Teil 1 dieser Dinosaurier-Reihe finden Sie hier.
Teil 2 dieser Dinosaurier-Reihe finden Sie hier.

Da der 3. und letzte Teil sehr umfangreich ist, zunächst ein Überblick über die Kapitel mit dem Hinweis, dass vor allem Kapitel 10 und 11 äußerst dramatisch und schockierend sind …

Kreide: Das tragische Ende der Dinosaurier auf dem Höhepunkt
(1) Die Pflanzen-Revolution
(2) Eine gewaltige Artenvielfalt
(3) Die riesigen Theropoden. Tyrannosaurus Rex und andere
(4) Sauropoden: Massensterben und fortschreitender Gigantismus
(5) Aufstieg der „intelligenten“ Dinosaurier
(6) Die Schildträger (Thyreophorans): Ritterrüstungen ihrer Zeit
(7) Flugsaurier – Meister der Lüfte
(8) Meeressaurier: Das rätselhafte Aussterben der „Delfine der Urzeit“
(9) Die Säugetiere treten aus dem Schatten der Dinosaurier
(10) Die globale Apokalypse: Der Chicxulub-Komet
(11) Die spannende Frage: Was wäre gewesen, wenn die Dinosaurier nicht ausgestorben wären?
Das Klima der Kreidezeit

In den vorigen Teilen hatten wir gesehen, wie die Dinosaurier erst langsam, dann gewaltig Besitz von der Erde ergriffen und ihre Artenvielfalt größer wurde, wie auch der Wuchs ihrer Körpergröße. Die Pflanzenwelt wirkt ohne Blütenpflanzen sowohl im Trias, wie auch im Jura grün und trist. Das Klima wandelt sich von einer Vorherrschaft von Wüsten im Trias zu einer größeren klimatischen Vielfalt, die schwül-heiß im Jura daherkommt. Der Grund: Der Riesenkontinent Pangäa, der ganz am Anfang noch existiert und klimatische Monostrukturen erzeugt, bricht auseinander und formt unsere heutigen Teilkontinente, die jeder für sich ein eigenes Klima aufgrund ihrer Lage und Form erhalten.

In der Kreidezeit schließlich von 145 Millionen bis 66 Millionen Jahren vor unserer Zeit erheben sich die Dinosaurier zu wahren, unangefochteten Beherrschern der Erde. Ihre Artenvielfalt explodiert und so gut wie jede Nische der Erde erobern sie. Und die Natur, das All, das Schicksal orchestriert mit höchstmöglicher Tragik ihren Untergang auf dem Höhepunkt der Evolution – mit einem gigantischen Knall, der der Größe der Dinosaurier angemessen war.
Wir sind neugierig. Wie sah der Höhepunkt der Dinosaurier in der Kreidezeit aus? Wieso entzündet sich spontan die Luft und brennt Wälder fort? Und welches Drama spielte sich am Ende dieser geradezu shakespearschen Tragödie ab? Steigen wir in die Zeitmaschine, stellen die Uhr auf 145 bis 66 Millionen Jahre vor unserer Zeit und düsen los! Und auch die Überraschung, die ich in den ersten beiden Artikeln angekündigt hatte, wird in Kapitel 11 endlich ihrer Bestimmung zugeführt.

Kreide: Das tragische Ende der Dinosaurier auf dem Höhepunkt

Wir steigen aus der Zeitmaschine aus. Was ist geschehen? Die Welt ähnelt plötzlich unserer eigenen hinsichtlich der Flora.

(1) Die Pflanzen-Revolution

Bunte Farbtupfer erfreuen das Auge zwischen dem altbekannten Grün der Bärlapppflanzen, Schachtelhalmen, Farnen und Nadelbäumen: Die ersten Blütenpflanzen!

Platanen wirken in der Tat wie Riesen aus einer anderen Zeit ..., © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/kosalabandara/6782450535">Kosala Bandara auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>
Platanen wirken in der Tat wie Riesen aus einer anderen Zeit …, © Kosala Bandara auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Seerosen gehören dabei zu den ältesten Blütenpflanzen auf der Erde. Die Gattung Credneria stellt dabei den Vorreiter erster Laubbäume dar. Es handelt sich dabei um ein Platanenähnliches Gewächs, von dem viele Funde aus Mitteldeutschland überliefert sind.

Im weiteren Verlauf der Kreide bereicherte schließlich die Vielfalt neuer Laubbäume wie Ahorn, Eiche und Walnuss die bislang eintönige Landschaft aus Nadelbäumen.
Gräser waren bisher ebenfalls unbekannt und breiten sich nun auf den Kontinenten aus, ändern durch ihre Beeinflussung des Bodens das Erosionsverhalten und das Klima, das gleichmäßiger wird.

Welch ein Anblick - Waldbrände durch Spontanentzündung der Luft ...
Welch ein Anblick – Waldbrände durch Spontanentzündung der Luft …

Trotz der Gleichmäßigkeit gibt es eine Erscheinung, die uns heute gewiss unheimlich wäre. Die Luft entzündet sich spontan!
Wie bitte?
Ja, genau das habe ich mir auch gedacht, als ich es bei GeoHorizon gelesen habe. Wie die netten Damen von der Uni Münster unter den Hashtags #kiefer und #paläobotanik anhand einer wissenschaftlichen Studie über die älteste gefundene Kiefer in der Paläobotanik schreiben, lag der Sauerstoffgehalt in der Kreidezeit teilweise bei sage und schreibe 38% (heute: 21%). Dies führt tatsächlich zu dem Umstand, dass sich spontane Entzündungen und somit auch massive Waldbrände quasi aus dem Nichts entfachen können. Die Fantasie, sich solch eine Szene in der Kreide vorzustellen, überlasse ich der Vorstellung des geneigten Lesers.

(2) Eine gewaltige Artenvielfalt

Wir hatten in Teil 1 dieser Dinosaurier-Reihe (Trias-Zeitalter) gesehen, wie die Dinosaurier nur eine von vielen Arten waren und (auch hinsichtlich der Körpermaße) ganz klein angefangen hatten und um ihr Überleben kämpfen mussten. Ein Massensterben am Ende des Perm-Zeitalters kam ihnen dabei ebenso gelegen wie unseren Säugetier-Vorfahren das Ende der Dinosaurier. Man fragt sich unweigerlich, welche Spezies von unserem Massensterben profitieren wird …
In Teil 2 (Jura-Zeitalter) haben sich die Dinosaurier durchgesetzt und zu Herrschern der Erde aufgeschwungen.

Jetzt in der Kreide erfolgt das, was immer geschieht, wenn eine Spezies sich auf dem Höhepunkt ihrer Evolution befindet: Die Artenvielfalt steigt deutlich an, damit jede ökologische Nische adäquat besetzt werden kann. Gleichzeitig führt die Artenvielfalt auch zu einem härteren Konkurrenzkampf und zum Aussterben vieler Dinosaurierarten, die dem Evolutionsdruck aus verschiedenen Gründen nicht gewachsen waren.
Werfen wir einige Blicke auf ausgewählte Beispiele der Kreidezeit.

