Juni 2017: Abseits Norddeutschlands die Hölle auf Erden mit einem Gefühl, als entzünde man sich spontan ...; © shutterstock.com
Juni 2017: Abseits Norddeutschlands die Hölle auf Erden mit einem Gefühl, als entzünde man sich spontan ...; © shutterstock.com

Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im ersten Sommermonat, Juni 2017, veröffentlicht: Deutschlandwetter im Juni 2017.

Die ersten Eindrücke, wie sich die Klimakatastrophe in den Warmmonaten des Jahres von Mai bis September anfühlen mag in der Zukunft brachte bereits der Mai 2017. Die erste Brüllhitzewelle des Jahres, gepaart mit Gewitter und Extremregen, deren Anzahl und Ausmaß eine direkte Folge der Klimakatastrophe sind, machte den früheren Frühlingsmonat zu einem unerträglichen Sommermonat.

Der Juni 2017 steigerte die Hitze ins Unerträgliche. Während der Norden durch den Atlantikeinfluss einen lockeren Kühlspaziergang unternahm, verwandelte sich der Süden ab der Mainlinie zu einer apokalyptischen Landschaft, bei der man den Eindruck gewann, dass man sich bald selbst entzünden würde.
4 Wochen reinste Sommerhölle. Insbesondere mal wieder im Südwesten war es am schlimmsten, da die Hitze nicht einmal durch Regen unterbrochen wurde. Zu allem Ungerechtigkeitsüberfluss bekamen dann die nördlichen Landesteile, ohnehin im Kältejubel, dann auch noch den Regen, während im Süden die Städte und Landschaften immer mehr einer Szenerie aus „The Walking Dead*“ glichen.

Vergleich eines normalen Juni im Mittel 1961-1990 (links) mit dem tatsächlichen Juni 2017 (rechts). © <a target="_blank" href="http://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaatlas/klimaatlas_node.html">Deutscher Klimaatlas des DWD</a>
Vergleich eines normalen Juni im Mittel 1961-1990 (links) mit dem tatsächlichen Juni 2017 (rechts). © Deutscher Klimaatlas des DWD

Die friesische Küste, vollkommen ahnungslos, was im Süden eigentlich „Sommer“ bedeutet, erhielt im Juni einen Traumsommer von etwa 16,5 Grad im Mittel. Der Südwesten hingegen wies 20,6 Grad auf und somit 4,1 Grad mehr!
4,1 Grad höhere Mitteltemperaturen sind eine andere Klimazone und bedeuten jeden einzelnen Tag etwa 12-15 Grad höhere Tagesmaxima! Das muss man sich erst einmal vorstellen.

Genau diese Entwicklung wird jedoch von Klimatologen auch für die weitere Zukunft als Folge der Klimakatastrophe erwartet: Die Hochaufwölbung geschieht häufiger und die Temperaturen steigen durch die Treibhausgasverstärkung, während vor allem Ostfriesland durch den Nordseeeinfluss nahezu unbeeinflusst von diesen Hitzefaktoren bleiben wird. Auch bei der Dürre ist Ostfriesland ein Land, das nach wie vor von dem fehlenden Regen völlig unbeeinflusst ist, wie man auf den Karten sehen kann (vgl. weiter unten „Niederschläge im Juni 2017“).

Typisches und mittlerweile klassisches Bild im Juni: Tiefs auf dem Atlantik und Osteuropa und Deutschland in der Brüllhitzeaufwölbung. © <a target="_blank" href="http://www.wetterzentrale.de/reanalysis.php?uur=0000&var=1&map=1&model=avn&jaar=2017&maand=06&dag=18">Kartenarchiv wetterzentrale.de</a>
Typisches und mittlerweile klassisches Bild im Juni (hier: 18.06.2017): Tiefs auf dem Atlantik und Osteuropa und Deutschland in der Brüllhitzeaufwölbung dazwischen. © Kartenarchiv wetterzentrale.de

Am Ende war der Juni 2017 somit in der Summe extrem zu warm. Er war zu niederschlagsarm (wenn man das Extremregenereignis in Berlin und Ostfriesland am Ende des Juni außer acht lässt, sogar deutlich zu trocken) und er war (wie die letzten Monate inklusive des letzten Winters) deutlich zu sonnenscheinreich.

