Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im dritten und letzten Wintermonat Februar 2016 veröffentlicht (Deutschlandwetter im Februar (DWD)).

Ein Monat der (zu warmen) Wolken- und Regengeilheit

Februar 2016 – natürlich ohne Winter, ohne Schnee wie man es in weiten Teilen Deutschlands mittlerweile leider gewohnt ist durch die Auswirkungen der Klimakatastrophe, die gerne beschönigend „Klimawandel“ genannt wird. Aber dafür auch mit herrlich wenigen Sonnentagen!

Wer kennt das nicht? Man steht morgens auf und gleich sorgt die gleißende Sonne für Kopfschmerzen und schlechte Laune. Wie entspannend, kontemplativ und glückselig ist ein Morgen, wenn gewaltige Wolkenberge die Lux-Zahl auf angenehme Werte drosseln und den Himmel statt in neonblauen Kleister in eine dramatische Komposition kondensierender Wassermuskeln malen?

Zwar kein Winter im Februar 2016, aber oft Film noir-Ästhetik mit Gemütlichkeitsfaktor 100!
Zwar kein Winter im Februar 2016, aber oft Film noir-Ästhetik mit Gemütlichkeitsfaktor 100!

Das war im Februar 2016 zur großen Freude sehr oft der Fall. Grund dafür waren viele West- und Südwestwetterlagen aus dem vorherrschenden Westdriftcharakter des Monats. Als Extra-Bonbon gab es endlich auch einmal richtig viel Regen in vielen Teilen Deutschlands als Atlantikgeschenk, wenn auch dadurch bedingt viel Wärme. Diese erlangte jedoch bis auf eine kurze Phase in Bayern um den 22.02.2016 herum keine perversen Skalen, sondern blieb eher regelmäßig auf einem zu hohen, aber erträglichen Niveau.
In dieser Wetterstimmung, die an den Charakter früherer Herbst- und Frühlingstage erinnert mit Sturm, Regen und Wind, konnte man (wenn man sich nicht über das Ausbleiben des Winters ärgerte) wie in der Kindheit sich über das Wetter maßlos freuen: Spaziergänge im Sturm und Regen, nach Hause kommen und dampfenden Tee* oder Kaffee* genießen, ein Buch lesen während draußen der Regen ein süßes Lied spielt – ich gebe zu, ich habe teilweise einfach nur vor dem Panoramafenster gesessen und verträumt in die Wolken und Regentropfen gestaunt. An dieses Wetter muss man sich vor allem im Südwesten wohl als „Ersatz“ für den Winter dauerhaft gewöhnen, da es bedingt durch die deutlich ansteigende Klimakatastrophe auch in Zukunft keinen Winter mehr geben wird. Ich gebe zu, das fällt mir nicht leicht, aber meine Liebe für Wolken, Regen und Sturm machen es möglich.

Die Karten spiegeln die Westdriftwetterlage wieder mit zu hohen Temperaturen, niedriger Sonnenscheinbelastung und großen Regengeschenken (die Werte unterscheiden sich geringfügig von den „offiziellen“ DWD-Daten, da hier andere Messstationen vermutlich ausgewertet werden. Insgesamt aber dennoch die beste frei verfügbare Datendarstellung):

Temperaturkarte Deutschland Februar 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Temperaturkarte Deutschland Februar 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Niederschlagskarte Deutschland Februar 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Niederschlagskarte Deutschland Februar 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Sonnenscheinkarte Deutschland Februar 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Sonnenscheinkarte Deutschland Februar 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Der Monat Februar 2016 war in Deutschland 3,0 Grad zu warm

Ein zu warmer Monat – wen wundert’s? Dieses Mal nicht wegen Südlage und Brüllhitze, sondern wegen der uns altbekannten Westdrift. Wir merken uns: Kälte kommt nur aus dem Norden und (im Herbst und Winter) aus dem Osten. Um einmal das Ganze in Relation zu setzen, schauen wir uns doch einmal die Februar-Werte der letzten Jahre an. Die Mitteltemperatur für Februar beträgt im Mittel 1961-1990 0,4 Grad Celsius. Die Abweichungen von dieser Temperatur lauten:

Februar 2015: +0,3 Grad
Februar 2014: +3,9 Grad
Februar 2013: -1,1 Grad
Februar 2012: -2,9 Grad
Februar 2011: +0,5 Grad
Februar 2010: -0,9 Grad
Februar 2009: +0,1 Grad
Februar 2008: +3,3 Grad
Februar 2007: +3,5 Grad
Februar 2006: -0,8 Grad
Februar 2005: -1,4 Grad

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagesmaximaltemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 16 Grad 19 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 5 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 7 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland, Wetterkontor.

