Frühlingszeichen im
Frühlingszeichen im "Wonnemonat" Mai: Das Wüstengestrüpp ist endlich da!

Es war ein skurriler Mai, so viel steht fest.
Während man hier in Tropenhessen und ebenso die Mitte Deutschlands in einer Linie bis Berlin als neue deutsche Sahel-Zone definieren muss, ertrank man in Bayern unter Regenmassen – allerdings auch nur im letzten Mai-Drittel. Der Norden, allen voran Ostfriesland erlebte einen traumhaften Mai mit Werten von etwa 1 Grad UNTER dem Mittel 1961-1990. Ich hoffe, die Menschen dort können dieses klimatische Wunder entsprechend einordnen und in endlosen Dankprozessionen feiern, während Tropenhessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und andere mal wieder einen ca. 1 Grad zu warmen Mai ertragen mussten.

Diese Diskrepanz hat natürlich ihre Gründe:
Ostfriesland profitiert einerseits ohnehin im Frühling von der noch kühlen Nordsee. Während dort die Mitteltemperaturen im Mai 12 Grad betragen, stöhnt Frankfurt am Main ohnehin unter 14 Grad im Mittel, was im Grunde schon eine völlig andere Klimazone darstellt. Rechnet man die Abweichungen hinzu, ergeben sich im Mai 2015 im Norden 11 Grad und in Frankfurt knapp 15 Grad. Während die Tropenhessen von einem grauenhaften Wüsten-Mai sprechen, werden die Ostfriesen noch in Jahrzehnten von dem Mai 2015 als Erlösung reden.

Nicht nur die Nordsee trug ihren Teil dazu bei, sondern auch Höhentröge, die arktische Luft in den Norden Deutschlands, aber eben auch nur dorthin transportierten, weil die Schleife des Jetstreams leider den Norden Deutschlands streifte und schon in Nordrhein-Westfalen davon nur wenig zu spüren war und jenseits davon überhaupt nicht und statt dessen am Rand des Trogs logischerweise die Hitze und Dürre einsetzte.
Bayern ist hier eine Ausnahme, da eine Vb-Wetterlage im letzten Mai-Drittel Regenstaulagen bescherte, sodass am Ende auch Bayern zu warm abschnitt, aber dafür mit ausreichend Regen.

Im bundesweiten Mittel lässt sich jedoch ein Ergebnis festhalten, das natürlich unausweichlich scheint (alle Zahlen sind wie beim DWD für die letzten 2 prognostizierte Werte, die aber das Endergebnis nicht verändern):

Der Monat Mai 2015 war in Deutschland 0,4 Grad zu warm und ist somit der 9. zu warme Monat in Folge!

Die bisherigen Monate des Jahres bestätigen trotz eines verhaltenen Mai, dass die Klimaerwärmung nach wie vor aktiv ist:

Januar 2015 = 2,2 Grad Celsius im Mittel = +2,7 Grad zu warm (2014: +2,6 Grad)
Februar 2015 = 0,7 Grad im Mittel = +0,3 Grad zu warm (2014: +4,7 Grad)
März 2015 = 5,2 Grad Celsius = +1,8 Grad zu warm (2014: +3,4 Grad).
April 2015 = 8,6 Grad Celsius = +1,2 Grad zu warm (2014: +3,4 Grad).
Mai 2015 = 12,5 Grad im Mittel = +0,4 Grad zu warm (2014: +0,3 Grad).

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 5 Grad zu hohe Tagestemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. im Mai statt 16 Grad 21 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 7 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 12 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Erwähnung sollen auch Tornados finden, die Deutschland bisher nur selten gesehen hat und die Anfang Mai ihr zerstörerisches Unwesen trieben. Ob auch hier die Klimakatastrophe ihre Finger im Spiel hat, werden wohl erst die nächsten Jahre zeigen, wenn sich eine statistische Häufung von Tornados der Klasse F3 oder höher beobachten lässt.

