Aggressionstherapien unterdrücken nicht länger den Frust gegen Hitze, Sommer, Sonne und Sofetenbelästigung, sondern führen ihn nach außen, um ihn so zu verarbeiten.
Aggressionstherapien unterdrücken nicht länger den Frust gegen Hitze, Sommer, Sonne und Sofetenbelästigung, sondern führen ihn nach außen, um ihn so zu verarbeiten.

Tag 39 des treibhausgesteigerten Dauerbrüllhitzesommers. Wir schreiben erst Juni.
120 Minuten spärliche Stunden Schlaf verkünden uns die rotbrennenden Augen – mehr hat uns die schwüle Hitze, die wie eine übergewichtige und tote Tropenprostituierte offenbar auf uns im Bett lag, nicht gegönnt. Wir quälen unser aufgedunsenes Fleisch aus der Lache aus Pseudokühlstoffen und Schweiß, um in die Arbeitsminen zu kriechen. Die Laune ist so tief gesunken, dass sie Marianengrabentiefe überschritten hat.

Morgenstund hat Wahn im Spind

Vom abgedunkelten Schlafzimmer in das abgedunkelte Bad, wo uns eine Walking Dead-Szene* im Spiegel erwartet. Nach 5 Minuten hirnlosem Starren fällt uns ein, was wir hier wollten. Zähne putzen. Der irrlichternde Blick fällt auf den Zahnputzbecher. In sonnengelben Farben mit einer aufgemalten Grinsesonne steckt die gleichfarbige Zahnbürste. Zitternde Hände nähern sich und nehmen sie vorsichtig auf. Bananengelbe Zahnpasta auf die Zahnbürste.
Sie denken es handelt sich um das Geschenk einer böswilligen Ehefrau? Oder um das Ergebnis einer verlorenen Wette mit Sofeten? Weit gefehlt! Es ist nur ein Bestandteil der Aggressionstherapie zur psychologischen Hitzebewältigung!

Beim Zähneputzen wird das auf dem Bürstenkopf in Spiegelschrift aufgebrachte Wort „Schönwetter“ im Spiegel sichtbar. Mit knirschenden Zähnen überwindet die Wut die Müdigkeit und die Putzfrequenz überschreitet die Geschwindigkeit der schnellsten elektrischen Zahnbürsten*, bis die Borsten glühen und qualmen.

Gedankenverloren blicken wir in die nahe Zukunft und sehen, wie wir bald im sofetischen Großraumbüro sein werden. Dort hat man gewiss bereits die Fenster aufgemacht, damit die schon am Morgen allgegenwärtige Brüllhitze eindringen kann statt der Klimaanlage einen Sinn zu geben. Erzsofetinnen werden im Schal bei 28 Grad Raumtemperatur trällern, wie schön das Wetter sei und dass niemand mehr frieren muss. Bei dem Gedanken knackt plötzlich etwas. Verwundert fällt uns auf, dass wir den Bürstenkopf zerbissen haben. Entschlossen beißen wir noch ein paar Mal zu und stellen uns dabei vor, es handele sich um Körperteile einer gewissen Mitarbeiterin.

Nachdem wir die Plastikleichenreste ausgespuckt und den Mund ausgespült haben, werfen wir entschlossen den Zahnputzbecher an die Badezimmerwand, so dass die Splitter in die Badewanne regnen. Neugierig betrachten wir die Splitter und sehen, dass der Riss dieses Mal perfekt durch die aufgemalte Grinsesonne gegangen ist. Sehr schön! Mit einem besseren Gefühl öffnen wir den Badschrank, wo ein dutzend sonnengelbe Zahnbecher und gleichfarbige Zahnbürsten sich befinden und stellen das nächste Opferpaar für den kommenden Morgen auf das Badezimmerregal.

Reise, Reise, lächelnd leise

Im Auto schließlich wird unsere Laune schlagartig besser. Mit einem dumpfen Fauchen springt die Klimaanlage an – von einem halbwahnsinnigen Kaltwetterautoschlosser so gepimped, dass sie innerhalb von 10 Sekunden Herbsttemperaturen von 7 Grad erzeugt. Sie keuchen. Ihnen fällt ein, dass ihr Autoschlosser erwähnt hatte, dass diese Form der Kälte nicht ohne gesundheitliche Schädigungen erreicht werden kann. Egal. Hustend stellen sie den Regler auf „Islandboost“.

Wenn kein Cabriosofet greifbar ist, können Sie auch auf die beliebte mobile Wasserbombe zurückgreifen! (via <a target="_blank" href="https://giphy.com/gifs/face-water-balloon-FpupmA3AR40HC">giphy.com</a>).
Wenn kein Cabriosofet zur Hand ist, können Sie auch auf die beliebte mobile Wasserbombe zurückgreifen! (via giphy.com).

Dann fahren Sie los und suchen beiläufig. Die Suche währt nicht lange in dieser Jahreszeit. Ein ekelweißes Cabrio, das an Sofetenschimmel erinnert, hört man früher als dass man es sieht. Ein fäkalienbraungebrannter Sofet mit Sonnenbrille und Goldkette sitzt im augenkrebserzeugenden Hawaiihemd hinter dem Steuer und nickt unrhythmisch im Urwaldtrommeltakt von Hohlbrotbässen – vermutlich damit die zwei übriggebliebenen Neuronen im Würfelbecher seines Vakuumschädels angenehm herumklappern.

