Das Jahr 2017 hechelt den 2016er Rekorden nur knapp hinterher, aber der Abstand wird von Monat zu Monat geringer.
Das Jahr 2017 hechelt den 2016er Rekorden nur knapp hinterher, aber der Abstand wird von Monat zu Monat geringer.

Die NOAA hat die Temperatur- und Klimadaten für den Planeten Erde im ersten Frühlingsmonat März 2017 ausgewertet und veröffentlicht.

Erneut liegt der Anstieg des CO2 unter 3 ppm, aber er steigt nach wie vor. Von einer Trendwende sind wir meilenweit entfernt. © <a target="_blank" href="https://www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends_ch4/">NOAA</a>
Erneut liegt der Anstieg des CO2 unter 3 ppm, aber er steigt nach wie vor. Von einer Trendwende sind wir meilenweit entfernt. © NOAA

Seit Oktober 2016 gibt es in den globalen Zahlen der NOAA einen Stop der Hitzerekorde. Der Waccy-Effekt mit der sterbenden Arktis und südlich auf die Kontinente „ausweichender“ Kälte trägt dazu bei.

Nun, wo sich der im September/Oktober bildende Polarwirbel allmählich auf natürliche Weise wieder auflöst, endet auch die „Waccy-Symptomatik“ von Hitze in der Arktis und kalten Kontinenten allmählich.
Seit Februar 2017 steigen die Zahlen wieder an, erreichen aber noch nicht neue Hitzerekorde, sondern verbleiben auf Platz 2 oder 3.
Man verstehe dies aber richtig! Die Erwärmung ist nach wie vor völlig abnorm hoch, wie man an den Grafiken unten bzgl. der Hemisphären bzw. Land und Ozean überdeutlich erkennen kann.

Man beachte unbedingt bei den angegebenen Zahlen, dass
(a) das verwendete Mittel nicht der übliche Dreißigjährige Zeitrahmen ist (außer bei den Karten, wie angegeben), sondern das 20. Jahrhundert komplett als Maßstab verwendet wurde, also die Jahre 1901-2000.
(b) die beiden Regionen, in denen die stärkste Erwärmung auftritt, die Arktis und die Antarktis werden bei den Messungen und angegebenen Daten aufgrund nach wie vor fehlender Instrumente ausgespart. Die tatsächliche Erwärmung des Planeten ist somit noch (vermutlich deutlich) höher.
(c) dass die verwendeten globalen Zahlen aufgrund der Komplexität eines ganzen Planeten sich von der Realität zwar unterscheiden können, aber in der Tendenz korrekt sind.

Ergebnis: Der Monat März 2017 liegt global auf Platz 2 der heißesten Märzmonate seit Messungsbeginn 1881.

Die Daten werden nach Landmassentemperaturen und Ozeantemperaturen unterteilt und lauten wie folgt:
Landtemperatur: +1.98 Grad über dem Mittel = Platz 2 aller jemals im März gemessenen Werte (bisheriger Rekord: 2.36 im Jahr 2016)
Ozeantemperatur: +0.71 Grad über dem Mittel = Platz 2 (bisheriger Rekord im März: +0.81 im Jahr 2016)
Land und Ozean somit: +1.05 Grad über dem Mittel = Platz 2 (bisheriger Rekord im März: +1.23 im Jahr 2016)

Die (rein statistische) Abkühlung der letzten Monate durch den Waccy-Effekt nähert sich allmählich dem Ende. Auf der globalen Karte ist Hitzesibirien wie im Februar 2017 ein deutliches Indiz, dass der Effekt der Südverlagerung der arktischen Kälte auf die Kontinente ein Ende gefunden hat. Wenn meine Theorie stimmt, müssten sich in den folgenden Monaten die Zahlen sukzessive steigern und spätestens im Sommer Hitzerekorde kommen, die das Jahr 2016 deutlich übertreffen könnten. Denn die Klimakatastrophe kann nur angesichts der nach wie vor steigenden Treibhausgase (nicht nur CO2, sondern auch Methan und Stickstoff) sich ausschließlich in eine Richtung entwickeln: In eine unkontrollierte, sich selbst beschleunigende globale Katastrophe.

Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat März; © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201703">NOAA</a>
Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat März; © NOAA
Globale Temperaturentwicklung Nördliche und Südliche Hemisphäre im Monat März; © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201703">NOAA</a>
Globale Temperaturentwicklung Nördliche und Südliche Hemisphäre im Monat März; © NOAA

