Welche Folgen hat La Niña? Kommt ein kalter Herbst und dann wieder ein sonnenverseuchter Winter wie im Dezember 2016?
Welche Folgen hat La Niña? Kommt ein kalter Herbst und dann wieder ein sonnenverseuchter Winter wie im Dezember 2016?

Der Blick in die Prognosen kann manchmal schockierend sein.
Man klickt gelangweilt auf die Bilder, mehr aus Gewohnheit denn aus Erwartung und dann klappt einem der Unterkiefer herunter. So ungefähr kann man die derzeitigen ENSO-Prognosen empfinden.

Nachhilfe: Was war noch mal die ENSO?

Bereits seit 1-2 Wochen stellen wir einen normalen La Niña-Zustand in Zone 1+2 fest.
La Niña? Zone 1+2? Sie verstehen nur Bahnhof?

Darstellung der Entstehung eines Modoki CP El Niño verglichen mit EP El Niño und La Niña; Quelle: meteoradar
Darstellung der Entstehung eines Modoki CP El Niño verglichen mit EP El Niño und La Niña. Es handelt sich bei „Modoki“ um einen Sonderfall, bei dem bei La Niña nur der Zentralpazifik in Region 3.4 zu kalt ist und die Küste quasi einen El Niño-Zustand hat. Dies trifft für den aktuellen La Niña nicht zu; Quelle: meteoradar

Dann fangen wir am Anfang an (die Insider und Klimatologie-Nerds können das folgende gerne überlesen).
Die ENSO (El Niño Southern Oscillation) beschreibt die Wasseroberflächentemperaturen (sea surface temperatures, SSTs) vor der nördlichen Westküste Südamerikas und die Folgen für die globale Erdatmosphäre und die Klimabedingungen.

Steigen die SSTs mind. auf 0,5 bis 0,8 Grad Celsius über das Mittel, so spricht man von einem El Niño. Im umgekehrten Fall bei Temperaturen von 0,5 bis 0,8 Grad Celsius oder weniger unter dem Mittel handelt es sich um einen La Niña. Bei Bedingungen von +0,4 bis -0,5 Grad Celsius zum Mittel handelt es sich um neutrale ENSO-Bedingungen.

Zonen beim El Nino: 1+2 = Küste (Eastern Pacific = EP); 3.4 = Zentralpazifik (Central Pacific = CP).
Zonen beim El Nino: 1+2 = Küste (Eastern Pacific = EP); 3.4 = Zentralpazifik (Central Pacific = CP).

Dabei unterscheidet man zwei Zonen: Zone 1+2 betrifft die SSTs direkt an der Küste Südamerikas. Zone 3.4 befindet sich weit westlich davon auf dem zentralen Atlantik und ist für die globalen Auswirkungen deutlich wichtiger. Derzeit ist daher der La Niña noch als sehr schwach einzustufen, da er gerade so eben in Zone 1+2 auftaucht. In Zone 3.4 wird ein starker La Niña erst ca. ab November erwartet und dann sind die Folgen sehr viel deutlicher als aktuell.

Für den Laien mag es unverständlich erscheinen, wieso vermeintlich so geringe Temperaturunterschiede gewaltige Änderungen auf der gesamten Erde auslösen. Man muss sich jedoch vorstellen, dass die vermeintlich geringen 0,8 Grad oder bei einem starken El Niño bis zu 3,0 Grad eine unvorstellbare Hitzeenergie (bei einem El Niño) beinhalten. Diese wird im Rahmen des Ozean-/Atmosphäreaustausches über die gesamte Erde verteilt (die sogenannte Telekonnektion) und führte 2015 zu einem furchtbaren Europasommer mit vielen Hitzetoten.

"Spaltung" der Welt in Hitze und Kälte aufgrund des El Niño (NOAA unter commons.wikimedia.org , lizenzfrei, Das Hitzeaktionszentrum in Europa ist links oben zu erkennen
„Spaltung“ der Welt in Hitze und Kälte aufgrund des El Niño (NOAA unter commons.wikimedia.org , lizenzfrei, Das Hitzeaktionszentrum in Europa ist links oben zu erkennen. Klick auf das Bild startet die Animation.