(3) Die riesigen Theropoden. Tyrannosaurus Rex und andere

Die Geschichte der großen fleischfressenden Dinosaurier (Theropoden) beginnt in der Trias mit einem kleinen Exemplar wie Herrerasaurus, der nicht einmal Menschenhöhe erreichte. In der Trias tauchen schließlich Exemplare wie der riesige Allosaurus und Ceratosaurus auf.
Jetzt in der Kreidezeit betritt der sicher bekannteste Theropode auf – Tyrannosaurus Rex!
Über seine Merkmale muss man kaum noch ein Wort verlieren. Wir machen es trotzdem!

Über eine mögliche Befiederung von Dinosauriern wird viel gestritten. Möglicherweise sah Tyrannosaurus nicht "nackt" aus, sondern wie in dieser Lebendrekonstruktion! © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tyrannosaurus_rex_by_durbed.jpg">Durbed auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>
Über eine mögliche Befiederung von Dinosauriern wird viel gestritten. Möglicherweise sah Tyrannosaurus nicht „nackt“ aus, sondern wie in dieser Lebendrekonstruktion! © Durbed auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Bis zu 12 Meter lang, eine Hüfthöhe von 4 Meter und ein Gewicht von bis zu 7 Tonnen. Die Diskussion, ob Tyrannosaurus Rex ein Aasfresser oder Jäger war, ist offen, allerdings hat die Jägerfraktion die Nase vorn. Denn der Raubsaurier hatte ein Gehirn, in dem die Bereiche für Geruchssinn und vor allem räumliches Sehen deutlich ausgeprägt waren, die das Tier für eine reine Aasernährung nicht benötigt hätte.
Auch die Argumentation, die kleinen Ärmchen, die optisch wie skurrile Verstümmelungen wirken, seien für einen jagenden Raubsaurier überflüssig, stimmt so nicht. Tatsächlich waren sie äußerst stark und mit massiven Muskeln versehen, die 200 bis 300 kg heben konnten und daher vermutlich mit dem Festhalten von Beutetieren in Verbindung standen. Nicht vergessen darf man den juvenilen Tyrannosaurus, der praktisch eine andere Spezies beim Heranwachsen war, andere Nahrung jagte und mit den verhältnismäßig größeren Ärmchen mehr anzufangen wusste.
Die Beißkraft eines Tyrannosauriers betrug nach Messungen etwa 35.000 bis 57.000 Newton. Das entspricht einem Gewicht von 3.500 bis 5.700 kg, die das Tier auf die Spitze eines Zahnes punktuell ausüben konnte. Ein heutiger Löwe schafft im Vergleich nur ein Zehntel dieses Wertes und kann doch spielerisch Knochen zerbeißen.

Eine Animation versucht, einen Moment im Leben eines T-Rex lebendiger zu veranschaulichen:

Es gab jedoch nicht nur den Tyrannosaurus Rex, der tatsächlich nur in einem ganz kleinen Teilbereich am Ende der Epoche lebte (vor 68 – 66 Mio. Jahren).
2 Beispiele für die Nischenanpassung auch der Theropoden sind Baryonyx und der Spinosaurus, der aus einem Alptraum entstiegen zu sein scheint.

Theropode Baryonyx in Lebendrekonstruktion. © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Baryonyx#/media/File:Baryonyx_BW.jpg">Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/">CC BY 2.5</a>
Theropode Baryonyx in Lebendrekonstruktion. © Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 2.5

Baryonyx wirkt vor allem bei der Kopfform äußerst ungewöhnlich und erinnert bei der Schnauze entfernt an ein Krokodil. Dies zeigt bereits seine Nischenorientierte Lebensweise: Trotz seiner Größe fraß er Fisch! Allerdings nicht nur, dafür waren die Fischbestände nach Forschungen der Paläontogen zu gering. Zudem hat man auch die Reste eines Iguanodons im Magen eines fossilen Baryonyx gefunden. Mit 10,5 Metern Länge und 2 Tonnen Gewicht war seine Lebensweise jedoch ungewöhnlich für einen Raubsaurier. Mit dem für die Fischjagd optimalen Krokodilähnlichen Maul konnte Baryonyx Nahrungsquellen erschließen, die anderen Konkurrenten verschlossen waren. Er lebte vor 120 Millionen Jahren und damit erst am Anfang der Kreide.

Spinosaurus ist hingegen ein Ungetüm, bei dem die Forscher anfänglich ernsthafte Zweifel bekamen, ob sie ihn richtig zusammengesetzt hatten 😉 15 Meter lang, 4 Tonnen schwer verfügte Spinosaurus über eine ähnliche flache Schnauze wie Baryonyx und über einen gewaltigen Knochenkamm auf dem Rücken, der wohl der Temperaturregulierung diente. Er lebte vor 100 bis etwa 95 Millionen Jahre vor unserer Zeit.
Ein kurzes Video zeigt die Lebensweise von Spinosaurus:

Ein relativ neuer Fund ist Giganotosaurus, der mit 13 Metern Länge und über 7 Tonnen Gewicht sogar noch ein wenig größer zu sein schien als Tyrannosaurus Rex.

Lebendrekonstruktion von Giganotosaurus, © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Giganotosaurus#/media/File:Giganotosaurus_BW.jpg">Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/">CC BY 2.5</a>
Lebendrekonstruktion von Giganotosaurus, © Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 2.5

(4) Sauropoden: Massensterben und fortschreitender Gigantismus

In der Kreide kamen neben kleineren Sauropoden wie Saltasaurus (12 Meter lang, lebte vor 73 Mio. Jahren) auch die größeren Titanosaurier auf und damit die größten landlebenden Pflanzenfresser aller Zeiten. Die Kreidezeit kann man dennoch nicht mehr als Höhepunkt der Sauropoden bezeichnen.
Der evolutionäre Höhepunkt der Sauropoden lag im Jura. Viele der bekannten Sauropodenarten starben Anfang der Kreide oder Ende des Jura bei einem Massensterben aus. Einige Diplodocusarten überlebten das Massensterben.

Argentinosaurus im Größenvergleich, © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Argentinosaurus#/media/File:Argentinosaurus_size_compasison_with_man.png">Dinosaur Zoo auf wikimedia.commons.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>
Argentinosaurus im Größenvergleich, © Dinosaur Zoo auf wikimedia.commons.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Die Titanosauria-Gruppe war eine evolutionäre Spezialisierung. Dazu gehören Dreadnoughtus, Argentinosaurus oder Paralititan (allesamt nach Titanen aus der griechischen Mythologie benannt), aber auch kleinere Exemplare wie Saltasaurus oder Diamantinaurus, der als erster der Sauropoden eine Handkralle entwickelte. Diese kleineren Arten scheinen sich durch das evolutionsspezifische Phänomen der „Inselverzwergung“ entwickelt zu haben, bei dem sich durch isolationäre Entwicklung auf einer abgeschotteten Insel die Tiere mit jeder Generation verkleinern. Für andere Gruppen in heutiger Zeit gibt es jedoch auch den Inselgigantismus, vor allem bei Säugetieren.