Wie es aussieht, ist das Klima seit Herbst 2016 tatsächlich durch den sich beschleunigenden Tod der Arktis entkoppelt, wie es seit Jahren die Forscher vorhergesagt haben. Das Klima spaltet sich in Waccy-induzierte Kälte im Herbst und Winter und in Treibhsausgasbefeuerte Selbstentzündung von April/Mai bis August/September, wenn der Polarwirbel nicht mehr vorhanden ist und die Sonne ihren Höchststand erreicht.
Das schließt seltene „normale“, wechselhafte Perioden nicht aus, führt aber zu häufigeren Hitzeextremen im Sommer und in diesen Extremen zu  immer höheren Hitzeabsurditäten.


Juni 2017: Ausfall der Schafskälte und untote Lebensverhältnisse

Die Schafskälte ist nicht etwa eine esoterische Bauernregel, die sich auf 500 Jahre alte Klimaepisoden bezieht, sondern eine klimatische Anomalie, die nach wie vor Gültigkeit hat und im Verlauf des Junimittels auch nachweisbar ist.
Allerdings wird sie nicht zu 100% wirksam, sondern in etwa 89% der Fälle (belegt für Zeiten vor der Klimakatastrophe). Dabei handelt es sich um eine Eintreffenswahrscheinlichkeit, die sehr hoch ist und weit über den Eisheiligen im Mai liegt. Nachdem in den letzten 5 Jahren die Schafskälte regelmäßig kam, fiel sie dieses Jahr jedoch komplett aus!

Temperaturkarte Deutschland im Juni 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Temperaturkarte Deutschland im Juni 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Die Temperaturen brachten Hitzewellen ab der Mainlinie südlich mit regelmäßig 30 bis 37 Grad. Dabei galt: Je weiter südlich, um so schlimmer in Sachen Dauer. Außerhalb Deutschlands ist hier Wien ein berüchtigtes Hitzezentrum.
Die Folge der endlosen Hitze: Man geriet in eine Dauererschöpfung durch die Dauerhitze und ähnelte mehr einem herumtorkelnden Zombie als einem Menschen. In den Städten kam das Leben zum Erliegen, die Aggressionen nahmen durch die Belastung immer weiter zu – es ist schon erstaunlich, diese Entwicklungen vollkommen offensichtlich zu sehen. Denn es steht im krassen Kontrast zur Weltsicht von Sofeten, die letztlich eine deutliche Minderheit sind.

Der Juni 2017 war somit der heißeste nach dem berüchtigten Juni 2003, damals dem Sommer mit 70.000 Hitzetoten europaweit. Auch die Juni-Monate der Jahre 1917 und 1930 waren noch heißer als der Juni 2017, was zeigt, das extreme Einzelfälle auch in Zeiten vor der Klimakatastrophe im Sommer der Nordhemisphäre möglich waren (allerdings gab es damals im extremen Unterschied zu heute nahezu jeden 2. Sommer auch einen Kalt- oder Normalsommer).

Niederschlagskarte Deutschland im Juni 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Niederschlagskarte Deutschland im Juni 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

Der Niederschlag war deutlich schlimmer als es die Zahlen ausdrücken. Denn die Extremregen erfassten ausgerechnet die Nichthitzegebiete und verzerrten die Situation, dass insbesondere in Rhein-Main (Ofenhessen) teilweise nur 30 Liter pro Quadratmeter fielen und die nach wie vor dramatische Dürresituation im Süden weiter verschärften.

Am Ende schossen die Werte noch von 70% auf bundesweit 98% bzw. auf 83 l/qm (Soll: 85 l/qm). Die extremen Unterschiede lassen dabei konkret Ofenhessen mit 30 bis 40% verzweifelt aufheulen, während Berlin mit über 240% in nur 24 Stunden absoff. Die Werte von Bernd Hussing differieren ein wenig von den offiziellen DWD-Angaben.

Die Sonnenscheinbelastung. Zu hoch, zu hoch, zu hoch. Man kennt es mittlerweile leidvoll bereits seit dem Sonnen-Winter 2016/17. Auch das ist nicht nur meteorologischer Zufall, sondern eine Folge der Klimakatastrophe, die zu weniger Wolken führt, allerdings sind die Wolken, wenn sie auftreten, dann in der Vertikalen höher (vgl. Artikel Wie die Venus? Klimawandel und Wolken beschleunigen sich gegenseitig).

