Die Kunstausstellung
Die Kunstausstellung "Sofeten klatschen" schockiert und begeistert die Besucher gleichermaßen.

Aus gegebenen Anlass der schlimmsten globalen Hitzekatastrophe und ihrer Opfer haben internationale Künstler im neu errichteten Kunstmuseum nahe der Zugspitze den tausenden Hitzeflüchtigen einen Hort intellektueller Verarbeitung der jahrezehntelangen Hitzetraumata errichtet. Der Kunstverein „Sofeten klatschen e. V.“ hat mit der gleichnamigen Ausstellung zur Introspektion über die Folgen der Sommerfetischisten (kurz: Sofeten) nach der großen Katastrophe eingeladen und wir sind ihr mit einem Reporterteam gefolgt – in eine der wenigen Exklaven, wo Menschen noch klimatisch begünstigt leben können.

Mitarbeiter der Ausstellung in vorgeschriebener Ausstattung. Nicht im Bild der deutlich sichtbare Aufdruck auf dem Bauchbereich "Endlich wieder frei atmen", © <a target="_blank" alt="ausstellung, sommer, hitzewelle, klimawandel, klimakatastrophe, kaltwetter.com" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/>Hunk-USFU auf deviantart.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC NY-SA 3.0</a>
Mitarbeiter der Ausstellung in vorgeschriebener Ausstattung. Nicht im Bild der deutlich sichtbare Aufdruck auf dem Bauchbereich „Endlich wieder frei atmen“, © Hunk-USFU auf deviantart.com, Lizenz: CC NY-SA 3.0

Bei angenehmen Temperaturen unter 20 Grad können die Besucher auf einem großflächigen Areal in den leider bereits lange schneefreien Bergen anhand von handverlesenen Exponaten ihre Erlebnisse und Ängste verarbeiten. Reporter sehen, wie tausende Besucher immer wieder erschüttert vor den Exponaten stehen und in unfassbarem Entsetzen und Wiedererkennen nicken und auch miteinander ihre seelenmarternden Erfahrungen austauschen.
„Wir kommen aus Tropenhessen und wollten eigentlich nur den sommerlichen 50 Grad entfliehen“, so ein Ehepaar aus Rüsselsheim. „Wir sind dann gefahren, kurz bevor die Straßen durch den schmelzenden Asphalt gesperrt wurden. Aber dass wir hier das Grauen der letzten Jahre veranschaulicht sehen, nimmt viel von dem Schmerz, der auf uns lastet.“
Den Berichterstattern fällt es nicht leicht, ohne Beeinflussung die Kameras laufen zu lassen, denn immer wieder brechen Menschen vor Kunstwerken* zusammen und hier und dort ertönen Schreie.

Es erhob sich Kritik, ob es nötig sein musste, dass auch das Wach- und Hilfspersonal der Ausstellung mit Gasmaske* und einem Brustmotto „Endlich wieder frei atmen“ versehen wurde. Der Pressesprecher des Veranstalters „Sofeten klatschen“ erklärte jedoch, es handle sich schließlich um eine Kunstausstellung und den Zwecken der Kunst sollte alles untergeordnet werden. Immerhin würde das Personal nicht durch die Gasmaske behindert und bisher ist jeder Besucher, der unter der konzentrierten Last der Eindrücke zusammenbrach, professionell in einem Kühlraum versorgt worden.

Die Berichte stimmen nachdenklich und erschüttern sogar. Ein Grund mehr, einen genaueren Blick auf die Ausstellung zu werfen:

"15. August - der Bus kam nicht" - Gastexponat mit freundlicher Genehmigung von Michael Hoops
Getarnter Ausstellungsplatz (neben der Bushaltestelle): „15. August – der Bus kam nicht“ – Gastexponat mit freundlicher Genehmigung von Michael Hoops

Bushaltestelle: „15. August – Der Bus kam nicht“ von Michael Hoops

Wegweisend und von beschämender Genialität für alle anderen Künstler ist das mittlerweile international berühmte Werk „15. August – Der Bus kam nicht“ von Michael Hoops, das zum Leitsujet einer ganzen, klimakatastrophengeplagten Generation wurde.
Aus naheliegenden Gründen wurde das Kunstwerk neben der Bushaltestelle arrangiert, ohne direkt darauf hinzuweisen, dass es sich um ein Kunstwerk handelt. Letztlich soll im Idealfall die Kunst Teil des Alltags werden, um Einsichten zu gewinnen.
Zugrunde liegt diesem Kunstwerk eine traumatische Augenzeugenschaft in der niedersächsischen Einöde, als der Künstler die tragischen Opfer eines Sommernachmittags während der Klimakatastrophe als erster entdeckte.
Die Gesellschaft „Sofeten klaschen e. V.“ dankt Herrn Michael Hoops ausdrücklich für die Leihgabe.

"In memoriam Sofetus", Paul Nordmann, Außengelände Platz 1, © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/oddsock/1686801637">Ian Burt auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>
„In memoriam Sofetus“, Paul Nordmann, Außengelände Platz 1, © Ian Burt auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Außengelände Platz 1: „In memoriam Sofetus“ von Paul Nordmann

Paul Nordmann, bekannter Avantgardist vieldeutiger Arrangements, hat in diesem Kunstwerk einige hunderttausend Kloschüsseln* zertrümmert und zu einem Berg angehäuft.
„In memoriam Sofetus“ kennzeichnet diesen Berg als Mahnmal für verstorbene Sommerfetischisten und die Bedeutung ihres Lebens für die Menschheit. Kritiker zweifelten, dass eine Kloschüssel immerhin ein wichtiger Bestandteil des Menschen sei und die Aussage dieses Kunstwerkes daher zu positivistisch sei. Paul Nordmann entgegnete mit den Worten: „Deswegen sind die Kloschüsseln von mir auch zertrümmert worden“.

Außengelände Platz 2: "Nur ein sommerliches Mittagsschläfchen" von Fritjof Kaltschüssel
Außengelände Platz 2: „Nur ein sommerliches Mittagsschläfchen“ von Fritjof Kaltschüssel

Außengelände Platz 2: „Juli 2015 – Nur ein Mittagsschläfchen“ von Fritjof Kaltschüssel

Selbst kritische Kunstkenner zeigten sich von der Intensität dieses Vanitasarrangements von Fritjof Kaltschüssel schwer beeindruckt und lobten die dargestellte Metaphorik der Gefahren heutiger Sommer in Europa. Gleichsam deutet pars pro toto der tragische Mittagsschläfer sowohl von der Müßigkeit der Menschen angesichts einer lebensbedrohlichen Klimakatastrophe und auf das wahrscheinliche Ende.
Man beachte, dass der Mittagsschläfer in den Beton eingesunken ist, was laut Kaltschüssel ein Verweis auf die kommende Hitze der nächsten Jahrzehnte sein wird und ein subtiler Hinweis, dass wir zu den Sünden unserer Selbst zurückkehren werden, eins im Verfall mit den architektonischen Monstrositäten, die ebenso wie ihre Schöpfer auf einer glühenden, toten Erde zerfallen werden.