Bei der Untergruppe der Macronaria finden wir Vertreter wie Brontomerus. Angesichts eines neuartigen, sehr großen Darmbeins und starker Hinterbeinmuskeln vermuten Forscher, dass er sich mit Tritten des Hinterbeins gegen angreifende Theropoden gewehrt haben könnte.

Brontomerus wehrt sich mit Tritten des Hinterbeins gegen angreifende Utahraptoren. © <a target="_blank" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Brontomerus#/media/File:Brontomerus_Utahraptor.jpeg">Francisco Gascó auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>
Brontomerus wehrt sich mit Tritten des Hinterbeins gegen angreifende Utahraptoren. © Francisco Gascó auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Eine Besonderheit der Titanosauria war die Neigung des Oberschenkelknochens, was zu einer nach außen gespreizten Beinstellung führte, die typisch für die Titanosauria war.

Vergleich der Oberschenkelknochenlage bei Diplodocus als Nicht-Titanosaurier und Diamantinosaurus.
Vergleich der Oberschenkelknochenlage bei Diplodocus als Nicht-Titanosaurier und Diamantinosaurus.

(5) Aufstieg der „intelligenten“ Dinosaurier

In der Kreidezeit ist eine allmähliche Häufung „intelligenter“ Dinosaurier festzustellen, deren Merkmale ein im Vergleich zu anderen Dinosaurierarten kleinerer Körperwuchs und oft enorme Schnelligkeit zu eigen waren.

Deinonychus, © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/brighton/3575048431">Jim Linwood auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>
Deinonychus, © Jim Linwood auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Bei den Theropoden sind Deinonychus und Velociraptor faszinierende Kreaturen, weswegen sie auch in Filmen über Gebühr Beachtung fanden (Jurassic Park). Tatsächlich waren sie weit weniger schnell als in Hollywood (dennoch beachtliche ca. 40 km/h im Sprint), jagten wohl auch nicht in jagdstrategisch optimierten Gruppen, sondern als Einzeljäger und waren bei weitem nicht so intelligent wie übertriebenerweise angenommen (das Gehirn belegt dies eindeutig).
Trotzdem waren die in Sumpf- und Auengebieten (Deinonychus, 3 Meter lang, 60 kg leicht, lebte vor 113 Mio. Jahren) bzw. trockenen Steppen oder Wüsten (Velociraptor, 2 Meter lang, 15 kg leicht, lebte vor 85 bis 76 Mio. Jahren) jagenden Raptoren als kleine, wendige Theropoden eine neue Entwicklung, die zur Perfektion gesteigert wurde. Die Sichelkralle des Deinonychus, der diesem seinen Namen gab („Schreckenskralle“) diente nicht zum Aufschlitzen der Bauchhöhle von größeren Beutesauropoden und auch nicht zum „Ausweiden“, sondern höchstwahrscheinlich zum Auftrennen der Schlagadern und der Luftröhre. Noch wahrscheinlicher war die Verwendung der Kralle als „Steigeisen“ beim Beklettern und Anspringen der größeren Beutetiere.

Nahaufnahme der Krallen von Deinonychus. Versuche zeigten, dass sie Haut nur punktieren, aber nicht aufschlitzen konnten. © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Deinonychus#/media/File:Deinonychus_patte_arri%C3%A8re_gauche.jpg">Didier Discouens auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">CC BY-SA 4.0</a>
Nahaufnahme der Krallen von Deinonychus. Versuche zeigten, dass sie Haut nur punktieren, aber nicht aufschlitzen konnten. © Didier Discouens auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Ein Beleg für die Tendenz zur Intelligenzzunahme sind sie jedoch entgegen der populären Darstellungen nicht!

An den Füßen werdet ihr sie erkennen ... hier ist deutlich der Grund zu sehen, warum Vögel und Dinosaurier verwandt sind. Die Kralle stammt von einem Strauß und ist nahezu identisch mit Dinosaurier-Ornithopoden; © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/houseofjoyphotos/5778566815">Brent and Amanda I auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>
An den Füßen werdet ihr sie erkennen … hier ist deutlich der Grund zu sehen, warum Vögel und Dinosaurier verwandt sind. Die Kralle stammt von einem Strauß und ist nahezu identisch mit Dinosaurier-Ornithopoden; © Brent and Amanda I auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Bei den Ornithopoden („Vogelfüßigen“) finden wir zunächst den bekannten Iguanodon mit seinem Daumenstachel. Es handelt sich um einen der ersten überhaupt entdeckten Dinosaurier. Gemeinsam mit den Hadrosauriern gelten Iguanodonten aufgrund ihrer Lebensweise als „Kühe der Dinosaurierzeit“. Das spricht zunächst nicht für ihre Intelligenz, liegt aber an dem unpassenden Vergleich! Tatsächlich war Iguanodon für Dinosaurierverhältnisse recht intelligent. Die Tiere wurden etwa 9 Meter lang, wogen 4,5 Tonnen und lebten vor 140 bis 111 Millionen Jahre v.u.Z.

Die Hadrosaurier mit charakteristischem Knochenkamm gelten als weitere Steigerung der Intelligenz im Dinosaurierreich. Der charakteristische Knochenkamm in verschiedenen Ausformungen war innen hohl und die Saurier erzeugten mit ihnen vermutlich zur Warnung und Kommunikation laute Töne. Zudem waren „Entenschnäbel“ ein auffallendes Merkmal dieser Dinosaurierspezies, bei denen Mahlzähne sich nur im hinteren Kieferbereich befanden und der vordere Bereich zu einem Papageienähnlichen Hornschnabel oder abgeflachten Entenschnabel geformt war.
Zu den bekanntesten Vertretern zählen Edmontosaurus (13 Meter lang, 4 Tonnen schwer, vor 76-65 Mio. Jahren), Corythosaurus (10 Meter lang, 3,8 Tonnen schwer, vor 75 Mio. Jahren), Lambeosaurus (14,9 Meter lang, vor 75 Mio. Jahren) und Parasaurolophus (9 Meter lang, 2,5 Tonnen, vor ca. 76 bis 72 Mio. Jahren).

