Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im ersten Wintermonat, Dezember 2016, veröffentlicht: Deutschlandwetter im Dezember 2016 (PDF).

Der erste Wintermonat Dezember war vom Stil genauso grauenhaft wie der Dezember 2015, der als der wärmste aller Zeiten und wohl der wärmste seit einigen tausend Jahren in die Annalen einging. Auch in diesem Jahr wartete man auf Kälte, geschweige denn Schnee vergeblich. Über weiße Weihnachten kann man mittlerweile nur noch traurig lächeln (im Flachland sowieso, zunehmend auch im Bergland), während draußen bei 8 bis 10 Grad statt Eis- die Sofetenblumen blühen.

Nun ganzjährig: Endlose Dürren, hier im Dezember 2016. © <a target="_Blank" href="http://www.ufz.de/index.php?de=37937">Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums</a>
Nun ganzjährig: Endlose Dürren, hier im Dezember 2016. © Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums

Das Christkind wurde in diesem Jahr La Niña genannt, während im Vorjahr noch das männliche Pendant El Niño sein Unwesen vor Südamerika trieb und im Rahmen der Fernwirkung (Telekonnektion) den europäischen Winter mordete. In diesem Dezember war somit paradoxerweise trotz der zu kühlen Wassertemperaturen im Zentralpazifik vor der Westküste Südamerikas die Folge identisch: Wärme.
Am Heiligabend schwitzte somit das hiesige Christkind mit Hitzepresskopf statt wie früher unbeschwert über traumhafte weiße Landschaften zu schweben. Der klassische Dauerhochdruck eines La Niña-Winters prägte den Dezember – dabei hatten wir La Niña wegen des schwachen Signals bereits im November abgeschrieben! Doch die QBO-Westphase in der Stratosphäre hat die unangenehme Eigenschaft, das Signal zu verstärken. Und ausgerechnet zum Dezember schwenkte die QBO von winterbegünstigenden Ostwinden auf Westwinde. Wir Deutschen sind wirklich vom Winterpech verfolgt …

Durch Ostlagen gab es vor allem im Flachland durchaus sporadische Kaltphasen und Nebel/Hochnebel und machte dort den Dezember 2016 zu gar keinem schlechten Wintermonat, während in den Höhenlagen brutale Dauersonnenbelästigung sich mit Hitze vereinte. Der Preis im Flachland für das bisschen Pseudokälte war hoch: Nach den traditionellen Dürreperioden, die als Folge der Klimakatastrophe von Februar bis Oktober Einzug halten im Südwesten vor allem, gesellt sich nun auch noch die Winterdürre mit Niedrigstpegeln im Rhein und einer höchst gefährlichen Entwicklung.

Vergleich der klassischen La Niña-Veränderungen auf der Welt (links oben) mit den tatsächlichen Wärme- und Kältepunkten Mitte Dezember 2016 (rechts): Klarer ist ein Beweis nicht mehr zu führen!

Veränderungen der globalen Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung durch La Nina; © NOAA
Veränderungen der globalen Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung durch La Nina; © NOAA
Globale Karte der Temperaturanomalien. Man erkennt glasklar die La Nina-Strukturen beinahe wie im Lehrbuch; © Karsten Haustein
Globale Karte der Temperaturanomalien. Man erkennt glasklar die La Nina-Strukturen beinahe wie im Lehrbuch; © Karsten Haustein

Dezember 2016: Viel zu warm, extrem zu trocken und katastrophal zu viel Sonne!