Wir sehen an den Zahlen vor allem 2 Aspekte:
1. Der Februar kennt ähnlich dem Januar keine Normalität, was durchaus meteorologische Gründe hat. Entweder er unterstützt eine Kältelage, die dann zu deutlichen Minusgraden führt oder eben das Gegenteil: Die Westdrift, die vom Atlantik deutlich zu warme Temperaturen bringt. Neuerdings kommen auch noch früher kaum vorhandene Südlagen mit ins Spiel.

2. Die Klimakatastrophe ist an den Februarwerten noch nicht zu erkennen im Sinne einer langen Reihe zu milder Monate. Lediglich die warmen Monate sind nicht mehr verhalten wie früher, sondern liegen gleich im Bereich 3+x über dem Mittel. Naturgemäß wird die Klimakatastrophe erst in den Monaten sichtbar, wenn der Sonnenstand so hoch ist, dass der Treibhauseffekt wirksam wird. Das erkennt man sehr gut auch in den Vergleichszahlen der Temperatur in den Jahreszeiten (siehe unten). Der Winter ist hier (noch) relativ losgelöst als Jahreszeit mit wenig Sonne, sodass sich der direkte Treibhauseffekt nicht steigernd auswirkt, sonder nur indirekt durch „Anzapfen“ südlich gelegener Restwärme. Der immer noch starke El Nino trägt sein übriges dazu bei, dass Wärme übermäßig aus dem Süden nach Norden bei ungünstiger Südwetterlage transportiert wird wie beispielsweise am 22.02.2016 mit Hitzerekordwerten in Bayern samt Föhneffekt.

Temperaturentwicklung in den jeweiligen Jahreszeiten:

Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

(1) Temperaturen im Februar 2016

Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur – wobei im Unterschied zu den letzten Monaten die Bandbreite der Unterschiede mit 1 Grad vom ersten zum letzten Platz sehr gering war. Da alle Bundesländer deutlich zu warm waren (auch nach ihrem regionalen Mittel: Bayern hat ein Februarmittel von unglaublichen -0,6 Grad,  das Saarland als wärmste Region von +1,6 Grad), sind alle rot markiert.

Platz 1: Thüringen 2,8 Grad
Platz 2-4: Hessen, Bayern und Sachsen 3,1 Grad
Platz 5 und 6: Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern 3,3 Grad
Platz 7: Rheinland-Pfalz 3,4 Grad
Platz 8-10: Niedersachsen, Baden-Württemberg und NRW 3,5 Grad
Platz 11 und 12: Saarland und Sachsen-Anhalt 3,6 Grad
Platz 13: Brandenburg 3,8 Grad

(2) Niederschlag im Februar 2016

Insgesamt notiert der DWD im deutschlandweiten Mittel 80 l/m2 statt der erwarteten 49 l/m2 und somit 158% des Regenmittels. Bereits der Januar 2016 lag deutlich über dem Mittel und wir erinnern uns: Die Vorhersagen über die Folgen der Klimakatastrophe lauteten bereits vor Jahrzehnten, dass von Frühling bis Herbst Dürren entstehen und im Winter statt Schnee massiv Regen fällt, analog dem Klima in Kalifornien (dort allerdings noch extremer).

Die einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen. Da alle Bundesländer mit mehr Regen als dem zu erwartenden Mittel beschenkt wurden, ist alles in optimistischem Grün gehalten.