Nachbildung eines Parasaurolophus mit Nest. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/riverap1/3687749168">Peter Rviera auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>
Nachbildung eines Parasaurolophus mit Nest. © Peter Rviera auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Die Ornithomimiden stellen eine ganz neue Entwicklung der Kreidezeit dar. Der Name „Vogelnachahmer“ weist bereits auf ihr Aussehen hin: Sie wirken mehr oder weniger wie Verwandte und Vorläufer des Straußes. Allerdings handelt es sich um „Dinosaurier-Doppelgänger“ ohne eine Abstammungsverwandtschaft – die Theropoden wie Tyrannosaurus Rex sind die einzigen Linien der Dinosaurier, die sich in den heutigen Vögeln fortgesetzt haben.

Lebensrekonstruktion von Struthiomimus, © <a target="_blank" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Struthiomimus#/media/File:Struthiomimus_BW.jpg">Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY 3.0</a>
Lebensrekonstruktion von Struthiomimus, © Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 3.0

Zwei bekannte und typische Ornithomimidae sind Struthiomimus (4 Meter Länge, 150 kg, lebte vor 73 Mio. Jahren) und Avimimus (1,5 Meter lang, lebte vor 83 Mio. Jahren). Befiedert und äußerst wendig und schnell, stellte ihre Reaktionsgeschwindigkeit und Schnelligkeit die einzige Verteidigungsmöglichkeit gegen Räuber dar. Biomechanische Analysen ergaben für Struthiomimus eine Spitzengeschwindigkeit von 80km/h!
Auch diese Dinosauriergattung galt als überdurchschnittlich intelligent.

Den wirklich herausragenden Dinosaurier, sozusagen die „Intelligenzbestie“ im wahrsten Sinne des Wortes stelle ich jedoch in Kapitel 11 weiter unten vor.

(6) Die Schildträger (Thyreophorans): Ritterrüstungen ihrer Zeit

Die „Ritter“ ihrer Zeit entwickeln sich aus Vorgängern wie dem Scelidosaurus vor 200 Millionen Jahren im Jura-Zeitalter. Es handelt sich um vierbeinige Saurier, die zunächst relativ klein und anfänglich nur schwach gepanzert waren. Doch in der Kreide-Epoche werden sie zu wahren Panzerechsen!

Lebensrekonstruktion von Euoplocephalus, © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Euoplocephalus#/media/File:Euoplocephalus_BW.jpg">Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY 3.0</a>
Lebensrekonstruktion von Euoplocephalus, © Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 3.0

Vertreter wie Edmontonia, Sauropelta und Minmi sind bereits schwer gepanzert, doch Euoplocephalus besitzt zusätzlich eine schwere Knochenkeule an seinem Schwanzende, die in der Lage war, die Beinknochen eines Tyrannosaurus zu zerschmettern. Mit 7 Metern Länge war Euoplocephalus vor 73 Mio. Jahren auch kein Winzling mehr, sondern eine beeindruckende wandelnde Festung.

Mit der Intelligenz scheint es jedoch nicht gut bestellt gewesen zu sein. Ausgüsse des Schädelinhalts offenbarten ein äußerst kleines Gehirn, das dem eines Haushundes gleicht.

Pachycephalosaurier beim Rangkampf. © <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:DinoPark_Plze%C5%88_Pachycephalosaurus.jpg">DinoTeam auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">CC BY-SA 3.0</a>
Pachycephalosaurier beim Rangkampf. © DinoTeam auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Panzerung scheint das Schlagwort der Kreidezeit zu sein und wird als evolutionäre Gegenbewegung zur gesteigerten Größe und Gefährlichkeit von Raubsauriern gesehen (wobei die Frage ist, was als erstes den Anstoß gab: Die Panzer und besseren Verteidigungen der Beutetiere oder das Wachstum der Raubsaurier).

Pachycephalosaurier besitzen einen enorm verdickten Schädel, teilweise mit knöchernem Kranz, der wie eine Krone anmutet. Man kann sich vorstellen, dass diese Saurier wie heutige Steinböcke bei Rangkämpfen mit den Köpfen aufeinander zuliefen und Kopfstöße ausführten, dass es nur so krachte.

Lebendrekonstruktion von Triceratops, © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ceratopsidae#/media/File:Triceratops_liveDB.jpg">Dmitry Bogdanov auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY 3.0</a>Lebendrekonstruktion von Triceratops, © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Ceratopsidae#/media/File:Triceratops_liveDB.jpg">Dmitry Bogdanov auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY 3.0</a>
Lebendrekonstruktion von Triceratops, © Dmitry Bogdanov auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 3.0

Eine andere Gruppe sind die Ceratopsier, die eigentlichen „Schildträger“ ihrer Zeit. Mit einem enormen Kopfschild, der bis weit über den Nacken reichte, schützten sie sich vor tödlichen Nackenbissen der Theropoden und besaßen zudem gefährliche, dolchähnliche Aufsätze als Angriffswaffen zur Verteidigung gegen die großen Raubsaurier.
Da sie sich relativ spät in der uns heute bekannten Form entwickelten, gilt Protoceratops vor 85 bis 78 Mio. Jahren, mit nur 180 kg Gewicht und 1,8 Metern Länge als früher Vertreter dieser Sauriergattung. Centrosaurus mit 6,1 Metern Länge und 2,7 Tonnen Gewicht lebte vor 75 Mio. Jahren und stellt bereits einen größeren Vertreter dar. Styracosaurus (5,5 Meter Länge, 2,7 Tonnen, vor 75 bis 72 Mio. Jahren) beeindruckt durch eine Vielzahl von krummen Dornfortsätzen am Schildrand.
Triceratops schließlich ist der heute jedem Kind bekannteste Vertreter und auch der größte: Mit 9 Metern Länge und 5,4 Tonnen Gewicht lebte er bis zum Ende der Dinosaurier und gehört zu jenen Arten, die Opfer des Chicxulub-Kometen wurden.

(7) Flugsaurier – Meister der Lüfte

Bei den Flugsauriern erkennen wir das gleiche Grundschema für alle Saurier der Kreide: Es entwickeln sich Riesenformen und eine oftmals größere Biodiversität, also eine Anzahl von unterschiedlichen Sauriern der gleichen Familie.
Neben sehr unterschiedlichen Flugsauriern wie Anhanguera, Criorhynchus, Ornithocheirus, Tapejara, Thalassodromeus, Ludodactylus und Tupuxuara ist Pteranodon der bekannteste seiner Art. Wie alle Flugsaurier der Kreidezeit besaß auch Pteranodon keine Zähne, sondern lediglich einen langen Schnabel, mit dem er Fische aus den Meeren und Ozeanen schnappte.
Wie hoch entwickelt Pteranodon war, zeigen die biologischen Attribute: hohle Knochen wie heutige Vögel, Luftsäcke unter der Haut, ein hocheffizientes Atmungssystem um dem anspruchsvollen Stoffwechselsystem zu genügen und Aktinfilamente in den Flügeln, die ein Flattern verhinderten.