Fahrtaktische Finesse ermöglicht, dass der Cabriosofet hinter Ihnen ist, als die Ampel rot zeigt. Mit lüsternem Grinsen betätigen Sie die Frontscheibenwischanlage. Oh, sehen Sie nur, wie der Wasserstrahl mit dem Druck eines G20-Wasserwerfers über das Ziel hinausschießt und in Form von Extremregen im Cabrio hinter ihnen landet. Ein kreischender Sofet am Morgen kann die Laune bedeutend verbessern. Sie machen sich eine Gedankennotiz, ihrem alles pimpenden KFZ-Schlosser demnächst ein Bier auszugeben. Ein kaltes.

Der kleine, gemeine Bürokrieg

Erfahrungsgemäß besteht 75% der Belegschaft eines Großraumbüros aus Hitzeprimelfrauen, die unterhalb 35 Grad frieren als könnten sie den Unterschied zwischen Minus und Plus nicht begreifen. Können Sie wohl auch nicht.
Wenn Sie also wieder den ganzen Arbeitstag bei 28 schweißtreibenden Grad im Büro, Dauersonne und über 30 Grad in der Mittagspause verbringen müssen und Sofetensprüche wie „Morgen wird es schon wieder kalt und regnerisch“ (bei 28 Grad und einem 5 Minuten andauernden Schauer) nicht ignorieren können, dann lassen Sie besser Dampf ab, bevor Sie platzen.

Eine Dose medizinisches Eisspray sollten Sie als Sklave in den bürosofetischen Mühlen sowieso immer parat haben. Wenn die Obersofetin im Büro zu Ihnen kommt und von der nächsten „Schönwetterfront“ faselt, dann greifen Sie wortlos in die Schreibtischschublade und benutzten das Eisspray wie Insektengift gegen Sofeten. Die Schreie, wenn die Sofetin vor der Kälte panisch flieht, gibt es gratis dazu. Immerhin das können Insekten nicht leisten – aber sie haben auch ein kleineres Gehirn. Allerdings nur marginal.

Ansonsten leben Sie Ihre Persönlichkeit aus! Schluß mit geheuchelter Höflichkeit, wenn zu dem abstrusen Höllenwetter auch noch die Dauerberieselung idiotischer Hitzeperversionssprüche von RTL-Gehirnen hinzu kommt. Wenn es endlich einmal regnen sollte, dann brüllen Sie „Regenpause für alle Nichtsofeten“ und rennen mit Schirm raus. Während Sofetennasen an den Fenstern kleben, tanzen Sie ungestört ihre Freude in den Regen!

(via <a target="_blank" href="http://www.giphy.com">giphy.com</a>
(via giphy.com

Feierabendarbeit als Therapie

Nach dem Gang durch die bürosofetischen Lavaminen des Tages fängt die Arbeit aber in der Nacht erst an. Wann, wenn nicht in der Nachtkühle, kann man sich um den Garten kümmern? Bei 40 Grad in der Sonne ohne Schatten ist das am Tag ein Ding der Unmöglichkeit.

Das ideale Introvertiertenoutfit für das nächtliche Therapierasenmähen! © <a target="_blank" href="https://en.wikipedia.org/wiki/File:Person_in_a_plague_doctor_costume.jpg">Mighty Saiyan auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>
Das ideale Introvertiertenoutfit für das nächtliche Therapierasenmähen! © Mighty Saiyan auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Also verlegen Sie klugerweise alles in die Stunden der Nacht. Dabei gibt es zwei Therapieformen.
Der eher introvertierte Nachtgärtner neigt zu traditionelleren und stillen Umsetzungen der Therapie. Flugs ist der schwarze Sommermantel mit Kühlfunktion übergeworfen. Ein feuchter Schlapphut zur Kühlung bei der Arbeit ist ebenfalls zur Hand. Als Traditionalist haben Sie gewiss irgendwo eine mittelalterliche Schnabelmaske* herumliegen, die sie mit Rauchwerk füllen, um die Stechmücken fernzuhalten.

Sie verwenden natürlich keinen Rasenmäher*! Nicht, weil er nächtens so viel Lärm veranstaltet – das hält ihre sofetischen Gartennazinachbarn ja auch nicht davon ab, stundenlang jeden Tag die Umgebung zu pressluftterrorisieren. Nein, sie wollen fühlen, wie die Grashalme ihr Leben aushauchen als wären es Sofeten – andernfalls würden sie ohne diese Vorstellungsmotivation die Arbeit in der Nachtschwüle gar nicht bewältigen. Sie nehmen also die uralte Sense von ihrem Uropa zur Hand. Das Holz ist so bleich wie Knochen. Die Sense wurde im Laufe der Jahrzehnte so oft geschärft, dass die Klinge 1 cm vor dem eigentlichen Metall bereits beginnt und alles mäht, bevor es die Klinge erreicht.

Beibehaltung von Traditionen: Schon der Uropa verstörte Nachbarn mit seiner Gartenarbeit.
Beibehaltung von Traditionen: Schon der Uropa verstörte Nachbarn mit seiner Gartenarbeit.

