Die Eifel hat im Herbst viel zu bieten: Von goldenem Laub über mittelalterliche Burgen bis hin zum Supervulkan Laacher See. © kaltwetter.com
Die Eifel hat im Herbst viel zu bieten: Von goldenem Laub über mittelalterliche Burgen bis hin zum Supervulkan Laacher See. © kaltwetter.com

Auf meinen persönlichen Fluch ist Verlass: Schon bei der Planung meines Herbsturlaubs wusste ich, dass trotz des Zeitpunkts Ende Herbst mein Urlaub im sogenannten „Kälteloch“ Eifel in einer Warmphase stattfinden würde. Und so kam es dann auch.
Allerdings wurde es trotz dieser widrigen Umstände doch anders, als ich befürchtet hatte, denn die Eifel ist nun einmal nicht Tropenhessen 😉
Ich hatte lange überlegt, ob ich überhaupt einen „Reisebericht“ anfertigen soll – immerhin war es keine spannende Polarexpedition (die Franklin-Expedition wäre auch mal einen Artikel wert) und das Ganze soll nicht zu einem öden Diavortrag werden, wie man ihn aus der Verwandtschaftsfolter Marke „Oppa und Omma“ kennt. Daher liegt also der Schwerpunkt auf geologischen Besonderheiten und den Farben des Herbstes*.

Maare und der Laacher See – Deutschlands Supervulkanregion

Als Vulkanbegeisterter waren die Maare natürlich für mich die Hauptattraktion.
Wie man weiß, ist Deutschland mit Vulkanen nicht gerade großzügig gesegnet und die Eifel ist die einzige Region, in der es aktive vulkanische Tätigkeit gibt. Die alte Forschungsansicht aus den 1970er Jahren, es handle sich um „erloschene“ Vulkane, ist heute widerlegt und überhaupt waren die Grundlagen dieser falschen Annahme damals niemals wissenschaftlich belegt worden, wie der „Papst“ der Vulkanologie, Dr. Hans-Ulrich Schmincke, schreibt:

Wie wenig geologisch gedacht die Annahme ist, der Vulkanismus in der Eifel sei erloschen, kann man sich ganz einfach klarmachen, wenn man sich in einen fiktiven Paläo-Rheinländer versetzt, der etwa im Jahre 13.000 vor heute geäußert hätte, in der nahe Zukunft seien weitere Eruptionen im Laacher-See-Gebiet zu erwarten. Da zu jener Zeit über 50.000 Jahre lang keine Vulkane ausgebrochen waren, hätten ihn vermutlich seine Hordengefährten als Scharlatan oder Hysteriker bezeichnet und mit einer Basaltsäule um den Hals im Rhein ertränkt.“
Und weiter: „… ergibt sich bei Abwägung der Altersverteilung und der Länge der verschiedenen vulkanischen Aktivitätsperioden zwingend, dass zukünftige Eruptionen in den jungen Vulkangebieten der Eifel äußerst wahrscheinlich sind.

(Schmincke, Vulkanismus, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 4. Auflage, 2013, S. 210f.).

Aufbauschema eines Maar - trotz englischer Beschriftung sieht man die Tuffgesteine aus der Eruption am Rand (orange), das nichtvulkanische Gestein am Boden und die Auffüllung mit Niederschlagswasser. © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maar-Diatreme_and_Tuff_Ring_-_Cross-section_Diagram.jpg">Gábor Kereszturi and Károly Németh auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/deed.en">CC BY 3.0</a>
Aufbauschema eines Maar – trotz englischer Beschriftung sieht man die Tuffgesteine aus der Eruption am Rand (orange), das nichtvulkanische Gestein am Boden und die Auffüllung mit Niederschlagswasser. © Gábor Kereszturi and Károly Németh auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 3.0

Warum sind die Maare aber Seen? Immerhin besticht der klassische Vulkan durch einen imposanten Bergkegel.
Bei den Maaren verhält es sich anders. Zum einen ist die Eifel nicht die klassische Region, wo Kontinentalplatten aufeinandertreffen und hohe Gebirge mit Vulkanen auftürmen, die an der Linie der sich absenkenden, aufschmelzenden Platte entstehen.