Man konnte 2015 sehr gut sehen, wie die Welt plötzlich ganz ähnlich zum „Waccy-Effekt“ und der heute sich durch den „polaren Verstärkungseffekt“ aufheizenden Arktis in viele Hitze- und wenige Kältebereiche mit extremen Temperaturanomalien aufspaltete. Genau das ist, was uns in der Zukunft erwartet: Ein Waccy-Effekt, der sich von den Polen auf die ganze Erde ausweitet, wenn die globalen Temperaturen ansteigen. Wenige Regionen erhalten dann paradoxerweise zeitweise kalte Phasen, während die meisten in unvorstellbarer Hitze sterben.

Antarktis am 27.07.2017: Extremste Temperaturanomalien führen zum "Ausbruch" von Kälte Richtung Norden. Gibt es also den Waccy-Effekt auch auf der Südhalbkugel?; © Karsten Haustein
Antarktis am 27.07.2017: Extremste Temperaturanomalien durch den „polaren Verstärkungseffekt“ in der Antarktis mit vielen Wärmeanomalien und wenigen Kaltanomalien; © Karsten Haustein

Die aktuell prognostizierten La Niña-Bedingungen haben leider nicht den gleichen Kühleffekt wie der El Niño einen Hitzeffekt aufweist. Man muss einen La Niña eher wie eine starke Form der Normalität begreifen. Trotzdem hat auch La Niña eine Auswirkung auf das globale Klima im Rahmen der Telekonnektion (Fernwirkung), welche über die Atmosphäre gesteuert wird.
Während viele Auswirkungen im näheren Bereich von La Niña bekannt sind, muss man die Struktur der Auswirkungen für Europa immer noch als eine weitgehend unbekannte Komponente betrachten. Doch es gibt einige Hinweise, in welche Richtung sich die Veränderungen entwickeln werden.

Der in die Tiefe gehende Grundlagenartikel dazu von mir: Hat La Niña eine Auswirkung auf Europa?

Die aktuellen Daten zu La Niña

Die aktuellen Prognosen zeigen in beiden Regionen einen La Niña!
Region 1+2 bezeichnet dabei die Westküste Südamerikas und die dort auftretenden Temperaturanomalien. Westlich davon auf dem zentralen Pazifik finden wir die Region 3.4, welche bei einem El Niño zumindest noch stärkere Auswirkungen hat und sich in den Winter-Folgen für Europa auch stark von einem El Niño an der Küste unterscheidet (CP El Niño = Central Pazifik El Niño = Region 3.4; EP El Niño = Eastern Pacific El Niño = Küsten-El Niño = Region 1+2).

Temperaturentwicklung der ENSO in Region 1.2 (Ostpazifik an der südamerikanischen Küste): Wir erkennen aktuell das Überschreiten der Grenze von 0,5, nach anderen Definitionen 0,8 Grad Celsius Anomalie unter dem Mittel zu einem La Nina-Zustand, der aber global noch kaum Auswirkungen hat; © <a href="http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/images3/nino12Monadj.gif">NOAA</a>
Temperaturentwicklung der ENSO in Region 1.2 (Ostpazifik an der südamerikanischen Küste): Wir erkennen aktuell das Überschreiten der Grenze von 0,5, nach anderen Definitionen 0,8 Grad Celsius Anomalie unter dem Mittel zu einem La Nina-Zustand, der aber global noch kaum Auswirkungen hat; © NOAA
Temperaturentwicklung der ENSO in Region 3.4 (Zentralpazifik): Die Prognosen zeigen einen dramatischen La Nina auch im Zentralpazifik. Das wird definitiv Auswirkungen auf unseren Winter haben!; © <a href="http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/CFSv2SST8210.html">NOAA</a>
Temperaturentwicklung der ENSO in Region 3.4 (Zentralpazifik): Die Prognosen zeigen einen dramatischen La Niña auch im Zentralpazifik. Das wird definitiv Auswirkungen auf unseren Winter haben!; © NOAA

Während an der Küste der La Niña derzeit bereits seit ca. 1-2 Wochen aktiv ist und verhältnismäßig schwach bzw. im normalen Bereich verbleibt, ist die Entwicklung auf dem Zentralpazifik auf lange Sicht eine Überraschung: Bis zu -1,5 Grad unter dem Mittel kennzeichnen einen sehr starken La Niña. Aktuell gibt es noch kaum Auswirkungen und die Lage ist noch als „neutrale ENSO“ zu bezeichnen im Zentralpazifik, doch ab etwa November wird sich dies nach den gegenwärtigen Prognosen deutlich ändern!