Sonnenbelastungskarte Deutschland im Juni 2017, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing (Archiv)</a>
Sonnenbelastungskarte Deutschland im Juni 2017, © Bernd Hussing (Archiv)

So bilden Extremwetterwolken Gewittertürme aus, die früher nicht beobachtet wurden, und erhöhen so die gespeicherte Regenmenge.
Durch die immer stärkeren Kontraste zwischen der treibhausgasgesteigerten Hitze am Boden und der treibhausgasgesteigerten Kühle in der höheren Atmosphäre wächst die Wasserspeicherkapazität von Wolken immer mehr an und die Physik führt immer häufiger zu immer stärkeren Extremregenfällen und auch Tornados.

Der Juni 2017 war am Ende extrem heiß im Süden, extrem trocken im Süden und mit deutlich zu hoher Sonnenbelastung – vor allem im Süden …

Der Monat Juni 2017 war in Deutschland 2,4 Grad zu heiß.

Der Juni ist psychologisch der schlimmste aller Hitzemonate.
Die Hitze ist ohne Schafskälte in einer globalen Treibhausgaskatastrophe extrem und über ein Ende des Sommers lohnt es sich nicht einmal ansatzweise nachzudenken. Man hat schlimmstenfalls wie im Juni 2017 bereits spätestens nach der ersten Juniwoche genug vom Sommer und ist nach 4 Wochen Dauerhitzeterror mental und physisch so erschöpft, dass man sich fragt, wie man die Zeit bis Ende September lebend überstehen soll. Plötzlich fühlt man sich einem Zombie so furchtbar nahe …

Blicken wir auf die Juni-Monate der letzten Jahre.
Die Mitteltemperatur im Juni beträgt 15,4 Grad Celsius (Mittel 1961-1990) und damit ist der Juni der „kühlste“ der drei Sommermonate.
Die Abweichung von dieser Mitteltemperatur beträgt in den Farbcodes: Blau = unter dem Mittel, Grün 0,0 bis +0,2 Grad, Orange +0,3 bis +0,9 Grad, Rot +1,0 bis +1,9 Grad, Violett +2,0 Grad und mehr.
Die Farbcodes unterscheiden sich von den Farbcodes anderer Jahreszeiten, da durch die hohe Mitteltemperatur der Sommermonate bereits +1,0 Grad größtenteils Dauerhitze bedeuten und alles, was 2,0 Grad Kelvin Anomalie überschreitet, eine Hitzekatastrophe impliziert:

Juni 2016: +1,6 Grad
Juni 2015: +0,4 Grad

Juni 2014: +0,7 Grad
Juni 2013: +0,3 Grad
Juni 2012: +0,1 Grad
Juni 2011: +1,1 Grad
Juni 2010: +0,9 Grad
Juni 2009: -0,6 Grad
Juni 2008: +1,5 Grad
Juni 2007: +2,0 Grad
Juni 2006: +1,4 Grad
Juni 2005: +1,0 Grad

Als Vergleich einmal die Jahre 1965-1970:
Juni 1965: +0,1 Grad
Juni 1966: +1,4 Grad
Juni 1967: -0,7 Grad
Juni 1968: +0,6 Grad
Juni 1969: -0,6 Grad
Juni 1970: +1,8 Grad

Im Juni wird wie bereits im Mai deutlich: Es gab früher zwar auch punktuell warme Monate, aber stets im Wechsel mit normalen oder kalten Monaten, was am Ende damals eine klimatische Normalität abbildete und schlichtweg Lebensqualität bedeutete.
Die Entkopplung der klimatischen Selbstvernichtung der Menschheit zeigt sich überdeutlich in den Werten unserer irrsinnigen Epoche mit Hitze, die nahezu regelmäßig den Juni zu einem Treibhausgassommer pervertiert.

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich bei den obigen Juniwerten um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagesmaximaltemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 12 Grad 15 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 5 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 7 Grad zu hohe Tagesmaxima. +4 Grad Mittelanomalie erreichen +10 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland.