Der Eifel-Vulkanismus hingegen entsteht durch einen „Hotspot“, also einer Blase aufsteigenden Magmas, einem „Mantel-Plume“, der direkt unter der Eifel sitzt und gleich verschiedenen „Fingern“ nach oben führt. Noch vor 10.000 Jahren war die Region von aktiven Vulkanen geprägt und die heute noch sichtbaren Zeichen des aktiven Magmas tief im Erdboden sind ein klarer Beleg dafür, dass die Eifelvulkane irgendwann in der Zukunft ausbrechen werden. So ist am Laacher See das Aufsteigen von Kohlendioxidbläschen zu erkennen, die teilweise beim Baden im Sommer sogar zur Lebensgefahr werden können, wenn an bestimmten Stellen die Konzentration so hoch ansteigt, dass durch das austretende Gas Fälle von Bewußtlosigkeit auftreten können.

Maare sind tiefer in ihrer vulkanischen Tätigkeit als andere Vulkane und sind in nichtvulkanisches Gestein eingesprengt. Wenn das aufsteigende Magma in Kontakt mit dem Grund- und Seewasser gelangt, kommt es zu einer sog. „phreatomagmatischen“ Eruption. Mit anderen Worten: Durch das blitzartige Verdampfen des Wassers beim Kontakt mit Magma wird eine ungeheure explosive Kraft entwickelt, die einen Krater sprengt, der wieder einstürzt. Niederschläge füllen später den Krater mit Wasser, sodass am Ende das gewohnte Bild der heutigen Zeit entsteht: Maare. Daher auch der Name, der sich aus dem lateinische „mare“ = See ableitet. Verdunstung und Regenwasserzufuhr halten sich übrigens auf natürliche Weise die Waage, sodass bei den meisten Maaren keine Verlandung absehbar ist.

Besonders beeindruckt war ich vom „Totenmaar“ (auch „Weinfelder Maar“), denn jedes Maar hat seine eigene Stimmung und Atmosphäre. Am Ufer des Maar zu stehen, erweckte in mir den Eindruck von einer urzeitlichen Atmosphäre, die nur schwer mit Worten zu beschreiben ist.
Abgesehen davon inspiriert auch die Geschichte des Totenmaars, das seinen Namen aus einer Zeit hat, als vermutlich die Pest die Einwohner des Dorfes Weinfeld dahingerafft hat und das Dorf verschwand. Heute ist von dem Dorf nur noch die Pfarrkirche erhalten geblieben, auf der sich ein Friedhof befindet.
Man fühlt sich beim Rundgang um das Totenmaar manchmal an die Szene aus dem „Herrn der Ringe*“ in den Totensümpfen erinnert, wo die Gesichter von längst gefallenen Kriegern aus dem Sumpfwasser emporsteigen und geisterhaft die Besucher zu sich in die tödliche Tiefe locken wollen (Filmszene). Ein ähnliches Gefühl kann man auch am Ufer des Totenmaars bekommen.

"Totenmaar" (Weinfelder Maar) mit einer charismatischen Stimmung
„Totenmaar“ (Weinfelder Maar) mit einer charismatischen Stimmung

Der Laacher See ist – obwohl optisch den Maaren ähnlich – kein Maar, sondern ein Vulkan! Und nicht irgendeiner, sondern ein unter Vulkanologen längst legendärer Supervulkan*.
Es handelt sich um die zentrale Stelle des größten Hotspots tief im Erdinnern, wo eine Magmablase aufragt. Diese wird als so groß eingeschätzt, dass der korrekt als „Laacher-See-Vulkan“ bezeichnete Vulkan in die Kategorie „Supervulkan“ fällt, ähnlich dem Yellowstone in den USA.

