Februar 2017: Erreicht die globale Hitze bald wieder Hitzerekorde wie ein brennender Meteor?
Februar 2017: Erreicht die globale Hitze bald wieder Hitzerekorde wie ein brennender Meteor?

Die NOAA hat die Temperatur- und Klimadaten für den Planeten Erde im dritten Wintermonat Februar 2017 ausgewertet und veröffentlicht.

Der Anstieg des CO2 liegt zwar mal wieder unter 3 ppm, ist aber kein Trend, sondern lediglich eine Schwankung. © <a target="_blank" href="https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends_ch4/">NOAA</a>
Der Anstieg des CO2 liegt zwar mal wieder unter 3 ppm, ist aber kein Trend, sondern lediglich eine Schwankung. © NOAA

Seit Oktober 2016 gibt es in den globalen Zahlen der NOAA einen Stop der Hitzerekorde. Zwar hängt dies auch mit dem Ende des El Niño zusammen, der von Sommer 2015 bis Frühling 2016 wütete. In erster Linie allerdings führte der Waccy-Effekt zum Ausweichen der polaren Kaltluft auf die Kontinente, während die supererwärmte Arktis nicht oder nur teilweise berücksichtigt wurde.

Nun, wo sich der im September/Oktober bildende Polarwirbel allmählich auf natürliche Weise wieder auflöst, endet auch die „Waccy-Symptomatik“ von Hitze in der Arktis und kalten Kontinenten allmählich.
Der Februar 2017 zeigt bereits die ersten Tendenzen, dass die Wärme sich nun wieder über die gesamte Nordhemisphäre verteilt und sich steigert. Es scheint also tatsächlich sich so zu verhalten, dass mit dem Ende des Waccy-Effektes die üblichen Strukturen der Klimakatastrophe wieder etablieren. Möglicherweise könnte dabei sich auch ein Steigerungseffekt ergeben, der in einem solchen Fall zu einer wahren Klimahölle in den Sommermonaten führen würde. Doch dies muss zunächst abgewartet und beobachtet werden. Der wärmste März seit 2014 in Deutschland aktuell könnte jedoch ein Indiz sein, wenngleich er natürlich nur eine lokale Momentaufnahme darstellt.

Man beachte unbedingt bei den angegebenen Zahlen, dass
(a) das verwendete Mittel nicht der übliche Dreißigjährige Zeitrahmen ist (außer bei den Karten, wie angegeben), sondern das 20. Jahrhundert komplett als Maßstab verwendet wurde, also die Jahre 1901-2000.
(b) die beiden Regionen, in denen die stärkste Erwärmung auftritt, die Arktis und die Antarktis werden bei den Messungen und angegebenen Daten aufgrund nach wie vor fehlender Instrumente ausgespart. Die tatsächliche Erwärmung des Planeten ist somit noch (vermutlich deutlich) höher.
(c) dass die verwendeten globalen Zahlen aufgrund der Komplexität eines ganzen Planeten sich von der Realität zwar unterscheiden können, aber in der Tendenz korrekt sind.

Ergebnis: Der Monat Februar 2017 liegt global auf Platz 2 der heißesten Februarmonate seit Messungsbeginn.

Die Daten werden nach Landmassentemperaturen und Ozeantemperaturen unterteilt und lauten wie folgt:
Landtemperatur: +1.78 Grad über dem Mittel = Platz 2 aller jemals im Januar gemessenen Werte (bisheriger Rekord: 2.28 im Jahr 2016)
Ozeantemperatur: +0.69 Grad über dem Mittel = Platz 2 (bisheriger Rekord im Februar: +0.80 im Jahr 2016)
Land und Ozean somit: +0.98 Grad über dem Mittel = Platz 3 (bisheriger Rekord im Februar: +1.20 im Jahr 2016)