(1) Temperaturen im Mai 2015

Angesichts der großen Diskrepanz lohnt es sich diesen Monat einmal wieder, eine Rangliste nach Bundesländern zu zeigen, denn die Unterschiede sind krass. Leider verwendet der DWD das Klimakatastrophenmittel 1981-2010, um die katastrophale Entwicklung vermutlich zu verharmlosen. Daher habe ich die Liste auf Grundlage des deutschlandweiten Mittels von 12,1 Grad im Mai nach dem 30-Jahres-Mittel 1961-1990 geordnet und nicht nach den relativen Abweichungen jedes Bundeslandes vom länderspezifischen Mittel, das mir nicht zur Verfügung steht.
Es macht auch in der Hinsicht mehr Sinn, um herauszufinden, wohin man sich begeben muss im Frühjahr, um dem tropenhessischen Sommer zu entfliehen. ^^

Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur:

Platz 1: Schleswig-Holstein: 10,9 Grad
Platz 2: Mecklenburg-Vorpommern: 11,7 Grad
Platz 3: Niedersachsen: 11,8 Grad
Platz 4: NRW: 12,4 Grad
Platz 5 und 6: Hessen und Thüringen: 12,6 Grad
Platz 7: Bayern: 12,7 Grad (da Bayern zu den Regenglücksländern gehört, habe ich hier die Grenze zur „Sahelzone“ gezogen ^^)
Platz 8 bis 10: Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg: 12,8 Grad
Platz 11 und 12: Rheinland-Pfalz und Saarland: 12,9 Grad
Platz 13: Baden-Württemberg: 13,2 Grad

An den Küsten war man also gut aufgehoben, während man im Südwesten Arabiens Wüsten Konkurrenz machte. Wer es nicht glaubt in Bayern, hier die Karte des Dürremonitors für Deutschland mit Werten, die zeigen, dass die Klimakatastrophe in der Mitte Deutschlands sehr wohl aktiv war wie in den Jahren zuvor. Auch die Waldbrandgefahr war stetig hoch. Die DSZ (Deutsche Sahel-Zone) ist deutlich zu erkennen.

Dürre im Mai 2015, © Helmholtz-Zentrum Dürremonitor, http://www.ufz.de/index.php?de=33328
Dürre im Mai 2015, © Helmholtz-Zentrum Dürremonitor, http://www.ufz.de/index.php?de=33328

(2) Niederschlag im Mai 2015

Die großen Unterschiede sind beim Niederschlag noch größer als bei den Temperaturen. Während man in Bayern im letzten Mai-Drittel herrliche Regentage erlebte, die man im Südwesten seit Jahren (kein Witz!) nicht mehr gesehen hat, erfreute sich Ostfriesland normalen Regens und die Sahel-Zone in der Mitte Deutschlands vertrocknete mit Werten zwischen 17 und 30% des üblichen Solls. Aber das ist noch nicht alles! Denn die alarmschrillenden Werte summieren sich, wie all die Jahre auch. Hier eine Aufstellung des Regensolls der Monate des Jahres 2015 bisher mit Vergleich zu 2014 in Prozent zum Soll 1961-1990:

Januar 2015: 143% (2014: 86%)
Februar 2015: 53% (2014: 111%)
März 2015: 35% (2014: 23%)
April 2015: 35% (2014: 73%)
Mai 2015: 22% (2014: 103%)

März und April scheinen im Südwesten Deutschlands unter Einfluss der Klimakatastrophe Dauerdürren zu entwickeln – eine traurige Entwicklung, die bereits in den 1980er Jahren als Folge der Klimakatastrophe vorhergesagt wurde …

Die einzelnen Bundesländern in absoluter Reihenfolge, beginnend mit den regenreichsten Ländern als positives Vorbild bis hin zu den Ländern der Sahelzone Deutschlands:

Platz 1: Bayern mit 92 l/qm
Platz 2: Baden-Württemberg mit 87 l/qm
Platz 3: Schleswig-Holstein mit 65 l/qm
Platz 4: Mecklenburg-Vorpommern mit 50 l/qm
Platz 5 und 6: Niedersachsen und Saarland mit 36 l/qm
Platz 7: NRW mit 30 l/qm
Platz 8: Brandenburg mit 23 l/qm
Platz 9: Hessen mit 21 l/qm
Platz 10 und 11: Rheinland-Pfalz und Sachsen mit 20 l/qm
Platz 12: Sachsen-Anhalt mit 17 l/qm
Platz 13: Thüringen mit 16 l/qm