Lavabombe, also agglutinierte Lavafetzen, die bei der vulkanischen Eruption ballistisch herausgeschleudert werden und als massives, brotlaibförmige "Bombe" abkühlen. Diese Lavabombe stammt vom Laacher-See-Vulkan und ist vermutlich ca. 13.000 Jahre alt (Geologischer Lehrpfad bei der Abtei Maria Laach)
Lavabombe, also agglutinierte Lavafetzen, die bei der vulkanischen Eruption ballistisch herausgeschleudert werden und als massives, brotlaibförmige „Bombe“ abkühlen. Diese Lavabombe stammt vom Laacher-See-Vulkan und ist vermutlich ca. 13.000 Jahre alt (Geologischer Lehrpfad bei der Abtei Maria Laach)

Mit anderen Worten: Sollte der Laacher-See-Vulkan irgendwann ausbrechen (vermutlich mit hoher Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 100.000 Jahre), dann würde er ganz Deutschland verheeren, zumindest jedoch die unmittelbaren Regionen und eine Flutwelle würde bis hinter Mainz alles verwüsten, wenn die pyroklastischen Ascheströme in den Rhein gelangen.
Anzeichen für eine gestiegene Aktivität sind anhand der Kohlendioxid-Ausgasungen am See in letzter Zeit gemessen worden. Allerdings sollte man sich keine Sorgen machen – Ab- und Zunahme von Entgasungen sind ein normaler Vorgang und innerhalb der nächsten Jahre ist mit Sicherheit keine Eruption zu erwarten, die immer mit entsprechenden Anzeichen vorausgeht. Jedoch mutet es schon etwas unwirklich an, wenn ein Fachmann wie Marc Szeglat schreibt, dass „die Geowissenschaftler vermuten, dass der Vulkan nur ruht und nicht erloschen ist. In den letzten Jahren verstärken sich die Kohlendioxid-Austritte im Bereich der „Alten Burg“ am Ostufer des Laacher Sees. Vulkanologen schließen einen erneuten Ausbruch in den nächsten Jahrzehnten nicht völlig aus.“ (http://www.vulkane.net/vulkane/eifel/eifel.html)

Optisch war der See ein wenig enttäuschend und kaum beeindruckend. Allein die Ausmaße jedoch erschrecken, wenn man sich vor Augen hält, dass der gesamte See die Caldera eines Supervulkans ist, der irgendwann erneut ausbrechen wird.

Laacher See - der gesamte See ist die riesige Caldera von Deutschlands Supervulkan, der fälschlicherweise jahrzehntelang für "erloschen" erklärt wurde
Laacher See – der gesamte See ist die riesige Caldera von Deutschlands Supervulkan*, der fälschlicherweise jahrzehntelang für „erloschen“ erklärt wurde

Selten: Der „goldene Herbst“ ohne Brüllhitze

Ich leide bekanntlich unter dem Fluch, dass mich das heiße Wetter verfolgt. Zum ungezählten Mal in Serie bekam ich es also auch in der Eifel mit einer abartigen Wärmewelle zu tun, teilweise sogar mit Föhn und 19 Grad im Voreifelgebiet. Ich hatte bereits im August gesagt: Wenn ich mit Familie Ende Oktober im Urlaub bin, wird es keine Kälte geben. Und so kam es natürlich auch. Vermutlich ist Gott eben doch eine griesgrämige, lederhäutige Sofetin, die mein Leben als Blasphemie betrachtet. Oder als Spielzeug 😛

Dennoch war es nicht so schlimm, wie jetzt etwas sarkastisch beschrieben. Die Eifel war durch die Gebirgslage eben doch völlig anders als Tropenhessen. Vor allem am Abend und am Morgen gab es erstaunliche Temperaturstürze, sodass mir die Atemfahne bei Vollmond vor dem Mund leuchtete und ich die Stunden abseits des Sonnenterrors richtig genießen konnte.