Die (rein statistische) Abkühlung der letzten Monate durch den Waccy-Effekt nähert sich allmählich dem Ende. Auch auf der globalen Karte ist Hitzesibirien ein deutliches Indiz, dass der Effekt der Südverlagerung der arktischen Kälte auf die Kontinente ein Ende gefunden hat. Wenn meine Theorie stimmt, müssten sich in den folgenden Monaten die Zahlen sukzessive steigern und spätestens im Sommer Hitzerekorde kommen, die das Jahr 2016 deutlich übertreffen werden. Denn die Klimakatastrophe kann nur angesichts der nach wie vor steigenden Treibhausgase (nicht nur CO2, sondern auch Methan und Stickstoff) sich ausschließlich in eine Richtung entwickeln: In eine unkontrollierte, sich selbst beschleunigende globale Katastrophe.

Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat Februar; © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201702">NOAA</a>
Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat Februar; © NOAA
Globale Temperaturentwicklung Nördliche und Südliche Hemisphäre im Monat Februar; © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201702">NOAA</a>
Globale Temperaturentwicklung Nördliche und Südliche Hemisphäre im Monat Februar; © NOAA

Frühling gabs 1917, aber 2017 braucht man im Glühling andere Dinge …

Temperaturverteilungen auf dem Planeten

Die Hitze in Sibirien zeigt überdeutlich, dass der Waccy-Effekt mit Beginn der Überschreitung einer gewissen Schwelle des Sonnenstandes beendet ist!
Der „kalte Fleck“ im Atlantik südöstlich Grönlands, den viele für eine Abschwächung des Golfstroms gehalten haben, ist zum ersten Mal seit Jahren völlig verschwunden. Die Vermutung liegt nahe, dass möglicherweise auch hier die Kälte des Waccy-Effektes eine Ursache sein könnte. Oder dass die ungewohnt sehr warme Ostküste der USA Auswirkungen haben könnte – dies würde aber bedeuten, dass der „Kalte Fleck“ doch keine Folge der Grönlandschmelze wäre, sondern nur von den Wasseroberflächentemperaturen, die von Kanada und USA stammen, beeinflusst wird.
Neueste Erkenntnisse der internationalen Forschung deuten aber trotzdem auf einen tatsächlichen Zusammenhang mit der Schmelze des Grönlandeises (die naturgemäß im Winter nicht vorhanden ist)! Siehe hierzu den aktuellen Bericht zur Forschungslage: Der „Kalte Fleck“ im Atlantik – Neuigkeiten von der Forschungsfront.
Der „kalte Fleck“ wird uns also auch weiterhin beschäftigen und bleibt ein ungeklärtes Rätsel.

Der völlig überraschende (moderate) El Niño in den Zonen 1+2 an der Küste (nicht auf dem Zentralpazifik in Zone 3.4!), den wir aktuell erleben, deutet sich in den globalen Februarkarten bereits an. Dass dieser EP (Eastern Pacific = Küsten-)El Niño ursächlich für die Zunahme der globalen Hitze ist, muss man eher negativ einordnen. Zum einen kann er nicht so schnell im Februar sich global auswirken und zum zweiten ist er bei weitem nicht so stark wie der 2015er El Niño. Ursächlich für die Hitze ist also weit eher das Ende des Waccy-Effektes zu sehen.

Bitte beachten: Die hier dargestellten Veränderungen beziehen sich auf die Klimakatastrophenjahre 1981-2010 und nicht auf das Mittel 1901-2000, um deutlich zu machen, ob sich die Klimakatastrophe weiter verschärft oder sie abklingt. Das bedeutet: Allein um einen Vergleich zur Zeit vor dem Start der beschleunigten Klimakatastrophe zu erhalten, muss man für globale Verhältnisse etwa +0.2 bis +0.3 Grad dazuzählen. Die hellblauen Flächen würden sich damit ebenfalls in den roten Bereich verändern.

Verteilung globaler Temperaturanomalien im Februar 2017, © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201702">NOAA</a>
Verteilung globaler Temperaturanomalien im Februar 2017, © NOAA

Klima-Höhepunkte

In der Grafik der NOAA zeigen sich im Februar 2017 dank WACCY (Effekt der warmen Arktis und kalten Kontinente) verhältnismäßig viele kalte Gebiete.