Die Dezember scheinen in der Klimakatastrophe (und/oder durch El Niño oder La Niña, was im Grunde das gleiche ist) zu Herbstmonaten pervertiert zu werden. Egal, ob durch einen Mix aus Südlagen- und Westdrifteinfluss wie im Dezember 2015 mit Rekordwärme wie seit vermutlich tausenden Jahren nicht mehr (von „Beginn der Aufzeichnungen“ 1881 zu sprechen, ist mittlerweile lächerlich angesichts der skalensprengenden Ausmaße einer unkontrollierten Klimakatastrophe) oder durch Inversionslagen wie in diesem Dezember 2016.
Wobei man festhalten muss, dass sich beim El Niño-Dezember 2015 das Subtropenhoch viel zu weit nördlich befand – wenn man weiß, dass die Innertropische Konvergenzzone (ITC) über die Walker-Zirkulation direkt mit El Niño zusammenhängt und mit der Verschiebung der Subtropen, dann ist dieser Zusammenhang mit aufwölbenden Dezember-Hochdruckgebieten auch vollkommen logisch.
Der La Niña-Dezember in diesem Jahr zeigte eine völlig andere Dynamik mit vorherrschend klassischen Muster in La Niña-Winter. Meteorologisch entwickelten sich dabei Hochdrucklagen mit niedrigerem Geopotential, die sich dafür aber lange hielten und bei weitaus geringerem Westdrifteinfluss.
Als Folge wurden zwar keine Rekordwärmewerte erreicht, aber mit +1,3 Grad Celsius über dem Mittel 1961-1990 gab es definitiv einen deprimierenden Mildwintermonat gleich zu Beginn des klimatisch verheißungsvollen Winters. Der letzte Winterdezember datiert aus dem Jahre 2010 …

Typisches Dezemberbild und klassische La Niña-Hochdrucklage: Aufgewölbtes Hoch mit sage und schreibe 1040 hPa (teilweise regionale Hochdruckrekorde für Dezember) und der Trog an der falschen Stelle zu weit östlich. © <a target="_blank" href="http://www.wetterzentrale.de/de/reanalysis.aspx?map=1&model=avn&var=1&jaar=2016&maand=7&dag=19&uur=0&h=1">Kartenarchiv wetterzentrale.de</a>
Typisches Dezemberbild und klassische La Niña-Hochdrucklage: Aufgewölbtes Hoch mit sage und schreibe 1040 hPa (teilweise regionale Hochdruckrekorde für Dezember) und der Trog an der falschen Stelle zu weit östlich. © Kartenarchiv wetterzentrale.de

Der Niederschlag war ähnlich wie im Dezember 2015 eine einzige Katastrophe und erreichte mit 25 statt 70 Litern pro Quadratmeter nur unfassbare 35% seines Solls! Das muss man sich einmal vor Augen halten. Selbst 90% in einem Monat sind über die gesamte Monatslänge verteilt deutlich zu wenig. 35% ist eine Kategorie, die kaum noch vorstellbar ist. Es gab Regionen, in denen im gesamten Dezember nicht ein einziger Tropfen fiel! Eine Wüste ist dagegen ein Wasserparadies.
Dennoch würde ich in den kommenden Jahren, die aller Wahrscheinlichkeit ohne La Niña und El Niño daherkommen werden, eine Normalisierung beim Niederschlag im Dezember erwarten abzüglich der durch die Klimakatastrophe verursachten rückgängigen Entwicklung. Insgesamt dürfte die Entwicklung aber den Prognosen vor Jahren bereits entsprechen, dass vor allem der Südwesten vom frühesten Frühling bis in den Herbst hinein unter Dürren leiden wird, die bisher in diesem Ausmaß unbekannt waren und an kalifornische Verhältnisse erinnern. Wir werden also hier bald auch unseren Rasen mit Farbe grün streichen müssen.

Bei der Sonnenscheinbelastung wurde beinahe der Katastrophenwert vom letzten Jahr erreicht. Selbst im Winter hat man nun keine Ruhe mehr vor dem grellen Pestball. 65 statt 38 Stunden und damit skalensprengende 170% des Solls lautete das niederschmetternde Ergebnis am Ende. Zusammen mit 2015 (66 Stunden) und 1972 handelt es sich beim aktuellen Dezember 2016 damit um einen der Dezembermonate mit der höchsten Sonnenbelastung. Auch die Dezember der Jahre 2013 (135%), 2008 (120%), 2006 (140%), 2004 (121%) und 2003 (169%; alle Daten nach Bernd Hussing) waren extrem zu sonnig – merken Sie was? Deutlicher kann man die Klimakatastrophe kaum noch erkennen in den regionalen (deutschlandweiten) Auswirkungen.