Sonne selbst, wenn auch extrem nervend, ist der Freund des Fotografen. Und im Wald, wo die Sonne gnädig verdeckt wird, adeln ihre grellen Lichtlanzen, gedämpft und gemindert in ihrer Wirkung, die Umgebung und erzeugen einen goldenen Herbst. Zumal die Temperaturen verhalten bei 13 Grad lagen (viel zu warm, aber im T-Shirt erträglich).

Herbstblätter im Waldgebiet bei der Kakushöhle
Herbstblätter im Waldgebiet bei der Kakushöhle

Herbstblätter im Waldgebiet bei der Kakushöhle
Herbststimmung am Laacher See

Die Wenigsten sind sich bewusst, dass der „Goldene Herbst“ weniger auf brüllheißen Sofeten-Temperaturen basiert, sondern auf einer meridionalen bzw. Atlantikblockadesituation, die die feuchte Westdrift und auch Stürme, die eigentlich zum Herbst gehören, von uns fern hält – mittlerweile bereits mit einigen Unterbrechungen seit Februar 2015.
Der Vorteil: Der Herbst wird nicht von der Westdrift geköpft und kein Sturm reißt die bunten Blätter vorzeitig von den Bäumen. Scheinbar endlos und herrlich lang mutet der diesjährige Herbst an. Da die Sonne nicht nur der Sofeten Freund ist, sondern auch der des Fotografen, kann man im Wald oder in der Morgen- und Abenddämmerung schöne Motive vor die Linse bekommen.
Letztlich ist es auch eine Einstellungssache, was man aus dem Herbst macht. Wer sich der prallen Sonne aussetzt ist selbst schuld – schließlich gibt es genug Wälder und zeitlich die Morgendämmerung, abends die „blaue Stunde“ und die unendlich kostbaren Stunden der sternengeschwängerten Herbstnacht …

herbstblatt2 herbstbäume_kakushöhle herbstblatt1

Auf diese Weise kann der Geist mit der Umgebung spielen und auf vielen Ebenen Ästhetik bewundern, Stille genießen und von ganz allein wächst mit der Erholung die Kreativität. Die Kapelle (Bild Mitte) und der Wald (Bild links) bei der Abtei Maria Laach inspirierte mich dann auch gleich zu der Halloween-Geschichte von gestern. Ein abgemagerter Fahrer eines Oldtimers auf der Burg Satzvey verstärkte die gruselige Ausrichtung des letzten Oktobertages noch (Bild rechts).

wald_MariaLaach Kapelle_MariaLaach totenfahrer

 

 

Sehenswürdigkeiten in der Eifelregion

Sehenswürdigkeiten gibt es auch abseits der Maare und des von Tourismus doch arg überfrachteten Laacher See-Vulkans eine ganze Menge in der Eifel.
Als studierter Historiker waren für mich die Abtei Maria Laach (Bild links) beim Laacher See und die Kasselburg (Bild mitte) Pflichtprogramm. Insbesondere die Kasselburg war ein absoluter Höhepunkt – die Greifvogelflugschau war beeindruckend und es ist schon ein großer Unterschied, ob man irgendwo einen Rüttelfalken oder Bussard im Vorbeifahren aus der Entfernung sieht oder aus direkter Nähe die Eleganz und das Charisma von einem Rotmilan bewundern kann (Bild rechts).
Es verwundert nicht, dass der berüchtigte Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen (reg. 1210-1250) mit seinem Falkenbuch die Grundlagen der Falkenzucht und -jagd als erster beschrieb und diese Leidenschaft zum Vorrecht des Adels machte.

