Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im zweiten Sommermonat (schreckliches Wort!) Juli 2016 veröffentlicht: Deutschlandwetter im Juli 2016.
Mit 1,7 Grad zu warmen Temperaturwerten im Mittel war der Juli 2016 ebenso wie der vorangegangene Juni (+1,6 Grad) deutlich zu warm. Die Temperaturen zeigten sich dabei nicht mehr auf den Kopf gestellt wie noch im Frühjahr, wo es dem Südwesten und Süden gelang, an die Temperaturen des Nordens heranzukommen und teilweise sogar geringfügig niedriger zu sein. Statt dessen erlebt vor allem der Südwesten bis in einer Linie hoch zum Osten einen Hitzetag nach dem anderen, eine Tropennacht nach der anderen ohne auch nur 1 Stunde einer Abkühlung unter 20 Grad und Tagestemperaturen von zumeist 25 bis über 35 Grad in den Hitzespitzen.

Insofern macht es dort auf dem Grillrost Deutschlands keinen Unterschied, ob atlantischer Einfluss den Sommer „erträglich“ gestaltet (und durch die Schwüle ohnehin weit von einer Erträglichkeit entfernt ist) oder ob Hochdrucklagen über 30 trockene Grad bringen. Wir erinnern uns: Im Südwesten und Osten ist Sommer immer eine endlose Qual und tägliche Folter.

Tropisch feuchte 25 bis über 30 Grad am Tag und nicht unter 20 Grad in der schlaflosen Nacht: Im Süden und Osten ist der Juli immer eine Qual!
Tropisch feuchte 25 bis über 30 Grad am Tag und nicht unter 20 Grad in der schlaflosen Nacht: Im Süden und Osten ist der Juli immer eine Qual!

Der Norden, insbesondere der Nordwesten ist mal wieder die Kühlkammer Deutschlands, bedingt durch die Nähe zum Atlantik, sprich: Nordsee.

Das Land der Bayern war auch traditionell warm, aber wenigstens konnte man dort viel, im Osten Bayerns teilweise extrem viel  Regen genießen, während es in Restdeutschland stellenweise eine Wüste war, was sich am Ende auch im bundesweiten Monatsmittel widerspiegelt.

Die Sonnenscheindauer war niedriger als das Mittel, was im Juli aber bei stundenlanger Lötlampe am Himmel wirklich nicht mehr auffällt. Ursächlich waren hier das Fehlen von Hochdrucklagen und der vermehrte Einfluss von westlichen, südwestlichen und nördlichen Wetterlagen.

Insgesamt zeigt der Juli 2016, dass selbst bei einer „günstigen“ Sommerwetterlage in der Klimakatastrophe erträgliche Temperaturen um das Mittel nicht mehr möglich sind und treibhausgestärkter Sonnenenergieeinfluss und nach Norden verlagerte Subtropen in jedem Fall für Hitze sorgen. Dabei sind wir 2016 wohl noch am schlimmsten vorbeigeschrammt, denn global betrachtet war auch der Juli wie der Juni auf der nördlichen Hemisphäre der wärmste Sommer aller Zeiten, denn die Klimakatastrophe bleibt nicht stehen, sondern steigt mit ansteigenden CO2- und Methanwerten weiter und weiter, Monat für Monat, Jahr für Jahr.

Juli 2016: Schwüle Hitze bis zum Abwinken, im Norden kühler

Die insgesamt sechste Hitzewelle des Jahres (2 im April, 1 im Mai, 2 im Juni) begann am 17. Juli, erreichte ihren Peak am 21. Juli und hielt im Grunde bis beinahe zum Monatsende an. Ohnehin ist der Juli durch sein extrem hohes Monatsmittel so oder so, wenn er nicht 1 Grad unter dem Mittel erreicht (was er durch die Klimakatastrophe niemals wieder schaffen wird) eine einzige, endlos quälend lange Hitzewelle. Ein Monat also, den man getrost im Islandurlaub verbringen sollte – da kann man unter Garantie nichts falsch machen!

Am Anfang des Monats gab es durch ein stabiles Tief über Deutschland noch einige Unwetterlagen und erträgliche Temperaturen. Die Hitzewelle ab dem 17.07. erfolgte, weil sich ein Azorenhochkeil von Südwesten (wo sonst?) bis nach Deutschland erstreckte.

