicht mehr zu helfen. Ohne El Niño als Agent der Klimakatastrophe und durch die sog. „Rückkopplungseffekte“ oder „Kipppunkte“ der Klimakatastrophe selbst sind diese Ereignisse nicht erklärbar.
Zuletzt gab es ein Sturmtief mit 924 hPa im Nordatlantik am 04.02.1824. „Frank“ scheint 928 hPa erreicht zu haben. Allein die lange zeitliche Distanz zu diesem letzten Ereignis macht es zu einem meteorologischen Jahrhundertereignis, von dem die Klimatologen jedoch annehmen, dass es durch den Klimawandel öfter vorkommen kann – je mehr Energie in die Atmosphäre gepumpt wird, umso radikaler werden in Zukunft Entwicklungen zu beobachten sein, die niemand vorhersagen kann.
Letztlich war das Sturmtief und die 50 Grad zu warmen Polregionen im Norden genau der passende Abschluss zu einem El Niño-Jahr, dass ab dem Sommer den Eindruck machte, als hantiere ein psychisch Kranker an den globalen Heizungsreglern. Tatsächlich sind es die Menschen selbst (was kaum einen Unterschied macht), welche glauben, dass die Klimakonferenz irgendeine Art von Fortschritt gebracht habe. Statt dessen wurde die Erwärmung der Erde betoniert und 2 Grad globale Erwärmung statt -0,5 Grad per Dekret verabschiedet, was zur Folge haben wird, dass wer 2,0 Grad sagt, gleichzeitig 5,0 Grad meint, denn durch klimatologische Kipppunkte und Rückkopplungseffekte wird sich die Erde unkontrolliert erwärmen und nach derzeitigem Stand nach meinen Analysen sich die Menschheit als Ganzes abschaffen. Ja, das klingt radikal und vermeintlich unrealistisch, aber die Daten zeigen, dass genau dies passieren wird und nur unklar bleibt, ob es in 100 Jahren oder 500 Jahren geschieht.

Verschiedene Berechnungen der sog. globalen Erwärmung. Rot von mir eingezeichnet: 1,5 Grad globaer Erwärmung, ab der viele Klimatologen einen irreversiblen galoppierenden Effekt mit katastrophalen Folgen annehmen. Man sieht, dass dies etwa 2050 erreicht sein wird. © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Global_Warming_Predictions.png">Robert A. Rohde auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>
Verschiedene Berechnungen der sog. globalen Erwärmung. Rot von mir eingezeichnet: 1,5 Grad globaler Erwärmung, ab der viele Klimatologen einen irreversiblen galoppierenden Effekt mit katastrophalen Folgen annehmen. Man sieht, dass dies etwa 2050 erreicht sein wird und wir uns trotz aller bereits stattfindenen klimatischen Abstrusitäten erst am zarten Anfang einer globalen Katastrophe befinden. Die Darstellung ist noch optimistisch, da die Werte auf dem Jahr 2000 und nicht dem Mittel 1961-1990 basieren. © Robert A. Rohde auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Insofern darf man den Dezember 2015 als Meilenstein und frühen Vorboten von klimatischen Ereignissen werten, die ja nicht weniger und schwächer, sondern immer stärker und zahlreicher werden. Wer glaubt, dass vereinzelte Parallelen zu vergangenen Jahren wie 1976 (Niederschlagsminimum) oder 1821 (Sturmtief im Nordatlantik) zur These berechtigen, es habe auch schon früher solche Extremereignisse gegeben, der vergisst leider, dass
(a) allein die Summe aus Extremereignissen seit 1990 exponentiell gestiegen ist wie auch
(b) die klimatischen Gründe für diese Extreme auf einem völlig anderen Blatt stehen (kausale Verbindung zur Klimaerwärmung statt statistisch seltene Anomalie) und
(c) diese nicht weniger werden, ja wir nicht einmal auf einem beachtlichen Hochstand der Klimakatastrophe uns befinden, sondern erst am ganz zarten, leichten Anfang und dass die Extreme weiter zunehmen werden in Zahl und Ausmaß.
Einzig allein die Tatsache, dass es sich um ein El Niño-Jahr handelt mit zu erwartenden Extremen, könnte zu einer zeitweisen Reduzierung eben dieser klimatischen Extreme nach dem Ende des El Niño führen. Denkbar ist aber auch, dass der El Niño die Erde unwiderruflich auf ein neues Katastrophenlevel gehoben hat, das auch bestehen bleiben wird. Beispielsweise kommt es durch einen El Niño nicht nur zu massiven Klimaanomalien, sondern auch zu globalen Anstiegen von Waldbränden, deren CO2-Ausstoß die Treibhausgaswerte zeitweise verdoppelt (entsprechend müsste bald bei der Messstation Mauna Loa sich dies in den bereits katastrophalen Werten niederschlagen; DWD-Artikel zu Waldbränden in Indonesien durch El Nino 1997 und aktuell 2015). Außerdem wurde in Studien bestätigt, dass sich der El Niño künftig in der Anzahl des Auftretens verdoppele und damit einen galoppierenden Effekt der Klimakatastrophe erst recht auslöse und in seinem Ausmaß immer stärker werden könnte.

All diese Hiobsbotschaften sind keine herausgepickten Negativaspekte, sondern leider eine Abbildung der Welt, in der wir leben und der jüngste El Niño hat dies mehr als nur eindrucksvoll auf fürchterliche Weise bestätigt. Gegenbeweise und damit Hoffnung finden sich derzeit in seriösen Quellen nachweislich nicht, sondern nur esoterische Klimaskeptikerpropaganda auf Seiten wie Kalte Sonne und EIKE, denen es angesichts einer für jedermann sichtbaren Klimakatastrophe immer schwerer fällt, ihr vermutlich finanziell einträgliches Lügengebäude aufrecht zu erhalten.
Am Ende wird die Welt, werden die Temperaturen und Klimaanomalien, ja letztlich die Erlebnisse des Einzelnen vor unserer eigenen Haustür es fühlbar machen, was „Klimakatastrophe“ bedeutet und warum es zu recht „Klimakatastrophe“ heißt und nicht euphemisierend „Klimaerwärmung“ oder „Klimawandel“. Der anthropogene Erwärmungseffekt ist so stark, dass er sich vollkommen abgekoppelt hat von natürlichen Schwankungen jeglicher Art (was auch so deutlich belegt ist, dass man nur mit einem immensen Aufgebot von Dummheit dies ignorieren oder umdeuten kann). Und vergessen wir eines nicht: Die „Klimakatastrophe“ begann nicht erst 1990, sondern bereits mit dem Beginn der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert. 1970 war die Grenze erreicht, ab der die CO2-Emission den Treibhauseffekt so stark und schleichend begünstigt hat, dass es zu einer außer Kontrolle geratenen Kettenreaktion kam, deren Verlauf und Folgen wir derzeit aktuell als Zeitzeugen zu dokumentieren gezwungen sind. Die schiere Masse an Menschen auf dem Planeten und ihre fatale Entwicklung zu einer industriell-technologischen Gesellschaft überfordert einen Planeten Erde, der uns immer kleiner und kleiner vorkommt und unser idiotisches Handeln einer Weltzerstörung nicht mehr ausgleichen kann wie bisher.