Abtei_MariaLaach kasselburg_eifel Rotmilan

Darüber hinaus empfielt sich auch der Wildtierpark Daun, der sich von anderen seiner Art abhebt. Selbst ich als eher Tierparks und Zoos Abgeneigter (zum Einen wegen der oft unzumutbaren tierquälerischen Haltung, zum Zweiten weil ich als Vater einer Vierjährigen Tochter mehr als übersättigt bin von derlei Besuchen) war erstaunt über ein riesiges Affenfreilandgehege, in dem der Besucher sich ohne trennenden Zaun Affen nähern konnte (dennoch ist Vorsicht angebracht: Ein wütender Berberaffe zerreisst einen erwachsenen Mann innerhalb von Sekunden …).

Die Greifvogelflugschau im Wildtierpark Daun war anders als jene in der Kasselburg, aber auf ihre Weise höchst amüsant und fachlich ebenso versiert. Der Falkner ließ sogar ein Greifvogelpaar namens „Bonnie & Clyde“ auf den Köpfen der Besucher landen und verfügte über einen herrlichen schwarzen Humor.

Der Rest des Wildtierparks besteht aus einem etwa 8 km langen Rundweg, der nur im PKW* absolviert werden kann. Der Vorteil: Man begegnet hautnah Rehen und Hirschen, Wildschweinen und anderen Tieren. Leider beachten viele Besucher, in unserem Fall eine unverschämte und unhöfliche Familie aus Holland, die Regeln nicht und füttern während des Rundkurses aus dem Auto im Wald statt an ausgewiesenen Stationen, aber man kommt nicht umhin, immer wieder festzustellen, dass Dummheit ein internationales Merkmal des Homo sapiens und wohl kaum auszurotten ist …

Ich war vorher noch nie in der Eifel und der Urlaub war rundum angenehm. Allerdings kann man nicht umhin, den Mentalitätswandel zu bemerken von den mit trockenem Humor ausgestatteten, extrem offenen Mainzern und Hessen zu den vergleichsweise sehr verschlossenen, distanzierten Menschen in der Eifel. Aber da ich ohnehin kein gebürtiger Hesse bin und in NRW jahrzehntelang gelebt habe, ist das natürlich kein Problem gewesen. Aber man merkt eben Aspekte oft erst dann, wenn sie einem fehlen …
Auffallend war auch die gähnende Leere auf den Straßen. Man hatte beinahe den Eindruck, sich in einer Zeit nach dem 2. Weltkrieg* zu befinden. Kaum Autos auf den Landstraßen, alles wirkte unglaublich leer.
Das Fazit für mich fällt also positiv aus und ich kann jedem die Eifel als „deutsch-heimatliches“ Urlaubsgebiet nur empfehlen, allerdings gebe ich zu, dass es mich die nächsten Jahre wohl aus Neugierde in andere Regionen ziehen wird, die ich noch nicht kenne, nun, da die Eifel „abgegrast“ ist 😉

<a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Dreim%C3%BChlen-Wasserfall">Wasserfall Dreimühlen</a> bei Nohn, noch relativ jung, da am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren entstanden
Wasserfall Dreimühlen bei Nohn, noch relativ jung, da am Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren entstanden




Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bitte ich Sie um eine kleine Spende, die Sie für angemessen halten.
  • Jo1965

    Klasse Bericht und tolle Bilder! In der Eifel war ich bisher selten, ich glaube, ich kriege Lust, ihr mal einen Besuch abzustatten.

    • Danke. Ich war vor dem Urlaub auch noch nie in der Eifel. Hat sich gelohnt. Mal sehen, wann das Geld reicht für Schweden, Island oder gar Japan ^^

  • Milan

    Willkommen zurück! 🙂 Schön, dass du demnach einen angenehmen Urlaub hattest. Es gibt so viele reizvolle Ecken in unserem Land. Und passt: wo viel Wald ist, kann man solche Temperaturen recht gut aushalten. Kenn ich. *lol Bin immer wieder froh, solch eine Chance vor der Haustür zu haben. 😉
    Ich kann den Eindruck nachvollziehen, am Rand des Kraters eines Supervulkans zu stehen. Ist ja nur Wasser drüber. Wie sähe es aus, wenn man das einfach mal abpumpen würde? Solche Gedanken kamen mir damals und ging dann Lava suchen. 😉 Schon etwas her.
    Die Leere der Straßen ist auch für mich jedes Mal eine verwunderliche Angelegenheit, wenn ich (selten) in den Genuss solcher an anderer Stelle meines Ländchens komme. Mutet an wie in einer „anderen Welt“, war das so?
    Bezüglich Dummheit musste ich einfach nur nicken. 🙁