Platz 1: Saarland mit 140 l/m (200% des regionalen Solls!)
Platz 2: Baden-Württemberg 105 l/m2
Platz 3: Rheinland-Pfalz mit 100 l/m2
Platz 4: NRW mit 95 l/m2
Platz 5-7: Hessen, Bayern und Schleswig-Holstein mit 85 l/m2
Platz 8: Niedersachsen mit 80 l/m2
Platz 9: Thüringen mit 75 l/m2
Platz 10: Sachsen mit 70 l/m2
Platz 11: Mecklenburg-Vorpommern 55 l/m2
Platz 12: Brandenburg 50 l/m2
Platz 13: Sachsen-Anhalt 45 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im Februar 2016

Die Sonnenscheinbelastung ist im Februar zwar immer noch relativ gering, steigt aber leider wieder merklich an, was man an der viel zu frühen Helligkeit am Morgen und der bereits viel zu spät einsetzenden Nacht frustriert bemerkt. Der Februar 2016 regulierte dies gottlob mit vielen Wolken, sodass am Ende ein Monat mit einer vernünftig niedrigen Anzahl Stunden der Folterlampe am Himmel herauskam: Statt 73 Stunden wurden es 60 Stunden – mehr als genug! Ein Lob an den Wettergott mit der Aufforderung, es bitte im Jahr 2016 so weiter zu handhaben! Trotzdem gab es einige regionale Unterschiede und durchaus Sonnenopfer-Bundesländer.

Die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern:

Platz 1-3: Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg mit 50 Stunden
Platz 4: Bayern mit 55 Stunden
Platz 5-7: Saarland 60, Rheinland-Pfalz und Sachsen mit 60 Stunden
Platz 8: Sachsen-Anhalt mit 65 Stunden
Platz 9-11: Niedersachsen, NRW und Brandenburg mit 70 Stunden
Platz 12 und 13: Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit 75 Stunden

Der Februar 2016 hat uns im Grunde genommen gezeigt, was ein guter Frühling wäre: Temperaturen um die 10 Grad, viel Wolken und viel Regen. Hoffen wir, dass es also optimistisch umgedeutet ein gutes Zeichen für den Frühling im Sinne der NOAA-Prognosen ist und nicht negativ als Ausfall des Winters und einer Fortsetzung der Klimakatastrophe im Herbst.

Möge der Frühling 2016 viel göttliches Nass bringen, damit die Deutsche Sahelzone nachhaltig aufatmen kann!
Möge der Frühling 2016 viel göttliches Nass bringen, damit die Deutsche Sahelzone nachhaltig aufatmen kann!




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  • cleopatra

    boa, bei uns sahs am Frühlingsanfang ganau so aus:

    [img]https://farm2.staticflickr.com/1468/25492369955_3af5d3feb4_z.jpg[/img]

    diese Aussicht gefällt mir viel besser (das war am Winteranfang):

    [img]https://farm6.staticflickr.com/5636/22121939462_526f94d469_z.jpg[/img]

    • Roland Günther

      für mich: traumhaft 🙂

      • cleopatra

        hehe, da ich am 1. und 2. zu Hause war, konnte ich die schöne Aussicht auch genießen….
        leider war schon absehbar, dass es zu baldigem Matsch und Murks führt und genauso wars dann auch am Donnerstag….

        Heute ist hier seit ganz langem der erste Tag, an dem die Sonne Dominanz übt.
        Sehr schön für mein weibliches Blümchengemüt, allerdings muss ich mich der Hausarbeit auch annehmen und in meiner Bude ist es trotz offenstehender Balkontür schon wieder viel zu warm…..
        muss auch langsam ans Schattieren denken; die Sonne dümpelt nicht mehr allzu lang recht aggressionslos rum…..

      • Auf so was warte ich jetzt seit dem 27.12.2014. Sagt eigentlich alles. Meine Tochter hat Rotz und Wasser geheult weil sie dieses Mal exakt 0 Schneetage hatte. Nur einen Ausflug in den Taunus für 2 Stunden brachte uns eine Ahnung, wie es früher mal war. Absolute umfassende Depression ist ein Wort das nicht mal annähernd die Gefühlslage in Tropenhessen beschreibt

        • cleopatra

          Du hast dein Töchterlein ja ganz in deinem Sinne, also antisofetischgläubig erzogen!! 😀

          wenn es auch nur ein kleiner Trost ist:
          Ich habe an euch gedacht, als es am Montag schneite und schneite und überhaupt gar nicht mehr aufhören wollte
          Die Autos oben auf der Straße fuhren auch endlich mal in der erlaubten 30er Geschwindigkeit; sonst rasen die morgens dort nur so mit 50 – 70 entlang und verunstalten mir den Morgen.