Der Dezember 2016 war somit von den Werten eine einzige Katastrophe.
Trotzdem war er regional durch zeitweiligen Nebel und die Inversionslagen aus dem Osten durchaus erträglich und zwar zumeist in den südlicheren Landesteilen. Wer jedoch in den Höhenlagen sich befand, wo sich bei Inversionslagen die Hitze staut, der erlebte einen sonnenvergewaltigten, für Gebirgsverhältnisse karibikwarmen Daueralptraum.

In den Karten sieht die meteorologische Summe des Monats folgendermaßen aus (die Werte unterscheiden sich geringfügig von den „offiziellen“ DWD-Daten, da hier andere Messstationen vermutlich ausgewertet werden. Insgesamt aber dennoch die beste frei verfügbare Datendarstellung):

Temperaturkarte Deutschland im Dezember 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Temperaturkarte Deutschland im Dezember 2016, © Bernd Hussing (Archiv)

Niederschlagskarte Deutschland im Dezember 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Niederschlagskarte Deutschland im Dezember 2016, © Bernd Hussing (Archiv)

Sonnenbelastungskarte Deutschland im Dezember 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Sonnenbelastungskarte Deutschland im Dezember 2016, © Bernd Hussing (Archiv)

Der Monat Dezember 2016 war in Deutschland 1,3 Grad zu warm.

Wie bereits erwähnt, scheint der Dezember im klimakatastrophischen Einfluss zu einer Art Warmmonat nach Herbstmaßstäben zu verkommen. Verstärkt wird das Ganze noch einmal in den letzten zwei Dezembermonaten durch den El Niño- und aktuell den La Niña-Einfluss (vgl. hierzu Hat La Niña eine Auswirkung auf Europa?).
Um einmal das Ganze in Relation zu setzen, schauen wir uns doch einmal die Dezemberwerte der letzten Jahre an und vergleichen das Ganze dann auch noch mit früheren Zeiten, von denen wir nur noch träumen können in unserer brennenden Welt.

Um das zu verdeutlichen werfen wir auch einen Blick auf die Jahre 1965-1970, um zu sehen, ob vor der großen Verschärfung der Klimakatastrophe signifikante Unterschiede zu erkennen sind in den Monatsmitteln. Die monatliche Mitteltemperatur des Dezembers beträgt 0,8 Grad Celsius (Mittel 1961-1990) und ist damit die höchste von allen drei (meteorologischen) Wintermonaten. Die Abweichung von dieser Temperatur beträgt:
Dezember 2015: +5,6 Grad
Dezember 2014: +1,9 Grad
Dezember 2013: +2,8 Grad
Dezember 2012: +0,7 Grad
Dezember 2011: +3,1 Grad
Dezember 2010: -4,5 Grad
Dezember 2009: -0,5 Grad
Dezember 2008: +0,3 Grad
Dezember 2007: +0,8 Grad
Dezember 2006: +3,6 Grad
Dezember 2005: +0,1 Grad

Als Vergleich einmal die Jahre 1965-1970:
Dezember 1965: +1,6 Grad
Dezember 1966: +1,2 Grad
Dezember 1967: -0,4 Grad
Dezember 1968: -2,8 Grad
Dezember 1969: -5,5 Grad
Dezember 1970: -0,3 Grad

Die Zahlen zeigen deutlich die Abnahme von Winter im Dezember. Aber sie zeigen auch, dass in früheren Zeiten die Diskrepanz zwischen Mild- und Kaltwinter sehr groß war.
Bedenkt man die Spannungsbreite zwischen arktischen Kaltlufteinbrüchen und Dezemberlage mit milder Westdrift oder sogar Südlage, dann ist das Potential für extreme Differenzen zum langjährigen Mittel naturgemäß sehr hoch.
Allerdings schlagen diese Extreme mit Ausnahme des Dezember 2010 in unserer unmöglichen Epoche fast ausschließlich nur noch in Richtung der Hitze statt! Zudem nehmen die Südlagenwinter deutlich zu, während in früheren Jahrzehnten das Verhältnis von Westdriftmildwintern und Südlagenwintern deutlich mehr in Richtung der Westdrift lag.