    • Danke, Milan 🙂
      Ohne Wald kann ich nicht, da bin ich süchtig nach ^^ Das wird schwierig in Ostfriesland, wenn ich dort im Alter hinziehe.
      Das Abpumpen des Wassers beim Laacher See wäre wohl auch wenig eindrucksvoll. Sieht danach wohl aus wie eine Baugrube mit steilen Wänden lol Ich fürchte, erst eine Eruption würde nachhaltig und final (Exitus) das Staunen steigern. Gulp. ^^
      Bezüglich der Leere der Straßen dachte ich erst, das wäre Zufall am ersten Tag. Aber es änderte sich nicht in den folgenden Tagen. Ich war auf einem Bauernhof 500 Meter neben dem Dreimühlen-Wasserfall-Parkplatz. In Daun war dann mehr los. Aber abseits der „Großstädte“? Gähnende Leere. Herrlich. Ein völliges vergessenes Gefühl, vor allem, wenn man mitten im Ruhrpott aufgewachsen ist und in der Rhein-Main-Region lebt. Allerdings habe ich solche Leere auch nicht im Schwarzwald, Bayrischen Wald, Bodensee, Österreich oder sonstwo erlebt. Sehr erholsam.

      • Milan

        Aber kühler wird es dort im Norden sein. 🙂
        Hinsichtlich Autos: Glaub ich. Wie gesagt, geht mir jedesmal so, wenn ich in Richtung Dreiländereck (SA-TH-BA) fahre. Unheimlich erholsam.

        Aber leben möchte ich dort nicht, denn der Menschenschlag ist ein recht schwieriger. Auch alles andere als offen und geradezu. Und da rede ich aus Erfahrung, hab dort tatsächlich mal gewohnt. So stelle ich mir die Eifeler vor (oder Eifelaner?).

        • So deutlich wollte ich es nicht sagen und es wäre sicher auch ungerecht, nur auf Grundlage des Urlaubs so zu urteilen, zudem gibts ja immer Ausnahmen 😉 Insgesamt bin ich von der offenen Herzlichkeit der Hessen und Meenzer aber auch etwas verwöhnt lol

          In Ostfriesland ist es kühler. Aber nur von Frühling bis Frühherbst ^^ Ab November ist es in der Regel durch die warme Nordsee wärmer als im Süden. Quasi also 9 Monate Skandinavienklima, 3 Monate Arschkarte lol

          • Milan

            Ich bin fürs Direkte. 😉 Genau das ist hier, wo ich wohne, nämlich auch üblich. Da weiß man stets. woran man ist und vor allem, dass kein Nachtreten oder Hintenrum kommt. Und dieses ist SEHR angenehm. Darum lieber viele Autos. 😉 Mach ich halt langsamer.
            Ach weißt du, ich sag mir immer: an allen fünf Zipfeln hat man es nicht. Irgendwo muss man Abstriche machen. Die frische Luft vom Meer auch im Sommer, etliche Grade geringer und die herrlichen Stürme… sind doch auch was wert, oder?