Draußen fangen sie still mit ihrer Arbeit an. Die Sense sirrt ihr tödliches Lied. Doch der Sofetennachbar hat sie dennoch gehört. Nach 8 Stunden Rasenmäherröhren, Motorsägenlaubschnitt und Sysiphushandwerkergehämmer stört er sich pharisäerhaft an ihrer flüsterleisen Arbeit. Er fragt über den Zaun, was sie dort machen. Der Vollmond beleuchtet sie bei ihrer Arbeit und er stutzt. Er sieht nicht ihr irres Grinsen hinter der rauchenden Vogelmaske. Und sie holen wieder weit mit der bleichen Sense aus und stoisch arbeiten sie sich schweigend den Weg weiter durch ihren Dschungelgarten. Der Nachbarsofet wird unsicher, denn Sie kommen immer näher. Am Ende halten Sie inne und stehen mit der Sense in der Hand da und starren ihn durch glotzende Vogelmaskenaugen einfach nur schweigend an. Er wird unsicher werden und schließlich den Druck des Schweigens und ihres Anblicks nicht mehr ertragen.
So haben Sie nicht nur eine lang aufgeschobene Arbeit verrichtet, sondern gehen auch mit einem breiten Grinsen ins Bett …

Für die Extrovertierten bietet sich eine etwas andere Variante des Rasenmähens an.
Wenn Ihr Sofetennachbar am Tag herumlärmt, dann können Sie das auch nachts. Also holen Sie Ihren Rasenmäherpanzer* mit dem 100 PS-Motor heraus, der nur mit Kerosin läuft. Eine Kopflampe brauchen Sie auch noch, damit Sie auch erkennen, wie schön ihre Vernichtungsschneise im Gartendschungel aussieht. Eine Grubenlampe* hat Ihnen Ihr Vater vermacht, also auf den Schädel damit. Glück auf!

Auch der Extrovertierte hatte einen Opa, der vor gut hundert Jahren einen Wutrasenmäher baute, der im Krieg als Dschungelrodungsmaschine kurzzeitig Verwendung fand, bis man ihn aufgrund der Genfer Konventionen verbat, da er den Feind zu sehr schreckte.
Auch der Extrovertierte hatte einen Opa, der vor gut hundert Jahren einen Wutrasenmäher baute. Im Krieg fand er als Dschungelrodungsmaschine kurzzeitig Verwendung, bis man ihn aufgrund der Genfer Konventionen verbat, da er den Feind zu sehr schreckte.

Weil sich ihre nächtliche Rasenmähertherapie mit dem Veröffentlichungszeitpunkt des nächsten GFS-Laufs überschneidet, nehmen Sie auch noch Ihr Handy mit, damit Sie nicht verpassen, dass sich die angekündigte Abkühlung bestätigt und Sie frohen Mutes in der Sommerverzweiflung ins Bett gehen können.

Draußen werfen Sie mit dem Fußfickstarter den Rasenmäher an. Sie halten kurz inne und vernehmen das klassische Klirren der benachbarten Fensterscheiben, als die Druckwelle wie gewohnt Glas zum Wimmern bringt, bis das alles übertönende Geheul des Rasenmähers einsetzt wie ein waidwunder Sofet am ersten Frosttag des Jahres in seinem Heizungskeller.
Nach einigen Minuten merken Sie, dass Ihre Motivation trotz der Protestgeschreie der Sofetennachbarn flöten geht. Da fällt Ihnen ein, dass inzwischen der neuste GFS-Lauf raus sein sollte. Mit einem seltsam enttäuschenden Heulen erstirbt der Rasenmäher und bald auch verebben die Restflüche der Nachbarn.

Sie blicken auf den 18z-Lauf und die erwartete Abkühlung. Sie ist weg!
Schweiß bricht Ihnen aus. Handelt es sich um einen Softwarefehler? Ist es der Lauf von gestern? Hektisch fliegen ihre panischen Finger über das Handy. Aber alles ist korrekt. Ihre Hoffnungen zerbersten in die Schwärze der Nacht. Verzweifelt greinend prüfen Sie die dazugehörigen Wetterkarten und stellen fest, dass eine Omegalage mit wochenlanger Brüllhitze den Kühllauf ersetzt hat. Ihr langgezogener Schrei lässt erneut die Fenster klirren und hat nichts menschliches mehr an sich. Bebend vor Zorn kickstarten Sie den Rasenmäher. Sein aufheulender Motor klingt ängstlich. Sie aber rennen schreiend mit dem infernalisch brüllenden Rasenmäher* und tanzender Kopflampe durch ihren Dschungelgarten. Die Sofetennachbarn stehen senkrecht in ihren Betten und wundern sich, warum Sie dauernd „Omegaaaaaaa Aaaaah!“ brüllen, doch niemand wagt, etwas zu sagen oder die Polizei zu rufen – erst recht nicht, als sie das Gartengemetzelschauspiel durch die Fenster beobachten.

Wenn Ihre Frau Sie fragt, warum Sie so einen Lärm gemacht haben, dann antworten Sie mit leerem 1000-Meter-Blick am Ende der Nachtschicht: „Weil es effektiver ist, die Dornenbüsche mit einer Rasenmäherramme zu killen statt sie mit bloßen, blutigen Händen zu Tode zu würgen.“ Ihre Frau wird verständnisvoll nicken und Sie ins Haus holen. Ganz sicher.

