Nur multiple Orgasmen kommen an die Wirkung von Klimakühlung im Sommer heran ... © Shutterstock.com
Nur multiple Orgasmen kommen an die Wirkung von Klimakühlung im Sommer heran ... © Shutterstock.com

Klimaanlagen werden in Deutschland (zumindest ab der Mainlinie und südlich) mittlerweile so beliebt, dass die Preise purzeln. Zahlte man noch vor 2 Jahren 1000 EUR für eine Klimaanlage mit 12.000 BTU, so bekommt man inzwischen die gleiche Kühlleistung für die Hälfte des Preises.
Sogenannte „Split-Klimaanlagen“ werden von mir nicht vorgestellt, da sie letztlich extrem kostenintensiv sind. Zwar sind sie im Betrieb hocheffektiv und leise (da der Kompressor sich in der Außeneinheit befindet), aber ohne professionellen Aufbau und Wartung (Kühlflüssigkeit!) und mehrere tausend EUR geht da gar nichts. Insofern sind für mich persönlich mobile Klimaanlagen die erste Wahl und mittlerweile mitnichten so ineffektiv wie in früheren Zeiten!

Das muss nicht im eigenen Haus so sein!; © Ash Photoholic, Lizenz: CC BY 2.0
Das muss nicht im eigenen Haus so sein!; © Ash Photoholic, Lizenz: CC BY 2.0

Im Gegensatz zu Ventilatoren*, die lediglich durch den Verdunstungseffekt indirekt abkühlen, wenn der Schweiß auf der Haut kondensiert, kühlen Klimaanlagen aktiv und sind das einzige Mittel, um eine Wohnung im Sommer herunterzukühlen.
Das ist nicht so einfach wie es klingt. Denn während man physikalisch Luft sehr einfach erwärmen kann, erfordert eine Abkühlung ein zigfaches an Energie. Daher gehört nicht nur eine gute Klimaanlage zur Ausstattung, um den Sommer erträglich zu machen, sondern auch eine gute Abdichtung bei der Abführung der Warmluft.

Kommen wir zum Wichtigsten: Der letzten Rettung in der beginnenden Zeit von Hitzewellen in einem entkoppelten Klima der globalen, von Menschen erzwungenen Treibhausgaskatastrophe. Eine Auswahl der drei besten Klimaanlagen für jeden Geldbeutel!
DeLonghi habe ich ganz bewusst ausgespart, da die Klimaanlagen zwar hervorragend sind, aber (a) auch die teuersten auf dem Markt und (b) nicht nur nach meiner Erfahrung der Kundenservice nicht existent ist (da ausgelagert). Wenn etwas defekt ist, kann man eine Reparatur gleich vergessen.
Daher stehen wir nach der Marktanalyse vor Produkten der Firmen Klarstein und SunTec.

Die beste Klimaanlage für den kleinen Geldbeutel

Die „Blizzard“ von Klarstein* ist ein unglaublicher Preishammer! 7.000 BTU/h (was ist BTU?) für knapp 300 EUR sind vor 2 Jahren völlig undenkbar gewesen.

Die <a target="_blank" href="https://www.amazon.de/gp/product/B0721B2BVN/ref=as_li_tl?ie=UTF8&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=B0721B2BVN&linkCode=as2&tag=wwweditionmkv-21&linkId=2f446c7b16da7ce95064e9403257bb74">"Blizzard" von Klarstein*</a> gibt es auch in schwarz, allerdings etwas teurer. © kaltwetter.com
Die „Blizzard“ von Klarstein* gibt es auch in schwarz, allerdings etwas teurer. © kaltwetter.com

Da ich die Anlage selbst seit einigen Monaten im Haus habe, kann ich die „Blizzard“ auch aus der Erfahrung heraus bewerten. Viel versprochen hatte ich mir bei der kleinen Anlage in einem offenen, etwa 150 qm-Wohnzimmer nicht viel.
Aber hier mitten in der schlimmsten Hitzezone Deutschlands bei mittlerweile seit Mitte Mai durchgängig heißen Alptraumtemperaturen gelingt es der „Blizzard“* die Raumtemperatur um ca. 3 Grad von 28 auf 25 Grad bei einer Außentemperatur über Wochen von 28 bis 38 Grad zu senken, was angesichts der Raumgröße einem Wunder gleichkommt. Da gleichzeitig auch die Feuchtigkeit aus der Luft gezogen wird (bisher hat der Wassertank nie geleert werden müssen, da die Feuchtigkeit offenbar mit der Abluft abgeführt wird), wird das Raumklima spürbar besser, vor allem wenn man Haustiere sein eigen nennt (feine Katzenhaare kennt jeder Tierliebhaber). Zudem fühlen sich 25 Grad bei 70% Luftfeuchte wie 35 Grad an – auch dies verhindert eine Klimaanlage!