1. Zu heiße Regionen: Hier sind vor allem die USA mit dem mittleren Westen, Kanada, Südamerika, Afrika, Asien, Ost-Australien. Kurz: Die gesamte Welt.

2. Zu kühle Regionen:
 West-Australien.

3. Zu nasse Regionen: Fidschi-Inseln.

4. Die Lage an den Polen verschärft sich dramatisch: In der Arktis ebenso wie in der Antarktis (Sommerperiode) verzeichneten die Messungen erneut einen Rekordniedrigstand des Meereises seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1979.

Bei der Diskussion, ob die NOAA-Zahlen letztlich exakt richtig sind oder nicht, zeigen auch alternative Messungen nur eines: Die Richtung geht nach oben. Die klimatischen Folgen sind auch jenseits der Zahlendiskussion offensichtlich. Ob wir dabei bereits einen globalen Kipppunkt überschritten haben (und die Zahlen tatsächlich noch schlechter sind, als wir derzeit messen können) oder ob es doch noch wie einst angedacht bis 2030 Zeit bleibt, etwas gegen die Klimakatastrophe zu unternehmen, wird sich wohl letztlich erst im Rückblick nach Jahren final bewerten lassen. Allerdings könnte es dann bereits lange zu spät sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute, © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute. Der Mensch existiert erst seit max. 1 Million Jahren (im blauen Bereich – wir sind Wesen der Eiszeit, die aktuell in Dinosaurierverhältnisse katapultiert werden und dabei zusammenbrechen werden), © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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  • Micha Bunsen

    Wieder einaml ein sehr ernüchternder Ausblick auf das was uns erwarten wird in den nächsten 6 Monaten.
    Klasse recherchoert von Dir, aber das Ergebnis gefällt keinem.

    Hier mal ein Trostpflaster für Dich Chef, vielleicht hast Du dann ein Ziel vor Augen, auch wenn es nur 9 Tage wären:

    https://www.berge-meer.de/angebote/island-mit-dem-mietwagen-entlang-der-suedkueste?utm_source=Mairdumont&utm_medium=Display&utm_content=AdBundle_Mietwagen_Island&utm_campaign=Spezialthemen2017&ia-pkpmtrack=100-2393735313236323131303-251-295-877

    • *g* Island ist immer geil (wenngleich ich eher die nördlichen Regionen und den Osten der Insel bevorzugen würde, Südisland ist ja wie für Sofeten. Zu warm ^^). Aber weil ich meine Hunde nicht mitnehmen kann, wird Island wohl ein Traum bleiben, dafür hängt mein Herz einfach zu sehr an meinen Vierbeinern. Sie könnten das nicht verstehen und ich würde dauernd an sie denken. Genausowenig könnte ich meine Tochter „in Pension“ geben und dann in Urlaub fahren. Geht gar nicht. Aber unerfüllte Träume sind für Schriftsteller ohnehin immer der Paradequell von Inspiration und Kreativität gewesen, insofern alles gut. Ich bin niemand, der um jeden Preis irgendwelche Träume erfüllen muss.

  • Peter

    Sollte nicht im ersten Satz statt Jänner -> Februar stehen?

    Bei uns (Niederösterreich) sind die letzten 30 Tage um fast 4 Grad (Durchschnitt!) zu warm und das im „falschen“ Mittel bis 2010!!!!! Abartig!

    • Jep, ist noch von der Vorlage des letzten Klimaberichts reingerutscht. Danke für den Hinweis, ist bereits korrigiert!