Außengelände Platz 3: "Sofeten-Herodes" von Tullius Contrasofetus
Außengelände Platz 3: „Sofeten-Herodes“ von Tullius Contrasofetus

Außengelände Platz 3: „Sofeten-Herodes“ von Tullius Contrasofetus

Auch Skulpturen finden sich auf dem Gelände der Ausstellung. Der Künstler Contrasofetus nimmt mit dem „Sofeten-Herodes“ Bezug auf den römischen Kaiser Herodes, der als Kindermörder in die Geschichte einging. Zwar ist mittlerweile Italien unbewohnt, nachdem die Temperaturen die 60 Grad-Grenze überschritten vor einigen Jahren, doch den Künstler hat das Trauma der Klimaflucht nicht losgelassen.

Sein Werk ist eine Anklage gegen jeden Sommerfetischisten, der das Blut der nachfolgenden Generationen auf dem Gewissen hat, weil er einst Sommer und Hitze aus heute nicht mehr nachvollziehbaren, egoistischen und pervertierten Beweggründen einer Zukunft opferte, in der die Erde zur Hälfte überschwemmt und zur Hälfte durch Desertifikation und Hitze unbewohnbar wurde. Der von der Sonne schwarzgebrannte Sofeten-Herodes wütet dabei gegen Kinder als Symbol unserer Nachkommen, die die Opfer der unsäglichen Generation sind, welche die Erde in beispielloser Verantwortungslosigkeit vernichtet hat.

Vorplatz: "Der unverstandene Sofet" von Fallum Skrotmund
Vorplatz: „Der unverstandene Sofet“ von Fallum Skrotmund

Innenhof: „Der unverstandene Sofet“ von Fallum Skrotmund

Eine weitere Plastik findet sich im Innenhof der Ausstellung. Zentral auf einem Stein sitzt dort ein von der Sonne widerlich braun gebrannter Mann. Für Laien ist dieses subtile Kunstwerk von Fallum Skrotum… Verzeihung Skrotmund nur schwer zu deuten.
Dem Künstler nach handelt es sich um einen Sofeten, der in der Wüste seines einstigen Heimatlandes als einziger verblieb – verachtet und vergessen von den panisch fliehenden Menschen, die vor Hitze* und Sonne ihr Leben retten wollten. Erste bewusst angebrachte Risse deuten darauf, dass der „vergessene Sofet“ innerlich an seiner Schuld zerbricht und den Freitod in der Sonne gewählt hat – eine passende Symbolik. Die Miene drückt eine Mischung aus finaler, aber zu später Erkenntnis, Trauer, Schuld und Resignation aus.

Parkanlage: "Der Baum und der Regentropfen" von Mira Culix
Parkanlage: „Der Baum und der Regentropfen“ von Mira Culix

Parkanlage: „Der Baum und der Regentropfen“ von Mira Culix

Mira Culix, eine Künstlerin, die sich auf eher esoterische und postmoderne Kunst* spezialisiert hat, musste lange um Anerkennung ihrer Kollegen kämpfen. Mit diesem Werk jedoch überzeugte die junge Künstlerin, die dem „Nordischen Druidenzirkel“ angehört, letztlich.
Der ahnungslose Besucher begegnet hier einem großen Baum*, der gleich zwei Botschaften ausdrückt. Zum einen handelt es sich um einen abgeschlagenen Baum, der geradezu wirkt, als sei sein Stamm gnadenlos und ohne Rücksicht abgerissen worden, als sei er ja geradezu „entleibt“ worden, so wie unsere Vorfahren es mit den Bäumen der Erde taten – bis dadurch das Klima sich in einen zweiten Merkur wandelte und die Bäume starben und vergessen wurden. Nur mit viel technischem Aufwand lassen sich die Bedingungen der früheren „gemäßigten Zone“ Europas auf dem Plateau der Zugspitze simulieren, sodass der Baum inmitten des Parks authentisch wirkt.

Doch die Anthropomorphisierung des Baumes mit einem Gesicht, das ein unfassbares Staunen und Freude ausdrückt, stellt die Hauptbotschaft dar: Der Baum erblickt etwas, das er lange nicht mehr gesehen hat – einen Regentropfen. Seine Freude ist deutlich erkennbar und kann von jedem Menschen in einer desertifizierten Welt geteilt werden. Und so vereint sich in diesem Baum die Scham des Menschen vor seinem Mord an den Bäumen mit der Erkenntnis, dass ihn und uns die Freude über den Regen und das Leben eint und so erst unsere Schuld noch einmal bis zur Unerträglichkeit erhöht. Nicht ohne Grund verzeichnen die Gasmaskenbewehrten Mitarbeiter an diesem Exponat die meisten Zusammenbrüche von Besuchern.

Innenhof: "Angst vor dem Leben" von Loki Eisfreß
Innenhof: „Angst vor dem Leben“ von Loki Eisfreß

Innenhof: „Angst vor dem Leben“ von Loki Eisfreß

Loki Eisfreßs Werk steht ein wenig abseits des zentralen „Der unverstandene Sofet“ und kann leicht übersehen werden. Dies wäre allerdings ein herber Verlust!

Ganz in der Ecke hockt schutzsuchend ein ängstlicher, schwarzgebrannter Sofet unter einem Sonnenschirm*. Eine raffinierte Brunnentechnik lässt Wasser wie Regen herabfallen, vor dem der Sofet ängstlich Schutz sucht, bis sich die gnadenlose Sonne wieder zeigt.

Erläutern muss man hier, dass der heute übliche Sonnenschirm, der vor der gefährlichen Sonne und Hitze schützt, früher als sog. „Regenschirm*“ verwendet wurde. In früheren Zeiten gab es nämlich noch wöchentlich – so heißt es zumindest -, Regen, der sogar stundenlang vom Himmel fallen konnte! Der ängstliche Sofet steht somit als Sinnbild für eine sinnentleerte Handlung – stellt Regen doch das Symbol des Lebens schlechthin dar und die Hitze, die der schutzsuchende Sofet selbstmörderisch erfleht, genau das Gegenteil dar.
Wir haben bei dem Bericht nicht wenige Besucher laut lachen gesehen vor diesem Kunstwerk, das ob seiner abstrusen Handlungsdarstellung geradezu parodierenden Charakter aufweist. Zwischen den ernsten Exponaten stellt „Angst vor dem Leben“ somit eine willkommene, aber nicht minder tiefe Erfahrung dar auf dieser außergewöhnlichen Kunstausstellung.

Wir mussten an dieser Stelle die Reportage abbrechen, da unser Kameramann, geschüttelt von Gefühlen, in Tränen ausbrach und angesichts des Erblickten nicht mehr arbeitsfähig war.
Es ist nicht übertrieben, wenn wir die kühne Behauptung wagen, dass die Ausstellung „Sofeten klatschen“ des gleichnamigen Kunstvereins sowohl das erlebte Ende der Menschheit dokumentiert, wie auch einen Neuanfang wagt, indem die Fehler und Schrecken vor Augen geführt wurden.

