Klingt surreal, ist aber das wahrscheinlichste Zukunftsszenario: Die vom Menschen initiierte Klimakatastrophe ist 100 mal schneller als jede natürliche Klimaerwärmung der Vergangenheit und wird zu einer Extinktion der Menschheit führen.
Klingt surreal, ist aber das wahrscheinlichste Zukunftsszenario: Die vom Menschen initiierte Klimakatastrophe ist 100 mal schneller als jede natürliche Klimaerwärmung der Vergangenheit und wird zu einer Extinktion der Menschheit führen.

Wir erinnern uns: Auf der Pariser Klimakonferenz hatte man 2015 unter lautem Applaus, unter fremdschämverkitschten, tränenreichen Hinweisen auf die Folgen für unsere Kinder eine Begrenzung der Erwärmung auf 2,0 Grad bis 2100 global „beschlossen“.

Die Unnatürlichkeit des „Klimawandels“

Dumm nur, dass sich die Erde nicht wie Milliarden gehirnversklavte Exemplare der Spezies Homo „sapiens“ (weiser Mensch) davon beeindrucken lässt. Solange sich die Menschheit für hehre Worte feiert und gleichzeitig ohne Unterlass Treibhausgase in die Atmosphäre feuert, als gäbe es kein Morgen (gibt es auch bald nicht mehr), wird sich nichts ändern. Mittlerweile weiß man: Selbst wenn wir etwas ändern würden, so ist es heute schon etwa 30 Jahre zu spät.

So erwärmte sich die Erde beim Übergang von Eiszeit in eine Zwischeneiszeit binnen ca. 10.000 Jahren etwa um 4 bis 5 °C. Bei der menschengemachten globalen Erwärmung wird jedoch eine Temperaturerhöhung von 4 bis 5 °C binnen 100 Jahren erwartet; die Erwärmungsgeschwindigkeit ist also etwa 100 mal größer als bei historischen natürlichen Klimaveränderungen.
Wikipedia, Globale Erwärmung.

Denn die in die Atmosphäre gelangten Treibhausgase und ihr Hitzepotential wirken sich erst verspätet aus. Wir haben im Grunde die Erwärmung und den Klimatod unserer Kinder und aller nach ihnen verschlafen. Selbst wenn wir morgen alle Autos stilllegen und alle Fabriken abschalten würden, dann würde die Klimakatastrophe weitergehen, da sie sich längst in einem Zustand der Selbsterhaltung befindet. Über Rückkopplungsprozesse steigern sich spezifische Folgen an Hot Spots der Erde (beispielsweise den Polen mit der physikalisch bedingten polaren Verstärkung der Erwärmung, oder auch in Sibirien mit dem auftauenden Permafrost und emittierendem Methan) und lassen die Klimakatastrophe nicht nur weiterlaufen, sondern beschleunigen rapide ihre Geschwindigkeit – und zwar mit dem Faktor 100 schneller als jede natürliche Erwärmung auf der Erde bisher geologisch vor sich gegangen ist.

Neue Publikation bestätigt erstmals die Aussichtslosigkeit einer Erwärmungsbegrenzung

Dieser Umstand wurde nun auch endlich einmal wissenschaftlich untersucht, nachdem Jahre lang Forscher zu feige waren, die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die Menschheit durch ihre Handlungen sich selbst auslöscht. Dass diese Schlussfolgerungen seit Jahrzehnten seriös und verfügbar waren, zeigen Aussagen weniger mutiger Wissenschaftler aus den 1980er Jahren, die genau vor dieser Entwicklung gewarnt hatten. Und ausgelacht wurden.