  • Leon

    Zuallererst wieder einmal ein super Bericht (zumindest vom Inhalt, von dem Wetter jetzt mal abgesehen…)!
    Ich werde ja nun auch erst 16 Jahre alt, aber mich interessiert dies hier genauso wie euch Erwachsene. Und mich regt es jedes verdammte Mal auf’s neue auf, wenn ich merke, wie mal wieder nichts, aber auch gar nichts gegen die Umwelt (und damit gegen die Klimakatastrophe) getan wird. Innerlich raste ich aus.
    Ich habe heute mal probeweise meine Eltern gefragt, was sie denn denken, wie warm oder kalt der März 2017 (in Hamburg) bisher war. Mein Vater: Durchschnitt. Meine Mutter: Leicht zu mild (0,5 Grad meinte sie). Das fand ich extrem traurig und erschütternd zugleich. Dabei war der März 2,3 Grad zu warm… Zuletzt habe ich auch noch mit meinem Opa über das Wetter gesprochen. Irgendwann meinte ich, dass ich Schnee, Kälte und allgemein Winter haben möchte. Seine Antwort: „Ja den Mist haben wir zum Glück in den letzten Jahrzehnten hier abgeschafft.“ Dafür hätte ich ihm echt eine klatschen können.
    Das zeigt mal wieder, dass es die Menschen so ein Wetter als ganz normal ansehen und damit logischer Weise nichts gegen die Klimakatastrophe machen müssen (in deren Augen).

    Ich freue mich auf kommende Artikel von dir und weiß echt nicht mehr was man dazu noch schreiben könnte, aber ich bin der festen Überzeugung, dass die Menschheit sich auf jeden Fall schon jetzt selbst vernichtet hat. Der Rest passiert später ganz von alleine…

    • Meine Mutter klagte heute Vormittag im Auto so oder so ähnlich: „Ist das kalt heute….ist ja wie Winter….“ ( das Autothermometer zeigte 6,5 Grad ). Darauf ich: “ Tja das sind ganze 2 Grad überm Mittel…also 2 Grad zu warm“ ( 6,5 Grad sind streng genommen sogar 2,5 Grad überm Mittel vom Raum Braunschweig )
      Also da kann ich auch mit den Augen rollen…

      Gäbe es die zahlreichen Messdaten und Seiten wie die von Bernd Hussing nicht, wüsste ich ( mit meinen ebenfalls 15 Jahren ;)) ehrlich gesagt auch nicht, dass der März doch sooo mild ist. Denn im Vergleich zu anderen sehr milden Märzmonaten wie 2014 oder 2012 gab es bei uns in diesem März kaum Tage über 14 Grad ( wobei Ende März ja noch viele kommen ), dafür aber vergleichsweise hohe Nachtwerte ( also kaum Frost ), was das Mittel doch massiv anhebt. Der recht ordentliche Niederschlag sorgt auch für einen nicht allzu milden Eindruck. 2014 oder 2012 gab es zwar deutlich höhere Höchstwerte, aber dafür noch viele relativ kalte, auch frostige Nächte und auch mehr Sonne…

      • Leon

        Ja da hast du Recht. Aber selbst wenn ich diese Daten nicht hätte, würde mir persönlich schon auffallen, dass es zu warm ist. Es hat bei uns im März einmal geschneit, und zwar heute früh (Flachland, aber trotzdem ist es noch immer Winter). Und diese milden Temperaturen + den Regen deuten nun mal auf Westdrift hin. Wenn es, wie wir’s auch schon hatten, sonnig und verhältnismäßig warm ist, weiß man, dass es eher eine Süd- bis Südwestlage ist.
        Also an den Sachen könnte man denn schon erkennen, ob es zu warm oder zu kalt ist. Allerdings gebe ich dir Recht, dann wird es nämlich ziemlich schwierig zu sagen, ob und wie warm es nun war.

    • Rob Dukes

      Ein Super Bericht, brilliant geschrieben wie immer!