Wir wünschen der Ausstellung viel Erfolg und dass sich die versprengten Reste der Menschheit, Wissenschaftler, Politiker und Bürger, an ihr aufzurichten vermögen und erkennen, wo unser Ziel im Kampf um die Zukunft liegen mag.




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  • Baur Hans Peter

    Auch die nächste Woche wird hitzemässig grausam. Hoffentlich ist die 2. Augusthälfte kühler und damit meine ich weniger als 30 Grad……

  • Sara Bosshard

    Ich hoffe eigentlich, dass wir nach dem morgigen Freitag das Schlimmste überstanden haben und dies wirklich die letzte Hitzewelle in diesem Jahr war. Nur schon die Tatsache, dass wir an jedem Tag etwa 5 Minuten weniger Sonnenschein haben, gibt ja Grund zur Hoffnung.

  • Autumn

    Hahaha! Vielen Dank für die lustigen Artikel. Bei dieser ekelhaften Hitze versüßen sie das Vampirdasein! Bitte mehr davon! Ich amüsiere mich köstlich. Ich zähle nur noch die Tage bis dieser Dreckssommer vorbei ist!

    • Danke! 🙂
      Momentan ist irgendwie ein newstechnisches Sommerloch. Kaum nennenswerte Klima-Neuigkeiten außer der Dauerbrüllhitze. Selbst die Vulkane verhalten sich seit Monaten erstaunlich ruhig – hier bricht mal ein langweiliger Schwengelvulkan aus, dort mal ein paar Erdbebchen -, vermutlich die Ruhe vor dem Sturm.
      Ich mache auch einige Dankesgebete auf Knien, wenn dieser grauenhaften Endloshorrorsommer vorbei ist. Wenn das mal nicht bis zum Winter so weitergeht. Gibt es überhaupt noch Nichthitze?? Kann sich wer noch an vernünftige Temperaturen von 10 Grad maximal oder weniger erinnern? Muss Monate her sein und gefühlte Jahrzehnte.

    • Peter

      Also die neuesten Läufe und Prognosen zeigen bei uns in Ostösterreich bis Sa/So nun 38Grad und praktisch keine Abkühlung mehr. Im Gegenteil die Folgewoche zeigt Temperaturen um die 35-38 Grad. Also so wies derzeit aussieht kann das noch bis Ende August gehen. Laut Prognosen (wenns so kommt) ziemlich sicher der heißeste Sommer ever Hoffe auf ein Wunder …

  • Hedda

    Dankeschön für den tollen Artikel!!! Hab mich vor Lachen gebogen…aber eigentlich ist es nicht wirklich zum Lachen…
    Ja…ich kann mich noch an Jahre erinnern, in denen vier Jahreszeiten stattgefunden haben…in denen der Frühling kühl bis mild und regenreich war…an Sommer, die gemäßigt und nass waren!! Wo Tage mit über 30° sofort mit mind. einer Woche Kühle und Regen einhergingen…in denen der Herbst kühl war und frische Luft durch Stürme brachte…ja…ich kann mich sogar an lange schneereiche und extrem kalte Winter erinnern, die nicht nur ein Intermezzo waren. Ach…lang lang ist’s her…es war in meiner Kindheit in den 60er Jahren im Schwarzwald…alles vorbei!

    • Ja, das ist der Sinn bei Satire: Es ist immer ein Körnchen Wahrheit dabei. Und die Zuspitzung reizt zum Lachen und macht gleichzeitig nachdenklich und hält der Gesellschaft so auch einen Spiegel vor.

      Tja, das Klima vor der Klimakatastrophe. Verloren. Es ist als hätte man mir etwas aus der Seele gerissen. Dieses Klima findet man momentan nur noch an der Nordseeküste und in Skandinavien. Wer noch jung ist, dem kann ich nur raten: Auswandern bzw. Umziehen. Für mich ist es zu spät aus verschiedenen Gründen. Aber Urlaub ist sicher möglich in den Hitzephasen Glühling-April/Mai und Juli als schlimmsten Monat des Jahres. Mal sehen, was geht.

      • Peter

        Ja, langsam denke ich auch, dass nur mehr auswandern eine Lösung sein kann. Aber ab einem gewissen Alter ist das halt nicht so einfach. Aber in der Pension sicher
        Vorerst wird im Laufe dieses Jahres eine Klimaanlage geplant und angegangen. So kanns nicht weitergehen …

      • Lossoth

        Nicht nur dort. Vor zwei Jahren waren wir ab 15.07. in Schottland (Aberdeen) in Urlaub. Etwa 1-2 Tage später war bei uns zu Hause so um die 36 Grad – tagelang. In Aberdeen hatten wir die ganze Zeit 20-22 Grad. Und guck dir jetzt mal die Temperaturen dort an. Die haben im Moment so zw. 18 und 20 Grad. Also für den Ruhestand planen wir tatsächlich auszuwandern. Dauert zwar noch, aber ist für mich schon beschlossene Sache.

        • Hier auch genau der gleiche Plan, allerdings Ostfriesland (dank Golfstromschwäche wird es da auch erträglich sein). Ansonsten wäre Mittelschweden auch eine gute Wahl. Schottland sicher auch. Egal, nur weg.

  • Jo1965

    Ich möchte auch einen kleinen satirischen Beitrag hinzufügen, nämlich eine aktuelle Vorhersage im O-Ton auf wetter.net für die irakische Hauptstadt Bagdad: „Am Mittwoch gibt es freundliches und schönes Wetter mit viel Sonnenschein in Bagdad. Dazu kühlt sich die Luft in den Frühstunden auf 33 Grad ab und erwärmt sich tagsüber bis auf 47 Grad. Der Wind weht aus Nordwest.“
    „Freundliches und schönes Wetter“ bei 47°C. Mensch, wie geil ist das denn!!

    • Vermutlich ungewollte Satire 😛 „kühl“ und „33 Grad“ in einem Satz. Das gehört eigentlich vor die Menschenrechtskommission.

  • Autumn

    Leute, dieser Kacksommer ist sogar schlimmer als die Hölle 2003! Tapfer sein, denn nach Gfs geht das noch bis 20. August so ekelhaft weiter. Ich konzentriere mich aufs nackte Überleben und Tage zählen. Das kann nicht mehr so lange dauern, die Tage werden immer kürzer. Wenn dieser Dreckssommer vorbei ist, gibt’s reichlich Sekt!!!! Bald bald…. letzte Wochen! Das schaffen wir noch. …dann wird gefeiert!