Typische Wetterlage im Juli 2016: Je weiter im Norden, desto mehr im Einfluss der kühlen atlantischen Frontalzone und je südlicher, desto mehr im Einflussbereich des Azorenhochs und der Subtropen. © <a target="_blank" href="http://www.wetterzentrale.de/de/reanalysis.aspx?map=1&model=avn&var=1">Kartenarchiv wetterzentrale.de</a>
Typische Wetterlage im Juli 2016: Je weiter im Norden, desto mehr im Einfluss der kühlen atlantischen Frontalzone und je südlicher, desto mehr im Einflussbereich des Azorenhochs und der Subtropen. © Kartenarchiv wetterzentrale.de

Nach dem Abklingen des 36 Grad-Terrors nahm wieder die atlantische Frontalzone Einfluss, wovon allerdings nur die nördlichen Landesteile mit Ausnahme des Nordostens profitierten.

Der Niederschlag war typischerweise bei atlantischem Einfluss sehr unterschiedlich verteilt. Zwar gab es auch Hitzegewitter, doch der meiste Niederschlag ergab sich durch den atlantischen Einfluss. In Bayern führten die Alpen als bestimmender Faktor zu Extremwerten beim Regen (Stauregen, orographischer Niederschlag).
Im Gegensatz zum Vormonat hielt im Juli abseits von Bayern die große Dürre mal wieder Einzug. So stehen in Ostbayern mit 144 l/qm (entspricht fast 200% des ohnehin hohen regionalen Mittels) wüstenähnliche 20 l/qm in Düsseldorf (28% des regionalen Mittels) gegenüber.

Die Sonnenscheinbelastung war mit 94% wie im Vormonat niedriger als das Mittel, was aber kaum auffiel im schlimmsten Monat des gesamten Jahres. Große Unterschiede sind hier im Kontrast zum Niederschlag nicht festzustellen.

Insgesamt haben wir also einen Juli vorliegen, der die „Tropenhitze“-Variante mit hoher Feuchtigkeit durch atlantischen Einfluß repräsentiert. Die Alternative wäre ein 40-Grad-Sommer wie 2015 gewesen, mit dem wir in der Klimakatastrophe nach den Forschern letztlich jedes Jahr rechnen müssen. Beide Varianten sind unerträglich und man wünscht sich sehnsüchtig und täglich leidend endlich wieder Temperaturen von 10 Grad oder weniger zurück, damit man wieder atmen und leben kann!
In den Karten sieht die Juli-Variante des Jahres 2016 folgendermaßen aus (die Werte unterscheiden sich geringfügig von den „offiziellen“ DWD-Daten, da hier andere Messstationen vermutlich ausgewertet werden. Insgesamt aber dennoch die beste frei verfügbare Datendarstellung):

Temperaturkarte Deutschland Juli 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Temperaturkarte Deutschland Juli 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Niederschlagskarte Deutschland Juli 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Niederschlagskarte Deutschland Juli 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Karte Sonnenscheinbelastung Deutschland Juli 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Karte Sonnenscheinbelastung Deutschland Juli 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Der Monat Juli 2016 war in Deutschland 1,7 Grad zu warm

Um einmal das Ganze in Relation zu setzen, schauen wir uns doch einmal die Juli-Werte der letzten Jahre an. Die Mitteltemperatur 1961-1990 für Juli beträgt 16,9 Grad Celsius und ist damit der höchste Wert von allen 12 Monaten des Jahres. Damit die Temperaturen überhaupt in den Bereich von Wohlfühlwerten kämen, müsste der Juli also irgendwo zwischen 4 und 6 Grad UNTER dem Mittel landen, was natürlich utopisch ist.
Dennoch werfen wir auch einen Blick auf die Jahre 1965-1970, um zu sehen, ob vor der großen Verschärfung der Klimakatastrophe signifikante Unterschiede zu erkennen sind in den Monatsmitteln.
Die Abweichungen von dieser Temperatur lauten in einem Vergleich der jüngeren Vergangenheit mit der weiter zurückliegenden Vergangenheit, als die Klimakatastrophe noch nicht die Auswirkungen wie heute hatte:
Juli 2015:  +2,5 Grad
Juli 2014:  +2,4 Grad
Juli 2013:  +2,6 Grad
Juli 2012:  +0,5 Grad
Juli 2011:  -0,8 Grad
Juli 2010:  +3,4 Grad
Juli 2009:  +1,1 Grad
Juli 2008:  +1,1 Grad
Juli 2007:  +0,3 Grad
Juli 2006:  +5,1 Grad
Juli 2005:  +1,1 Grad