Was gab es noch an Auffälligkeiten bei den deutschlandweiten Werten im Dezember 2015?
Früher gingen Mildwinter einher mit Regen, weil die Westdrift aktiv war. Dieses Mal gab es noch nicht einmal das und stattdessen eine Dürre, die völlig surreal wirkte und eher in den Sommer oder Herbst gepasst hätte mit nicht einmal der Hälfte (!) des üblichen Niederschlags – man schätze das auch richtig ein: 70% wären bereits extrem wenig, weil sich deutschlandweit normalerweise einiges ausgleicht. Ein Wert von unter 50% ist im Grunde vollkommen unfassbar. Das gab es zuletzt in den 1970er Jahren im Mildwinterblockbereich 1970-1978.

Die Sonnenscheinbelastung war durch die Südlagen entsprechend hoch und man hatte nicht zu Unrecht das Gefühl bei über 150% Sonnenscheinstunden, dass es keinen Winter gab, sondern Glühling. Setzt man das Ganze in subjektive Relationen, wäre das Klima in umgekehrter Weise dergestalt, als gäbe es keinen Frühling und Sommer mehr, sondern dauerhaft Eis und Schnee und ab und zu ein bis zwei Monate 15 Grad und ab und zu sogar Sonne. Mit anderen Worten: Aus klimatischer Sicht ist das Leben keinen Deut mehr lebenswert, sondern nur noch eine Belastung und ein Hecheln von einem Regen- und Winteraugenblick, der sich in Stunden statt Wochen bemisst, zu endlosen Phasen quälender Hitze, blendender Sonnengleiße und ultimativer Dürren.

Die Karten sprechen Bände (die Werte unterscheiden sich geringfügig von den „offiziellen“ DWD-Daten, da hier andere Messstationen vermutlich ausgewertet werden. Insgesamt aber dennoch die beste frei verfügbare Datendarstellung):

Temperaturkarte Deutschland Dezember 2015, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Temperaturkarte Deutschland Dezember 2015, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Niederschlagskarte Deutschland Dezember 2015, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Niederschlagskarte Deutschland Dezember 2015, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Sonnenscheinbelastung Deutschland Dezember 2015, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Sonnenscheinbelastung Deutschland Dezember 2015, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Der Monat Dezember 2015 war in Deutschland 5,6 Grad zu warm und der mit Abstand wärmste jemals gemessene Dezember und wohl der wärmste Dezember seit tausenden Jahren.

Der Dezember 2015 ruft uns in Erinnerung, was in einer Klimakatastrophe passiert, wenn die Wetterlage einmal erneut ungünstig ist. Der El Niño war mit einer ungünstigen meteorologischen Wetterlage für die Hitzekatastrophe und den Diebstahl des Winters verantwortlich. Das bedeutet jedoch nicht, dass es sich um eine „Normalität“ handelt, sondern erinnern wir uns: Der El Niño ist ein Agent der Klimakatastrophe, der diese massiv antreibt und verstärkt und selbst immer öfter und stärker auftreten wird. Das Wettersystem wird somit immer radikaler, weil durch die Wärme immer mehr Energie in die Atmosphäre gelangt und die Erwärmung von einem Wert zum nächsten springt.
Das Jahr 2015 zeigt somit in der Übersicht ab dem Juli 2015 die Auswirkungen des El Niño mit sprunghaften Tendenzen und in der Summe mit katastrophalen Hitzesprüngen:

Januar 2015 = 2,2 Grad Celsius im Mittel = +2,7 Grad zu warm (2014: +2,6 Grad)
Februar 2015 = 0,7 Grad im Mittel = +0,3 Grad zu warm (2014: +4,7 Grad)
März 2015 = 5,2 Grad Celsius = +1,8 Grad zu warm (2014: +3,4 Grad).
April 2015 = 8,6 Grad Celsius = +1,2 Grad zu warm (2014: +3,4 Grad).
Mai 2015 = 12,5 Grad im Mittel = +0,4 Grad zu warm (2014: +0,3 Grad).
Juni 2015 = 16,0 Grad im Mittel = +0,6 Grad zu warm (2014: +0,7 Grad).
Juli 2015 = 19,5 Grad Celsius = +2,5 Grad zu warm (2014: +2,4 Grad).
August 2015 = 19,9 Grad Celsius = +3,4 Grad zu warm (2014: -0,5 Grad).
September 2015 = 13,0 Grad Celsius = -0,3 Grad zu kühl (2014: +1,6 Grad).
Oktober 2015 = 8,4 Grad Celsius = -0,6 Grad zu kühl (2014: +2,9 Grad).
November 2015 = 7,5 Grad Celsius = +3,5 Grad zu warm (2014: +2,5 Grad).
Dezember 2015 = 6,4 Grad Celsius = +5,6 Grad zu warm (2014: +1,9 Grad).

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagestemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 16 Grad 19 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 6 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 9 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland, Wetterkontor.

Die Dürre ist im Dezember 2015 nach einer Erholung im November 2015 erneut zurückgekehrt. Das allein zeigt, was das Jahr 2015 mit einem unfassbaren Sommer auf dem Niveau einer klimatischen Hitzenaturkatastrophe angerichtet hat und auch in Zukunft anrichten wird.