QBO-Phase: Westwind (dunkel schraffiert). Theoretisch sollte die aktuelle Westphase noch länger anhalten, aber es zeigen sich untypischerweise Tendenzen zu einer Ostumkehr; © <a target="_blank" href="http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/qbo/">FU Berlin</a>
QBO-Phase: Westwind (dunkel schraffiert). Theoretisch sollte die aktuelle Westphase noch länger anhalten, aber es zeigen sich untypischerweise Tendenzen zu einer Ostumkehr; © FU Berlin

Hinzu kommt eine oft unbeachteter Faktor: Die QBO (quasi-bienniale Oszillation), also der Zustand der Winde in der Stratosphäre verstärkt in einer Westphase das ENSO-Signal!
Erinnern wir uns: Die Temperaturanomalien vor Südamerikas Küste werden im Rahmen der Atmosphäre weitergeleitet und verteilt! Eben über Stratosphäre (cq. 15-50 km Höhe), die im Gegensatz zur turbulenten Troposphäre (Boden bis 12-15 km) nur 2 Windrichtungen kennt: West oder Ost, welche sich ca. alle 2 Jahre umändern (daher: quasi-biennial, also „quasi zweijährig“).

Aktuell haben wir eine West-QBO, wenngleich hier noch einige Unsicherheiten herrschen, ob und wann die Umkehr auf Ost-QBO wieder erfolgt, da die QBO seit neuestem seltsam irregulär daherkommt. Man sollte zunächst jedoch davon ausgehen, dass der Westzustand der QBO auch während des Winters gilt (insbesondere in der unteren Stratosphäre).

Dies würde bedeuten, dass der La Niña-Effekt noch einmal deutlich verstärkt wird und wir vor einem der stärksten La Niña-Winter überhaupt stehen. Die große Frage ist nun: Was bedeutet das für den Winter 2017/18? Betrachten wir zunächst den Herbst 2017.

Warmer Norden, kalter Süden oder ein Kaltherbst für alle? Folgen von La Niña im Herbst 2017

Schon für den Winter ist eine Prognose hinsichtlich der La Niña-Folgen sehr schwierig. Für den Herbst wird es noch schwieriger, da kaum Studien vorliegen. Einige wenige zeigen, dass ein La Niña-Herbst hochdruckorientiert mit einem warmen Norden Deutschlands und einem kalten Süden daherkäme:

Klimatische Folgen von El Niño und La Niña auf Deutschland im Herbst und Winter.
Klimatische Folgen von El Niño und La Niña auf Deutschland im Herbst, Winter und Frühling. OND = Oktober, November, Dezember; JFM = Januar, Februar, März; AMJ = April, Mai, Juni.

Dementsprechend steht uns also ein Hochdruck-Herbst bevor mit umgekehrten Vorzeichen zum Sommer mit einem warmen Norden und kalten Süden. Zur Erinnerung: Ab Herbst können Hochdrucklagen durch Inversionszustände (warme Luft als „Deckel“ in 1500 Metern Höhe, einsickernde Kaltluft am Boden) oder Ostlagen (Kälte vom sibirischen Hoch) auch Kälte bedeuten und nicht wie im Sommer Hitze plus Sonne!

Andererseits stehen jedoch völlig andere Beobachtungen auf einem anderen Blatt: Zusammen mit dem Sonnenfleckenminimum ergeben sich in La Niña-Herbsten offenbar in ganz Deutschland sehr kalte Monate!
So waren 2007, 2010 und 2011 La Niña-Jahre. Dort sehen wir bis auf einen warmen September 2011 nur kalte Monate und das mitten in der Klimakatastrophe! Deutlicher geht es kaum …

Temperaturen im September 2007; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im September 2007; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im Oktober 2007; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im Oktober 2007; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im November 2007; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im November 2007; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im September 2007; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im September 2007; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im Oktober 2010; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im Oktober 2010; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im November 2010; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im November 2010; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im September 2011; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im September 2011; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im Oktober 2011; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im Oktober 2011; © Bernd Hussing Archiv
Temperaturen im November 2011; © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm"> Bernd Hussing Archiv</a>
Temperaturen im November 2011; © Bernd Hussing Archiv

Es ist daher durchaus anzunehmen, dass La Niña im Verbund mit dem Sonnenfleckenzyklus (in Kürze erscheint dazu ein Artikel von mir auf Grundlage einer wissenschaftlichen Studie) einen kalten Herbst hervorrufen wird.