Als Vergleich einmal die Jahre 1965-1970:
Juli 1965:  -1,9 Grad
Juli 1966:  -1,3 Grad
Juli 1967:  +1,7 Grad
Juli 1968:  -0,7 Grad
Juli 1969:  +1,5 Grad
Juli 1970:  -0,8 Grad

War der Juni durch die Klimaanomalien (Auswirkungen der Eisheiligen von Ende Mai und direkte Auswirkung der Schafskälte) noch mit vielen normalen Zahlen gesegnet, so sieht man am Juli die Auswirkungen einer extremen Klimakatastrophe überdeutlich. Dies hat mit dem Treibhauseffekt zu tun, der bei dem höchsten Sonnenstand des Jahres überdurchschnittlich stark die Sonnenstrahlen verstärkt und dadurch die Temperaturen nach oben treibt. Auch die Verlagerung der Subtropen nach Norden und weitere Auswirkungen der Klimakatastrophe (Kalter Fleck auf dem Atlantik, ungünstige Troglagen, Verlangsamung des Jetstreams mit zu wenigen Stürmen) führen zur weiteren Steigerung der ohnehin unerträglichen Julihitze, sodass wir allmählich in lebensgefährliche und umweltschädigende Bereiche vordringen.
Nicht vergessen: Wir sind erst am zarten Anfang der Klimakatastrophe. Bei einer Beschleunigung wie angenommen, werden 40-Grad-Julimonate im Jahr 2030 die „Normalität“ darstellen und die Folgen für Landwirtschaft, Wirtschaftsleistung, Wasserverknappung, Mensch und Tier sind kaum abzuschätzen.

Hitzeabstrusitäten wie der Juli 2010 oder der Juli 2006, auch die vergangenen Julimonate 2013 bis 2015 sind ohne die Klimakatastrophe in dieser Form und Anzahl nicht mehr erklärbar.
Der Vergleich zu den Jahren 1965 bis 1970 ist überdeutlich: 4 von 6 Monaten waren kälter als das Mittel, zwei waren wärmer, ohne dass eine 2 vor dem Komma erreicht wurde!
Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagesmaximaltemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 16 Grad 19 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 5 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 7 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland, Wetterkontor.

Wir sehen an den Zahlen vor allem 2 Aspekte:
1. Der Juli ist klimatisch aufgrund des Sonnenstandes und anderer Aspekte (Jetstream, Subtropen) der klare Beleg für die treibhausgasgestützte Klimakatastrophe. 

2. Bereits in den 1980er Jahren wurde prognostiziert, was in unser Welt bereits Allgemeingut geworden ist: Lange Dürren, die auch regional sich konzentrieren (Südwesten bis nach Nordosten, „Deutsche Sahelzone“) wechseln sich mit extremen Unwetterniederschlägen und regionalen Niederschlagszentren (Bayern) ab.
Temperaturentwicklung in den jeweiligen Jahreszeiten:

Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Haben Sie im Sommer auch an ihre Hunde gedacht? Wir können schwitzen über die gesamte Haut, Hunde können nur hecheln …

(1) Temperaturen im Juli 2016

Zunächst die Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur. Wie im Juni war Ostfriesland mal wieder der traditionelle „Eisschrank“ Deutschlands und der Südwesten bis in den Osten litt unter abartiger Hitze, die meist schwül daherkam, wobei die Werte von Bayern etwas täuschen, denn dort war der Regen mit Wolken zuhause, sodass die Temperaturen weniger schlimm waren, als die Zahlen an sich vermuten lassen.
Absolut gesehen war der äußerste Südwesten (Lahr, Rheinstetten bis Rhein-Main) die heißeste Region Deutschlands mit weit über 20 Grad Mitteltemperatur (die auch die kühleren Nachttemperaturen mit einschließt sowie ohnehin kühlere Gebirgsregionen!).
Relativ gesehen erlebte die „Ofenplatte des Ostens“ um Magdeburg die höchsten Abweichungen vom regionalen Mittel mit traurigen +2,8 Grad.