Wir sehen an den Zahlen vor allem einen Aspekt:
Der Juni ist trotz der Schafskälte-Anomalie immer häufiger ein Brüllhitzemonat. Aus dem hohen Sonnenstand (am 21. Juni erfolgt die Sommersonnenwende) resultiert zwangsläufig eine Verstärkung der am Boden ankommenden Wattzahl durch die Treibhausgasverstärkung. Die Temperaturwerte werden für die nächsten Jahrhunderte im Mittel immer weiter ansteigen – egal, was die Menschheit hinsichtlich der Treibhausgasemissionen unternehmen wird, da die Klimakatastrophe bereits in einen dynamischen Zustand der Selbsterhaltung und Verstärkung übergegangen ist.

Temperaturentwicklung in den jeweiligen Jahreszeiten:

Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland


Vergleich der 30-Jahresmittel 1961-1990 und 2000-2016

Erschreckend wird es, wenn wir die zwei Mittelwerte vergleichen in den jeweiligen Monaten. Das Mittel 1961-1990 umfasst dabei zwar durchaus bereits eine moderate Erwärmung durch die Klimakatastrophe, doch die exponentielle Steigerung der Faktoren fing erst nach der Pinatubo-Eruption ca. ab 1994 an.
Die Steigerung der Temperaturen ist im Jahresmittel 2000-2016 erschreckend hoch und dient als ultimative Warnung, was wir Menschen derzeit mit der Erde anstellen und wie sich die unkontrollierte Klimakatastrophe einer nach geologischen Maßstäben blitzartigen, künstlichen Treibhausaufheizung bereits jetzt auswirkt. Und das ist erst der Anfang.
Wie man sieht, ist der Juni ein Monat, der mit 0,9 Grad Kelvin Steigerungsrate verglichen mit Monaten anderer Jahreszeiten niedrig wirkt. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Mittelwerte der Sommermonate selbst im natürlichen Zustand extrem hoch sind und die Steigerung von 0,9 Grad Kelvin den Wechsel von einem wechselhaften Juni zu einem Hitzejuni bedeutet.

Temperaturvergleich der Monate zwischen den Mitteln 1961-1990 und 2000-2016.© Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperaturen in Deutschland
Temperaturvergleich der Monate zwischen den Mitteln 1961-1990 und 2000-2016.
© Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperaturen in Deutschland

Zur Einschätzung: +0,5 Grad sind deutlich spürbar. +1,0 Grad Anomalie sind im Grunde eine andere Klimazone mit ca. +3 Grad höheren Tagesmaxima jeden einzelnen Tag im Flachland …

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(1) Temperaturen im Juni 2017

Zunächst die Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur.

Der Juni 2017 sieht einen beispiellosen Absturz des Dauerkältelandes Bayern. Insgesamt gab es selbst im hohen Norden nur zu hohe Temperaturen – auch wenn man das dort kaum bemerkt.
Die Unterschiede von 2,5 Grad von Platz 1 zu Platz 12 und 13 sind extrem und spiegeln im Grunde zwei völlig unterschiedliche Klimazonen wider. Das entspricht ja auch immer mehr der Realität der Klimakatastrophe, wie es seit Jahren prognostiziert wurde: Im Norden Atlantikeinfluss, der die Auswirkungen deutlichst mindert, im Süden herrschen die Hitzeuntoten.

Die sommerspezifischen Farbcodes spiegeln die regional sehr unterschiedlichen Temperaturmittel wieder. Temperaturen mit maximal +0,5 Grad sind im normalen Bereich und grün dargestellt, Temperaturen von +0,6 bis +0,9 Grad im leicht zu warmen, orangefarbenen Bereich, +1,0 bis +1,9 Grad im deutlich zu warmen, roten Bereich und ab 2,0 Grad Celsius im extrem zu warmen Bereich, der lilafarben markiert ist. Blau ist unser aller Ziel und spricht für sich: Temperaturen unter dem Mittel.