Aussehen und Merkmale von Pteranodon sternbergii, © <a target="_blank" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Pterosaur#/media/File:Pterosaur_Flight_Adaptations_-_Pteranodon_sternbergi_-_Hugo_Salais_L%C3%B3pez.jpg">Hugo Salais López auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>
Aussehen und Merkmale von Pteranodon sternbergii, © Hugo Salais López auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Pteranodon galt lange Zeit als größter Flugsaurier, bis ein Monstrum entdeckt wurde, dem man den passenden Namen eines aztekischen Gottes gab: Quetzalcoatlus mit einer Flügelspannweite von unglaublichen 12 Metern und somit einer Größe, die heutigen Flugzeugen entspricht. Dabei besaß er lediglich ein Gewicht von ca. 100 kg!

(8) Meeressaurier: Das rätselhafte Aussterben der „Delfine der Urzeit“

In den Meeren ist eine ähnliche Entwicklung wie an Land festzustellen: Die Tendenz zu immer größeren Lebewesen. Dies könnte übrigens mit dem höheren Sauerstoffgehalt der Atmosphäre zu tun haben, der Organismen begünstigte, die größere Mengen verarbeiten konnte – und je größer ein Organismus war, umso größer war die Verarbeitungseffizienz bei diesem hohen Sauerstoffgehalt der Kreidezeit. Eine ähnliche Entwicklung gab es bereits im Karbonzeitalter, wo der erstmals auftretende und sehr hohe Spitzen erreichende Sauerstoff in der Atmosphäre zu Rieseninsekten und -tieren in den Karbonwäldern führte.

Plesiosaurier gab es bereits im Jura (siehe Teil 2 der Dinosaurier-Reihe) und sie überlebten auch in der Kreide, bis der Chicxulub-Komet ihr Leben auslöschte. Dass Plesiosaurier im Loch Ness überlebt haben könnten ist natürlich nur eine biologisch vollkommen unmögliche Legende, die hoffentlich keiner mit einem wissenschaftlichen Bildungshintergrund ernst nimmt!
Viel interessanter ist, dass Plesiosaurier ebenso wie Mosasaurier nicht wie alle Dinosaurier Eier legten, sondern lebende Junge wie ein Säugetier gebaren! Entsprechende Funde mit Föten im Bauch belegen dies eindeutig.

Die aus der Trias bereits bekannten „Delfine der Saurierzeit“, die Ichthyosaurier, hingegen überlebten nicht bis zum Ende der Kreidezeit. Lange Zeit galt ihr Aussterben als Rätsel. Am wahrscheinlichsten scheint heute ein sog. Ozeanisches anoxisches Ereignis (siehe unten Kapitel „Klima der Kreidezeit“), das auch in unserer Zukunft erstmals seit Jahrmillionen wieder wahrscheinlich erscheint, wenn wir die Erde weiter so erwärmen wie bisher.

Lebendrekonstruktion von Xiphactinus
Lebendrekonstruktion von Xiphactinus

Vor ca. 93 Millionen Jahren starben die Ichthyosaurier aus, vielleicht auch durch zusätzliche Konkurrenz, welche die Jungtiere fraßen. Dazu gehört Xiphactinus – eine neue Klasse von Raubfischen, die bis zum Untergang der Dinosaurier überlebten und mit dem Untergang der Ichtyhosaurier parallel aufkamen.

Die Mosasaurier, die mit den heute lebenden Waranen verwandt sind, beherrschten als Räuber mit den Plesiosauriern die Kreidemeere und starben ebenfalls erst mit dem Massenaussterben am Ende des Zeitalters aus.

Daneben gab es eine große Vielfalt von den uns bereits bekannten Ammoniten, sowie die ebenfalls bekannten Belemniten – Kopffüßer, die am Meeresgrund nach Nahrung suchten.

Äußerst erstaunlich ist übrigens ein jüngster Fund von komplett versiegeltem Wasser aus dem Nordatlantik, das 145 Mio. Jahre alt ist. Man stelle sich das einmal vor: Originales Wasser aus dem sich damals erst bildenden Nordatlantik! Wasser aus einer Zeit vor dem Chicxulub-Kometenaufprall! Da läuft einem ein Schauer über den Rücken.
http://www.wissenschaft.de/erde-weltall/geowissenschaften/-/journal_content/56/12054/2458229/Salziges-Wasser-aus-dem-Kreidezeit-Meer/

(9) Die Säugetiere treten aus dem Schatten der Dinosaurier

In der Kreidezeit verbreiten sich die Säugetiere und vermitteln somit auch die erste Ahnung des Menschen, der 140 Millionen Jahre später folgen wird.

Säugetier Repenomamus mit Jungsaurier als Beute im Maul, © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Repenomamus#/media/File:Repenomamus_BW.jpg">Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC BY 3.0</a>
Säugetier Repenomamus mit Jungsaurier als Beute im Maul, © Nobu Tamura auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 3.0

Wo stammen die Säugetiere und damit wir her? Das ist eine Überraschung und nicht unbedingt eine angenehme: Wir stammen von den Therapsiden  im Perm ab, die ich in Teil 1 der Dinosaurier-Reihe erwähnt und abgebildet hatte – also von jenen ausnahmslos hässlichen, plumpen Kreaturen und „säugetierähnlichen Reptilien“, die in Konkurrenz mit dem „Ferrari der Evolution“, den Dinosauriern, ausgestorben sind. Ihre Nachfahren verbargen sich im Schatten der neuen Herrscher der Erde für Millionen von Jahren.

Nun aber werden sie mutiger.
Mit 1 Meter Länge und nur 12-14 kg Gewicht wirkte Repenomamus giganticus gegenüber den monströsen Dinosauriern der Kreide wie ein Zwerg, war aber für Säugetierverhältnisse eine neue Entwicklung. Er fraß sogar heranwachsende Dinosaurier, denn man fand juvenile Exemplare von Psittacosaurus im Magen von ausgegrabenen Funden.

Die beispiellose globale Katastrophe des Chicxulubkometen sollte jedoch erst den Aufstieg der Säugetiere ermöglichen. Wäre dies nicht geschehen, gäbe es uns heute höchstwahrscheinlich nicht und es würden immer noch Dinosaurier auf Erden wandeln – wenn vielleicht auch nicht in der Form, wie wir uns das heute denken und das ist dann letztlich auch das tragische (siehe Kapitel 11).