      Ich nerve mich seit Jahren, dass nichts unternommen wird.
      Ich fahre nicht Auto und fliege nicht!
      Man müsste einmal einen Anfang machen und z.b. weniger Auto (und Spass Motorrad) fahren.
      (oder halt unbequem; Treibstoff UND Kerosin endlich verteuern)

  • MINDERQUEST

    Moin! Habt ihr mich vermisst 😉

  • Danke, schöner Artikel ! Die NOAA – Karten finde ich auch immer wieder aufs Neue erschütternd….fast alles ( kräftiges ) rot…kaum ( meist sehr helles ) blau…

  • Leon

    sehr schöner Artikel!
    bin wirklich gespannt in welche Richtung sich der El Nino entwickelt und wann wir den ersten Sommertag kriegen.
    Sollten es laut GEM am Wochende bis 24 Grad werden, ist die 25 auch nicht weit und wir hätten Anfang Frühling schon den ersten Sommertag

    • Geht in die Richtung meiner grundlegenden Theorie, dass das Klima sich in Hitze von April bis Ende September und mehr Winter durch Waccy-Effekt spaltet und so radikalisiert. Aber müssen wir über die Jahre weiter beobachten.

  • Andreas

    Sehr gut geschriebener, informativer Bericht und, wie schon
    mehrfach angemerkt, beängstigend zugleich.

    Es scheint mir, dass der Weg, auf dem die Menschheit
    schreitet, immer schmaler wird. Abgründe tun sich links und rechts des Weges
    auf. Im Gegenzug werden die Scheuklappen proportional immer größer, die uns
    Medien, Industrie und Politik verkaufen wollen. Bis unser Weg irgendwann mal
    zur Sackgasse wird…

    Was muss erst passieren, bis das da oben ankommt? Ganz im
    Gegenteil, die großen Nationen wetzen schon die Messer und warten doch nur darauf,
    dass das Eis der Arktis endlich schmilzt, um an die dort lagernden Öl- und
    Gasvorräte heranzukommen…

  • Leon

    Michael hast du das heute gelesen das in Serbien und Bosnien bis zu 28 Grad waren?
    Das passt sehr gut zu diesem Artikel, da die Einschläge tatsächlich immer näher kommen.
    Jetzt ist es schon Südost Europa

    • Jup, ich beobachte die Lage genauestens. Es scheint so zu sein, dass sich wie 2015 im Sommer wieder diese „Brandherde“ entwickeln: lokale Hitzezentren, als ob jemand einen Bunsenbrenner draufhalten würde. Ist aber schwer nachzuweisen, ob das jetzt El Nino ist oder die „normale“ Entwicklung nach dem Ende des Waccy-Effektes.
      In Spanien gabs vor kurzem ja schon 35 Grad …
      Noch heftiger finde ich die Entwicklung in Sibirien, das durch den Waccy-Effekt regionale Rekordkälte hatte im Winter: Jetzt 20 (!!) Grad über dem Mittel. Da freut sich der Permafrost und das Methan wird wieder ein paar Riesenlöcher in den Boden reißen und die Klimakatastrophe füttert sich damit selbst …
      http://wetterkanal.kachelmannwetter.com/extreme-temperaturabweichungen-in-sibirien/

      • Der Climate Reanalyzer zeigt das in erschreckender Klarheit (Mittel sogar „Klimakatastrophenmittel 1979-2000“): http://pamola.um.maine.edu/fcst_frames/GFS-025deg/DailySummary/GFS-025deg_WORLD-CED_T2_anom.png
        (c) http://cci-reanalyzer.org/wx/DailySummary/#T2_anom

        • Leon

          au man das ist wirklich heftig! Vorallem bei dem warmen Mittel :ooo

          Und mittlerweile ist ja auch klar das das Arktiseis seinen „Höhepunkt“ bei 13,88 mio Quadratkilometer hatte. Aktuell wieder eine Hitzewelle und nun ist es naturgemäß am tauen und schon wieder bei 13,60mio !! das ist extrem wie schnell das geht.