Es ergibt sich hier eine radikale Trennung in Bundesländer mit dem Erreichen des Solls und der erschreckenden Sahel-Zone. Die Zahlen täuschen darüber hinweg, dass selbst Bayern das Regensoll nur ganz knapp übertraf und die meisten Bundesländer teilweise nur ein Drittel ihres Solls erreichten. Die Klimakatastrophe scheint nach wie vor im Frühling ganze Arbeit zu leisten. Das Kohlendioxid in der Atmosphäre steigert die Wärmeleistung jedes einzelnen Sonnenstrahls, während eingefahrene Klimabedingungen lange anhalten und so Dürren hervorrufen. Eine beängstigende Entwicklung für die Zukunft, die man unbedingt im Auge behalten muss!

(3) Sonnenscheinbelastung im Mai 2015

Der Sonnenschein ist bekanntlich im Mai durch die Tageslänge und mögliche Sommerwetterlagen im Frühling so störend und belastend, dass in Zeiten der Klimakatastrophe der Monat Mai im Grunde bereits zu den Sommermonaten zu zählen ist.
Auch bei dem Sonnenschein ergibt sich allerdings eine große Spannbreite an Unterschieden. Und: Eine UV-Durchseuchung wie im April war gottlob nicht ganz festzustellen.

Platz 1: Bayern mit 167 Stunden
Platz 2: Niedersachsen mit 175 Stunden
Platz 3 und 4: Baden-Württemberg und Saarland mit 180 Stunden
Platz 5: Schleswig-Holstein mit 186 Stunden
Platz 6: Rheinland-Pfalz mit 190 Stunden
Platz 7 und 8: NRW und Hessen mit 195 Stunden
Platz 9: Mecklenburg-Vorpommern mit 202 Stunden
Platz 10: Thüringen mit 210 Stunden
Platz 11: Brandenburg mit 218 Stunden
Platz 12: Sachsen-Anhalt mit 220 Stunden
Platz 13: Sachsen mit 227 Stunden

Auch hier liegt schon wieder Bayern vorne mit den wenigsten Sonnenstunden, auch Niedersachsen war dank Troglagen öfter herrlich bewölkt. Alle anderen Bundesländern waren aufgrund regionaler Besonderheiten mit viel Sonne oder durch die DSZ kein Ort, um länger zu verweilen, wobei Sachsen den gebratenen UV-Vogel abschoss …

Nicht Eissonne und nicht brennender Dornbusch

So könnte man die Klimalage im Jahr 2015 bisher beschreiben.

Das Jahr 2014: Der Dornenbusch brennt nicht, er wird atomar schockgebrannt
Das Jahr 2014: Der Dornenbusch brennt nicht, er wird atomar schockgebrannt

Zwar ist bisher seit August 2014 jeder Monat zu warm, allerdings nicht so deutlich wie noch 2014. Januar und März 2015 kann man getrost als Klimakatastrophe einordnen, doch Februar und Mai erreichten bundesweit (mit Ausnahme der DSZ) normale Klimawerte.
Insgesamt herrscht eine oft meridionale Wetterlage vor, die die Westdrift blockiert und den Wind aus Norden und Osten, mal auch aus Süden (bei den bisher 2 Hitzewellen im April und Anfang Mai) wehen lässt. Die Süd- und Südwestströmung mit Beteiligung der Westdrift aus dem Jahr 2014, die zu unfassbaren Katastrophenwerten geführt hatte, scheint abgelöst. Die Frage ist nur: Handelt es sich um eine zufällig Entwicklung oder hängt dies mit den immer geringer ausfallenden Sonnenflecken zusammen? Eine ruhige Sonne erhöht die Chancen auf meridionale Wetterlage (Blockade der Westdriftwinde und vorherrschende Ost- und Nordlagen), wie wir sie momentan erleben und wie sie seit etlichen Jahren und zwar seit dem letzten Sonnenfleckenminimum im Jahre 2010 nicht mehr beobachtet worden ist. Ein kausaler Zusammenhang liegt hier natürlich nahe.

