Tatsächlich: Die Sonne lacht ...
Tatsächlich: Die Sonne lacht ...

Der DWD hat die Klimabilanz für Deutschland im ersten „Herbstmonat“ 2016 veröffentlicht: Deutschlandwetter im September 2016.
Statt eines Herbstes erlitten wir den klassischen Klimakatastrophenmonat eines Glühling-Septembers, bei dem Deutschland geradezu von der Sonne mit einer UV-Peitsche gefoltert wurde, deren Todesfratze am Himmel kaum noch zu ertragen war – in sofetischer Dümmlichkeitsaussage: Die Sonne lacht … Dazu kam eine beispiellose Dürre und Temperaturen, die zu den schlimmsten seit Messungsbeginn und vermutlich seit mehreren 1000 Jahren vor Messungsbeginn gehörten.
Die 3,5 Grad zu warmen Temperaturwerte im Mittel sind ein klimatisches Alarmsignal. Zur Erinnerung: 3,5 Grad im Mittel bedeuten nicht 3,5 Grad am Tag wärmere Temperaturen, sondern umgerechnet etwa 9 Grad zu hohe Maximaltemperaturen an jedem einzelnen Septembertag im Flachland – weil in der Mitteltemperatur die kühleren Nachttemperaturen und die kühleren Gebirgslagenverhältnisse mit einfließen.

August 2016: Gefangen in der Hitzeklammer einer galoppierenden Klimakatastrophe.
September 2016: Immer noch gefangen in der Hitzeklammer einer galoppierenden Klimakatastrophe, die den Herbst tötet.

Nach endlosen Monaten der Hitzehölle, die sich im August nochmals steigerten, hatte man auf eine 15-Grad-Erlösung im September wie 2015 und wie in früheren Zeiten gehofft. Aber die Klimakatastrophe bewies einmal mehr, dass auf einer Erde, die mittlerweile von den Treibhausgasen den höchsten Stand seit 14 Millionen Jahren aufweist und Temperaturen, die zu den höchsten seit einigen tausend Jahren gehören, ein Septemberherbst nahezu unmöglich geworden ist.

Ernüchternd muss man festhalten, dass der Herbst nach dem El Nino-Hitzesprung 2015 aller Wahrscheinlichkeit nach nie wieder ein Herbst in der Summe der 3 Monate werden wird im Mittel 1961-1990. Man hat uns somit die schönste aller Jahreszeiten mit Kühle, Sturm, Wind, Regen und Erlösung von der Hitze aus der Seele gerissen und zumindest aus klimatischer Sicht schwindet der Lebenssinn und die Freude an normalen Temperaturen mit jedem Jahr mehr.
Die Zahlen sind eindeutig: Der letzte Gesamtherbst, der von den Zahlen unter dem Mittel 1961-1990 lag, war jener von 2010. Das ist nun schon 6 Jahre her. Und ich gehe jede Wette ein, dass es keinen weiteren Herbst dieser Art mehr geben wird (vorbehaltlich eines Vulkanausbruchs mit klimatischer Kühlwirkung).

September 2016: Sonnenterror, abstruse Hitze, Endlosqualen

Die insgesamt achte und neunte Hitzewelle des Jahres (2 im April, 1 im Mai, 2 im Juni, 1 im Juli, 1 im August) begann als Fortführung aus dem August in Form von Azorenhochaufwölbungen, wurde in der Mitte des Monats kurz durch einen Herbsthauch von einigen Tagen unterbrochen und setzte sich im letzten Septemberdrittel mit erneuter Azorenhochhitze bis zum 30.09. fort.

Das Schema des Hitzeteufels war im September immer das Gleiche: Eine Azorenhochaufwölbung folgte der nächsten. Im Unterschied zu letztem Jahr, wo das Subtropenhoch aus Afrika die Rolle des Foltermeisters im August übernahm, gab es nun also Südwestlagenhitze, die mal wieder den Südwesten vor allem quälte. Doch der Rest Deutschlands war, obwohl teilweise 2,5 Grad im Mittel kühler (München) auch nicht viel besser bedient. Am Ende steht das traurige Ergebnis eines der heißesten, sonnigsten und trockensten September mitsamt den Jahren 1947, 1999 und 2006.

