Klimapsychologe in Gruppentherapie mit Betroffenen
Klimapsychologe in Gruppentherapie mit Betroffenen
Immer häufiger in Deutschland zu sehen und oft die letzte Hilfe für Sommerfetischisten: Der neue Berufszweig des Klimapsychologen
Immer häufiger in Deutschland zu sehen und oft die letzte Hilfe für Sommerfetischisten: Der neue Berufszweig des Klimapsychologen

Seit einigen Jahren nehmen die Zahlen der Psychologiestudenten an den deutschen Universitäten immer mehr zu.
Der Grund: Der neue Berufszweig des Klimapsychologen verspricht einen Boom.

Der neugegründete Bundesverband der Klimapsychologen erklärte hierzu, dass klimatisch hitzegestörte Menschen immer mehr zunehmen.

Da rein logische Hinweise keine Wirkung erzielten, lag die Vermutung nahe, dass es sich um ein tiefgehendes, ernstes Krankheitsbild handelt, das einer eingehenden Therapie bedarf.

 

Hitze-Neurotiker nehmen exponentiell zu

Bereits seit Jahren werden die zwanghaften Störungen regelmäßig ab dem Frühling beobachtet. Bei harmlosen Patienten zeigt sich eine neurotische Fokussierung auf das Grillen. Die bedauernswerten Opfer können nicht anders, als ihr Geld in überteuerte Grillgeräte* auszugeben und sich in jeder freien Minute an einen stinkenden Grill zu begeben. Gespräche werden plötzlich nur noch über die nächste Grillmahlzeit geführt und in endlosen Zirkeldiskussionen darüber diskutiert, ob auch bisher nicht verzehrbare Objekte zu Grillgut erklärt werden sollten. Ein tragischer Einzelfall weckte vor kurzem Deutschland aus dem Grillwahn und führte die Gefahren vor Augen.

Klassisches "Frankfurter Mädchen-Syndrom" mit tragischen Folgen
Klassisches „Frankfurter Mädchen-Syndrom“ mit tragischen Folgen

Andere Klima-Opfer begeben sich beim kleinsten Sonnenstrahl in die Sonne unter hastigem Ausstoß stammelnder Worte wie „Sonne, raus, Sonne!“. Daran anschließend wird oft das sogenannte „Frankfurter Mädchen-Syndrom“ beobachtet: Die neurotisch Gestörten werfen sich, meist unter Zuhilfenahme eines mitgeführten Handtuchs, auf den Rücken, breiten Beine und Arme aus und blicken in den Himmel zur Sonne. Die Lebenserwartung dieser Menschen reduziert sich durch beschleunigten aggressiven Hautkrebs um bis zu 30 Jahre.

Besonders tragisch muten andere Spielformen von Sommerneurotikern an, die sich in Unkosten stürzen und oftmals ruinieren. Beliebte Fetischobjekte sind hier Rasenmäher und eine zwanghafte Tätigkeit täglichen Rasenmähens, obwohl es angesichts eines millimeterkurzen und oftmals durch die Hitze bereits verdorrten Rasens gar keine Notwendigkeit dazu gibt. Mit glänzenden Augen sitzen diese Patienten auf ihren zumeist teuren, motorisierten Rasenmähern* und fahren Runde um Runde. Das schreckliche Ende, wenn Hilfskräfte den schreienden Neurotiker von seinem geliebten Gefährt zerren, bevor er verdurstet, muss nicht sein!

Stundenlang im Kreis: Rasenmähersyndrom-Patient
Stundenlang im Kreis: Rasenmähersyndrom-Patient

Wilde Verschwörungstheorien, dass ein Virus solche Menschen dazu treibt, Kohlendioxid in die Luft zu pusten, um die Klimakatastrophe weiter voranzutreiben, sind selbstverständlich abstrus! Es handelt sich um eine ganz normale psychologische Störung aus jahrzehntelanger, gesellschaftlicher Hitze-Anbetung.

Die damit verbundene Lärmbelästigung anderer, gesunder Menschen zeigt sich in einer verwandten neurotischen Störung: Dem Sysiphus-Handwerker, in anderer Fachliteratur auch als „nihilistischer Lärmterror“ bezeichnet.

