Die US-amerikanische NOAA hat den globalen Klimabericht für den Monat Mai 2015 veröffentlicht. (Den Mai 2015-Klimabericht für Deutschland mit der „Deutschen Sahel-Zone“ finden Sie hier: http://byjrdp.myraidbox.de/klimabilanz-mai-2015-deutschland-die-deutsche-sahelzone-dsz/)

Die gesammelten Daten der NOAA überraschen: Im Gegensatz zum April, wo es nur eine verhaltene Erwärmung der Erde gab, stellte man im Mai erneut einen Hitzerekord fest, auch wenn die Lage in Deutschland sich vielerorts so nicht anfühlte. Das hat jedoch seine Gründe und damit meine ich nicht, dass Deutschland nur ein winziger Punkt auf der Erdkugel ist, nein, die Ozeantemperaturen schießen nach oben und machen Sorge. Ich hatte bereits berichtet, dass die Wissenschaftler sich sorgen, dass die Ozeane, die seit Jahrzehnten den Großteil der Klimakatastrophe schlucken, nun am Limit angelangt sind. Die Folge wäre ein Hitzesprung, vor allem angesichts El Niño, der die Wassertemperaturen und die globale Erwärmung wie ein Bunsenbrenner antreibt.

Zudem weist die NOAA darauf hin, dass mit der vorliegenden Klimaanalyse neue Messsysteme verwendet wurden (Land: GHCN-M version 3.3.0 und Ozeane: ERSST version 4.0.0), die deutlich genauer sind.
Man beachte unbedingt bei den angegebenen Zahlen, dass
(a) das verwendete Mittel nicht der übliche Dreißigjährige Zeitrahmen ist (außer bei den Karten, wie angegeben), sondern das 20. Jahrhundert komplett als Maßstab verwendet wurde, also die Jahre 1901-2000.

(b) die beiden Regionen, in denen die stärkste Erwärmung auftritt, die Arktis und die Antarktis werden bei den Messungen und angegebenen Daten aufgrund nach wie vor fehlender Instrumente ausgespart. Die tatsächliche Erwärmung des Planeten ist somit noch (vermutlich deutlich) höher.

 

Ergebnis: Der Monat Mai 2015 liegt auf Platz 1 und ist somit der heißeste Mai-Monat, der jemals gemessen wurde.

 

Die Daten werden nach Landmassentemperaturen und Ozeantemperaturen unterteilt und lauten wie folgt:
Landtemperatur: +1.28 Grad über dem Mittel = Platz 1 aller jemals im Mai gemessenen Werte
Ozeantemperatur: +0.72 Grad über dem Mittel = Platz 1
Land und Ozean somit: +0.87 Grad über dem Mittel = Platz 1

Die Ozeantemperaturen steigen in einer bedenklichen Kurve an, wie ich es bereits im globalen Klimabericht zum April 2015 erwähnt hatte. Dies würde die These untermauern, dass die Kohlendioxidaufnahme der Meere ihr Limit erreicht hat. Sollte sich dies in den Temperaturen in den kommenden Jahren wiederspiegeln, so würde sich in diesem Fall die Klimakatastrophe deutlich steigern über einen Schneeballeffekt: Wärmere Ozeane = schneller schmelzendes Eis = geringere Albedo (Reflexion) der Sonnenstrahlen = schnellere Erhitzung der Erde nebst Meeresspiegelanstieg, außerdem: Versauerung der Ozeane und Massensterben der Meerestiere aufgrund Sauerstoffmangels. Vgl. dazu auch: http://byjrdp.myraidbox.de/die-waermewirkung-des-kohlendioxids-und-die-klimasensitivitaet/ und http://byjrdp.myraidbox.de/daten-zur-eisschmelze-entlarven-klimawandelskeptiker-als-luegner/

Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat Mai, © NOAA
Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat Mai, © NOAA

Temperaturverteilungen auf dem Planeten

Die Weltkarte zeigt nach wie vor überraschende regionale Unterschiede. Nach wie vor ist die Ostküste der USA* kälter als das Mittel, ebenso der Atlantik östlich Neufundlands, wo man eine Abschwächung des Golfstroms vermutet, die hier auf der Karte deutlichen Niederschlag findet. Auch der insgesamt kalte Atlantik fällt auf.