          • Hast du recht und sehe ich auch so, wobei ich mittlerweile dazu neige, mich zwar direkt aber gleichzeitig diplomatisch-philosophisch auszudrücken, wenn es um harmlose Dinge geht. Bei Idiotien werde ich immer sehr direkt. Eigentlich falsch, da die Lektion dann meist nicht angenommen wird, aber man kann manchmal nicht aus seiner Haut 😉
            Auch bei der Region, in der man lebt, von verschiedenen Aspekten abhängig zu sein, stimme ich zu. In den Bergen: Schnee und kühler, aber oft brennende Sonne. An der Küste arktische Klimaregion aber ab Herbst meist zu warm und kein Schnee. Die Liste ließe sich beliebig erweitern ^^
            Man muss das Beste draus machen, wenngleich das mittlerweile sehr schwer fällt, weil regelmäßig die Erträglichkeitsgrenze bis zum Kotzfaktor von der Klimakatastrophe überschritten wird. Egal wo.

          • Milan

            Nichts mehr hinzuzufügen. :)))

          • Snow Patrol

            Nach dem Horrorsommer 2015 sind mir mittlerweile Mentalitäten der Menschen irgendwie egal geworden. Ich sehne mich nur noch nach Ruhe, Kälte und Abgeschiedenheit. Der „Homo-Smartphonsis“ ist für normale Dialoge sowieso nicht mehr brauchbar und auch Landschaftsimpressionen gehen diesem am Arsch vorbei.
            Südbaden, Pfalz und das Elsass sind m.E. noch kleine zwischenmenschliche Refugien, wo die Leute noch nicht hoffnungslos „entartet“ sind. Aber das muss jeder selbst wissen. Jedenfalls habe ich mich im Dunkelwinter 2012/13 nach der Brennfackel gesehnt, heute kriege ich bereits Ende Oktober Probleme, die Strahlung zu genießen. Vielleicht sind es auch die Sofeten, die an solchen Tagen mit Inversionswetterlagen mich mit ihrer Nervosität & Hibbeligkeit runterziehen..
            +Noch ein Pic mit den Berner Alpen vom Black Forest aus (1.11.15)

          • Also hier ist von meiner Seite nichts mehr hinzuzufügen – vollkommende Zustimmung!
            Das Pic macht Lust aufs Wandern.

          • Milan

            Dein Foto weckt Sehnsüchte…
            Unterschreibe alles, was du hier geschrieben hast. Ich kann schon kaum noch beim Autofahren Radio hören. Deren Empfehlung: man solle doch hoch hinauf auf die Berge fahren, dort gäbe es herrlich warme Temperaturen. Ich krieg das nicht mehr gebacken.
            Habe mich dann allerdings selbst aufgebaut mit dem Gedanken: wenn jetzt Sommer wäre und dann diese Dauer-Hochlage wie jetzt – oh weh. Wie gut, dass die Brennleuchte so schön tief steht und nur wenige Stunden am Tag.

  • Wilder Süden

    Tolle Bilder und Eindrücke!!! Schweden ist auch noch ein Traum von mir….wie eben ein richtiger Winter mit Schnee und Kälte….Bin gespannt welcher Wunsch als erster in Erfüllungg geht… 🙂

    • Ich wette auf den Kaltwinter. 2015/16 😀

      • Wilder Süden

        Bin wirklich gespannt…hoffe Du behältst Recht… 😉

  • Snow Patrol

    Hervorragender Bericht! Die Eifel ist sozusagen noch recht dünn besiedelt, was in der BRD heutzutage eher selten und für mich absolut positiv ist. Was Burgen und alte Ruinen betrifft, kann ich Dir auch den Pfälzer Wald nahelegen. An Allerheiligen war ich mal wieder auf dem Feldberg/Schwarzwald und spät abends, als die Massen von Sonntagstouris (arrgghh) endlich verschwanden, boten sich bei 14Grad plus unglaubliche Szenarien mit fast 300km Fernsicht. Die Blendgranate, die tagsüber die Sofeten am Titisee in Scharen anlockte und mir die Lust aufs Wandern vermieste, kann bei ihrem „Niedergang“ tatsächlich ästhetische Eindrücke auslösen:-)

