Der Golfstrom, der zu unserem Leidwesen tropische Temperaturen nach Europa pumpt. Die Klimakatastrophe (auch beschönigend
Der Golfstrom, der zu unserem Leidwesen tropische Temperaturen nach Europa pumpt. Die Klimakatastrophe (auch beschönigend "Klimawandel" genannt) könnte dies jedoch ändern. Bild: NASA, 2001.

Kürzlich stand in den Medien einmal mehr, dass der Golfstrom sich abschwächt – leider meist mit reißerischen, unseriösen Kommentaren wie „Der Golfstrom schwächelt – droht uns eine neue Eiszeit?“. Die sommerfetischistischen Medien sehen eine Gefahr für die Klimakatastrophe und schlagen Alarm. Manchmal denke ich wirklich, ich befinde mich mitten in einem Irrenhaus, wie es Dürrenmatt in „Die Physiker“* beschreibt.

Grundlegend zum Thema Golfstrom: http://byjrdp.myraidbox.de/wann-bricht-endlich-der-golfstrom-ab/

Eine sehr schöne Animation der NASA zu den Meeresströmungen:

Neue Erkenntnisse über den Golfstrom

Prof. Rahmstorf vom Klimafolgeninstitut Potsdam stellt in seinen Studien fest, dass sich eine Stelle auf dem Atlantik östlich Neufundlands seit 1970 drastisch abkühlt, während der Rest der Welt mit Ausnahme eines Messfehlers in Zentralafrika sich laufend weiter erwärmt:

Temperaturtrend unter Zugrundelegung der Jahre 1900 bis 2013; © Stefan Rahmstorf, http://www.scilogs.de/klimalounge/was-ist-los-im-nordatlantik/
Temperaturtrend unter Zugrundelegung der Jahre 1900 bis 2013; © Stefan Rahmstorf, http://www.scilogs.de/klimalounge/was-ist-los-im-nordatlantik/

Rahmstorf betont, es handle sich hier um durch Messungen belegte, seriöse Daten.
Interessant ist dabei, dass es sich bei dem Gebiet mit der Abkühlung genau um jenen Bereich handelt, der in den Modellen im Fall einer Abschwächung des Golfstroms eine Abkühlung prognostiziert.
Der Golfstrom schwäche sich also ab. Allerdings, wie Rahmstorf folgerichtig argumentiert, bereits seit 1970, sodass natürlich von einer „Eiszeit“ überhaupt keine Rede sein kann – liegen doch die schlimmsten Jahre der Klimakatastrophe seit dem Ausklang des Ausbruchs des Pinatubo (1992) von 1993 bis 2005 im zeitlichen Wirkungszeitraum dieser Abkühlung, die viel zu oft völlig überschätzt wird.

Allerdings – und hier wird es wieder spannend – könnte durch die weitere Eisschmelze, insbesondere bei Grönland, der Golfstrom weiter abgeschwächt werden. Denn auch dieser besitze bezüglich Salzgehalt und Eigendynamik einen Kipp-Punkt, ab dem der Golfstrom tatsächlich abbrechen könne.
Auch hier relativiert Rahmstorf unseriöse Kritiker und „Die Eiszeit kommt“-Schreier, indem er vermutet, dass selbst unter den schlimmsten Annahmen, dies nicht vor dem Jahr 2100 passieren werde. Schade eigentlich, kann man da nur sagen, denn die Klimakatastrophe würde in Europa damit ausgeglichen.

Im übrigen wird die Presse mittlerweile durch Korruption so stark manipuliert (siehe Wikipedia-Artikel zur organisierten Klimaskepsis; das Institut „EIKE“ ist auch darunter einzuordnen meiner Meinung nach), dass das Klimafolgeninstitut Potsdam eine eigene Seite mit Klarstellungen zu Presselügen herausgegeben hat: http://www.pik-potsdam.de/~stefan/eiszeitkommt.html

Kritik an Rahmstorfs These

An der These Stefan Rahmstorfs wird natürlich massiv Kritik geübt, darunter jedoch auch seriöse und das ist im Rahmen wissenschaftlicher Methodik auch gut so, weil es der Wahrheit dient.
Einige Forscher argumentieren dabei, dass die Messungen des Golfstroms in den südlicheren Breiten sogar eine Verstärkung festgestellt haben, da sich die Zuflüsse zum Golfstrom geändert hätten und dadurch der Golfstrom so stabil sei wie nie zuvor.