Die Farbcodes (rot = zu warm, grün = dem Mittel entsprechend max. +0,2 Grad, orange = leicht zu warm, blau = kälter als das Mittel) geben daher die regionalen Besonderheiten wieder und bestätigen das Gesagte: Schleswig-Holstein befand sich mit so niedrigen Temperaturen quasi in einer anderen Klimazone und ahnt vermutlich gar nicht, was Restdeutschland erleiden muss. Trotzdem wurde auch hier das regionale Mittel deutlich um 1,4 Grad im Mittel übertroffen. Kein einziges Bundesland erreichte auch nur annähernd den Juli-Normalwert und daher sind alle Regionen in Rot gehalten.
Im übrigen: Da die gemessenen Zahlen nachweislich stets zu niedrig sind (hier in Rhein-Main sind sie in der Regel 4 Grad zu niedrig!), da die Messungen an kühlen Stellen erfolgen und oft nicht in der Lebenswirklichkeit der Städte, kann man de facto sogar von noch weitaus höheren als den „offiziellen“ Temperaturen ausgehen. Dazu mehr am Ende dieses Artikels.

Platz 1: Schleswig-Holstein 17,7 Grad
Platz 2 und 3: Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern 18,4 Grad
Platz 4 und 5: NRW und Bayern 18,5 Grad
Platz 6 und 7: Hessen und Thüringen 18,6 Grad
Platz 8 und 9: Rheinland-Pfalz und Saarland 18,7 Grad
Platz 10: Baden-Württemberg 18,9 Grad
Platz 11: Sachsen 19,0  Grad
Platz 12: Sachsen-Anhalt 19,3 Grad
Platz 13: Brandenburg 19,5 Grad

(2) Niederschlag im Juli 2016

Es folgt die Aufstellung der einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen. Im Juli bildeten sich wieder klar die bekannten Strukturen der Klimakatastrophe heraus: Eine Zone vom Südwesten unter Einbeziehung des südlichen Rheinlandes über Mitteldeutschland bis hin zu Berlin – die von mir sogenannte „Deutsche Sahelzone“ DSZ, die wir bereits aus dem letzten Jahr kennen: Klimabilanz Mai 2015: Die deutsche Sahelzone DSZ.

Da es viele regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern hinsichtlich des Niederschlagssolls gibt, sind die Länder teilweise auch mit gleichen absoluten Werten unterschiedlich markiert. Grün stellt hierbei das Soll oder einen Regenüberschuss dar, Orange ein mittleres Niederschlagsdefizit und Rot ein deutliches Niederschlagsdefizit, sowie Lila ein extremes Niederschlagsdefizit. Blau habe ich als bisher ungekannten Farbcode hinzugefügt, der deutliche Niederschlagsmengen über dem Mittel kennzeichnet.
Der Niederschlagswert des Juli 2016 ist mit 68 Litern pro Quadratmetern (l/qm) deutlich zu trocken ausgefallen im Vergleich zum Mittel von 78 l/qm. Vermutlich sind die Werte sogar noch schlechter, weil der DWD leider das „Klimakatastrophenmittel“ 1981-2010 beim Niederschlag verwendet.
Dabei gab es ungeheure regionale Unterschiede. Während in Ostbayern mit 144 l/qm nahezu 200% des Monatsmittels herunterkamen, gab es in Düsseldorf 20 l/qm, teilweise im Westen sogar nur 10 l/qm, was eher der Wüste Gobi entspricht und ein klares Alarmsignal darstellt. An den Juli 2013 mit 53% des Mittels kam man zwar nicht heran, aber die immer wieder trockenen Monate sind eine Bestätigung der Thesen aus den 1980er Jahren. Die immer wieder auftauchende DSZ mit der Systematik Dürren einerseits und Unwetterregen andererseits, die in der Summe trotzdem niedrig sind und auch deutlich weniger Wirkung für die Bodenfeuchtigkeit haben, weil Unwetterregen oberirdisch rasch abfließen, zeigen die Entwicklungen der Klimakatastrophe und den Beginn einer Epoche, die uns noch lange beschäftigen wird und irgendwann den Punkt überschreiten wird, wo die Klimakatastrophe den islamischen Terrorismus und Flüchtlingsgewalttaten deutlich überschreiten wird. Auch wenn dies aktuell sich kaum jemand vorstellen kann.