Zertrümmerungskatharsis

Sehen Sie nur, wie das Sommermaßband in der Zeitlupe ihrer Erinnerung, angetrieben vom Wutplasma ihres Hitzezorns durch die Luft eine saubere ballistische Artilleriekurve fliegt und sich dabei überschlägt wie ihre Stimme, die durch die Zeitlupe zu einem tyrannosauroesken Brüllen verzerrt wird.
Als das Maßband schließlich die Wand erreicht, deformiert sich die auftreffende Ecke wie die Nase eines Sofeten bei Kontakt mit ihrer Faust, bevor die Bewegungsenergie ihres Zorns das immer noch viel zu lange, aufgerollte Maßband in der Plastikummantelung zerreißt.
Die Explosion verwandelt die morphologisch rational geordnete Maßbandform in wutgesteuertes Chaos. Tausende Splitter aus Plastik und Metall erblühen wie eine Blume der sinnlosen Gewalt, bis sie unter ihrem hysterischen Lachen, immer noch durch die Zeitlupe verzerrt als stamme sie von einem leibhaftigen Dämon, herabregnen wie Regen, den Sie seit Monaten nicht mehr gesehen haben.

Wenn der Aggressionsdruck in Ihnen durch Hitze und Sofetenbedrängnis Überhand nimmt, ist es nicht sinnlose Gewalt, wenn Sie wahllos Gegenstände zertrümmern und dabei wie ein verletztes Tier aufheulen!
Der Psychologe weiß: Durch Transformation der inneren Wut in nach außen ausgedrückte Gewaltenergie wird man einen Teil der Seelenlast endlich los. Dabei wird die Wut auf einen unbeteiligten Gegenstand projiziert. Die Wut verraucht dann ebenso wie der Gegenstand, wenn er in einem Schrapnellregen an der Wand zerschellt und aus diesem Universum genau so getilgt wird, wie Sie es gerne mit dem Sommer, der Sonne und den Sofeten machen würden. Das nennt sich bereits seit Aristotelischen Zeiten des griechischen Theaters „Katharsis“, also „Reinigung“ von Gefühlen durch Mit- und Durcherleben.

Dabei bietet sich das sommerliche Maßband an, das jedes Normalwetteropfer in der Klimakatastrophe sein eigen nennt, an. Pro Tag schneiden Sie als heiliges Ritual 1 cm ab, damit sie nach Monaten am Ende des 1,50m-Maßbandes endlich auch anschaulich sehen, dass der Treibhausgassommer der Hölle endlich endet!

Pulverisieren Sie psychologisch korrekt Gegenstände Ihrer Wahl und entledigen Sie sich so von einem Teil der Wut auf Sommer, Hitze und unerträglichen Sofeten!
Pulverisieren Sie psychologisch korrekt Gegenstände Ihrer Wahl und entledigen Sie sich so von einem Teil der Wut auf Sommer, Hitze und unerträglichen Sofeten!

Sie werden in der Zertrümmerungskatharsis nicht nur ein einzelnes Maßband benötigen, also kaufen Sie diese lieber im Dutzend. Zudem können Sie irre kichernd nach der Wutzerstörung des Maßbandes beim neuen Exemplar die cm frisch abschneiden, die beim alten Maßband bereits abgeschnitten waren.

Bei der Wahl der Gegenstände, die Sie als Projektionsfläche für ihre Hitzewut verwenden, können Sie kreativ sein. Aber beachten Sie, dass Sie keinerlei Gegenstände im heißen Moment des Zorns verwenden, die Ihnen lieb und teuer sind! Auch sollte kein Tier und kein Mensch in der Nähe sein, damit Kollateralschäden vermieden werden.
Sehr weise ist ein kleiner Kellerraum, in dem Sie ohne Bedenken wüten und schreien und in dem sich die Berge aus Splittern ihrer Wut auftürmen können. Ein Nachteil mag sein, dass sich ihre heißen Emotionen in die Wände einbrennen und spätere Generationen seltsame Schreie wie Echos in dem Zimmer vernehmen und Geisteraktivitäten vermuten, aber das muss Sie nicht interessieren.

Sie sehen also: Mit falscher Zurückhaltung steigern Sie die Qualen der Hitze und des Sommers nur noch, vor denen man eben nicht wie Sofeten bei Kälte durch Wahl der richtigen Bekleidung* einfach entkommen kann. Wir wünschen Ihnen daher einen psychologisch weisen Aggroverlauf des gottverfluchten Dreckssommers, verdammt noch mal!

Dieser Artikel besteht zu einem Großteil aus Satire. Sollten Sie mit diesem Humorkonzept nicht vertraut sein, dann fragen Sie Ihren verbeamteten Humorberater oder ihre einstigen Erziehungsberechtigten.

© <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/70023venus2009/30883962775">70023venus2009 auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC BY-ND 2.0</a> (Keine Bildveränderung!)
© 70023venus2009 auf flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0 (Keine Bildveränderung!)



