© Marcus Quigmire auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0, hier: Hebel eingefärbt, Bild beschnitten
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Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im zweiten Wintermonat Januar 2016 veröffentlicht (Deutschlandwetter im Dezember (DWD)).

Der Januar 2016 war ein Monat der Kontraste. Mit Phasen von Rekordwärme und mit einem erstaunlichen Wintereinbruch, mit Kälte im Norden und Osten und nach wie vor endlosem Nichtwinter im Südwesten. Dazu kamen große Unterschiede in den Niederschläge: Im Südwesten nach erschreckender Dürre 2015 für 10 Monate jetzt deutlicher Regen (und Wärme) über dem Mittel, seltsamerweise trotzdem mit zu viel Sonne, wie auch im Osten durch die meridionale Ostkältelage mit Hochdruck und oft nur mit wenig Schnee.

Die Karten spiegeln die Kontraste wieder (die Werte unterscheiden sich geringfügig von den „offiziellen“ DWD-Daten, da hier andere Messstationen vermutlich ausgewertet werden. Insgesamt aber dennoch die beste frei verfügbare Datendarstellung):

Temperaturkarte Deutschland Januar 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Temperaturkarte Deutschland Januar 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Niederschlagskarte Deutschland Januar 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Niederschlagskarte Deutschland Januar 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Sonnenscheinkarte Deutschland Januar 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Sonnenscheinkarte Deutschland Januar 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Der Monat Januar 2016 war in Deutschland 1,7 Grad zu warm

Ein zu warmer Monat – wen wundert’s? Um einmal das Ganze in Relation zu setzen, schauen wir uns doch einmal die Januar-Werte der letzten Jahre an. Die Mitteltemperatur für Januar beträgt im Mittel 1961-1990 -0,5 Grad Celsius. Die Abweichungen von dieser Temperatur lauten:

Januar 2015: +2,7 Grad
Januar 2014: +2,6 Grad
Januar 2013: +0,7 Grad
Januar 2012: +2,4 Grad
Januar 2011: +1,5 Grad
Januar 2010: -3,1 Grad
Januar 2009: -1,7 Grad
Januar 2008: +4,1 (!) Grad
Januar 2007: +5,26 (!) Grad
Januar 2006: -2,1 Grad
Januar 2005: +2,5 Grad

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagestemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 16 Grad 19 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 6 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 9 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland, Wetterkontor.

Wir sehen an den Zahlen vor allem 2 Aspekte:
1. Der Januar kennt keine Normalität, was durchaus meteorologische Gründe hat. Entweder er unterstützt eine Kältelage, die dann zu deutlichen Minusgraden führt oder eben das Gegenteil: Die Westdrift, die vom Atlantik deutlich zu warme Temperaturen bringt.

2. Die Klimakatastrophe schreitet voran und bestätigt die Prognosen der Klimaforscher, dass es bald in Deutschland keinen Winter mehr geben wird und keinen Schnee. Seit 2010 gab es nur noch zu warme Januarmonate, sechs Stück an der Zahl … zwar gab es auch Anfang der Siebziger Jahre einen 8er Mildwinterblock, aber ich vermute, dass die Ursachen für die jetzige Flaute auf klimatisch anthropogenen Gebiet liegen.

