„Alle Wesen müssen die Weltstatt räumen.
Schwarz wird die Sonne, die Erde sinkt ins Meer,
Vom Himmel schwinden die heiteren Sterne.
Glutwirbel umwühlen den allnährenden Weltbaum,
Die heiße Lohe beleckt den Himmel.“

Aus dem Weltenbrand im Ragnarök, wenn der Feuerriese Surtr
mit seinem Flammenschwert alles Leben auf Erden auslöscht.

Sommersonnenwende.
Ein Versprechen, aber auch eine Drohung gleich dem Henkersschwert für römische Sofetensoldaten auf einem nebelverhangenen germanischen Richtplatz. Eine Drohung, dass die ultimative Strafe noch bevorsteht. Doch das Versprechen, dass sie scharf und schnell sein wird. Daraus ergibt sich die ethische Selbstverpflichtung, das Urteil der Götter ehrenvoll und mit Mut zu akzeptieren.

Der Kampf gegen den Hitzedämon scheint aussichtslos ..., © BagoGames auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0
In diese Zeit wurden wir geworfen: Kampf gegen Surtr, den Feuerriesen, © BagoGames auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Denn das Rad Fortunas hat sich gedreht und uns in eine Zeit geworfen, die an Ragnarök erinnert. An den Kampf gegen den bösartigen Feuerriesen Surtr. Riesig ragt er vor uns auf, breitet die Arme aus mit zwei Feuerklingen und bildet ungewollt das griechische Zeichen für das Ende, Omega, ab.

Doch wir sind nicht wie einst die Römer, die über das wundervolle Kaltwettergermanien aus schwarzen Weihern, düsteren, nebligen Wäldern und mythischen Zyklopenbergen jammerten: „Wälder bedecken das ganze Germanien und verbinden die Kälte mit dem Dunkel“ (Plinius).
Wir werden nicht enden wie Varus‘ Legion aus sofetischen Jammerlappen, deren abgeschlagene Köpfe an germanische Eichen gespießt wurden, bis helles Bein als nächtliche Lampen für den gierigen Mondschein diente.

Die Drohung: Vergehen oder Bestehen!

Nun sind wir diejenigen auf dem Richtblock! Opfer von pseudomenschlichen Kreaturen, die Jahrzehnte lang die Hitze hochgejubelt, durch Treibhausgasemissionen eine Weltkultur aus Dummheit, Dekadenz und Oberflächlichkeit, legitimiert durch den Götzen individueller Freiheit, errichtet haben und die Zukunft unserer Kinder einem hitzeperversen Ziel geopfert haben, Deutschland zu einer versifften Karibikinsel zu verwandeln.

Der Sommer: Ein Kampf. © Rob Obsidian auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Die Sommersonnenwende ist somit ein Urteil in unseren Zeiten klimatischen Wahnsinns. Sie ist eine Axt, an der sich das Holzscheit des Willens spaltet, gleich einem germanischen Gottesurteil. Auf der ketzerischen linken Seite fällt der Sofetenscheit, die Hitze, die kommt, bejubelt von den tumben Massen. Doch rechts, an der gleichen Position, an der unsere unsterblichen Seelen neben den Göttern stehen werden, fällt unser rechtgläubiger Scheit.
Wir werden nicht jammern über die Hitze, deren Feuer unser Scheit erwartet. Wir werden sie mit Stahl in der Seele und Blut auf den Lippen ertragen. Sollten wir die Hölle des Surtr überleben, dann werden wir nicht in Siegesjubel ausbrechen. Sondern wir werden uns still unserer Brandnarben als Siegeszeichen erinnern in der Gewissheit, dass die Hitze jedes Jahr wiederkommen wird, länger und heißer, bis die ganze Welt im Ragnarök brennt und nur die Kälte unserer Kriegerseele dem Feuer standhalten wird.

Germanische Kaltwettergefährtinnen: Jammer nicht über kalte Gliedmaßen, sondern wandeln durch neblige Moore, mit dem Schwert in der Hand, in der Seele und auf der Zunge.
Germanische Kaltwettergefährtinnen: Jammern nicht über kalte Gliedmaßen, sondern wandeln durch neblige Moore, mit dem Schwert in der Hand, in der Seele und auf der Zunge.