Sysiphus-Handwerker beim sinnlosen Bau eines Phantomhauses mit einem Lärmpotential von etwa 250 Stunden bei 70 dB
Sysiphus-Handwerker beim sinnlosen Bau eines Phantomhauses mit einem Lärmpotential von etwa 250 Stunden bei 70 dB

Hier treffen wir auf eine Menschengruppe, die mit möglichst lärmendem Gerät absolut sinnlose Tätigkeiten ausführt, sobald die Temperaturen zweistellige Werte erreichen und Sonne zu sehen ist. Im Winter haust der Phantomhandwerker im eigens (und kostspielig) eingerichteten Keller, wo er in immer wiederkehrendem Stumpfsinn sinnlose Zirkeltätigkeiten ausführt, wie das Sägen von Holz ohne erkennbares Verwendungsziel.
Im Sommer und im sogenannten „Glühling“ (früher: Frühling und Herbst) verlagert sich die Tätigkeit nach draußen in der irrigen Annahme, Anerkennung von den Nachbarn und Familienmitgliedern zu erhalten. Das Scheuklappensyndrom führt als Folge dazu, dass das offensichtliche Mitleid und der Ärger der Umgebung nicht erkannt und vielmehr in eine Anerkennung und Lob umgedeutet wird. Weist man den Phantomhandwerker auf seine sinnlose Tätigkeit, wie z. B. auch das Sägen von Steinplatten hin, muss der Laie angesichts plötzlicher Verwirrung, Koordinationsstörungen und vor allem aggressiven Ausbrüchen unbedingt Abstand nehmen und die nächste Psychiatrie kontaktieren, damit eine angemessene Therapie durch einen staatlich anerkannten Klimapsychologen erfolgen kann.

Therapien: Die Qual der Wahl

Die richtige Therapie für den Sommerfetischisten zu finden, ist nicht einfach und selbst ausgebildete Klimapsychologen stehen oftmals noch vor einer großen Herausforderung.
Üblicherweise beginnt man zunächst mit einer Beratung, um herauszufinden, wo der Quell der Hitzeverehrung seinen Ursprung hat: In der Kindheit wurde hier oft durch Eltern und andere verhängnisvolle soziale Kontakte ein Gruppenzwang aufgebaut, der so eng mit der Psyche verknüpft ist, dass eine Therapie Jahre dauern kann. Leichter zu behandeln sind Patienten, die in einer Lebenskrise durch eine labile Phase zu Sonne und Hitze als Befriedigungssurrogat gekommen sind. Hier hilft zumeist bei Universitätsabsolventen das Gespräch und das langsame Thematisieren von Fakten zur Gefährlichkeit der UV-Strahlung, Dehydrierung in der Hitze des Sommers und weiteren Binsenweisheiten, die den normalen Menschen ganz selbstverständlich sind.

Für Sommerfetischisten qualvoll: Das Herunterdrehen der Heizung
Für Sommerfetischisten qualvoll: Das Herunterdrehen der Heizung

In der 2. Phase erfolgt eine Gruppentherapie, bei der bewusst für Sommerfetischisten schwer über die Lippen kommende Wörter wie „kalt“, „Regen“, „Tiefdruck“ subtil in das Gespräch eingebaut und teilweise auch gesungen werden. Es kann durchaus zu dramatischen Ausbrüchen dabei kommen, zu Weinkrämpfen und epileptischen Anfällen – bei solcherlei Rückfällen lernen die Patienten, „Schönwetterfront“ als Mantra zu verwenden oder wahlweise RTL Wetter einzuschalten, was üblicherweise die gleiche Wirkung hat.

Die 3. Phase beinhaltet praktische Übungen wie beispielsweise das schrittweise Herunterdrehen einer Heizung, bis sie ausgestellt worden ist. Die Patienten werden dabei im Glauben gelassen, dass die Heizung voll funktionsfähig ist, aber um die Tapeten nicht schmelzen zu lassen, stellt die Heizung stets nur eine Attrappe dar*.

Manche schweren Fälle benötigen die gefürchtete „Konfrontationstherapie“: Ein Mitarbeiter des Psychologen schreit dem Patienten, der zu seiner eigenen Sicherheit auf einem Spezialstuhl fixiert worden ist ins Gesicht, dass der Sommer endet und die Temperaturen auf 20 Grad fallen werden. „Ich verbiete dir arktische Schutzkleidung* und du wirst frieren, bei Gott, du wirst frieren, bis du erstarrst.“

Gefährlich: "Konfrontationstherapie"; © Aggro Berlin auf commons.wikimedia.org, Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/
Gefährlich: „Konfrontationstherapie“; © Aggro Berlin auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Es kann sehr laut und gefährlich werden, sodass immer vier Pfleger der Psychiatrie zwingend im Raum des Klimapsychologen anwesend sein müssen. Ist diese Therapieform jedoch erfolgreich, kann das Durchbrechen der Hitzeketten im Geist dazu führen, dass der Patient ein völlig normales Leben führen kann.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass es bei Rückschlägen notwendig sein kann, den sogenannten Hitzesack* zu verwenden. Der Patient heizt sich hier gefährlich auf, dennoch ist es notwendig, um den neurotischen Hitzefanatiker wieder zu beruhigen, bis die Innentemperatur des Hitzesacks wieder auf für ihn angenehme 50 Grad angestiegen ist, bevor die Therapie fortgesetzt werden kann.