Sollte es tatsächlich so sein, dann stehen uns Pausejahre von der Klimakatastrophe bis ungefähr 2023 bevor, dass man sich die Hände reiben könnte. Andererseits deuten die Langfristprognosen an, dass der Juni erneut ein Monat sein könnte, der 2 Grad oder mehr über dem Mittel endet.

So weit sind wir nicht: Eine Sonne mit Abbruch des Sonnenfleckenzyklus und einer "kleinen Eiszeit"
So weit sind wir nicht: Eine Sonne mit Abbruch des Sonnenfleckenzyklus und einer „kleinen Eiszeit“

Ich werde die Lage weiter beobachten und eines darf man jetzt bereits festhalten: Sollte sich die Wetterlage weiter so darstellen, darf man auf den Herbst gespannt sein. Rein theoretisch müsste uns dann ein kühler September, den wir seit Jahren nicht mehr erlebt haben, bevorstehen. Bei einer meridionalen Wetterlage könnte es dann ein kühler, aber leider sonniger Herbst werden, denn für Sturm benötigen wir bekanntlich die Westdrift. Andererseits scheint die Westdrift, vor allem wenn sie eher auf Südwest statt Nordwest dreht, uns Wärme wie 2014 zu bescheren. Letztes Jahr hatte Tropenhessen somit aufgrund Südwestlage ab Oktober herrliche Dauerwolken, aber extrem hohe Temperaturen.
Ob kühlere Temperaturen, aber dafür Dauersonne erstrebenswert sind, erscheint mir wie die Wahl zwischen Tod durch Verdursten oder Verhungern. Vielleicht kommt aber auch alles anders und es gibt ein klimatisches Wunder: Ein Herbst wie in den 1970ern* mit kühlen Temperaturen durchgängig von September bis November mit Sturm. Die Hoffnung lebt auf jeden Fall wieder. 🙂

Die letzten nationalen Klimaberichte: April 2015, März 2015
Die letzten globalen Klimaberichte: April 2015, März 2015
Der letzte Jahresklimabericht: 2014

  • Zoppo Trump

    Man da haust du ja eins nach dem anderen raus. Gute Berichte allesamt. Müssten normalerweise in Wetterforen/Wetterdiensten stehen. In letzter Zeit steigt meine Hoffnung bezüglich des Herbst und des Winter auch leicht an, wenn ich hier bei dir immer lese 🙂

    • Danke 🙂
      Ja der Herbst, leider ist es momentan nur ein Bauchgefühl anhand der Indizien. Aber der Herbst kommt bestimmt und die große Herbstprognose Ende August auch. Ich bin selbst gespannt, was IRI, NASA, CFS und Konsorten weissagen. Die 2K-Regel wird im September natürlich für den Winter auch schon überprüft und im Oktober folgt dann der October Pattern Index, aber dieses Mal als nur ein unbedeutendes Mittel unter vielen, um zu eruieren, wie dann der Winter wird. Ich freu mich riesig auf den Herbst 🙂

  • Kältefreak

    Bei Wetter.de wird tatsächlich schon wieder ein Sommer der Marke 2003 in Betracht gezogen..! Die hamse nicht mehr alle, echt mahl jetzt! Diese umfassende Ignoranz muss bestraft werden, aber soll man machen….

    • Gegen Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens. Ich habe mich auch lange über die allgegenwärtigen Hitzepropagandaseiten aufgeregt, aber dreimal darfst du raten, warum es jetzt diese Seite kaltwetter.com gibt (man beachte die feine Ironie im Vergleich des Namens zu wetter.com ^^).