          • Genau. Ich bin auf die Daten der NSIDC gespannt, wie die Kurven verlaufen werden. Ist irgendwie als beobachte man als Augenzeuge den Frontalcrash von 2 Sattelschleppern. Bei 120 km/h. Auf einer brennbaren Bambusbrücke 😛

          • Leon

            das trifft den Nagel auf den Kopf.
            Aber es ist, wenn man auf die Karte guckt die du grade gezeigt hast, wirklich erstaunlich wie abrupt WAACy zu ende geht. Nurnoch Nordost Amerika scheint noch etwas abzukriegen

          • Jep, genau so hatte ich das befürchtet und vorausgesehen …

          • Leon

            traurig das ich in solchen Zeiten den hut vor dir ziehen muss.
            Es ist eine Kunst aus all den Modellen und der Erfahrung so etwas zu sehen. Das lernen und warten hat sich bei dir gelohnt!

          • Danke, aber ist ja nicht meine eigene Leistung. Ich zähle nur 1+1 aus den verfügbaren Daten zusammen und verschmelze die Theorien, die ich von anderen habe 😉 Glücklich macht Wahrheit aber leider selten, wie man sieht.

          • sehe gerade die NSIDC ist nicht faul. Schon jetzt gehen die Kurven in den freien Flug über…
            https://uploads.disquscdn.com/images/81e3916afb94134b5b01bf959cb420508b1d979a286bacb4ee78b76ca9b9b700.png
            (c) https://nsidc.org/arcticseaicenews/

          • Leon

            jap, ich glaube das hatte ich bei Kachelmann gesehen.
            Überleg mal, der Unterschiet zum mittel beträgt 500.000 Quadrat kilometer!!! das ist eine Hausnummer

          • Leon

            oder noch schlimmer: der Unterschied zu 2011-2012 beträgt fast genauso viel! in 5 Jahren 500.000. meine fresse

          • Was machen wir eigentlich, wenn die Rückkopplungsbeschleunigung den Wert auf 6 Mio. Quadratkilometer drückt…? ^^

          • Leon

            stimmt, die Rückkopplung… die vergesse ich manchmal sogar.
            Grausame aber interessante Zeiten die Folgen. Manchmal würde ich das alles lieber in einem Film sehen als real erleben

          • Da stimme ich dir voll zu. Manchmal denke ich, ich träume das alles. Einen gewaltigen, zyklopischen Lovecraft-Alptraum…. man muss sich das mal vorstellen. Selbst in den anderen Warmzeiten der Erde dauerten solche Prozesse tausende von Jahren. Und wir erleben gerade… ja was eigentlich? Die Explosion unseres Planeten durch einen klimatischen Wahnsinn? So ungefähr. Aber vermutlich wird es „nur“ uns hinwegfegen. Über die Geschwindigkeit wage ich keine Spekulation mehr. Wenn die Entwicklung wie bei einem Eiswürfel in der Sonne erfolgt (erst ganz langsam, dann beschleunigte Schmelze) und innerhalb 10 Jahre wir vor dem Aus stehen würde mich das auch nicht mehr wundern, wenngleich ich denke, es wird bis 2100 dauern.

          • Leon

            richtig, das ist ein Albtraum aus dem es kein Entkommen gibt, wobei wir nicht wissen was nach dem Tod, dem „aufwachen“ ist.

            Ich glaube es wird schon in den 2060ern so weit sein, wenn ich ein Greis bin und meinen vielleicht Enkelkindern geschichten über diese Konversationen hier erzähle, mit Leuten die das richtige wollen und denken, aber keine Chance haben großflächig dinge zu verändern

          • Möglich. Ich halte es aber immer noch für möglich, dass WENN sich die Menschheit der Gefahr bewusst würde, wir zu Großem fähig sind, vor allem beim Reparieren von (unseren) Fehlern ^^
            Stell dir vor, was wir anstellen könnten, wenn sich alle Energie der Menschheit statt auf Kriege und zum Mars fliegen (was ich für existentiell wichtig halte!) auf die Bekämpfung der Klimakatastrophe und die Änderung unseres Denkens (wenn das überhaupt möglich ist) konzentrieren und fokussieren würde. Ich bin sicher, das wird durch den Druck der Ereignisse irgendwann kommen. Dann wird’s richtig spannend.