Bevor Sie Ihre Geldscheine wutentbrannt zerreißen, spenden Sie doch lieber einen 5er an kaltwetter.com, wenn wir Sie zum Lachen gebracht haben.
  • Stefan

    Fußfickstarter … Ich kann nicht mehr. Das ist echt eine der besten Artikel, die du je hier geschrieben hast. Man erkennt sich unweigerlich wieder. Danke dafür. You made my day! ^^

    • Danke dir für die Inspiration. Der Fußfickstarter war eigentlich ein Schreibfehler. Ich fands so passend, dass ich es habe stehen lassen ^^

      • Stefan

        Gern geschehen. Kranke Ideen habe ich wieder gerne. ^^

  • Michael Bodin

    Applaus, Applaus, Applaus !!!!!
    Lange nicht mehr so gelacht, sehr geiler Artikel. Alles drin mit Hand und Fuß !!!!!

  • David (DAN/NI)

    Wow! Sehr schön beschrieben. Genau das Richtige wenn du immer noch einen Nachhall der 7. und 8. Stunde spürst, wo Geschichte auf dem Plan stand und es sich so gähnend lang hinzog wie selten zuvor. Dazu die Sonne, die ununterbrochen reinknallt und die Sommerwärme zur unangenehmen Hitze macht…

    • *g* interessant, dass ich nur mit dem Geschichtsstudium als Hintergrund solche Stories schreiben kann ^^ Aber nicht jeder Lehrer ist in der Lage, Geschichte als das rüberzubringen, was es ist: Zeitloses Abenteuer, fremde Gedanken, fremder Wahnsinn in fremden Zeiten und eine Inspiration für das gesamte Leben. Für mich war das damals mit dem richtigen Lehrer (und nach der Schule sowieso) die richtige Ablenkung von der Sonne und Hitze.

      • David (DAN/NI)

        Ich glaube sogar, dass Geschichte interessant sein kann, aber definitiv nicht mit dem Lehrer. Der sieht nicht nur aus, als würde er aus der Vergangenheit kommen, er unterrichtet auch verdammt langweilig. Es waren für viele die ersten Stunden Geschichte seit mehr als zwei Jahren, und dann sollen wir uns Daten zu den Themen Krise, Revolution und Umbruch aus den Fingern saugen, mit Ortsangabe, Datum und Ursache. Während die Meisten, darunter ich, kaum eine Ahnung hatten, gab es zwei „Alleinunterhalter“, bei denen man denken konnte, dass sie genau dies auswendig gerlent hatten. Na ja, man muss das Beste draus machen, es handelt sich im Gesamten schließlich ums Abitur…

        • Schade, mir blutet das Herz wenn ich so was lese. Zumal ich selbst im Museum Leute während des Studiums für Geschichte begeistert habe. Geschichte handelt von den Strukturen der menschlichen Leidenschaften, wie sich Gesellschaften entwickeln. sodass man jahrhundertealte Muster im Verhalten auch heute wiedererkennt. Sich in eine fremde Zeit und deren Mentalität (Stichwort Mentalitätsgeschichte) einzulesen und dadurch sukzessive auch einzufühlen, ist eine geistige Erfahrung, wie es kaum eine intensivere geben kann. Und wenn man dann mit dem Basiswissen die Quellen liest und beispielsweise über den 30jährigen Krieg das Leid und das Grauen durch die Augen der Zeitzeugen erlebt … das vergisst man nie wieder. Und nur so kann man aus der Geschichte lernen und sie erleben und muss nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen.

          So bleibt dir aber nur das Beste aus der Situation zu machen und den Stoff zu beherrschen.

          • David (DAN/NI)

            Es waren ja die ersten beiden Stunden. Wenn wir uns dann intensiver mit den Geschehnissen befassen, dann werde ich wohl auch begeisterter als jetzt sein. Heute haben wir lediglich ein paar der Geschehnisse aufgezählt und die Daten sowie Orte festgestellt. Es wird bestimmt noch interessanter…

          • Das hoffe ich für dich ^^ Worum gehts eigentlich genau? Vermutlich wieder die dröge Neuzeit?

          • Stefan

            Och na ja, soooo dröge ist die nun auch wieder nicht … 😉

          • *g* du redest mit einem Mediävisten, der Zeit seiner gesamten Schulzeit im Warten auf das geliebte Mittelalter zu 100% enttäuscht wurde. Meine Gier nach Wissen über diese Epoche war dann so groß, dass ich es studieren musste. 10 Jahre 24 Stunden 7 Tage die Woche Mittelalter leben. Eine endlose intellektuelle Geilheit. Vorlesungen mit Freuden… ach was her mit der Kurzgeschichte mit satirischen und idealistischen Tendenzen aus meiner Vergangenheit. ^^

