Der Sommer wird immer mehr zu einer endlosen Jahreszeit von Hitzequal und Hitzetoten.
Der Sommer wird immer mehr zu einer endlosen Jahreszeit von Hitzequal und Hitzetoten.

Scinexx hat anhand einer wissenschaftlichen Arbeit verschiedene Aspekte der globalen Klimakatastrophe zu einer Erkenntnis gebündelt, die erschrecken muss: In 50 Jahren wird selbst bei einem verminderten CO2-Ausstoß der Sommer so heiß und unerträglich, dass er sich zu einer dauerhaften Lebensgefahr wandelt: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20278-2016-06-14.html

Angesichts der Tatsache, dass er dies bereits in nicht wenigen Regionen heute ist bei einer globalen Erwärmung von knapp über einem Grad Celsius, fragt man sich, welche Alptraumhitze uns erwartet. In Indien zählt man mittlerweile jedes Jahr ab dem Frühling hunderte bis tausende Hitzetote, in Australien nehmen die Hitzeszenarien ebenso zu wie in den USA, wo aktuell eine Hitzewelle von 48 Grad Celsius das Leben unmöglich macht.

Die Klimakatastrophe hat längst begonnen und alles, was die Menschheit unternimmt, ist das Schwelgen in Rekordnachrichten, das gegenseitige Schulterklopfen, wie klimabewusst wir doch alle sind, während wir absolut nichts gegen eine Zukunft unternehmen, in der unsere Nachfahren durch die Hitze verbrennen und gleichzeitig durch den steigenden Meeresspiegel ertrinken werden.

Prozentuale Wahrscheinlichkeit für regionale Sommertemperaturrekorde bei (a) unvermindertem Ausstoß, (b) reduziertem Ausstoß und (c) Darstellung der Auswirkung von Szenario (b) auf Szenario (a), © <a target="_blank" href="http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs10584-016-1616-2">Lehner et al., Climatic Change</a>, <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">CC BY 4.0</a>
Prozentuale Wahrscheinlichkeit für regionale Sommertemperaturrekorde bei (a) unvermindertem Ausstoß, (b) reduziertem Ausstoß und (c) Darstellung der Auswirkung von Szenario (b) auf Szenario (a), © Lehner et al., Climatic Change, CC BY 4.0

Flavio Lehner vom National Center for Atmospheric Research (NCAR) untersuchte hier erstmals den direkten Nachweis der Klimakatastrophe auf Hitzewellen im Sommer und kam zu dem Ergebnis, dass mindestens zu 75% eine Kausalität besteht.
Diese Annahme gilt für einen unverminderten Ausstoß von Treibhausgasen. Derzeit sieht es jedoch eher nach einer Steigerung der Treibhausgase aus – sowohl durch Untätigkeit des Menschen, wie auch durch das Auslösen von klimatologischen Kipppunkten, die beispielsweise über das Auftauen des Permafrostes und Ozeanerwärmung unvorstellbare Mengen an Kohlendioxid und Methan in die Atmosphäre freigeben.
Das Bittere ist der Umstand, dass selbst bei einer Verminderung des Treibhausgasausstoßes, nachdem es momentan überhaupt nicht aussieht, die Sommer in vielen Regionen ebenso lebensgefährlich werden. Die Folge, welche bereits heute erkannt wird, ist, dass nicht wenige Regionen unbewohnbar werden und das zusätzlich zum Landverlust durch steigende Meeresspiegel bei gleichzeitiger globaler Bevölkerungsexplosion, die nicht verhindert werden kann …

Kein schöner Blick in die Zukunft: Sommer, schon heute eine Dauerqual, wird 2060 für viele den Hitzetod bedeuten. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/methodshop/6019737826">methodshop.com auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0a</a>
Kein schöner Blick in die Zukunft: Sommer, schon heute eine Dauerqual, wird 2060 für viele den Hitzetod bedeuten. © methodshop.com auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0a

Es wird heute bereits unterschätzt, wie viele Hitzetote es nicht nur weltweit, sondern auch in modernen Industrieländern wie Deutschland gibt. Extreme wie 2003, in dessen Sommerverlauf europaweit 70.000 Tote zu beklagen waren, werden totgeschwiegen im wahrsten Sinne des Wortes. Und die jährlichen vermutlich dutzenden bis hunderten Hitzetoten in Deutschland sterben still und leise ohne die medial wirksamen und deutlich weniger Katastrophenopfer durch Regen und Unwetter. Am Ende summieren sie sich alle in einer Armee der Leichen, die unsere himmelschreiende Dummheit bekunden.

Der Satz von Lehner, dass „Solche Sommer daher ein echter Test dafür sind, wie gut wir uns an steigende Temperaturen anpassen können“, wirkt angesichts dieser Entwicklung wie blanker Hohn, denn bereits heute haben wir in diesem jährlichen Test umfassend versagt.
Dass trotz tausender vorliegender wissenschaftlicher Fakten die meisten Menschen heute entweder sich ihre schöne Welt zurechtlügen oder die alarmschrillenden Entwicklungen ignorieren, mag somit letztlich der Beweis sein, dass der Mensch ein Überleben offenbar nicht verdient und auch nicht erreichen wird.





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  • Sandra Ditt

    Toller Artikel (wie immer! 🙂 ). Ich bin ab und zu beruflich in den USA. Die Absurditäten der Menschen (sage bewußt Menschen, denn die gibt es in jedem Land, nicht nur der USA) zeigt sich z.Bsp. daran, dass man sich stolz erzählt wieviel Wasser man spart durch die neue Filterpumpe im Pool, während die Klimaanlage im Haus volle Pulle läuft! Dies führt z.Bsp. dazu, dass sich in manchen Städten die Lufttemperatur durch Klimaanlagen erwärmt!! – Ein Punkt, der die Begrenztheit des menschlichen Geistes nur allzu deutlich zeigt…..:-(

    • Brilliante Lebensweise. Ob es auch intelligente Gesellschaften des Homo sapiens gibt? Vermutlich muss man dafür irgendwelche Stammesgesellschaften auftreiben und das sagt eigentlich alles auf welchem Irrweg wir uns befinden, die wir uns für „modern und fortschrittlich“ halten …

      • Ich meine mal irgendwo gelesen zu haben, daß Bhutan ein Land ist, das weniger CO2 erzeugt als durch das Land jährlich gebunden wird. Wenn das stimmt, sollten wir uns alle ein Beispiel dran nehmen. Aber es ist ja auch ein Land wo noch vorwiegend „traditionell“ gelebt wird und nicht die überzogenen westlichen Werte (sofern man da überhaupt noch von Werten sprechen kann) einen Wert haben.

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