Die Sommersonnenwende ist somit eine Drohung. Sie will unser kostbares Leben in der Hitze eines Treibhausgas-Götzen verbrennen und auslöschen.

Nur wer würdig ist, wird bestehen und den Siegespreis empfangen. Denn nichts ist in dieser Welt ohne Gegengewicht. Wo die Drohung ist, dort lockt auch ein Versprechen, das gleichermaßen verlockend wie die Drohung gefährlich ist …

Kein Krieger ohne Rüstung!


Das Versprechen: Wiedergeburt oder Göttermord!

Während das Herz der Sofeten längst zu einer uninspirierten, hässlichen Teerschmiere im selbstgewählten Siedetopf ihrer banalen Existenz verkommen ist, so wurde das Herz und die Seele der Kaltwettergermanen von den Göttern geschmiedet. Von Skadi selbst. Und bis heute gibt es keine Macht des Universums, die dem schlagenden Kaltwetterherzen und der Winter- und Herbstseele der Germanen die Stirn bieten kann! Wenn Surtr und seine sofetischen Schergen uns die Körper nehmen, so wird die Seele heimkehren nach Asgard. Sei es Odin oder der eine Gott, der uns erwartet – er sitzt im Zentrum einer konzentrischen Rune, die die Zeit ist. Dann werden wir erfahren, dass die lineare Zeit nur eine Illusion ist. Als Gebieter im zeitlosen, unbewegten Zentrum der All-Rune, von dem die Zeitwellen ausgehen, hat der Kreator und Weltenherrscher nun die Macht, uns an jeden beliebigen Punkt der Geschichte der Menschheit neu entstehen zu lassen in einem Mantel aus Fleisch und Blut – und mit einer uralten, stählernen Seele.
DAS ist Hoffnung!

Nur wer im Angesicht der Hitze sich als würdig erweist, wird den Siegespreis empfangen! © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/bagogames/18935981306">BagoGames auf flickr.com</a> (Ausschnitt), Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>CC BY 2.0</a>
Nur wer im Angesicht der Hitze sich als würdig erweist, wird den Siegespreis empfangen! © BagoGames auf flickr.com (Ausschnitt), Lizenz: CC BY 2.0CC BY 2.0

Bedenket, dass „Optimismus“ nur die Lügen einer sofetischen Jammerlappenwelt sind, Ketten, die uns verleiten sollen, Erlösung zu erflehen, wo es keine gibt, damit sich die Schergen Lokis über unser Leid lustig machen. Eure germanische Seele aber weiß es besser: An der neuronalen Schneide eurer Schwerterseele zerbricht das Sein selbst. Wenn wir das Ende des Ewigkeitskreises erreichen werden, wird uns in der Götterdämmerung die Chance zuteil, die Götter selbst und die All-Rune, das Rad der Fortuna, zu zerschmettern. Wenn wir schließlich auf den Leichen der Götter stehen und in ihre toten Körpern unsere Siegesflaggen pflanzen werden, dann mag eine Welt erstehen, in der wir keine Marionetten aus Fleisch und Blut mehr sein werden, sondern in der unsere Germanenseelen ihrer endgültigen Bestimmung zuteil werden, in der Sofeten auch den ihnen angemessenen Platz haben werden.

Denn der Weise und Gott weiß: In einer Welt, in der es nur Kaltwetter gäbe, würde das Paradies zur Normalität und die Wunder würden dadurch unsichtbar und verschwänden. Ein gewisses Maß an Hitze wird unerlässlich sein, damit aus der erlebten, erlittenen und erduldeten Unlust die Erkenntnis über das Schöne, das Erhabene, das Göttliche bewahrt bleibt: Regen, Kälte, Herbst, Winter, Schnee und Eis! Ohne den Gegensatz gibt es keine Wunder, denn wir sagten es schon: Ohne die Waage des Seins, ohne Gewicht und Gegengewicht wird ein Paradies zur Hölle.

