Der El Nino ist ungewöhnlich stark und stabil - was kommt auf uns zu?
Der El Nino ist ungewöhnlich stark und stabil - was kommt auf uns zu?

Ich hatte vor einiger Zeit berichtet, dass die Klimaanomalie „El Niño“ vor Südamerikas Küste Rekordwerte erreicht. Es handelt sich um den frühesten und wohl stärksten El Niño aller Zeiten. Im Rückblick die Entwicklung des aktuellen El Ninos:

Sprung des El Nino in den Modellen: Rekord-Sensation in den Modellen
Die Forscher sind derzeit über die Auswirkungen von El Nino auf Europa und damit auf den Sommer nahezu ahnungslos; &copy Lies Thru a lens auf Flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0 Auswirkung des El Nino auf den Sommer 2015 ist noch unbekannt: El Nino: Forscher ahnungslos über die Auswirkungen auf unseren Sommer
Führt der Mega El-Nino zu einem Horror-Sommer für Europa?; © Petras Gagilas auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0, hier: Bildausschnitt, Farbe verändert.
Hypothese, dass der El Nino zu einem Horror-Sommer führt oder nicht: Führt der Mega-El Nino zu einem Horror-Sommer?

Aktueller Stand des El Ninos

Die verschiedenen Prognosesysteme haben mittlerweile ein neues Update veröffentlicht. Das australische Bureau of Meteorology (BoM) fasst die Werte in einer Übersichtsgrafik nach Monaten unterteilt zusammen:

El Nino-Prognose der verschiedenen Modelle für Juli 2015; © Bureau of Meteorology, http://www.bom.gov.au/climate/ahead/model-summary.shtml#tabs=Pacific-Ocean
El Nino-Prognose der verschiedenen Modelle für Juli 2015; © Bureau of Meteorology

El Nino-Prognose der verschiedenen Modelle für September 2015; © Bureau of Meteorology, http://www.bom.gov.au/climate/ahead/model-summary.shtml#tabs=Pacific-Ocean
El Nino-Prognose der verschiedenen Modelle für September 2015; © Bureau of Meteorology

El Nino-Prognose der verschiedenen Modelle für November 2015; © Bureau of Meteorology, http://www.bom.gov.au/climate/ahead/model-summary.shtml#tabs=Pacific-Ocean
El Nino-Prognose der verschiedenen Modelle für November 2015; © Bureau of Meteorology

Vergleicht man die Werte mit dem letzten Update, so ist eine Reduzierung des Ausmaßes festzustellen. Die 3 vor dem Komma ist momentan vom Tisch, aber auch von unten haben sich die Modelle einander angenähert und bestätigen einen konstanten und stabilen, sehr ausgeprägten El Niño, der nach wie vor Rekordpotential besitzt!
Auch CFSv2 berechnet im neuen Update den El Niño ein wenig geringer und geht von einem Wert unter 2 Grad Celsius aus (vorher: beinahe exakt 2 Grad):

Temperaturentwicklung des El Nino in Region 3.4 (Zentralpazifik); © NOAA, http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/images3/nino34MonadjPDFSPRDC.gif
Temperaturentwicklung des El Nino in Region 3.4 (Zentralpazifik); © NOAA, http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/images3/nino34MonadjPDFSPRDC.gif

Auswirkungen auf Europa?

Wie ich in vorherigen Artikeln bereits erwähnt hatte, ist über die Auswirkungen des El Niño für Europa nichts bekannt. Betrachtet man die derzeitige Wetterlage, sind keine Auswirkungen festzustellen, denn die Meridionalität herrscht weiter vor wie bereits im Frühjahr, als der El Niño noch gar nicht aktiv war.

Theoretisch müsste es eher einen feuchten Sommer geben oder einen Hitzesommer, wenn sich Auswirkungen feststellen ließen. Von beidem ist nichts zu sehen und die Niederschläge in Bayern am Alpenrand sind Stauregen durch Vb-Wetterlagen.

Möglicherweise erkennt man Auswirkungen erst im Juli oder eher im August. Allerdings tendiere ich zu der Ansicht, dass der El Niño als Faktor für Europa oftmals in den Medien übertrieben wird und wir von dem weit entfernten Klimaphänomen verschont bleiben, im Guten wie im Schlechten.

  • Zoppo Trump

    Ok gutes Update, danke. Dann bin ich ja jetzt wieder auf dem neusten Stand 🙂

    • Gern geschehen. Interessant wirds eh erst richtig im Herbst, wenn der El Nino wie vorausgesagt zum CP (Central pacific) El Nino wird und dadurch ein Kaltwinter deutlich wahrscheinlicher wird. Aber zum Winter mit wieder mal negativer Arktischer Oszillation, Polarwirbelsplits und allem, was dazu gehört, kommen wir dann wieder ab Oktober. Ich freu mich ehrlich gesagt jetzt schon drauf 🙂

      • Zoppo Trump

        Oh ja die vor Freude ist ja bekanntlich die größte Freude und mit den momentan ausschließlichem Nord Strömungsmuster bin ich auf jeden Fall gespannt was da so passiert im Herbst und Winter. Hoffe ja mal auf einen knackig kalten Winter der Ausdauer hat.

  • Blizzard

    Und Hoffen wir, das auf ein Nord-Juni kein Süd-Dezember folgt..!

    • Ich denke dass die Chancen bei dem prognostizierten CP El Nino sehr gut für einen richtig guten Dezember sind… na gut, richtig auswirken würde sich das wohl erst im Januar. Trotzdem. Die Chancen sind nicht schlecht, aber letztlich muss auch die richtige Großwetterlage kommen und die Amis müssen mal einen Warmwinter bekommen und nicht schon wieder einen Arktiswinter der die Westdrift bei uns dann anwirft.

  • Blizzard

    Ich schätze (hoffe trifft es wohl besser^^) v.a. dass der Januar mal wieder mehr an Kontinentalität gewinnt, mit Hochdrucklagen und Eisnebel, zugefrorenen Seen und allem was das Herz erfreut. Weniger Dominanz von Azorenhoch und Islandtief und dadurch weniger atlantische Dynamik, denn das gehört in den Herbst. Ein schön verschneiter Dezember wie 2010 wäre natürlich großartig, das wirds jedoch kaum werden. Aber, Richtung Winter geht schon was.

    • Hast ja recht. Der Dezember ist seit Jahrzehnten mittlerweile kein Wintermonat mehr, du hattest ja mal eine Grafik mit Verteilung der negativen arktischen Oszillation wars glaube ich über die Jahreszeiten gepostet. Winter gibts bei uns wenn überhaupt nur noch im Januar und Februar. Aber warten wir mal ab.