            Die Offenbarung
            Ich schwimme in einem Meer von Worten. Entrückt lausche ich diesen Klängen ohne tonliche Harmonie, deren einziger Sinn die Information ist – zumindestens hier und jetzt im Hörsaal.
            Ich schaue mich um. Die meisten Studenten lassen sich treiben, einer gar hat beschlossen, das Bad in Worten zu beenden und – welch Blasphemie! – steigt aus dem fließenden Element des Wissens indem er störend die Vorlesung verläßt. Ich hingegen stemme mich gegen den Strom, versuche ihn zu ergreifen, zu portionieren und einzustecken, doch immer wieder fließt er durch meine Finger hindurch, wie ärgerlich!
            Der Professor blickt über den Rand seiner Brille in die Runde. „Darf ich hoffen, daß meine Worte Anklang finden?“ scheinen seine Augen zu fragen, ja zu erflehen. Sein ergrautes Haar schaut wie Zuckerwatte aus und ich koste von der Süße seines Verstandes. Sein Blick liebkost mich – nur einen Moment wie ein Tropfen der Ewigkeit und ich schmecke den Kelch der Weisheit.
            Mühsam reiße ich mich los von den Emotionen, die den Genuß nur zu sehr trüben. Kurz darauf wird es dunkel, das Antlitz der Weisheit verhüllt, richte ich mit enttäuschtem Seufzen meinen Blick auf das nächste Tor des Wissens – ein helles Rechteck an der Wand. Blendend wie die göttliche Weisheit erscheinen Dias mittelalterlicher Griffel – jeder Gegenstand der Welt ist ein Mikrokosmos des Universums. Die sonore Stimme des Professors hallt wie Donnerschlag in meinem Verstand. Doch er verkündet nicht das Jüngste Gericht, er ist bloß ein Bote des Wissens.
            Der Wohlklang seiner Stimme war mir bisher durch die optische Verlockung nicht aufgefallen. Nun lausche ich der Stimme wie Moses bei der Entgegennahme der Zehn Gebote und höre, daß die Griffel aus den Mooren Irlands stammen.
            Für einen Moment sehe ich mich über der grünen Ewigkeit der Insel schweben, koste ihren salzigen Meeresduft vermischt mit der Würze des Torfs und hülle mich in den morbiden und zugleich romantischen Mantel romanischer Burgruinen. Aus dem Moor ersteigt überlebensgroß die Gestalt des Griffels. Er ist im oberen Teil durch Schnitzwerk verziert. Dieses zeigt einen betenden Mann, dessen übertrieben dick herausgearbeitete Schädelplatte als Spachtel zum Glattstreichen des Wachses der Schreibtafel dient. Sein hölzerner Mund bewegt sich, er scheint mir etwas zuzurufen, doch ich höre ihn nicht. Die Vergangenheit schweigt!
            Schrieben wir einst mit Griffeln aus lebendiger Materie, so heute mit toten Kästen aus Fabrikplaste. Wie weit haben wir uns von unseren Ursprüngen entfernt und damit von unseren Vorvätern und damit von dem Verständnis über jene.
            Eine Woge schmerzlicher Lust des Wissens kommender Verdammnis überschwemmt mich und ich greife nach dem Rettungsanker der Stimme des Professors, jenes Priesters des Apoll, der mir durch den Nebel der Unkenntnis als Leuchtfeuer dient. Geläutert und befreit von Zweifeln höre ich, daß die Menschheit sich trotz aller Veränderungen nicht geändert hat. Auch heute haben wir die gleichen Ängste wie einst, auch heute geben wir ihnen bildlich und mythologisch Ausdruck. Die Geschichte ist ein Rad der Zeit, das sich immer dreht und die Inhalte beibehält, nur die Formen ändern sich, die Ideen bleiben. Mein Herz frohlockt – die Ewigkeit gibt mir Hoffnung und geblendet schließe ich die Augen. Doch es ist nur das helle Tageslicht, das durch die Fenster strömt – der Diavortrag ist beendet.
            Der Professor kündigt den letzten Teil der Vorlesung an, und mein Herz krampft sich vor Angst zusammen. Mein Nachbar seufzt auf und ich empfinde Mitleid, sogar eine gewisse caritas, mit ihm. Auch er fürchtet den Zeitpunkt, an dem uns in Kürze wieder die Nacht des Alltags umschließt, die den Verstand ertränkt in einer Kloake nach Dummheit stinkender Banalitäten (es gibt nur wenige, die die Oberfläche dieses Schmutzwassers erreichen und verzweifelt die Arme schwenken nach einem Rettungsanker und erkennen, daß sie in einem endlosen Ozean treiben, der bis an den Horizont reicht. Der Rest hat sich angepaßt und lebt am Grund, nicht ahnend, daß eine Alternative zu Gestank und Fäule existiert). Er jedoch beugt sich zu mir und meint „Wurd‘ auch Zeit, wa? Bei dem schönen Wetter muß man ins Freibad!“
            Verstört nicke ich, kaum begreifend den Inhalt seiner Worte. Als ich es begreife, erbleiche ich ob dieser obszönen Lästerung. Voller Zorn überlege ich mir Maßnahmen, doch rotes Blut würde die Lobpreisung Apolls entweihen!
            So belasse ich es mit einem höhnischen Kopfschütteln, das mein gähnender Nachbar ohnehin nicht bemerkt.
            Inzwischen ist das Ende der Vorlesung erreicht, ich lechze nach dem letzten Hoffnungsschimmer, der Ankündigung der nächsten Vorlesungsstunde, bevor die Finsternis über mir gnadenlos zusammenschlägt. Während mein Nachbar mit dem dümmlichen Grinsen einer Schaufensterpuppe aus dem Tempel eilt, schleiche ich deprimiert hinaus, das letzte Fünkchen Haltung wahrend als Huldigung an das Haupt der Weisheit, das sich erhaben immer noch hinter mir auf der Bühne des Lebens erhebt.
            Ich blicke auf den Flur und sehe die wieselnden Kreaturen, wie sie sich windend ihren Nichtigkeiten nachschlängeln, ordinäres Kichern eines Mädchens deren körperliche Reize den Verstand der sie umgebenden Männertraube trübt. Ich schnaube kurz und sehe die Zukunft. Eine zahnlose Greisin, die verlassen von Aphrodite und all ihren Männern, verhöhnt von den Massen an Bastardkindern, unter den Brücken dahinsiecht, Schicksal aller Huren Babylons. Könnte man an der Schönheit nur auch den Verstand ermessen, wie einfach wäre die Welt.
            Doch ich sehe nicht nur Adepten dionysischer Freuden, auch bleiche Gestalten in karierten Hemden aus den fünfziger Jahren mit Ringelsöckchen und Hornbrille. Welch pervertierter Abklatsch des Abbild des wahren Gottes. So viel Verstand, so wenig Können. In gewissem Sinne sind sie noch verabscheuungswürdiger als die Jünger der Lust. Ich zische durch die Zähne. Ein Käfig voller Blindschleichen, die sich vor den eigenen Schatten davonwinden!
            Tief einatmend tauche ich ein in die Kloake verwesender Menschenleiber, Dissonanzen des Unwissens, betrete den Tempel des namenlosen Gottes, betrete die Welt!