Mut! Hört den Schrei des Novemberraben, gesandt von den Göttern. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/h-k-d/5241719485">Hartwig HKD auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/">CC BY-ND 2.0</a> (keine Bildveränderung!)
Mut! Hört den Schrei des Novemberraben, gesandt von den Göttern. © Hartwig HKD auf flickr.com, Lizenz: CC BY-ND 2.0 (keine Bildveränderung!)

Doch wir werden die Sofeten nur dann aus ihrem Hinkebeinkäfig herausholen, wenn es unser Wille ist. Und die Sommersonnenwende wird auch dann Bestand haben und ein Symbol sein: Für den Umschlagpunkt und den Beginn der kühlen Jahreszeit voller Kältewunder, die uns wie ein Versprechen sanft und noch leise ins geneigte Ohr geflüstert wird, getragen von göttlichen Winden in denen Skadi noch immer wirkt.
Wenn ihr in der heutigen, unvollkommenen Welt jedoch zweifelt und denkt, es geht nicht mehr weiter, dann lauscht auf den heiseren Schrei des Götterboten, des Winterraben, der aus fernen vergangenen und zukünftigen Novembern, von Gott gesandt, zu Euch spricht …

Die Sommersonnenwende ist also ein Versprechen. Vielleicht das Größte auf der Welt. Sie kündet von der Erlösung von der Hitze, vom Fall Surtrs auf dem Höhepunkt seiner Hitzemacht. Sie kündet von Erlösung und von unbändiger Freude. Erkauft aber werden muss sie mit der stählernen Germanenseele. Ohne vor der Hitze und ihren erbärmlichen Lakaien zurückzuweichen, die allein beim Anblick unserer Augen, die die Spiegel der Seele sind, erzittern und aufheulen – egal ob auf dem Schlachtfeld alter Tage oder den Computerforen der Gegenwart.
So preiset also die Sommersonnenwende – als den Beginn des Todes von Sommer und Hitze. Ehrt sie mit dem Willen des Kaltwetterkriegers und verdient Euch so erst die Teilhabe an den künftigen Freuden mitten in einer sterbenden Ragnarökwelt.

Hinweis: Dieser Artikel könnte Übertreibungen und Metaphern beinhalten. Falls Sie mit diesem schriftsprachlichen Ästhetikum nicht vertraut sind: Fragen Sie Ihren einstigen Deutschlehrer oder Ihre Eltern für weitere Hinweise.




Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann verlangen die Götter ein Geldopfer nach Ihrem Ermessen. Wählen Sie weise!
  • Stefan

    Grandios, Michael. Grandios.

    https://youtu.be/DLHhEJWE8Qc

    • Danke, Stefan. Ein Hoch auf die Irrationalität und Emotionalität 😉 Ganz unjuristisch hehe 😉

      Ah, Götterdämmerung, eines meiner Lieblingsstücke. Das begleitet mich schon seit der Kindheit.

      • Stefan

        Habe ich es nicht gewusst? 😉

        Die Musik der letzten 3 Minuten wurde von den Göttern geküsst.

        • Würdig, sie auf dem Totengeleit spielen zu lassen 😉

          • Stefan

            Deshalb habe ich sie ausgewählt 😉 Gute Nacht.

  • Eifelhexe

    Super, super . Mehr schreibe ich nicht, außer: Wir sehen uns alle in Walhalla mit den Göttern.

    • Darauf einen Schädel Met! 😉

      • Anne Wandklatschen (C/SN)

        Das ist übrigens eines der Probleme der heutigen Gesellschaft: Fast niemand trinkt mehr aus den Schädeln seiner Feinde!

        • Ja. Statt dessen gibt es nur noch verlogene Betroffenheitslichterketten und Verzeihungsfetischismus weil man zu feige ist, ehrenhaft zu handeln. Aber auch diese kranke Epoche wird vorübergehen. Vielleicht schneller als man gemeinhin so glaubt …

  • Alptraum der Sofeten

    Schön gemacht.

  • Paul Panzer

    Sehr inspirierend, irgendwie 😀 danke für diesen kurzen Ausflug in die nebligen Urwälder unserer Vorfahren. Und auch wenn er nur in meiner Phantasie stattfand, ein kleinwenig kühler fühlte es sich einen Augenblick lang an.