Frühling gabs 1917, aber 2017 braucht man im Glühling andere Dinge …

Temperaturverteilungen auf dem Planeten

Die alles beherrschende Auffälligkeit im März 2017 ist ein Sibirien, dessen Temperaturen so hoch sind, dass sie außerhalb der dargestellten Skalen liegen (größer 5 Grad Celsius im Monatsmittel). In Anbetracht der völlig unterschätzten und mittlerweile denkbaren Methan-Apokalypse gibt dies Anlass zur größten Sorge.
Der „kalte Fleck“ im Atlantik südöstlich Grönlands, den viele für eine Abschwächung des Golfstroms gehalten haben, ist schwach wieder erkennbar, nachdem er im Februar 2017 nahezu verschwunden war. Meine Vermutung ist, dass der Kalte Fleck sich wieder deutlich vergrößern wird, wenn die „Schmelz-Saison“ in Grönland mit April und vor allem ab Mai und im Sommer Fahrt aufnimmt. Dann wird das Schmelzwasser zu weiteren Absenkungen der Wasseroberflächentemperatur führen und/oder durch seinen Süßwassercharakter zu einer Schwächung der AMOC-Pumpe des Golfstroms bei Island – allerdings sind letztere Aspekte keine kurzfristigen Angelegenheiten, sondern betreffen langskalige Entwicklungen über Jahrzehnte.
Neueste Erkenntnisse der internationalen Forschung deuten aber trotzdem auf einen tatsächlichen Zusammenhang mit der Schmelze des Grönlandeises (die naturgemäß im Winter nicht vorhanden ist)! Siehe hierzu den aktuellen Bericht zur Forschungslage: Der „Kalte Fleck“ im Atlantik – Neuigkeiten von der Forschungsfront.
Der „kalte Fleck“ wird uns also auch weiterhin beschäftigen und bleibt ein ungeklärtes Rätsel.

Der völlig überraschende El Niño in den Zonen 1+2 an der Küste (nicht auf dem Zentralpazifik in Zone 3.4!) ist in der Weltkarte vor der Westküste Südamerikas ebenfalls deutlich zu erkennen. Dass dieser EP (Eastern Pacific = Küsten-)El Niño ursächlich für die Zunahme der globalen Hitze ist, muss man eher negativ einordnen. Zum einen kann er nicht so schnell im Februar/März sich global auswirken und zum zweiten ist er bei weitem nicht so stark wie der 2015er El Niño. Ursächlich für die Hitze ist also weit eher das Ende des Waccy-Effektes zu sehen.

Bitte beachten: Die hier dargestellten Veränderungen beziehen sich auf die Klimakatastrophenjahre 1981-2010 und nicht auf das Mittel 1901-2000, um deutlich zu machen, ob sich die Klimakatastrophe weiter verschärft oder sie abklingt. Das bedeutet: Allein um einen Vergleich zur Zeit vor dem Start der beschleunigten Klimakatastrophe zu erhalten, muss man für globale Verhältnisse etwa +0.2 bis +0.3 Grad dazuzählen. Die hellblauen Flächen würden sich damit ebenfalls in den roten Bereich verändern.

Verteilung globaler Temperaturanomalien im März 2017. Sibirien liegt im Bereich außerhalb der dargestellten Hitzeskalen ..., © <a target="_blank" href="https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/201703">NOAA</a>
Verteilung globaler Temperaturanomalien im März 2017. Sibirien liegt im Bereich außerhalb der dargestellten Hitzeskalen …, © NOAA

Klima-Höhepunkte

In der Grafik der NOAA zeigen sich im März 2017 nun immer mehr Hitze-Anomalien. Die Zeit der Waccy-induzierten kalten Gebiete ist vorüber.

1. Zu heiße Regionen: Europa, Asien, Afrika, USA, Australien, Südamerika. Kurz: Die gesamte Welt.

2. Zu kühle Regionen:
 Alaska und Kanada.

3. Zu nasse Regionen: Neuseeland.

4. Hurricanes/Tornados/Taifune: Der tropische Wirbelsturm „Debbie“ führte im östlichen Australien zu neuen Niederschlagsrekorden.

5. Die Lage an den Polen verschärft sich weiter dramatisch: In der Arktis ebenso wie in der Antarktis (Sommerperiode) verzeichneten die Messungen erneut einen Rekordniedrigstand des Meereises seit Aufzeichnungsbeginn im Jahre 1979.

Bei der Diskussion, ob die NOAA-Zahlen letztlich exakt richtig sind oder nicht, zeigen auch alternative Messungen nur eines: Die Richtung geht nach oben. Die klimatischen Folgen sind auch jenseits der Zahlendiskussion offensichtlich. Ob wir dabei bereits einen globalen Kipppunkt überschritten haben (und die Zahlen tatsächlich noch schlechter sind, als wir derzeit messen können) oder ob es doch noch wie einst angedacht bis 2030 Zeit bleibt, etwas gegen die Klimakatastrophe zu unternehmen, wird sich wohl letztlich erst im Rückblick nach Jahren final bewerten lassen. Allerdings könnte es dann bereits lange zu spät sein, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute, © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute. Der Mensch existiert erst seit max. 1 Million Jahren (im blauen Bereich – wir sind Wesen der Eiszeit, die aktuell in Dinosaurierverhältnisse katapultiert werden und dabei zusammenbrechen werden), © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

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