Dürrezustand am 05.12.2015 in 25 cm Bodentiefe (links) und 1,8 Meter Bodentiefe (rechts), © <a target="_blank" href="http://www.ufz.de/index.php?de=33328">Helmholtz-Zentrum Dürremonitor</a>
Dürrezustand am 05.12.2015 in 25 cm Bodentiefe (links) und 1,8 Meter Bodentiefe (rechts), © Helmholtz-Zentrum Dürremonitor

(1) Temperaturen im Dezember 2015

Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur – wobei im November alle Bundesländer deutlich über dem Mittel 1961-1990 landeten und dementsprechend alles in nicht nur in roter, sondern violetter Warnfarbe gehalten ist. Zur Einschätzung dient der Hinweis, dass der Dezember deutschlandweit normalerweise ein Temperaturmittel von 0,8 Grad (1961-1990) aufweist. 1 Grad darüber gilt als zu warmer Monat, 2 Grad darüber als unnatürlich und noch höhere Werte sind ohne Einfluss der Klimakatastrophe (sprich El Niño) im Grunde nicht denkbar. 5,6 Grad zu viel ist eine schrillende Alarmglocke, um nicht zu sagen ein klimatischer Fliegeralarm.

Platz 1: Bayern 4,3 Grad
Platz 2: Baden-Württemberg 4,8 Grad
Platz 3 und 4: Sachsen und Thüringen 6,2 Grad
Platz 5: Hessen 6,4
Platz 6: Mecklenburg-Vorpommern 6,6 Grad
Platz 7: Saarland 6,7
Platz 8: Brandenburg 6,8 Grad
Platz 9: Rheinland-Pfalz 7,0 Grad
Platz 10: Schleswig-Holstein 7,3 Grad
Platz 11: Sachsen-Anhalt 7,3 Grad
Platz 12: Niedersachsen 8,2 Grad
Platz 13: NRW 8,3 Grad

Insbesondere nach den vielversprechenden Winterprognosen und den günstigen klimatischen Rahmenbedingungen ist das ein Schlag ins Gesicht und letztlich ein mehr als deutlicher Beleg, dass wir uns mitten in einer Klimakatastrophe befinden. Weniger von den Ursachen (El Niño und ungünstige meteorologische Wetterlage), als vielmehr von dem Ausmaß.

(2) Niederschlag im Dezember 2015

Insgesamt notiert der DWD im deutschlandweiten Mittel 37 l/m2 statt der erwarteten 70 l/m2 und somit ein Regensoll von ebenso unfassbaren 47% wie im Vormonat die 149%%. Allerdings täuscht dies darüber hinweg, dass es große regionale Unterschiede gab (wie immer ist die Rhein-Main-Region bis nach Erfurt und der Südwesten mittlerweile als Folge der Klimakatastrophe deutlich benachteiligt) und die ersten zwei Drittel des Monats nach wie vor zu trocken daherkamen.

Die einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen. Da alle Bundesländer im Monatsmittel über dem Soll landeten, sind alle grün gekennzeichnet:

Platz 1: Schleswig-Holstein mit 80 l/m2
Platz 2 und 3: NRW und Mecklenburg-Vorpommern mit 50 l/m2
Platz 4: Rheinland-Pfalz 45 l/m2
Platz 5: Sachsen mit 41 l/m2
Platz 6-8: Hessen, Niedersachsen und Saarland mit 40 l/m2
Platz 9-12: Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Thüringen mit 30 l/m2
Platz 13: Sachsen-Anhalt 20 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im Dezember 2015

Der Großteil des Monats war geprägt von einem reinen Sonnenhorror mitten im Winter. Dieser surreale Alptraum* wurde nur selten von Wolken und Nebel unterbrochen. Dementsprechend lag die Sonnenbelastung deutschlandweit mit 66 statt 38 Mittelstunden um unfassbare 70 Prozent zu hoch. Dies stellt den zweitsonnigsten Dezember seit 1951 dar. Ekelhaft.

Die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern:

Platz 1: Schleswig-Holstein mit 35 Stunden
Platz 2: Mecklenburg-Vorpommern mit 40 Stunden
Platz 3: Niedersachsen mit 45 Stunden
Platz 4-6: Hessen, Saarland und Thüringen mit 50 Stunden
Platz 7: Sachsen-Anhalt mit 55 Stunden
Platz 8-10: NRW, Rheinland-Pfalz und Brandenburg mit 60 Stunden
Platz 11: Sachsen mit 70 Stunden
Platz 12: Bayern mit 85 Stunden (Rekordwert!)
Platz 13: Baden-Württemberg mit 105 Stunden (beängstigender Rekordwert!)

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JAHRESKLIMABERICHTE: 2014.

  • sunnykatzi

    wie ich schon mal geschrieben habe, den winter habe ich hier im westen schon abgeschrieben. es ist deutlich auch hier zu lesen. wenn ich höre berlin freut sich über -10 grad und ist nur in nordosten vorbehalten. hier in nrw wird bei teils zweistelligen temperaturen im + bereich geschwitzt. ätzend. hier blüht schon wieder einiges und heuschnupfenpause ist fehlanzeige. trauriges spiel das ganze 🙁

    • Im Südwesten siehts leider nicht anders aus. Schneebilanzen: 2013/14: 3 Tage. 2014/15: 3 Tage. 2015/16: 0 Tage. Ich muss hier wirklich weg. ^^

      • sunnykatzi

        ich komme mit 😀 am besten dahin wo es noch nen winter gibt.