(10) Die globale Apokalypse: Der Chicxulub-Komet

Die Kometenapokalypse war das Ende der Dinosaurier. Die Könige der Evolution auf unserem Planeten, die beinahe 200 Millionen Jahre überlebt hatten und damit uns Menschen wohl für immer in den Schatten stellen werden, wurden so abrupt von ihrem Thron gestürzt, dass die brutale Art und Weise schockiert – vor allem, wenn man sich die realen Bilder vor Augen ruft, wie das Ende ausgesehen haben mag. Ein Massensterben von Milliarden Lebensformen auf einem Planeten innerhalb von Monaten und Jahren, während geologische Prozesse normalerweise Jahrmillionen umfassen …

Dabei war es statistisch in kalten Zahlen durchaus angesichts der langen Zeitperiode der Dinosaurier zwangsläufig, dass ein solches Ereignis irgendwann stattfinden würde. Denn Meteoriten oder Kometen stürzen alle etwa 20 Millionen Jahre auf unseren Planeten, wenn die Kausalitäten (Jupiter saugt mit seiner gewaltigen Gravitation die Meteoriten und Kometen nicht von der Erde fort) und Zufälle (die Flugbahn der Erde erreicht zufällig genau den mikroskopischen Punkt auf der Flugbahn um die Sonne, an dem der Komet kreuzt) passen.

Künstlerische Darstellung, wie der Chicxulub-Komet vor 66 Millionen Jahren in die Atmosphäre der Erde stürzt.
Künstlerische Darstellung, wie der Chicxulub-Komet vor 66 Millionen Jahren in die Atmosphäre der Erde stürzt.

In diesem Fall stürzte der Chicxulub-Komet als wahnsinniger Feuerball durch die Atmosphäre auf die Erde und schlug im heutigen Mittelamerika bei Mexiko ein, wo sich heute ein riesiger Krater aus Luftaufnahmen erahnen lässt.
Das Szenario muss so grauenhaft gewesen sein, dass menschliche Vorstellungskraft versagt. Der Chicxulub-Komet muss über eine Masse von 10 bis 18 km (!) Durchmesser gehabt haben und ist wohl in einem relativ flachen Winkel im heutigen Mittelamerika in einem damals vermutlich tropischen Flachmeer eingeschlagen und zwar mit einer kinetischen Energie von etwa 200 Millionen Hiroshima-Atombomben (andere Schätzungen sprechen von 10 Milliarden Hiroshima-Bomben).
Neben den direkten Auswirkungen von einer Feuerwand um die Erde bis hin zu unvorstellbaren Tsunamis waren es vor allem die längerfristigen Auswirkungen, die zum Aussterben aller Dinosaurier, Flugsaurier und Meeressaurier bis auf die Vogelähnlichen führte: Forscher gehen davon aus, dass Trapp-Vulkanfelder durch den Aufschlag ausgelöst wurden und ähnlich wie im Massensterben der Perm/Trias-Grenze die Erde verheerten. Die Klimaveränderung mit zunächst einer kurzen Aufheizung bis auf vielleicht 100 Grad Lufttemperatur und einer langfristigen Abkühlung durch die Verschmutzung der Atmosphäre, trug ihren Anteil ebenfalls bei, dass nur Arten mit dem höchsten Grad der Anpassung an extremste Bedingungen irgendwie zu wenigen Exemplaren überlebten und anschließend die Erde neu bevölkerten.
Mit anderen Worten: Der Chicxulub-Einschlag veränderte die Erde, als handle es sich um einen komplett neuen Planeten.  Genau das also, was auch heute passieren würde, wenn ein solcher Einschlag erfolgte. Oder wenn eine Klimakatastrophe wie die aktuelle das Ganze in einer Art geologischen Zeitlupe statt mit einem gewaltigen Einschlag vollführt …

„Armageddon – die längste Nacht“ zeigt in einer beängstigenden und extrem guten Darstellung aus Wissenschaft und Bildern, wie der gleiche Einschlag heute aussehen würde…

Die komplette Reihe kann man als Amazon Prime-Kunde gratis streamen: Armageddon – Die längste Nacht

Aktuell untersuchen Forscher sogar den Chicxulubkrater mit umfangreichen Bohrungen! Es war bisher nicht einfach, den Krater zu untersuchen, da er von jüngeren Gesteinen bedeckt ist und die Nachweise des Einschlags sich in hunderten Kilometern Tiefe befinden.

Ort, wo der Chicxulub-Komet auf die Erde vor 66 Millionen Jahren aufgeschlagen ist. © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/45617735@N07/4420307678">Dementia auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>
Ort, wo der Chicxulub-Komet auf die Erde vor 66 Millionen Jahren aufgeschlagen ist. © Dementia auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Eine Meldung elektrisierte vor kurzem die Welt: Forscher hätten den „Höllenrand“ genannten Kraterrand mit Bohrungen untersucht und etwas Unglaubliches entdeckt, was sie niemals erwartet hätten. Sie weigerten sich allerdings, zu verraten, was sie da entdeckt hatten … „Was genau entdeckt wurde, wird leider nicht verraten aber es wurden “… einige ungewöhnliche Funde gemacht, Dinge, die bislang noch nie entdeckt worden sind …” (auf der Facebookseite von GeoHorizon).
Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass es sich weder um eine Grabplatte für die Dinosaurier handelt, noch von überlebenden Tyrannosauriern, sondern um geologische Funde, die letztlich nur Fachleute begeistern 😉

Die Forscher der Bohrung sprechen sogar von einem Kometen mit 18 km Durchmesser, der 30 km tief (!) und 100 km breit in die Erde eingeschlagen sei und einen Krater von etwa 200 km Durchmesser zurückgelassen habe. Ein Artikel von der BBC liefert dazu beeindruckende Bilder und Annahmen: http://www.bbc.com/news/science-environment-36377679

Die Dinosaurier traf das Ende vollkommen unvorbereitet. In einer erst brennenden Welt, als die Schockwelle und Feuerwalze sich um das Erdenrund fraß und Dinosaurier röstete, folgte dann das Eis eines nuklearen Winters, in dem der Rest zugrunde ging in einer Katastrophe von solch unvorstellbarem Ausmaß, dass selbst wir heute nach den Jahrmillionen vor dem Grauen erschauern. Und um Wesen trauern, die wir nicht einmal kannten und deren Tod unseren Aufstieg erst ermöglicht hat. Milliarden Leben vernichtet im Holocaust eines Kometeneinschlags …

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Der Chicxulub-Einschlag samt seiner Folgewirkungen bedeutete das Ende für die evolutionär im Grunde unantastbaren Dinosaurier. Doch was wäre eigentlich gewesen, wenn der Einschlag niemals erfolgt wäre?

(11) Die spannende Frage: Was wäre gewesen, wenn die Dinosaurier nicht ausgestorben wären?

Eine Lebendrekonstruktion von Troodon, © <a target="_blank" href="https://www.flickr.com/photos/futuredu/19841625821">Marcin Polak auf flickr.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>
Eine Lebendrekonstruktion von Troodon, © Marcin Polak auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Kommen wir nun also zu der großen Überraschung, die ich in den ersten beiden Teilen der Reihe angekündigt hatte.
Was wäre gewesen, wenn das Chicxulub-Szenario nicht eingetroffen wäre und die Dinosaurier nicht hätten aussterben müssen? Hätte die Evolution zugelassen, dass die Dinosaurier stumpfsinnige weitere endlose Jahrmillionen über die Erde stapfen, rennen und kriechen?