Ob das bei dem aktuell noch schwachen La Nina tatsächlich der Fall sein wird, müssen wir letztlich abwarten und in den Modellprognosen selbstständig abschätzen.

 

Kaltwarmer Hochdruckwinter oder ein Kaltwinter? Hopp oder Topp durch La Niña im Winter 2017/18

Im Winter sieht die Situation anders aus.
In der obigen Tabelle stünde in der Theorie und unabhängig von dem Sonnenfleckenzyklus eine Luftmassengrenze zu Buche mit einem halbgehangenen „Normalwinter“ aus milden und kalten Phasen und einem feuchten Norden (Tiefdruckeinfluss) und einem trockenen Süden.

Andere Studien jedoch zeigen, dass es in La Niña-Jahren einen massiven Hochdruckwinter gibt!
Den Beweis dafür haben wir bereits im Dezember 2016 erhalten! Auch zu Beginn des letzten Winters herrschte kurzzeitig La Niña-Einfluss: Das Christkind unter Druck! Den Beleg eines Einflusses von La Niña habe ich damals mit den globalen Karten ganz klar nachgewiesen (siehe globale Temperaturen im Dezember 2016 links und rechts daneben die „Lehrbuchkarte“ der Auswirkungen von La Niña, oben December – February).

Globale Karte der Temperaturanomalien am 16.12.2016. Man erkennt glasklar die La Niña-Strukturen beinahe wie im Lehrbuch; © Karsten Haustein
Globale Karte der Temperaturanomalien am 16.12.2016. Man erkennt glasklar die La Niña-Strukturen beinahe wie im Lehrbuch; © Karsten Haustein
Veränderungen der globalen Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung durch La Niña; © NOAA
Veränderungen der globalen Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung durch La Niña; © NOAA

Nicht genug der Verwirrung: Nimmt man die Sonnenflecken hinzu, ergibt sich der erstaunliche Befund, dass alle Kaltwinter in Deutschland von der Küste bis zum Oberrhein zu 100% in Jahren stattfanden, die 2 Jahre um das Sonnenfleckenminimum lagen. Das bedeutet jetzt nicht, dass in allen diesen Jahren Kaltwinter stattfanden, aber dass WENN ein Kaltwinter kam, dieser in den Bereich mit den 5 Jahren des Sonnenfleckenminimums fiel (Sonnenfleckenminimumjahr plus 2 Jahre davor und danach).
Das Sonnenfleckenminimum wird voraussichtlich im Jahr 2020 erreicht – der Winter 2017/18 ist somit der erste Winter, der in der besagten Spanne möglicher Kaltwinter liegt.

Was also muss man nun vom La Niña-Winter 2017/18 annehmen?
Des Rätsels Lösung liegt darin, wie eine weitere Studie zeigt: La Niña radikalisiert ebenso wie El Niño das Klima. Durch den Einfluss von La Niña kommt es zum „Hopp oder Topp“ des Winters!
Es kann zu einer Wiederholung des letzten Sonnenwinters kommen mit massiv Hochdruck und entweder Kälte durch Ostlagen oder sogar der Worst Case mit Sonne und Wärme aus Südlagen. Oder es kommt zu einem Kaltwinter, wenn keiner damit rechnet (außer wer hier gerade mitliest) wie 2010/11 – denn: Dieser letzte Kaltwinter 2010/11 war ein La Niña-Winter! Das wird oft vergessen …