Noch ein ausgesprochen gutes Merkmal: Die 4 Luftfilter sind so genial durchdacht, dass man sie mit einem Griff herausziehen, absaugen und wieder hineinstecken kann.

Genial ist auch die Einfachheit der Bedienung: Man stellt auf „Kühlen“, tippt auf die gewünschte Temperatur (17 Grad) und dann legt die Blizzard los. Angezeigt wird dabei immer die aktuelle Raumtemperatur, nicht die angestrebte. Sollte die angestrebte Temperatur erreicht werden, schaltet die Kühlung der Blizzard ab und sie geht in den reinen Belüftungsmodus, bis sie von Zeit zu Zeit wieder anspringt, um die Temperatur zu halten.
Darüber hinaus verfügt sie über eine Zeitschaltuhr, was praktisch ist, wenn man sie im Schlafzimmer betreibt und den Lärm über die ganze Nacht vermeiden möchte. Man schläft dann im kühlen Luftstrom ein (statt im subtropischen Schlafzimmer, das seine Funktion nicht mehr erfüllen kann) und sie schaltet sich ab, wenn man eingeschlafen ist.

Insgesamt bekommt die Klarstein „Blizzard“* eine ganz fette Kaufempfehlung von mir! Die eigentliche Raumgröße für eine Klimaanlage dieser Einsteigerkategiorie beträgt 20 bis 40 Quadratmeter, aber dass sie wie gesagt selbst in einem großen Wohnzimmer erstaunliche Leistung verrichtet, kann man bei der „Blizzard“ von Klarstein* nichts falsch machen.

Die beste Klimaanlage für den mittleren Geldbeutel

Auch das beste Gerät der Mittelklasse stammt aus dem Hause Klarstein. Die Firma weiß offenbar, was sie macht.
Die Klarstein „New Breeze 9″* bietet 9.000 BTU (somit 2.000 BTU mehr als die „Blizzard“) für knapp 500 EUR (der Preis schwankt saisonal).
Dies qualifiziert die Klimaanlage zwar für mittelgroße Räume zwischen 40 und 60 Quadratmeter, aber generell gilt:

(a) Eine Erleichterung bringt sie nachweislich auch bei größeren Räumen und für kleine Räume gilt:
(b) eine zu große Klimaanlage gibt es per definitionem NICHT!
Denn man kann ja jede Klimaanlage reduzieren in ihrem Betrieb, sodass sie die gewünschte Temperatur aufrecht erhält. Aber auch Monate auf Volllast sind kein Problem. Zu den von Sommerfetischisten dramatisch dargestellten Stromkosten siehe Kapitel „Wichtige Fragen“ unten.

Ansonsten verfügt die „große“ Klarstein* über alle Vorteile der „kleinen“ Blizzard* hinsichtlich Bedienung und leicht zugänglicher Filterreinigung.

Die beste Klimaanlage für den großen Geldbeutel

Die derzeit beste Klimaanlage mit bombastischen 14.000 BTU stammt aus dem Hause SunTec.

Ausgelegt auf offiziell Räume von 70-80 qm gilt aber das gleiche wie bei der Klarstein „New Breeze 9″*: Die Anlage macht definitiv Sinn auch für sehr große Räume und schadet auch nicht bei 20 Quadratmetern. Kaltwetterfreaks geraten dann in den Genuß von möglichen 16 Grad im Sommer (ich sage Ihnen: Himmlisch! Vor allem nachts). Und alle anderen können dank der Power der Klimaanlage auch tatsächlich die Raumtemperatur so einstellen, dass sie auf dem gewünschten Niveau gehalten wird, egal ob 22 Grad für Normas oder 25 Grad für in sofetische Gefahr geratende Hitzeperverslinge 😉

Natürlich sind auch bei der SunTec* die Filter herausnehmbar, wenn auch etwas sperriger als bei den Klarstein-Modellen. Sehr gut hingegen ist ein Drainageschlauch, der die gesammelte Luftfeuchtigkeit abführen kann. Hier bietet sich eine Gießkanne an, die man pragmatisch neben die Klimaanlage stellt. Oder man kann mit dem Abluftschlauch den Drainageschlauch nach außen verlegen. Ansonsten ist aber auch das manuelle Entleeren des Wassertanks nach ein paar Tagen kein Beinbruch.