Nachbildung des Troodon mit charakteristischen großen Augenhöhlen und Augen, die stereoskopisches Sehen ermöglichten, © <a target="_blank" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Troodon#/media/File:Troodon_head_neck_NHM.jpg">Ballista auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY-SA 3.0</a>
Nachbildung des Troodon mit charakteristischen großen Augenhöhlen und Augen, die stereoskopisches Sehen ermöglichten, © Ballista auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0

Es gibt Zeichen, dass dies nicht zwangsläufig sich so langweilig hätte entwickeln müssen. Und das wichtigste Zeichen einer möglichen anderen Entwicklung lautet: Troodon.
Troodon war ein 2 bis 3 Meter langer Dinosaurier, der vor 73 Millionen Jahren aufkam und mit dem Chicxulub-Kometen ausstarb. Er war außergewöhnlich, denn die Theorien lauten, dass seine Intelligenz das Potential gehabt hätte, eine evolutionäre Entwicklung zu starten, an deren hypothetischen Ende eine Art von „Mensch-Dinosaurier“ gestanden hätte oder sagen wir korrekter: Eine vom Dinosaurier abstammende humanoide Spezies, die aufrecht hätte gehen und eine ähnliche Entwicklung absolvieren können wie der Weg des Affen zum Homo sapiens.

Troodon besaß die Fähigkeit zu stereoskopischem Sehen, war nachtaktiv und hatte ein großes Gehirn, dessen Fähigkeiten dem heutiger Vögel entspricht. Das klingt nicht nach einer Intelligenzbestie, aber wenn man die Forschungen sieht, dass Vögel so intelligent wie Primaten sind, dann ist der Weg zum Menschen nicht mehr allzu weit …

So aber kam es zu der aus einer gewissen Sichtweise bitteren Ironie, dass lächerliche Flatterwesen wie Meisen die einzigen heutigen Nachfahren der Dinosaurier sind. Wie konnte das passieren? Der Chicxulubkomet löschte letztlich alle Nicht-Vogelartigen Dinosaurierarten aus. Die überlebende Dinosaurierart entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit von großen Raubtieren zu kleinen Vögeln.
Über die Gruppe der Tetanurae (starre Schwänze), der u.a. auch Tyrannosaurier und Allosaurier angehörten, sind somit die vogelartigen Dinosaurier die Vorfahren aller heutigen Vögel.

Mit einem Experiment kann man dies indirekt auch nachvollziehen: Forscher haben bei einem Hühnerei bestimmte Gene verändert, sodass dem Embryo Zähne wuchsen, Klauen und ein langer Echsenschwanz. Dies erfolgte nicht etwa durch Hinzufügung von Genen, sondern durch eine ganz kleine Manipulation der Hühner-Gene. Das Ergebnis: Ein kleiner Raubsaurier! Dieses schockierende Ergebnis ist jedoch nicht so zu interpretieren, dass wir jetzt wieder Dinosaurier aus Hühnern züchten könnten. Im Grunde ist es eine Manipulation heutiger Lebewesen und damit eine eigene Lebensform, die auch genetisch mit Dinosauriern nichts zu tun hat. Trotzdem zeigt sich an diesem Beispiel, wie sich die Dinosaurier von großen Echsen zu kleinen Vögeln zurückentwickelt haben, um vor allem nachtaktiv mittels Insekten zu überleben.

So wurden die Dinosaurier der Möglichkeit beraubt, sich zu intelligenten Wesen zu entwickeln, wie wir es heute verstehen und ermöglichten den Säugetieren, die Erde evolutionär zu übernehmen mit dem Endpunkt des Menschen. Wenn man sich den Zustand der Erde und unser „Benehmen“ auf dem Planeten ansieht, mag man dies vielleicht weniger als Glücksfall als vielmehr als eine weitere Katastrophe in Spätfolge des Chicxulub-Kometen sehen …

Wie hätte ein aufrecht gehender Dinosaurier-Hominide wohl ausgesehen? Auch vermeintlich rationale Forscher lässt solch ein Gedanke kaum los und einige haben der Fantasie eine Gestalt gegeben.

Hätte so ein Dinosaurierhominide als Nachfahre von Troodon ausgesehen? © <a target="_blank" href="https://en.wikipedia.org/wiki/Troodon#/media/File:Dinosauroid.jpg">Jim Linwood auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a>
Hätte so ein Dinosaurierhominide als Nachfahre von Troodon ausgesehen? © Jim Linwood auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 2.0

Das Klima der Kreidezeit

Das Klima der Kreidezeit war verhältnismäßig ausgeglichen und sehr warm. Durch die auseinanderbrechenden Kontinente verringerten sich die Extreme im Vergleich zu den Superkontinentzeitaltern des Perm und Trias. Die Pole waren mindestens in den Sommermonaten eisfrei und ermöglichten den Dinosauriern die Besiedlung auch in den Polregionen, soweit erreichbar. Ach ja: Nein, liebe Sommerfetischisten – wir sind keine Dinosaurier, sondern Geschöpfe der Eiszeit. Wenn unsere Welt wie aktuell in klimatische Kreidezeit-Verhältnisse geworfen würde (nach derzeitigen Schätzungen erreichen wir dies zwischen dem Jahr 2100 und 2150 …), dann würde unser eigenes Massensterben durch die Folgen eintreten.

Zu den Zahlen:
Die Atmosphäre der Kreidezeit wies 30% Sauerstoffanteile auf und damit 150% des heutigen Anteils von 21%. Stellenweise stieg der Sauerstoffgehalt in der Kreidezeit sogar bis 38% an und erklärt die oben in Kapitel 1 genannten „spontanen Selbstentzündungen“ der Luft.
Der Kohlendioxidanteil betrug unglaubliche 1770 ppm (parts per million, Teile pro Millionen) und damit vier mal so viel wie heute (aktuell 407 ppm, stark steigend), wodurch sich auch die Erwärmung der Epoche erklärt. Der Anstieg stammt vom Auseinandergleiten der Erdkruste und der Kontinente, die ozeanischen Vulkanismus im großen Maßstab zum Ausbruch brachten und massive Mengen an CO2 in die Atmosphäre pumpten.
Die Bodentemperatur kommt somit auf Rekordwerte von 23 Grad Celsius im Mittel! Das sind 8,5 Grad über dem heutigen Niveau des Jahres 2000. Allerdings waren die Extreme in Trias und Jura größer. Der höhere Wert erklärt sich somit als gleichmäßig erhöhte Temperatur aller Klimate unter Ausschluss von einer großen Anzahl von extremen Regionen. Zeitlich gesehen gab es jedoch sehr wohl große Unterschiede. So scheint vor ca. 90 Mio. Jahren eine deutliche Abkühlung stattgefunden zu haben, sodass man auch von der Kreide als „mildes Eishaus“ spricht, wobei man sich vor Augen halten muss, dass wir hier von 80 Millionen Jahren Klimageschichte am Stück sprechen!