Wie man es auch dreht und wendet: Der Winter 2017/18 wird klimatisch hochspannend und nicht normal werden. Ich persönlich hätte gerne keinen La Niña-Einfluss, der so stark ist (wenn er in den Prognosen so bleibt!). So bleibt es beim Hopp oder Topp: Kaltwinter und wir wissen gar nicht wohin mit unserem Glück oder ein deprimierender Hochdruckwinter, der einem sogar die Kälte durch extrem viel Sonne versaut …

  • Leon

    Äußert spannend was da gerade abgeht.. 😮
    Aber so gut wie alle Herbst/Winterprognosen sehen die Randfaktoren alle einfach nicht wirklich. Sie lassen sie außen vor und verlassen sich alle auf die NOAA. Die übrigens den November in den letzten Tagen normalisiert hat und beim Dezember gerade anfängt. Vielleicht ist da wirklich was im Busch. Ich wäre ja dafür, dass der La Nina Effekt sehr stark wird und wir einen Kaltwinter in ganz Deutschland bekommen – Denn dann, wissen wir wirklich nicht mehr wohin mit unserem Glück^^

    • In dem Fall abfüllen und einfrieren für das Klimajahr 2018 ^^

    • Jessy Ca

      Man hofft jedes Jahr aufs neue… ^^ Ich seh mich schon mit meinen 37 Jahren unten auf der Straße liegen und vor hupenden Autos einen Schneeengel hampeln… *lach* Das wäre ja nu wirklich zu schön… Ich finde es schon echt traurig, dass unsere Kinder nicht mal mehr auf dem Fensterbrett hängen, mit den Fäusten in die Wangen gestemmt zum Himmel schauen und auf Schnee warten. Die kennen es eben nicht mehr… War ja schon hierzulande in unserer Kindheit mega selten…. Leider wird die alljährliche Hoffnung mehr enttäuscht, als erfüllt..

      • Ja, was verloren geht, ist Subtilität, ist die Schönheit der Stille, ist innere Einkehr und damit auch der Verlust von Reflektion, von Transzendenz, von Erkenntnissen, damit auch von Werten und letztlich von einem Großteil der Menschlichkeit an sich. Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum schleichend sich die aufheizende Welt gerade in ein Tollhaus verwandelt. 😉

        • Jessy Ca

          Ganz genau so empfinde ich es auch 🙁

  • MINDERQUEST

    Also ich hoffe auf:
    Schnee und Kälte im November/Dezember
    Schnee und Sonne, aber noch Kälte im Januar
    Nasskalte bis nur noch schneereiche Phase im Februar
    und Trockenmilde Phase im März und April!

    • Das ist aber kein Wunschkonzert ^^ Wichtiger wäre eher die Magie der Unmöglichkeit: Vorherzusagen, was wirklich kommt. 😉

  • Alpen Bezwinger

    Hochinteressanter Artikel, Wahnsinns-Arbeit, vielen Dank dafür. Ich bin
    auf diesen Gebieten schlicht Laie, hab mich aber mal ein wenig
    eingelesen, folgendes fällt mir auf : Wir stehen also vor einer
    Minimumphase der Sonnenflecken. Laut dieser Seite

    http://www.tempsvrai.de/sonnenzyklus.php

    gab es quasi von 2006 bis 2011 schonmal ein Minimum. Und da fallen gleich
    zwei starke Mildwinter rein, 2006/2007 und 2007/2008, wobei der letztere
    immerhin im Dezember 2007 so etwas ähnliches wie Winterwetter
    hinbekommen hat, aber sonst war da nichts. Über 2006/2007 müssen wir
    glaube ich keine Worte verlieren.

    2008/2009 brachte eine knapp
    14-tägige Kältewelle im Hochwinter, schon ganz ordentlich. 2009/2010
    würde ich oersönlich als letzten echten Kaltwinter betrachten da damals
    alle drei Monate wirklich winterlich waren.

    2010/2011, da war der grandiose Dezember, aber dann? Schweigen im Winterwald, kam kaum noch was brauchbares nach. Zumindest hier im Unterfränkischen.

    2011/2012 war bis auf die zwei Dauerfrostwochen im Februar ein waschechter Mildwinter mit viel Regen.