Der Marsch durch die Hölle beginnt mit der Azorenhochaufwölbung, hier exemplarisch am 24.08.2016. © <a target="_blank" href"http://www.wetterzentrale.de/de/reanalysis.aspx?uur=0&var=1&map=1&model=avn&jaar=2016&maand=08&dag=24">www.wetterzentrale.de, Kartenarchiv</a>
Der Marsch durch die Hölle beginnt mit der Azorenhochaufwölbung, hier exemplarisch am 24.08.2016. © www.wetterzentrale.de, Kartenarchiv

Der Niederschlag war durch die Wetterlage so niedrig, dass regional über viele Wochen kein einziger Tropfen Regen fiel und damit das typische Niederschlagsverhalten in einer Klimakatastrophe zum x-ten Mal bestätigt wurde. Dazu passen auch die Niederschläge im Südosten, da durch ein Vb-Tief aus Italien dort die Ausläufer sehr viel Niederschlag brachten und oft bei den Vb-Lagen auch Überschwemmungsgefahr besteht – davon blieb der Südosten (Augsburg – Straubing – Hof) dieses Mal verschont.
Die bundesweiten 61,4% vom 100%-Soll sind eine deutliche Warnung der Klimakatastrophe an uns alle, denn die Klimakatastrophe bleibt nicht auf diesem Niveau stehen, sondern beschleunigt sich Jahr für Jahr und Jahrzehnt für Jahrzehnt und zwar nicht langsam, sondern auf dem Entwicklungsstand seit 1830 mittlerweile exponentiell und in Sprüngen!

Die Sonnenscheinbelastung war mit 210 Stunden statt 149 Stunden ein endloser Alptraum. Die „Sonne lachte“ und zwar ein Grinsen des Todes in einer Natur, die durch die daraus folgende Dürre mit Herbst ebensowenig zu tun hatte wie ein Massenmörder mit dem Friedensnobelpreis. 141% Sonnenqual im bundesweiten Mittel wurden nicht einmal im Alptraumseptember 2003 erreicht.

Der September war damit ein August II-Monat der schlimmsten Variante. In den Karten sieht dies folgendermaßen aus (die Werte unterscheiden sich geringfügig von den „offiziellen“ DWD-Daten, da hier andere Messstationen vermutlich ausgewertet werden. Insgesamt aber dennoch die beste frei verfügbare Datendarstellung):

Temperaturkarte Deutschland September 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Temperaturkarte Deutschland September 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Niederschlagskarte Deutschland September 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Niederschlagskarte Deutschland September 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Sonnenbelastungskarte Deutschland September 2016, © <a target="_blank" href=" http://www.bernd-hussing.de/klima.htm"> http://www.bernd-hussing.de/klima.htm</a>
Sonnenbelastungskarte Deutschland September 2016, © http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Der Monat September 2016 war in Deutschland 3,5 Grad zu warm und damit einer der schlimmsten September seit Messungsbeginn und vermutlich auch seit mehreren tausend Jahren.

Um einmal das Ganze in Relation zu setzen, schauen wir uns doch einmal die September-Werte der letzten Jahre an. Die Mitteltemperatur 1961-1990 für September beträgt 13,3 Grad Celsius und markiert damit eine normalerweise deutliche Zäsur zum Sommer. Dieses Mal wurden durch abstruse 3,5 Grad zu hohe Temperaturen Mittelwerte von Juli (16,9) und August (16,5 Grad) erreicht. Der September kann in der Klimakatastrophe fortan mit 90% Garantie zum Sommer mitgezählt werden …
Um das zu verdeutlichen werfen wir auch einen Blick auf die Jahre 1965-1970, um zu sehen, ob vor der großen Verschärfung der Klimakatastrophe signifikante Unterschiede zu erkennen sind in den Monatsmitteln.
Die Abweichungen von dieser Temperatur lauten in einem Vergleich der jüngeren Vergangenheit mit der weiter zurückliegenden Vergangenheit, als die Klimakatastrophe noch nicht die Auswirkungen wie heute hatte:
September 2015:  -0,3 Grad
September 2014:  +1,6 Grad
September 2013:  +- 0,0 Grad
September 2012:  + 0,3 Grad
September 2011:  +1,9 Grad
September 2010:  -0,9 Grad
September 2009:  +1,4 Grad
September 2008:  -0,9 Grad
September 2007:  -0,7 Grad
September 2006:  +3,6 Grad
September 2005:  +1,7 Grad

