Ist die Wunderkühlfolie die Lösung für eine hitzefreie Zukunft im Haus? (Symbolfoto)
Ist die Wunderkühlfolie die Lösung für eine hitzefreie Zukunft im Haus? (Symbolfoto)

Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Folie, die man auf das Hausdach spannt und die sogar im Hochsommer ohne jegliches Zutun das Haus wie im Herbst kühl hält.
Wenn Sie jetzt ebenso sabbernd vor dem Monitor* hängen wie ich, dann lesen Sie ruhig weiter 😉 Denn diese Folie ist keine Fantasie und auch keine Magie, sondern eine physikalische Erfindung der University of Colorado.

Wasserkanalisierte Alufolie mit Glaskugeln

Die Folie besteht aus dem bekannten Material Polymethylpenten. Hinzugefügt wurden Miniaturglaskügelchen und das ganze zu einer Folie ausgespannt, die ähnlich wirkt wie Alufolie aus dem Haushalt.

Herstellung der Kühlfolie. © <a target="_blank" href="http://www.colorado.edu/today/2017/02/09/newly-engineered-material-can-cool-roofs-structures-zero-energy-consumption">University of Colorado in Boulder</a>
Herstellung der Kühlfolie. © University of Colorado in Boulder

Die Folie reflektiert nicht nur etwa 96% der von außen auftreffenden Sonnenstrahlen, sondern zieht die Infrarotstrahlung, sprich Wärme, aus dem darunterliegenden Gebäude wie bei einem Ventil. Auf diese Weise kühlt sich das Gebäude ab und von außen ankommende Hitze wird zurückreflektiert. Die Energiebilanz ist dann negativ und das Gebäude wird aktiv abgekühlt.
Im Sommer soll dies selbst bei 37 Grad Außentemperatur zu einer 20 Grad kühlen Wohnung verhelfen!

Das einzige Problem ist die Reduzierung der Effektivität durch Staub. Da die Folie vor allem in Gebieten Einsatz finden wird, wo es trocken und heiß ist, ist gerade dort die Beeinträchtigung durch Feinstaub und andere Partikel groß. Begegnen will man diesem Umstand, indem man die Folie mit einem Wassersystem verbindet, das die Oberfläche sauber hält und gleichzeitig die Wärme abführt.
Ansonsten ist die Folie spottbillig in der Herstellung. 50 cent pro Quadratmeter sind lächerlich wenig. Hinzu kämen noch für die Wasserleitungen geringe Stromkosten für eine kleine Pumpe.

Ab wann kann man diese Folie kaufen?

Bis zur Marktreife muss wohl noch gewartet werden, zumal die Entwickler leider sommerfetischistische Bedenken haben: In den kühlen Monaten würde dem Haus Wärme entzogen (wo ist das Problem?).

Der Traum aller normalen Menschen: Draußen herrscht die drückende Gluthitze einer immer schlimmer sich entwickelnden Klimakatastrophe und ein kühler Schutzwall bewahrt uns im Haus vor dem Schlimmsten!
Der Traum aller normalen Menschen: Draußen herrscht die drückende Gluthitze einer immer schlimmer sich entwickelnden Klimakatastrophe und ein kühler Schutzwall bewahrt uns im Haus vor dem Schlimmsten!

Immerhin beginnt man global allmählich auf die Klimakatastrophe zu reagieren und der Erfindergeist schlägt hohe Wellen. Man liest von fünfeckigen Backsteinen zur Wärmereduzierung, kühlenden Tischen und vielem mehr.
Das wird auch dringend notwendig sein, wenn man zukünftig die Höllenmonate der Hitze lebend überstehen will. Denn die Klimakatastrophe bleibt nicht stehen. Sie beschleunigt auch nicht gleichmäßig. Sondern bestenfalls exponentiell. Klimaoptimierte Häuser, die statt 28 bis 30 Grad Innentemperatur wieder herrliche 20 Grad erreichen und in deren vier Wänden man sich von der unvermeidlichen Gluthitze draußen erholen kann, werden im Beliebtheitsgrad steigen. Das Gute daran: Wo ein Bedarf ist, dort ist auch zumeist der Antrieb für Firmen am größten.

So kann man nur hoffen, dass wir bald mit Erfindungen rechnen können, die uns gestatten, die hitzeinduzierte Minderung der Lebensqualität von Mai bis September erfolgreich bekämpfen zu können.

Originalartikel der University of Colorado (englischsprachig)




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  • MINDERQUEST

    Jetzt würdet ihr wissen, wieso sie dann gleich ausverkauft ist! 😀