Platz 1: Bayern 110 l/m2
Platz 2: Sachsen 85 l/m2
Platz 3 und 4: Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein 80 l/m2
Platz 5: Thüringen 75 l/m2
Platz 6: Mecklenburg-Vorpommern 65 l/m2
Platz 7 und 8: Hessen und Niedersachsen 55 l/m2
Platz 9 bis 12: NRW, Saarland, Rheinland-Pfalz und Brandenburg 45 l/m2
Platz 13: Sachsen-Anhalt 40 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im Juli 2016

Insgesamt notiert der DWD im bundesweiten Mittel erfreuliche 200 statt übliche 211 Sonnenstunden und damit 96% des Solls – immer noch viel zu viel. Erträgliche 30-50 Sonnenstunden werden wir erst im Winter wieder erleben und gottlob wird auch die Klimakatastrophe dies nicht verhindern.
Auffällig ist, dass Bayern durch die Alpenlage mal wieder traditionell Extremwetter begünstigt: Trotz des höchsten Regenmittels des Monats gab es auch die zweithöchste Anzahl von Sonnenstunden.

Die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern (grün = weniger Sonnenstunden als das Mittel, orange = Sonnenstunden etwa im Mittel, rot = mehr Sonnenstunden als das Mittel):

Platz 1: Schleswig-Holstein mit 175 Stunden
Platz 2: NRW mit 180 Stunden
Platz 3: Hessen mit 185 Stunden
Platz 4 bis 6: Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen mit 190 Stunden
Platz 7 und 8: Saarland und Mecklenburg-Vorpommern mit 195 Stunden

Platz 9 und 10: Sachsen-Anhalt und Brandenburg mit 205 Stunden
Platz 11: Sachsen mit 215 Stunden
Platz 12 Bayern mit 220 Stunden
Platz 13: Baden-Württemberg mit 235 Stunden

Sofetische Zensur? Die Temperaturen stimmen nicht!

Seit Sommerbeginn fällt mir zunehmends auf, dass die „offiziellen“ Temperaturen, sei es DWD, Kachelmann (Die Wetterzentrale.de nutzt die DWD-Daten) sich von den gemessenen Temperaturen stark unterscheiden und zwar immer in nur einer Richtung: Sie sind zu niedrig angegeben.

Messstation Alsheim in den Weinbergen, © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alsheim-_In_den_Weinbergen-_Messstation_des_Dienstleistungszentrums_L%C3%A4ndlicher_Raum_23.6.2013.JPG">Jivee Blau auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>
Messstation Alsheim in den Weinbergen, © Jivee Blau auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Da dies beinahe täglich vorkommt, kann es sich nicht um einen Zufall handeln.

Dass die Mainstreamgesellschaft sich auch hier temperaturverzerrend den Sofeten anbiedert nach dem Motto: Offiziell ist es mit (heute hier um 17 Uhr) 24 Grad ja so furchtbar „kalt“, erscheint zwar nicht unmöglich (was ist in Deutschland an Wahnsinn eigentlich noch denkbar?), aber letztlich doch unwahrscheinlich.
Entgegen den offiziellen 24 Grad zeigt die wissenschaftliche Wetterstation in Rüsselsheim 27,5 Grad in Echtzeitmonitoring an …
Ich dachte erst, das sei alles nur Zufall. Aber wenn man so gut wie jeden Tag 2 bis 4 Grad höhere Temperaturen misst als sie offiziell angegeben werden, dann fragt man sich, ob die Daten am Ende nicht auch bundesweit zu tief sind.

Andererseits will ich auch keine Verschwörungstheorien aufstellen. Da gibt es leider in der Welt schon viel zu viele 😛
Allerdings scheint ja doch irgendetwas nicht zu stimmen, wenn (private) Messstationen wie jene in Rüsselsheim, meine 3 Thermometer draußen im Schatten, die Temperaturanzeige im PKW und das Schild an der Apotheke mit integrierter Celsiusangabe alle die gleichen (hohen) Temperaturen anzeigen, nur der DWD und Kachelmann sagen, es sei 3 bis 4 Grad kühler.

