Zu warm, zu sonnig, zu trocken.
Zu warm, zu sonnig, zu trocken.

Man kennt es ja schon …
Auch der März war mal wieder zu warm – dieses Mal satte 1,8 Grad im Mittel. Das bedeutet in etwa 6 bis 8 Grad zu warme Tageshöchsttemperaturen im Durchschnitt bundesweit (alle Angaben: DWD – die leicht abweichenden Zahlen liegen darin begründet, dass der DWD bereits verfrüht am 30.03. die März-Zusammenfassung veröffentlicht hat, www.wetterkontor.de, Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland).

Das Jahr 2015 ist nach wie vor ein Jahr der Klimakatastrophe, wenngleich nicht so furchtbar wie 2014, das bekanntlich alle Warnsignale explodieren liess:
Januar 2015 = 2,2 Grad Celsius im Mittel = +2,7 Grad zu warm
Februar 2015 = 0,7 Grad im Mittel = +0,3 Grad zu warm
März 2015 = 5,2 Grad Celsius = +1,8 Grad zu warm.

Somit ergeben sich einmal wieder 7 Monate am Stück, die zu warm waren, teilweise abnorm heiß. Der letzte zu kalte Monat war der August 2014.

Zu warm, zu sonnig, zu trocken

So lautet der klassische Dreikampf der Klimakatastrophe. Der März 2015 erfüllte es mit Ausnahme der letzten Tage in voller Bandbreite.
Besonders in Hessen gab es lediglich 34% des üblichen Regensolls. Bis zum 26.03. waren es sogar nur 12%.

Märzfrühling im Jahr 2014: Oh schau mal, eine Blume verreckt auf dem Wüstenboden!; © Karen Green auf www.flickr.com, Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en
Märzfrühling im Jahr 2014: Oh schau mal, eine Blume verreckt auf dem Wüstenboden!; © Karen Green auf www.flickr.com, Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en

Die Sonne brannte grauenhafte 124% des normalen Solls. Im Südwesten, also Rhein-Main und Baden-Württemberg gab es einen traurigen Rekord mit 190 Sonnenstunden unerträglicher Grelle und UV-Bombardierung.

Grob überschlagen waren der Niederrhein und punktuelle Gebiete um Trier – Saarbrücken – Mannheim von den Temperaturen noch die niedrigsten, während der Norden und Nordosten die höchste Abweichung vom Mittel aufwiesen.
Beim Niederschlag hingegen sah es umgekehrt aus. Der Norden bei Nord- und Ostsee bekam durch seine Seelage deutlich mehr Regen ab als die geplagten Menschen im Südwesten.
Am wenigsten Sonnenschein (und doch im Mittel überdurchschnittlich zu viel) bekam ein Streifen in der Mitte Deutschlands vom Niederrhein über Münster, Nordhessen bis hin zu Cottbus und Berlin.

Erst die letzten Tage brachten herrliches Sturmwetter mit Orkanböen, Regen und stellenweise Hagel. Doch diese kurze Episode, die zudem wieder von den Temperaturen mild verlief, konnte den enttäuschenden, viel zu warmen März nicht kompensieren.

Wann kommt eine langfristige Erlösung?

7 Monate am Stück wieder nur Wärme.
Angesichts peinlicher Kommentare in den Medien scheint die verblödete Masse die Klimakatastrophe zu ersehnen und nicht zu begreifen, dass 25 Grad im März nicht nur nicht normal sind, sondern krankhaft pervers und ein Beweis der Klimakatastrophe. Ein Blick in die Archive des DWD sorgt hier für Erleuchtung, wenn man selbst noch nicht in den 1970er Jahren gelebt haben sollte …
Selbst 15 Grad sind bekanntlich im März deutlich zu viel, der bis zum 21.03. noch zum astronomischen Winter zählt. Einstellige Temperaturen sollten das Normalmaß sein und sind es wieder nicht gewesen.

Die einmal mehr von der sommerfetischistischen Presse beklagten Sturmtiefs Mike und Niklas am Ende des Monats waren eine Rückkehr zu normalem Wetter der 1970er Jahre und eine kurze Erlösung von der doch grassierenden Trockenheit und werden wohlwollend von uns zur Kenntnis genommen.

Märzfrühling vor der Klimakatastrophe: Schneeglöckchen im Schnee
Märzfrühling vor der Klimakatastrophe: Schneeglöckchen im Schnee

Trotz der zu hohen Temperaturen war der März weniger katastrophal als der März 2014. Zugegeben: Das ist wirklich auch kein Kunststück!
Erinnern wir uns: +3,4 Grad jenseits aller Vorstellungen und eine Natur, die wie im Hochsommer unter Hitze und Dürre ächzte. Dieses Mal wurden wir davon nur im Ansatz getroffen, aber das reichte auch. Wir warten weiter auf einen Monat der Erlösung wie den August 2014 mit einer 0,0 oder Minuswerten. Sollten meine Befürchtungen recht haben, wird es diese nicht mehr geben, denn die Klimakatastrophe wird wieder Fahrt aufnehmen.
Die Zukunft wird es zeigen.