          • Leon

            ja, das stelle ich mir auch immer vor. Was wäre wenn man rausgeschmissenes Geld für Kriege oder die Börse und die Gesamte Forschung in diese Richtung bringen würde?
            Ich habe sehr oft die gleichen Fragen wie du, komme aber oft zu dem Ergebnis, das die Menschheit endlich zum Symbionten statt zum Verbraucher werden sollte. Das meinte glaube ich mal so ein bekannter Forscher.
            Und es stimmt, die Natur ist zwar auf Wettkampf und überleben ausgelegt, aber trotzdem immer in einem sich selbst generierendem Maße.

            Wir müssen lernen das Ökonomie auf langtrist nur mit Ökologie funktioniert. Und wir werden das lernen, nur viel zu spät fürchte ich

          • Oh, die Apokalypse kann ein wunderbar strenger Lehrer sein ^^
            Aber als Historiker weiß ich, dass nichts adhoc geht. Es gibt Theorien, die besagen, dass wenn die Menschheit das 21. Jahrhundert überlebt, sie eine gewisse Schwelle überschreiten wird, sich grundlegend ändert (Stichwort Genetik und Klonen, Kybernetik und Künstliche Intelligenz) und Millionen Jahre existieren könnte. Das hört sich zwar einerseits ein wenig nach romantischer Technikverklärung an, könnte aber auch ein Teil der Evolution unserer Spezies sein. Wir denken immer, wir stehen außerhalb der Evolution und maßen und an, Gott zu sein, aber das sind wir nicht. Die Möglichkeiten und das Potential ist somit nahezu unendlich. Verhindern können wir das nur mit unserer Dummheit. Schaun mer mal ^^

          • Roland Günther

            So inhuman das klingt und schon so oft in Science Fiction Filmen/Büchern beschrieben, wir rotten uns selber aus, so wie sich eine Überpopulation in der Tierwelt durch Seuchen/Epedemien/Revierkämpfe wieder gesundschrumpft wird es auch der Menschheit gehen und das sehe ich nicht durchs Fernglas in weiter Ferner sondern ich werd das wohl auch noch erleben (müssen)…
            Es wird sich die Menschheit durch die Klimakatstrophe dezimieren und im Kampf um die übrigbleibenden Ressourcen und überlebensfähigen Klimazonen. Und da diese immer weniger werden, wird der Kampf darum immer härter und rücksichtsloser werden. Schon seit Jahren sichern sich Großkonzerne wie Nestlé die Überlebensressourcen wie z.B: Trinkwasser um ihre Profite ins Unermessliche zu steigern. Dann gibt es nicht nur Kriegs-und Wirtschaftsflüchtlinge sondern auch Klimaflüchtlinge, die mit allen Mitteln ums nackte Überleben kämpfen werden (und in die überlebenstauglichen Restzonen der Erde fliehen wollen) und es wird den Teil Menschheit im noch überlebensfähigen Rest der Welt geben der sagt „das Boot ist voll“ und seinen Wohlstand mit allen Mitteln verteidigen wird. Diese menschliche Verhaltensweise ist übrigens sehr schön beschrieben im Thriller von Mark Elsberg „Blackout“. Ein empfehlenswertes Buch übrigens (auch so eine nicht mehr weit entfernte menschgemachte Chaosvorhersage)…

          • Roland Günther

            Übrigens als Ergänzung zum Buch- es gibt einen engen zeitlichen Zusammenhang zwischen dem Erscheinen des Buches und der nachfolgenden Änderung der Vorschriften/Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ….

          • Mir steht bei dem Betrachten der Daten eigentlich laufend der Kiefer offen. Sieht ziemlich bescheuert aus, aber da ich zur Spezies Homo sapiens gehöre, die das alles verschuldet, habe ich das wohl auch verdient ^^

  • Die Forschung bestätigt die bisherige Entwicklung des Grauens: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-21290-2017-03-23.html
    Wobei der Winter 2016/17 alles andere als nass war, sondern eine Trockenhölle jenseits aller Vorstellungen.