Adrian Raftery von der University of Washington und Forscherkollegen haben nun eruiert, dass das Pariser Ziel von 2 Grad globaler Erwärmung (das bereits die Zukunft der Menschheit aufs Spiel setzt) zu 95% nicht mehr erreicht werden kann.
Man fragt sich ohnehin, wie dumm Menschen sein können, so etwas zu glauben? Gibt es einen Schalter, den man umlegen kann, damit wie bei einer Heizung die Erwärmung stoppt? Nein. Im Klimasystem Erde ist alles interdependent miteinander verbunden. Gegenseitige Erwärmungen und ihre Folgen schaukeln sich hoch, bis extreme Sprünge erfolgen, die wiederum zu neuen „Kipppunkten“ im Klimasystem führen. Der Kreislauf des Todes ist nicht mehr zu stoppen.

Welche globale Erwärmung ist am wahrscheinlichsten?

Nach Raftery soll die globale Erwärmung zu 90% zwischen 2 und 4 Grad zum Stillstand gelangen. Zur Erinnerung: Irgendwo zwischen 1,5 und 2 Grad globaler Erwärmung wird das Extinktionsrisiko aufgrund klimatologischer Kipppunkte für die Menschheit gesehen.

Mögliche Klimaszenarien nach dem IPCC-Klimarat. Nach den Erfahrungen ist es sinnvoll, die roten Bereiche als wahrscheinlich anzusehen und dort das obere Drittel ...; © <a target="_blank" href="http://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimawandel/ueberblick/ueberblick_node.html">IPCC, in: DWD, Klimawandel</a>
Mögliche Klimaszenarien nach dem IPCC-Klimarat. Nach den Erfahrungen ist es sinnvoll, die roten Bereiche als wahrscheinlich anzusehen und dort das obere Drittel …; © IPCC, in: DWD, Klimawandel

Aus heutiger Sicht ist selbst die Festlegung auf „nur“ 2 bis 4 Grad globaler Erwärmung und damit einer Auslöschung der Menschheit auf lange Sicht gewiss eine „mutige“ Aussage, da sie die Selbstverblendung von Gesellschaft, Forschung und Bevölkerung angreift.

In einigen Jahren wird man auch darüber nur noch bitter lachen können. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erde durch die größte und zeitrafferähnlich schnellste Aufheizung ihrer geologischen Geschichte in einen völlig unkontrollierten Dominoeffekt gelangt mit globalen Erwärmungsraten, die vielleicht 6, vielleicht 8 oder 10 Grad betragen ist weitaus höher als eine Begrenzung, deren Voraussetzungen überhaupt nicht vorhanden sind.
Aber vielleicht ist es in der Tat klüger, den Overkill und die selbstmörderischen Folgen unseres Handelns seit der Industriellen Revolution in Häppchen zu verdauen statt sich an der brutalen Wahrheit zu verschlucken …

Was sind die Folgen?

Wenn man bedenkt, dass bereits heute bei einer globalen Erwärmung von etwa 1 Grad auf unserem Planeten die Hölle los ist, dann ahnt man, dass das 1 Grad gar nicht so ungefährlich und wenig ist, wie es sich anhört. Warum ist das so?

Je größer das betrachtete System ist, umso schwerer wiegen bereits kleine Abweichungen. Die auf statistische Gleichförmigkeit berechnete Verteilung aller radikalen Extreme und Schwankungen von Hitze und Kälte suggeriert daher die Laien-Einschätzung „1 Grad ist ja nichts. 10 Grad hören sich besser an“.
1 Grad global höhere Temperaturen bedeuten jedoch nicht 1 Grad am Tag in Deutschland mehr Wärme. Sondern es bedeutet: 40-Grad-Sommer in Deutschland und/oder Extremregen mit Überschwemmungen (je nach Wetterlage), der Nahe Osten und das Mittelmeer werden durch Hitzewellen nahezu unbewohnbar, die Arktis stirbt, die Gletscher verschwinden, Dürrekatastrophen überziehen den gesamten Globus, der fruchtbare Boden wird erodiert, die Meeresspiegel steigen, die Ozeane entwickeln Todeszonen und ein biologisches Massensterben mit dem Tod von am Ende 90% allen Lebens auf der Erde befindet sich bereits im vollen Gange.