Als Vergleich einmal die Jahre 1965-1970:
September 1965:  -0,6 Grad
September 1966:  -0,1 Grad
September 1967:  +0,5 Grad
September 1968:  +0,1 Grad
September 1969:  +0,5 Grad
September 1970:  -0,1 Grad

Diese Zahlen für den September sind eine kleine Überraschung.
Denn wir sehen zwar die üblichen abstrusen Hitzewerte erst in unserer Epoche der Klimakatastrophe, die ab 1993 richtig Auswirkung genommen hat mit exponentieller Steigerung. Doch wir sehen auch verhältnismäßig viele Septembermonate, die unter dem Mittel 1961-1990 stattfanden. Insgesamt bildet sich ein sehr heterogenes Bild ab, während die September der Jahre 1965-1970 äußerst gleichmäßig verliefen: Mal ein wenig unter, mal ein wenig über dem Mittel, aber ohne Radikalitäten.

Dass diese Radikalitäten in den Übergangsjahreszeiten ein neues Zeichen der Klimakatastrophe sind, dürfte klar sein. Je nach Wetterlage führen Treibhauseffekt und nordverlagerte Subtropen zu einer extremen Hitzesteigerung, die es früher gar nicht geben konnte. Und der schwächelnde Jetstream kann über Troglagen ebenso für ungewöhnliche Kaltlagen sorgen.
Aber bevor wir zu große Hoffnung schüren: Die Klimakatastrophe steigert sich analog zu den immer weiter ansteigenden Treibhausgasen mit jedem Monat, mit jedem Jahr und jedem Jahrzehnt. Die Chance, dass der September wie 2010 oder 2008 deutlich unter dem Mittel gelangt, wird mit jedem Jahr geringer mit der insgesamt sich aufheizenden Nordhalbkugel, deren Hitzepotential alles schlägt, was man sich seit 10.000 Jahren vorstellen kann.
Und nicht vergessen: Wir sind erst am zarten Anfang der Klimakatastrophe. Bei einer Beschleunigung wie angenommen, werden Sommer-September im Jahr 2030 die „Normalität“ darstellen und die Folgen für Landwirtschaft, Wirtschaftsleistung, Wasserverknappung, Mensch und Tier sind kaum abzuschätzen. Auch der komplette Zusammenbruch der globalen menschlichen Zivilisation durch einander in rasender Abstandsverkürzung eintreffende Katastrophenkausalitäten ist denkbar und derzeit sogar wahrscheinlich angesichts menschlichen Nichthandelns.

Noch einmal zur Erinnerung: Es handelt sich bei den obigen Septemberwerten um monatliche MITTEL-Temperaturen. Zur groben Einschätzung halte man in Erinnerung, dass +1 Grad über dem Mittel etwa 3 Grad zu hohe Tagesmaximaltemperaturen im Flachland bedeuten, also z. B. statt 16 Grad 19 Grad. +2 Grad über dem Mittel entsprechend ca. 5 Grad zu hohe und +3 Grad etwa 7 Grad zu hohe Tagesmaxima.

Quellen für alle Temperaturen: DWD, Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland, Wetterkontor.

Wir sehen an den Zahlen vor allem 2 Aspekte:
1. Der September hat klimatisch mittlerweile das Potential von gesteigerten Hitzephasen wie im Sommer und verfügt über seltene Szenarien von Kaltlufttroglagen oder Ostlagen. Insgesamt bildet der September des 21. Jahrhunderts in seiner fehlenden Homogenität und deutlichen Hitzesteigerung einen klaren Beleg der Klimakatastrophe ab. 

2. Bereits in den 1980er Jahren wurde prognostiziert, was in unser Welt bereits Allgemeingut geworden ist: Lange Dürren, die auch regional sich konzentrieren (Südwesten bis nach Nordosten, „Deutsche Sahelzone“) wechseln sich mit extremen Unwetterniederschlägen und regionalen Niederschlagszentren (Bayern) ab.
Temperaturentwicklung in den jeweiligen Jahreszeiten:

Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Frühling von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Sommer von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Herbst von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitreihe_der_Lufttemperatur_in_Deutschland">Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland</a>
Temperaturentwicklung im Winter von 1760 bis 2010, Quelle: Wikipedia Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland

(1) Temperaturen im September 2016

Zunächst die Reihenfolge der Bundesländer, von Bundesländern mit der besten, also niedrigsten Temperatur bis hin zu den Klimaopfern mit der höchsten Temperatur.
Die norddeutschen Küstengebiete, die vom Frühling bis zum Ende des Sommers in einer beneidenswerten Kühllage sich befinden, die vor allem in der kühlenden Nordsee ihren Grund hat, gleichen sich ab September allmählich den Verhältnissen in Restdeutschland und dem dortigen Kontinentalklima an. Dies erkennt man auch an den fehlenden Diskrepanzen der einzelnen Bundesländer. Bayern mit der Alpenlage profitiert meist von seinen Höhenlagen, wenn es nicht zu einer Föhnlage kommt (durch Südlagen) und war in diesem Jahr im September mit meilenweitem Abstand wie schon das gesamte Jahr über der große Wettergewinner – und lag trotzdem alarmierend weit über dem Mittel in einem Katastrophenseptember, der jeder Beschreibung spottet (daher auch in lila Extremhitzefarbcode).
Alle Bundesländer lagen auch nach ihren regionalen (teilweise sehr unterschiedlichen) Mitteln so weit über den Werten, dass somit alle in lila Farbcodes landeten.

Platz 1: Bayern 15,9 Grad
Platz 2: Baden-Württemberg 16,3 Grad
Platz 3: Thüringen 16,7 Grad
Platz 4: Sachsen 16,8 Grad
Platz 5: Saarland 16,9 Grad
Platz 6-8: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen 17,0 Grad

Platz 9: Rheinland-Pfalz 17,2 Grad
Platz 10 und 11: Niedersachsen und NRW 17,3 Grad
Platz 12: Brandenburg 17,6 Grad
Platz 13: Sachsen-Anhalt 17,8 Grad

(2) Niederschlag im September 2016

Es folgt die Aufstellung der einzelnen Bundesländer mit dem besten Ergebnis, also der größten Menge des köstlichen, lebensspendenden Nass*, an erster Stelle bis hin zu den trockenen Regionen. Wie bereits erwähnt erlebte Deutschland bis auf Bayern eine Dürre beispiellosen Ausmasses.

September 2016: Die bitteren Folgen von Dauersonne und abstrusen Temperaturen: Alarmierende Dürre in Deutschland bis in den tiefen Boden hinein! © <a target="_Blank" href="http://www.ufz.de/index.php?de=37937">Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums</a>
September 2016: Die bitteren Folgen von Dauersonne und abstrusen Temperaturen: Alarmierende Dürre in Deutschland bis in den tiefen Boden hinein! © Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums

Da es viele regionale Unterschiede zwischen den Bundesländern hinsichtlich des Niederschlagssolls gibt, sind die Länder teilweise auch mit gleichen absoluten Werten unterschiedlich markiert. Grün stellt hierbei das Soll oder einen Regenüberschuss dar, Orange ein mittleres Niederschlagsdefizit und Rot ein deutliches Niederschlagsdefizit, sowie Lila ein extremes Niederschlagsdefizit. Blau kennzeichnet deutliche Niederschlagsmengen über dem Mittel.

 

Der Niederschlagswert des September 2016 ist mit 40 Litern pro Quadratmetern (l/qm) und nur 66% des Mittels deutlich zu trocken ausgefallen im Vergleich zum Mittel von 60 l/qm. Vermutlich sind die Werte sogar noch schlechter, weil der DWD leider das „Klimakatastrophenmittel“ 1981-2010 beim Niederschlag verwendet.

Regional landeten sogar einige Regionen unter oder um 10 l/qm (ausgerechnet die Regenstadt Münster und Berlin). Zusammen mit den regelmäßig auftretenden Radikaldürren von Frühling bis Herbst bilden die Zahlen einen glasklaren Beleg einer Klimakatastrophe und wurden im übrigen bereits in den 1980er Jahren als klimatische Entwicklung so vorhergesagt, was damals niemand geglaubt hat und als „Alarmistengewäsch“ abgetan wurde …
Platz 1: Bayern 75 l/m2

Platz 2: Sachsen 65 l/m2
Platz 3: Thüringen 60 l/m2
Platz 4: Baden-Württemberg 50 l/m2
Platz 5: Schleswig-Holstein 45 l/m2

Platz 6 und 7: Hessen und Sachsen-Anhalt 35 l/m2
Platz 8 bis 11: NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Saarland 25 l/m2
Platz 12: Brandenburg 20 l/m2
Platz 13: Mecklenburg-Vorpommern 15 l/m2

