Wiener Kongress 1814/15, Kupferstich 1819
Wiener Kongress 1814/15, Kupferstich 1819

Im Oktober 1813 tobte bei Leipzig die große Schlacht zwischen den alliierten Preußen, Russen, Schweden und Österreichern gegen Frankreich unter Napoleon Bonaparte. Nach der Niederlage der Franzosen musste das einst von Napoleon eroberte Europa neu geordnet werden.
Zu diesem Zweck wurde die größte Konferenz der Geschichte in Gang gesetzt, der „Wiener Kongress“. Er wurde zu einem Symbol ewigen Debattierens, ohne Ergebnisse hervorzubringen (auch wenn dies in der historischen Bewertung nicht korrekt ist). „Der Kongress tanzt“ wurde zum bildhaften Ausdruck, dass dem Vergnügen mehr Aufmerksamkeit gezollt wurde als den drängenden politischen Fragen und den Schicksalen von Menschen und Völkern.

Die Klimakonferenz als Spiegel der Selbstmordzwanghaftigkeit des Homo sapiens

Was der Wiener Kongress damals war, ist heute die Reihe der „Klimakonferenzen“.
Der aktuelle Klimakonferenz findet derzeit in Paris statt und offenbart erneut die Fähigkeit des Homo sapiens, sich bis zur Vollverblödung zu verleugnen und zu blenden.

Machtgeile Politiker ohne ein funktionierendes Gewissen missbrauchen die vielleicht wichtigste Konferenz der Menschheit für Selbstdarstellung, versprechen mit erhobener Hand die Kühle vom Himmel und stellen gleichzeitig hinter dem Rücken mit der Sofetenhand die Heizung in den Overkill-Modus.

Smog in Peking, 28.02.2013, © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Smog_in_Beijing_CBD.JPG">螺钉 auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>
Smog in Peking, 28.02.2013, © 螺钉 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es wird mit Zahlen hantiert, die so viel Substanz haben wie CO2-Schwaden, die China in die Luft industrieonaniert. Großspurig wird von Fortschritten beim Abbau der CO2-Emissionen palavert und eine CO2-Senkung durch den chinesischen Staatspräsidenten „versprochen“, während Peking im Umweltsmog erstickt.

Es wurde bekannt, dass die USA den Entwicklungsländern zukünftig helfen und ihre Zahlungen verdoppeln wollen – mit der Folge, dass afrikanische Diktatoren mit Gott-Komplex ihre Völkermorde noch effektiver gestalten können und mit dem Geld bei europäischen Waffenlieferanten einkaufen gehen.

Derweil die Zahlen einen Abbau des CO2 und anderer Treibhausgase belegen sollen, wurde bekannt, dass in Russland eine Firma nur deswegen existiert, weil es für die Vernichtung vom Treibhausgas Fluoroform (1 Tonne Fluoroform ist so schädlich wie 11.700 Tonnen CO2) Geld gibt. Also gründet man eine Firma, die einfach nur Fluoroform produziert, um dieses sogleich zu vernichten und das Geld dafür zu kassieren. Eigentlich eine geniale Idee dieser Klimabetrug, wenn sie nicht so menschenverachtend wäre und die These vom überdämlichen Homo sapiens besser bestätigt, als es Kritikern jemals gelingen könnte.

Bedenkt man, dass selbst wenn alle Autos der Welt von einer Sekunde auf die andere stillgelegt und sämtliche Fabriken verschrottet würden, die Klimakatastrophe trotzdem ungehindert sich fortsetzt, so relativieren sich selbst möglicherweise gutgemeinte Versprechen auf Null. Die Treibhausgase in der Atmosphäre verbleiben für Jahrhunderte und selbst wenn man sie aufwändig extrahieren könnte: Der Großteil des Kohlendioxids und damit der Klimakatastrophe wird in den Weltmeeren gebunkert und ist dort für Jahrhunderte oder Jahrtausende unerreichbar. Seine Wirkung wird es weiterhin ausüben und den tödlichen Kreislauf aus Wassererwärmung, Sauerstoffreduktion bei größeren Temperaturen, damit Todeszonen und damit Zuisammenbruch der Nahrungskette und Massensterben beibehalten, wie das oft gescholtene Institut für Klimafolgenforschung (PIK) eindrucksvoll belegt.