Ökologische Belastungsgrenzen. Stand: 2009 - mittlerweile hat sich die Lage deutlich verschärft. © Felix Müller auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Ökologische Belastungsgrenzen. Stand: 2009 – mittlerweile hat sich die Lage deutlich verschärft. © Felix Müller auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Eine Erwärmung in Höhe der in der neuesten Publikation erwähnten 3 Grad katapultiert uns in eine Situation, die es in der gesamten Geschichte der Existenz des Homo sapiens nicht einmal annähernd gegeben hat – wir sind Wesen der Eiszeit, auch wenn Sofeten das nicht hören wollen. Eine Erwärmung von 4-5 Grad überspringt Millionen von Jahren und versetzt uns von heute auf morgen nahezu in Zeiten der Dinosaurier bzw. deren Vorgänger – und auch damals erfolgten durch globale Hitzeentwicklungen Massensterben. Allerdings dauerte dies hunderttausende bis Millionen Jahre, was wir soeben in den Ursachen seit knapp 200 und in den Folgen seit 25 Jahren erleben und geologisch überhaupt nicht erleben dürften.

Die vollkommen logische Schlussfolgerung für die Zukunft ist, dass sich die Hitze und die damit verbundenen Folgen ebenso wie die immer noch unverminderten Emissionen von Treibhausgasen (durch die Menschheit und durch die Erde mittlerweile selbst) jedes Jahr steigern werden.

Wie überfordert die Wissenschaft ist und wie vermeintliche "Seriosität" in Aussageangst vor realistischen Folgen resultieren kann, zeigt der Vergleich der Einschätzungen des "Klimawandels" aus den Jahren 2001, 2009 und 2014. Auch die Methanproblematik ist somit nach wie vor äußerst kritisch und mit Sorge zu sehen. Quelle: Grafische Umsetzung der jeweiligen IPCC-Berichte (Internationaler Klimarat).
Wie überfordert die Wissenschaft ist und wie vermeintliche „Seriosität“ in Aussageangst vor realistischen Folgen resultieren kann, zeigt der Vergleich der Einschätzungen des „Klimawandels“ aus den Jahren 2001, 2009 und 2014. Quelle: Grafische Umsetzung der jeweiligen IPCC-Berichte (Internationaler Klimarat).

Über das Ausmaß kann man nur spekulieren, aber es wäre weise, wenn man dabei die natürliche Scheu überwindet, die Konsequenz aus den verfügbaren Daten und Fakten mutig zieht und durchaus in die Apokalypsekiste greift. Denn eine globale Katastrophe mit Massensterben ist nun mal etwas, das aus der Geschichte der Erde hinreichend bekannt ist – auch wenn die Menschheit selbst es bisher noch nicht selbst als Zeitzeuge erlebt hat. Und die Voraussetzungen, die wir selbst in unserer Zeit geschaffen haben, übertreffen alle Voraussetzungen anderer Massensterben bei weitem …

Über die genauen Details müssen wir als Zeitzeugen einer untergehenden Welt berichten. Es werden Milliarden Klimaflüchtlinge und ebenso viele Tote sein, der Gesamtzusammenbruch unserer Zivilisationen und Gesellschaften und die einzige Frage ist: Wie schnell wird welches Detail erfolgen? Mit Sicherheit viel schneller, als der unbedarfte sofetische Dummbürger zu glauben bereit ist.

Haben Sie schon einmal Therapsiden gestreichelt?

„Klimawandelereignisse hat es schon immer gegeben“, höre ich unentwegt in Alltagsdiskussionen mit dem Normalbürger.