        • hm wird schwer. Am Nordpol sinds mittlerweile auch Plusgrade 😛 Vielleicht der Pluto. Oder Hoth 😉

  • Julia Engel

    Guten Abend und herzlichen Dank für Ihre Arbeit. Ich bin hier auf dieser Seite gelandet, als Freund von den guten, alten Zeiten, als es noch die klassischen Jahreszeiten gab und ich dieser Tage und in den letzten Jahren mit Schrecken sehen muss, was in der Natur im sogenannten „Winter“ vor sich geht. Nachdem ich nun Ihren letzten Artikel gelesen haben, verfall ich zunehmend in Panik und würde am liebsten aktiv werden… Irgendetwas tun, um die Katastrophe aufzuhalten. Sehen Sie in diesen düsteren Aussichten für die Zukunft denn auch ein kleines bisschen Hoffnung oder fragen Sie sich dann auch, so wie ich, warum habe ich Kinder in diese Welt gesetzt? Was soll aus ihnen werden? Haben Sie ein kleines bisschen Hoffnung? Mit besten Grüßen aus einem endlich mal kalten Osten…

    • Nun, Hoffnung haben wir doch alle. Allerdings durchsiebe ich Literatur und Informationen auf dem Weg, Hoffnung zu untermauern. Ich finde sie leider nicht. Einzig unseriöse Quellen vermögen falsche Hoffnung zu spenden, allein weil sie die Klimakatastrophe, gesponsert von der Industrie, negieren und wer auf Wahrheit aus ist, baut letztlich keine Luftschlösser.
      Auch wenn es manchem erscheint, dass ich übertreibe: Nach meinen dargestellten Informationen, Daten und Theorien gibt es derzeit nur negatives zu berichten, zumal die Menschheit als solche sich nicht wirklich intelligent anstellt und die typischen Verhaltensmuster der Homo sapiens-Idiotie zeigt wie immer in ihrer Geschichte.

      Aber: Niemand weiß letztlich, was die Zukunft bringen wird. Um einmal einen kleinen Finger zu reichen: Die Chance, dass die sog. „Kleine Eiszeit“ ab etwa 2030 kommen wird, ist ziemlich gut, auch wenn derzeitige Ansichten der Sonne eine Wirkung von 0,2 Grad Abkühlung zusprechen. Maximal. Während die Klimakatastrophe bis dahin 1,3 bis 1,6 Grad global die Erde aufgeheizt haben wird und jedes Jahrzehnt die Temperatur um 0,1 bis 0,2 Grad ansteigt. Dass sich die Wissenschaftler irren ist zwar unwahrscheinlich, aber letztlich ist unser Wissensstand um die Sonne relativ gering, was uns zurück zu einer kleinen Hoffnung führt.
      Auch ob ein Supervulkan ausbrechen wird und die Erde für Jahrzehnte deutlich abkühlt, weiß man nie, auch wenn die Wahrscheinlichkeit vielleicht bei 1:100.000 liegt. Dass man sich das für die Menschheit wünschen muss, ist bereits bitter genug: Hunderttausende Opfer, um Millionen zu verhindern?

      Mit den Kindern sehe ich es zwar auch tragisch aber als Historiker etwas anders: Unsere Kinder werden als unsere Erben den Mist aufräumen, den wir uns unsere und die letzten Generationen verzapft haben. Und darin liegt auch eine Chance. Für unsere Kinder wie auch für die Menschheit, denn wir entwickeln uns vielleicht weiter. Individuell und als Gesamtheit. Das hoffe ich zumindest.
      Glück findet sich immer nur im Innern, es kann nicht von außen kommen. Wer seinen Kindern trotz der Klimakatastrophe das geistige und emotionale Rüstzeug vermittelt, um Wunder in der Welt zu sehen und zu fühlen, legt die Grundlagen für Glück. Und wer seine Kinder mit Wissen, Reflexion, Bildung auf Grundlage von Selbstbewusstsein und Selbstbestimmung erzieht, stellt sicher, dass sie später ihr Glück auch durchsetzen können.
      Jede Generation hat ihre Krisen und es kann nicht das Ziel sein, Kinder in ein kontaktfreies Wattehaus zu packen. Sondern sie zu befähigen in einer Welt der Krisen zu bestehen und auch dort glücklich zu sein.

      In diesem Sinne bin ich bei aller Suche nach bitterer Wahrheit in der Epoche der Klimakatastrophe durchaus nicht nur pessimistisch. Es wird immer Wunder geben. In der Schönheit der Nacht. In den Sternen. Und Kälte, Regen, Wolken, Winter, Schnee wird umso bedeutender und anbetungswürdiger, was vorher nur eine nette Belanglosigkeit war.
      Daher: Genießen Sie die Kühle im Osten, sie ist selten genug 😉

  • Vielleicht sollte ich ein Bild von mir posten mit dem Untertitel „Wir schaffen das!“, wo ich mit den Fingern die Raute forme. 😛
    Aber ich will um keinen Preis der Welt in Merkel umbenannt werden ^^

  • Autumn

    Das war kein Dezember, das war ein April! Auch ich trauere den guten alten Zeiten nach, als ich als Kind um die Jahreszeit Schneemänner gebaut habe und Schlitten gefahren bin. Sofeten, die jetzt jubeln, haben nicht mehr alle Tassen im Schrank. Trotzdem habe ich immer noch Hoffnung: Ein milder Winter bedeutet oft einen milden (oder für Sofeten: „keinen“) Sommer. Wenn im Frühjahr das El Nino Phänomen abebbt, hoffe ich, dass es diesmal „keinen“ Sommer gibt. Den Winter habe ich bereits abgeschrieben.

    • Auf den ersten Nichtsommer seit 1987 würde ich nicht wetten. Ich „vertraue“ da der Klimakatastrophe. Statt 40 Grad für 3 Wochen dann wohl 35 Grad für 3 Monate … 😛
      Der Winter an sich ist noch nicht verloren und es deutet sich ein kalter Februar an. Ich weiß nicht, was andere davon halten, aber für mich ist das nicht wirklich Winter. Winter ist im dunklen Monat Dezember mit Schnee zu Weihnachten. Mitgenommen wird’s natürlich trotzdem, wenn es so käme 😉

      • Autumn

        Boaah, dafür solltest Du fünf Daumen runter kriegen 😛 hihi! Auch wenn die Wahrheit, die Du wirklich sehr schön und sachlich hinschreibst, schwer zu verkraften ist; Ein bisschen Hoffnung bleibt immer noch. Unter „Nichtsommer“ verstehe ich sowas wie einen normalen Deutschen Sommer, der ja bei den Sofeten unter „Nichtsommer“ oder „Welcher Sommer?“ bekannt ist. Zum Beipsiel 2011 oder 2014; Diese Sommer fand ich ganz angenehm. Wenige Tage über 30 Grad, oft so um die 27 Grad und doch mal Regen. Einfach endlich mal kein Sommer mit 2 oder 3 Wochen ü 30 Grad, kein Juli 2013, 2010 oder 2006 und schon gar kein Höllensommer wie 2015. Solche Satanssommer sind glücklicherweise noch selten. Noch!