Die Medien bejubeln die Klimakatastrophe

Die Reaktion in den Medien ist nicht minder idiotisch.
Neben Kommentaren von Ottonormalsofet, die so dümmlich sind, dass man entweder in Lachkrämpfe verfällt oder aber in Heulattacken angesichts der tausendfachen Belege, dass die Menschheit im Durchschnitt zu dumm ist, um zu überleben, gibt es auch die „intellektuelle“ Variante.

Früher hieß es "Blut und Boden. Das deutsche Volk braucht Lebensraum". Heute heißt es "Blut und Bananen. Unser Volk braucht einen Hitzetraum."
Früher hieß es „Blut und Boden. Das deutsche Volk braucht Lebensraum“. Heute heißt es „Blut und Bananen. Unser Volk braucht einen Hitzetraum.“

Hier werden Professoren als Beweis herangezogen, dass die Klimakatastrophe im Grunde ein Segen ist. Der Focus benennt bei seiner Legitimation der Klimakatastrophe einen Forscher. In jahrzehntelangem Scheuklappentraining im Elfenbeinturm hat sich offenbar dieser Geoarchäologe so weit von der Realität und der Zukunft entfernt, dass er nur noch die Begrünung der Sahara sieht und die Klimakatastrophe gutheißt. Als Krönung dann noch die sofetische Abstrusität des Monats: „Jeder kann die Vorteile sehen – weniger Heizkosten, im Garten gedeihen mediterrane Pflanzen.
Na dann. Die tausenden Hitzetoten in Indien, die steigenden Meerespiegel samt Landvernichtung und Lebensmittelverknappung mit Hungertoten, die Epidemien durch tropische Krankheiten und die Todeszonen in der Nordsee und im Mittelmeer waren es bestimmt alles wert, dass wir dafür im Garten bald Bananen züchten können.
Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man stundenlang darüber lachen.

Es gibt auch Beiträge, die mahnen und ein Bild der Zukunft zeichnen, das annähernd realistisch ist: http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2015-11/klimakonferenz-2015-klimawandel-zukunft-hitze-eis/komplettansicht. Angesichts der Tatsache, dass der globale Kipppunkt ohne Wiederkehr für eine Vernichtung der Menschheit einst bei 5 Grad, dann bei 3 Grad und mittlerweile bei 1,6 Grad gesehen wird (und die Erde durch den El Nino-Hitzesprung dieses Jahres global die 1-Grad-Grenze bereits überschritten hat), könnte also bei der pessimistischsten Variante das Ende sehr viel früher kommen, als viele ahnen.
Und natürlich sollte man von einer pessimistischen Sicht ausgehen, weil wenn ein Haus brennt, dann wartet man nicht optimistisch, ob es einen Sturzregen gibt, zumal der Himmel blau ist, sondern versucht zu retten, was zu retten ist, indem man handelt und den Brand löscht.

Die Klimakatastrophe und die Zukunft der Menschheit

Was also ist jetzt der Stand unserer Spezies auf diesem Planeten?
Zugegeben kann keiner genau sagen, was die Folgen der Klimakatastrophe genau sein werden. Doch Argumente wie „Es gab schon früher Klimaerwärmungen“ zeugen von einem unfassbaren Hohlsinn. Natürlich gab es früher auch Klimaerwärmungen. Und natürlich sind daran Milliarden Lebewesen gestorben in den großen Massensterben der Erde. Ist es deswegen erstrebenswert und natürlich? Weswegen geben wir dann nicht die Medizin auf und sterben wie früher „natürlich“ an Krankheiten wie Cholera und Pest oder sogar einfach nur an einem entzündeten Blinddarm?