Dieses Wesen namens Kannemeyeria ist ein typischer Therapside: Kein Dinosaurier, sondern ein "säugetierähnliches Reptil", das noch aus dem vorigen Zeitalter Perm stammt. Merkmale sind skurrile Zahnmerkmal, altertümliche Fortbewegung mit abgespreizten Beinen und der gedrungene Körper. © Dmitry Bogdanov auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Dieses Wesen namens Kannemeyeria ist ein typischer Therapside: Kein Dinosaurier, sondern ein „säugetierähnliches Reptil“, das noch aus dem Zeitalter Perm stammt. Ausgestorben als Resultat einer natürlichen Klimaerwärmung. © Dmitry Bogdanov auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Ich antworte dann immer: „Haben Sie im Zoo einmal Therapsiden gestreichelt?“.
Auf das verwirrte Kopfschütteln folgt dann die Erklärung: „Therapsiden sind eine Spezies, die vor den Dinosauriern vor etwa 250 Millionen Jahren gelebt haben. Als dann eine globale Erwärmung durch Kohlendioxid ausstoßende Trapp-Vulkane kam und sich die Erde 100 mal langsamer als heute, aber letztlich erwärmte, starben in dieser Erwärmung die Therapsiden restlos aus. Ja, es gab immer schon Klimawandel. Und es gab auch immer genau dann ein Massenartensterben“.

Mehr noch: Während wir Kreaturen der Eiszeit sind und andere Klimaepochen niemals in unserer gesamten Existenz erlebt haben, waren Therapsiden an Wärme durchaus angepasst.
Der Mensch, der sich in seiner Arroganz außerhalb der Natur sieht, wird bald schmerzhaft lernen, dass er immer ein Teil der Natur sein wird.
Unser Massensterben durch eine von uns selbst ausgelöste künstliche Erderwärmung im Zeitraffer wird dies in Form von 7 bis 10 Milliarden Skeletten beweisen, die für nachfolgende mögliche Spezies tief im Erdboden überdauern werden, wie es die Therapsiden- und Dinosaurierknochen für uns heute sind.


Darstellung der aus geologischer Sicht Zeitrafferaufheizung der Welt. Jeder Balken entspricht dem Durschnitt der Mitteltemperatur aller Monate eines Jahres eines Landes. Die Entwicklung zeigt vor allem ab dem Jahr 2000 eine extreme Beschleunigung der treibhausgasinduzierten Erwärmung der Erde, die für die Zukunft eine beispiellose Katastrophe wahrscheinlich macht.

Zugrundeliegende Artikel
Scinexx: Kaum noch Chancen fürs Zwei-Grad-Ziel
Originalstudie: Raftery et al., Less than 2 °C warming by 2100 unlikely, in: Nature Climate Change 2017, doi:10.1038/nclimate3352
Weitere Studie: Mauritzen, Pincus, Committed warming inferred from observations, in: Nature Climate Change 2017, doi:10.1038/nclimate3357

Artikel von kaltwetter.com zum Thema
Klimakonferenz: Der „Wiener Kongress“ unserer Zeit
Warum globale Erwärmung das Leben erstickt




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  • Peter

    Austritt erst in drei Jahren

    US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung bereits im Juni verkündet. Jetzt folgte der offizielle Schritt: In der Nacht auf Samstag haben die USA in einem Schreiben an die UNO ihren Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen eingereicht. Tatsächlich wirksam soll die Vertragsaufkündigung erst in über drei Jahren werden. Bis dahin seien noch Verhandlungen möglich, heißt es in dem offiziellen Austrittsschreiben. Die USA würden an den Verhandlungstisch zurückkehren, wenn sie Bedingungen vorfinden, die günstiger für ihre „Wirtschaft, Arbeiter, das Volk und die Steuerzahler“ sind.

    Was soll man noch dazu sagen?