    • Ich sehe den September ehrlich gesagt wie den August. Wie in den Vorjahren auch. Die Strukturen des El Nino werden höchstwahrscheinlich auch im September wirken. Freundet euch irgendwie besser mit dem Gedanken an, dass es bis Ende September 30 Grad werden. Niemand weiß, ob es nicht sogar noch länger geht, aber die Chancen auf eine Änderung steigen im Oktober rapide an.
      Wer jetzt noch Beweise für eine Klimakatastrophe benötigt, dem ist nicht zu helfen, denn El Nino IST der Agent der Klimakatastrophe in Quantität und Qualität des Ereignisses.
      Bis jetzt gibt es mehrere tausend Hitzetote in Indien und Pakistan und 3500 in Frankreich und Spanien. In Deutschland wird von der gleichgeschalteten Presse nichts veröffentlicht, um den Sommerfetischismus nicht zu kritisieren.

      • Zoppo Trump

        Ja die Presse muss man heute sehr stark kritisieren vor allem hier in Deutschland, leider. Ich würde mich so viel besser fühlen wenn ich wüsste das stimmt was die da so von sich geben. Aber das ist in letzter Zeit immer schlimmer geworden. Hoffen wir das der Golfstrom kaputt geht 😀

        • Ja und er soll sich beeilen! In 15 Jahren habe ich da kaum was von. Innerhalb der nächsten 5 bis 7 Jahre wäre ok.

    • Peter

      Die Hoffnung stirbt zuletzt

  • Autumn

    Also wer jetzt noch über den Sommer jubelt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Dem hilft auch klatschen nichts. Blöd-Wetter.de bejubelt immer noch diesen Dreckssommer. Manchem Sofeten ist einfach das Hirn schon längst weggebrannt. Da ist Hopfen und Malz verloren. Dass im September noch 30 Grad wird, glaube ich weniger, da die Tage immer kürzer werden und diese Dreckssonne immer mehr an Kraft verliert. Zum Glück.

    • Lossoth

      Hallo Autumn,
      also an Temperaturen von 30 Grad im September glaube ich auch nicht. Ich rechne eher damit, dass sich das Wetter abrupt umstellt. Ein Tag noch heiß, dann Unwetter, dann Herbst. Außerdem haben wir Anfang September 3(!) Stunden weniger Sonne und Ende September sind die Tage kürzer als die Nächte. Mir ist zwar klar, dass wir zwar wieder einen zu warmen September bekommen, und uns Wunschtemperaturen von 15-18 Grad abschminken können, aber zwischenzeitlich kann (muss) ich auch mit 20-25 Grad leben.

      • Jo1965

        Hallo Lossoth! Leider hat Michael weiter oben recht, wenn er darauf hinweist, dass auch im September die 30 Grad-Marke noch locker geknackt werden kann. Dafür ist zwar massive Warmluftadvektion nötig, aber von der gibt’s ja gerade dieses Jahr am Mittelmeer mehr als genug. Ich erinnere mich z.B. noch ganz genau, wie ich im Horrorsommer 2003 meinen Geburtstag am 20. September bis weit nach Mitternacht draußen auf dem Balkon verbracht habe, weil massive Heißluftzufuhr aus Süden dafür sorgte, dass in Verbindung mit dem kräftigen Wind die Ausstrahlung trotz der schon langen Nächte kaum greifen konnte und wir noch fast eine Tropennacht hatten, und das unmittelbar vor dem kalendarischen Herbstbeginn! Ich bin aber trotz allem zuversichtlich, dass diese penetrante Erhaltungsneigung des derzeitigen Hitzedrecks dieses Jahr wesentlich früher zusammenbricht und wir schnurstracks direkt in einen richtigen Herbst wechseln!

        • 2003 war Oktober dann aber ein Hardcorekälteherbst! 🙂 Das wärs mir ja fast wert *g* Und ja das glühende Mittelmeer macht mir für September Angst. Gut erkannt, Jo!

  • Zoppo Trump

    Mir ist auch gar nicht mehr zum lachen zu mute. Das schreiben fällt auch schwer, deswegen bin ich hier momentan weniger unterwegs(zu anstrengend:D). Respekt Michael das du in Tropenhessen so viel schreiben kannst. Denke mal deine Klimaanlage trägt einen großen Teil dazu bei 😀

  • Sara Bosshard

    Ich hoffe, dass wenigstens in der zweiten August-Hälfte dieser Dreckssommer endlich ein Ende nimmt und dem Herbst mit angenehmen Temperaturen Platz macht. In meinem Umfeld leiden mittlerweile fast alle unter diesem Horror. Ich denke, zwischenzeitlich sind wir hier sogar in der Mehrzahl mit unserer Meinung.

    • Ja logisch. Jeder, den ich anspreche auf die Hitze jammert bis auf einen Bankangestellten, der traditionell Ägyptenurlaub macht bis er schwarze Haut hat. Da er meine völlig gegensätzliche Meinung akzeptiert, habe ich da kein Problem mit. Wir ziehen uns sogar gegenseitig auf lol
      Aber eine große Mehrheit hat die Schnauze voll von Sommer und Hitze und ahnt, was mit der Klimakatastrophe gemeint ist und was auf uns die nächsten Jahre zukommen wird.

  • Hedda

    Wenn wir wirklich bis zum 20. August diesen Höllensommer ertragen müssen, dann weiß ich echt nicht mehr was ich noch machen soll.
    Mein Mann kam heute total fertig und kaputt heim (35°), er sah fürchterlich aus.
    Haben immer noch schlappe 30° in der Wohnung, trotz sämtlicher geöffneter Fenster und Türen, an schlafen ist gar nicht zu denken…und morgen bekommen wir den ‚heißesten Tag der Woche’…
    Langfristig werden wir uns wohl nach einer anderen Wohnung umsehen müssen.
    In meinem Freundes- und Bekanntenkreis hat keiner mehr Bock auf Sommer!! Die meisten mögen die Hitze eh nicht…
    Ihr habt alle Recht, wer jetzt noch nicht an die Klimakatastrophe glaubt, dem hat die Sonne mit Sicherheit das Gehirn versengt!

    • Kleiner Tipp: Wenn draußen Hitze ist: Alle Fenster, und ich meine wirklich alle verrammeln. Bei Dämmung im Haus bleibts ca. 1-2 Tage bei etwa 25 Grad, danach max. 28 Grad. Bei Außentemperaturen von 35 Grad kommen halt 35 Grad ins Haus… Weitere Maßnahmen: Sonnenstrahlen vermeiden, alle Fenster abhängen oder Rollos runter, da jeder Sonnenstrahl die Wohnung wie ein Treibhaus aufheizt.
      Letzten Endes hilft hier nur eine Klimaanlage um Temps von unter 28 Grad zu erreichen.

  • Autumn

    Ich bin auch nicht mehr weit vom Verrücktwerden. Dieses Dreckshoch hat sich über Europa eingenistet wie ein ekelhafter Parasit! Ich weiß nicht mehr, wie ich bei diesen gfs läufen noch positiv bleiben kann. In meinem Umfeld haben auch die meisten die Schnauze voll. Kein Bock mehr auf Sommer. Meine Hoffnung ruht auf den immer kürzer werdenden Tagen. Dieses Sch…hoch erneuert sich immer wieder und so eine Wetterlage kann dauern. …hoffe noch auf den 20 August. Momentan ist kein Ende dieser Dreckshitze absehbar. Da hilft nur beten.