        • *g* das heisst nicht, dass ich zum Sofeten oder Hitzeanhänger mutiere haha Nicht in 1 Million Jahren. Aber wie gesagt: Jede Kälte in irgendeiner Form wird mitgenommen. Ich denke dann immer nur „Hätte das nicht im Dezember kommen können?“ 😛 Besser als jedes Grad mehr ist es natürlich allemal 😉

  • Jo1965

    Das Traurige ist, dass man hauch hier in NRW die Näher der Frostluft im Osten spürt, da es bei knapp 5 Grad wirklich nasskalt, aber nicht mehr mild ist. Im Gegensatz zu den -8 Grad in Berlin natürlich ein Witz und zum Kotzen, dass zumindest diese Ostattacke zunächst mal abgewehrt wird.
    Aber wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Was mir Hoffnung macht, ist dass sich die Großwetterlage umgestellt hat und die Tiefs vom Atlantik auch mal für die ein oder andere Rückseitenüberraschung sorgen könnten.
    Halten wir also das Positive feste: Alle Modelle sehen zumindest auf absehbare Zeit keine Rückkehr dieses Extremmildsiffs.

  • mignamn

    Die Menschen lernen es meistens leider erst wenn etwas schlimmes passiert… Also wenn die Überschwemmungen und Orkane auch hier im Jahrestakt ankommen.

  • Forellen „mit kleinen Spaten“??????

  • Huber Claudia

    Vielen Dank Michael für die sehr ausführliche Analyse. Tja was soll man zu diesem Horrormonat noch schreiben, außer dass er in einem Teil unseres Landes ja so weitergeht.

  • Huber Claudia

    Vielen Dank Michael für die sehr ausführliche Analyse. Tja, was soll man nach so einem Horrormonat noch schreiben, außer: Es geht so weiter, zumindest in einem Teil von Deutschland 🙁

  • Ist die Prognose, die „Menschheit würde sich als Ganzes abschaffen“ nicht ein wenig überzogen?

    Selbst ein Worst-Case-Szenario mit einem am Ende 7 Meter höheren Meeresspiegel, wie es hier gezeigt wird:

    **Was bleibt, wenn die Polkappen schmelzen**
    http://www.abendblatt.de/ratgeber/wissen/article119452200/Was-bleibt-wenn-die-Polkappen-schmelzen.html

    hätte ja nun nicht zur Folge, dass von den gut 7 (derzeit) bis 9 Milliarden (2050) Menschen gar niemand mehr übrig bliebe. Zwar gäbe es erhebliche Landverluste, große Städte an der Küste würden verschwinden – aber es bliebe ja doch noch eine Menge Land übrig. Vermutlich mit sehr verschiedenen klimatischen Bedingungen, also auch solchen, in denen Menschen leben können.

    • Herrmann Walhalla

      Und Ihren Zeilen ist ein nun wieder ein gewisses Verbagatellisieren zu entnehmen. Ich persönlich neige in diesem Fall auch eher dazu, extreme Szenarien aufzuzeigen, um rechtzeitig Wachzurütteln, als zu Verharmlosen und irgendwann vor vollendeten Tatsachen kapitulieren zu müssen.
      Sind es die immer noch vielen Menschen, die es betreffen würde, etwa nicht wert, rechtzeitig etwas vielleicht nicht komplett aufzuhalten aber wenigstens abzumildern?
      Wie dem auch sei, jedem steht seine Meinung zu….

      • Ich habe nichts bagatellisiert, sondern lediglich bezweifelt, dass „die Menschheit als Ganzes“ verschwinden würde – und dafür auch eine Quelle angegeben, die wissenschaftliche/behördliche Szenarien versammelt.

        Dieser Hang zu „extremen Szenarien“ zwecks Warnung/Erweckung etc. ist m.E. kontraproduktiv, denn sie können leicht als total übertrieben bzw. Zweckpessimismus entlarvt werden. Damit wird dann auch die Glaubwürdigkeit seriöser Szenarien (die ja wahrlich SCHLIMM GENUG sind!) untergraben, so dass immer mehr Menschen gar niemandem mehr glauben.

        Im übrigen bin ich immer schon sehr dafür, im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten die Klimakatastrophe aufzuhalten / abzumildern. Glaube aber nicht dran, dass es da hilfreich ist, den Leuten hoch unwahrscheinliche Szenarien vorzusetzen, damit sie vor Schreck erstarren…

        • Es geht um Wahrheit und die Suche danach, nicht um Dramatisierung. Wie sich mehrere Faktoren kumulativ auswirken, sehen Sie beispielsweise im neuen Artikel zur Bodenerosion: http://byjrdp.myraidbox.de/bedrohliche-erosion-klimakatastrophe-frisst-fruchtbaren-boden/

          Wissenschaftliche Belege zu einem Bedrohungszenario in summa werden sie auch kaum finden, da die Forscher jeweils für ihren Fachbereich argumentieren, die Summe und Kettenreaktionen jedoch nicht oder nur selten darstellen.
          Betrachten Sie zudem die Wirkungsweise klimatologischer Kipppunkte, die über Rückkopplungskausalitäten die jeweiligen negativen Aspekte verstärken, dann ist man leider gezwungen, solche Argumente in seine Betrachtungsweise und in die Zukunftsbewertung der Menschheit mit einzubeziehen: http://byjrdp.myraidbox.de/klimatologische-kipppunkte-todesschaukel-zum-multiplen-weltuntergang/

        • Herrmann Walhalla

          Dennoch stelle ich die Frage in den Raum, was erst alles noch passieren muss, damit wenigstens ein Großteil der Leute realisiert, dass hier etwas gewaltig schief zu laufen droht?!
          Allein die Auflistung der Temperaturabweichungen für 12/2015 in diesem Artikel hier, sollte jeden gesunden Menschenverstand aufschrecken lassen. Aber gerade die Hitze-Fanatiker geraten ob solcher Fakten in pure Ekstase….die Frage nach geistiger Intaktheit drängt sich da doch zwangsläufig auf!
          Würde die Prognose lauten: 60 Grad am Tag die kommenden Sommer (ich übertreibe hier bewusst), würden vielleicht einige Umdenken – falls noch Verstand vorhanden ist.