    Quelle: http://orf.at/stories/2401999/

    • Verläuft alles so wie von mir beschrieben. Der Homo „sapiens“ ist an Dummheit kaum zu überbieten. Und wenn nicht Trump gewählt wird, wird es eine Ersatzmerkel, die die Gesellschaft zertrümmert, so dass viel geredet wird, aber am Ende noch weniger auf das Klima geachtet werden kann und ebenso wenig geschieht. Diese Welt wird aus historischer Sicht erst brutal zusammenbrechen müssen unter dem Druck der klimatischen Ereignisse, bevor ein Paradigmenwechsel stattfinden kann in der nächsten Generation. Da es bereits jetzt zu spät ist, wird es viele Millionen oder Milliarden Opfer geben, vielleicht sogar auf lange Sicht das Ende allen Lebens auf der Erde. Klingt irre, ist aber möglich.

      • Peter

        Nein, klingt gar nicht irre, ich sehe das ganz ähnlich. Es gibt keinen Ausweg mehr.

        • Es wird ihn geben. Geo-Engineering. Aber das wird klimatisches Russisches Roulette… Dass und ob der gesamte Planet auf dem Spiel steht, wird man wissenschaftlich aber wohl frühestens in ca. 10 Jahren hypothetisieren können wenn die nächste Stufe gezündet hat.

  • Michael Schletz

    +3° (also noch ca. +2.5° zum Mittel 1981-2010) sind keine „Toleranzgrenze“, eher werden sie Europa ein neues Gesicht geben. Wenn man die Julimittel von Europa mal auf einer Karte aufträgt, kann man die Folgen von „nur +2.5°C“ erahnen: Die Region um Hamburg (aktuell 17.7°C Julimittel) hat dann Temperaturen wie sie heute südlich von Paris üblich sind. Ostösterreich (aktuell 20.7°C) wird dann zu Mittelitalien.

    Gut, dort leben ja auch Millionen von Menschen kann man sich denken. Aber Spanien und Griechenland wird dann in Regionen verschoben, wo keine Millionen leben: Nach Nordafrika in die Sahara. Die Migrationsströme sind dann die indirekte Folge davon.

    https://uploads.disquscdn.com/images/9af10bcd58f7dcc743919f812ae10d2138ccec81bb5ccc8e16557608f6e67d04.png

    • Ja so stelle ich mir das in etwa vor. Wobei allein die Zahlen nicht das Entscheidende sind: Je wärmer die Erde, desto mehr Kipppunkte fallen und katapultieren den Planeten in den nächsten Erwärmungszustand. Wie schnell diese Kette ablaufen wird und wo das Ende sein könnte, das kann derzeit aufgrund der Komplexität des Systems kaum gesagt werden. Nur eines ist sicher: Es wird eintreten und man ist gut beraten, die schlimmsten Folgen und die schnellsten Entwicklungen anzunehmen.

  • Paul Panzer

    Also ist bereits eh alles zu spät? Man kann nichts mehr tun, außer das Schlimmste zu erwarten und aufs Beste zu hoffen? Wäre es nicht dennoch sinnvoll, Treibhausegase zu reduzieren? Irgendwie werde ich immer depressiv, wenn ich die Seite hier besuche. Manch einer, der ohnehin nicht gerade viel vom Klimaschutz hält, könnte nach so einem Artikel auch denken: „Dann brauch ich auch kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, wenn ich einfach so weitermache wie gehabt, ist doch eh alles schon zu spät.“ So frei nach dem Motto „Ist die Welt erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert … ein paar aufmunternde Worte wäre angebracht, sonst knick ich ein und kauf mir jetzt die billige Klimaanlage mit der schlechtesten Energieeffizienz 🙁

    • Es ist nicht meine Aufgabe, aufzumuntern (diese hysterischen Optimisten gehen mir sowieso auf den Keks), sondern Wahrheiten zu nennen und zu belegen. Wie das jeder dann in subjektiver Sichtweise interpretiert, ist seine Sache. Die Aufrechten und Wahrhaftigen und jene vor allem mit Kindern werden trotzdem in ihrem Umfeld umsetzen, was an Klimaschutz möglich ist – auch wenn Staat, Gesellschaft und Wirtschaft vehement versuchen dies zu verunmöglichen.