    • Mach ich schon seit etwa 15 Jahren. Hilft nicht. Vielleicht Hitzeblockade beim Aufstieg der Gebete zum Herrn. Hm ob Flagellantismus hilft? Wenn’s mit Peitschen und Blut dann oben ankommt, wär’s mir die Investition in die Peitsche wert 😛

      • Zoppo Trump

        Ja stimme euch beiden zu 😀
        Aber vielleicht bekommen wir dann auch im Herbst und Winter die positiven Seiten des Hochs zu spüren.

  • Wer wenigstens mit seiner Unterschrift etwas gegen die Klimakatastrophe unternehmen möchte, dem empfehle ich die neue Aktion von regenwald.org: Die UNO definiert Plantagen als Wälder und forciert damit die Abholzung des Regenwaldes, der uns vor dem CO2 eigentlich rettet. Die Welt ist wahnsinnig….
    https://www.regenwald.org/aktion/1013/sag-der-uno-plantagen-sind-kein-wald

  • Autumn

    Jetzt ist mir auch klar, warum die Dummdumm-Medien diesen Horrorsommer so bejubeln: reine ABLENKUNG! Unsere Umwelt wird immer mehr zerstört, aus purer Profitgier, die Natur wird behandelt wie Dreck, aber ach Leute „denkt nicht drüber nach, es ist SOOOMMER“…. Sun, Fun, Party, Grillen, Fressen, Saufen…es ist Partytime, also bitte bitte bloß nicht über die Klimakatastrophe nachdenken, sondern Spaß haben und bitte dabei verdummen! Das ist gewollt.

    • Vermutlich. Aber die Masse war noch nie für ihre Intelligenz bekannt. Vor dem 1. Weltkrieg sieht man die Leute in Straßencafes im Sommer sitzen, tanzen. Sofeten und ihre Dummheit sind zeitlose Konstanten der Geschichte.

      • Autumn

        „Zwei Dinge sind unendlich – das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum allerdings bin ich mir noch nicht sicher“. (Albert Einstein). RECHT hatte der kluge Mann! 99 % der Menschheit lässt sich so einfach für dumm verkaufen.

        • Ich schätze es sind nicht 99% aber doch wohl 70% ^^
          Man merkt aber deutlich im Alltag, dass südlich der Mainlinie die Leute die Schnauze gestrichen voll haben von der Klimakatastrophe und dem Sommer. So langsam erwachen auch die normalen Leute unter dem Leidensdruck der Hitze. Der Mentalitätswandel beginnt, aber er kommt zu spät.

      • Lossoth

        Im Mittelalter war es die Kirche, für die es bequemer war dumme, willfährige Schafe zu haben, jetzt sind es die Politiker und die Presse ist deren Handlanger. Dumme Menschen hinterfragen halt nicht. Die sind einfach zu lenken. Intelligente Menschen, die Zusammenhänge begreifen sind gefährlich. Es muss erst zu Extremsituationen kommen, wo es bei den Dummen wirklich ums nackte Überleben geht, bevor die sich von dem kleinen intelligenten Grüppchen mitziehen lassen.

        • Als Mittelalterhistoriker muss ich dir da leider widersprechen. Im Mittelalter war die Kirche die modernste Institution und bekannt für Revolution und Reformen (Reformpapsttum, Investiturstreit etc.). Zudem darf man nicht den Fehler des Anachronismus machen und heutige Werte, die unsere Vorfahren in der Renaissance und Neuzeit erfochten haben, auf eine Epoche davor anzuwenden. Ich glaube es war der große Horst Fuhrmann, der gesagt hat „Eine Epoche bemisst sich an der Zahl der Aufopferungsfähigen und nicht an den sich ändernden Werten. Und da besteht das Mittelalter nicht schlecht!“. Die Klischeeisierung als „Dunkles Zeitalter“ taucht ja erst im 19. Jahrhundert auf und verblendet bis heute die Sicht auf eine Epoche, deren Grundlagen sich in unserer Welt überall wiederfinden.

          Aber gerade aus dieser Sichtweise, dass wir heute in einer Epoche leben, in der wir Werte gelernt haben, ist es eine umso höhere Schuld unserer Zeit und jedes Einzelnen, wenn er in umnächtigter Geistesdummheit wider diese Erkenntnisse handelt und genau die gleichen Fehler wiederholt, die einmal mehr zu Millionen Opfer führen werden – zumal die Auswirkungen dieser heutiger Fehler viel größer sind und globales Apokalypsepotential besitzen (egal, ob Atomwaffen oder Klimakatastrophe). Und wie in allen Epochen werden diejenigen, die frühzeitig dies erkennen, nur vom Schicksal die Rolle der Augenzeugenschaft aufgetragen bekommen.

          • Lossoth

            Du hast recht, das war von mir ein unglücklicher Vergleich. Also lass es mich so ausdrücken. Es ist traurig, dass die Menschen des 21.Jahrhunderts, denen Informationsquellen in einem Maße zur Verfügung stehen, wie sie noch nie dagewesen sind (Fachbücher, Fachzeitschriften, Internet etc.) diese nicht nutzen, sondern ihre Freizeit u.a.mit dümmlichen Sendeformaten verbringen.
            (Auch wenn ich mich mit mittelalterlicher Geschichte nur oberflächlich auskenne, habe ich diese Epoche nie als dunkles Zeitalter gesehen.)

          • Danke. vollkommene Zustimmung in diesem Fall von mir.

  • Holger

    Gerdae gelesen bei „wetter.de“; Zitat: „Richtung Monatsende deuten sich in unserer 28-Tage-Temperaturprognose weiter überdurchschnittliche Temperaturen an. Ein warmer und nicht zu heißer Sommer scheint kein Ende zu finden“…ich bin fassungslos; ich gebe es zu, ich sitze hier in meiner verdunkelten Wohnung und bin tatsächlich den Tränen nah (Wut, nicht Wehleidigkeit) weil man so ohnmächtig gegen dieses Wetter ist, und dann liest man sowas…das gibts doch nicht!

    • RTL halt, der Haussender der Sofetischen Oberidiotie. So dumm, dass es weit über die Schmerzgrenze geht. Man sollte es ausdrucken und millionenfach verbreiten diesen Satz, damit am Ende die nachfolgende intelligente Spezies auf diesem Planeten bei Ausgrabungen genau weiß, aus welchem Grund der homo sapiens ausstarb: Aus grenzenloser Dummheit.

    • Sara Bosshard

      @ Holger: Ja, diesen Satz habe ich heute auch gelesen, und meine Reaktion war: Spinnen die denn nun total? Weiss jemand, welchen IQ diese Person hat, die das geschrieben hat?