(3) Sonnenscheinbelastung im September 2016

Insgesamt notiert der DWD im bundesweiten Mittel 210 statt übliche 149 Sonnenstunden und damit 141% des Solls – ein endloser augenblendender und hautkrebspotenzierender Alptraum wie schon im August! Statt eines dringend benötigten Einbruchs der Zahlen war somit der September auch in Sachen Plasmamonsterverseuchung ein zweiter August, ein Sommermonat, ein Gratiseintritt in die Hölle.
Kein einziges Bundesland geriet auch nur annähernd in Bereich des (immer noch viel zu hohen) Solls von 149 Stunden, ja nicht einmal unter 200 Stunden! Das muss man sich einmal vorstellen: 200 Stunden in 30 Tagen, das sind jeden Tag 6,6 Stunden Sonnen und damit 6 Stunden im Grunde zu viel, vor allem nach diesem Sommer.

Die einzelnen Bundesländer, angefangen mit dem besten, also niedrigsten Wert und endend mit den Sonnenopfer-Ländern (grün = weniger Sonnenstunden als das Mittel, orange = Sonnenstunden etwa im Mittel, rot = mehr Sonnenstunden als das Mittel, violett = mind. 25% mehr Sonnenstunden als das Mittel):

Platz 1 und 2: Niedersachsen und Thüringen mit 200 Stunden
Platz 3 und 4: Hessen und Saarland mit 205 Stunden
Platz 5 bis 8: Schleswig-Holstein, NRW, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mit 210 Stunden
Platz 9 und 10: Rheinland-Pfalz und Bayern mit 215 Stunden
Platz 11: Sachsen mit 220 Stunden
Platz 12: Mecklenburg-Vorpommern mit 225 Stunden

Platz 13: Brandenburg mit 240 Stunden

(4) Die „überraschenden“ Folgen der Klimakatastrophe in den Alpen

Bayern war in diesem Jahr der große Wettergewinner und das wird sich logischerweise mit dem Winter erst recht nicht ändern.
Allerdings sehen die Langfristfolgen für die Alpenregion düster aus. Ich hatte vor kurzem über die „Überraschungen“ gesprochen, in dem Sinne, dass die Forscher „überseriös“ sind und damit die Folgen der Klimakatastrophe ungewollt beschönigen statt den Mut zu haben, sie realistisch abzubilden (siehe Klimawandel: Boden nimmt weniger Kohlendioxid auf und Grönland verliert mehr Eis als erwartet).

Die Zukunft der Alpen: Trocken und schneearm.
Die Zukunft der Alpen: Trocken und schneearm.

Das renommierte „Geo“ zitiert nun den Klimaforscher und Hydrologen Harald Kunstmann, der massive Veränderungen kommen sieht – von Nichtwinter bis hin zu Schnee nur oberhalb von 1.800 Metern (nein das ist keine Null zu viel) und Extremwetterlagen.

Neben der Tatsache, dass Kunstmann indirekt zugibt, dass althergebrachte (und mittlerweile oft nicht mehr zutreffende) Regeln einer realistischen Einschätzung der Folgen der Klimakatastrophe Vorzug gegeben werden („Wir Klimaforscher betonen stets, dass sich aus Einzelereignissen kein Trend ableiten lässt. Aber unsere Simulationen zeigen deutlich, dass …“), deckt er eine weitere der „Überraschungen“ auf.

Die Wärmespeicherung der Gesteine ist ein Faktor, der offenbar unberücksichtigt wurde und zu einem „überraschenden“ Extrem der Veränderungen führt mit den beschriebenen Effekten in den Alpen aus extremen Wetterlagen mit Dürren und Überschwemmungen. Kunstmann: „Deshalb rechnen wir mit dramatischen Veränderungen. Nicht nur Gletscher schmelzen rapide, auch Flora und Fauna sind betroffen, Vegetationszonen verschieben sich, und Arten sterben möglicherweise aus.“