Warum die Klimakatastrophe die Temperaturen bei Wärme immer nach oben treibt, das haben wir vor kurzem gesehen, als die abnormen Temperaturen aus Süden zu uns gelangten. Waren früher diese warmen Temperaturen deutlich niedriger, so wird jetzt durch den Treibhauseffekt und die globale Erwärmung das Ausmaß der Wärme gesteigert und so natürlich auch die Mitteltemperaturen deutlich in die Höhe getrieben. Tendenz: Sprunghaft steigend, Jahr für Jahr, da die Werte des CO2 und die Temperaturen aktuell einen galoppierenden Effekt der Klimakatastrophe vermuten lassen. Mit anderen Worten, um es in aller Deutlichkeit klarzumachen: Betrug früher die Erwärmungsrate 0,1 Grad global pro Jahrzehnt, sind es nun 0,2 Grad (oder mehr) und statt dass wir eine Abkühlung oder zumindest eine Stagnation erreichen, wird die Erwärmungsrate in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach außer Kontrolle geraten mit 0,3 Grad pro Jahrzehnt Erwärmungszunahme, dann 0,4 Grad und so weiter. Bis die absolute Erwärmung die 1,5 bis 2,0 Grad global erreicht, an dem die Klimatologischen Kipppunkte die Sprünge weiter verschärfen und die Klimakatastrophe für die Menschheit irreparabel und existenzbedrohend geworden ist.

Trotz dieser bedrohlichen Aussichten können wir immerhin eine Kältephase im Januar 2016 abgesehen vom Südwesten und äußersten Westen Deutschlands verbuchen.
Das Ganze fing bereits über eine Ostlage zu Beginn des Monats an, die ausschließlich dem Osten Minustemperaturen und Dauerfrost brachte. Die zweite Welle führte die Ostlage fort und bescherte Winterglück auch dem Norden, der Mitte und dem Süden Deutschlands – mit Ausnahme der bedauernswerten am Oberrhein (Dreieck Mannheim, Darmstadt, Mainz) und dem äußersten Westen.
Es fällt mir zugegeben, schwer, Jubelstürme zu äußern, weil die Bitterkeit, als nahezu einziger keinen einzigen Schneetag erlebt zu haben, während ganz Deutschland in Jubel ausbrach, doch sehr stark war.

So sah es zumindest zeitweise in vielen Teilen Deutschlands aus im Januar 2016
So sah es zumindest zeitweise in vielen Teilen Deutschlands aus im Januar 2016

(1) Temperaturen im Januar 2016

Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur – wobei im Januar 2016 eine große Bandbreite, sowohl geografisch wie auch zeitlich auftrat. Der große Verlierer war wie immer der Südwesten und dieses Mal auch der (äußerste) Westen.

Platz 1: Mecklenburg-Vorpommern -0,6 Grad
Platz 2: Brandenburg -0,4 Grad
Platz 3: Sachsen 0,1 Grad
Platz 4 und 5: Bayern und Sachsen 0,5 Grad
Platz 6: Thüringen 0,6 Grad
Platz 7: Schleswig-Holstein 0,7 Grad
Platz 8: Niedersachsen 1,3 Grad
Platz 9: Hessen 1,7 Grad
Platz 10: Baden-Württemberg 1,9 Grad
Platz 11: Rheinland-Pfalz 2,5 Grad
Platz 12: Saarland 2,6 Grad
Platz 13: NRW 3,1 Grad

(2) Niederschlag im Januar 2016

Insgesamt notiert der DWD im deutschlandweiten Mittel 82 l/m2 statt der erwarteten 61 l/m2 und somit 135% des Regenmittels. Der Großteil des Niederschlags betraf den viel zu warmen und schneefreien Westen und Südwesten und bestätigt damit die Klimaprognosen, dass es in einigen Jahrzehnten klimatisch eine Art abgemildertes Kalifornienklima gibt: -50% Niederschlag von Frühling bis Herbst und im Winter dann Regengüsse. Dieses Klima wird nach den Prognosen das normale Klima, das wir kennen, ablösen und nichts anderes haben wir ja seit 2 Jahren erlebt.

Die einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen, wobei das im Winter relativ zu sehen ist – immerhin ist es ein großer Unterschied, ob der Niederschlag letztlich als Schnee oder als Regen fällt.