Zubehör für die Klimaanlage

Egal was sie auch lesen über „Flüsterbetrieb“: Eine Klimaanlage ist laut! Punkt.
Wen interessiert das schon bei brütender Hitze? Ich habe mir angewöhnt beim Schlafen und beim Arbeiten in der Nähe der Klimaanlage Wachs-Ohropax zu verwenden. Mit der richtigen Technik (nicht zu spitz zudrehen, in der Hand anwärmen und zur konischen „Patrone“ formen, ins Ohr mit dem Daumen einmal drücken, fertig. Nicht nachbohren, da die Wachspatrone nicht das Trommelfell erreichen darf) herrscht absolute Stille. Und ich meine wirklich absolute Stille bei 2×2 Ohropax. Ich mache das seit mittlerweile 25 Jahren (Bundeswehr) und auch der Ohrenarzt konnte bestätigen, dass bei mir keinerlei Schäden vorliegen, denn das Ohr reinigt sich innen selbst.

Der richtige Schlauch ist unerlässlich. Selbstverständlich kann man den mitgelieferten Schlauch, der bei jeder Klimaanlage dabei ist, verwenden. Meist jedoch benötigt man einen längeren Schlauch.
Der links abgebildete ist bei mir seit 2 Jahren im Einsatz und hat sich bewährt. In Sachen Hitzeeindämmung ist er jedoch genauso schlecht oder gut wie die mitgelieferten Abluftschläuche. Hier muss man selbst dafür sorgen, dass der Abluftschlauch nicht als ungewollte Heizung wirkt, denn er wird ca. 60 Grad heiß. Ich decke ihn mit einem Teppich ab bzw. rolle ihn dort ein. Andere verwenden Dämmmatten – alles auf eigene Gefahr versteht sich!

Eine Abdichtung fürs Fenster ist für all jene dringend erforderlich, die keinen Wanddurchbruch durchführen können, dürfen oder möchten!
Durch das geöffnete Fenster dringt ansonsten Warmluft ein (auch durch den Ansaugeffekt der Klimaanlage), die die Wirkung der Klimaanlage auf Null reduziert – wir erinnern uns: Die Erwärmung von Luft ist physikalisch 1000 mal einfacher als die Abkühlung.
Die Fensterabdichtung von Klarstein verhindert ein Eindringen von Warmluft von außen völlig. Sie ist mittels Klettverschlüssen einfach anzubringen und eignet sich für alle gängigen Fensterarten, auch Kippfenster bei leidgeprüften Dachwohnungen.

Eine Reflektionsfolie für die Fenster ist unerlässlich, wenn Sie nach wie vor Sonnenstrahlungsbelastungen für den Raum haben: Jeder Sonnenstrahl wirkt wie ein Treibhauseffekt und heizt den Raum mehr auf als die Klimaanlage kühlen kann! (Siehe unten Kapitel „Antworten rund um die Klimaanlage“).
Die Reflektionsfolie ist einfach anzubringen und klebt von selbst. Ihre Außenbeschichtung spiegelt und wirft somit bei nahezu 100% Albedorückstrahlrate die Sonnenstrahlen zurück und verhindert damit effektiv ein Aufheizen des Raums. Die Klimaanlage kann somit ohne zusätzliche Wärmebelastung von außen ihre Kühlarbeit kraftvoll errichten.
Die Folie kann sowohl von Innen wie auch von Außen angebracht werden.

Ein Wanddurchbruch ist natürlich immer die Königsoption.
Nichts ist besser abgedämmt als ein sauberes Loch in der Wand. Als blutiger Handwerkerlaie habe ich die Erfahrung gemacht, dass das richtige Werkzeug entscheidend ist. Während ich erst versucht habe, mit einem Handmeißel zu arbeiten und dafür schätzungsweise 2 Monate gebraucht hätte, war der Wanddurchbruch mit der richtigen Bohrmeißelfunktion und aufsteckbaren Meißelaufsätzen innerhalb von 20 Minuten erledigt.
Vergessen Sie nicht, vorher zu prüfen, ob Stromleitungen in der Wand liegen. Setzen Sie das Abluftrohr an die gewünschte Stelle, zeichnen mit Bleistift die Umrisse und dann meißeln Sie los! Nach 20 Minuten, in denen der Meißel dank Bohrhammer durch massive Außenwände geht wie ein heißes Messer durch Butter, saugen Sie NICHT den Staub weg, sondern nehmen Kehrblech und Handbesen, wenn Ihnen Ihr Staubsauger am Herzen liegt … Am Ende können Sie noch das Ganze auf Schön trimmen, indem sie alles sauber verspachteln.