Der Vergleich mit den Jahren 1965-1970 bestätigt das eindrucksvoll!
Der Ausschnitt dieser vergangenen Klimaepoche, die durch den exponentiellen Wahnsinn einer anthropogenen Zeitraffer-Klimakatastrophe viel länger her zu sein scheint, zeigt ein stärkeres Blockverhalten: Ein Kaltwinterblock mit gleich 4 (!) Kaltwintern in Folge wechselt sich mit einem mäßig warmen Mildwinterblock ab – nach 1970 folgte übrigens der berüchtigte 8er Mildwinterblock der 1970er Jahre, dessen „Milde“ allerdings oftmals sehr verhalten war, sodass ein solcher heutiger Mildwinter von uns mit Kusshand genommen worden wäre …

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich bei den obigen Dezemberwerten um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagesmaximaltemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 5 Grad 8 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 5 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 7 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland, Wetterkontor.

Wir sehen an den Zahlen vor allem einen Aspekt:
Der Dezember bildet wie kaum ein zweiter Monat die Klimakatastrophe durch extreme Wetterlagen ab. Dabei ist zu erwarten, dass es einen nichtwarmen Dezember nur noch in den seltensten Fällen geben wird in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten. Ebenso wird die Dürre und die Sonnenbelastung analog zu den Hochdruck- und Südlagen zunehmen.

Temperaturentwicklung in den jeweiligen Jahreszeiten:

Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Neues Jahr, neue Selbstbelohnung! Oder Selbstbestrafung (Waage) 😉

(1) Temperaturen im Dezember 2016

Zunächst die Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur.
Die Bandbreite ist relativ hoch und auch die regionalen Abweichungen sind sehr unterschiedlich.  Im Vergleich zum November 2016 wurden die Ranglisten ordentlich durcheinandergewürfelt (beispielsweise Baden-Württemberg kletterte von Rang 7 auf 2, das Saarland gleich vom letzten Platz 13 auf Platz 3).
Bayern war einmal wieder das kälteste Land, was angesichts der Alpen und der Jahreszeit nicht verwundert. Dennoch war die Diskrepanz zum unschlagbar niedrigen regionalen Bayernmittel (-0,3 Grad Celsius) sehr groß und die Tagestemperaturen durch die Inversionslage stellenweise unerträglich. Die Nachttemperaturen sorgten am Ende für das dennoch kühlste Mittel in Deutschland.
Das Saarland war das einzige Bundesland mit einer Temperaturabweichung unter dem regionalen Mittel.
Der Norden teilte in diesem Dezember die klassische Rolle der Warmländer im Winter durch den atlantischen Nordsee-/Ostseeeinfluss, welcher dafür sorgt, dass im Winter die Seewärme für mildere Temperaturen sorgt, während ab dem Frühjahr bis in den Frühherbst der Norden als Kälteerlösungsland aus einer anderen Klimazone erscheint.