Die Klimakatastrophe ist deswegen eine Gefahr, weil sie statt in 100.000 Jahren die Temperaturen in gleichem Maße in nur wenigen Jahrzehnten hochtreibt. Und die Ursache ist nun einmal der Mensch, zumindest so viel ist aus den wissenschaftlichen Belegen glasklar zu lesen. Weil wir nur 100 Jahre leben, halten wir die jetzt schon radikalen Zuwächse an Temperaturen und die Folgen für normal und vergessen, dass es normalerweise geologischer Zeiträume von tausenden Jahren bedarf, um die gleichen Effekte hervorzurufen. Allein diese Tatsache und unsere Unfähigkeit, die Zeit richtig einzuschätzen, lässt normalerweise die Alarmglocken schrillen bis man taub würde.

Wir überschätzen unsere Überlebenschance und Widerstandskraft. Denn wir bestehen als globale Zivilisation aus einem höchst zerbrechlichen Gespinst. Die Klimakatastrophe wird in ihren Folgen an dutzenden Fronten aktiv und galoppierende Effekte haben. Sie wird über klimatologische Kipppunkte Sprünge vollführen, so wie soeben durch den El Nino der Anstieg der globalen Temperaturen sich verdoppelt hat und sie wird uns in eine endlose Reihe an Krisen werfen, die in der Summe das Ausmaß einer globalen Katastrophe definieren. Jemand hat die Klimakatastrophe einmal als „Meteoriteneinschlag, aber in Zeitlupe“ definiert und dies trifft es punktgenau.

Weit ist es nicht mehr bis der klimatische Kipppunkt von 1,6 Grad Celsius erreicht ist...
Weit ist es nicht mehr bis der klimatische Kipppunkt von 1,6 Grad Celsius erreicht ist…

Natürlich wird die Menschheit nicht weise handeln. Natürlich wird es Milliarden Opfer geben. Natürlich wird die Menschheit vermutlich als Restbestand überleben (es sei denn, sie handelt mit dem Geo-Engineering so katastrophal, dass sie unsere Atmosphäre wegbrennt und alles Leben auslöscht). Aber all dies müsste nicht sein, wenn alle an einem Strang ziehen, die Zukunft unserer Kinder im Sinn hätten und weniger Macht und Geld.
Letzteres war bis vor einigen Jahrzehnten lediglich ein dauerndes Übel, aber nicht wirklich überlebensentscheidend. Spätestens seit der Entwicklung der Atombombe hat sich das geändert. Wir haben die Möglichkeit, uns selbst komplett auszuradieren. Mit der Klimakatastrophe haben wir nun eine weitere globale Atombombe, die in Zeitlupe explodiert.
Ich weiß nicht, wie es anderen ergeht, aber die Vorstellung, dass wahnsinnige Menschenaffen in ihrer Gier nach Geld und Macht wahllos auf Knöpfe drücken, von denen mindestens 2 die Welt zugrunde richten, während die meisten anderen Affen mit tosendem Applaus und Jubel die entstehende Wärme feiern, um Bananen anbauen zu können, macht mir mehr als nur Angst. Und nicht nur mir, wie man im Internet und bei Gesprächen mit normalen Menschen sieht: http://blogs.reuters.com/great-debate/2015/06/18/a-child-born-today-may-live-to-see-humanitys-end-unless/
Allerdings hat es niemals in der Geschichte der Menschheit einen Moment gegeben, bei dem sich die Weisheit und Voraussicht weniger gegenüber der Dummheit vieler durchgesetzt hat. Und wenn dies das Schicksal der Menschheit ist, dann bleibt den wenigen Einsichtigen nur die Ohnmacht der Zeugenschaft und die Narrenrolle des verlachten Warners, so wie immer.