Platz 1: Schleswig-Holstein 16,2 Grad Celsius
Platz 2: Mecklenburg-Vorpommern 16,6 Grad Celsius
Platz 3: Niedersachsen 17,2 Grad Celsius
Platz 4: Thüringen 17,7 Grad Celsius
Platz 5: Hessen 17,9 Grad Celsius (Ofenhessen: 20,4 Grad Celsius)
Platz 6 und 7: Sachsen-Anhalt und Brandenburg 18,0 Grad Celsius
Platz 8: NRW 18,1 Grad Celsius
Platz 9 und 10: Bayern und Sachsen 18,2 Grad Celsius

Platz 11: Rheinland-Pfalz 18,6 Grad Celsius
Platz 12 und 13: Saarland und Baden-Württemberg 18,7 Grad Celsius

(2) Niederschlag im Juni 2017

Auch der Extremregen in Berlin entspannt die Dürresituation im tieferen Boden nicht. Stand: 01. Juli 2017 nach den Regenfällen; © <a target="_Blank" href="http://www.ufz.de/index.php?de=37937">Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums</a>
Auch der Extremregen in Berlin entspannt die Dürresituation im tieferen Boden nicht. Stand: 01. Juli 2017 nach den Regenfällen; © Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums

Der Juni 2017 hatte bis zum letzten Tag lediglich 77% des Mittels erreicht und gelangte lediglich durch den Extremregen im Raum Berlin auf die verzerrenden 98%.
Auswirkungen auf die dramatische Dürresituation in Deutschland hat dies kaum, denn Extremregen fließt oberirdisch ab und hat keine Auswirkung auf den tiefen Boden. Mehr noch: Die Sturzfluten vernichten den fruchtbaren Boden ebenso wie das andere Extrem der Dürre: Bedrohliche Erosion: Klimakatastrophe frisst fruchtbaren Boden.

Es folgt die Aufstellung der einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen.

Da es aufgrund geologischer Bedingungen viele regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern hinsichtlich des Niederschlagssolls gibt, sind die Länder teilweise auch mit gleichen absoluten Werten unterschiedlich markiert. Grün stellt hierbei das Soll oder einen leichten Regenüberschuss dar, Orange ein mittleres Niederschlagsdefizit und Rot ein deutliches Niederschlagsdefizit, sowie Lila ein extremes Niederschlagsdefizit mit weniger als 75% des Solls. Blau kennzeichnet deutliche (mehr als 125%) Niederschlagsmengen über dem Mittel.

Platz 1: Mecklenburg-Vorpommern 110 l/m2
Platz 2: Brandenburg 105 l/m2
Platz 3 und 4: Schleswig-Holstein und Sachsen 100 l/m2
Platz 5: Niedersachsen 95 l/m2
Platz 6: Saarland 85 l/m2
Platz 7: Bayern 80 l/m2

Platz 8 und 9: NRW und Sachsen-Anhalt 75 l/m2
Platz 10 und 11: Baden-Württemberg und Thüringen 70 l/m2
Platz 12: Rheinland-Pfalz 65 l/m2
Platz 13: Hessen 60 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im Juni 2017

Juni. Der Monat mit dem höchsten Sonnenstand und damit logischerweise meist auch mit den meisten Sonnenstunden. Deren Zahl ist so astronomisch hoch und jenseits jeglicher Erträglichkeitsgrenzen, dass man im Grunde diesen Punkt streichen und einen Sonnentotenschädel an die Stelle platzieren könnte.

Tatsächlich. Die Sonne lacht!
Tatsächlich. Die Sonne lacht!

Insgesamt notiert der DWD im bundesweiten Mittel 245 statt übliche 198 Sonnenstunden. Damit lag der Juni 2017 erneut im Plusbereich und zwar mit 23 Prozent – wir kennen es aus den letzten endlos grellen Monaten.
Zur Einschätzung: Für einen geborenen Nachtästheten liegt der Idealwert bei 30 Stunden pro Monat.

Es folgen die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern (grün = weniger Sonnenstunden als das Mittel oder genau im Mittel, orange = Sonnenstunden leicht über dem Mittel, rot = deutlich mehr Sonnenstunden als das Mittel, violett = mind. 25% mehr Sonnenstunden als das Mittel).
Der DWD erwähnt lokal den Harz und das Rothaargebirge als Traumorte mit immerhin nur 70 Stunden.