Beinahe tragisch mutet Indien* an, das vor der katastrophalen Hitzewelle mit mittlerweile über 2000 Hitzeopfern im Mai noch kälter als das Mittel daherkommt.

Bitte beachten: Die hier dargestellten Veränderungen beziehen sich auf die Klimakatastrophenjahre 1981-2010 und nicht auf das Mittel 1901-2000, um deutlich zu machen, ob sich die Klimakatastrophe weiter verschärft oder sie abklingt.

Verteilung globaler Temperaturanomalien im Monat Mai 2015, © NOAA
Verteilung globaler Temperaturanomalien im Monat Mai 2015, © NOAA

Wie auch im April erkennt man eine abnorme Hitze vor allem in Sibirien – die evtl. ursächlich dafür ist, dass der Permafrostboden taut und die rätselhaften Riesenlöcher evtl. durch Methan erzeugt, die das Potential zum Weltuntergang haben. Sollte die These richtig sein, dass das dort gespeicherte Methan (das ca. 30 mal effektiver als das Treibhausgas Kohlendioxid ist) einen Hitzesprung innerhalb von einigen Jahren auslösen könnte, der einen galoppierenden Hitze-Effekt hervorruft, dann kann einem Angst und Bange werden.
Allerdings muss man hier sagen, dass solche doch recht radikalen Thesen derzeit absolut unbestätigt sind und rund um die Frage der sibirischen Löcher die Forschung erst beginnt. Im Auge behalten sollte man die Entwicklung in Sibirien jedoch unbedingt!

Klima-Höhepunkte

In der Grafik zeigt sich im Mai 2015, dass die radikalen Klimaanomalien wieder zunehmen. Grund dafür könnte der im Mai allmählich Fahrt aufnehmende El Niño sein.:

1. Arktis und Antarktis: Hier sehen wir den seltsamen Gegensatz, dass in der Arktis (Nordhalbkugel) die Eisschmelze ungemindert voranschreitet und den zweitniedrigsten See-Eis-Stand aufweist während in der Antarktis (Südhalbkugel) das See-Eis auf Rekordniveau sich befindet.
Während Klimalügner daraus einen abstrusen Beweis für die Nichtexistenz der Klimakatastrophe sich zurechtfaseln, ist der Grund recht einfach: Bis auf Grönland ist am Pol der Arktis keine Landmasse, so dass das See-Eis schmilzt, weil es nicht von Gletschern gehalten wird. Die Antarktis jedoch ist ein Kontinent, also eine Landmasse mit riesigen Permafrosteis und Gletschern. Schmelzen diese (und es herrscht nach Ansicht der führenden Wissenschaftler eine Rekordschmelze), dann bricht Schelf-Eis in Stücken so groß wie ein deutsches Bundesland ab und driftet in die See, wo es zu See-Eis wird – ergo stammt die große Menge an See-Eis von schmelzendem Gletscher-Eis der Antarktis. Man vermutet, dass hier ein Umkipp-Punkt bald erreicht wird, da das Eis auch durch warme Meeresströmungen von unten und nicht nur von der Sonne abgeschmolzen wird.
Zum Thema: http://byjrdp.myraidbox.de/daten-zur-eisschmelze-entlarven-klimawandelskeptiker-als-luegner/

2. Indien ist mit den ersten Auswirkungen der Hitzewelle bereits erwähnt. Da diese jedoch erst Ende Mai begann, wirkt sie sich noch nicht auf der Temperaturverteilungskarte (siehe oben) aus. Der globale Bericht zum Juni 2015 müsste dann in einem Monat zeigen, dass Süd-Indien knallrot auf der Weltkarte erscheint.

3. Desweiteren verzeichneten Alaska, Argentinien und Spanien ungewöhnliche Hitze bzw. Trockenheit.

Ergebnis und Aussichten: Führt der El Niño zu einem Hitzesprung?