    So, und als Laie frage ich mich : Wenn seitdem die Klimakatastrophe
    voranschreitet weil der CO2 – Ausstoß sich nicht groß verändert hat, man
    also davon ausgehen muss daß sich also noch mehr von diesem schädlichen
    Zeugs in der Athmosphäre befindet – egalisiert das nicht die
    Klimatischen Auswirkungen solcher Phänomene wie ENSO? Oder schwächt sie
    derart ab daß nur wenig davon „die Kraft“ hat sich Wetterwirksam zu
    äußern.

    Bitte nicht falsch verstehen, wie gesagt, ich bin auf diesem Gebiet nur Laie. Interessierter Laie allerdings.

    Wenn ich mir jetzt mal meine rudimentären Kenntnisse so anschaue und deinen
    Artikel dazunehme, dann würde ich rein vom Bauchgefühl her einen Winter
    vermuten der wahrscheinlich gesamt gesehen verdammt mild wird aber evtl.
    mal eine 2-oder gar 3-wöchige ausgewachsene Kaltphase beinhaltet.

    Oder hab ich doch alles falsch verstanden?

    • Nö. Es gibt kein falsch verstehen 🙂 Meine Artikel sind ja schließlich nicht in Stein gemeißelt und verstehen sich immer als Hilfe und Inspiration zum selbst Nachdenken, was du ja gerade in vorbildlicher Weise getan hast.

      Bei den von dir erwähnten Details gebe ich dir vollkommen recht, auch was den „Kaltwinter“ 2010/11 angeht. Eine weitere Beobachtung aus Studien (basierend auf dem WZ-Artikel zu El Nino /La Nina, der wirklich ins Eingemachte geht: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?23,1437887,1437927#msg-1437927) zeigt nämlich, dass La Nina-Kaltwinter vor allem und im Unterschied zu den Spätwinterlichen Erscheinungen der Klimakatastrophe (Major Warmings-bedingt) vor allem im FRÜHEN Winter kalt werden können.

      Zu den Sonnenflecken: Diese schwanken zyklisch etwa alle 11 Jahre, so ähnlich wie bei einer Sinuskurve (Wenngleich die aktuellen Theorien von einem Abbruch der zugrundeliegenden „Dynamos“ in der Sonne sprechen und einem Daurminimum wie in der „Kleinen Eiszeit“ im 17. Jahrhundert). Das Minimum kommt also etwa alle 11 Jahre wieder (schwankt etwas).
      Nach der Arbeit von Heiko Brunck, Zum Einfluss von Sonnenaktivität und Nao auf das Klima von Mitteleuropa, gibt es eine 100%-Korrelation von Kaltwintern (wenn sie denn kommen) und geringen Sonnenflecken plus davon hervorgerufener negativer Nordatlantischer Oszillation (NAO). Dazu folgt von mir im September aber ein ausführlicher Artikel, die Erkenntnisse und Belege sind der Hammer.

      Ob die Klimakatastrophe ENSO beeinflusst: Also 1. führen die Treibhausgase ja zu einer Verstärkung und Häufung von El Nino/La Nina. Sie sind quasi der Agent der Klimakatastrophe und führen zu jeweils Sprüngen vor allem bei El Nino in der globalen Hitze, als würde man in eine Zeit 40 Jahre in der Zukunft blicken mit globaler Entstehung von Hitze- und Kältepolen wie im Artikel dargelegt oben.
      Ausserdem: http://kaltwetter.com/el-nino-die-guillotine-der-menschheit-das-klimaphaenomen-soll-haeufiger-und-staerker-werden/

      2. Sind die Folgen von El Nino und La Nina ja nicht immer positiv (aus unserer Sichtweise). El Nino führt im Sommer zu brutaler Hitze. Im Winter kann er einen Mildwinter hervorrufen und wann welche Art von El Nino die Wahrscheinlichkeiten für einen Kalt- oder Mildwinter erhöht (CP El Nino, EP, El Nino, Modoki El Nino) das ist noch mal eine Wissenschaft für sich: http://kaltwetter.com/el-nino-ein-ueberbewertetes-klimaphaenomen/