Platz 1 und 2: Niedersachsen und NRW mit 210 Stunden
Platz 3: Schleswig-Holstein mit 215 Stunden
Platz 4: Mecklenburg-Vorpommern mit 225 Stunden
Platz 5 und 6: Brandenburg und Hessen mit 235 Stunden
Platz 7 und 8: Thüringen und Sachsen-Anhalt mit 240 Stunden
Platz 9: Rheinland-Pfalz mit 260 Stunden
Platz 10: Saarland mit 265 Stunden
Platz 11 und 12: Bayern und Sachsen mit 270 Stunden
Platz 13: Baden-Württemberg mit 275 Stunden


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  • MINDERQUEST

    Also die erste Hälfte war neeee, aber das letzte Drittel war gut! Viel Regen und erträglich, im Nordosten!
    Kaltwetter, wieso wohnst du überhaupt noch in den Subtropen Deutschlands?

    • Private Gründe und Zwänge, die ich öffentlich nicht erörtere ^^ Wenn ich könnte, dann wäre ich schon längst hier weg, das ist ja klar.

      • MINDERQUEST

        So is gut! Und eine Frage, siehst du meine Tweets nicht oder wieso antwortest du nicht darauf?!

        • Huh? Sehe ich in der Tat nicht.

          • MINDERQUEST

            oO Aber ich bin aktiv bei dir!

          • Seltsam. Normalerweise müsste ich ja Mitteilungen wie sonst auch bekommen, wenn du auf Tweets antwortest oder reagierst. Is aber nicht.

          • MINDERQUEST
          • ah, es war eine Einstellung falsch in Sachen Stummschalten. Jetzt klappts.

          • MINDERQUEST

            Gut! Und ich dachte schon, dass du nicht antworten wolltest!

          • Wieso das? Ich bin zwar manchmal arg beschäftigt und Antworten können dauern zwischen real life, Artikelschreiben, Facebook, Twitter, Pinterest und Disqus, aber grundsätzlich antworte ich. ^^

          • MINDERQUEST

            ^^

  • Peter

    Erschreckend! Danke für die Erwähnung von Wien als Hitzeloch. Ich freue mich immer, dass Du Dir die Zeit nimmst das immer so toll aufzuarbeiten. Besonders schätze ich den stets wissenschaftlichen Ansatz, immer alles mit klaren Fakten zu unterlegen. Was soll ich sagen: Kaltwetter der einzige Fels in der Brandung im sofetisch verseuchten Universum.

  • Huber Claudia

    Wieder mal ein Wahnsinnsartikel, hervoragend recherchiert und mit 1a Zahlenmaterial hinterlegt. 🙂 Zum Wetter: Da man eigentlich nichts mehr sagen und die neuen Karten/Läufe verheißen auch nichts Gutes 🙁

  • Rob Dukes

    Wie immer, ein sehr guter Artikel!
    Hier der abartig gestörte Juni 2017 in der Tropenschweiz.
    http://www.srf.ch/meteo/meteo-news/juni-2017-der-monat-der-rekorde

  • Huber Claudia

    Und es geht im Süden richtig scheiße weiter :

    “ Mit immer mehr Sonne geht es vor allem im Süden mit den Temperaturen
    steil nach oben. Schon zur Wochenmitte wird die 30-Grad-Marke geknackt,
    am Donnerstag sind sogar Spitzenwerte um 35 Grad
    drin. Dazu bleibt es meist trocken. Im Norden geht es gedämpfter zu: Es
    gibt noch mehr Wolken und hier und da ein paar Tropfen. Zudem pendeln
    die Höchstwerte bis Mittwoch weiter um 20 Grad, erst anschließend wird
    es wärmer.“ Quelle: WetterOnline.