          • Letztlich gibt es keine Wahrheit, sondern wir stellen hier alle Hypothesen auf. Die Frage ist, welche der Hypothesen die Wirklichkeit der Zukunft am besten abbildet.
            Ich bin der Überzeugung angesichts der Daten und Belege, die ich täglich durchwühle, dass es alles andere als gut aussieht. Wer es nicht so sieht, auch ok. Das ist hier ja kein Kampf um das eigene Wissen, das als vermeintlicher Besitz und Teil des eigenen Egos gesehen wird, sondern der Kampf um die davon völlig losgelöste Wahrheit.
            Wo die liegen wird, das wird wie immer die Zeit und die Geschichte uns zeigen.
            Das Problem ist: Sollten die Indizien, Belege und Zahlen derzeit recht haben, dann steht nun einmal unser aller Leben und Sicherheit auf dem Spiel und nicht nur etwas Unbedeutendes wie fehlende Winter oder Sofetenparadies-Maximierung ^^
            Sollten sich in Zukunft seriöse Quellen mit positiven Nachrichten durch neue Entwicklungen finden, werde ich das ebenso kundtun.
            Egal, ob man sich zum Narren einer nicht eintretenden Katastrophe macht oder zum weitsichtigen Verkünder einer Wahrheit, die ihrer Zeit voraus ist: Am Ende hoffe ich, dass es nicht so schlimm kommen wird, wie die vielfältigen Entwicklungen derzeit leider vermuten lassen.

    • Das mit dem Worst Case-Szenario bezog sich nicht auf den einzelnen Aspekt des Meeresspiegelanstiegs, sondern auf die Summe aller Faktoren (Todeszonen in Ozeanen durch Erwärmung, Verlust der Biodiversität, Zusammenbruch der Nahrungskette, gesellschaftliche Implikationen, Zunahme von Extremwetter durch klimatologische Kipppunkte etc. pp.) und auch nicht auf die Probleme der Menschheit in 50 Jahren bezogen, sondern letztlich am Ende (wann immer das sein mag, ob in 100 oder 500 Jahren).
      Die Folgen aus der Summe der Faktoren werden leider auch von Wissenschaftlern unterschätzt bzw. dürfen nicht kommuniziert werden. Daher werden die Zahlen auch immer regelmäßig angepasst. Wurde vor 15 Jahren noch vermutet, dass beispielsweise Grönland in 2000-50.000 Jahren eisfrei sei, wurde es dann reduziert auf 1000 dann auf 500, dann durch die Beobachtung des „schwarzen Eis“ als unberücksichtigter Folgeeffekt auf 1,6 Grad globaler Erwärmung (ca. im Jahr 2050 nach derzeitigem Stand).
      Es wird leider oft unterschätzt, wie schnell Gesellschaftssysteme zusammenbrechen können und dass unsere sog. Zivilisation durch wirtschaftliche und politische Krisen sich selbst destabilisieren kann wie in den Weltkriegen. Da wir derzeit über Massenvernichtungswaffen unvorstellbaren Ausmaßes verfügen (Atom, Wasserstoffbomben, biologische Kampfstoffe in „gesicherten“ Arsenalen), wäre die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschheit sich in der Tat abschafft, nahezu bei 100%. Aber es muss ja nicht so bleiben, wie aktuell. Vielleicht sind wir ja lernfähig. Daher ist die genannte Option des Homo sapiens-Selbstmordes auch nur das „Worst Case“-Szenario.
      Das Überlebensrisiko der Menschheit ist aber sogar Gegenstand von Berechnungen. Nur weil wir 100 Jahre leben, haben wir subjektiv den Eindruck, dass wir vollkommen sicher sind. Die Realität sieht anders aus. Und wie das so ist mit Katastrophen: Erst will man sie nicht wahrhaben, dann geschehen sie und die Menschheit passt sich an. Allerdings haben wir eine globale Katastrophe in unserer gesamten Evolution (bis auf die Toba-Katastrophe) nicht erlebt. Das ist außergewöhnlich und wird sicherlich nicht auf lange Sicht (d. h. tausende und zehntausende von Jahren) so bleiben.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Existentielles_Risiko

    • Herrmann Walhalla

      Kleiner Nachtrag:
      Es trifft vor allem auch Lebewesen, die gar nichts dafür können – Tiere und Pflanzen.

    • Jo1965

      Um nur diesen einen Punkt mal aufzugreifen: Ein 7 m (!!) höherer Meeresspiegel wäre das Ende von Städten wie New York, Shanghai, Lagos, Abidjan, Dhaka, Venedig undsoweiterundsofort.
      Schon heute befindet sich die Welt in weiten Teilen in einem mehr oder weniger permanenten Kriegszustand, ausgelöst durch ungleiche Macht- und Ressourcenverteilung, begleitet durch kaltblütige Machtpolitik, Interessensicherung, grassierenden religiösen Fundamentalismus, besonders in islamischen Kreisen, Kriminalität etc. und daraus resultierenden Fluchtbewegungen, die bei den Besitzenden der sogenannten ersten Welt jetzt schon eine Mischung aus Panik und Hass auslösen.

      Wenn in dieses Pulverfass jetzt noch die Flammen einer globalen Erwärmung mit oben beschriebenem Meeresspiegelanstieg schlagen würden, dann hätte das Konsequenzen, die wir uns in unseren schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen könnten, nämlich den Kampf jeder gegen jeden auf Leben und Tod um die letzten kärglichen Reste an lebenswertem Raum, was Sie allen Ernstes noch als eine „eine Menge Land“ bezeichnen!

    • Autumn

      Ich denke auch, dass sich die Menschheit langsam und stetig selbst zerstören wird. Die Profitgier kennt keine Grenzen. Wirtschaftswachstum um jeden Preis, koste es Menschenleben, Tierleid und Umweltzerstörung. Korruption sei Dank. Manche kriegen nie den Hals voll und merken nicht, wie sie eigentlich sich selbst und unseren Lebensraum nach und nach zerstören.