    • Jo1965

      Holger, nicht sauer sein! Leute, die z.B. bei RTL in der Wetterredaktion arbeiten, muss man ganz lieb haben, denn wenn sie dort nicht gegen Bezahlung das einzige täten, was sie können, nämlich bodenlosen Schwachsinn verbreiten, wären sie für die Gesellschaft verloren, da sie auf dem normalen Arbeitsmarkt unvermittelbar wären. So hat RTL wenigstens eine ABM für psychisch schwerstdeformierte Vollpfosten eingerichtet.

  • Autumn

    Nanana, es geht noch viel dümmer: Als Dummdumm-Wetter.de die Hitze angekündigt hat, hieß es in etwa „und das Beste: die Hitze bleibt und es wird noch heißer“. 🙂 oder: „jetzt nervt uns Tief Andreas“ oder nach der kühlen Phase Ende Juli: „Endlich können wir wieder raus und unsere Nasen in die Sonne halten“, Ach, also bei 20°C kann man nicht raus, sondern klebt an der Heizung? 🙂 So, aber jetzt das Beste: die Amerikaner simulieren im Zeitraum 12.-16. August tatsächlich den langsamen ABBAU dieses Drecksparasitenhochs!!! Sini hat das verkündet. Spätestens, allerspätestens, so simulieren es auch die Europäer, kommt am 17. die lang ersehnte Abkühlung, Accuweather kündigt schon zum 14. Abkühlung an, zumindest Werte UNTER 30°C. Beide Modelle simulieren Abkühlung Mitte August…. gestern hieß es ja noch, dass dieses Dreckshoch sehr stabil sei und sich vermutlich bis Ende August halten werde…. nun stellt es sich als doch nicht so stabil heraus, wie schön. Diese Hitze ist langsam wirklich unerträglich, dieser Sommer einfach nur zum ko….

    • Sara Bosshard

      Der schlimmste Sommer seit 2003 – da sind sich alle in meinem Umfeld einig!

      • Die Zahlen bestätigen das. Im Mittel wird 2015 sogar eine noch schlimmere Naturkatastrophe sein als 2003. Interessant, dass die Sofeten über die Todesopfer sich aktuell lustig machen – mehr Beweis muss man nicht haben, um sich bestätigt zu sehen, dass der mediale Kampf gegen diesen Abschaum, der zu einer Gefahr für unsere Spezies geworden ist, überfällig war. Das Gute ist: Sofeten sind offenbar so dumm, dass sie ihre Idiotie nicht mal verschleiern können.
        Bisher in Indien, Pakistan etwa 20.000 Tote. Frankreich 3.500 Tote. Mittelmeer kippt um durch perverse Temperaturen, Fischsterben, mal sehen was da noch so kommt.
        Es ist eigentlich nicht zu fassen. Die Erde brennt und alles geht den Bach runter und diese Spinner jubeln darüber, dass sie in einigen Jahren dann auch fällig sind? Das muss alles irgend ein Alptraum sein. So dumm kann niemand sein. Oder doch?

      • Der Artikel in Wikipedia zur aktuellen Hitzenaturkatastrophe wurde inzwischen aktualisiert: https://de.wikipedia.org/wiki/Hitzewelle_in_Europa_2015
        Ich zitiere: „Weltweit lagen die Temperaturen um etwa ½ Grad, auf der Nordhalbkugel sogar 1½ Grad über dem jeweiligen Mittel 1979–2000 (so 0,62 resp. 1,61 °C am 1. Juli).[142] Die Gesamtwetterlage wird als Symptom einer Stärkung des laufenden El-Niño-Ereignisses gesehen,[86] das seit April aktiv ist.[143][130][144] Ein Zusammenhang der Intensität des Hitzeereignisses mit der globalen Erwärmung gilt als Forschungstand.

        Der Verlauf der Hitzewelle konnte im Juli mit dem europäischen IFS-Modell des EZMW/ECMWF gut vorhergesagt werden,[145][8] während das CFS/GFS-Modell des amerikanischen NOAA-NCEP schlechte Ergebnisse zeigte.[146]

        Neben europaweit zahlreichen einzelnen Tageswerten, die die höchsten seit Beginn der jeweiligen Aufschreibungen waren, wurde – schon Mitte des Monats absehbar – beispielsweise in Spanien (Monatsmittel 26,5 °C, ein Allzeit-Rekord, davor 26,2 °C August 2003; 2,5 °C über Juli-Mittel 1981–2010),[2][147] Österreich,[148][18] der Schweiz[149][150][15] oder Norditalien[151] der Juli der heißeste je dagewesene als Gesamtmonat, und auch einer der heißesten aller Monate überhaupt (inklusive Augusten). Damit kann schon jetzt großräumiger von einem Jahrhundertereignis gesprochen werden.“

  • Autumn

    Kinder, der Deutsche Wetterdienst vermeldet für die kommenden Tage und nächste Woche Gewitter. Ähm, was war das nochmal? Diese Wort mit G… das geht, soviel ich weiß mit Wolken, Donner und Blitzen einher… und mit noch was ….ähm….das Wort mit R…. Re-gen. Ich erinnere mich schwach, dass das glaube ich Wasser ist, das vom Himmel fällt….aus diesen puderzuckerartigen Ansammlungen im Himmel, man nannte das früher Wolken. Habe schon vergessen, wie sie aussehen 🙁

    • Ach komm, das sind doch Märchen 😉

  • Blizzard

    „Es ist nicht zu glauben, wie schlau und erfinderisch die Menschen sind, um Entscheidungen aus dem Weg zu gehen“ (Kierkegaard)
    So ergeht es aktuell unserem Jetstream, der sich zum hundersten Mal nicht entscheiden kann aktiv am Wettergeschehen teizunehmen und so Hochdruck nach Hochdruck über Mitteleuropa regenerieren lässt. http://www.wetterzentrale.de/pics/Rtavn12015.gif
    Erstmal danke an Kaltwetter für den tollen Artikel, ich selbst hatte mich entschieden ein paar Tage in der Eifel zu verbringen, wo wirklich schon ein anderes Klima ist und die Hitzewelle erträglich. Heute morgen bin ich losgefahren, bei 18° und Regen und angekommen bin ich bei (aufgerundet) 40° im Schatten und dieser erstickenden Heißluft.
    Doch, liebe Freunde, wir brauchen einen langen Atem, denn die Großwetterlage Tropen Mitteleuropa wird sich regenerieren und das Azorenhoch wiederholt Skandinavienhochs, zuweilen mit Oegacharakter, initiieren, welche eine meridionale, für uns südöstliche Lage bedeutet. Die Temperaturen erfahren wenigstens eine Abkühlung, beinahe schon resignierend, hat es dann „nur“ 30°. Während jedoch kurzfristig der ein oder andere Halbtrog uns als SWa eingelagertes Hitzetief erreicht, würde ein Skandihoch mit der Advektion kontinentaler Tropikluft cT einhergehen, deren Grundcharakter mit trocken relativ gut beschrieben werden kann.
    Abschließen möchte ich mit der Niederschlagskarte für die nächsten 10 Tage, welcher haupsächlich durch Gewitter zu Stande kommt. Schön sieht man die orographischen Unterschiede; 30l im Mittelgebirgsraum, Nichts im Rheingraben; Schließlich Nord-Süd Differenz, folglich evtl. im Süden vereinzelt Schwergewitter und im Norden flächigere MCS??? http://www.wetterzentrale.de/pics/Rhgfs24014.gif
    Was bei diesen Aussichten wohl die richtige Entscheidung ist? Klimaanlage und Eis essen!