Wetterstation Mettingen-Schlickelde (Meteogroup) mitten in einem Wohngebiet, © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wetterstation_Mettingen_Schlickelde_04.jpg">J.-H. Janßen auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/deed.en">CC BY-SA 2.5</a>
Wetterstation Mettingen-Schlickelde (Meteogroup) mitten in einem Wohngebiet, © J.-H. Janßen auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 2.5

Meine Vermutung geht dahin, dass die „offiziellen“ Messstationen an Orten stehen, wo es besonders kühl ist. Ein (zuverlässiger) Freund hat einmal eine DWD-Messstation in Niedersachsen sich angeschaut und festgestellt, dass selbige in einem kühlen Wald errichtet worden war.
Im Umkehrschluss lässt sich daraus feststellen, dass zumindest im Sommer die realen Temperaturen offenbar weit höher sind als die offiziellen Angaben, zumindest im Flachland. Da ich nicht einmal in einer (Groß-)Stadt wohne, sondern auf „dem Land“, wage ich nicht einmal Vermutungen, ob und wie denn die Temperaturunterschiede beispielsweise im Moloch Frankfurt sind – es sei denn, dort befänden sich innerhalb der glühenden Betonstadt offizielle Messstationen.

Im Winter, teilweise im Frühling und Herbst ebenso, scheinen diese Diskrepanzen abzunehmen oder vollständig zu verschwinden, weil die unterschiedlichen Hitzeparameter mit dem sinkenden Sonnenstand und der Angleichung von „kühlem Wald“ und Stadt sich ausgleichen.

Es wäre trotzdem einmal eine Überlegung seitens der Wetteranbieter wert, ob man nicht die Sommermesswerte einmal überprüft und überdenkt.




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  • Michael Bodin

    Danke für den Artikel, Michael.
    Gruß aus der DSZ in Brandenburg (wobei durch das letzte Gewitter das Soll sogar überschritten wurde). Regional nur 15 Km weiter in Berlin Tegel fiel nur die Hälfte des Niederschlages bei mir in Schwante.

  • Jo1965

    Auch wenn bei Karsten Haustein 1981-2010 als Referenzperiode gilt, finde ich diese August-Karte wunderbar.
    Ein schöner Anblick ist auch, dass insbesondere arktische oder fast arktische Regionen wie Island, Nordskandinavien oder auch das russische Festland jenseits des Urals große blaue Flächen aufweisen.

    Wenn’s denn so käme!

    • Alptraum der Sofeten

      Wir brauchen noch mehr blau 😀

  • Stefan

    Danke Michael. Als leidegeprüfter Tropenhesse kann ich das alles sehr gut nachvollziehen, wenngleich auf ca. 1-2 Grad niedrigerem Niverau 🙂 Niederschlagstechnisch waren wir im Vordertaunus im Juli sogar begünstigt, nach meinen Messungen kamen wir auf 81l/m². Es gab ein paar kleine Niederschlagsgebiete, die sich genau über uns abgeregnet haben, was an sich schon ein Wunder ist, normalerweise passiert das hier nie.

    Eine Anmerkung zu den offiziellen und tatsächlichen Temperaturen. Nach meiner Erfahrung ist es gerade im Sommer bei Hitze unheimlich schwer, Temperaturen vorherzusagen, weil es sogar in einem sehr begrenzen Umkreis große Temperaturunterschiede gibt. In meiner Region in Tropenhessen, also Frankfurter Raum und Taunus habe ich die Erfahrung gemacht, dass es sogar sehr große Unterschiede geben kann. Einmal betrug die
    Temperaturdifferenz innerhalb von 2 Ortsteilen (Luftlinie ca. 1,5 km
    auseinander und ein Hügel dazwischen) abends sage und schreibe 8 Grad. (19 zu
    27, ich wohne natürlich dort, wo es 27 Grad waren). Das war natürlich ein
    Extrem, das ich nur einmal erlebt habe, zeigt aber dennoch, dass im Sommer große
    Unterschiede auf engem Rauf herrschen können. Die Gründe hierfür sind
    vielfältig, natürlich ist es so, dass eine Ortschaft in einer bewaldeten Tallage
    kühler ist, als eine Ortschaft in der Fläche ohne Wald, je wärmer es ist, desto
    größer sind die Unterschiede. Ich habe auch schon erlebt, dass höher gelegene Lagen
    im Taunus deutlich wärmer waren als niedrigere, da hat die Hitze sozusagen
    festgehangen. Kommt der Wind aus einer anderen Richtung, kann das wieder ganz
    anders sein.

