Warum „Kaltwetter“?

Die Vergangenheit

Jedermann scheint Sommer, Sonne und Hitze zu vergöttern und hochzuloben – egal, ob es im Smalltalk geschieht, in der allgegenwärtigen Werbung oder in hochdosierter Penetranz in TV und Radio.
Meine Empfindung war stets eine völlig andere. Seit der Kindheit mochte ich nie die grelle Sonne, ebensowenig die Hitze und den Sommer als Höhepunkt dieser Erscheinungen erst recht nicht. Erschreckend war, wie die Umwelt auf meine Weigerung reagierte, ihrem Sommer- und Hitzewahnsinn brav und unreflektiert zu folgen. Der Vorwurf geistiger Umnachtung und die Empfehlung, einen Therapeuten aufzusuchen, waren dabei noch höfliche Varianten der Entgegnung.

 

Die Situation

Egal, ob der Klimawandel, den ich aus ganz subjektiven Gründen bewusst weiterhin eine „Klimakatastrophe“ nenne und nicht beschönigend „Klimawandel“, menschliche Ursachen haben mag oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist: Die Tatsache, dass die Erde sich erwärmt, ist unbestritten und in diesen Zeiten endloser Wärmerekorde, schmelzender Gletscher und Pole sollte man meinen, dass die grassierende „Sommergeilheit“ eigentlich zurückgehen und einer Umfokussierung auf Regen und Schnee weichen sollte. Doch weit gefehlt! Nach wie vor scheint beinahe jeder den tropischen Temperaturen mit nahezu hysterischer Freude zu begegnen, als wäre es in Mode gekommen, die schleichende Klimaapokalypse mit einem Mindestmaß an geistiger Aktivität applaudierend zu begleiten.

 

Kaltwetter!

Aus diesen Gründen existiert kaltwetter.com!
Auf dieser Seite ist das „schöne“ Wetter Regen und nicht Sonne, sowie Winter und Schnee und nicht Sommer das angestrebte Ideal. Hier werden Regentiefs gesucht und gefeiert und die Hochs (im Sommer) trübselig bedauert. In regelmäßigen Abständen werden von mir Ensemble-Berechnungen, u. a. des GFS (Global Forecast System) ausgewertet, wie es auch die Meteorologen der Wetterportale handhaben.

Darüber hinaus möchte ich Aspekte des Klimas aufgreifen und Diskussionen über Faktoren, die zur Erwärmung bzw. Abkühlung führen – wie das El Niño-Phänomen und die Zyklen der Sonnenflecken. Schließlich scheue ich mich nicht, auch andere Aspekte rund um das Wetter zu behandeln, egal ob tiefsinnig-intellektuell oder humoristisch, wobei meine Neigung zu pechschwarzem Humor im Freundeskreis berüchtigt ist. Sie sind also gewarnt.

Ich hoffe, allen Kaltwetter-Anhängern damit eine Plattform für Informationen und Austausch zu bieten, die sie in einer Welt der Hitzefanatiker nicht finden, aber ich lade alle Hitzebegeisterten ein, an der Diskussion unter Wahrung der Höflichkeitsregeln teilzunehmen. Denn letztlich gibt es auch unter diesen erstaunliche Persönlichkeiten, die in der Lage sind, auf hohem historischen oder künstlerischem Niveau Hitze zu ästhetisieren.