Platz 1: Bayern 0,3 Grad Celsius
Platz 2: Baden-Württemberg 0,6 Grad Celsius
Platz 3: Saarland 1,3 Grad Celsius
Platz 4: Thüringen 1,4 Grad Celsius
Platz 5: Hessen 1,5 Grad Celsius
Platz 6: Sachsen 1,8 Grad Celsius
Platz 7: Rheinland-Pfalz 1,9 Grad Celsius
Platz 8: Brandenburg 2,9 Grad Celsius

Platz 9: Sachsen-Anhalt 3,0 Grad Celsius
Platz 10: NRW 3,6 Grad Celsius
Platz 11: Mecklenburg-Vorpommern 3,7 Grad Celsius
Platz 12: Niedersachsen 3,9 Grad Celsius
Platz 13: Schleswig-Holstein 4,7 Grad Celsius

(2) Niederschlag im Dezember 2016

Es folgt die Aufstellung der einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen. Aufgrund der erneut völlig surrealen Wetterlage mit Hochdruckeinfluss ohne Ende war der Dezember 2016 mit dem Dezember 2015 und dem Dezember 1972 der trockenste Dezember aller Zeiten.
Bei den Farbcodes müsste man im Grunde neue Farben für das katastrophale Ausmaß der Dürre einführen … 5 Liter pro Quadratmeter in Baden-Württemberg und stellenweise nur 1 Liter pro Quadratmeter gab es vorher nur im Dezember 1963.
Da es viele regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern hinsichtlich des Niederschlagssolls gibt, sind die Länder teilweise auch mit gleichen absoluten Werten unterschiedlich markiert. Grün stellt hierbei das Soll oder einen Regenüberschuss dar, Orange ein mittleres Niederschlagsdefizit und Rot ein deutliches Niederschlagsdefizit, sowie Lila ein extremes Niederschlagsdefizit. Blau kennzeichnet deutliche Niederschlagsmengen über dem Mittel.

Platz 1: Mecklenburg-Vorpommern 55 l/m2
Platz 2 und 3: Schleswig-Holstein und Sachsen 50 l/m2
Platz 4: Brandenburg 45 l/m2

Platz 5: Niedersachsen 35 l/m2
Platz 6 und 7: NRW und Sachsen-Anhalt 25 l/m2
Platz 8: Thüringen 20 l/m2
Platz 9 bis 12: Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland 15 l/m2
Platz 13: Baden-Württemberg 5 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im Dezember 2016

Insgesamt notiert der DWD im bundesweiten Mittel 65 statt übliche 38 Sonnenstunden und damit statistisch skalenbrechende 170% des Solls. Der drittsonnigste Dezember seit Messungsbeginn (in diesem Fall der Sonnenstunden seit 1951) ist die traurige Bilanz. Manche Orte erreichten unfassbare knapp 500% des Solls. Wenn sich da irgendein Sofet noch beschwert, der verdient in jedem Fall die Klapsmühle.

Die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern (grün = weniger Sonnenstunden als das Mittel, orange = Sonnenstunden etwa im Mittel, rot = mehr Sonnenstunden als das Mittel, violett = mind. 25% mehr Sonnenstunden als das Mittel).

Platz 1: Schleswig-Holstein mit 35 Stunden
Platz 2: Mecklenburg-Vorpommern mit 45 Stunden
Platz 3 und 4: Hessen und Niedersachsen mit 50 Stunden

Platz 5: Brandenburg mit 55 Stunden
Platz 6 und 7: Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt mit 65 Stunden
Platz 8 bis 10: Bayern, Thüringen und Saarland mit 70 Stunden

Platz 11: NRW mit 75 Stunden
Platz 12: Sachsen mit 80 Stunden
Platz 13: Baden-Württemberg mit 95 Stunden


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  • Kaltluftfanatiker

    Der Dezember war wirklich schrecklich. Bei mir in der Umgebung (Stuttgart-Süd / Filderebene) kam nichtmal ein Liter zusammen, das war aber auch nur Sprühregen aus dem Nebel.