    • Kluge Wahl mit der Eifel, Blizz, du bist nur zu früh nach Hause gekommen 😉
      Danke für die Analyse, die meine Annahmen leider bestätigt. Den August habe ich ehrlich gesagt abgeschenkt. Sieht ja sogar nach einer pseudo-Omega-Lage aus. Hoffen wir mal dass der September die Erlösung bringt, aber die Chance dafür ist leider gering.

      • Blizzard

        Ja, essig, aber ein Tag länger und ich hätte meinen Garten nur noch als Wüste vorgefunden. Zu Gwittern schreib ich noch was…sicher ist heute kommt nix; Taupunkt momentan 6,4°

  • Lossoth

    Hallo,
    ich bin mit meinen Nerven am Ende und da ich davon ausgehe, dass es jedem hier auch so geht, kann ich nur raten, lasst die Finger von solch unseriösen Wetterseiten. Es gibt im Internet genug gute, seriöse Möglichkeiten, sich über das Wetter zu informieren. Und dass RTL das Fernseh-Pendant zu einer großen Tageszeitung mit 4 Buchstaben ist, wissen wir. Beide bedienen die Massen und wir haben uns hier ja schon genug über die Dummheit des überwiegenden Teils der Bevölkerung aufgeregt. Um solchen Menschen die Konsequenzen der Klimakatastrophe klarzumachen müsste man sie in einen geschlossenen Raum sperren und ihnen rund um die Uhr entsprechende Videos zeigen. Aber ich traue einem Teil davon zu, auch dann noch nicht zu kapieren, was vor sich geht. Wohl auch deshalb, weil sie es nicht wollen. Ich sehe das jeden Tag bei einem Großteil meiner Kollegen. Aufklärungsversuche meinerseits schlagen fast immer fehl und ich denke mal die meisten halten mich für einen seltsamen Kauz. Und diese Leute haben fast alle einen Uni-Abschluß. Aber da erhält die Bezeichnung „Fachidiot“ eine neue Qualität.

    • Uni-Abschluss allein reicht nicht, denn mit einem korrupten, schmutzigen Charakter kann das Wissen nicht verantwortungsvoll verwendet, sondern leider auch missbraucht werden. Ansonsten kann ich dir nur zustimmen. Die Boulevardseiten der Sofeten meide ich seit dem Sommer letzten Jahres. So viel geistige Fäkalien aus Oberflächlichkeit, Halbwahrheiten, offensichtlichen Lügen und ekelhafter Selbstbelobigung sind vollkommen unerträglich.

  • HaMa1975

    Der deutsche Wetterdienst hat nach eigenen Angaben heute (07.08.2015) erneut den deutschen Rekordwert von +40,3 Grad C im bayerischen Kitzingen gemessen. Dieser Wert war dort bereits am 5. Juli 2015 erreicht worden. Ich denke, daß diese Traueranzeige für sich spricht. 🙁

    • Lossoth

      Na dann hat ja der dortige debile Bürgermeister wieder einen Grund zum Jubeln. (Gewöhnlich benutze ich dieses Wort -debil- nicht gerne, aber in diesem Fall……).

      • Jep mal sehen was da kommt. Reizt mich einen Artikel „Kitzingen Reloaded“ zu schreiben 😛

  • Autumn

    Es war einmal vor langer Zeit, im Jahre 2015, ganz tief unter der Erde ein gemeiner Hitzedämon. Er lebte zurückgezogen, abgeschieden von jeglichen Kontakten. Denn er war eingesperrt. Der Teufel persönlich hielt ihn gefangen, tief unter der Erde. Denn dieser Dämon war so bösartig und gemein, dass sich selbst der Teufel vor ihm fürchtete. Des Teufels Großmutter hatte den Dämon großgezogen und ihn alle Sataneien und Boshaftigkeiten gelehrt, die es zu lehren gab. Doch eines Tages geschah es: Der Teufel war müde und erschöpft von all seinen Grausamkeiten und so beschloss er, sich den Juli und August 2015 freizunehmen. Den Urlaub hat er sich verdient, dachte er. Voller Vorfreude packte Satan seine Koffer und machte sich auf, Richtung Süden. Vor lauter Vorfreude auf seinen Urlaub vergaß er aber, das Tor, das den Hitzedämon unter der Erde hielt, zu schließen. Am Abend vor seiner Abreise, am 30. Juni 2015, fütterte er den Hitzedämon noch und ging freudig schlafen.
    Am nächsten Morgen, Satan sonnte sich bereits am Stand von Italien – wo deshalb eine schreckliche Hitzewelle ausbrach – hörte des Teufels Großmutter ein grauenhaftes Gebrüll. Das Tor zum Mittelpunkt der Erde stand offen: Der Hitzedämon war frei – und ließ seine ganze Grausamkeit an der Menschheit aus. Die Menschen stöhnten unter der grausamen Qual, die ihnen der Hitzedämon bescherte. Nur einige wenige, man nannte sie Sommerfetischisten, kurz: Sofeten, genossen die Höllenqualen, die der Dämon ihnen bescherte. Man muss dazu sagen, dass damals die so genannten Sofeten zur geistig minderbemittelten Klasse der Menschheit angehörten. Sie sahen weder das drohende Unheil, das der Dämon über sie brachte, noch dessen katastrophalen Konsequenzen. Vor Freude jubelten sie: ENDLICH SOMMER. Dass aber viele der Gattung Mensch bei der Hitze starben, das kümmerte sie nicht. Genau so wenig kümmerte es sie, dass der Hitzedämon mehr und mehr ihre Umwelt zerstörte, die Flüsse austrocknen ließ, die Felder vertrockneten.
    Die Sofeten gingen derweil fröhlich baden, legten sich in die pralle Sonne und verurteilten jeden, der nicht so wie sie dachte. Wer aber vernünftig war und ein Quentchen Hirn im Schädel hatte, schützte sich vor der sengenden Sonne und dem Werk des Hitzedämons. Heute sind diejenigen alle froh, überlebt zu haben. Heute, wenn Du durch die Straßen gehst, und all diese Greise mit den braunen und schwarzen Flecken auf der Haut siehst, erkennst du die Gattung Sofet. Vor lauter Jubel über Sommer und Sonne hat der Sofet nicht darauf geachtet, was mit seiner Haut geschieht. Die jungen Menschen, die schon aussehen wie Greise, das sind Sofeten. Die braunen und schwarzen Flecken, die Du siehst, das nennt man malignes Melanom, zu gut Deutsch: schwarzer Hautkrebs. Also hüte Dich, mein Kind, vor dem grausamen Hitzedämon. Wenn dieser – so wie im katastrophalen Sommer 2015 – ausbricht, dann gibt es nur ein entrinnen: die gut klimatisierte und abgedunkelte Wohnung. Komm nicht in Verlockung, dich von der Sonne blenden zu lassen, manche Sofeten sind daran gestorben. Sie sahen den Hitzedämon nicht, der sie mit seinem Stab erschlug; das nennt man Hitzschlag. Wir die Überlebenden des Sommers 2015 tragen diese Legende von Generation zu Generation weiter. Als Warnung: Hüte Dich vor dem Hitzedämon und der sengenden Sonne. Traue keinem Sofeten, der dir sagt, dass Du eigenartig bist, denn Sofeten sind nicht fähig, die Wahrheit zu sehen. Einige von ihnen leben noch auf diesem Planeten. Man erkennt sie am schwarzen Hautkrebs. Bis heute. (Bitteschön, hier Dein Märchen 🙂 )