    Da die verschiedenen Dienste wohl
    auch unterschiedliche Daten zur Berechnung verwenden, macht die Sache nicht besser.
    Eine Ortschaft, 3 Wetterapps = 3 verschiede Temperaturen mit 4 Grad Unterschied. 🙂

    • Jo1965

      Hi, Stefan, dieses Innenstadt-Peripherie-Extrem während des Sommers ist wirklich extrem. Ich kann mich mal einen Fall erinnern, bestimmt schon mehr als 25 Jahre her, da hab‘ ich abends im Juli oder August in einem Biergarten mitten im Grünen des Bergischen Landes gesessen und man musste sich abends tatsächlich eine Jacke anziehen. Ich kam später in die Innenstadt von Wuppertal zurück und beim Aussteigen aus dem Auto traf einen fast der Schlag vor Hitze!
      Das ist es ja, was den Sommer im Bereich großer Innenstädte auch bei relativ trockener Luft so unerträglich macht. Knallt die Sonne den ganzen Tag auf diese Asphaltwüste, verhindert bereits deren langwellige Infrarotabstrahlung nachts jede vernünftige Abkühlung.

      • Stefan

        Ja, da hast Du natürlich recht. Ich hatte in meinen
        Betrachtungen eigentlich die großen Innenstädte ausgenommen und mich auf das Umland mit all seinen botanischen und topographischen Unterschieden bezogen. In Großstädten ist es nochmal extremer, im Grunde genommen sind die eine eigene Klimazone.

  • Martin

    Danke für die tolle Übersicht!! 🙂

    Ich fand den Juli hier in Bayern von den Temperaturen her sogar einigermaßen erträglich (gut, die letzten Sommer haben da natürlich auch ihren Beitrag geleistet 😉 )
    Er war halt nur Dauerschwül…das war das schlimmste…

    Regensburg hat diesmal mit gut 80mm sogar das Mittel erreicht. Nur bei Eichstätt konnte ich grad mal 40mm messen, damit wurde hier gerade mal die Hälfte des Solls erreicht…also auch in Oberbayern gabs Ecken, die teilweise deutlich zu trocken waren…

    Zu den Temperaturen…ja, die einzige Wetterstation, die die Temperaturen einigermaßen wahrheitsgemäß aufzeichnet ist die Station Wien-City. Die hat glaub ich im Juli fast nur Tropennächte aufzeichnen können.
    In Eichstätt steht die Wetterstation schön außerhalb im Flusstal mit viel niedrigeren TMin und auch Tmax als in der Stadt selbst.
    Ebenso in Regensburg. Dort werden teilweise 5K niedrigere Tmin gemessen, wie hier bei meinen Eltern. Dafür ist die Tmax komischerweise manchmal um 1-2K höher…

  • Evgenij Mansurov

    Hallo Michael,

    mir ist gerade aufgefallen, dass (anders als 2015), auf 850 hPa flächendeckend kühlere Lüft (als auf der Oberfläche) vorhanden ist, so dass fast kein Fön oder Inversionslagen zu erkennen sind – ist das gut oder schlecht?

    • Interessant. Zunächst bin ich da auch überfragt.
      Denken wir mal nach. Auf 1500 Metern sind wir noch mitten im Bereich der Troposphäre und somit der wetterbildenden Schicht bei uns.
      Ich gehe jetzt erstmal davon aus, dass das „nur“ ein Symptom der herrschenden Grosswetterlage mit einem vorwiegenden Anteil der atlantischen Frontalzone und in größerer Höhe des südlich verlagerten Jetstreams ist, der bei uns für einen mehr oder weniger erträglichen Sommer gesorgt hat und immer noch sehr weit südlich liegt sodass Troglagen uns erreichen: http://modeles.meteociel.fr/modeles/gfs/runs/2016080312/gfsnh-5-210.png?12

      Insofern könnte es nur eine Momentaufnahme darstellen. Inwieweit sich das jetzt auch auf den Herbst auswirkt, ist eine gute Frage, die ich auch nicht beantworten vermag.
      Eines ist klar: Sollte sich ein Wärmelage entwickeln, dann kommt die Südhitze auch im Herbst zu uns.
      Anders ausgedrückt: Wie im Winter hilft uns eine Kaltluftansammlung nördlich von uns nicht, wenn die Wetterlage Südströmung uns aufzwingt ^^

      Aber vielleicht findet sich ja im Web bei den Profis und Freaks eine Bestätigung oder Widerlegung der 850 hPa-„Kälte“ und ihrer Auswirkungen. Ich werde mal die Augen offenhalten.

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