    Nachdem sich der Nebel verzogen hatte (so gegen 11 Uhr) wurde man von der Sonne geröstet…
    Habe ich mir eigentlich anders vorgestellt. Die Hoffnung auf Schnee + Kälte war da, wurde mir aber ab Mitte Dezember genommen, als ich mir die Ensembles angeschaut hatte…

    Zum Glück startet der Januar gut (vielleicht ein Vorsatz von Frau Holle für’s neue Jahr^^). Bin mal gespannt was sich noch an Schnee ergibt. Schneefall hat nachgelassen. 3,6 cm sind es jetzt (pingelig mit dem Geodreieck gemessen!), wenn aber morgen die Sonne rauskommt, war’s das…

    Liebe Grüße
    Kaltluftfanatiker

    • Thomas Gauss

      Hallo Kaltluftfanatiker.
      Fällt dir auch das bei uns im Südwesten
      ich wohne auch auf den Fildern in
      Möhringen das wir immer weniger
      Niederschlag bekommen und meistens und Hochdruck Einfluss
      stehen.
      Eine hintereinander Schlecht Wetter
      Phase gibt es nicht mehr.
      Auch im Sommer immer weniger
      Gewitter der Übergang von Hitze
      zu kühleren Luft geht immer mehr
      ohne Getöse über die Bühne.

      Gruß auf die Fildern

      • Kaltluftfanatiker

        Hallo Thomas,

        das ist mir auch gefallen.
        Im Sommer habe ich ab und zu gedacht, dass die Gewitter genau um uns herum ziehen.
        An eine Gewitterfront kann ich mich aber noch erinnern. Das war an Pfingsten 2013. Es hat ordentlich gekracht und geregnet, das war’s dann aber auch schon – kein Hagel dank Hagelflieger!

        Im Sommer Hitze ohne Ende und im Herbst/Winter Hochdruck ohne Niederschlag.
        Diese Woche sieht es ein klein wenig besser aus, ist aber meiner Meinung nach nur eine Ausnahme.

        Manchmal wundere ich mich, warum die Autos im Sommer überhaupt noch Scheibenwischer haben. Eigentlich könnte man sie demontieren. Das verbessert die Aerodynamik ^^

        Ich arbeite am Fasanenhof und wohne in Musberg.
        Höhenunterschied ca. 40 Meter. Unterschiede kann ich nur geringfügig feststellen. Überall genau gleich dürr. Traurig 🙁

        Liebe Grüße nach Möhringen 😛
        Kaltluftfanatiker

  • Schneesturm

    Ja, der Dezember war enttäuschend.
    Regen habe ich auch kaum in Erinnerung, dafür den herrlichen Nebel, der besonders in der ersten Hälfte in Sachsen Anhalt vorhanden war.
    Ansonsten eine Pleite.
    Die Zugvögel können eigentlich auch gleich hier bleiben.

  • Würde ich die harten Fakten nicht kennen, hätte ich nicht gedacht, dass der Dezember soo trocken gewesen wär.
    Wahrscheinlich bin ich mit meinen 15 Jahren zu sehr geprägt von den letzten 4 Dezembern, die in unserer Region allesamt zu trocken ausfielen.
    Aber die Schneearmut ist wirklich schon herausragend. Zwei Dezember in Folge ohne Schnee, 2014 gab es einen Schneetag und auch 2013 keinen ( südlich von Braunschweig, ca. 100m ) 🙁

  • Huber Claudia

    Wieder mal perfekt gemachter Artikel; vielen Dank Michael.