Wichtige Antworten rund um Klimaanlagen

Was bedeutet „BTU“?

„BTU“ bedeutet „british thermal unit“ und ist ein Maß für die Kühlleistung. Sie ist kein Bestandteil des internationalen Einheitensystems und kennzeichnet lediglich die Energiemenge, die benötigt wird, um 1 britisches Pfund Wasser um 1 Grad Fahrenheit zu erwärmen.

Das sagt uns natürlich wenig. Dennoch hat sich die BTU-Angabe etabliert, um die Kühlleistung von Klimaanlagen zu kennzeichnen. Man hält sich besser daran, dass eine Klimaanlage mit 7.000 BTU zu den kleineren gehört und theoretisch für kleine Räume geeignet ist (wie ich oben schrieb, schafft es die „kleine“ Klarstein* trotzdem mein 150 qm-Wohnzimmer bei optimaler Dämmung zu kühlen). Eine Klimaanlage mit 9.000 BTU ist auf mittelgroße Räume ausgelegt und bei 12.000 BTU kommt man allmählich an die oberste Grenze.
Grundsätzlich gilt, dass es keine zu leistungsstarke Klimaanlage gibt. Insofern entscheidet nicht die BTU über die Kaufentscheidung, sondern nur der Geldbeutel und damit wieviel BTU (also Kühlleistung) Sie für welches Geld bekommen. Die oben genannten 3 Klimaanlagen gehören Preis-/Leistungstechnisch zum Optimum auf dem Markt.

Wie hoch sind die Stromkosten?

Sommerfetischisten dramatisieren gerne in ihrer Abneigung gegen Temperaturen unter 40 Grad alles, was mit Klimaanlagen zu tun hat. Hören Sie nicht darauf!
Die Stromkosten betragen für eine große Klimaanlage wie die oben vorgestellte etwa 100 EUR mehr (wenn sie nicht die Mondpreise von e.on, Yellow und RWE zahlen, sondern in einem seriösen Vergleichsportal ohne Kundenbetrug durch Bevorteilung der o.g. Preistreiber hunderte von EUR eingespart haben indem sie den wirklich günstigsten Anbieter ausgewählt haben und per Klick ganz einfach gewechselt sind!), wenn Sie die Klimaanlage im Dauerbetrieb von Juni bis Ende August im Betrieb haben.
Wenn Sie bedenken, wieviel Geld Sie zudem durch weniger Heizen als Sofeten einsparen (etwa 1000 EUR im Jahr bei einem Einfamilienhaus, wenn sie taktisch klug den Einkaufszeitpunkt am Ölmarkt wählen), dann sind 100 EUR Stromkosten für 3 Monate Lebensqualität und kühle Schlafzimmer ein Spottpreis!

Lohnt sich eine Klimaanlage ohne Wanddurchbruch?

Ein Wanddurchbruch ist immer der Königsweg. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit, dies umzusetzen – wenn man beispielsweise zur Miete wohnt und kein eigenes Haus sein Eigen nennt. In dem Fall sind mittlerweile seit einigen Wochen die oben genannten Fensterabdichtung*, die wie ein blockierendes Segel wirken, auf dem Markt und funktionieren tatsächlich hervorragend und stellen eine echte Alternative dar.
Natürlich sollten Sie die Fenster idealerweise auch mit Reflektionsfolie* bekleben, die die Sonnenstrahlen abwehrt. Denn jeder Sonnenstrahl heizt den Raum durch den physikalischen Glashauseffekt massiv auf: Kurzwelliges Infrarot dringt in den Raum ein, wird von Gegenständen im Raum absorbiert und langwelliges Infrarotlicht mit weniger Energie wird reflektiert. Diesen Backofeneffekt (der auf globaler Ebene zum Treibhauseffekt durch die Treibhausgase wird) kennt jeder, der schon einmal im Sommer in sein glühendheißes Auto eingestiegen ist.

Eine Klimaanlage macht den Sommer zwar nicht ungeschehen. Aber die Erleichterung und Befreiung vom Dauerleidensdruck, wenn Sie in eine Wohnung kommen, in der Sie einen Erholungsort frei von Hitze haben oder ein Schlafzimmer, das statt tropischer 28 Grad plötzlich 22 Grad aufweist (oder sogar noch weniger), dann wissen Sie, warum Sie in den elenden Sommerqualen doch noch positiv denken können und warum Sie jede Nacht dennoch mit einem Lächeln im kühlen Luftstrom einschlafen.