Andere Forscher nehmen kurz vor der Abkühlung andererseits ein Umkippen der Ozeane durch die Erwärmung an, das sogenannte Große Anoxische Ereignis. Dabei kippt der Kreislauf aus Sauerstoff und giftigen bakteriellen Ausscheideprozessen durch die Wärme um (es kommt auch durch Frischwassereintrag zu anoxischen Ereignissen, aber ein Klimawandel in Richtung Wärme scheint in der Kreidezeit am wahrscheinlichsten). Der Sauerstoff reduziert sich aufgrund von Wärme immer weiter, anaerobe Bakterien nehmen überhand und produzieren Giftstoffe, sodass am Ende selbst die großen Ozeane wie ein im Kleinen umgekippter Fluss enden und ein Massensterben auslösen.
Solche Anoxischen Ereignisse gab es in der Kreide-Epoche sogar acht Mal und erklärt das Aussterben bestimmter Arten, wie z. B. den Ichthyosauriern.
Derzeit sehen wir erste Anzeichen einer solchen Entwicklungen auch auf unserer Erde, die wir im Wahnsinn unserer Spezies aufkochen. Todeszonen wurden im heißen Sommer 2015 bereits gesichtet und die Entwicklung der Ozeane und vor allem der Seen geben Anlass zu größter Besorgnis! Allerdings sollten theoretisch noch ca. 50 bis 100 Jahre ungebremster Ozeanerwärmung erforderlich sein, damit ein anoxisches Ereignis auftritt.

Eine im typisch sommerfetischistischem Propagandastil geschriebene Auswertung von Forschungen liefert der Tagesspiegel. Man überlese den unerträglichen Propagandaton und stelle erstaunt fest, dass wohl damals das Klima auch aufgrund von fehlenden Kondensationskeimen, sprich Verschmutzungen, wolkenärmer als heute gewesen ist: http://www.tagesspiegel.de/wissen/klima-fuer-dinosaurier-schien-die-sonne-oefter/1223334.html. Andere Forscher hingegen gehen von deutlich mehr als 1100 ppm wie im Artikel erwähnt aus und beziffern den Wert auf 1770 ppm.

Vergleichen wir Trias, Jura und Kreide hinsichtlich ihrer klimatischen Faktoren, stellen wir eine signifikante Erhöhung von sowohl CO2, wie auch Sauerstoff (O2) und der Temperaturen fest.

Trias
Sauerstoffgehalt: 16% (heute 20%)
Kohlendioxidgehalt: 1750 ppm (heute 405 ppm, vorindustriell: 260 ppm)
Durchschnittstemperatur: 17 Grad Celsius (2,5 Grad höher als heute, 3,5 Grad höher als 1850)

Jura
Sauerstoffgehalt: 26% (heute 20%)
Kohlendioxidgehalt: 1950 ppm (heute 405 ppm, vorindustriell: 260 ppm)
Durchschnittstemperatur: 16,5 Grad Celsius (2 Grad höher als heute, 3 Grad höher als 1850)

Kreide
Sauerstoffgehalt: 30% (heute 20%)
Kohlendioxidgehalt: 1770 ppm (heute 405 ppm, vorindustriell: 260 ppm)
Durchschnittstemperatur: 23 Grad Celsius (8,5 Grad höher als heute, 9,5 Grad höher als 1850)

Die Kontinente entfernen sich im Laufe der langen Kreidezeit nach dem Auseinanderbrechen des Superkontinents immmer weiter voneinander und unterstützen damit viele auch feuchte Gebiete im Unterschied zur wüstenreichen Trias. „Createcous“ ist der englischsprachige Begriff für „Kreide“.

Kontinentalverschiebung und Aufbrechen des Urkontinents Pangäa von Beginn bis heute. Kreide-Zeitalter: Mittlere Reihe, rechtes Bild (Cretaceous)
Kontinentalverschiebung und Aufbrechen des Urkontinents Pangäa von Beginn bis heute. Kreide-Zeitalter: Mittlere Reihe, rechtes Bild (Cretaceous)

Aus heutiger Sicht interessant ist, dass Forscher davon ausgehen, der Meeresspiegel sei in der Kreide 170 Meter höher als heute gewesen!

Ein Video, wie es trauriger kaum sein kann, zeigt die Tragik des Endes der Dinosaurier, die ihren eigenen Untergang gar nicht verstehen können und nach Jahrmillionen für immer von der Erde verschwinden – trotz all ihrer Größe ausgelöscht wie ein Blatt im Feuer eines wahnsinnigen Gottes:
http://www.dailymotion.com/video/xju7he_im-reich-der-giganten-e06-untergang-einer-dynastie_tech

Der Blick auf die langskalige Temperaturkurve zeigt überdeutlich unser gefährliches Spiel mit der Erde, der Atmosphäre und vor allem mit uns selbst: Eine erwartete Erwärmung von bis zu 6 Grad global bis etwa 2100 und wir hätten Kreide-Verhältnisse! Dass es auch schon vorher durch Erwärmungen an der Perm/Trias-Grenze und im Trias Massensterben gegeben hat, ist kein Zufall. Wir scheinen nicht einmal zu ahnen, wie nahe wir mit der derzeitigen Entwicklung an der eigenen Auslöschung arbeiten – inklusive eines anoxischen Ereignisses der Ozeanerwärmung, das es seit der Kreidezeit nicht mehr gegeben hat …

Da der Effekt früher tausende oder sogar hunderttausende von Jahren benötigte und wir dies nicht auf natürliche, sondern künstliche Weise durch das Verbrennen von Milliarden Wäldern aus dem Karbon-Zeitalter durchführen, ist der Zeitfaktor bedrohliche bis zu 1000 mal schneller. Selbst die Spitze an der Perm/Trias-Grenze ist nicht so steil wie die aktuelle Erwärmung, die statt in 10 Millionen in unbeschreiblichen 100 Jahren vor sich geht!
Dass sich angesichts dieser Geschwindigkeit weitere Katastrophen ergeben, die wir aktuell noch nicht erkennen können, halte ich für eine realistische Annahme. Immerhin befinden wir uns derzeit bereits in einem beginnenden, neuen Massensterben von Arten, die sich parallel zur Klimakatastrophe und massiv unterstützt vom Menschen exponentiell beschleunigt: http://byjrdp.myraidbox.de/klimakatastrophe-die-massenausloeschung-hat-bereits-begonnen/

Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute, © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Temperaturen auf der Erde im Laufe der geologischen Epochen von 500 Millionen Jahren vor unserer Zeit bis heute, © :Glen Fergus, hg6996 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0



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