  • zui

    Habt ihr das gesehen? Kai Z. sagt: flächendeckender Winter ab Mitte Januar, dank Polarwirbelsplit. Sagt er die Wahrheit? Michael…

    • *grins* So optimistisch bin ich (noch) nicht. Es sieht zwar momentan gut aus, aber nach diesem bisherigen Winter traue ich keiner Prognose mehr, die älter ist als 5 Tage ^^ Ich gebe zu, momentan sehen die Modelle aber gut aus. Kai ist leider zu oft „Modellsklave“. Die Bodendruckkarten zeigen nämlich nicht eine „Ultra-Winter-Lage für alle“, sondern leider noch eine Menge Spielraum und eine Nordwest-Troglage (12.01.), die im Flachland keinen Schnee bringen würde, da nicht kalt genug.
      Da hilft nur Warten. Wie immer halt. Denn 10 Tage bis Mitte Januar sind noch viel zu weit weg, um seriös etwas sagen zu können. Den Split sehe ich derzeit auch nicht so richtig in den neuen Karten. Dieser wäre im übrigen schon sehr ungewöhnlich, da nicht durch Warmings von oben erzeugt, sondern von unten durch die Wetterlage, sehr selten. Aber alles möglich.
      Sini sagt zu recht, dass die Modelle in den kommenden Tagen viel herumspringen werden, da die meteorologische Bandbreite an Optionen bei so einer Luftmassengrenze wie aktuell sehr hoch sind, sprich: Auch die Meteorologenprofis schwimmen ganz schön und sind von den Supercomputern abhängig, die mit etwa 1 Billion Rechenoperationen pro Sekunde die Arbeit übernehmen müssen ^^

    • Autumn

      Hey, auch Sini sagt dasselbe voraus. Wäre schön, würde mal wieder richtig Winter werden. Den frierenden und jammernden Sofeten kann man dann schön ihren eigenen Spruch (nur umgedreht) drücken: „Jetzt ist mal endlich richtig Winter“ 😛

  • Hey, waren das dann Quastenflosser? Du weißt schon, diese ausgestorbene Art aus dem Devon vor 400 Millionen Jahren, während sich die Strahlenflosser evolutionär durchgesetzt haben. https://de.wikipedia.org/wiki/Quastenflosser

    Aber ernsthaft (nicht wirklich ^^): Da Fische wohl tatsächlich Löcher graben können (http://www.aquaristik-live.de/fische-f3/barschmaennchen-graebt-t22889.html), muss es sich bei deinen Forellen wohl um Exemplare handeln, die einen Evolutionssprung durch die Klimakatastrophe durchgemacht haben und die Handhabung von einfachen Werkzeugen (Spaten) erlernt haben ^^

  • lake-effect

    Schon krass, wie das in den letzten 3 Jahren vorangeschritten ist mit der klimaveränderung, ich spreche jetzt für Ba-Wü, da war es wirklich extrem in den letzten 3 Jahren mit dem Wetter. Hochwasser, extremhitze, hagelschlag mit 1,5 Mrd. (!) Euro Sachschaden… In anderen Gebieten der Erde sind die Auswirkungen des Klimawandels (vor allem, wo die Bevölkerung überwiegend Landwirtschaft lebt) schon länger sichtbar, aber jetzt muss es wirklich der letzte blinde erkennen, dass da was nicht mehr stimmt.
    Ich hab mal „Das Schneekind“ gelesen (ein wirklich lesenswertes Buch für jeden Kälte und naturliebhaber), und zitiere jetzt daraus aus dem Kopf: „Ich schaue um mich herum, sehe die vielen bunten Blumen, wie sie blühen, ich sehe Pilze, Gräser, Bäume in voller Pracht und Größe. Ich sehe die Hasen und die Rehe, Wildschweine und Biber. Alle sehen glücklich und zufrieden aus. Doch wenn ich genau hinschaue, sehe ich Trauer in ihren Augen, als wollten sie mir sagen. ‚Was haben wir bbloß den Menschen getan, warum mögen uns die Menschen nicht?'“

    • Die Menschheit ist zu viel geworden für den Planeten. Hinzu kommt, dass unsere virtuelle Maschine, das Gehirn, zusammen mit aggressiven Trieben uns unendlich überlegen für das Überleben gemacht hat. Das hat wunderbar funktioniert, wie die Evolution gezeigt hat, solange es nur eine überschaubare Anzahl Jäger-und Sammlergruppen gab.
      Diese Überlegenheit hat am Ende nach der Seßhaftwerdung, Städten und Zivilisation dazu geführt, dass wir uns ähnlich einer Krebskrankheit über den Planeten verteilt haben. Doch so misanthrop will ich gar nicht argumentieren. Vielmehr zeigen, dass Evolution und die Geschichte uns an einen Punkt geführt haben, wo wir den Planeten selbst und uns damit auch zerstören können und momentan auch gut dabei sind.
      Die Frage ist nun: Sind wir dumm genug, die Folgen zu verdrängen und zu ignorieren? Oder wird die Menschheit am Ende nach den üblichen Millionen Opfern klug genug sein, um einen weiteren Evolutionssprung trotz ihrer immer noch aggressiven, gierigen Art zu erreichen?
      Möglich, dass diese Krise in der Evolution angelegt ist. Möglich, dass jede Zivilisation im Universum ähnliche „Lebenswege“ beschreiten muss, die zu ähnlichen Krisen führen. Ist es ein Zufall, dass Genetik, Klonen, Kybernetik und Künstliche Intelligenz just zu diesem Zeitpunkt in unseren Erfindungshorizont geraten? Schaffen wir uns selbst ab und erfinden uns neu? Oder ist es nur der Höhepunkt ultimativer Selbstzerstörung der Menschheit, weil die Evolution des Homo sapiens in einer Sackgasse endet? – nicht langsam wie die der Dinosaurier, die 200 Millionen Jahre geherrscht haben, sondern hell und heiß brennend wie eine Fackel vom Affen bis zum klimatischen Holocaust in nur 1 Million Jahren?
      Ich weiß es nicht. Aber am Ende bin ich hier eher optimistisch, wenngleich ich ahne, dass es ohne Millionen oder Milliarden Opfer nicht enden wird.
      Dass die Tiere dabei an unserer Egozentrik und Arroganz am meisten leiden, wo wir doch aufgrund höheren Intellekts die Verantwortung für alles Leben tragen, ist unendlich traurig und tragisch.
      Auch wenn es etwas zu sehr Grünen-ökologisch und linkspolitisch ist (beides ist nicht meine Ausrichtung), kann man nur die (nicht originale) Weissagung der Cree-Indianer zitieren und die Wahrheit darin erkennen: „„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Weissagung_der_Cree)

      • lake-effect

        Dazu fällt mir ebenfalls was zum zitieren ein, auch aus Wikipedia:

        „Es wurden bereits viele Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, und es gibt wahrscheinlich noch viel mehr unentdeckte, erdähnliche Planeten auf denen Leben entstehen könnte. Angesichts der relativen Schnelligkeit mit der sich Leben auf der Erde entwickelt hat, und angesichts der enormen Größe des beobachtbaren Universums, scheint es wahrscheinlich, dass sich intelligentes Leben auch auf anderen Planeten entwickelt hat.

