El Niño wütet weiter mit der Hitzeenergie von Millionen Atombomben.
El Niño wütet weiter mit der Hitzeenergie von Millionen Atombomben.

Deutschland feierte den September 2015 als den ersten Kaltmonat seit endlosen 13 zu warmen Monaten.
Global aber sieht es durch das Klimaphänomen El Niño unverändert düster aus. Nach den Auswertungen der NOAA für den Monat September 2015 scheint sich die globale Erwärmung der Klimakatastrophe noch zu steigern und erneut verzeichnen die Zahlen einen Rekordwärmemonat September, der seit Aufzeichnungsbeginn im 19. Jahrhundert einmal mehr der wärmste aller Zeiten war.

Man beachte unbedingt bei den angegebenen Zahlen, dass
(a) das verwendete Mittel nicht der übliche Dreißigjährige Zeitrahmen ist (außer bei den Karten, wie angegeben), sondern das 20. Jahrhundert komplett als Maßstab verwendet wurde, also die Jahre 1901-2000.

(b) die beiden Regionen, in denen die stärkste Erwärmung auftritt, die Arktis und die Antarktis werden bei den Messungen und angegebenen Daten aufgrund nach wie vor fehlender Instrumente ausgespart. Die tatsächliche Erwärmung des Planeten ist somit noch (vermutlich deutlich) höher.

Ergebnis: Der Monat September 2015 liegt auf Platz 1 und ist somit der heißeste September-Monat, der jemals gemessen wurde.

Die Daten werden nach Landmassentemperaturen und Ozeantemperaturen unterteilt und lauten wie folgt:
Landtemperatur: +1.16 Grad über dem Mittel = Platz 1 aller jemals im September gemessenen Werte
Ozeantemperatur: +0.81 Grad über dem Mittel = Platz 1
Land und Ozean somit: +0.90 Grad über dem Mittel = Platz 1

Die Ozeantemperaturen steigen seit Monaten in einer bedenklichen Kurve an. El Niño befeuert im wahrsten Sinne des Wortes diese Entwicklung noch durch die Temperaturanomalien im Pazifik, die sich global verteilen.

Dies addiert sich noch zu der These, dass die Kohlendioxidaufnahme der Meere ihr Limit erreicht hat. Sollte sich dies in den Temperaturen in den kommenden Jahren wiederspiegeln, so würde sich in diesem Fall die Klimakatastrophe deutlich steigern über einen Schneeballeffekt: Wärmere Ozeane = schneller schmelzendes Eis = geringere Albedo (Reflexion) der Sonnenstrahlen = schnellere Erhitzung der Erde nebst Meeresspiegelanstieg, außerdem: Versauerung der Ozeane und Massensterben der Meerestiere aufgrund Sauerstoffmangels. Vgl. dazu auch: http://byjrdp.myraidbox.de/die-waermewirkung-des-kohlendioxids-und-die-klimasensitivitaet/ und http://byjrdp.myraidbox.de/daten-zur-eisschmelze-entlarven-klimawandelskeptiker-als-luegner/

Die Landtemperaturen sind El Niño-bedingt auf der nördlichen Hemisphäre geradezu explodiert und haben zum zweiten Mal die Schwelle von 1 Grad oder mehr überschritten. Bitte beachten: Die Darstellung bezieht sich nicht auf ein ganzes Jahr, sondern immer nur auf den aktuell analysierten Monat, also in diesem Fall dem September!

Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat September, © NOAA
Globale Temperaturentwicklung Land und Ozean im Monat September, © NOAA

Temperaturverteilungen auf dem Planeten

Global gesehen, fallen sofort die klimatologischen „Dauerbrenner“ auf:
* El Niño ist weiterhin aktiv und auch auf der Karte sichtbar vor der Westküste Südamerikas
* Der „kalte Fleck“ im Atlantik, den viele für eine Abschwächung des Golfstroms halten, hält sich auch in der herbstlichen Jahreszeit, was ungewöhnlich ist

Deutschlands Erlösung nach dem Horror-Sommer 2015 ist ebenfalls zu sehen – und aus dieser Perspektive auch, dass es sich um eine „zufällige“ Abkühlung handelt (oder um eine Auswirkung des „kalten Flecks“ im Atlantik). Denn nördlich (Skandinavien), südlich (Italien) und östlich (Polen/Russland) jenseits von unserem Land waren die Temperaturen zu hoch!
Wenn man also sommerfetischistischen Blödsinn wie so oft liest, die Klimakatastrophe sei verschwunden, weil es in Deutschland kalt wurde zum ersten Mal nach 13 Monaten, dann darf man getrost diesen Artikel mit der globalen Darstellung 1000 Mal ausdrucken und solchen Spinnern das geballte Papierpaket* um die Ohren hauen.

Bitte beachten: Die hier dargestellten Veränderungen beziehen sich auf die Klimakatastrophenjahre 1981-2010 und nicht auf das Mittel 1901-2000, um deutlich zu machen, ob sich die Klimakatastrophe weiter verschärft oder sie abklingt.

Verteilung globaler Temperaturanomalien im Monat September 2015, © NOAA
Verteilung globaler Temperaturanomalien im Monat September 2015, © NOAA

Klima-Höhepunkte

In der Grafik der NOAA zeigt sich im September 2015, ebenso wie im August 2015, dass die radikalen Klimaanomalien, befeuert durch El Niño, wieder zugenommen haben.

1. Arktis und Antarktis: Erneut werden hier keine Rekordminuszahlen verzeichnet, dennoch ist das See-Eis der Arktis 28,9% unter dem Mittel 1981-2010 und relativiert somit nach wie vor eine angedachte „Entspannung“ der dramatischen Lage in der Arktis. In der Antarktis sieht es noch besser aus: Nur die 16.-kleinste See-Eis-Ausdehnung und nur 0,5% unter dem Mittel. Vielleicht durch El Niño (die Südhalbkugel befand sich noch am Ende des Winters …) oder man täuscht sich, weil die Schmelze durch die Tiefenströmungen weitergeht (nicht vergessen, die Antarktis ist ein Kontinent, also eine Landmasse!).

2. Norwegen, die USA und Südamerika erlebten im krassen Unterschied zu Mitteleuropa einen Hitze-September, Australien einen extrem trockenen Monat

3. Spanien und Alaska erlebten einen äußerst kalten September

DIE LETZTEN GLOBALEN KLIMABERICHTE: August 2015, Juli 2015, Juni 2015, Mai 2015, April 2015, März 2015
DIE LETZTEN NATIONALEN KLIMABERICHTE: September 2015, August 2015, Juli 2015, Juni 2015, Mai 2015, April 2015, März 2015
JAHRESKLIMABERICHTE: 2014.