    • Rob Dukes

      Einfach unglaublich!
      Hier im SW und Schweiz erst kühler berechnet, nun wird es auf nächtes Wochenende immer wärmer???
      http://www.srf.ch/meteo/uebersicht
      Droht eine neue Ekelhitzepest ?? :((

    • Jo1965

      Süddeutschland, aber auch die Schweiz sowie Östereich kriegen wirklich eventuell wieder die volle Hitzbreitseite ab.
      Ende Juli bin ich beruflich in München und bin jetzt schon gespannt, was mich da erwartet.
      Tatsächlich sieht das Diagramm für München nicht toll aus, da die ENS nach hinten raus einen rieseigen Spread haben und einige Läufe mächtig in die Höhe gehen. Hoffentlich ist insbesondere dieser 25er reine Modellspinnerei!
      (C) http://www.wetterzentrale.de
      https://uploads.disquscdn.com/images/6de206ab93aa0455125503a87f8a544389a549753d8c1cbf254de7f09db36e22.png

      • Huber Claudia

        Österreich und Schweiz sind mittlerweile auch unerträglich geworden im Sommer. Auch in München ist es bei solchen Temps abartig, PS: Keine Angst die 25iger Iso sehen wir dieses Jahr bestimmt noch 🙁

        • Soweit würde ich nicht gehen, zumindest ist das nur im Extremfall zutreffend. Selbst in der Klimakatastrophe. Ich bange nur um den Herbst. Wenn wir da einmal Pech haben sollten, dann haben wir Dauersommer bis Weihnachten statt Waccy-Effekte die in Osteuropa runtergehen. Gegen einen 10-Grad-Winter mit endlich Regen hätte ich hingegen nichts. Schnee gibts hier eh nicht.

  • Leon

    danke für den Artikel!

    Die Klimakatastrophe schafft es auf engstem Raum immer extremere unterschiede zu etablieren.
    wenn ich z.B. bei deiner Auflistung die Niederschlagsmengen lese und bei NRW 75l lese, komme ich zu dem Schluss das dies nur durch die Bergregionen geschehen konnte.
    Bei mir waren es nämlich nur 24l und das zieht sich durch den Gesamten Rhein graben.
    Auch bei Bernd Hussing ist der Düsseldorfer Raum der Trockenste in Deutschland.
    Zusätzlich wurden in Düsseldorf die 37 Grad nur knapp verfehlt, bei mir waren es 36,6.
    Ich konnte mich diesen Juni wirklich fühlen wie in Ofenhessen

    • Ja, aufgrund der immer häufigeren Gewitterniederschläge statt Landregen, diese Gewitter wiederum durch die treibhausgasgesteigerte Hitze, werden die Niederschläge immer punktueller, je nachdem wo die Gewitterzellen entlangziehen. Zudem bauen die Wolken durch den Kontrast Bodenhitze und atmosphärischer Kälte Gewittertürme auf, die zu Extremregen führen.
      Wurde auch alles vor Jahren bereits so prognostiziert. Mich interessiert vor allem, was sich daraus für die Zukunft ergibt, denn wir befinden uns ja erst am zarten Anfang der Klimakatastrophenachterbahn in einer exponentiellen Entwicklung. Was ich wohl 2025 zu diesen Aspekten schreiben werde? Manchmal denke ich, ich möchte das gar nicht wissen…

  • Huber Claudia

    Mittlerweile wird mir auch klar wieso die Südeuropäer ( i.d.R) nicht so produktiv sein können wie die Nordeuropäer; diese elendige Hitze lähmt wirklich alle und alles. PS: Für die politisch ganz Korrekten: Meine Aussage ist weder politisch, nationalistisch usw. usw gemeint, sondern bezieht sich NUR aufs Wetter)

  • Sandra Ditt

    Gerade durch Rüsselsheim gefahren und Regen !! Jetzt bin ich das erste Mal hier und es regnet gleich, LOL. Ich sollte öfter kommen! :-))

    • Ja, vielleicht vertuscht Kaltwetter die ganze Zeit nur panisch, was die Region doch für ein Regenparadies ist 😉

    • Na toll lol der erste Regen seit Monaten und du verzerrst jetzt die Statistik ^^

  • Rob Dukes

    Das sieht in der Tropen Schweiz mit ihren Gletschern nicht gut aus. :((
    http://www.20min.ch/wissen/news/story/Rhonegletscher-schrumpft-10-Zentimeter-pro-Tag-12154836
    http://www.srf.ch/meteo/meteo-news/hitzetage-soll-bereits-erreicht
    Und wir haben erst Anfang Juli …..

    • Maik Mesh

      War vor 2 Monaten das letzte mal am Furkapass und es ist schon erschreckend. Wenn man sieht dass der Gletscher mal bis ins Tal(!) reichte……

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