Bildliche Darstellungen zu Temperatur, Niederschlag und Sonnenscheinqual finden sich auf:
www.wetterkontor.de – hier nicht vergessen, das Mittel 1961-1990 und nicht 1981-2010 einzustellen, denn sonst macht man die Klimakatastrophe zum Standard. Selbst 1961-1990 beinhaltet bereits Jahre mit zu hohen Werten der Klimakatastrophe, die ab 1986 deutlich spürbar wird.

http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

  • Asaad Chneker

    Ich denke wir haben durch die schwächelnde Sonne noch genug Möglichkeiten auch unser Fett weg zubekommen, doch wird dies selbstverständlich erst ein Ausgleich sein, wenn mehrere Winter und ggf. Herbste hintereinander kälter werden. Ganz so tragisch, sehe ich es daher nicht. Aber wo Kai Zorn seit Monaten eine Abkehr oder auch nur Umkehr sieht, sehe ich von den reinen Temps bisher nicht. Einzig das sich aufwölbende Azorenhoch, was momentan den Atlantik erneut beginnt zu blockieren, könnte als Fingerzeig dienen. Die Korrelation mit der schwächelnden Sonne wäre ja gegeben ;).

    • Darauf hoffe ich auch, aber realistisch sehe ich derzeit höchstens eine Chance von 10%, dass die Sonne so gravierend fehleingeschätzt wurde.
      Punkt ist auch, dass die vermehrte Ost- und Nordlage im März trotz erneuter Dürre und Horrorsonne die Temps nicht in Katastrophenwerte wie 2014 steigen ließ. Die Frage ist: Was passiert, wenn das aufhört und Südlagen kommen zurück (so sicher wie das Amen in der Kirche), geschweige denn Omega?

      • Asaad Chneker

        Gute Frage. Naja Südlagen kann man halt nicht ausschließen^^. Mit der Sonne, sehe ich großes Potenzial. Wurde ja noch nicht einmal im aktuellen IPCC-Bericht von 2014 erwähnt. Man blendet es einfach aus Michael, obwohl zig Minima und Maxima in den Zyklen mit den Temps auf der Erde korrelieren. Aber ich bin dir nicht böse. Glaub mir, ich verstehe deinen Frust. Herr gib uns die 90iger zu rück, da waren die Mildwinter wenigstens erträglich 😉

        http://www.ipcc.ch/pdf/assessment-report/ar5/syr/AR5_SYR_FINAL_SPM.pdf

        • Die Wissenschaftler argumentieren nicht zu Unrecht, dass die Strahlungsleistung selbst einer reduzierten Sonne durch die Treibhausgase erhöht ist – und die Belege sind wirklich eindrucksvoll und zwar aus vielen Ländern, darunter USA, Japan und Deutschland. D. h. selbst wenn wir 1980 hätten und die „kalte Sonne“ zu Kältephasen führen würde, so sind diese Auswirkungen möglicherweise heute 2015 gar nicht mehr spürbar. Die Schätzungen eines Einflusses der Sonne auf das Klima gehen von 0,1 bis 4%.
          So oder so werden wir in den Jahren bis 2022 die Wahrheit erfahren, denn wenn sich nicht grundlegend etwas ändert, gehe ich davon aus, dass die herrschende Meinung der Klimatologen recht hat. Das ist auch das Spannende am Wetter – man weiß nie wie es ausgeht und ich hoffe nicht, dass die Sonnenskeptiker den gleichen „Erfolg“ wie Dr. Judah Cohen haben 😉
          Frustrierend ist die Situation so oder so. 7 Monate am Stück zu warm – es ist total krank. Vermutlich verstehen es viele nicht, weil sie nicht wie ich selbst in den 70er Jahren aufgewachsen sind und die Klimakatastrophe für sie Normalität ist. Nur leider wird diese sich immer weiter verschärfen und am Ende eine unglaubliche Bedrohung darstellen – und das wird allzu gerne verdrängt, vergessen und verharmlost.

  • Kältefreak

    Unglaublich!
    seit ca.6h stark Schneefall mit einer sich bis jetzt ausgebildeten Schneedecke von 3-4cm!!!Wahnsinn!!!So schön sah es den ganzen Winter hier nicht aus,krass…! Und es schneit bei 0,5 grad weiter und weiter…….

    • Das Bergland mal wieder, was? ^^
      Hier ein weiterer herrlicher Wolken- und Schauertag bei jahreszeitkühlen 7 Grad 😀

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