Wissenschaftler des Instituts für Klimafolgenforschung Potsdam (PIK) haben sich eingehend mit den Niederschlägen seit 1997 beschäftigt – sowohl global, wie auch regional.
Dabei stellten sie eine Zunahme vor allem von Extremregenereignissen fest.

Bei globaler Betrachtung lässt sich eine Steigerung von 12% zu Zeiten vor bzw. zu Beginn der Klimakatastrophe feststellen. Das klingt wenig, ist aber aufgrund der globalen Betrachtung sehr viel. Die Zunahme beträgt in den letzten betrachteten Jahren sogar 26% – ein klarer Hinweis darauf, dass die Ereignisse mit zunehmender Verschärfung der Klimakatastrophe in paralleler Entwicklung weiter ansteigen.
Vor allem in Asien liegt ein Schwerpunkt der statistisch erfassten Extremregenfälle* und dadurch hervorgerufene Überflutungen.

Dürrezustand am 06.07.2015, © <a target="_blank" href="http://www.ufz.de/index.php?de=33328">Helmholtz-Zentrum Dürremonitor</a>
Dürrezustand am 06.07.2015 in Deutschland, © Helmholtz-Zentrum Dürremonitor

Dass sich massive regionale Unterschiede und Extreme herausbilden, ist ebenfalls ein deutliches Zeichen der Klimakatastrophe. Während ohnehin regenreiche Gebiete in Asien abnorme Regenzunahmen verzeichnen, verstärken sich in ohnehin trockenen Regionen Dürren, wie z. B. in Kalifornien. Im regionalen Bereich erkennt man das in Deutschland, das immer mehr und mit jedem Jahr zunehmen ein Regenmangelgebiet wird – mit Ausnahme Bayerns, das durch die Lage an den Alpen und als Profiteur von sog. Vb-Wetterlagen in Gefahr von Extremregen und Überschwemmungen gerät.

Allerdings kann es bei Vorliegen entsprechender Wetterlage auch im Nordwesten und Osten Deutschlands zu Starkregenereignissen kommen, wie z. B. Ende Juli 2014, als Münster komplett durch Rekordregen in unvorstellbarem Maße unter Wasser gesetzt wurde, sodass man Studenten mit der Luftmatratze durch die Innenstadt schwimmen sah.

Wo liegen die genauen Ursachen für die Zunahme des Extremregens?

Während die kategorischen Zweifler mit Halbwissen argumentieren, Statistiken sind ohne Aussage, haben Wissenschaftler hingegen eine mögliche natürliche Zunahme der Regenfälle mit Hilfe der Clausius-Clapeyron-Gleichung herausgefiltert.

„Der ausgeprägte Trend zu vermehrten Rekord-Regenfällen ist natürlich beunruhigend“, so Coumou. „Aber weil dieser Trend übereinstimmend ist mit der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung, kann er auch vom Menschen wieder gedreht werden – nämlich wenn sie den Ausstoß von Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen rasch und stark reduzieren.“
Potsdam Institut für Klimafolgenforschung

Die Zunahme an Regen, die für Extremregenereignisse notwendig ist, kann nur mit der Klimakatastrophe zusammenhängen und zwar in der Hinsicht, dass wärmere Luft physikalisch mehr Feuchtigkeit transportieren kann.

Daraus ergibt sich bei einer konservativen Rechnung, dass eines von zehn Extremregenereignissen in den letzten 30 Jahren auf die Klimakatastrophe zurückgeführt werden kann. Bei einer weniger konservativen und vielmehr realistischen Betrachtungsweise kommen die Forscher sogar auf einen von vier Extremwettervorfällen mit kausalem Zusammenhang mit der Klimakatastrophe. Tendenz: Ansteigend.

Wie bei jedem Forscher enden die Ergebnisse mit einem Aufruf an die Menschheit, die Konsequenzen aus den Folgerungen zu ziehen – der natürlich wie immer ungehört verhallen wird im Netz aus der Dummheit von Sommerfetischisten und ignoranten Politikern.

  • Peter

    Hallo!

    Wieder eine sehr interessante Zusammenfassung, lese mittlerweile Deine Artikel regelmäßig und lerne immer wieder Neues. Kannst Du mir sagen, ob es diese Bodenfeuchtekarten auch für Österreich gibt? Danke!
    Übrigens scheint sich die nächste Hitze mit bis 38 Grad schon wieder abzuzeichnen …

    • Hi Peter,

      freut mich, dass du hier fleißig mitliest 🙂
      Was die Bodenfeuchtekarten/Dürremonitor für Österreich angeht, finde ich leider adhoc nichts im Web. Das Helmholtz-Zentrum liefert leider nur Karten für Deutschland.
      Ihr habt es in Österreich immer noch etwas schlimmer als in Deutschland mit den Klimakatastrophen-Sommern, kenne ich von österreichischen Freunden bereits seit mehreren Jahren. Dafür mein Mitgefühl! Immerhin werdet ihr als Ausgleich im Winter doch nicht selten mit Schnee bedacht, was im deutschen Flachland mittlerweile beinahe undenkbar scheint ^^