          • Stefan

            Wow … ^^

          • Na ja da war ich noch intellektuell unerfahren und 27 Jahre jung 😉 Aber noch sehr idealistisch und nerdig wie man merkt. Das Studium habe ich in der Tat intensiv gelebt. Meine Magisterarbeit habe ich mit Totenschädel und Kerze neben mir geschrieben (Thema: Testamente aus Lübeck im 14. Jahrhundert). ^^

          • Stefan

            Echter Schädel?
            Leider haben sie es in der Schule bei mir nachhaltig versaut und zwar mit Nachdruck.

          • Nein Kunststoff ^^ Mir fehlten Beziehungen um einen echten zu bekommen.

            Ich habe im letzten Jahr in der Schule innerlich mental Wissen und Bildung von der Schule abgekoppelt und mich zuhause freiwillig in die Geschichte gestürzt und sie so aufgenommen wie ich es wollte. Ich habe quasi einen Sprung gemacht innerlich, eine Trennung. Zudem hatte ich mit einem Herrn Cyrus in Hamm einen Lehrer, der uns (ohne dass wir das wussten) mit Perfektion auf das Studium vorbereitet hat. In Sachen Quellenkunde und Analyse konnte ich die ersten 2 Semester quasi überspringen. Dafür bin ich ihm heute noch dankbar.

          • Stefan

            Toll. Naja, zu Schulzeiten bin ich ich halt lieber saufen gegangen. Es hat ein bißchen gedauert. 😉

            Aber ich kenne das, es gibt Dinge, die nehmen einen ein und von denen kommt man nicht mehr los. Ging mir mit dem „Ring“ so. Einmal was davon gehört (NICHT diesen abgenudelten Walkürenritt, es war die Es-Dur Einleitung des „Rheingold“) und zack. Das ist magisch. Ich habe es zig mal gehört in verschieden Aufnahmen und ich werde es sicher auch auf dem Totenbett noch hören und werde bis dahin immer wieder neue Geheimnisse in dieser überirdischen Musik entdecken, Geheimnisse, die ich nicht in Worten beschreiben kann, die aber regelmäßig eine Ganzkörpergänsehaut hervorrufen. Tja, und dann kam Jonas Kaufmann als Siegmund daher. Eine Offenbarung, ein Ereignis, eine neue Dimension …

          • Ja genau diesen Effekt habe ich früh erfahren und deswegen dann auch studiert. Geschichte eignet sich mehr dafür als Jura 😉 Es ist insofern wirklich ein Studium für das eigene Leben, weniger für den Beruf.

            Das mit dem Saufen musste ich erst in der Bundeswehr sehr viel später lernen lol

          • Stefan

            Lol. Bei der Bundeswehr habe ich gar nicht mehr groß gesoffen. Mein Arzt hatte mir vorher dringend empfohlen, das deutlich einzuschränken. ^^

          • Ja jeder hat so seinen eigenen Lebensweg auf dieser Welt. Und meistens trifft man sich ab 40+ in einer gewissen Gemeinsamkeit der angesammelten Erfahrungen ^^

          • Stefan

            Das stimmt wohl. Irgendwie sind wir ja rastlos in der Suche nach neuen Erkenntnissen und letztlich der Wahrheit.

          • Einige schon. Ich meinte aber, dass die Lebenswege sich teilweise in der Handlungsabfolge stark unterscheiden und Menschen, die sich mit 20 noch verabscheuen, nähern sich im Laufe der Zeit eher an. Der eine macht die intellektuellen Erfahrungen in der Jugend, der andere durch die „Weisheit“ späterer Jahre und der eine hat „wilde Jugendjahre“, der andere ist völlig anders gepolt und holt sie untypischerweise später nach. Je nach Wesenskonzeption sind die Wege also unterschiedlich. Der eine fängt auf der Autobahn des Lebens an und wird später ruhiger und kontemplativer, der andere umgekehrt. Erst mit 40+ summieren sich die jeweiligen Lebenswege, egal WANN sie stattfanden zu einer erstaunlichen Gemeinsamkeit die vorher nicht sein konnte.