Der Klimaforscher Martin Viesbeck vom renommierten GEOMAR kritisiert daher auch die Beschränkung der Rahmstorfschen Studie auf den subpolaren Teil des Atlantiks. Es gäbe andere Projektionen, die auf einen ganz anderen Temperaturverlauf des Golfstroms hindeuten.

Wieder andere Forscher vermuten, es handle sich nur um eine zeitlich beschränkte Variation des Golfstroms, die ganz natürlich sei und wieder verschwinden werde.

Prinzip Hoffnung

Es wird interessant sein, den weiteren Verlauf der Diskussion um den Golfstrom zu verfolgen, wenn auch ein Ausfall des Golfstroms nach einer Studie mit 5 bis 40% beziffert wird, wenn die Erde sich um 2 bis 4% erwärmt (derzeit: Land und Meer mit Ausschluß der Polregionen: ca. 0,65 Grad Celsisus globale Erwärmung, stetig ansteigend).
Für Europa wäre es ein Segen – denn man darf nicht von der gegenwärtigen Situation ausgehen, die angesichts der monatlichen Temperaturwerte schon schlimm genug aussieht, sondern von einer massiven Verschlechterung der Lage und insbesondere massiven Dürren im Frühling, Sommer und Herbst und zu erwartenden zahlreichen Hitzetoten vor allem in den Städten.

Ein Ausfall des Golfstroms würde Europa vor dieser abnormen Hitze schützen und quasi eine Insel schaffen, die vor der Klimakatastrophe einigermaßen geschützt wäre.
Leider fürchte ich, dass meine Generation dies nicht mehr erleben wird und erst die nachfolgende Generation davon profitieren könnte, wenn im 22. Jahrhundert die Prognosen tatsächlich Wirklichkeit werden sollten.

Ich hoffe allerdings dann doch, dass ich eines morgens aufwache und in den Nachrichten sind die Sensationsmeldungen zu lesen „Golfstrom ausgefallen“. Das wäre ein Tag, an dem ich sogar trotz 30 Grad im Frühling oder 20 Grad zu Weihnachten lächeln würde.

Quellen und relevante Artikel
Rahmstorfs These zur Schwächung des Golfstroms: http://www.scilogs.de/klimalounge/was-ist-los-im-nordatlantik/

PIK zum Thema Golfstromdiskussion aus dem Jahr 2012: http://www.scilogs.de/klimalounge/golfstrom-und-wahrheit/

Kritik an Rahmstorfs Thesen: http://science.orf.at/stories/1755851/

Artikelbild: Golfstrom (in Rot) an der Stelle östlich Neufundlands, wo die Abkühlung laut Rahmstorf festgestellt wurde

  • Zoppo Trump

    Wenn ich so darüber nach denke, dass schon beim Wetter und Klima gelogen wird(vor allem wegen Wirtschaftlichen Interessen). Warum sollte diese Verwirrung nicht auch eine beabsichtigte sein? Aber wie oft wünsche ich mir in einer anderen parallele unseres Universums zu sein wo der Golfstrom nicht ist oder das Klima kühler wäre.

    • Ich denke, da würden wir wohl alle gerne sein, Tim ^^

  • Blizzard

    Ja! denn der 12er Lauf programmiert schonmal den Garaus http://www.wetterzentrale.de/pics/Rtavn3845.gif Das ist zwar noch eine Weile, aber derzeitige Entwicklungen sehen gar nicht gut aus, das könnte eine Juni-Karte sein, also für Deutschland; Spanien, Italien und Griechenland dürften da schon noch heißer sein. Wieder einmal liegen wir im Frühling in einem Wellenberg (Die Jetkarte poste ich erst gar nicht – grauenerregend) obwohl der Golfstrom und das Meer gerade in dieser Jahreszeit die Temperaturen zu unseren Gunsten kühlen müsste, doch genau hier versagt er. Die Kaltluft Richtung Neufundland hat auch keine Kraft mehr für ein 945er Tief und Europa erwärmt sich dramatisch.

    • Also alles wie gehabt, die Klimakatastrophe lebt…

    • Nach einem genauen Blick ist da aber noch einiges offen, oder? Ich baue auf das letzte Aprildrittel…
      Gottlob bin ich 1 Woche Strohwitwer und lebe in dieser Zeit im abgedunkelten Keller. Von dem Horror kriege ich also 7 Tage nichts mit ^^ Man muss sich halt zu helfen wissen. 😉 Wanderungen nur nachts mit den Hunden und am Tag gehe ich erst wieder in die Gluthölle wenn Wolken und Regen kommen. P.S.: noch 146 Tage bis zum meteorologischen Herbst 😀

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