  • Jo1965

    Wie man an den Karten von Bernd Hussing sehen kann, gab es regional große Unterschiede und in Deutschland teilweise eine wettertechnisch verkehrte Welt: Die größten positiven Temperaturabweichungen bei fast 100% Niederschlagssoll im Osten und auf den Höhenlagen (Folge der zähen Hochdruckinversion). Bei uns hier im Bergischen „nur“ +0,9 °C Abweichung, da man zwar nicht die absoluten Werte der rheinischen Tiefland- und Pissmildmetropole Düsseldorf übernehmen kann, aber deren relative Abweichung.
    Der Eindruck insgesamt war hier sehr zwiespältig: Positiv waren die relativ häufigen Frosttage mit schönem Reif in den Morgenstunden und allgemein die komplette Abwesenheit langandauernder Südwestsiffwetterlagen, was im Vergleich zum letzten Jahr eine Wohltat war. Negative Punkte: Zu viel gammeliger Inversionshochdruck, bei dem mich noch nicht mal die Sonne so sehr störte, weil die Tage so schön kurz sind, aber daraus resultierte natürlich viel zu wenig Niederschlag und Schnee war absolute Fehlanzeige. Wind, geschweige denn Sturm war überhaupt kein Thema. Höhepunkt waren lächerliche Böen der Stärke 8 mit Pisselregen am ersten Weihnachtstag, wo die zuvor groß herausposaunte Vollwetterlage für NRW fast komplett am Ende weggerechnet wurde. Meine Gesamtnote für den Dezember 2015 hier: 4+, also mit Ach und Krach bestanden.
    Heute hat’s tatsächlich ca. 3 cm Neuschnee gegeben, der zwar bei leicht positiven Temps und Taupunkten recht pappig und teilweise weggetaut ist, aber ich habe mir vorhin trotzdem einen Spaziergang in einem nahegelegenen Waldstück gegönnt und den Anblick der weißen Decke genossen. Nach dem „Mildgipfel“ am Mittwoch könnten wir vielleicht wieder etwas Nachschub kriegen, der dann bis zum Wochenende dank des „polaren Streifschusses“ (ja, das ist mal wieder übriggblieben von Kai Zorns vor wenigen Tagen angekündigten möglichen „Hammerwinter“) ein paar Tage konserviert würde.
    Der im Moment angedeutete Atlantikdurchbruch für nächste Woche wäre zumindest alles andere als sofetenkompatibel, da sehr viel polare Meersluft mit einstelligen Temps auch tagsüber im Spiel wäre, garniert mit satten Niederschlägen (die dringend nötig sind) sowie selbst in NRW mit schweren Sturmböen der Stärke 10. Hoffentlich wird das nicht wieder so ein Rohrkrepierer wie Weihnachten.
    Danach könnte ein neuer Wintereinbruch folgen, aber ist natürlich leider noch viel zu weit weg.

  • Leon

    Wow, 3,6 Grad Celsius hier in NRW, das ist ne krasse Hausnummer… Und auch die 25% Niederschlag sind sehr sehr wenig. Vom unerträglichen Sonnenschein brauch ich garnicht reden.

    Bei mir ist jetzt mittlerweile übrigens fast der ganze Schnee wieder weg. Soll regnen heute Abend, ich bin mal gespannt ob sich noch etwas Schnee die nächsten Tage rettet bzw. dazu kommt bis die kälte kommt… Mal gucken wie „kalt“ es wird, man kann auf den Karten ja erkenne n das der Westen fast nichts davon abkriegt…

  • Evgeny Mansurov

    Hallo aus verschneiten Osten – nach (oder während des) dem Blizzard in Ostmären und in der Heimat (Oberbayern) – dauert noch bis Fr. an – und setzt sich am So. fort – viel mir bei Scneeschippen ein – was wenn WACCy – eine Rückkopplung in Gang setzt? Die Ende der schneereichen Kälteperiode (zumindest im unseren PLZ-Gebiet) noch nicht abzusehen – trotz ungetrübten Polarwirbels und wachsenden Meereisfläche – die bereits unteren Bereich der Norm erreicht hat und scheint sich rasch zu vergrößern – kommt dann noch ein WACCy-CACCy? Die Temperaturen oberhalb der Eisfläche nähe Pols scheinen auch sich der Norm zu nähern – Ich spüre den Zorn des Thors – Mjölnir ist geschwenkt… oder schlägt bereits?

  • Autumn

    Im Dezember 2016 hatte ich wieder einmal das Gefühl, es sei Frühling. Richtige Advents- und Weihnachtsstimmung kam nicht auf, stattdessen fragte ich mich, ob nun Weihnachten oder bereits Ostern sei? Ekliger Piefsiff! 10°C und Grellsonne. :((( Und das an Weihnachten. Bäh!

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