  • Melli

    Dankeschön für diese genialen Beiträge hier alle! Hier in der Eifel war es die letzten Wochen über auch viel zu trocken, jetzt bin ich froh über die anderthalb oder zwei Tage Regenwetter (ein Gutteil ist schon wieder weggerechnet, wie immer) und mir graut schon vor der bevorstehenden Hitzewelle. Oft beobachte ich das Regenrader bei meteox, und sehe z. B. wie im Westen eine Regen- oder Gewitterfront über Frankreich oder Belgien aufziehen und sich genau in Richtung unserer Gegend in der Eifel bewegen. Super, in zwei Stunden kommt endlich endlich Regen! Aber von wegen. Wie von Geisterhand löst sich das Regengebiet oder Gewitter auf, kurz davor oder genau dann, wenn es „das Gesäß von Deutschland“ eigentlich hätte erreichen sollen. Und das hab ich in den letzten Jahren, vor allem im Glühling und Hochsommer, so dermaßen oft gesehen, immer, immer wieder! Nur ab und zu schafft es ein bisschen Regen noch zu uns, und dann ist es i. d. R. viel weniger, als zuvor „gemeldet“ war, oder eben, auch ganz oft gar nichts mehr. Stattdessen knallt die Sonne vom Himmel als gäbe es kein Morgen mehr, dazu ständig die grässlichen Sofeten-Sprüche „Was für ein herrliches Wetter!“ – „Wie schön! Die Sonne!“ (und das am 37. Tag der grellen Dauersonne und Glühsommer in Folge), oder, genau wie Du schreibst, bei 19,5 Grad im Schatten „ist das eklig kalt heute!“, der ständige Grilldunst, die Rasenmäher-Psychopathen und Sisyphos-Handwerker :DD inzwischen fast rund um die Uhr. Die grelle Sonne von 5 Uhr morgens bis nach 10 abends mittlerweile. Ich beneide all die glücklichen Pinguine, die, die in der Antarktis leben und sogar auch die, die hinter dicken, kühlenden Klostermauern im Dunkeln knien und ihrem womöglich gar nicht mal so trostlosen Dasein fröhnen dürfen. Oder man wünscht sich eine nächste Inkarnation in Island (wenn es bis dahin nicht zum „Teneriffa des Nordens – die Insel des ewigen Glühlings“ verkommen sollte), wobei es in Island derzeit ja auch ganz fürchterlich lange hell ist – also auch dies nicht wirklich ein Ort zum Wohlfühlen im Sommer. Hoffen wir weiter auf einen zeitnahen Hekla-Ausbruch, der uns die Atmosphäre verdunkeln und endlich dauerhaft angenehmeres Wetter schenken möge.

    • Hallo Melli, freut mich wieder von dir zu hören 🙂
      Du hast natürlich vollkommen recht ^^
      Die Eifel liegt laut Dürremonitor auch in der DSZ, willkommen im Club. Jetzt kommt die schlimmste Zeit des Jahres, Juni und Juli und ich kann schon gar nicht mehr zählen, wie oft ich mir eine Reinkarnation auf Island gewünscht habe lol Sei beruhigt, da bleibt es kalt, auch dank des abkühlenden Golfstroms. Nur Norwegen heizt sich bis zum Anschlag auf, wie alle skandinavischen Kontinentalländer.
      Ich habe nach wie vor ein gutes Gefühl, was die isländischen Vulkane angeht. Natürlich kann ich nicht wissen, ob morgen einer ausbricht oder erst in 5 Jahren, aber irgendwie zwickts mich im Hinterkopf. Ist vielleicht auch nur der Luftstrom der Klimaanlage 🙂