      3. Ist es zwar richtig, dass die globale Klimakatastrophe auf lange Sicht die Temperaturen der Winter immer weiter erhöht (siehe DWD Klimaatlas). Allerdings befinden wir uns in einer Phase, wo der Waccy-Effekt paradoxerweise trotzdem durch die sterbende Arktis zu Kaltphasen führen kann, wenn die arktische Kälte auf die Kontinente ausweicht und von passenden meteorologischen Wetterlagen „angezapft“ werden kann über das sibirische Hoch im Winter.
      Die Lage ist somit ein wenig verworren: Die Warmphasen werden immer stärker, WENN sie auftreten. Ihre Häufigkeit wird durch Waccy aber eingeschränkt und die Wirksamkeit der Treibhausgase damit ebenfalls, die im Winter mit der kaum vorhandenen Sonne damit auch keine atmosphärische Verstärkungswirkung entfalten können.
      Man könnte auch sagen: Durch die winterliche Abschwächung des Treibhauseffektes aufgrund fehlender Sonne + Waccy ergeben sich in Kombination mit anderen Faktoren wie ENSO und Sonnenfleckenzyklus Kaltwetterfenster, die aber nur schwer prognostizierbar sind.

      Ohne Waccy, davon bin ich überzeugt, hätten wir nur eine geringe sibirische Schneedecke und damit einen garantierten Dauermildwinter für alle Zeiten.

      Übrigens bin ich bekanntlich auch nur Laie. ^^ Interessierter Laie. Ich halte eh nichts von Schubladendenken das in Deutschland weit verbreitet ist. Wenn man interessiert ist und man in die Tiefe denken kann und will, dann ist das ein Abenteuer, das erst das Leben spannend macht. Man benötigt keine Erlaubnis und keinen Studiumsabschluss um denken zu dürfen und nur die Zeit begrenzt die Möglichkeit, auf diesem Abenteuer so tief zu tauchen wie es einem möglich ist solange man dabei niemals seinen subjektiven Vorlieben gestattet, den Weg zur (positiv oder negativ empfundenen Wahrheit) zu trüben.

  • Oliver Wasi

    Moin Moin,
    da bin ich wieder nach 8-monatiger Abstinenz.
    In Sibirien ist schon der erste Schnee gefallen und hat dabei ein Stromausfall ausgelöst.
    http://www.bild.de/bildlive/2017/11-sibirien-stromausfall-53041846.bild.html

  • Marcel

    Ein sehr guter interessanter Artikel, indem viel arbeit drinsteckt! Danke dafür !
    Ich hoffe wie jedes Jahr auf einen (sehr) kalten Winter indem mindestens alle drei Monate winterlich sind. Möge ganz Deutschland einen sehr kalten und schneereichen Winter 2017/18 bekommen !
    Denn den hätten vorallem wir im Süden mehr als verdient, ich würde sogar dafür einen zu warmen Herbst in kauf nehmen, natürlich nur unter der Bedingung das es dann keinen Mildwinter wird !

    • Leon

      Naja, nur weil wir im Norden im Sommer das Glück hatten, heißt das nicht, dass ihr im Süden einen sehr kalten Winter mehr verdient habt! Schau mal auf die letzten Winter (insbesondere der letzte). Da wirst du erkennen, dass diese Grenzwetterlage auch da schon vorhanden war, allerdings andersherum – kalter Süden, warmer Norden (im Winter). Von dem her hätte GANZ Deutschland einen sehr kalten Winter 2017/18 verdient!^^

      • Winter’s Majesty / Ullr

        Der Süden hat immer einen sehr kalten Winter verdient, weil der Süden auch letztes Jahr schon einen wesentlich wärmeren Sommer hatte… das ist ja auch einfach zu erklären, ihr Nordlichter seid näher am puffernden Meer, was im Sommer vor allzu großer Hitze mal gerne schützt, im Winter aber das milde Gesieche reinzieht. Darüber hinaus kommt Hitze, die von Süden gegen kältere Luft im Norden drückt wenn sie sich nicht ganz durchsetzen kann meistens dann eben doch zumindest im Süden an und verkümmert dann über der Mitte auf dem Weg nach Norden. Deshalb braucht ihr euch mal gar nich beschweren, ihr habt wie gesagt meistens die kühleren Sommer! Aber natürlich wünsche ich euch nichtsdestotrotzdem einen eisigen Winter mit hoffentlich auch viel Schnee! Meiner Meinung nach sieht es so gut aus wie mindestens die letzten 20 Jahre nicht aber sicher ist da natürlich noch gar nix 😀