          • Stefan

            Das stimmt. Ist schon erstaunlich. ^^

          • David (DAN/NI)

            Absoluter Respekt! Du solltest Bücher schreiben…

          • David (DAN/NI)

            Mit dem Lehrer eher schon…

          • David (DAN/NI)

            Wie gesagt, Themen um die Begriffe Krisen, Umbrüche und Revolutionen: Ende der Monarchie, Reichskristallnacht, franz. Revolution, Black Friday, Kubakrise, den Mauerfall sowie nine eleven. Dazu sollen wir in Gruppen bald Ausstellungen erarbeiten.

          • Drögheitspotential bei Lehrern sehr hoch. Ich hab diese speziellen historischen Episoden erst auf eigene Faust nach der Schule lieben gelernt. Allein Robbespierre und seine geliebte Guillotine… hach ja ^^

          • David (DAN/NI)

            Kein Wunder also, wenn mir das bis dahin so zäh vorkam^^
            Na ja, mal schauen, was die weiteren Stunden so bringen…

          • Stefan

            Oh ja, ich erinnere mich mit Grauen an meinen Geschichtsunterricht.. Fade, öde, uninspiriert, beamtenmäßig herunter geleiert. Dabei ist das unendlich spannend . Und das schlimmste war, es musste immer einer aus dem Buch vorlesen, vorzugsweise die, die es nicht wirklich konnten. Erst in der Oberstufe wurde das deutlich besser. Und schlussendlich habe ich mir selbst geholfen, weil ich mich für zugegeben spezielle historische Themen interessiert habe, allem voran die Eisenbahnhistorie, Sirenen und derlei special interest. Das gipfelte dann in Exkursionen an alte Strecken, um auf alten Stahlschwellen die eingeprägten Insignien vergangener deutscher Montangloria zu erspähen. Krupp, Hoesch, Maxhütte, 1926, 1931 usw. Teilweise liegen noch heute auf Nebenbahnen Schwellen aus den zwanziger Jahren. Das alles hat auch eine gewisse Ästhetik, die die moderne Betonrealität nicht mehr bieten kann. Das Highlight war übrigens eine Kabelschachtabdeckung mit der Prägung der KPEV (Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung) 1906 bei Wiesbaden ^^

          • Lossoth

            Da hatte ich ja richtig Glück mit meinen Lehrern. Aber ich habe auch außerhalb des Unterrichts Interesse an Geschichte gehabt. Bei uns zu Hause standen halt auch eine Menge Geschichtsbücher herum. Mein Vater hat sich für griechisch-römische Geschichte interessiert und meine Mutter für ägyptische Geschichte. Und ich hab diese Bücher regelrecht verschlungen.

  • Tuennemann72

    Feiner Text – fürwahr^^ ; Also wir haben heute Mittwoch und die „Abkühlung“ sah in der Statistik deutlich intensiver aus, als in der Praxis; So wirklich angenehm ist es, zumindest im Ruhrpott, nicht. Und was mich absolut schlecht stimmt, ist die wiederkehrende Piefhitze ab Sonntag / Montag. Für Dienstag werden 30° angesagt und am Folgetag nur 23- 24° ?? Im Leben nicht ! Ich vermute eher, die ganze Woche wird bei 26- 28° herumdümpeln….

  • Lossoth

    Schon nach den ersten Sätzen hab ich losgewiehert – und mich selbst wiedererkannt. Vom abgedunkelten Schlafzimmer ins abgedunkelte Bad, nach 5 Minuten hirnlosem Starren……….
    tja und dann von dort in die abgedunkelte Küche und das abgedunkelte Wohnzimmer. Exakt so sieht es bei uns im Sommer in den Zimmer aus. Und exakt so fühle ich mich jeden verdammten Sommermorgen.
    Endlich mal wieder richtig gelacht, nach dem sommerlichen Trauerspiel.

    • Dafür sind die Artikel ja auch da ^^ Aber im Gegensatz zu „rationalen“ Artikeln kann man diesen Stil nicht jeden Tag pflegen, das ist unvorhersehbar, wann der Humor verfügbar ist im Geiste. Gestern nacht war irgendwie ein Kreativitätsschub. 2 Artikel am Stück beinahe fertig. Der nächste kommt morgen denke ich. Im Stil etwas anders.

      • Autumn

        Ich freue mich schon darauf! 😀

  • Autumn

    HAHAHAHAHAHAHA!!!!!!! 😀 Wieder einmal köstlich! Aber spricht sowas von aus dem Herzen. Vor allem die Geschichte mit dem 18Z Lauf hat ein gutes Stückchen Wahrheit in sich. Da können einem die Aggressionen wirklich überquellen!! Boaaah, da kann ich auch gepflegt ausrasten, meist lasse ich meinen Frust hier ab und bin froh, dass der eine oder andere Kraftausdruck schon mal erlaubt ist – vor allem im Sommer! 😉

    Ich LIEBE diese Wettergeschichten!