  • Blizzard

    GFS lässt uns in der Langfrist einmal mehr träumen… mitteleuropäische Troglage mit Höhenkaltluft eingebettet in meridionaler Großwetterlage würde der Dürre endlich ein Ende bereiten http://www.wetterzentrale.de/pics/Rtavn3841.gif stattdessen steht erstmal und dass ist im Vergleich zur Super-Langfrist nicht nur ein simuliertes Hirngespinst Hochdruck und dann nochmal Hochdruck und dann nochmal Hochdruck vor der Tür. Das ganze beginnt mit Warmluftadvektion aus dem SW http://www1.wetter3.de/Animation_12_UTC/102_26.gif (700Hpa~3000m) das Bodenhoch rutscht weiter und es greift ein Kurzwellentrog auf Mitteleuropa ein (Das ist aber wirklich nur eine Eintagsfliege und insbesondere über Deutschland nur thermisch bedingt das Höhenhoch bleibt bis zur erweiterten Mittelfrist dominant!!) damit gelangt feuchtere Luft zu uns, die Taupunkte schnellen in die Höhe, sodass wir bei Cape Werten um die 2500 J/Kg am Freitagabend ordentlich Power haben für organisierte Konvektion. Ich sehe allerdings noch zwei Problemfaktoren. 1. südlich der Mittelgebirge hält sich wie zu oft Hohe Bewölkung, was den Einstrahlungseffekt deutlich mindert somit sind die Cape Werte nur theoretisch und nicht real existent. 2. Kommen wir zwar durchaus in den Frontengenuss (wie genau noch zu weit weg) aber wie es ausschaut ist diese womöglich einmal mehr zu trocken http://www1.wetter3.de/Animation_12_UTC_05Grad/132_2.gif wir könnten das erleben, was wir (v.a. in der Mitte) schon oft erlebt haben im Norden Superzellen im Süden Starkregen und hier fragt man sich wo war die Kaltfront..?? (Die Beleidigung, welche diese Wetterkarte ausstrahlt muss ich nicht beschreiben…http://www1.wetter3.de/Animation_12_UTC/132_34.gif) Anschließend folgt das nächste Bodenhoch jedoch gelangen wir in eine nördlichere Strömungskomponente, was wenigstens Tagestops unter 30° bedeutet :/ das hoch rutscht ostwärts, Strömung dreht auf süd, Hitzehölle, steigendes Gewitterpotential und dann?? und ist das nicht schon viel zu weit, dass man das gar nicht mehr vorhersagen kann? Ja und Nein. Denn noch in der Mittelfrist tropft tiefes Geopotential samt Höhenkaltluft Richtung Iberische Halbinsel ab und hieraus resultieren wiedermal zwei Möglichkeiten. Entweder es flankiert und stärkt unser Höllenhoch (für die Variante hat sich Kai entschieden), oder es führt die Frontalzone näher zu uns heran, klass. NWz http://www1.wetter3.de/Animation_12_UTC/276_13.gif zeigt der aktuelle Lauf prima und da könne man auch von Schafskälte sprechen, aber das ist nun wirklich zu weit warten wir was die Hochdruckgebiete machen und ob wir so eine Hitze überhaupt überleben…

    • Danke Blizzard für diese detaillierte Aufstellung von Situation und Möglichkeiten.
      Pessimistisch wie ich bin, „glaube“ ich auch an den garantierten Hochdruck. Wenn schon in der Langfrist Juni beinahe durchgängig als zu warm berechnet wurde mit dem Mittel 1981-2010, dann gehe ich von +3 Grad über dem Mittel 1961-1990 am Ende aus. Klimakatastrophe pur.
      Ich hoffe allerdings, dass die Langfrist dann auch für Juli und August recht hat und die beiden Monate nicht die Hölle werden, sondern bei moderaten +1.0 maximal landen werden. Schlimm genug.
      Was Gewitter angeht, hat 2014 bei mir genug seelischen Schaden angerichtet. Die Gewitterzellen lösten sich direkt vor meiner Haustür auf. Jedes Mal. Und das 1 Mal (mehr hatten wir nicht an Gewitter) wo es nicht so war, entstand das Gewitter direkt vor Ort. Freunde jubelten in Münster, in Oberbayern, an den Alpen, in Österreich, sogar im Norden. Und ich hockte deprimiert im Keller und wartete auf den Herbst weil kein Gewitter ankam.
      Ich gehe davon aus, dass es dieses Jahr ebenso ist.

      Auf der anderen Seite sind die Sonnenflecken sehr niedrig (http://space-env.esa.int/index.php/Daily-Sun-Spot-Number.html). Bisher ist das ja vernachlässigt worden in der Forschung, aber allein die eigenhändige Beobachtung zeigt, dass bei Niedrigstand die meridionalen Lagen eindeutig wieder Aufschub bekommen. Hier liegt auf einer Meta-Ebene unsere Hoffnung auf für den Sommer. Was El Nino angeht, da habe ich ein Auge drauf. Und so stehen wir zwischen dem Tageswetter und Großwetterlagen und der Meta-Ebene mit Sonnenflecken und El Nino und hoffen, dass sich die Variablen im Lotto-Roulette mal in unsere Richtung drehen. Ob’s geschehen wird? Sicher nicht so wie wir es verdient hätten. Ein Kaltsommer nach 1987 (!) wäre nun wirklich nicht zu viel verlangt. Allein die Wahrscheinlichkeiten sind gleich null.

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