        • Leon

          Joa es sieht an sich nicht allzu schlecht aus. Aber wer weiß! Egal wie hoch die Chancen stehen, die Klimakatastrophe kann alles von jetzt auf gleich ruinieren…

  • Kaltluftfanatiker

    Hallo zusammen,
    der Herbst steht in den Startlöchern und ich melde mich auch mal wieder 🙂

    In der Wetterrunde bin ich auf Wetterleuchtes Thread gestoßen, welcher das selbe Thema beinhaltet: https://wetter-runde.de/thread-2045.html

    Liebe Grüße

    • Sehr interessante Ausführungen und schön wieder mal traditionsgemäß zum Herbst was von der Wetterleuchte zu lesen.
      Die „Katastrophentheorie“ September teile ich so jetzt zwar nicht, aber Wetterleuchtes Wissen ist in unzähligen Fällen kompetent belegt. Die Karten zeigen auch in der Tat alles andere als irgendeine Form von „ruhigem Herbstwetter“, sondern viel Bewegung. Noch sehe ich da allerdings wenig Dramatisierung. Aber wir stehen ja auch erst am Anfang des Septembers.
      Durch die Klimakatastrophe sind die Wechselmonate wie der September mit mehr Extrempotential ausgestattet. Was daraus werden mag, wird spannend zu beobachten sein.

  • Dennis Gülicher

    Es wird noch was vergessen zum zukünftigen Winter. Ein gewaltigerWaldbrand in Kanada schleudert viele AschePartikel in die Stratosphäre die die Sonneneinstrahlung massiv bremsen. Das sieht man an den intensiven Dämmerungsfarben. Wie bei einem Vulkanausbruch. Dadurch sinkt die Termperatur weltweit nur um paar Zehntel Grad aber große Auswirkungen auf den Winter. Es wird deutlich kälter und schneereicher sein

    • Nette Theorie, leider falsch. Bei einem Vulkanausbruch kühlt das Schwefeldioxid, das zu Schwefelsäure wird, in der STRATOSPHÄRE indem die Sonnenstrahlen blockiert werden. http://kaltwetter.com/wieviel-einfluss-haben-vulkanausbrueche-auf-das-klima/

      Aschepartikel haben nur kurzfristig Auswirkung und werden in der Troposphäre wieder ausgewaschen. Haben also mit dem Winter nullkommanichts zu tun.

      • Herr Winter mit schnee und eis

        Mal davon abgesehen das durch den Waldbrand in Kanada zusätzliches CO2 in die Atmosphäre frei gesetzte wird und diese die Klimawandel nur weiter beschleunigt

        • Das stimmt leider, wenngleich man es auch nicht überbewerten sollte angesichts der irren Mengen, die die Industrie als Hauptemittierer verursacht. Zudem wird mit dem sinkenden Sonnenstand die Treibhausgasverstärkung der Wärmeenergie der Sonne deutlich schwächer. Sonst hätten wir 12 Monate 20-30 Grad ^^

          • Herr Winter mit schnee und eis

            klar ich wollt damit jetzt nicht sagen das dieser Waldbrand nun alles änder nene so ist das natürlich nicht. aber wenn wir mal bei Thema Industrie sind
            ist es nicht paradox das die Industrie füher am Anfang der Industrialisierung also so 18. Jahrhunderts das Klima sogar etwas abgekühlt hat:

          • Wenn erst die Aerosole eine Abkühlung bewirken und die Treibhausgase erst Jahrzehnte später wirksam werden – klar. Aber alles geschah letztlich unbewusst. Die frühesten Theorien über die apokalyptischen Folgen des Treibhausgasirrsinns stammen aus den 1970er Jahren und wurden damals wie so oft üblich ausgelacht. Heute bleibt uns das Lachen im Hals stecken. Und unseren Kindern mit Sicherheit noch weitaus mehr.

          • Herr Winter mit schnee und eis

            naja nicht nur die Aerosole habe eine Abkühlung bewirkt sonder auch die schlechte Verbannung der kohle damals war halt viel mehr ruß in der Luft als heute ich glaube man nennt das global dimming ist aber heute nicht mehr von Bedeutung