Platz 1 und 2: Baden-Württemberg und Saarland mit 130 l/m2
Platz 3: Bayern mit 100 l/m2
Platz 4: NRW mit 95 l/m2
Platz 5: Rheinland-Pfalz mit 90 l/m2
Platz 6: Hessen mit 80 l/m2
Platz 7: Niedersachsen mit 75 l/m2
Platz 8 und 9: Schleswig-Holstein und Thüringen mit 60 l/m2
Platz 10 bis 12: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen mit 50 l/m2
Platz 13: Sachsen-Anhalt 45 l/m2

Lediglich Schleswig-Holstein und Thüringen lagen unter dem Niederschlagsmittel ihrer jeweiligen Region (da hier die Liste nach absoluten und nicht regionalen Zahlen geordnet wird, kommen sie trotzdem nicht auf den letzten Platz).

(3) Sonnenscheinbelastung im Januar 2016

Die Sonnenscheinbelastung ist im Januar traditionell wunderbar gering – etwas, das uns auch die Klimakatastrophe uns niemals wird nehmen können! Der Januar 2016 brach leider Gottes mit dieser Tradition (im Rahmen der astronomisch gegebenen Möglichkeiten) und verbuchte deutschlandweit 48 statt 44 Sonnenstunden im Mittel und damit 10% mehr als normalerweise.
Wieder war dieses Mal der Norden von Hamburg bis Ostfriesland, dazu auch noch mit den Temperaturen im Vorteil obwohl sonst die warme Nordsee eigentlich das Gegenteil bewirkt – ein unglaubliches Klimajahr für den Norden, man kann es nur immer wieder wiederholen. Ein Bewohner Norddeutschlands, d.h. vor allem Ostfrieslands, hat im Grunde eine völlig andere Wahrnehmung vom Klima als jemand im Südwesten gehabt und zwar um etliche Dimensionen. Ostfriesland, der Rettungsbunker vor der Klimakatastrophe und der Südwesten als unerreichbares Höllenlager ohne Schnee und mit Brutalhitze im Sommer jenseits aller Vorstellungen.

Die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern:

Platz 1 und 2: Schleswig-Holstein und Hessen mit 40 Stunden
Platz 3 bis 6: Niedersachsen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Sachsen mit 45 Stunden
Platz 7 bis 10: Thüringen, Brandenburg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern mit 50 Stunden
Platz 11 bis 13: NRW, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mit 55 Stunden

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  • jojo

    Ich könnt mich nicht beklagen hier in Ostbayern auf 350m.
    -0,64 Grad und 17 Schneetage im Januar, das war schon deutlich schlechter Leute.

    • Ja bei dir. Im Westen und Tropenhessen auf 90 Meter 0 Tage 0 cm. Das war schon deutlich besser ^^

    • Eisbär

      Also ich in Sachsen auf 200m habe schon deutlich bessere Januare erlebt. So mit vier Wochen Schnee und Dauerfrost, statt im Mittel 0,1°C und gerade mal so 12 Schneetagen, die auch noch von Mildsiff unterbrochen wurden. Aber ja, es war auch schon deutlich schlechter. Nach dem letzten Dezember sinken die Ansprüche halt deutlich. Aber wenn ich daran denke, dass jetzt bald wieder Frühling und Sommer vor der Tür stehen, ohne, dass es eine anständige Wintererholungspause gegeben hätte, dann kann ich gar nicht soviel essen, wie ich wieder auskotzen möchte.

  • Sandra Ditt

    So ich mache dann mal Kaltwetter Konkurrenz und habe mich intensiv, unter Ausnutzung aller Hilfsmittel, mit dem kommenden Wetter beschäftigt! 🙂 Leider muss ich euch sagen, es sieht nicht gut aus….der Frühling kommt! Habe euch den „Kontrolllauf“ angehängt 😉 ^^

    • lol nun… es passt zum intellektuellen Niveau der USA, wo Schulkinder noch glauben, Hitler sei unser Kanzler ^^

  • Autumn

    So sah es keinen einzigen Tag in BaWü aus ;( dafür aber pisswarme 13°C.

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