Die Beschreibung, dass es in den Wintern statt Schnee unterhalb von 1.800 Metern fast nur noch Regen geben wird, schockiert und zeigt indirekt, dass wir einen Punkt überschritten haben, bei dem Winter im Flachland vollkommen unmöglich geworden ist im Sinne von mehreren Wochen Schnee.
Was viele (offenbar auch Forscher) oft vergessen ist die Tatsache, dass die Klimakatastrophe nicht in ihrem jetzigen, aktuellen Zustand stehenbleibt. Im Gegenteil: Sie geht nicht nur ungebremst weiter, sondern sie beschleunigt sich Jahr für Jahr. Das hat zur Folge, dass regelmäßig die heutigen Prognosen so radikal angepasst werden müssen, dass sie nach 10 oder 20 Jahren eine Welt beschreiben, die viele heute als Fantasterei und Schreckensszenario abtun würden. Aber so ist das in der ersten globalen Katastrophe der Menschheit, die sich wie eine zündende Atombombe in Zeitlupe verhält und aus geologischer Sicht mit irrwitziger Geschwindigkeit innerhalb von Jahren statt in 100.000 bis Millionen Jahren entwickelt.

Artikel: Geo – So verändert sich das Wetter in den Alpen




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  • MINDERQUEST

    Brandenburg ist immer so furchtbarst bei den Daten!
    Ich wünsche, der Oktober wäre besser, der wird aber gut! Der Anfang ist schon gut!

    • Jup Brandenburg hat Im letzten Winter (Januar bis März etwa) allerdings noch die mit Abstand besten Winterwerte gehabt. Ansonsten danach 2016 mit unter den schlimmsten Regionen.

      • MINDERQUEST

        ja eben, im Winter war es manchmal sogar gut gewesen, aber sonst war es immer grässlich!

  • MINDERQUEST

    WetterOnline: „Nordosthälfte im Nachteil“

    Ok, „Nachteil“
    Wir sind im Vorteil! Der Südwesten ist im Nachteil! Nochmals, aber es ist furchtbar wie sofetisch/dumm WetterOnline ist….

    • Die waren letztes Jahr ganz anders drauf. Hat wohl einen sofetischen Führungswechsel gegeben, weil die Besucherzahlen zurückgingen 😛

      • MINDERQUEST

        Obwohl so richtig normal warn se nie.

        Ta biste keen Fän foorn Wermi wi i, dan iss marn dorf!

        • Normal zu sein ist heutzutage gleichbedeutend mit dumm, wahnsinnig oder krankhaft pervers (normale Perversion lasse ich als künstlerische Freiheit gelten ^^). Insofern passt es.

          • MINDERQUEST

            Oh scheiße, ich bin wahnsinnig 🙁 Hilf mir bitte!

          • Willkommen im Club lol

          • MINDERQUEST

            toll lol

  • Alptraum der Sofeten

    Super alles auf den Punkt gebracht. Deine Artikel müssen mehr Reichweite bekommen 🙂

    • Mir glaubt ja eh keiner ^^
      Aber ich werd dann in ein paar Jahren wenn alle die Hände entsetzt angesichts des Klimas und seiner Entwicklung die Hände über den Kopf zusammenschlagen, LKWs mieten mit riesigen, nicht ignorierbaren Aufschriften „Kaltwetter.com hat’s euch gesagt!“ muahaha

      • Alptraum der Sofeten

        Hahahaha das mit den LKWs wäre grandios 🙂

  • Sven Rindermann
    • Eindeutig. Wie ich schon im anderen Artikel im Kommentarbereich gepostet hatte:
      „Kai gehts genauso wie mir ^^ „Wenn mir jetzt die Frage gestellt wird: Was meinst du, wie wird der Winter? – dann muss ich passen! Warum? Bis vor kurzem war ich mir zu 100% sicher, dass wir einen milden Winter bekommen.“
      Schön auch, dass Kai diese ominösen Oktoberkausalitäten zum Winter hinterfragt und mal vom Kopf auf die Füße stellt!

      Ich finde es überhaupt eine geniale Entwicklung, dass entgegen den bisherigen Vorzeichen eines Supermildwinters plötzlich sich Optionen auftun, die man vorher niemals für möglich gehalten hat.
      Stellt sich die Frage: Ist das jetzt alles wieder Phantomwinter und am Ende kommt es doch wie gehabt? Oder passiert ein Wunder? Denn ein Wunder wäre es definitiv.
      Wir beobachten also weiter. Ich werde, sobald ich Zeit habe, mal einen neuen Stand der Lage zum Winter in Artikelform schreiben, bevor es in den Urlaub geht ^^“

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  • Lennart Aus Hessen

    Unpassend zu den Daten, aber dennoch schön, der erste Nachtfrost.

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