Doch selbst die Kinder der Sommerfetischisten werden ihre Eltern verfluchen, lange, nachdem diese in ihrem Palmensarg im Hawaiitotenhemd in der gleichen, geliebten Position zur ewigen Ruhe gebettet worden sind, in der sie auch am Strand zeitlebens zu liegen pflegten. Dass sie für ihre hitzeperverse Gegenwart die Zukunft ihrer Nachkommen opferten, erkennen sie dann nicht mehr und gewiss wäre es ihnen auch bei vorhandener Erleuchtung zu Lebzeiten gleichgültig gewesen.

Bereits 1992, als die Hitzekatastrophen der nächsten 20 Jahre noch nicht jedem klar waren, sprach eine Jugendliche stellvertretend für alle Kinder dieser Welt vor den ignoranten Politikern. Man war ergriffen ob der Symbolkraft dieses Zugeständnisses an die nachfolgende Generation, die Verantwortung der Handelnden diesen deutlich vor Augen zu führen. Man applaudierte. Und nachdem man die Krokodilstränen getrocknet hatte, setzte man die Vernichtung der Erde verstärkt fort, wie wir heute wissen – im Bewusstsein, dass die Worte genug Zugeständnis gewesen waren und ein ethischer Beweis, dass Politiker ein Herz haben.

Allein Worte können einen Teufel jedoch nicht bekehren, solange sie die Seele nicht erreichen und in Taten umgesetzt werden …
Und solange müssen die Worte immer wieder gehört werden, bis jemand sie vernimmt, der anders ist und der die richtigen Entscheidungen treffen kann. Oder bis die Millionen Toten und die Klimakatastrophe selbst uns die Handlung aufzwingen, wenn es lange zu spät ist.

  • lake-effect

    Leider, leider ist da wohl mehr wahres dran, als man sich ausmalen mag. Das Problem ist einfach, dass keiner weiß, wie das ganze ausgehen wird.
    Und aktuell diskutiert man stundenlang wie man mit den 1 Mio. Flüchtlingen in diesem Jahr fertig werden soll… an die Milliarden Flüchtlinge, die es irgendwann gibt, denkt da keiner…

  • Michael Bodin

    Bei allem was man liest und hört zum Thema “ Wie rette ich die Umwelt “ sollte es klar auf der Hand liegen, dass nur der zeitgleiche Ausbruch eines Vulkans in Island und den Phillipinen mit einem VEI 7 oder größer für ein paar Jahre die eigentlich unaufhaltsame ofenartige Verbrennung der Welt ausbremsen aber nicht einmal so stoppen kann.
    Wir sollten nur hoffen, dass unsere Kinder vor dem absoluten GAU der Erde diese bereits schon verlassen haben. Schön wird es dann nicht…….

  • Jo1965

    „Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Nur beim Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Zitat Albert Einstein.

  • Blizzard

    Wichtig sind hier auch Information und Kommunikation, weil nur wenige wissen wie katastrophal der November und Dezember nicht nur bei uns sind, sondern global viel zu heiß ausfallen werden. Medial muss da mehr getan werden, es kann nicht sein, dass ein Bericht ein Thema, was von entscheidender historischer Bedeutung sein wird, nicht wahrheitsgemäß dargestellt wird.

    Ein anderes Bespiel:
    Eine holländische Familie fuhr letzten Winter in die Alpen zum Skiurlaub, doch statt tiefverschneiten Berghängen finden sie nur einen schmalen Streifen Kunstschnee vor, wo immer wieder Löcher und Steine herausschauen. „Das macht nichts Kinder, fahrt einfach drauf los und habt Spaß!“
    Am Ende des Tages ist die neue Skiausrüstung komplett zerstört, die Beläge aufgerissen und mit Schlitzen durchzogen. Der Ärger ist groß, die Familie beklagt sich über den Sch*, wieso müssen da auch Steine sein, hätte man nicht mehr beschneien können, ja hätte man den überhaupt nicht gleich ein Dach über die Piste bauen können….usw.
    Und die Moral:
    Eine großes Übel, wie die Zerstörung des Planeten und die Vernichtung der Menschheit vertragen die Menschen leichter, als ein kleines Übel, wie die Zerstörung der neuen Ski

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