    • Danke! 🙂
      Ich bin nach wie vor ein Freund von Dauerwolken, aber dennoch kann ich den ästhetischen Reiz der Szene nachvollziehen. Auf dem „falschen“ Feldberg 😉 (natürlich ist für mich als Wahlhesse der Feldberg im Taunus der einzig wahre lol) war ich auch schon vor Jahren. 15 km ungewollte Wanderung bis zu einer Bundeswehrversorgungshütte…. unvergessen. ^^
      Im Pfälzer Wald war ich sicher auch schon, ist aber gewiss Jahrzehnte her. Ich bin aber nicht nur auf Burgen fokussiert, meine Vergangenheit als Historiker ist letztlich lange vorbei und schon beinahe vergessen. Natur und Einsamkeit sind mir ebenso wichtig. Daher kann ich dir in Bezug auf dünne Besiedlung und der Eifel nur zustimmen 🙂

  • Blizzard

    Großartige Bilder und Eindrücke! Ich kann die Eifel auch nur weiterempfehlen, da ich auch dort einmal gelebt habe. Denen die Sonne mögen muss ich enttäuschen; ich hatte mal eine Statistik slebst aufgesetzt, wo ca. auf 3 Tage zwei mit Wolken oder Regen kommen. Auch bei Sonne lässt sich die Eifel genießen, die Natur ist eben bei jedem Wetter schön.
    Für die Winterliebhaber empfehle ich mehr die östlichen Mittelgebirge, da der Westwind wenn er kommt, der Eifel sehr stark zu schaffen macht. Aber, das muss ich ein wenig ausführlicher erzählen, ich habe es schon erlebt, dass es drei vier Tage am Stück geschneit hat. Ich wohnte auf einer kleinen Anhöhe etwa 100 m oberhalb des Dorfes, und untem im Dorf blieb der Schnee kaum liegen, am Ende waren es 10cm Matsch, aber bei mir oben, und höher, lagen über einem halbem Meter sattes weiß. Es war extrem feiner Schneefall, teilweise dachte ich es war nur Nebel, aber eben sehr langanhaltend, wie man das aus dem Gebirge kennt. Nach dem Schneefall hatte ich ein Bild, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird, denn es war wirklich alles weiß. Total eingeschneit! Durch die kleinen Flocken ist die weiße Pracht sogar unter die Fichten gelangt, sodass die unteren Zweige vom Schnee verschluckt wurden, auf jedem noch so kleinen Ast lag Schnee, das war traumhaft!

    • Ich sehe bei Freunden aus der Eifel auch immer im Winter wochenlange Schnee-Orgien wo ich nur Regen erlebe lol Aber eine schöne Beschreibung von dir, das kann ich nachempfinden, wie sich eine solche Stimmung in die Seele gebrannt hat. Davon muss man zehren!
      Mein Ideal wäre, in jeder Jahreszeit woanders zu leben. Im Frühling vielleicht im Taunus, wo noch Schnee liegt. Im Sommer nach Island bei angenehmen 10-15 Grad (hoffentlich). Im Herbst in eine Nebelregion (bin mir nicht sicher, wo das wäre ^^) und im Winter irgendwohin, wo es noch echten Winter gibt. Finnland? Schweden? Aber das bleibt natürlich ein Traum, da müsste man schon finanziell unabhängig und ein Millionär sein 😀

      • Snow Patrol

        Schwedisch ist eine germanische Sprache und mit Geschick kann man dort auch als Einwanderer (EU-Recht) sich einleben, ohne gleich pleite zu sein…empfehle Sommerski auf dem Kebnekase im Juli

        • Nicht schlecht, aber vielleicht wäre Kiruna ein richtig gutes Ziel. Das ist übrigens soeben Dauerfrost und es schneit …. ich könnte heulen, wenn ich das lese.

          • Snow Patrol

            Minus 48 Grad in der Ecke am 30.12.78…eigentlich ganz o.k. der Wert.

          • Bisschen frisch, aber dann kommt man endlich mal in Versuchung eine Jacke anzuziehen ^^