          • Nee habe ich nicht. Aber wenn ein Kind im TV und sonstwo sieht, dass es Schnee gibt und hat selbst in seinem ganzen Leben bisher 3 Tage Schnee mit Begeisterung erlebt, dann bleiben Tränen nicht aus. Meine Tochter mag auch Sonne und Sommer und so solls ja auch sein – sie ist eine eigene Seele, ein eigenes Leben, ein eigener Charakter und sie soll und muss eine eigene Meinung haben und nicht die Schablone meiner Vorstellungen sein, was hätte ich davon???

          • cleopatra

            War doch Spaß, kaltwetter!

            Ich glaube, das würde auch nicht funktionieren, ein Kind gegen Sonne, Schnee, Kälte, Wärme oder Gewitter zu konditionieren.
            Letztlich würden sich doch die eigene Natur und Vorlieben durchsetzen und die können sich auch mehrmals im Leben ändern.
            Als Kind war ich ganz schneeverrückt und verbrachte ganze Tage auf Abhängen und brach auch zweimal auf unserem eher wildwasserartigem Bach mit Schlittschuhen ein und kam dann triefend nass aber gkücklich zu Hause bei einer schimpfenden Mama an….
            Heute sehe ich bei Schnee eher die Nachteile der Mobilitätseinschränkung und morgens wegrutschen und so…..
            Wie warst du denn eigentlich als Kind drauf bezüglich Wetter?

          • Ich muss zugeben, dass mir der Sommer und die Hitze immer suspekt waren. Ich erinnere mich, dass ich in Strandurlauben mit meinen Eltern die Atmosphäre am Strand mit dem Rumliegen in der Brüllhitze furchtbar fand und immer sofort schlechte Laune bekam. Als ich Teenie wurde, habe ich mich dann immer in der Ferienwohnung eingeschlossen und die Rolläden runtergezogen wenn meine Eltern am Strand waren und mir vorgestellt, es sei endlich Herbst ^^
            Damals hat man das alles nicht reflektiert und sich nur gewundert, warum so viele Leute so hohl waren. Ich wollte immer lernen und lesen und meinen Horizont erweitern. Der Sommer störte mich extrem dabei, weil in der Hitze man kaum noch denken konnte. Und mir fehlte die gemütliche Kühlatmosphäre zum Lesen, wenn es draußen regnete und dunkel war und sich voller Wonne in eine Decke hüllte um im Bett stundenlang Fachbücher zu lesen.
            Insofern habe ich also offenbar immer einen Hang zum Kaltwetter gehabt und das hat sich – trotz zahlreicher Versuche, das zu ändern um allein das Leid im Sommer zu eliminieren – nie geändert.
            Schnee kannte ich damals zwar häufiger als heute, aber ich habe immer im Flachland gelebt. Mehr als 10 cm Schnee kenne ich also sowieso nicht. Aber wenn es geschneit hat, habe ich eher die kontemplative Atmosphäre, die Stille im Schnee und Nächte im Schnee geliebt. Selbst in Münster in der Unizeit beim Zeitungen verteilen (Nebenjob) von 3 bis 7 Uhr morgen habe ich die Stimmung über alles geliebt, selbst wenn ich doppelt so lange brauchte und des öfteren schmerzhaft gestürzt bin. Alles egal, Hauptsache Schnee.

          • cleopatra

            Das ist mal wirklich interessant, auch das eigene Verhalten und die Vorlieben zu reflektieren….

            Als Kind war ich nicht nur gerne im Schnee, ich liebte auch den Sommer bzw war ein absolutes Wasserkind.

            Ohne mich jetzt konkret erinnern zu können, denke ich, dass man sich als Kind intuitiv in der Mittagssonne einen schattigen Baum sucht oder verstärkt im kühlen Nass planscht (ich mochte größere Seen immer lieber als verchlorte, kleine Schwimmbäder)…..
            statt in der prallen Sonne zu braten.