        Somit scheint das Ausbleiben jeglicher Anzeichen von intelligentem Leben außerhalb der Erde ein Paradoxon darzustellen. Besonders relevant ist das Ausbleiben von großflächigen, von der Erde aus sichtbaren, künstlichen Konstruktionen im All, was nahelegt, dass wenige bis keine Zivilisationen lange genug überleben um den Weltraum kolonisieren können.“
        Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Existentielles_Risiko

        Demnach müsste aus den aufgeführten Gründen die Entwicklung von künstlichem Leben sich im Universum automatisch selbst beenden, und somit auch mit uns selbst. Wenn man nur schaut, wie schnell wir uns in dn letzten 100 Jahren entwickelt haben und stelle sich vor, wenn wir nochmals 1.000 solcher Jahre bekommen??

        • Sehr spannend und interessant und auch durchaus eine Möglichkeit, aber ich gebe dabei folgendes zu bedenken:
          a) Können wir nicht einmal die Fußmatte vor unserer Tür in Augenschein nehmen, ob dort Leben existiert, geschweige denn in unserer Galaxis, geschweige denn in den Billionen Galaxien des gesamten Universums. Sprich: Nur weil man etwas nicht sieht, heißt es nicht, dass es nicht existiert. Sonst wären wir ja der buchstäbliche Vogel Strauß, der seinen (menschlichen) Kopf in den irdischen Sand steckt und sich sagt „Ich sehe kein Leben im Universum, also gibt es auch keins“

          b) Wissenschaftler sprechen oft von den Zeitfenstern, die es möglichen Zivilisationen schwer machen würden, sich zu kontaktieren. Geht man davon aus, dass eine Zivilisation nur eine gewisse Zeit existieren kann auf einem Planeten (ca. 6 Milliarden Jahre aufgrund der Lebenszeit der Sonne von etwa 10 Mrd. Jahren, in denen sie Leben unterstützen kann), dann ist es allein von den jeweiligen Zeitfenstern fast unmöglich, dass sich Zivilisationen auf einem entsprechenden technischen Kommunikationsniveau bemerken. Nicht nur, weil sie aneinander vorbei leben und den Schnittpunkt verpassen, sondern natürlich auch, weil die Kommunikation Jahrhunderte dauert – geht man nicht von esoterischen Star Trek-Märchen aus, sondern von knallharter Physik und der Lichtgeschwindigkeit als Grenze.

          Daher: Ich sehe die Nichtsichtbarkeit von anderen Zivilisationen als eine Frage des Zeitproblems und eine Frage unserer derzeitigen technischen Unfähigkeit sowie der physikalischen Grenzen und nicht als ein Beweis für die Evolution als Sackgasse und die künstliche Intelligenz als das unausweichliche Ende. Im Gegenteil: Momentan tendiere ich eher dazu, dass die KI uns helfen könnte, uns selbst zu überwinden indem sie den „animalischen Anteil“ in uns mit den Jahrtausenden eliminiert oder zähmt – auch wenn das viele als Bedrohung sehen. Aber es ist halt so schwierig, alte Gewohnheiten abzulegen, einfach weil man nie gelernt hat zu reflektieren und neue Wege zu beschreiten und sich im dekadenten Status Quo so wohl fühlt, selbst wenn er zum Tod der Menschheit führen würde …

          • lake-effect

            Ja, da gebe ich dir recht, das mit dem Zeitfenster steht auch in dem selben Artikel. Als weitere Kritik an der These wird auch noch aufgeführt, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass sich Leben in dieser, für uns zugänglichen Form entwickelt.

          • Ja, da hat Stanislaw Lem auf erzählerische Weise wunderbar beschrieben, wie Menschen auf einem Planeten landen und die Intelligenz darauf nicht einmal wahrnehmen. Ich glaube, das war „Eden“, wenn ich mich nicht irre. Ein Roman, der einen mit heruntergeklapptem Kiefer zurücklässt, weil er nicht durch rationale Argumente, sondern die Gefühle und das Eintauchen in eine virtuelle Geschichte veranschaulicht, wie anders Leben sein kann und wie beschränkt wir Menschen handeln und denken.

          • lake-effect

            Aber wäre echt interessant und schön, wenn ich doch in 500 Jahren die These mal überprüfen könnte^^

          • Ich glaube zwar nicht daran, aber sollte etwas an der Seelenwanderung/Reinkarnation dran sein (oder wenn man so will: auf quantenphysikalischer Ebene transportierte Seelen-Matrix), dann wirst du das vielleicht können. 😉
            In dem Fall wünsche ich mir, irgendwo in Island wiedergeboren zu werden lol

  • Alptraum der Sofeten

    Hab mir das schon ein paar mal durchgelesen weil ich es einfach nicht glauben kann was seit ein paar Jahren plötzlich passiert ist! Wahrscheinlich ist bereits irgendein Kipppunkt erreicht worden. Das sieht Momentan echt nicht gut aus. Wenn es so weiter geht wie jetzt und Jedes Jahr noch immer das andere in der Hitze übertrumpfen will na dann hats sich bald aus gemenschelt…
    Danke Michael. Danke für die Wahrheiten die du hier Aufzeigst auch wenn sie doch nicht so unübersehbar ist wird sie nicht als eine Gigantische Katastrophe dargestellt sondern eher wie ein Gewitter das nach ein paar Stunden wieder vergessen ist.

    • Immer gerne, Tim. Schaun wir mal wo das endet und wie die Zahlen der nächsten Monate und Jahre aussehen. Ein kleines bisschen Hoffnung habe ich ja noch wegen der „Kleinen Eiszeit“, aber mehr als ein Fingerhut voll ist es nicht.

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