Der letzte El Niño 1997 führte nachweislich zu einem Sprung der globalen Temperaturen und hatte furchtbare Folgen mit nie gekannter Hitze und Dürren, auch in Deutschland.
Sollten sich die Prognosen des derzeitigen El Niños bewahrheiten, könnte uns eine Katastrophe bevorstehen.
Allerdings gibt es Hoffnung: Die Sonne ist nach wie vor sehr ruhig und die Sonnenfleckenzahl niedrig. Da sich die Sonne auf ihrem zyklischen Weg zu einem Minimum der Sonnenflecken befindet, das sie im Jahr 2022 etwa erreichen wird, ist die Situation eine andere als 1997. Es könnte sein, dass die wenig aktive Sonne dem El Niño-Effekt entgegenwirkt. Zwar messen die Forscher der Sonne nur ganz geringe Wirkung zu, geben aber gleichzeitig zu, dass sie noch sehr wenig Wissen über unseren Stern besitzen und es möglich sein kann, dass die Auswirkung der Sonne massiv unterschätzt wird.

Auch die globale Erwärmung nach 1997 ist nicht sicher auf den El Niño zurückzuführen, sondern könnte eine Folge der ohnehin ansteigenden Treibhausgase gewesen sein sowie der nach der Pinatubo-Vulkaneruption 1992 ohnehin erneut ansteigenden Temperaturen, nachdem die Aerosole komplett aus der Atmosphäre verschwunden waren.

Die Entwicklung stimmt nach wie vor äußerst bedenklich. Es ist keine Pause der Klimakatastrophe erkennbar. Im Gegenteil: Vor allem durch die immer wärmer werdenden Ozeane ergibt sich eine gefährliche Entwicklung. Sollten die Ozeane als Wärmespeicher ausfallen, weil ihre Kapazität erschöpft ist und sie sich an die Landmassen annähern bei der Temperatur, hat das nicht nur statistische Folgen: Vor 250 Millionen Jahren gab es bereits eine Klimakatastrophe mit einer massiven Erwärmung. Die folge war, dass die Ozean im großen Massstab „umkippten“ weil warmes Wasser weniger Sauerstoff birgt. Weniger Sauerstoff bedeutet: Die anaeroben Bakterien vermehren sich, bilden giftigen Schwefelwasserstoff und so gut wie alles Leben im Ozean stirbt. Forscher vermuten ein 97%iges Artensterben damals im Ozean und über 80% an Land durch die Hitze – die sich allerdings in einem Zeitraum von 100.000 Jahren durch den sibirischen Trapp (ein urzeitliches Vulkanfeld) ereignete. Auch wenn man bei Sibirien wieder aufhorcht angesichts der erwähnten Methanexplosionen: Wir schaffen die gleiche Erwärmung statt in 100.000 derzeit in einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten in einem groß angelegten Experiment der Selbstvernichtung, das nur wenige glauben, noch weniger verstehen und fast alle unterschätzen.

Dennoch gibt es eine Menge Kritikpunkte bei den hier dargestellten NOAA-Daten, die Axel Bojanowski im Spiegel zusammenfasst: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/pause-der-klimaerwaermung-soll-auf-messfehlern-beruhen-a-1037258.html
Kritisch beachten sollte man insbesondere bei einer amerikanischen Institution wie der NOAA die Möglichkeit einer politischen Beeinflussung – würde doch eine ansteigende globale Erwärmung als Bedrohungsfaktor der Innenpolitik Präsident Obamas förderlich sein. Oder man schiebt dieses Argument in die Schublade der Klimalügner, die partout eine überhitzte Erde wollen und die Klimaerwärmung ablehnen. Man sieht also, dass eine unabhängige Bewertung der Informationen kaum möglich ist.

Die öffentlich auflebende Diskussion um die NOAA ist jedoch positiv zu betrachten: Es scheint wieder eine Zeit zu kommen, in der sich die wissenschaftliche Falsifizierung und ihr System der Wahrheitsfindung durchsetzt und Klimalügner und korruptionsbereite Interessengruppen entlarvt werden. Hoffen wir, dass mit der Zeit die Informationen wieder mehr Wahrheitsgehalt erhalten, sodass auch wir normale Bürger abschätzen können, was mit dem Planeten, der Klimakatastrophe und somit auch mit unserer Zukunft und der unserer Kinder los ist.
Insgesamt tendiere ich jedoch zu einem sehr hohen Wahrheitsgehalt der NOAA-Daten, da man die zugrundeliegenden Daten überprüfen kann (z. B. eben anhand von den Ereignissen in Sibirien und Indien bzw. im letzten Winter die Arktis-Kälte in den USA usw.).

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