    • Danke, Autumn. Zum Einschlafen eignet es sich zwar nicht, eher als Spiegel der Realität lol Aber in dieser Hinsicht sehr gut getroffen! Sich den Frust von der Seele zu schreiben, hilft wenigstens ein bisschen, hoffe ich 🙂

  • Autumn

    Na dann habe ich noch was Lustiges für Euch: DAS Sofeten-Zitat des Jahres, ACHTUNG:

    „Oder kann mir mal jemand erklären, was die diesjährigen Sommertenperaturen mit Billigfleisch, Spassgesellschaft oder einem ‚zerstörerischen Lebensstil‘ (was auch immer das heissen mag) zu tun haben? Die Einen mögen Hitze, die anderen Kälte und damit hat es sich. Kaum ein Schreeiber hier wird in der Lage sein, Ihr Problem zu lösen. Gehen Sie (mit dem Zug!) in die Berge. Dort ist es kühler. Und nehmen Sie die anderen Miesepeter gleich mit“

    Ich würde sagen User „Sommer-Freund“ bekommt das Prädikat: SOFET DES JAHRES 2015. 🙂 🙂

    • Der Typ hat einen philosophischen Weitblick, der so weit reicht wie er seinen Grill werfen kann. Unglaublich.

  • Holger

    Kann nicht mehr nach dieser Nacht; echt nicht. Weiss nicht was ich machen soll, ausser in meiner Badewanne zu schlafen. Ich bin fertig, und nicht nur mit diesem Wetter!

    • Ich kann es nachempfinden, Holger, du hast mein Mitgefühl. Die Qualen sind unerträglich.
      Gewissermaßen ist es noch schlimmer als 2003. Zwar halten sich die 40 Grad nicht so lange, dafür ist die Hitze selbst viel länger mit 30-40 Grad und nimmt einfach kein Ende. Hoffen wir, dass sich zum letzten Monatsdrittel etwas tut, auch wenn jetzt noch nichts zu erkennen ist außer einer leichten Abschwächung.

    • Daphne

      So ging es mir Anfang Juli und vermutlich spätestens heute Nacht auch wieder. Ich „dekoriere“ mich dann, wenn es so gar nicht mehr gehen will, mit nassen Handtüchern und setz mich in die Nähe meiner Ventilatoren. Allerdings sollte man dafür nicht so arg empfindlich sein, was Erkältungen angeht.;) Ich selbst bin ja sonst auch so verrückt, dass ich im Auto die Klimaanlage volle Kanne laufen habe und alle Düsen direkt auf mich pustend eingestellt hab. oO

      (Und für kommendes Jahr ist hier zuhause eine vernünftige Klimaanlage in Planung. Muss ich noch ein bisschen sparen. Aber ich hab echt keinen Bock mehr drauf, jedes Jahr Angst vor dem Sommer haben zu müssen!)

  • Autumn

    Nicht aufgeben, Freunde. Die Amis und auch die Europäer simulieren schon den Abbau des Dreckshochs nächste Woche. Bald geht auch der Siebenschläfer-Zeitraum zu Ende, und die Tage werden immer kürzer. Alles eine Frage der Zeit. Bald ist das Schlimmste überstanden. Der Großteil dieses Dreckssommers ist ja schon geschafft. Den Rest packen wir auch noch und gönnen uns was Schönes wenn es vorbei ist. Als Belohnung für s Durchhalten.

  • Blizzard

    O mein trocken Westdeutschland!
    Gewittertechnisch sieht es nicht schlecht aus, da sich ein thermisches Tief nähert, die Deckelung im Tagesverlauf wegfällt Cape-Werte anspringen und Taupunkte sind mit an die 18° auch gut dabei. Sogar ausgelöst soll gut werden http://www1.wetter3.de/Animation_06_UTC_025Grad/09_42.gif Un d vielleicht bekommen wir die ein oder anderen schönen Wolkenformationen zu sehen, aber flächige Gewitter konzentrieren sich auf den Osten, da ein sehr trockener Luftkörper zu uns geführt wird. http://www1.wetter3.de/Animation_06_UTC_025Grad/12_2.gif
    Zusätzlich wird es orographische Konvektion geben und ein Gebiet vom westlichen NRW-Nordhessen-östl.Thüringen hat zudem ein gutes Setup für Tornadofähige Superzellen (Wolkenbasen bei 750m). Auch in dem trockenen Luftkörper wird es auslösen, vereinzelt, was mit starkem Hagel einhergehen wird. Bei einer schwachen Verlagerungsgeschwindigkeit der Zellen wird v.a. in den südlichen Landesteilen Starkregen zu einem weiteren Merkmal, durchaus mit Unwettercharakter.
    Den Schwerpunkt erwarte ich im NO, wo die Vertikalbewegungen noch eins draufpacken und die gesamte Situation mit einem Luftmassenwechsel einhergeht.
    In der Nacht wird der äußere Westen wie letzte Nacht vom französischen Gewitterkomplex profitieren, dort sind bis morgen ordentliche 50l vorhergesagt.

    • Blizzard

      also nicht im Westen. sondern in Zentralfrankreich, schon klar 😉

    • Totaler Reinfall mal wieder. Kein Regen, kein Gewitter. Ich komme mir vor wie in Saudi-Arabien, aber da gibts bestimmt häufiger Regen als hier 😛

      • Blizzard

        Ja, vielleicht geht Richtung Montag was (da ist die Luft dann 5% feuchter^^), bei weniger 925Hpa Wind und stärkeren Oberwinden. Weil das war heute interessant, dass es Bodennah lebhaft windig war und in der Höhe Windstill. So sind die Cumulus Wolken verschwunden, bevor sie nennenswerte Höhen erricht haben..

        • Zumindest schlägt sich das auch im GFS Ensemble nieder. Und gen 22.08. ist kurzzeitig (12z) eine Rückkehr zu normalem 30-Jahres-Mittel sichtbar. Mal sehen ob und wann das wieder weggerechnet wird ^^

  • Holger

    Sturm! Kein Regen, kein Gerumpel, aber sehr kräftige Böhen…man nimmt was man kriegt…