Als letzte Therapieform soll die künstlerische „Differenzierungstherapie“ Erwähnung finden: Der Patient fertigt in diesem Fall eine Skulptur von sich an, die seine abartigen Zwangshandlungen mit der Hitze darstellt, während er sich selbst bei der künstlerischen Aktion von selbigen befreit. Als erfolgreich wird die Therapie angesehen, wenn der Hitzegestörte in einem Test 20 Grad nicht mehr als „arktische Killertemperatur“ bezeichnet.

Hitzesack zur Selbstberuhigung; © sensei George auf commons.wikimedia.org; Lizenz: http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/
Hitzesack* zur Selbstberuhigung; © sensei George auf commons.wikimedia.org; Lizenz: CC BY-SA 3.0

Sollten Sie sich also für den Beruf des Klimapsychologen interessieren, so machen Sie sich bitte bewusst, dass die Ausbildung lange dauert und inklusive dem verstörenden praktischen Jahr (sog. „Saunajahr“ aufgrund der ungewohnten Hitze von 40 Grad in den Räumen, um die Patienten in den Frühstadien nicht zu irritieren) etwa 10 Jahre beansprucht. Der Umgang mit den Patienten erfordert sehr viel Charakterstärke, Ausdauer und psychische Widerstandskraft, um am Ende auch den verzweifeltsten Fällen von Sommerfetischisten erfolgreich helfen zu können – und das sollte schließlich das Hauptziel eines jeden Menschen sein, der diesen Beruf ergreift und dem am Ende ihres Berufslebens so viele Menschen dankbar sein können, dass sie zur Normalität eines erfüllten Lebens zurückgefunden haben.

Künstlerisches Verarbeiten der perversen Neigungen in der "Differenzierungstherapie"
Künstlerisches Verarbeiten der perversen Neigungen in der „Differenzierungstherapie“




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  • Zoppo Trump

    Fabelhaft 🙂
    Hoffen wir das die Sofeten alle einmal 45 Grad wie in Indien erleben müssen und ohne Klimaanlage und Pool.

    • Ich würde dann doch mal angesichts der Reaktionen in der Bevölkerung fernab klimatisierter RTL-Wetterstudios behaupten, dass nur die wenigsten 30+ Grade gut finden. Die dürfen dann gerne nach Indien in den Urlaub reisen momentan.

  • HaMa1975

    Heute in einer Woche kann die Therapie unter freiem Himmel stattfinden 😉

    PS: Äußerst witziger Beitrag und genial auf den Punkt gebracht ! 🙂

    • Danke. Ja das Saunajahr müssen jetzt unfreiwillig alle Deutschen absolvieren 😛

  • FalkvonTrasic

    Welch großes, humanistisches Herz muß man haben, um zu versuchen die verblendeten Gehirne von den Sofeten auf einen gesunden Weg zu führen!!!
    Ich traue mir das nicht zu, dass muss ich ehrlich zugeben. Aber ich habe größten Respekt für diese Klimapsychologen!
    Meine Therapie wäre ein auf 800 Meter die Sekunde beschleunigtes Hartmantelgeschoss Kaliber 9 Millimeter.
    Ein ehrlicher Fan

    • Ja ich habe auch den größten Respekt vor der Arbeit der Klimapsychologen, da ist eine ganze Gesellschaft als Kundenstamm vorhanden. Deine Methode ist dann auch eine Art von „Konfrontationstheorie“ der letzten Stufe, allerdings muss ich offiziell sagen, dass Auseinandersetzungen dieser Art letztlich in gegenseitigem Hass umschlagen. Nein, da ist Satire als moralischer Spiegel gewiss besser geeignet. 😉 Ich warte immer noch auf lustige Gegendarstellungen der Hitzefreaks, aber bis auf rechtschreibfehlerlastige Beleidigungen scheint diese Spezies des Homo sofensis leider keine echten Qualitäten zu besitzen.

  • Snow Patrol

    Psychologenverbände sind wahrscheinlich gegen Klimapsychologen, da erstere fast nie lösungsorientiert arbeiten. Denkbar wäre ein Modell der Ruhrkohle AG, nachdem die Öffnungsbereiche der Hochöfen als Foyer für die Sofeten-Therapie dient. Geheilte Patienten verloren letztendlich ihre geistige Schlacke und ihre neu hinzugewonnene graue Masse hat die Reinheit von Roheisen. Dass evtl. Sofeten-Seelen als Kollateralschäden aus den Gichtschleusen entweichen können, wird in der klimapsychologischen Schulung nur beiläufig erwähnt.

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