  • Blizzard

    Ein wenig stärker könnte der Regen bei dem Getröpfel draußen schon sein! Mit gestern (0,3mm) und heute (0,2mm) wurde noch nicht mal die Verdunstung (http://www.dwd.de/bvbw/generator/DWDWWW/Content/Landwirtschaft/Bilder/Wasserhaushalt/vd__vgsl,property=default.png) erreicht…
    Starkregen hat natürlich seinen Reiz, auch wenn er in extremen Maßen sehr zerstörerisch wirkt, doch ein schöner Landregen hat noch niemandem geschadet. Doch statt satten Güssen beschert uns Wz (wo ist der zyklonale Einfluss??? Achja, es war nur den halben Tag sonnig und gegen Abend nahm die Luftfeuchtigkeit zu^^) eine erbärmlich zerstückelte Warmfront. Früher, so sagte man mir, folgte auf eine Warmfront immer eine Kaltfront; doch die kommt erst am Donnerstag und reicht vermutlich für Schauerwetter an der Nordsee…
    Dann folgt eine kurze Hitzephase, die 35er Marke nehme ich mal als Richtwert, bedingt durch das ostwertswandernde Höhenhoch und unserem stationären Langwellentrog auf dem Atlantik, der sich unglücklicherweise nochmals regeneriert und uns als SWa bis Mittelfristende begleitet. Wo ist der Höhenrücken, der sich mit dem Grönlandhoch vereinen sollte und uns langersehntes niederiges Geopotential bringen würde? Es hat sich zurückgezogen und lässt die Frontalzone weit südlich auf den Atlantik und gibt obendrein noch genug Warmluft mit auf den Weg für ausreichend Zyklogenese, sodass die Tröge umdrehen, bevor sie überhaupt in unsere Nähe kommen… Das Hoch über dem Atlantik erscheint jedoch nun zum dritten Mal in der Langfrist von den europäischen und den amerikanischen Wettermodellen, ob da noch was dran ist?

    • Es ist immer das Gleiche, was? Wir warten hier in Rhein-Main bereits seit Wochen auf Regen. Mehr als ein 10-Minuten-Tröpfeln gab es nicht, dafür Mordsschwüle. Und jetzt kommt schon wieder der unsägliche Hitzehammer, der durch die Treibhausgase wieder abnorm verstärkt wird, wie’s aussieht für 2 Wochen ab heute – unerträglich.
      Ich bete nur, dass es danach einen Kälteabsturz gibt, sonst überlebe ich das nicht.
      CFS hatte mit 85% Kaltläufen einen zu kühlen Juli im Vergleich 1981-2010 prognostiziert. Was ein Reinfall! Wir liegen momentan bei +3,7 Grad im Mittel und das wird sich bis in 2 Wochen wieder auf +5 oder +6 hochziehen. Ein Katastrophenmonat, wie er im Buche steht. Wenn mir Gott wenigstens die Garantie geben könnte, dass wir einen Kaltherbst haben werden, dann könnte ich das auch irgendwie durchstehen. Aber die Chance auf einen Glühling mit Dauerhitze ist in der Klimakatastrophe bei 90% …
      So allmählich verzweifel ich hier im Südwesten.

  • Kältefreak
    • Jep, El Nino ist der Hammer. Teilweise werden immer noch werte von 3 bis 3,5 Grad über dem Mittel vor Ort im Pazifik errechnet. Unfassbar. Das hat es noch nie gegeben. Dass in Südamerika und vor allem Asien das Klima durchdreht ist kein Wunder, aber der Artikel schreibt zu recht auch „Fakt ist aber auch: El Niño ist längst nicht für jedes Wetterchaos verantwortlich: Lediglich zwanzig bis dreißig Prozent der Kontinentalflächen sind regelmäßig von El-Niño-Folgen betroffen“.
      Bei uns sehe ich nach wie vor keine Auswirkung, denn die Hitze ist bei uns dem CO2 und der Wetterlage geschuldet, ebenso die unfassbare Dürre (in Rhein-Main seit Ende Januar!).
      In Kürze müsste die nächste Aktualisierung aller El Nino-Modelle durch das australische BoM erfolgen, dann gibts ein Update in Artikelform.

  • Kältefreak

    Super wenn du das weiter im Auge behalten und es für Laien für mich didaktisch runterbrechen würdest.
    Es bleibt spannend….
    LG

    • Mach ich gerne und dafür ist die Seite schließlich auch da, gell ^^