            In der Teeniezeit hatte ich allerdings eine Grillphase, muss ich nun doch zugegeben!
            Da war der Urlaubstag versaut, wenn morgens schon Wolken aufzogen und ich nicht braten konnte *äääähm*

            Denke aber mal, das war nicht einfach nur grillen und braten um Grillhähnchenbräune zu erlangen, sondern auch eine Art Selbstbehandlung/-medikation… ich neige zu Stimmungsschwankungen und leichten bis mittleren Depressionen.

            Später hatte ich auch mal das Gegenteil, eine Vampirphase. DAs war „zufällig“ zu meiner Mainhattenbrüllhitzestadtmiefzeit.
            Ich verhängte alles, nicht nur wenns heiß war, und genoss die Stille meiner Wohnung. Wahrscheinlich auch ein Abgrenzungsverhalten, denn ich bin und bleibe ein Landei.

            Bei dir ist alles schön klar, deine Vorlieben und Neigungen und das passende Verhalten und Umgebung dazu….

            bei mir ist das (leider?) aus o.g. Gründen stets ambivalent…..
            Sonne ja gerne, aber nicht zu viel und überhaupt, nicht zu heiß.
            Schon im Babyalter brüllte ich und wollte selbst im tiefsten Winter raus, meine Oma (bei der ich die ersten Jahre verbrachte) stellte den Kinderwagen dann aus Verzweiflung in den in ihrem alten Haus recht kalten Flur.
            Also auch Vorliebe für kalt, frisch…..

            schwierig, schwierig!

            aber mal spannend, darüber nachzudenken, wie man so früher war und zu welchen Vorlieben kommt.

          • *g* spannend deine Wettererfahrungen! Und eine Vampirphase hatte ich auch lol aber eine echte, nicht diese heutige Pseudovampire, die mehr mit feuchten Teeniefantasien zu tun haben 😛

          • cleopatra

            Darf ich mir das so vorstellen, dass du des nachts auf die Pirsch gegangen bist und dir Opfer für den Blutschmaus gesucht hast? 😀

          • lol nur in Gedanken ^^ Beim Vampir faszinierte mich damals weniger die Blutfokussierung und der untote Charakter als vielmehr der Gedanke, dass die Nacht eine Schönheit besitzt, die der Mainstreammensch nicht begreift und dass eine auch optisch sichtbare Bindung zu unserem Universum und damit unserer eigentlichen Heimat nur nachts möglich ist. Auch die überlegene aristokratische Bildung beim Vampir fand ich im Vergleich zu eher grobschlächtigen Werwölfen sehr anziehend ^^

          • cleopatra

            aha, ich musste erst einmal die Dimensionen erfassen, in denen du beim Vampiren weilst…. 😉

            Ich hoffe mal, du hast keinen Hund, denn der würde mein gerade gewonnenes Bild nun wieder aus der Bahn werfen…. *g

            Ich glaube, ich weiß so ein bisschen, was du meinst… mit der Schönheit der Nacht.
            Wobei ich sagen muss, bei mir ist die totale Nachtaktivität der Dämmerungsaktivität gewichen. Interessanterweise.

          • Nein, einen Hund habe ich nicht, aber zwei ^^
            Bzgl. Schönheit der Nacht verweise ich besser auf meinen Artikel (dort im unteren Bereich), der das in aller Ausführlichkeit ausbreitet 😉 http://byjrdp.myraidbox.de/sommerfetischismus-in-deutschland-und-die-vergessene-schoenheit-der-nacht/

            Dämmerung ist für mich aber auch ok, vor allem die blaue Stunde, wenn die Sonne schon untergegangen ist und das Restlicht die Vorfreude auf die Nacht steigert und eine Unwirklichkeit verströmt, dass man sich in einer Halbwelt vorkommt.

  • Mal einen Tipp zu einer Seite rund um Geologie, also Vulkanismus, Erdbeben, Paläontologie etc. pp. von Leuten in Münster, die bildungsbegeistert sind und richtig geile Arbeit mit ihren Artikeln abliefern auf Facebook:
    https://www.facebook.com/GeoHorizon-853551448055360/

    Nein ich kriege keine Provision dafür ^^ Es ist nur sehr selten, dass man solche Kombination von genialen Infos, Bildungsbegeisterung und inhaltlichem Niveau trifft. So was gebe ich also dann auch gerne weiter zur eigenen Verfügung, wen’s interessiert 🙂

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