      Auf lange Sicht ist die Klimakatastrophe letztlich auch die Chance, dass die Menschheit in ihrem eingefahrenen Weg der Selbstvernichtung innehalten muss und sich verändern muss. Das geht nicht von heute auf morgen nach der Erfahrung aus der Geschichte und unserer Verhaltensweisen. Natürlich ginge es, wenn alle umdenken würden und wir Politiker weltweit hätten, die mit Bildung, Visionen und idealistischer Tatkraft die Wende stante pede einleiten würden. Aber genauso gut könnte man sich auch wünschen, dass Sofeten plötzlich intelligent werden.

      Außerdem: Auch wenn derzeit alles, aber wirklich alles auf Selbstvernichtung steht, so ist auch dies nur eine Prognose, sprich eine Hypothese. Solange sie nicht eintritt, würde ich immer nur versuchen mich zum Besten zu verändern und nicht mich in fatalistischem Egoismus zu ergehen. Dann wäre ich nicht besser als die Generationen vor uns, die das alles ungewollt verursacht haben. Mehr noch: Diese hatten die Ausrede, dass sie nicht ahnten, wohin das alles führt. Wir haben nun diese Erkenntnis und lieber sterbe ich als dass ich gegen eine erkannte Wahrheit handeln würde.

      Und wenn die Apokalypse kommen sollte? Na und? Das Leben geht dann trotzdem vermutlich weiter und man hat andere Lebensinhalte. Soll ich frustriert sein, weil eine Gesellschaft untergeht, die an Vollverblödung, Dekadenz und Selbstsucht übersatt ist? Man nimmt es wie es kommt und macht das Beste daraus für seine Kinder und alle Kinder der Welt.
      Ich bin sicher, dass die nächste Generation einen Paradigmenwechsel im Handeln und Denken unter dem Eindruck der Ereignisse vollführen wird. Menschen ändern sich als Gesellschaft immer durch die schleichende Eliminierung der Alten mit ihren Denkmustern und durch das Überhandnehmen neuer Denkweisen. Erst dann wird sich zeigen, was die Menschheit wirklich imstande ist, mit ihren Fähigkeiten noch zu bewegen, zusammenzustehen und die Katastrophe vielleicht mit technischen Mitteln zu reduzieren, die wir heute noch gar nicht kennen, und tatsächlich umzudenken. Wann, wenn nicht durch Katastrophen, geschah dies stets? Nur durch Katastrophen. Nie ohne Druck. Insofern ist der Optimismus durchaus angebracht, aber bezieht sich auf Zeiten, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können – genausowenig wie ein Mensch im Barockzeitalter sich unsere Welt hätte vorstellen können.

      • Paul Panzer

        Danke für deine aufrichtigen Worte.

  • Dämonid

    An den letzten Absatz denke ich auch immer.
    Man stelle sich eine neue intelligente Spezies vor, die Jahrmillionen nach der Menschheit hier sich enwickelt. Was die wohl denken muss, wenn sie all die Ruinen und Skelette sieht?
    „Woran sie wohl gestorben sind?“ wird man sich fragen. Vielleicht finden sie es ja heraus und können unsere Fehler vermeiden? Dann hätten wir durch unser destruktives Verhalten immerhin einer zukünftigen Spezies vor dem Untergang bewahrt.

  • Andek Andreas

    „Die vollkommen logische Schlussfolgerung für die Zukunft ist, dass sich die Hitze und die damit verbundenen Folgen ebenso wie die immer noch unverminderten Emissionen von Treibhausgasen (durch die Menschheit und durch die Erde mittlerweile selbst) jedes Jahr steigern werden.“
    Kann mir der werte Artikelschreiber mal die Worte „durch die Erde mittlerweile selbst“ näher erläutern mit Beleg ?
    Daanke !